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Isolierbeton-Bauwerk Bekanntlich hat bei jedem Bauwerk die Außenmauer
die tragende Funktion und zugleich auch die Isolierung gegen Kälte und Wärme zu
übernehmen.
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Das beste Mauerwerk im Hinblick auf Tragfähigkeit und Isolation ist
bis heute die Backsteinmauer, sofern sie in genügender Stärke gewählt wird. Jedoch
hat sie den großen Nachteil, daß ihre Herstellung viel Zeit benötigt und daß durch
die sehr zahlreichen Mörtelfugen große Wassermengen in den Bau eingebracht werden,
so daß auch für die Austrocknung des Baues wiederum sehr viel Zeit verlorengeht.
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Auch Betonmauerwerke, welche in statischer Hinsicht sehr tragfähig
sind und bei welchen die mangelnde Isolierfähigkeit dadurch hereingebracht wird,
daß die Betonmauer als tragender Teil durch Ausgießen des Zwischenraumes zwischen
zwei auf die Scfialung aufgesetzten Isolierplatten von a bis 3 cm Dicke erstellt
wird, haben den Nachteil, daß die mit dem Beton eingebrachten großen Wassermengen
viel Zeit für die Austrocknung des Mauerwerkes erfordern.
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Mit dem Bekanntwerden des sogenannten Schaumbetons oder Gasbetons
sind verschiedene Bausysteme geschaffen worden, mit welchen die Nachteile der langen
Trocknungszeiten zu beseitigen gesucht worden sind. Diese Bausysteme bestehen im
allgemeinen darin, daß vorfabrizierte Trockengasbetonplatten in ein tragendes Skelett
aus Eisenprofilen oder Eisenrohren eingesetzt werden. Nun besitzt aber der Gasbeton
keine Volumenbeständigkeit, so daß die äußeren urd inneren Flächen mit Rabitz armiert
werden
müssen, bevor mit dem Grundputz begonnen werden kann. Ein
nach dieseln -Trockenbausystem hergestellter Bau zeichnet sich durch eine sehr gute
Isolierfähigkeit ausbat. aber den Nachteil der durch den Eisenständer Beschränkten
architektonischen Gestaltungsmöglichkeit und der hohen Baukosten.
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Zusammenfassend ergibt sich die Regel, daß bei den bekannten Bausystemen
eine Erhöhung der Tragkraft auf Kosten der Isolation und umgekehrt erreicht werden
kann und daß ferner die Vermeidung der Einbringung großer Wassermengen in das Bauwerk
gewöhnlich eine Erhöhung der Baukosten verursacht.
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Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Isolierbeton-Bauwerk, welches
die folgenden Vorteile in sich vereinigt: i. hohe Tragfähigkeit des Betons als tragender
Teil, 2. die Verwendung des Gasbetons als Isolierschicht unter Beseitigung der durch
Schwunderscheinungen des Gasbetons bedingten Veränderungen, 3. die Verwendungsmöglichkeit
vorfabrizierter Platten . beliebiger Größe, die trocken im Bau versetzt werden können,
4. verringerte Baukosten und stark verkürzte Bauzeit unter etwa Soprozentiger Ersparnis
von Arbeitszeit und 5.' absolute Feuerfestigkeit.
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Zur Erreichung dieser Vorteile ist das Bauwerk erfindungsgemäß aus
vorfabrizierten, . tragenden und zugleich isolierenden Platten erstellt, welche
zwei tragende Betonschichten und eine zwischen diesen liegende volumenunbeständige
Isoliermasse aufweisen, welche mit den Betonschichten verbunden ist, wobei die Baukörper
im Verband so verlegt sind, daß die Isolierschicht einen ununterbrochenen raumabschließenden
Mantel bildet und sich zwischen den Betonschichten bewegen kann, so daß Rißbildungen
in letzteren vermieden werden.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt Fig. i einen senkrechten Teilschnitt durch das Bauwerk, parallel
zu den Deckenbalken, Fig.2 einen senkrechten Teilschnitt durch das Mauerwerk, quer
zu den Deckenbalken, Fig. 3 einen senkrechten Teilschnitt durch das Bauwerk, parallel
zu dexi Deckenbalken, quer durch eine Innentragwand, und .
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Fig. 4 einen . horizonta['en.; Schnitt durch das Bauwerk, Fig. 5 einen
horizontalen Teilschnitt durch das Bauwerk mit weiteren Einzelheiten, Fig. 6 einen
senkrechten Teilschnitt parallel zu den Deckenbalken nach der Linie I-I der. Fig.
5, Fig. 7 einen senkrechten Teilschnitt quer zu den Deckenbalken nach der Linie
II-II der Fig. 5. Das dargestellte Beispiel des Isolierbeton-Bauwerkes weist als
Hauptbauelement für die Herstellung der Außen- und Innenwände, welche als Tragwände
dienen, sowie der Decken vorfabrizierte, flache Baukörper auf, welche aus zwei äußeren,
den tragenden Teil bildenden Betonschichten i und 2 und aus einer mittleren, mit
den beiden Außenschichten verbundenen Isolierschicht 3 aus Gasbeton, oder auch Schaumbeton
genannt, gebildet sind. Für die Bildung der Ecken der Außenmauer weisen die Platten,
wie aus Fig.4 ersichtlich ist, Winkelform auf, während sie im geraden Teil der Mauer
und der Innenwände gerade Platten bilden. Die Platten weisen Stockwerkhöhe, also
durchschnittlich 25o cm auf und sind etwa 70 cm breit. Die Wandstärke der
Platten beträgt beim dargestellten Beispiel etwa 18 cm für die Wände und etwa 9
bis 14 cm für die Decken. Die Abmessungen der Platten können aber je nach Charakter
des Baues von obigen :Maßen beliebig abweichen. Je nachdem die Platten für Außenwände,
Innenwände oder Decken bestimmt sind, können die Baukörper mit Aussparungen, Falzen,
vorstehenden Enden von Armierungseisen usw. versehen sein.
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Wie aus den Fig. i bis 3 ersichtlich ist, sind die Baukörper 1, 2,
3 für die Außen- und Innenwände des Erdgeschosses auf einer auf das Kellermauerwerk
4 aufgebrachten Isolierzwischenschicht 5 aus Zementmörtel, der mit einem Dichtungszusatz
vermengt ist, aufgesetzt. Die Baukörper werden mit ihren senkrechten Stoßseiten,
an welchen die Isolierschicht 3 mit den Betonschichten 1, 2 bündig ist, stumpf aneinandergestoßen
und auf die Kanten der Betonschichten ein isolierende Masse 6 (Fig. 4) mit Zementzusatz
aufgetragen. Auf diese Weise wird, wie aus Fig.4 ersichtlich ist, ein geschlossener
Isoliermantel gebildet. Bei den Außenwänden übernimmt die innenseitige Betonschicht
2 der Platten die tragende Funktion für die Decken. Die Decken werden gebildet aus
vorfabrizierten und mit Armierungsstäben 7, 8 versehenen Betonbalken 9 und aus zwischen
diesen verlegten Platten 1, 2, 3. Der Unterteil der Betonbalken bildet einen verbreiterten
Fuß, auf dessen Absätzen to die Platten mittels eines entsprechenden Falzes aufliegen.
Sowohl die Deckenbalken 9 als auch die auf diesen verlegten Platten liegen mit ihrem
einen Ende auf der inneren Betonschicht 2 der die Außenwand bildenden Platten auf,
während die anderen Enden der Balken und der zwischen diesen gelagerten Platten
auf der zugekehrten Betonschicht der die Innenwand bildenden Platten aufliegen.
Die Kellerdecke dagegen ist direkt auf einem vorspringenden Teil der Kellermauern
abgestützt, welche mit 4 (Fig. 1, 2) und 4 (Fig. 3) bezeichnet sind.
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Durch das Aufliegen der Deckenbalken und der zwischen ihnen verlegten
Platten nur auf der innenseitigen Betonschicht 2 wird eine : Unterbrechung der Isolierschicht
3 von einem Stockwerk zum anderen vermieden und ein nach außen vollkommen abschließender
Isoliermantel gebildet, welcher ringsum geschlossen ist und alle Stockwerke umfaßt
(s. Fig. 1, 2 und 4).
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Die an den Enden der Deckenbalken vorstehenden Armierungseisen 7 und
8 bilden ösen,'durch welche ein Armierungsdraht i i (Fig. 3, 4) geflochten
ist,
und über die mit Platten versehenen I:eckcnball:cn sind Drtickverteilereisen 12
(Fig.2) gelegt. Über die so armierten Tragelemente der Decke ist eine Üherbetonschicht
13 aufgegossen. Durch die Überbetonschicht 13 werden die Deckentragcleincnte
zusammen mit ihren Armierungseisen zu einer kompakten Isolierbetondecke von hoher
Tragfähigkeit verbunden.
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Bei der Erdgeschoßdecke und den Decken der weiteren Stockwerke ist
zwischen je zwei Balken beim Auflager an der Außenwand auch der Spielratttn zwischen
den Enden der Platten und der Isolierschicht 3 der Außenwand mit Überbeton ausgegossen,
wodurch Druckverteilerbalken 14 gebildet werden, welche durch die seitlich vorstehenden
.lrntierttngseisen 7 und 8 an den Balkcnendcn diese miteinander verbinden (Fig.4).
)')ei allen Decken greift der Überbeton auch in den Zwischenraum zwischen den Platten
über der Innenwand (Fig.4) ein, wodurch ein quer zu den Balken g liegender Verbindungsbalken
15 (vgl. auch Fig. 3) gebildet wird, in welchen die Armierungseisctl i r und die
vorstehenden Enden der lösen 7 und 8 eingebettet sind. Der zwischen den Iwiden Betonschichten
i und 2 liegende Raum r!tif der Höhe der Erdgeschoßdecke sowie der ::citcrcn Decken
ist nachträglich mit Gasbeton ;:ttsgcgossen, wodurch eine dichte Verbindung 3' der
. Isolierschicht 3 zwischen den Stockwerken mid in der gleichen Stärke wie die Decke
gehildet ist.
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Bei der obersten Decke unter dem Dachgebälk sind im Druckverteilerbalken
14 bzw. im überbeton t3-I3attschrauben r6 in wählbaren Abständen citigegosscn. An
diesen ist mittels Muttern die I"tißl)fette 17 befestigt.
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An der Außenwand ist der Außenputz 18 und innenseitig der Weißputz
rg aufgetragen.
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Fig. i zeigt ein in die Außenwand eingebautes Fenster und Fig. 2 eine
in die Außenwand eingelaute Tür. In beiden Fällen ist eine Kunststeincinfassung
2o in eine hierfür ausgesparte öffnung der Baukörper eingesetzt. Als Verbindung
dient ein Zementinörtelbett 21, welches einerseits in eine Aussparung 22 der Gasbetonschicht
3 des liatik(>rpers, die durch einen einwärts springenden Keil 23 der äußeren Betonschicht
verengt ist, und ;inilercrseits in eine Aussparung 24 in der l\'utiststeineinfassttiig
eingreift. Der Blendrahmen 2 3 für (las hctister stößt allseitig an den Gasbeton
und derjenige für die Tür an drei Seiten an den Gasbeton und nur unten an den Zementboden
des I@:rc1geschosscs. Auf diese Weise ist auch durch den Finhau von Fenstern und
Türen an keiner Stelle der Isoliermantel in der Außenwand des Gebäudcs unterbrochen.
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Wie aus obiger Beschreibung hervorgeht, wer-<Ictt <lcr Ülicrbcton
13 und die Druckverteilerschwcllen 14 und 15 nafi in den Bau eingebracht,
\\as niit (Irin Verb ndungsausguß der Platten usw. Mtr ctWa 20 Prozent der beim
Backsteinbau ein-<'('brachten Wasscrinengen entspricht.
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Zur (dcrstrllung eines besonders guten Verbandes werden gemäß einem
weiteren Erfindungsgedanken, wie Fig.5 zeigt, an den vertikalen Kanten der Baukörper
i, 2, 3 Aussparungen 34 eingefräst oder solche beim Gießen freigelassen die sich
hauptsächlich in die Isolierschicht 3 eingraben und mit den gleichen Aussparungen
34 ('er anstoßenden Platte i, z, 3 vertikale Kanäle 35 b ilden, die ovalen, runden
oder rechteckigen f;ucrschnitt aufweisen können. Diese Kanäle wer-(lctt beim. Verband
der Baukörper mit Schaum-' (ton ausgegossen, so daß die Baukörper an il:rcn
Längskanten durch in die Längsaussparun-);en 34 eingreifende Schautnbetonsäulen
verbunden sind.
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Wie ferner die Schnittbilder aus der Fig.5, nämlich die Fig.6 und
7 zeigen, werden die Decken aus Platten 36, 37 gebildet, welche zwischen armierten
Deckenbalken g verlegt sind. Der Unterteil der Deckenbalken bildet einen verbreiterten
Fuß g' als Auflage für die Deckenplatten 36, 37. Die Deckenbalken g liegen mit ihren
Enden auf den inneren Betonschichten 2 der Baukörper auf. Die zugehörigen Deckenplatten
bestehen hier aus wannenförmigem Beton 36, welcher mit Schaumbeton 37 ausgefüllt
ist. Über den Deckenplatten 36, 37 ist die überbetonschicht 39
aufgegossen.
In dieser Schicht 39 erhalten die Baukörper 36, 37, welche die zu den Deckenbalken
g parallelen Füllmauern bilden, durch quer zu den Deckenbalken verlegte Druckverteilereisen
40 bzw. 41 eine Verbindung sowohl mit der inneren Putzträgerschicht 2 als auch mit
der äußeren Putzträgerschicht i. Zu diesem Zwecke werden die vertikalen Armierungseisen
der äußeren Putzträgerschichten i mit in Form eines Bügels .Ii' herausgeführten
Enden versehen, an welchen die Druckverteilereisen 41 mittels hakenförmiger Enden
eingehängt sind. Die Druckverteilereisen 4o finden dagegen ihren Halt mittels abgebogener
Enden in der überbetonschicht.
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Die Baukörper, welche die zu den Deckenbalken rechtwinkligen Außenmauern
(vgl. Fig. 6) bilden, sind mit vertikalen Armierungseisen 42 und 43 versehen. Die
Armierungseisen 42 der äußeren Putzträgerschicht i sind oben in Form eines Bügels
42' seitlich aus der Schicht i herausgeführt und durch einen Doppelbügel 44 mit
dem Druckverteilereisen 40 verbunden. Die vertikalen Artnierungseisen 43 weisen
oben ebenfalls hakenförmig gebogene Enden 43' auf, welche durch einen Doppelbügel
45 mit dein Druckverteilereisen 40 verbunden sind.
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Durch die Verkeilung 35 der Baukörper an ihren vertikalen Stoßkanten
und die Verbindung der vertikalen Armierungen der Baukörper einander gegenüberliegender
Wände durch im Überbeton 39 der Decken gelagerte Druckverteilereisen und
erl»ndungsbügel wird ein besonders fester Zusanitnenhalt des Bauwerkes erzielt.
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Das Aufstellen einer einzigen Wandplatte von 250 X
70 ctn kann durch vier Mann in i/4 Stunde besorgt werden und entspricht einer
Backsteintnatier von etwa 300 Backsteinen und 2001 Mörtel,
Für
die Erstellung letzterer benötigt ein Maurer mit Handlanger etwa io Stunden.
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Zusammenfassend kann gesagt werden, daß durch diese Bauweise ein qualitativ
hochwertiger, gut isolierender, reiner Betonbau entsteht, der bei rascher Bauzeit
(3 Monate) nach Vollendung sofort bezugsbereit ist und keine Feuchtigkeit im Mauerwerk
aufweist. Zudem ist ein individuelles Bauen möglich, weil die Größe der Platten
variabel gewählt werden kann. Ferner ermöglicht die beschriebene Bauweise etwa 25
Prozent Kostenersparnis auf das Mauerwerk.