DE80602C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01B—MECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
- D01B3/00—Mechanical removal of impurities from animal fibres
- D01B3/04—Machines or apparatus for washing or scouring loose wool fibres
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Die Behandlung der Wolle vor dem eigentlichen Waschen zu dem Zwecke, eine derart
gesättigte Lösung herzustellen, dafs es lohnend ist, eine Extraction der verschiedenen verwerte
baren Bestandtheile vorzunehmen oder die Lösung fabrikmä'fsig dem Abdampfen und
Calciniren zu unterwerfen, um die Potasche aus der Fettlösung zu erhalten, ist eines der
wichtigsten und schwierigsten Probleme auf dem Gebiete der Wollebehandlung.
Diese Art der Behandlung der Rohwolle (Desuintage) erfordert, so wie sie heute gehandhabt
wird, infolge der unterbrochenen Betriebsweise eine schwerfällige, mit hohen Herstellungskosten
behaftete Anlage und viel saubere Handarbeit.
Bei den meisten wirklich ausgeführten Extractionsverfahren wird die rohe, auf einem
Gerüst befindliche Wolle in hölzerne oder eiserne Gefäfse eingebracht und darauf mit
lösenden Flüssigkeiten derart begossen, dafs. man die Wolle zuerst mit starken, dann mit
immer schwächer werdendenLösungen behandelt und zuletzt mit reinem Wasser nachspült. Beim
Ablassen der Flüssigkeiten aus dem Gefäfs werden dieselben nach Graden Baume gemessen
und nach ihrer Stärke gesondert in tiefer liegende Bottiche oder Cisternen geleitet, von
wo aus Pumpen dieselben wieder in höher gelegene Reservoire emporheben, welche ihrerseits
wieder anderweitige Extractionsgefäfse mit Flüssigkeit versehen.
Der bedienende Arbeiter mufs dabei fortwährend mehrere Aräometer und mehrere
Schwimmer überwachen und eine ganze Reihe von Hähnen, Schützen, Ventilen und Pumpen
handhaben.
Der Vorgang dauert für jedes Extractionsgefäfs je nach den angewandten Systemen dreiviertel
bis zwei Stunden. Ist derselbe vollendet, so hebt man die Wolle heraus oder läfst sie
auf einen Wagen fallen, welcher sie zur Wäsche führt. Dort wird die ganz feuchte
Ladung entweder auf den Vorrathstisch der Colonne oder einfach sofort in den Waschbottich
geworfen. Es sind hierbei drei oder vier Extractionsgefäfse für eine Waschcolonne
nöthwendig.
Bei dem · vorliegenden Apparate wird die Extraction in einer anderen, bei Waschmaschinen
für Wolle bereits benutzten Weise bewerkstelligt.
Die Wolle wird flach auf einem endlosen Tuch ausgebreitet und dieses selbst fortbewegt,
um die Wolle hinter einander und gleichzeitig der Einwirkung von Flüssigkeiten auszusetzen,
welche die Potasche auflösen und welche Flüssigkeiten sodann wieder kräftig mittelst
Pressung der Wolle zwischen Druckwalzen irgend eines Systems herausgeprefst werden.
Hierdurch soll eine rationelle und rasche Behandlung der Wolle ermöglicht werden, ohne
dafs ein Etagenbau nöthig ist. In der Zeichnung ist der neue Apparat im Längsschnitt
und im Querschnitt dargestellt.
Die rohe Wolle wird mittelst Hand oder einer mechanischen Ausbreitevorrichtung über
einen Tisch T gleichmäfsig vertheilt. Dieser besteht aus Metallplatten von ungefähr iocm
Breite, 80 cm Länge und ist mit Oeffhungen irgend welcher Form oder Löchern von
2 bis 5 mm Durchmesser und ungefähr 1 5 mm Abstand versehen. Diese Platten sind in geringem
Abstande von einander auf den Gliedern zweier starker Ketten ohne Ende befestigt,
welche über zwei Kettenräder laufen, die sich langsam drehen und die Bewegung auf den
durchlöcherten Tisch übertragen. Unter diesem Tisch befindet sich ein Behälter von ungefähr
1,20m Breite, welcher in eine beliebige Anzahl Theile BB1 B2 B3 getheilt ist, in denen
die Extractionsflüssigkeiten sich befinden. Pumpen P, Fig. i, welche beliebig einzeln und
auch gruppenweise zu zweien angetrieben werden können, heben diese verschiedenartigen
Flüssigkeiten in Vertheiler DD1D2 D8, welche
sich ungefähr 25 cm über dem Tisch befinden. Diese Vertheiler, welche oben offen sein
können, sind unten mit einer durchlöcherten Platte versehen. Die Bohrungen können zweckmäfsig
einen Durchmesser von 3 mm und einen Abstand von 15 bis 20 mm erhalten.
Es soll durch diese Anordnung die Flüssigkeit nach Art einer Brause gleichmäfsig vertheilt
werden.
Zwischen jedem der Vertheilungsapparate D, in der geschilderten Form von Spritzsieben,
befindet sich ein Ausprefsapparat, welcher den
Zweck hat, die Wolle von der Flüssigkeit zu befreien, welche ihr anhaftet, bevor man dieselbe
der Wirkung der nächstfolgenden Lauge aussetzt. Der Prefsapparat besteht aus Walzen
E E1 E2 E3 aus Eisen oder anderem Material,
entweder mit Wolle überzogen oder nicht. Die Walzen werden mittelst Kettenräder von
ungefähr 35 mm Durchmesser bethätigt und können in einem Gabellager leicht auf und ab
bewegt werden.
Die erwähnten Walzen üben auf den Tisch T, der von den im Durchmesser etwas schwächeren
und, wenn erwünscht, ebenfalls durch Ketten verbundenen Rollen J J1 J2 J3 getragen wird,
einen veränderlichen Druck aus, welcher durch die von Gewichten R belasteten Hebel L erzeugt
wird. Gleitführungen tragen die Ketten des Tisches, und hölzerne oder metallene Wangen Q, welche auch durch Umbiegen der
Tischplatten hergestellt werden können, verhindern ein Herabfallen der Wolle an der Seite.
Nach der letzten Pressung oder Ausquetschung der Spülflüssigkeit wird die Faser durch ein
Flügelrad V, dessen Flügel mit sägezahnartigen Lederbesätzen versehen sind, vom Tische abgehoben
und auf den Wascher W des ersten Bades irgend eines Wäschesystems gebracht.
Eine Bürstenwalze χ reinigt die Oeffnungen der Tischplatten vollständig.
Vermöge der beschriebenen Einrichtungen empfängt die Wolle vor jedem Durchgang
unter den Walzen EE1 E2 u. s. w. einen
Regen oder einen Gufs verschiedener Stärke und Dauer, und zwar einer Flüssigkeit von bestimmtem
Gehalt, welche sie durchnäfst, die Potasche auflöst und so andererseits die Concentration
der angewendeten Flüssigkeit erhöht. Die Flüssigkeiten fallen in den Behälter, aus
dem sie emporgehoben wurden, wieder so lange zurück, bis sie, immer von neuem über
die Wolle geführt, genügend angereichert sind, um in den benachbarten Behälter von nächst
höherem Potaschegehalt übergeführt werden zu können.
Nachdem die Lösungsflüssigkeiten die Wolle auf Tisch T passirt haben, werden sie durch
Platten 0O1O2 u. s. w. aufgefangen, welche
sich zwischen den horizontalen Tuchflächen des Tisches T befinden und gegen eine der
Seiten des Apparates etwas geneigt sind (Fig. 1), von wo aus sie in rechteckige Kästen NN1 u. s. w.
hinabfliefsen, die auf einer Achse oberhalb der Abtheilungswände zweier Gefäfse B B1 ü. s. w.,
welche die verschieden grädigen Fettflüssigkeiten enthalten, gelagert sind. Die Kästen
N N1 u. s. w. können um diese Achse ein Stück schwingen und die Flüssigkeiten durch
zwei an den Seiten derselben befindliche Oeffnungen automatisch vermöge eines in dem
einen oder anderen Behälter B B1 angeordneten Schwimmersystems oder dergl. in den einen
oder anderen Behälter entleert werden. Durchbohrte Eisenbeche C, welche oberhalb des
Flüssigkeitsspiegels in den Behältern B B1B2 u. s. w.
vorgesehen sind, halten etwaige Wolltheilchen zurück, welche Störungen im Gang der Pumpen
verursachen könnten.
Ein kleiner Theil der stärksten Potaschelösung aus dem Behälter B wird aus dem
Steigrohr Z der Pumpe abgeführt und fällt in einen kleinen, seitlich liegenden Bottich, welcher
durch drei Zwischenwände in vier Theile ab cd getheilt ist, die unten, dann oben, dann wieder
unten, also nach Art eines Syphons in Verbindung stehen, um den Strom möglichst aufzuhalten
und einen ruhigen Flüssigkeitsspiegel zu geben. In der Abtheilung, in welcher die
Flüssigkeit am ruhigsten steht, befindet sich ein Schwimmer oder Tauchkolben H, welcher bei
seinem Aufsteigen, das durch Erhöhung des Gehaltes der Lösung hervorgerufen wird, eine
Feder k emporhebt und in einem bestimmten Augenblick den elektrischen Strom eines Läutewerks
S vermöge des Contactes der Feder k und eines Knopfes schliefst.
Gemäfs des Gehaltes der Wolle an Potasche kann man durch Entfernen oder Heranrücken
des Knopfes an die Feder k das Läutewerk in
Thätigkeit versetzen, wenn die Flüssigkeit io°,
12° oder 150B. hat. Aus den Abtheiluhgen
abcd fliefst die, Flüssigkeit durch ein Rohr,
sowie die aus D kommende in den Kasten N und von hier nach B.
Sobald die- Flüssigkeit in dem Behälter B in dem gewünschten Grade angereichert ist,
ertönt die Glocke, und in diesem Augenblick stöfst der Arbeiter, welcher die Wolle am Anfang
des Apparates auf den Tisch auflegt, eine Hebelvorrichtung Y in die Höhe. Diese oder
eine ähnliche Handhabung bringt den Kasten N zum Kippen, so dafs die Flüssigkeit darin nicht
mehr in den Behälter B, von wo sie gekommen war, zurückfällt, sondern in den Behälter A
mit stark angereicherter Lösung, welche letztere nun zur Herstellung von Potasche u. s. w. verwendet
wird. Der Behälter A wird zweckmäfsig durch eine grofse, allen vorhandenen
Apparaten gemeinsame Cisterne ersetzt, damit sich die Flüssigkeit dort klären und der mitgerissene
Sand setzen kann.
Da jetzt der Behälter B seinen Zuflufs verliert
und die Pumpe, welche die Flüssigkeit aus diesem Behälter heraushebt, die in B vorhandene
Flüssigkeit schnell entleert, so läfst ein Schwimmer F, der auf einer Führungsstange
beweglich ist und ein mit zwei verstellbaren Klauen I und X versehenes Standrohr trägt,
beim Sinken infolge der Abnahme der Flüssigkeit die obere Klaue I auf den Bottich N1
stofsen. Dieser schlägt herum und entleert seinen Inhalt nicht nach B1, sondern jetzt in
den Behälter B so lange, bis dieser seinen Normalspiegel erreicht hat, wobei sodann derselbe
Schwimmer F vermöge des Auftriebes den Kasten N1 wieder mittelst der unteren
Klaue X in seine erste Stellung zurückschiebt, so dafs die Flüssigkeit in den Behälter B1 fliefst.
Wenn der Behälter B1 leer geworden ist, entnimmt
er zu rechter Zeit in derselben Weise den Inhalt aus dem Behälter B2. So geht es
weiter bis zum letzten. Diesem als Spülapparat dienenden Behälter kann das Wasser aus einem
Vorratsbehälter zufliefsen. Am zweckmäfsigsten und zugleich automatisch kann man den letzten
Behälter speisen, wenn man die erforderlichen Flüssigkeitsmengen aus dem ersten Bottich des
Waschapparates entnimmt, in welchem sich Wasser nach Bedarf befindet. Der Eintritt des
Wassers erfolgt durch ein Verbindungsrohr G, welches unter dem Siebe des Wäschers liegt
und am oberen Theile des letzten Beckens B3
einmündet. Nach dem Gesetz der communicirenden Röhren stellt sich der Wasserspiegel
in beiden Gefäfsen gleich hoch und eine Klappe verhindert jeden Austritt von Lösung in umgekehrtem
Sinne.
Da die Auspressung der Spülflüssigkeit hier in -B3 energischer und vollständiger vor sich
geht, wie bei den vorhergehenden Flüssigkeiten, so steigt in dem letzten Behälter B3 der Spiegel
der Flüssigkeit bedeutender. Um dies Steigen möglichst herabzuziehen -, giebt man dem Behälter
einen gröfseren Inhalt und eine Regulirvorrichtung mit besonderem Wasserspiegel,
welcher tiefer liegt als derjenige der anderen Behälter. Es bleibt so noch ein Theil des
Behälters B3 übrig, um etwaige noch mehr zufliefsende Wassermengen aufzunehmen, bis
der Kippapparat N3 die Flüssigkeit nach der anderen Seite abfüefsen läfst.
Wenn das Läutewerk S nicht mehr ertönt, zieht der Arbeiter an dem Griff Y. Es wird
so der frühere Zustand wieder hergestellt und bald darauf das Niveau in allen Behältern gleich
hoch sein. Der Schwimmer würde diese Manöver selbst ausführen können, wenn der Behälter B gerade geleert sein würde.
Der Tisch könnte auch aus schmalen, vollen oder durchbrochenen Metallplatten gebildet sein,
welche, ungefähr in 5 mm Entfernung von einander befestigt, durch Scharniere oder dergl.
verbunden sind, oder besser noch aus gestanztem oder gelochtem Blech ähnlich einem
Sieb bestehen. Ebenso kann man die'Pressung der Wolle veränderlich vornehmen.
Auch kann ein einziger Tisch durch mehrere ersetzt werden, welche nach einander nach
jedem Durchgang unter den Walzen die Wolle aufnehmen. Man kann weiter verschiedene
Tische über einander anordnen, so dafs der eine den anderen überragt und die Drehung
im entgegengesetzten Sinne erfolgt. Durch diese Anordnung dreht sich die Masse beim
Herabfallen von einem Tisch auf den anderen herum und fällt aus einander, so dafs dieselbe
durch und durch angefeuchtet und auf allen Seiten, auch im entgegengesetzten Sinne, gearbeitet
wird. Die Siebe C können auch über die Aufnahmeplatten O gelegt und die Kästen N
durch Platten ersetzt werden, die, in ähnlicher Weise wie die Kästen angebracht, die Flüssigkeit
infolge der Bethätigung der Schwimmer nach dem einen oder dem anderen Fettbehälter
hinleiten.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Apparat zur systematischen Extraction von Potasche aus roher Wolle, bei welchem die Entfettungsflüssigkeit nach dem Durchlauf durch die auf dem endlosen Tisch (T) lagernde Wolle in auf der Trennungswand zweier benachbarter Behälter (B B1 u. s. w.) pendelnd aufgehängte Kästen (N) abläuft und dem Entnahmebehälter zufiiefst, um durch Pumpen (P) im Kreislauf wiederholt durch die Wolle getrieben zu werden, bisnach erfolgter Anreicherung der Kasten (N) gekippt und dann nach dem vorhergehenden Behälter entleert wird, welches Spiel bei dem ersten Kasten (N) von Hand eingeleitet, bei den anderen (N1 N2 u. s. w.) durch Schwimmer (F) selbsttätig bewirkt wird.Ein Apparat der unter ι. gekennzeichneten Art, bei welchem der erreichte Sättigungsgrad der Extractionsflüssigkeit durch eine elektrische Signaleinrichtung (S) angezeigt wird, welche durch das Hochsteigen eines Tauchkolbens (Aräometers) in der angereicherten Lösung bethätigt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE80602C true DE80602C (de) |
Family
ID=353141
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT80602D Active DE80602C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE80602C (de) |
-
0
- DE DENDAT80602D patent/DE80602C/de active Active
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