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DE85006C - - Google Patents

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Publication number
DE85006C
DE85006C DENDAT85006D DE85006DA DE85006C DE 85006 C DE85006 C DE 85006C DE NDAT85006 D DENDAT85006 D DE NDAT85006D DE 85006D A DE85006D A DE 85006DA DE 85006 C DE85006 C DE 85006C
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DE
Germany
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liquid
treated
overflow
wool
wheel
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Active
Application number
DENDAT85006D
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English (en)
Publication of DE85006C publication Critical patent/DE85006C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01BMECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
    • D01B3/00Mechanical removal of impurities from animal fibres
    • D01B3/04Machines or apparatus for washing or scouring loose wool fibres
    • D01B3/08Machines or apparatus for washing or scouring loose wool fibres with longitudinal movement of either wool or liquid

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung — und dieses Verfahren bildet allein den Gegenstand des Patents — besteht darin, dafs man die Schweifswolle oder ähnliche Stoffe mit dem das Waschen und Entfetten bewirkenden Flüssigkeitsstrom in freier Luft in einer Reihe über einander gestellter Behälter abstürzen lä.fst.
In den Fig. 1 bis 5 der beiliegenden Zeichnungen sind eine Anzahl Vorrichtungen dargestellt, um das Verfahren zur praktischen Ausführung zu bringen.
Fig. ι zeigt.einen Behälter A mit doppeltem Boden. Ueber dem oberen Boden ist eine Pumpe B angeordnet, welche die in A vorbereitete Flüssigkeit durch ein Rohr C aufwärts in einen Behälter D drückt, der mit einer Ueberlaufschwelle G versehen ist, auf welcher das von dem Transporttuch N zugeführte Material mit der Flüssigkeit in Berührung tritt. Das zu behandelnde Material und die Flüssigkeit stürzen zusammen ein erstes Mal in ein Ueberlaufgefäfs H ab und durchfliefsen letzteres in der Längsrichtung, um alsdann in ein zweites ähnliches Ueberlaufgefäfs H1 heftig abzustürzen, das beispielsweise unmittelbar unter dem ersten in entgegengesetzter Richtung (oder auch treppen- oder stufenförmig) angeordnet sein kann, und welches die Wolle mit der Flüssigkeit in ähnlicher Weise durchläuft, um alsdann abermals in ein drittes Ueberlaufgefäfs H'2 abzustürzen u. s. w., bis das Material in genügender Weise behandelt worden ist. Die Neigung der Ueberlaufgefäfse und die Flüssigkeitsmenge sind so berechnet dafs ein Flüssigkeitsstrom erzeugt wird, welcher in allen seinen Theilen in fortschreitender Bewegung sich befindet und der stets die Wolle mit sich fortführt und von einem Ueberlaufgefäfs in das andere überstürzt, um schliefslich die Flüssigkeit und das zu behandelnde Material einem Transporttuch J zuzuführen, welches die Flüssigkeit in eine Rinne L austreten läfst. Von L tritt die Flüssigkeit in den Behälter A zurück, während die zu behandelnde Wolle zwischen die Druckwalzen KK1 tritt, um von hier durch ein Transporttuch zu einem zweiten ähnlichen Apparat, wie oben beschrieben, -oder anders wohin geführt zu werden. Da das specifische Gewicht der Textilfasern verschieden ist von dem der dieselbe mit fortnehmenden Flüssigkeit, so ist bei diesem neuen Verfahren der Textilstoff während seines ziemlich langen Laufs der freien Luft ausgesetzt und kann sich mehr oder weniger von der Flüssigkeit, welche ihn- trägt, absondern und eine möglichst grofse Luftmenge absorbiren. In dem Augenblick, in welchem die 'Absorption stattfindet, oder kurz nachher fällt das Arbeitsgut wieder mit seinem ganzen Gewicht in die Ueberlaufgefäfse oder in die in den letzteren befindlichen Räder. Die Flüssigkeit, welche der Wolle gefolgt ist, übt auf letztere einen wirksamen Druck aus, durch . welchen die absorbirte Luft von neuem ausgetrieben wird. Die Entfernung von löslichen und von der Wolle abtrennbaren Substanzen wird hierdurch gefördert; dies zeigt sich durch das Aufsprudeln von Kügelchen, wenn die zu behandelnde Masse und die Flüssigkeit auf den Boden der Ueberlaufgefäfse treffen. Aufser der erzielten vollständigen Reinigung hat das Verfahren auch noch den Vortheil, jedes Verfilzen
der zu behandelnden Masse zu verhindern, auch bietet es die Möglichkeit, die Masse während des ganzen Laufs überall zu überwachen und mit geringen Kosten eine beträchtliche Production zu erzielen.
Um in den Ueberlaufgefäfsen eine hinreichend grofse Flüssigkeitsmenge für .· das Waschen der Wolle zu erhalten, giebt man, wie in Fig. ι angedeutet ist, diesen Ueberlaufgefäfsen eine ziemlich starke Steigung, was jedoch gleichzeitig zur Folge hat, dafs sich zwischen der Flüssigkeit, welche sich schon im Ueberlaufgefäfs befindet, und der durch das Abstürzen eintretenden Flüssigkeit ein Widerstand bildet. Diese beiden einander entgegengesetzten Kräfte bringen, wenn sie sich selbst überlassen bleiben, bevor sie eine fortschreitende Bewegung der Flüssigkeit verursachen, Gegenströme und Strudel hervor, was ein Zusammendrehen oder ein Vermengen der Fasern zur Folge haben könnte. Um diesen Uebelstand zu vermeiden und dabei doch für das Entfetten u. s. w. die durch die entgegengesetzten Kräfte erzeugte Arbeit anszunutzen, wird unmittelbar unter dem ersten Absturz bei H ein Zellenrad J angeordnet, welches den ersten Stofs der flüssigen Masse auffängt und die Fasern direct auf den Boden Z niederlegt. Das Zellenrad J übt eine doppelte Wirkung aus; zuerst empfängt es infolge des Absturzes der Flüssigkeit und der zu behandelnden Masse, die mit ihrem ganzen Gewicht aufschlagen, einen heftigen Antrieb, aber da dieses Zellenrad vom Boden Z nur ungefähr 3 cm entfernt ist, so tauchen die Flügel zum Theil in die bei H angesammelte Flüssigkeit dergestalt, dafs die durch den Absturz erzeugte Geschwindigkeit nicht zu grofs werden kann, weil sie zum gröfsten Theil durch das Gegengewicht der in H befindlichen Flüssigkeit abgeschwächt wird. Die Flüssigkeit folgt nichtsdestoweniger der ihr von dem Zellenrad / mitgetheilten fortschreitenden Bewegung. Durch diese doppelte Wirkung wird nan nicht nur der schädliche Einflufs der Gegenwellen oder Gegenströmung aufgehoben, sondern die entfettende Wirkung der Flüssigkeit wird noch vergröfsert, indem die Flüssigkeit und die zu behandelnde Masse in die Tröge stürzen und in einen Strudel gerathen, bevor sie auf den Boden der Ueberlaufgefäfse niedergelegt werden. Wenn diese doppelte Wirkung übrigens . nicht genügt, so kann man noch Gegengewichte ρ anbringen, welche auf die Achse eines jeden Rades J wirken.
Um nun in der ganzen Länge des Ueberlaufgefäfses ein möglichst hohes Flüssigkeitsniveau zu erhalten und die Strömung und die zu behandelnde Masse vollkommen in Einklang mit einander zu bringen, ist am Ende der Ueberlaufgefäfse ein selbstthätiges unterschlägiges Schaufelrad P angeordnet, welches einen Bremshebel O besitzt, der dazu dient, einem freien Durchfliefsen des Stromes einen Widerstand entgegenzusetzen, wobei der Strom in dem Mafse an Geschwindigkeit zunimmt, als das Gefä'fs sich leert. t ,
Mit Hülfe des Zellenrades /, welches eine treibende Wirkung ausübt, und des Schaufelrades P, welches eine hemmende Wirkung hat, kann man den Strom und somit die Bewegung der von ihm mit fortgenommenen Masse genau reguliren. Ein dem Zellenrad J entgegengesetzt angeordnetes Schaufelrad E1, welches in den Strom eintaucht, dient dazu, das erstere von der Flüssigkeit, sowie von der Masse, welche sich hier etwa angesammelt hat, frei zu machen. Obgleich dieses Schaufelrad, welches unmittelbar auf das Zellenrad J folgt, durch den Strom selbst angetrieben wird, ist es doch zweckmäfsig, dasselbe mit dem Zellenrad auf irgend eine geeignete Weise zu verkuppeln, so dafs es, obschon seine Geschwindigkeit geringer als diejenige des Rades J ist, doch eine gröfsere Geschwindigkeit besitzt als der Flüssigkeitsstrom.. Diese Vorrichtung hat den Zweck, eine gröfsere Gleichförmigkeit im Flüssigkeitsstrom zu erzielen und, wie oben gesagt, das Rad J von der anhaftenden Masse frei zu machen. Weitere Schaufelräder E, die nur den Zweck haben, das zu behandelnde Material unter dem Flüssigkeitsniveau zu halten und es leicht hin- und herzubewegen, werden lediglich durch den Flüssigkeitsstrom selbst in Umdrehung versetzt. Ist .der das zu behandelnde Material tragende Strom am Ende des Ueberlaufgefäfses H angekommen, so wiederholt sich der beschriebene Vorgang in dem Gefäfs H1 und hierauf in 'H'\ welch letzteres in ein die Flüssigkeit durchlassendes Transporttuch J endigt. Die Flüssigkeit fällt in die Rinne L und fliefst von da zum Behälter A, um hier geklärt und von neuem von der Pumpe B, die möglichst hoch angeordnet ist, wieder gehoben zu werden. Die zwischen die Druckwalzen KK1 geführte Wolle kann die Operation so oft erfahren, als man es für zweckmäfsig erachtet.
Fig. 2 veranschaulicht horizontal angeordnete Ueberlaufgefäfse, in denen die erforderliche Höhe des Flüssigkeitsniveaus mittelst eines Hindernisses (Brücke) χ erreicht wird, welches sich am Ende der Ueberlaufgefäfse befindet und sich in seiner ganzen Höhe dem freien· Durchfliefsen des Stromes entgegenstellt. Die sonstige Anordnung ist dieselbe, wie die in Fig. ι dargestellte Vorrichtung.
Fig. 3 der beiliegenden Zeichnung stellt eine Anlage von drei vertical über einander angeordneten Abtheilungen dar.
Der dritte Theil der in Fig. 3 dargestellten vollständigen Anlage wird eine Abtheilung ge-
nannt. Das ist also mit anderen Worten jede Serie von vier mit den Trögen, Pumpen und Druckcylindern combinirten Ueberlaufgefäfsen. Jede Abtheilung besteht aus vier Ueberlaufgefäfsen. Die Fig. .3 kann als Muster für die industrielle Anwendung des Verfahrens gelten. Wie in Fig. 1 wird die Flüssigkeit in Behältern AA1A'2 vorbereitet, um mittelst der Pumpe B durch Rohre C in den Behälter D gedrückt zu werden. Aus D tritt die Flüssigkeit durch die Oeffhung E über die Ueberlaufschwelle g, welch letztere mit Seitenbacken f versehen ist. Das Transporttuch N führt die zu behandelnde Wolle heran. Letztere fällt auf die Flüssigkeit, welche über die Schwelle g stürzt, so dafs die Wolle hier einen Absturz in das Gefäfs H1 macht. Aus H1 fallen dann die Wolle und die Flüssigkeit in das Ueberlaufgefäfs H'2 und so bis H4. Die Fallhöhe kann verschieden sein. Der durchlochte Austrittsschnabel des Ueberlaufgefäfses H* kann auch durch ein Tuch ersetzt werden, welchem man vortheilhaft eine geneigte Lage giebt. Der Austrittsschnabel des Ueberlaufgefäfses H1 liegt leicht auf der unteren Druckwalze K1, und zwar so nahe als möglich an deren Berührungsstelle mit K, so dafs die Wolle oder das sonstige zu behandelnde Gut mit Sicherheit zugeführt wird, um hier zum ersten Male ausgedrückt zu werden. Der Schnabel von i7* ist durchlocht, d. h. er gestattet dem gröfsten Theil der Flüssigkeit, abzufliefsen, ohne dafs deshalb die Wolle oder das zu behandelnde Gut der Flüssigkeit folgt; das zu -behandelnde Gut wird im Gegentheil durch die Walzen KK1 erfafst und hierdurch die noch in dem Gute vorhandene Flüssigkeit ausgedrückt. Die Seitenwandungen desjenigen Ueberlaufgefäfses, welches das zu behandelnde Gut zu den Walzen KK1 führt, sind dergestalt verlängert, dafs sie, leicht gegen die Seiten der Druckwalzen reibend, die Walzen zwischen sich schliefsen und so das zu behandelnde Gut und die Flüssigkeit verhindern, einen andern Weg als zwischen den Druckwalzen bezw. durch die Durchlochungen einzuschlagen. Die aus dem Schnabel des Ueberlaufgefäfses JFf4 tretende Flüssigkeit und diejenige Flüssigkeit, welche aus dem zu behandelnden Gut ausgeprefst wird, werden in einem Behälter oder in einer Rinne \ aufgefangen, welche dergestalt angeordnet ist, dafs sie die gesammte aufgefangene Flüssigkeit in den Behälter A zurückführt, aber an dem der Pumpe B entgegengesetzten Ende des Behälters, damit die schweren Substanzen, welche mit fortgerissen worden sind, sich auf dem Doppelboden von A absetzen können, bevor die Flüssigkeit von der Pumpe B, welche so hoch wie möglich angeordnet ist, wieder aufgenommen wird. Das zu behandelnde Gut wird nun ausgeprefst und tritt je nach der Geschwindigkeit der Walzen KK1 in einer dünnen, leichten Schicht auf den hinteren Theil der Walze K1. Diese günstige Lage des zu behandelnden. Gutes wird nun benutzt,1 um neue von dem Behälter A1 in den Behälter D1 geprefste Flüssigkeit zuzuführen, so dafs die letztere das zu behandelnde Material durchtränkt, während dasselbe sich in einer dünnen leichten Schicht hinter der Walze K1 ausgebreitet befindet. Durch . diese Einrichtung, welche von der gröfsten Wirksamkeit ist, wird ein doppelter Zweck erreicht, nämlich die Flüssigkeit dient gleichzeitig zum Ablösen des zu behandelnden Gutes, welches auf dem hinteren Theile von K1 aufklebt, sowie auch zum Entfetten. Zu diesem Zwecke liegen die Schwellen g' und g" so nahe wie möglich an der Druckwalze K1.
Die neue Flüssigkeit und das zu behandelnde Gut erfahren nun zusammen einen heuen Absturz von K1 in H'a, welch letzterer Behälter unterhalb der Druckwalzen KK1 angeordnet ist. Derselbe Vorgang wiederholt .sich nun wie oben. Das Durchtränken des auf der unteren Druckwalze ausgebreiteten Gutes wiederholt sich beim Uebergange von H& nach H9, wo das zu behandelnde Gut wiederum mit fortgenommen wird und gleichzeitig Ausspülflüssigkeit von A'2 nach D'2 und H9 bis an das Ende von H1'2 gebracht wird, dessen Schnabel ebenfalls durchlocht oder durch ein Tuch ersetzt ist. Hinter den letzten Druckwalzen befindet sich ein Tuch M, welches die Wolle oder das sonstige behandelte Gut zur Weiterbehandlung forttransportirt; S ist der Ständer, in welchem die Druckwalzen liegen. Bei der Behandlung von Stoffen, welche stark mit Erde verunreinigt sind, oder, um ein schnelles Entfernen der Fremdstoffe, wie-z.B. bei Entsäuern, zu erreichen, sind die Ueberlaufgefäfse mit einem Boden aus durchlochtem Blech y versehen, unter welchem ein nicht durchlochter Boden v, der eine umgekehrt dachförmige Gestalt hat und mit einem Abflufsrohr L verbunden ist, angebracht ist. An letzterem ist ein Hahn O angebracht. Jedes dieser Abflufsrohre ist mit einer Rinne R verbunden, welche bis zum Behälter A sich erstreckt, wo sie die von den Rohren L zugebrachte Flüssigkeit entleert und wo diese Flüssigkeit mit der übrigen Flüssigkeit die schon erwähnte Klärung erfährt. Angenommen, es würden in H1 600 1 pro Minute auf ein Ueberlaufgefäfs von 65 cm Breite zugeführt, so kann man ohne Bedenken ungefähr Y20 von diesem Zuflufs von jedem Ueberlaufgefäfs mittelst des Hahnes O ablassen; hierdurch wird der Niederschlag von schweren Substanzen befördert, welche gegen den Boden hin sich bewegen und sich bei der Berührung mit der Flüssigkeit in den Ueberlaufbehältern
absondern. Diese Doppelböden können auch nur an einem Theil des Ueberlaufgefäfses angebracht sein und brauchen nicht unbedingt in der ganzen Länge desselben vorhanden zu sein. Die umgekehrt dachförmige Gestalt des nicht durchlochten Bodens V hat den Zweck, die erdigen und schweren Substanzen gegen die Austrittsöffnung zu leiten, so dafs beständig schwere erdige Substanzen entfernt werden, da diese hauptsächlich die schädliche Wirkung ausüben, indem sie die für das Entfetten zur Verwendung kommenden Alkalien neutralisiren.
Der Apparat kann auch ohne die Abflufsrohre L arbeiten und braucht man zu diesem Zwecke nur einfach den Hahn O zu schliefsen; die schweren Substanzen setzen sich dann auf den Böden ν nieder und verbleiben hier bis zur Reinigung des Apparates. Um ein leichtes Gleiten des zu behandelnden Gutes zu erzielen, kann man auch Flüssigkeit unter die Doppelböden treten lassen.
Dieses System der constanten Absonderung ist in der ersten Abtheilung der Fig. 3 dargestellt, doch ist dieselbe für ein gutes Arbeiten des Systems nicht unumgänglich nothwendig, da das System sehr gut auch mit Ueberlaufgefäfsen mit nicht durchlochtem Boden arbeiten kann, wie solches in den Abtheilungen 2 und 3 der Fig. 3 veranschaulicht ist. Alle Ueberlaufgefäfse sind mit Seitenwä'nden χ versehen. In Fig. 3 haben die Ueberlaufgefäfse eine Neigung, welche der Stromrichtung der Flüssigkeit entgegengesetzt ist, und zwar beträgt diese Neigung ungefähr j 5 mm pro Meter bei einer Länge der Ueberlaufgefäfse von nicht mehr als 4 m; sind letztere aber länger, so mufs die Höhe der Steigung im Verhältnifs abnehmen, so dafs, wenn die Pumpe nicht arbeitet, die Ueberlaufgefäfse an ihrer niedrigsten Stelle noch eine Flüssigkeit von 6 cm Tiefe haben. Hierdurch wird die Stärke der Flüssigkeitsschicht vergröfsert und die Geschwindigkeit des Stromes verringert, so dafs das zu behandelnde Material sich in einer gröfseren Flüssigkeitsmenge länger aufhält. Die in Fig. 3 über einander dargestellten Abtheilungen können auch hinter einander angeordnet werden, wie solches bei den gegenwärtig im Gebrauch befindlichen gewöhnlichen Einrichtungen der Fall ist. Die in Fig. 3 dargestellte Anordnung bietet bedeutende Vortheile. Zuerst kann dieselbe in einem aufserordentlich kleinen Raum untergebracht werden, besonders wenn man die Tröge AA1A'2 rechtwinklig zu der Längsrichtung der Ueberlaufgefäfse anordnet. Die Anordnung, bei welcher die Abtheilungen über einander liegen, bietet noch den Vortheil einer bedeutenden Ersparnifs, indem das zu behandelnde Material infolge seines Eigengewichts von einer Abtheilung zur anderen gelangt, ohne Zuhülfenahme von Transporttüchern oder sonstigen Transportvorrichtungen. Die Ueberlaufgefäfse können beliebig lang und von beliebiger Gestalt, z. B. treppenförmig, schneckenförmig oder dergl. sein. Sie können ferner durchlöchte oder nicht durchlochte Böden haben und hinsichtlich der Ueberfälle in verschiedener Weise mit einander combinirt sein.
Fig. 4 veranschaulicht eine Vorrichtung, bei welcher die Flüssigkeit und das zu behandelnde Gut, anstatt von oben auf das Rad J geführt zu werden und wie bei den vorhergehenden Figuren in der Richtung des Stromes das Rad zu drehen, etwa in Höhe der Achse oder noch tiefer zugeführt wird. Das Rad J hat darin einen gröfseren Durchmesser und sind die Zellen derart angeordnet, dafs sie die gesammte Flüssigkeit und die gesammte zu behandelnde Masse, welche von dem vorhergehenden Ueberlaufgefäfs kommen, aufnehmen. Das Zellenrad J ist in einer solchen Höhe angebracht, dafs es nicht mehr in den Strom eintaucht, sondern den Inhalt seiner Zellen in der Niveauhöhe des Wassers entleert. Die Triebkraft des Rades J ist unter diesen Umständen eine ganz beträchtliche und wird benutzt, um das Rad E1 derart in Umdrehung zu versetzen, dafs das letztere die Flüssigkeit sowohl, als die zu behandelnde Masse ansaugt. Die Geschwindigkeit des Rades J kann auch mit Hülfe einer: Bremse regulirt werden. Bei der in Fig. 4 dargestellten Anordnung liegen die UeberlaufV gefäfse horizontal und kommt die forttreibende1 Kraft erst hinter dem Rade E1 in Wirksamkeit, da das Zellenrad J entgegen dem Flüssigkeitsstrom sich dreht, welch letzteren das Rad überhaupt nicht erreicht. Bei dieser Anordnung kann jeder Rückschlag oder Gegenstrom in den Ueberlaufgefäfsen noch besser vermieden: werden und verbleibt somit die zu behandelnde Masse in möglichst lockerem Zustande. Die Behandlung der Masse bei der in Fig. 4 dargestellten Anordnung ist ganz besonders für sehr feine Wollen, die eine besondere Neigung zum Verfilzen haben, geeignet.
Alle zur Verwendung kommenden Schaufel- und Zellenräder werden lediglich durch die abstürzende Flüssigkeit ohne Anwendung anderer mechanischer Kraft getrieben. In der Praxis bieten diese nicht anderweitig bethätigten Vorrichtungen den Vortheil, dafs sie sich selbst reguliren, d. h. dafs sie sich dem Absturz, dem Flüssigkeitsstrom und der zu behandelnden Masse je nach der Menge der letzteren anpassen und ihren Gang beschleunigen, wenn dieselbe gröfser wird, dagegen verlangsamen, wenn sie abnimmt.
Bei allen Systemen von Wascheinrichtungen zeigt sich ein ernstlicher Uebelstand darin, dafs infolge des Fallens der Wolltheile unter die Druckwalzen diese Wolltheile zum Theil beschädigt werden. Dieser Uebelstand hat selbst'
bei den Systemen nicht vollständig vermieden werden können, bei welchen die Flüssigkeit in Bewegung ist; im Gegentheil, er tritt noch stärker hervor, indem die Pumpe häufig wegen der Wolle, welche sie mit aufsaugt, sich verstopft. Bei dem vorliegenden System ist dieser Uebelstand mit Hülfe der in Fig. 5 dargestellten Anordnung vollkommen vermieden.
Diese Vorrichtung besteht darin, dafs das letzte Ueberlaufgefäfs H oder R niedriger angelegt wird als die untere Druckwalze K1 (Fig. 5), und dafs unter dieser letzteren ein Behälter L1 angeordnet wird, welcher in eine Rinne M1 ausläuft, durch welche die aus der Wolle ausgedrückte Flüssigkeit und diejenigen Theile der Wolle, welche nicht auf die Transportvorrichtung N kommen, in das letzte Ueberlaufgefäfs geführt werden, und zwar befindet sich diese Vorrichtung bei jeder Abtheilung der Anlage. Das Ansatzrohr wird mittelst eines Kniees nach aufsen geführt und läuft zu einer der Backen des Ueberlaufgefäfses. Um nun keine einzige Faser auf dem Zuführungstuch N zu lassen, ist innerhalb derselben ein kleines durchlochtes Rohr P1 angeordnet, durch dessen Löcher ein Theil der Flüssigkeit des oberen Behälters fliefst, welch letzterer mindestens einen Meter höher liegt, so dafs infolge dessen ein starker Druck erzielt wird. Um die Unterbringung zu erleichtern, kann die Länge des letzten Ueberlaufgefäfses auch verringert werden,' wie in Fig. 5 angedeutet ist.
Fig. 6 zeigt eine Anordnung, bei welcher die Neigung des Hindernisses sich in Gestalt einer Rinne fortsetzt, in welcher ein grofses Zellenrad oder ein einfaches Schaufelrad angeordnet ist, welches eine Bremse besitzt, die das Rad J verhindert, sich zu schnell zu drehen. Die Flüssigkeit und die zu behandelnde Masse stürzen sich mit Heftigkeit in die Rinne; aber ihre Bewegung wird langsamer, so dafs die Wolle und die Flüssigkeit sich in den Zellen oder zwischen den Schaufeln des Rades J anhäufen; hierdurch wird im Verhältnifs zu der erlangten Kraft die zu behandelnde Masse in diesen Behältern umgerührt, was für das Entfetten sehr günstig ist. Dann gelangt die Wolle in das folgende Ueberlaufgefäfs, um hier von neuem von der Flüssigkeit mit fortgenommen zu werden und wiederum in eine Rinne abzustürzen. Dieser Vorgang ist ganz besonders energisch, und wird es um so mehr sein, je geringer die Geschwindigkeit des Rades / ist.
Um die durch den Absturz erlangte ziemlich erhebliche Kraft auszunutzen, kann man mit dem Rade / andere Maschinen betreiben, welche alsdann die Bremsen überflüssig machen. Die Kraft kann beispielsweise auf die Druckwalzen übertragen werden, um auf diese Weise eine Ersparnifs an Dampf zu bewirken, wobei die für die Pumpe erforderliche Triebkraft zum grofsen Theil wiedererlangt wird. Diese Vorrichtungen sind somit nicht mehr getriebene Vorrichtungen, sondern werden selbst treibende Organe.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Waschen und Entfetten von Schweifswolle u. dergl., dadurch gekennzeichnet, dafs man die Wolle mit dem Flüssigkeitsstrom in freier Luft in einer Reihe über einander gestellter Behälter abstürzen läfst.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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