DE76406C - Vorrichtung zum Trocknen oder Carbonisiren von Wolle und dergl - Google Patents
Vorrichtung zum Trocknen oder Carbonisiren von Wolle und derglInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
- D01C5/00—Carbonising rags to recover animal fibres
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT;
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom !.December 1893 ab.
Die: den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden Neuerungen an Trocken- oder Karbonisirapparaten
bezwecken ein automatisches und continuirliches Trocknen oder Karbonisiren
von Wolle oder beliebigem anderen Material in geschlossenem Räume.
Zu diesem Zwecke wird irgend eine Trockenmaschine in ein Gehäuse .oder in ein System
von unter einander verbundenen Gehäusen eingeschlossen, welches aufserdem einen Ventilator
enthält, der die Innenluft durch irgend einen Heizapparat hindurch ansaugt und sie durch
das zu trocknende oder zu karbonisirende Material hindurchprefst.
Der Einfachheit halber möge als zu behandelndes Material Wolle angenommen werden.
Wird die mit Wasser gesättigte Wolle in den Apparat eingeführt, so verdampft die warme
Luft eine zu ihrer Sättigung hinreichende Menge Wasser. Hat das Gemisch von Luft und
Dampf nach dieser Sättigung eine Temperatur von mehr als 100° erreicht, so tritt, da der
Druck eine Atmosphäre übersteigt, ein Theil des Gemisches durch Lecke aus, welche sich
nothwendiger Weise in jedem Apparat vorliegender Art vorfinden.
Die gesättigte Luft, welche durch den Heizapparat zurückgeht, erwärmt sich bis über ioo°,
und der in derselben enthaltene Dampf ist nunmehr nicht mehr gesättigt, sondern überhitzt,
und zwar derart, dafs das Gemisch von Luft und Dampf bei seiner Rückkehr durch den Trockenapparat der Wolle eine neue
Quantität Wasser entzieht u. s. f.
Wenn nun der Austritt des überschüssigen Gemisches von Luft und Dampf nur durch die
Lecke der Maschine erfolgen würde, so könnte der Fall eintreten, dafs der. Austritt zum gröfsten
Theile an den Punkten stattfände, wo die Luft am heifsesten ist und wo demzufolge die Verluste
am schädlichsten sind.
Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, den unvermeidlichen Lecken des Apparates einen
künstlichen und regulirbaren Ausweg hinzuzufügen, und zwar an der Stelle, wo das Gemisch
von Luft und Dampf sich in gesättigtem Zustande befindet, d. h. dort, wo das zu behandelnde
Material in die Maschine eingeführt wird.
Eine derartige Maschine, welche allen Anforderungen in möglichst vollkommenem Mafse
entspricht, ist in beiliegender Zeichnung dargestellt.
Mehrere Tücher ohne Ende T1 T2 Ts . . .
sind parallel zu einander, eines über dem anderen angeordnet, und zwar in Abständen,
welche ungefähr der Dicke der Wollschicht entsprechen, die am Eingange des zweiten
Tuches T'2 zugeführt wird. Das oberste Tuch T1
dient nur dazu, die von dem Tuche T'2 mitgerissene Wollschicht zwischen den beiden
Tüchern festzuhalten.
Um dem Anschwellen der Wolle, welches in dem Mafse, als dieselbe trocknet, auftritt,
Rechnung tragen zu können, ist eine Anordnung getroffen, die Entfernung zwischen
den Tüchern zu vergröfsern oder die Schnelligkeit der unteren Tücher zu vermehren.
Gekrümmte Bleche S, welche an den Enden der Tücher1 angeordnet sind, vervollständigen
die Kanäle, welche zwischen den einzelnen Tüchern gebildet werden und zur Aufnahme
der zu behandelnden Wolle dienen. Letztere ist auf diese Weise während ihres ganzen
Durchganges durch die Maschine beständig eingeschlossen und die heifse Luft mufs beim
Aufsteigen in der Maschine alle Wollschichten passiren. ' . . ■
Oberhalb der Einführungsöffnung für die Wolle ist ein Einschnitt F vorgesehen, an welchen
sich ein Rohr P anschliefst, welches in ein Abzugsrohr ti übergeht und mittelst eines
von Hand zu bethätigenden Ventiles R vollständig oder theilweise geschlossen werden kann.
Die ganze Vorrichtung ist in ein Gehäuse eingeschlossen, welches durch einen Kanal B
mit einem anderen Gehäuse in Verbindung steht, das einen Heizapparat C enthält und
aufserdem einen Ventilator V einschliefst, der zwischen dem Heizapparat und dem Trockenapparat angeordnet ist.
Die Gehäuse sind derart construirt, dafs nur die Riemscheibe und das Lager des Ventilators
der Aufsenluft zugänglich sind.
Um Wolle von sehr verschiedener Qualität behandeln zu können, werden auf der Transmission
der Maschine Stufenscheiben oder Riemenkegel angebracht, welche eine Aenderung der gewöhnlichen Geschwindigkeit des Ganges
der Lauftücher gestatten.
Bei der , neuen Vorrichtung kommt keine Aufsenluft zur Verwendung. Die continuirlich
zugeführten, zu trocknenden Stoffe führen vielmehr beträchtliche Quantitäten Wasser mit sich,
die in der Maschine in Dampf verwandelt werden. Das Dampfvolumen wird sehr bald derartig
grofs, dafs die Luft, welche mit dem Dampf vermischt ist, gar nicht mehr in Betracht gezogen
werden kann. In Wirklichkeit wird also das Trocknen und Karbonisiren einzig und allein durch den überhitzten Dampf bewirkt,
und zwar in dem Theile der Maschine, in welchem der Dampf unter dem Einflüsse des
Ventilators circulirt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch: ,Vorrichtung zum Trocknen oder Karbonisiren von Wolle u. dergl., gekennzeichnet durch den ringförmig angeordneten und bis auf eine nahe der Einführungsstelle für die Wolle angebrachte regulirbare Oeffnung gegen die Aufsenluft abgeschlossenen Weg für die Luft bezw. die Dämpfe, welche durch einen zwischen dem Heizkörper (C) und dem Trockenraum (T) eingeschalteten Ventilator (V) in Circulation versetzt werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76406C true DE76406C (de) |
Family
ID=349301
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT76406D Expired - Lifetime DE76406C (de) | Vorrichtung zum Trocknen oder Carbonisiren von Wolle und dergl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE76406C (de) |
-
0
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