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Fernsehübertragungsverfahren mit Zeilensprung und gleichzeitiger Anwendung
mehrerer Abtaststrahlen zur Erzeugung flimmerfreier Bilder Es ist bereits bekannt,
bei. der üblichen Bilderzeugungsmethode mit nur einem Bildpunkt (Einkanalsystem)
den Eindruck des Flimmerns dadurch zu beseitigen, daß die Bildfläche. nicht einmal
von oben nach unten in anschließenden Zeilen, sondern beispielsweise zweimal in
derselben. Zeit unter Auslassung je einer Zeile abgetastet wird, wobei die
zweite Abtastung desselben Bildes in die Lücken .der ersten Abtastung fällt (Zeilensprungvßrfahren).
Um. die Frequenzbandbreite, welche mit der Steigerung der Rasterfeinheit sehr umfangreich
wird, zu verringern, ist es weiter bekannt, die Fernsehsendüng über mehrere- Sendewellen,
auf mehrere Kabel o. dgl. Übertragungskanäle zu verteilen. Dadurch wird die Frequenzbandbreite
für jeden dieser Gbertragungswege verringert.
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Auch ist die gleichzeitige Anwendung beider Verfahren bereits angegeben,
und zwar derart, daß eine Gruppe von Abtaststrahlen, das Bild von oben nach unten
abtastet, während gleichzeitig eine -zweite Gr uppee von Abtaststrahlen das Bild
von unten nach oben,derart abtastet, daß die Zeilen der feinen Gruppe in Zeilenlücken
der anderen Gruppe fallen. Hierbei werden aber Teile des Bildes mit einer anderen
Periode abgetastet als andere Teile des Bildes. Es verbleibt somit ein Flimmern.
Gemäß der Erfindung wird die gleichzeitige Anwendung des sog. Zeilensprungverfa.hren:s
und des Mehrstrahlverfahrens zur Erzeugung flimmerfreier Bilder derart .durchgeführt,
daß eine Anzahl von it gleichzeitig arbeitenden, voneinander unabhängigen Abtaststrahlen
in gleicher Richtung über die zu übertragende Bildfläche geführt werden, daß für
jeden der getrennt arbeitenden Abtaststrahlen ein besonderer unabhängiger Übertragungskanal
vorgesehen ist und daß die Abtaststrahlen je um eine der Ordnungszähl des Zeilensprungverfahrexis,
d. h. -der Häufigkeit der zur vollen Abtastung eines Bildes notwendigen nacheinanderfolgenden
Abtastungen jedes Bildes entsprechende Zahl von Zeilenbreiten gegeneinander versetzt
beginnen. Unter .der Ordnungszahl wird dabei die Häufigkeit der nacheinander erfolgenden
zeilenversetzten Abtastimgen fein und desselben. Bildes verstanden. Unter Zuhilfenahme
einer an sich bekannten Doppelspiralscheite würde die Ordnungszahl z. B. ? betragen.
Da .die Ordnungszahl normalerweise 2, gegeb,ene,nfalls aber auch 3 bis höchstens
5 aus praktischen Erwägungen der ausreichenden Rasterfeinheit betragen dürfte, :entsteht
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren der Vorteil, :daß man empfangsseitig Kathodenstrahlröhren
verwenden kann, welche n gleichzeitig arbeitende, gernennt gesteuerte, jedoch
gem.einsarn
über die Bildfläche abgelenkte Elektronenstrahlen besitzen, wobei man die n Bildpunkte
auch durch eine -cm-ein -schaftliche Ele!ktronen:optik auf dem Bildschirm mit ausreichender
Schärfe und gegenseitig unbeeinflußter Stärke entwerfen kann.
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Mit dem. erfindungsgemäßen Verfahren kann man es erreichen, daß ein
flimmLrfreies Bild erhalten wird. Außerdem ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Möglichkeit gegeben, derartige Bilder auf solche große Reichweiten, die nur
mit langen `Fellen .erzielbar sind, zti übermitteln und trotzdem ein. flimm.erfreies
ho,clnvertiges Empfangsbild zu gewinnen.. Das Verfahren benutzt n, z. B. d., gleichzeitig
arbeitende Bildpunkte im. Empfänger bzw. abtastende Lichtpunkte im Sender. Erfindungsgemäß
werden. aber diese vier Bildpunkte nicht, wie bisher üblich, anschließend sondern.
es wird zwischen je zwei von ihnen, ein Abstand von einer oder mehreren Zeilen gelassen,
entsprechend der Ordnungszahl des Zeilensprungverfahrens. Beispielsweise wird ein
Abstand von nur einer Zeile zwischen je zwei dieser Bildpunkte eingestellt, wenn
man beabsichtigt, ein Bild in zwei Zeilenzügen abzutasten. Alle vier Bildpunkte
mit je einer Zeile Abstand werden gleichzeitig von, links nach xechts und von oben.
nach unten in mehrfachen Zeilen über die Fläche bewegt, und zwar so, daß alle diese
Vierfachzeilen sich mit einer Zeile Abstand aneinanderschließen. Dadurch wird die
ganze Fläche erstmalig mit einer Gruppe von. Zeilen-besetzt, bei welchen jeweils
eine Zeile fehlt. Nachdem diese Abtastung beendet ist, springt die ganze Vierfachpunktgruppe
wieder -an. den oberen Bildrand zurück. Diesmal aber beginnt sie eine Zeile niedriger
als vorher. Wird die Abtastung nunmehr in derselben Weise ausgeführt wie beim ersten
:Male, so füllen sich die Lücken -zwischen den bereits geschriebenen Z°ilen aus.
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In der Abb. i ist ein Beispiel eines Abtastschemas dargestellt, aus
welchem das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens erkennbar ist. Hierbei werden
die Bildpunkte t, 2, 3 und q. gleichzeitig übertragen, d.li. also sie zeichnen die
ihnen zugeordneten Bildflächen gleichzeitig. Die Indizes bedeuten die Reihenfolge,
in .der die Zeilen von den einzelnen Bildpunkten i, 2, 3, .l nacheinander abgetastet
werden müssen.
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Wie man beispielsweise eine Ka.tho,denstrahlröhre baut, welche mehrere
Bildpunkte in definiertem. Abstand voneinander erzeugt, wird durch die Abb.2 dargestellt.
Eine Kathode 5 enthält vier unabhängige Oxydemissio1tsPunkte 5", 5f,,
5, und 5d. Vor jedem dieser Punkte- befindet sHi ein von allen anderem. isoliertes
durchlochtes Blech 6", 5;,, G,-. 6,,,- d. h. ein, vierpoliges Steuergitter. Als
'Saugaii,ode wird eine Platte ; verwendet. -welche für alle Emissionsstrahlen eine
einheitliche öffnung haben kann. Der Kondensorzylinder 8 besteht aus vier Teilzylindern
8",' 81,, 8" 8,d, welche alle an der gleichen Vorspan.nung liegen. Dadurch erreicht
inan ein System von vier Elektronenstrahlen, v,n denen- jeder einzelne durch ein
besonderes Loch einer Blende 9a, 9b" 9,#, 9,1 hindurchtritt. Es läßt sich auf diese
Weise ein völlig unabhängiges Durchsteuern der Helligkeiten dieser vier einzelnen
Strahlen erzielen. Wesentlich sind allerdings Zwischenstege 6', welche die einzelnen
Steuergitter elektrostatisch voneinander abschirmen, damit. das Umgreifen <eines
Steuerraumes auf einen danebenliegenden vermieden wird. Diese Schirme sind elektrisch
mit der Kathode verbunden und von den Gittern isoliert zti halten. Nachdem nun einmal
vier unabhän`-gig steuerbare, nach Lage und Größe scharf definierte, nicht sichtbare
Bildpunkte auf der Blende 9 .existieren, kann man durch eine gemeinschaftliche Elektronenoptik
hiervon vier sichtbare Bildpunkte auf dein Schirm entwerfen und durch eine gem-einschaftlichc
Ablenkungseinrichtung diese Bildpunktgruppe in gleichbleibender gegenseitiger Lage
über den Schirm bewegen.
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Das elektronenoptische System kann durch ein, aus Fuhas io bis Anode
i i bestehendes System. gebildet werden. Man erzielt hiermit eine Abbildung alter
vier Öffnungen der Blende 9 in gleichmäßiger Schärfe auf den Leuchtschirm 12. Die
Ablenkung; eines solchen Büschels kann durch magnetische und elektrostatische Mittel
ausgeführt werden, durch letztere allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen.
Der Kondensorzylinder S wird mit der Kathode 5 elektrisch verbu;nüen. die Voranode
7 an eine positive Spannung gelegt und die Blende 9 mit der Hauptanode i i auf die
höchste positive Spannung eingestellt. Die Konzentration -wird durch Einstellung
der Tubusspannung an i o einreg uliert.