DE731303C - Verfahren zur Herstellung gekraeuselter Zellwolle - Google Patents
Verfahren zur Herstellung gekraeuselter ZellwolleInfo
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- DE731303C DE731303C DEG86563D DEG0086563D DE731303C DE 731303 C DE731303 C DE 731303C DE G86563 D DEG86563 D DE G86563D DE G0086563 D DEG0086563 D DE G0086563D DE 731303 C DE731303 C DE 731303C
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F2/00—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
- D01F2/24—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives
- D01F2/28—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives from organic cellulose esters or ethers, e.g. cellulose acetate
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Description
Es sind bereits Stapelfasern bekannt, die 'sowohl aus regenerierter Cellulose als auch
aus in organischen Lösungsmitteln löslichen Celluloseestern bestehen.
Stapelfasern aus regenerierter Cellulose, ζ. B. solche aus Viscose, hesitzen einen angenehmen
Griff, diskreten Glanz und andere wertvolle Eigenschaften, welchen aber als schwerwiegender Nachteil die bekannte Wasserempfindlichkeit
der regenerierten Cellulose gegenübersteht, die sich unter anderem in geringer Naßfestigkeit, im Ausdehnen bzw.
Eingehen von aus Viscosestapelfasern hergestellten Bekleidungsstücken bei der Wäsche
o. dgl. dokumentiert.
Stapelfasern aus in organischen Lösungsmitteln löslichen Celluloseestern weisen zwar
diese Nachteile nicht auf, indem sie sich durch hohe Wasserbeständigkeit auszeichnen;
sie besitzen jedoch andere schwerwiegende Nachteile, die darin bestehen, daß aus diesen
Stapelfasern hergestellte Textilien sehr empfindlich sind und leicht durch zu heißes Bügeln,
Behandeln mit kochendem Wasser oder mit einem ungeeigneten organischen Lösungsmittel
bei der chemischen Wäsche vollkommen verdorben werden können.
Diese aufgezählten Nachteile erschwerten den bisher bekannten Stapelfasern den Wettbewerb
mit den natürlichen Spinnfasern. Dazu kam noch der Umstand, daß aus Stapelfasern
aus regenerierter Cellulose hergestellte j Gewebe nicht nur im Vergleich zu Geweben
aus Naturseide, Schappe oder Wolle, sondern sogar verglichen mit Baumwollgeweben,
meistens außerordentlich stark knitterten, wodurch sie sich für viele Zwecke als vollkommen
unbrauchbar erwiesen.
Es wurde nun gefunden, daß man eine neue Stapelfaser herstellen kann, die keinen der erwähnten
Nachteile der bereits bekannten Stapelfasern aufweist und auffallend gute Knittereigenschaften
besitzt, wenn man kurzfaserige Kunstfäden aus regenerierter Cellulose, beispielsweise Stapelfaser, nach vorhergehender
Quellung unter Strukturerhaltung derart acyliert, daß in organischen Lösungsmitteln
unlösliche Celluloseester entstehen. Über-
raschendenveise zeigt die auf diese Weise herstellbare neue Stapelfaser gegenüber dem
Ausgangsmaterial eine stark erhöhte Kräuselung, die sich während der Veresterung ohne
jegliches Dazutun von selbst einstellt. Dank dieser Kräuselung, die in keiner Weise zu
erwarten war, läßt sich die neue Stapelfaser außerordentlich leicht verspinnen.
Das vorliegende Verfahren stellt somit ι j einen hervorragenden technischen Fortschritt
dar, weil es gestattet, eine schon längst gesuchte künstliche Faser herzustellen, die aus
einer billigen Cellulose, z. B. Zellstoff, gewonnen werden kann, sich beim Spinnen sehr
gut verarbeiten läßt, wasser-, koch-, bügel- und knitterbeständig· sowie in organischen
Lösungsmitteln unlöslich und dadurch diesen gegenüber unempfindlich ist. Außerdem
zeichnet sich das neue Material durch gute elektrische und bzw. oder wärmeisolierende
Eigenschaften aus. In färberischer Hinsicht unterscheidet es sich vom Ausgangsmaterial
dadurch, daß es 2U Direkt-, Küpen- und
Schwefelfarbstoffen schwächere oder keine Affinität mehr zeigt, während es sich mit den
üblichen Acetatseidenfarbstoffen mehr oder weniger färben läßt.
Es ist zwar bereits bekannt. Stapelfaser
durch Behandlung mit einem Gemisch von Essigsäureanhydriddampf und Salzsäuregas oder Schwefeltrioxyd oder schwefliger Säure,
gegebenenfalls unter Zusatz eines Lösungsmittels für die gebildeten Acetylicrungsproduktc
in Dampfform, zu acetylieren. Das nach diescm Verfahren erhältliche Material stellt indessen
eine schichtweise acetylierte, praktisch nicht gekräuselte, morsche und deshalb
wertlose Faser dar.
Im weiteren sind verschiedene Verfahren zur Acetylierung von Cellulose unter Strukturerhaltung
bekanntgeworden; die Behandlung von kurzfaserigen Kunstfäden aus regenerierter Cellulose wird jedoch nirgends genannt.
4-5 Das Überraschende des vorliegenden Verfahrens gegenüber obigen bekannten Verfahren
liegt, wie bereits erwähnt, in der gegenüber dem Ausgangsmaterial stark erhöhten
Kräuselung der neuen Faser, die sich während der Veresterung ohne jegliches Dazutun von
selbst einstellt. Dieser Effekt war in keiner Weise zu erwarten, selbst unter Berücksichtigung
des bekannten Verfahrens zur Gewinnung wollähnlicher Fasern durch Behandlung ä5 von gewöhnlicher, in organischen Lösungsmitteln
löslicher Celluloseesterkunstseide u.a. mit kochendem Wasser oder Essigsäure, denn die
Übertragung dieses Verfahrens auf in organischen Lösungsmitteln unlösliche Acetatöu
kunstseide hat praktisch keine Erhöhung der Kräuselung des Materials zur Folge.
Die neue Stapelfaser kann für sich ver-. spönnen und zu Geweben verwebt werden, die
sich durch eine ausgesprochene Knitterfestigkeit auszeichnen. Sie kann aber auch mit
; anderen künstlichen oder nativen vegetabilischen oder animalischen Fasern zu Mischgarnen
versponnen oder zu Mischgeweben verwebt werden, die durch nachträgliches Färben mit geeigneten Farbstoffen die verschiedensten
Färbeeffekte zu erzielen gestatten.
Als Ausgangsmaterial für die Herstellung der neuen Stapelfaser können beliebige Kunstfäden
aus regenerierten Cellulosen verwendet werden, z. B. Kunstseide aus Viscose, Kupfei'oxydammoniakcellulose,
denitrierter Nitrocellulose und Cellulosen, die aus Lösungen von Cellulose in quaternären Ammoniumsalzen
durch Ausfällen erhältlich sind.
Die Veresterung selbst kann nach bekannten Verfahren mit Hilfe von beliebigen Acylierungsmitteln,
wie Säureanhydride oder Säurechloride, mit oder ohne Bewegung des zu acylierenden Materials oder der Acylierungsliüssigkeit
in Gegenwart oder Abwesenheit von alkalischen, neutralen oder sauren Katalysatoren, Lösungsmitteln u. dgl. nach
vorhergehender Quellung ausgeführt werden, vorausgesetzt, daß die Faserstruktur dabei
vollständig erhalten bleibt und daß in organischen Lösungsmitteln unlösliche Celluloseester
entstehen.
Derartige Verfahren sind beispielsweise durch Cross und B e ν a η , Researches on
Cellulose, 1895 bis 1900, Seite 40 und 41,
ferner in den deutschen Patentschriften 224330, 347130, 380994, 525084 sowie in
der französischen Patentschrift 711 513 beschrieben
worden. · >oo
Der Veresterungsgrad kann nach Belieben geregelt werden, indem je nach den Arbeitsbedingungen,
die während der Acylierung eingehalten werden, die Cellulose unterhalb oder bis zu der Mono-, Di- oder Triacidylstufe
oder zu dazwischenliegenden Stufen verestert werden kann.
Viscosekunstseidenfäderi werden auf eine no Stapellänge von 140 mm geschnitten und z.B.
gemäß der französischen Patentschrift 711 513
mit einer 5o°;oigen wässerigen Kaliumacetatlösung
imprägniert, getrocknet und während ι Stunde mit einer 5 bis 4o0.oigen Lösung
von Essigsäureanhydrid in einem indifferenten Lösungsmittel, wie Xylol, Perchloräthylen,
Chlorbenzol und Petroleum, bei etwa bis 100" acetyliert. Danach wird die
Ware geschleudert und unter Rückgewinnung des verdampfenden Acetylierungsgemisches
getrocknet. Das getrocknete Material muß
Claims (1)
- 781303noch mit Wasser gespült werden, um das zurückgehaltene Kaliumacetat zu entfernen. Es wird eine weitgehend veresterte Stapelfaser erhalten, die in organischen Lösungs- j mitteln unlöslich ist und der Acetatkunstseide analoge färberische Eigenschaften besitzt. Die Faser besitzt gegenüber dem Ausgangsmaterial einen gedämpfteren Glanz, läßt sich gut verarbeiten und liefert beim Verspinnen einen sehr vollen Faden mit warmem und seideähnlichem Griff.Beispiel 2Kupferkunstseidenfäden werden auf eine Stapellänge von 40 mm geschnitten und wie in Beispiel 1 behandelt, mit dem Unterschiede, daß zum Imprägnieren eine gesättigte Natriumacetatlösung verwendet und die Acetylierung bei etwa 130" vorgenommen wird. Es wird ein ähnliches Material wie beim Arbeiten nach Beispiel 1 erhalten.Beisp iel 3Viscosekunstseidenfäden werden auf eine Stapellänge von 40 mm geschnitten und einige Zeit bei 400 in 950,'oiger Essigsäure belassen, geschleudert und durch Einlegen während einiger Stunden in einem Gemisch, bestehend aus Eisessig, Essigsäureanhydrid und einer geringen Menge Zinfcchlorid, als Katalysator acetyliert. Danach wird das Material geschleudert, gewaschen und getrocknet. Man erhält ein Material, das dem gemäß Beispiel ι erhaltenen ähnlich ist.Ρλ ϊ ε ν τ λ ν s ρ r υ c η :Verfahren zur Herstellung gekräuselter Zellwolle, dadurch gekennzeichnet, daß man Stapelfasern aus regenerierter Cellulose nach vorhergehender Quellung unter Strukturerhaltung derart acyliert, daß in organischen Lösungsmitteln unlösliche Celluloseester entstehen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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ID=4514672
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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