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DE739575C - Trockenbeizen von Saatgut - Google Patents

Trockenbeizen von Saatgut

Info

Publication number
DE739575C
DE739575C DESCH105251D DESC105251D DE739575C DE 739575 C DE739575 C DE 739575C DE SCH105251 D DESCH105251 D DE SCH105251D DE SC105251 D DESC105251 D DE SC105251D DE 739575 C DE739575 C DE 739575C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
compounds
mercuricarbide
seeds
mercury
dry dressing
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DESCH105251D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schering AG filed Critical Schering AG
Priority to DESCH105251D priority Critical patent/DE739575C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE739575C publication Critical patent/DE739575C/de
Expired legal-status Critical Current

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  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Trockenbeizen von Saatgut Es ist bekannt, daß unter den monomercnrierten halborganischen Verbindungen der allgemeinen Formel R # Hg # X, in der R einen organischen Rest und X ein beliebiges Säureradikal darstellen, sich viele Stoffe zum Beizen von Getreide gegen Pilzkrankheiten eignen. Unter den genannten Quecksilberverbindungen sind für diese Zwecke auch solche mit Doppelbindungen im organischen Rest verwendbar. Dagegen werden dimercurierte Verbindungen, wie z. B. Dimercuribenzol, dimercurierte Phenole oder das zwei Quecksilberatome enthaltende Produkt aus Dipenten und Quecksilberacetat, infolge ihrer ungünstigen Eigenschaften nicht zur Bekämpfung von Getreidekrankheiten benutzt.
  • Es wurde nun, gefunden, daß überraschenderweise Dimercuricarbide der allgemeinen Formel ausgezeichnete Saatgutbeizmittel darstellen. R bedeutet in dieser Formel einen substituierten oder nichtsubstituierten Alkyl- oder Arvlrest. Die gute Wirkung dieser Verbindungen war deshalb nicht vorauszusehen, weil sich Quecksilberverbindungen, bei denen die beiden Valenzen des Metalles an Alkyl- oder Arylreste gebunden sind, nicht zur Saatgutbeizung eignen. Ferner war es überraschend, daß die Wirksamkeit der Bismercuricarbide gegenüber bekannten ungesättigten, als Beizmittel verwendeten monomercurierten Verbindungen, z. B. monomercurierten Äthen-Quecksilb.er-Verbindungien, bei gleichem Quecksilbergehalt wesentlich gesteigert ist.
  • Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß anzuwendenden Verbindungen liegt darin, daß sie sich außerordentlich leicht durch Einwirkung von Acetylen auf die entsprechenden Alkyl-, Aryl- oder anderen Quecksilbersalze in alkoholischer Lösung bilden und, da sie als schwerlösliche Verbindungen ausfallen, in einfacher Weise isoliert werden können, wie es z. B. im Journal of American Society, Vol. 55, 1933, S. 2465 bis 2468, beschrieben worden ist.
  • Die Produkte sind überraschend beständig in Wasser, was ebenfalls nicht erwartet werden konnte, da viele Metallcarbide, wie Calciumcarbid, - sich sofort durch Wasser zersetzen. Im Gegensatz hierzu zeigen die beanspruchten Verbindungen, z. B. das Bisphenylmercuricarbid und das Bismethoxyäthylmercuricarbid, trotz mehrtägiger Aufbewahrung unter Wasser keine Zersetzungserscheinungen. Die Verbindungen greifen metallisches Eisen nicht an und rufen auf der Haut die vielen Ouecks.ilberverbindungen eigentümlichen Entzündungen nicht hervor. Beispiel i Bisisopropylmercuricarbid wird hergestellt durch Einleiten von Acetylen in eine alkalische Lösung von Isopropylmercurichlorid-Hg-Gehalt 78,21/,. Das Produkt wird mit Talkum verrieben bis zu einem Hä Gehalt von 2 °%. Beispiel e Bismethoxyäthylmercuricarbid wird durch Einleiten von Acetylen in eine alkalischalkoholische Lösung von Methoxyäthylquecksilberchlorid als wasserunlöslicher Niederschlag gewonnen. Durch Verdünnung mit einem geeigneten Füllmittel erhält man aus diesem Produkt ein geeignetes Trockenbeizmittel.
  • Beispiel 3 Bisäthoxyäthylmercuricarbid wird in der gleichen Weise wie die Verbindung nach Beispiel 2 aus Äthoxyäthylquecksilberchlorid und Acetylen erhalten und in gleicher Weise zu _ einem Trockenbeizmittel verarbeitet. Beispiel 4 Bisphenylmercuricarbid wird wie die obigen Verbindungen in alkalischer Lösung bereitet. Das Carbid ist wasserunlöslich und bei Zimmertemperatur beständig. Durch @'erreiben mit Talkum wird daraus ein 2 °/o H- enthaltendes Trockenbeizmittel hergestellt.
  • Die gute Beizwirkung der anzuwendenden Verbindungen gegenüber den bekannten Beizmitteln sei im folgenden an Hand von Vergleichsversuchen dargetan: Bei der Behandlung von fusariösem Roggen zeigte sich folgender Befall:
    stark mittel sehwach nicht
    Aufwedmenge .... 1,5 : iooo
    Kontrolle ................................. 32 28 40 0
    Trichloräthenmercuriacetat mit 3% Hg ...... 3 16 50 31
    Aethanolmercurichlorid mit 6°/o Hg . . . . . . . . . . 5 14 6o 2i
    Acetoxycyclohexylmercurichlorid mit 3% ffg . . 6 18 54 22
    Bismethoxyäthylmercuricarbid mit i,5°/, Hg . . 0 7 48 45
    Bisäthoxyäthylmercuricarbid mit 1,5% Hg .... 0 6 43 51
    _
    Bisisopropylmercuricarbid mit 2°/o Hg .. . . . . . . . 3 1i 42 44
    Bisphenylmercuricarbid mit 2°/o Hg . . . . . . . . . . 2 12 47 39
    Auch bei anderen Saatgutkrankheiten, z. B. bei Weizensteinbrand, Haferflugbrand und Streifenkrankheit der Gerste, läßt sich eine überlegene Wirkung der erfindungsgemäßen Verbindungen erkennen, wie aus folgenden Freilandversuchen hervorgeht: Bei Weizensteinbrand zeigte sich folgendes Ergebnis
    Winterweizen
    I I 11
    Aufwandmenge .... 2 : i 000 1,5: i 000
    Kontrolle . .. . . . .. . . .. .. . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . 33,2°% 34,°/o Befall
    Handelspräparat i mit 3°/o Hg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,0 0,0
    Handelspräparat 2 mit 3% Hg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,1 0,0
    Bismethoxyäthylmercuricarbid mit 3°% Hg . . . . . . . . . . . . . . 0,0 0,0
    Bisäthoxyäthylmercuricarbid mit 3()/o Hg . . . . . . . . . . . . . . . 0,0 nicht untersucht
    ßisphenylmercuricarbid mit 3°/o Hg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,0 nicht untersucht
    Beim Haferflugbrand wurde folgendes Ergebnis erzielt:
    Hafersorte
    I II III
    Aufwandmenge .... 3 : 1 000 3 : 1 000 3 : = 000
    Kontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17,2o/0 22,3% 15,80/0
    Handelspräparat 1 .... .......... ..... . 1,1o/0 1,o0/0 380/0
    Handelspräparat 2 . : . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4,80% 1,3% nicht geprüft
    Bismethoxyäthylmercuricarbid ......... 0,030/0 o,o0/0 0,20/0
    Bismethoxyäthylmercuricarbid ......... 0,0% 0,00% 0,00/0
    Bei der Streifenkrankheit der Gerste ergab sich folgendes Bild:
    Wintergerste
    Sommergerste
    I I iI
    Aufwandmenge .... 1,5: 1 000 , 2 : 1 000 2 : 1 000
    Kontrolle .. .... ..... . ... . ..... .. . .. 2,1o/0 4,0% 2,00/0 Befall
    Handelspräparat 1 .. ...... .... . .... . .. 0,00/0 0,00/0 0,00/0
    Handelspräparat 2 . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . 0,00/0 0,00/0 0,00/0
    Bismethoxyäthyhnercuricarbid 30/0 Hg . . 0,00/0 0,00/,) 0,00/0
    Bisäthoxyäthyhnercuricarbid 3% Hg .... nicht geprüft 0,00% nicht geprüft
    Bisphenyhnercuricarbid 30% Hg . . . . . . . . nicht geprüft ( 0,00/0 , nicht geprüft
    Ebenso verhalten sich die Homologen und Substitutionsprodukte der genannten Verbinbindungen, wie die Bisbutyl-, -isoamyl-, -cyclohexyl-, -tolyl-, -xylyl-, -benzyl-, -aminophenyl- oder -nitröphenylmercuriacetylide. Sie können entweder für sich allein oder im Gemisch mit anderen Fungiciden, Stimulations-, Haft-, staubbindenden Mitteln u. dgl. verwendet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verwendung von Bismercuricarbiden der allgemeinen Formel R-Hg-C-C-Hg-R, in der R ein substituierter oder. nichtsubstituierter Alkyl- oder Arylrest, zweckmäßig ein Alkoxyalkylrest ist, zum Trockenbeizen von Saatgut.
DESCH105251D 1934-09-29 1934-09-29 Trockenbeizen von Saatgut Expired DE739575C (de)

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DE739575C true DE739575C (de) 1943-09-29

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