-
Tragvorrichtung für Fallschirme mit einem Zentralverschluß für die
Traggurte Die Erfindung bezieht sich auf eine Tragvorrichtung für Fallschirme mit
einem Zentralverschluß für die Traggurte. Gemäß der Erfindung besteht der Zentralverschluß,
der bisher aus einem unteilbaren Stück bestand, aus mindestens zwei Teilen, die
durch eine Kupplung in der Verschlußlage miteinander verbunden und zum Freigeben
der Traggurte. voneinander lösbar sind. Dadurch wird die Handhabung beim Anlegen
der Tragvorrichtung erheblich vereinfacht und erleichtert, da hierzu nur die beiden
Verschlußteile ineinander geklinkt zu -,verden brauchen und die Enden der zu dem
Verschluß führenden Gurtteile schon vor dem Anlegen der Gurtausrüstung mit dem Verschluß
verbunden werden können, während man bei einem einteiligen Zentralverschluß gezwungen
ist, die Gurtteile nach Anlegen der Gurtausrüstung einzeln mit dem Zentralverschluß
zu verbinden. In letzterem Falle besteht ferner beim Lösen des Verschlusses die
Gefahr, daß der Verschluß, wenn er von den Gurten freigegeben wird, auf den Boden
fällt und beschädigt wird. Diese Gefahr ist bei dem mehrteiligen Zentralverschluß
tgemäß der Erfindung beseitigt, da die Verschlußteile beim Lösen des Verschlusses.
immer mit den Gurtteilen verbunden bleiben, auch wenn diese lösbar am Verschluß
befestigt sind, da die Verschlußauslösung nicht wie bei einem einteiligen Zentralverschluß
durch Freigabe der Gurtteile, sondern lediglich durch Trennung der Verschlußteile
voneinander erfolgt.
-
Die Mehrteiligkeit des Zentralverschlusses gemäß der Erfindung ermöglicht
es aber auch, die Traggurtteile an beiden Seiten der Tragvorrichtung mit je einem
Teil des Zentralvers schlusses fest zu verbinden, so daß die Verschlußteile nicht
verlorengehen können.
-
Die Teile des Zentralverschlusses können durch eine klauenartige Kupplung
an sich bekannter Art zusammengehalten werden, deren Auslösung z. B. durch Drehung
eines in an sich bekannter Weise am Zentralverschluß angebrachten Handgriffes o.
dgl. erfolgen kann.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i eine Gesamtansicht der Tragvorrichtung,
Abb. 2 den zweiteiligen Zentralverschluß in Draufsicht, zum Teil im Schnitt, Abb.
3 einen Querschnitt durch den Zentralverschluß, Abb. q. ein Verschlußorgan zum Festhalten
der Beinriemen.
-
Die Tragvorrichtung (Abb. i) besteht im wesentlichen aus den mit ihren
oberen Enden zu dem Fallschirm führenden Tragriemen io, i i, dem linken Schulterriemen
12, dem rech= ten Schulterriemen 13, den beiden Beinriemen i.4, 15, den Leibriemen
16, 17, dem linken Magenriemen 18 und dem rechten Magenriemen ig. Die Magenriemen
i8,ig, die ebenso wie die Schulterriemen 12, 13 fest mit der Zentralverschlußvorrichtung
22, 23 verbunden sind, tragen die vom Zentralverschluß zu den Seiten- oder Beinriemenverschlüssen
2q., 25 führenden Übertragungsdrähte 39,4o, die in Schutzschläuchen u. dgl. laufen
können. Die unteren Enden der Riemen 18, i9 sind bei 20, 21 mit den Tragriemen io
verbunden. Die Beinriemen i-., 15 sind mit ihren unteren Enden an dem Sitzteil der
Tragvorrichtung dauernd befestigt, während sie mit ihren oberen Enden lösbar mit
den Seitenverschlüssen 24, 25 verbunden sind.
-
Der Zentralverschluß besteht gemäß der Erfindung aus zwei Teilen,
und zwar aus einer linken Hälfte 22 und einer rechten Hälfte 23. An diesen Teilen
des Zentralverschlusses sind zum Festhalten der Schulterriemen 12, 13 Beschläge
26, 27 und zum Festhalten der Magenriemen 18, 1g Beschläge 28, 29 angebracht. Die
beiden Hälften des Zentralverschlusses werden durch eine lösbare Kupplung 34. zusammengehalten.
Die Drähte 39,40 dienen zum Übertragen der Kraft vom Zentralverschluß zu den Beinriemenv
erschlüssen 2l, 25, die mit Sperrhaken 4i, --2 versehen sind, mit welchen
die an den Beinriemen 14, 1 3 angebrachten, z. B. aus Karabinerhaken bestehenden
Befestigungsglieder 30, 31 in lösbarem Eingriff stehen.
-
Die Tragriemen io, ii und die Schulterriemen 12, 13 sind durch verstellbare
Schnallen 32, 33 miteinander verbunden. 37, 38 sina Schnallen zur Längenverstellung
der Schulterriemen 12, 13 und 35, 36 sind Schnallen zur Längenverstellung der Beinriemen
14, 15. Die Leibriemen 16,17 sind bei 4.3, .44 an den Tragriemen i o, i i befestigt.
45 ist der Vereinigungspunkt im Rücken zwischen den Schulterriemen 12, 13.
-
In der in Abb.2 und 3 dargestellten Ausführungsform besteht der Zentralverschluß
aus den beiden Verschlußhälften 22, 23, die mit Verstärkungseinlagen 77, 78 und
je mit einer oberen und unteren Schutzplatte 76 versehen sind, die an den Kanten
81 (Abb. 3) zur Erhöhung der Festigkeit umgebogen und mittels Nieten 82 ö. dgl.
an den Verstärkungseinlagen 77, 78 befestigt sind. Zur Kupplung der beiden Verschlußhälften
ist die eine Verschlußhälfte 23 mit zwei Klauen .46, 47 versehen, welche mit dem
an der anderen Verschlußhälfte 22 angebrachten Glied 3.4 in lösbarem Eingiiff stehen.
Letzteres ist für den Eingriff der Klauen 4.6, 4.7 mit Einschnitten oder Vertiefungen
48,49 versehen. Die Klauen 4.6, 47 sind auf einem gemeinsamen Bolzen 50 drehbar
gelagert. Zum Lösen des Klaueneingriffs ist ein z. B. aus einem Winkel- oder Kniehebel
bestehendes Glied 51 vorgesehen, durch dessen Drehung die Klauen 4.6, .47 Wrseinander
gespreizt werden und das Gegenglie-l 34 der anderen Verschlußhälfte 22 freigeben.
Der Hebel 51 ist zu diesem Zwecke mit Zapfen 54, 55 versehen, die in Führungen 52,
53 (Schlitze o. dgl.) der Klauen .46, 4.7 eingreifen. In Abb.2 ist die auseinandergespreizte
Freigabestellung der Klauen ,.6, .I7 in strichpunktierten Linien gezeichnet.
-
Durch einen Hebelansatz 56 o. dgl. wird gleichzeitig beim Auseinanderspreizen
der Klauen 4.6, .47 ein um 72 im Verbindungsglied 34. drehbarer Hebel 57 derart
betätigt, daß er in die punktiert gezeichnet angehobene Stellung 57' gelangt. Diese
Hubbewegung wird durch ein an dem Hebel 57 angelenktes Glied 58 auf den bei 71 drehbar
aufgehängten Hebel 59 übertragen, mit dem der die Kraftübertragung von dem
Zentralverschluß auf den einen Bein- oder Seitenverschluß 2.4 bewirkende Draht 40
verbunden ist. In der hochgehobenen Lage wird der Hebel 57 durch eine Feder 61 gesichert,
die mit einem hakenartigen Halteglied 62 und mit einem Druckknopf 63 versehen ist,
bei dessen Betätigung der Hebel 57 von der Feder 61 bzw. von deren Haltehaken 62
freigegeben wird. Zur Betätigung des rechten Beinverschlusses 25 durch den Draht
39 vom Zentralv erschluß aus ist an dem Klaüenliebel _6 ein Hebel 6-. angelenkt,
dessen anderes Ende mit dem um 7 o drehbaren Hubhebel 65 verbunden ist, an dem der
zu dem Beinverschluß 25 führende Draht 39 angreift. ' Die Drehung der Klauen -6,
,47 in clie in Abb. 2 punktiert gezeichnete Freigabestellung, in der die beiden
-Zentralverschlußhälften 22, 23 voneinander gelöst und durch die zuvor beschriebenen
Mittel die beiden Bein- oder Seitenverschlüsse 24., 25 über die Zugdrähte 39, 4o
geöffnet «-erden, geschieht durch den Handgriff 73 (Abb. 3), der bei 8o an dem Vierkantbolzen
69 des mit den Klauen .16, 47
in Eingriff stehenden Öffnungshebels
51 angelenkt ist. Der Handgriff 73 wird gewöhnlich in der in Abb. 3 gezeichneten
umgeklappten Lage durch eine Feder 74 gehalten, die an einem in dem Auge 67 des
Zentralv erschlußteiles 22 gelagerten Stift 75 befestigt ist. Zur Sicherung des
Handgriffes 73 in der umgeklappten Lage kann an ihm noch ein Zapfen 79 o. dgl. angebracht
sein, der in eine entsprechende Vertiefung der oberen Verschlußplatte 76 und des
Kupplungsstückes 34 der Verschlußhälfte 22 eingreift.
-
Der Klauenhebel47 wird in seiner Verschlußlage durch eine Feder 66
gehalten (Abb. 2), während der ändere Klauenhebel 46 durch die Feder 94 (Abb. 4)
des .Seitenverschlusses 24 in der Verschlußlage gehalten wird. Zur Sicherung der
beiden Zentralv erschlußhälften 22, 23 in der Verschlußlage können noch ein oder
mehrere an der einen Hälfte angebrachte Führungszapfen 68 vorgesehen sein, die in
entsprechende Führungsöffnungen der anderen Hälfte eingreifen (Abb. @).
-
Der in Abb.4 dargestellte rechte Beinriemenverschluß ist z:tr lösbaren
Befestigung des Karabinerhakens 30, mit dem der rechte Beinriemen 14 verbunden ist,
mit einem Sperrhaken 42 versehen, der auf einem durchgehenden Bolzen 87 gelagert
ist. An dem Sperrhaken 4-2 sind eine oder mehrere Öffnungen 9o zum Befestigen des
nach dem Zentralverschluß führenden Drahtes 39 angebracht, der durch eine
Öffnung 86 der mit Nietlöchern 89 versehenen Verstärkungseinlage 88 des Beinriemenv
erschlusses hindurchgeführt ist. Zur Befestigung des Magenriemens 19, auf dem der
Überführungsdraht 39 verläuft, ist ein Beschlagteil 83 mit Löchern 84 für die Befestigungsmittel
99 aus Draht u. dgl. vorgesehen. In gleicher Weise können noch ein oder mehrere
Beschlagteile85 zumBefestigen derTragriemen i o vorgesehen sein. An dem Sperrhaken
42 ist noch ein Auge gi angebracht, an dem der Federträger 92, 93 für die Schraubenfeder
94 angelenkt ist. Das andere Ende der Feder ist gegen ein festes Widerlager 96 abgestützt,
in dem der Federbolzen 93 in einer Öffnung 97 geführt ist. Für den Eingriff des
Karabinerhakens 3o, an dem der Beinriemen 14 angreift, ist eine Höhlung 98 im Beinriemenv
erschluß vorgesehen.
-
Die Arbeitsweise ist wie folgt. Wenn die Tragvorrichtung angelegt
werden soll, so werden vom Benutzer zunächst die beiden Arme, ähnlich wie beim Anziehen
einer Weste, durch die Schlaufen hindurchgesteckt, die von den mit den beiden Zentralverschlußteilen
22, 23 verbundenen Schulterriemen 12, 13 gebildet werden. Hierauf werden die beiden
Hälften 22, 23 des Zentralverschlusses, mit welchen auch die Magenriemen 18, i9
verbunden sind, in der Weise vereinigt, daß das auf der linken Verschlußhälfte 22
befestigte Kupplungsglied 34 in die hierfür vorgesehene Aussparung an der rechten
Verschlußhälfte 23 eingeführt wird. Infolge der Verjüngung des Kupplungsgliedes
34 an den Enden werden die an der anderen Verschlußhälfte 23 drehbar gelagerten
Klauen 46, 47 nach außen bewegt, um dann unter Einwirkung der Feder 66 und der im
Beinriemenverschluß 23 befindlichen Feder 94. in die Aussparungen 48,. 49 des Kupplungsgliedes
34 einzufallen. Der Handgriff 73 wird dann umgelegt und in der umgeklappten Lage
'(Abb. 3) teils durch den Zapfen 79 und teils durch die Feder 7.1 gehal ten. Die
beiden Verschlußhälften 22, 23 werden noch 'in ihrer vereinigten Lage durch den
Zapfen 68 weiter gesichert. Da die zu den Zentralverschlußteilen 22, 23 führenden
Riemen 12, 13 und i8, i9 schon vorher mit den Verschlußhälften verbunden werden,
wenn sie nicht an letzteren dauernd befestigt sind, so brauchen nach Anlegen der
Gurtausrüstung nur die Zentralverschlußhälften durch die. beschriebene Kupplung
miteinander verbunden zu werden.
-
Beim Vorhandenseinbesonderer Beinriemenverschlüsse werden dann noch
die für den Sitz des Trägers vorgesehenen Riemen in ihre erforderliche Lage gebracht,
was dadurch geschieht, daß die Beinriemen 14, 15 zwischen den Beinen des Trägers
nach oben geführt und durch ihre Karabinerhaken 30, 31 in den Beinriemenverschlüssen
24, 25 in solcher Weise befestigt werden, daß sie in Eingriff mit den Sperrhaken
41, 42 kommen.
-
Die beim Anlegen erforderliche Einstellung der Tragvorrichtung kann
je nach der Größe usw. des Trägers durch die Schnallen 32, 33, 35, 36, 37 und durch
die an dem Leibriemen 16, 17 angebrachten Schnallen erfolgen. Es ist besonders darauf
zu achten, daß die für den Sitz vorgesehenen Riemen so weit als möglich unter das
Gesäß kommen, was vorzugsweise durch entsprechende Kürzung der Beinriemen 1d., 15
geschieht.
-
Wenn sich der Träger z. B. beim Landen von der Tragvorrichtung befreien
will, so wird zunächst der Handgriff 73 nach Lösen der Sicherungsfeder 7.:1 in die
zum Verschluß senkrechte Stellung hochgeklappt und dann derart gedreht, daß die
Klauen 46, 47 durch das Sperrglied 51 auseinanderbew egt werden. Dadurch werden
gleichzeitig die beiden Hubhebel 59 und 65 durch die oben beschriebenen Glieder
56, 57, 58 einerseits und 64. andererseits nach oben geführt, Wodurch die Drähte
39, -1o angezogen und die Sperrhaken 41, .I2 der Seiten- o:1er Beinverschlüsse 24.,
25 geöffnet werden. Die Beinriemen 14, 15 werden
somit aus ihrem
Eingriff mit den Verschlüssen 24, 25 frei. Unmittelbar danach sind die Klauen 46,
47 so weit auseinandergespreizt, daß sie das Kupplungsglied 34 vollständig freigeben
und die beiden Hälften 22, 23 des Zentralverschlusses voneinander gelöst sind. Durch
die Trennung der beiden Verschlußhälften 22, 23 wird der Träger von dem um seinen
Körper und/oder über seine Schultern führenden Teil der Tragvorrichtung frei, so
daß er nur die um seine Schultern führenden Riemen oder Gurte abzuschütteln braucht.
-
Da die Drähte 39, 4o zum Öffnen der Beinriemenverschlüsse in Spannung
sein müssen, so muß die Anordnung derart getroffen sein, daß die Beinriemenverschlüsse
etwas früher geöffnet werden, bevor die beiden Hälften des Zentralverschlusses voneinander
getrennt werden.
-
Um zu vermeiden, daß die Übertragungsdrähte 39,,4o sich irgendwo festhaken
können oder unbeabsichtigt betätigt werden, sind sie in ihrer ganzen Länge auf den
Magenriemen 18, i9 durch Röhren oder Schutzschläuche hindurchgeführt und an den
Einführungsstellen am Zentralverschluß und an den Beinriemenverschlüssen durch nicht
gezeichnete Mundstücke geschützt.
-
Es sind verschiedene Änderungen in der baulichen Ausbildung der Gurtausrüstung
möglich. So kann die Tragvorrichtung nur aus einem um den Leib des Trägers geführten
breiten Riemen nebst Beinriemen bestehen, oder es kann nur ein Leibriemen mit Schulterriemen
vorgesehen sein. Auch können die Tragriemen io und die Beinriemen 14, 15 unmittelbar
zum Zentralverschluß führen.
-
Der mehrteilige Zentralverschluß und die Beinriemenverschlüsse können
auch von verschiedener Bauart sein. Die Vereinigung der Zentralverschlußteile kann
auch durch Verschlußbolzen o. dgl. erfolgen, die in Öffnungen des anderen Teiles
eingreifen. Ferner kann die Vereinigung und Lösung der Zentralverschlußteile auch
derart erfolgen, daß der Handgriff 73 nur nach oben und unten geführt wird, wodurch
auf der einen Verschlußhälfte angebrachte Verschlußbolzen o. dgl. mit der anderen
Verschlußhälfte außer oder in Eingriff kommen. Um eine unbeabsichtigte Freigabe
des Zentralverschlusses zu vermeiden, ist es jedoch zweckmäßig, daß die Freigabe
durch zwei Bewegungen in verschiedenen Richtungen stattfindet, wie z. B. bei der
beschriebenen Anordnung teils durch Aufklappen und teils durch Drehen des Handgriffes
73.