DE703946C - Rauchfilterpfropfen - Google Patents
RauchfilterpfropfenInfo
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Description
- Rauchfilterpfropfen Zum Befreien des Tabakrauches von Nikotin und sonstigen Giften ist es bekannt, in Zigarren- und Zigarettenspitzen und Pfeifenrohre oder in diese einzuschiebende Hülsen mit entgiftenden Mitteln präparierte vegetabilische Fasern beliebigen Ursprungs, * insbesondere in Form von Watte, Gaze, Krepp-und Fließpapier, zu füllen.
- Aus unpräpariertem oder präpariertem Filtrierpapier werden auch in dien Rauchgerätekanal einzuschiebende Röhrchen oder Zylinder, sog. Patronen, gewickelt. Diese Füllungen oder Einsätze saugen zwar die vom Rauch mitgeführte Feuchtigkeit samt dem verdampften Nikotin gierig auf; aber j e rascher sie sich vollsaugen, desto rascher quellen ihre gegen die Hitze des Rauches empfindlichen Fasern in sich auf. Die Folge ist eine rasche Verstopfung der Spitzen oder Rohre- und eine entsprechende Erschwerung ihres Zuges. Die Zugerschwerung bewirkt unvollkommene Tabakverbrennung unter Entwicklung von giftigem, bald Kopfschmerzen und Herzheklemmungen verursachendem Kohlenoxyd. Da die vegetabilischen Fasern den Rauch nicht abkühlen, vielmehr unter dessen Hitze selbst zu heiß werden, verderben die ihnen entströmenden Gase den Rauchgeschmack. Der zu heiß bleibende Rauch, insbesondere solcher aus durch Schwefelung gebleichtem Tabak, bewirkt dann ein Beizen und Anschwellen der Schleimhäute der Mund- und Rachenhöhle.
- Es ist auch schon vorgeschlagen, zwei Dochtfäden aus Wolle oder Baumwolle von linker und rechter Drehung mechanisch zusammenzudrehen, damit sie die Neigung haben, sich abzustoßen und sich im Mundstückraum auszubreiten. Verstopfungsgefahr tritt hier weniger auf, doch macht sich auch hier die zu starke Erhitzung der Fäden im Rauchgeschmack bald unangenehm bemerkbar.
- Alle diese Einsätze müssen schon nach dem-Rauchen weniger Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen ausgewechselt und weggeworfen werden.
- Der Vorschlag, reine, lange Asbestfasern im Zigarettenmundstück zusammenzupressen, vermeidet wohl eine Geschmacksverschlechterung, aber nicht die Möglichkeit des Abbrechens von Faserstückchen, die mit in die Atmungsorgane eingesaugt werden könnten. Der Versuch einer Abschließung des Mundstücks durch eine stern- oder siebartige Scheibe, die das Asbestmaterial zusammenpressen und deren Zurückgleiten auf geeignete Weise verhindert werden soll, ,erschwert wieder den Zug und steigert die Verstopfungsgefahr.
- Den gleichen Nachteil bringt der bekannte Versuch, gekörnte chemische Entgiftungsmittel zwischen zwei Drahtnetzen in ein Pfeifenrohr, eine Zigarrenspitze o. dgl. einzufüllen.
- Die Erfindung bezweckt, für Zigarren, Zigaretten und Pfeifen Rauchfilterpfropfen zu schaffen, denen keiner dieser Nachteile anhaftet. Das wesentlich Neue besteht darin, daß die Rauchfilterpfropfen aus einem unabhängig von den Rauchgeräten zu in diese passenden Formen zusammengepreßten FlachdrahtgestricL- bestehen.
- Das Flachdrahtgestrick hat eine äußerst große wirksame Oberfläche und dabei die Eigenschaft, daß es mit geringer Geschwindigkeit durchziehenden Gasen einen kaum meßbaren Widerstand entgegensetzt. Hierdurch fangen die aus Flachdrahtgestrick gepreßten Rauchfilterpfropfen das Nikotin und sonstige Rauchgifte auf, ohne daß sie eine Verschlechterung des Zuges oder des Rauchgeschmacks bewirken.
- Werden die Pfropfen aus Metallflachdrahtgestrick gepreßt, so nehmen sie die Wärme des Rauches rasch auf und. kühlen diesen dadurch, so daß er nicht mehr zu heiß in den Mund kommt. Solche Pfropfen bleiben sehr lang brauchbar. Haben sie sich schließlich mit Nikotin und sonstigen Niederschlägen aus dem Rauch so gesättigt, daß sie das Ziehen doch erschweren, so können sie leicht ausgewaschen und wieder verwendet werden. Aluminiumflachdralitgestricke haben sich vor allem bewährt, weil sie den Geschmack des Rauches nicht verändern.
- Das Gestrick, aus dem die Filterpfropfen gepreßt werden, kann Maschenreihen aus Flachdraht und solche aus Fäden aus Textil-oder Mineralfasern haben. Die aus Metallflachdraht und Textilfäden bestehenden Gestricke erhöhen die Filtrierwirkung dadurch, daß die an den Flächen des Flachdrahtgestrickes niedergeschlagenen Kondensate durch die Textilfäden aufgesaugt werden und andererseits auch die Textilfäden infolge der guten Wärmeableitung des Flachdrahtgestrikkes gegen die Hitze des Rauches geschützt werden, folglich die Erzeugung übelriechender Schwelgase nahezu vermieden wird. Die Maschenreihen aus Metallflachdraht verleihen den Pfropfen auch einen so festen Halt, daß sie beim Auswaschen ihre Form behalten. Auf der Zeichnung sind die zur Verwendung kommenden Flachdrahtgestricke und die aus ihnen gepreßten Rauchfilterpfropfen beispielsweise veranschaulicht.
- Fig. i zeigt ein Stück reines Flachdrahtgestrick und Fig.2 ein Stück gemischtes Flachdrahtgestrick mit bedeutender Vergrößerung. Fig.3 läßt einen kugeligen und Fig. q. einen kegelförmigen Pfropfen erkennen.
- Fig. 5 ist die Längsansicht und Fig.6 die Stirnansicht eines zylindrischen Pfropfens, und Fig.7 stellt eine zweite Ausführungsform eines zylindrischen Pfropfens dar.
- Das Metallflachdrahtgestrick i nach Fig. i wird in Form eines Schlauches maschinell gestrickt. Es bietet mit dem Kreuz- und Querverlauf seiner Flachdrähte 2 und mit deren Verschränkungen 3 bei Bildung derMaschen 4, 5 dem Rauchstrom eine außerordentlich große Oberfläche zur Filtrierwirkung und Wärmeaufnahme, aber trotzdem nur einen geringen Durchströmwiderstand.
- Bei dem Gestrick i' nach Fig. 2 ist jede zweite Maschenreihe aus einem Faden 6 aus Textil-, Zellstoff- oder Mineralfasern, am besten aus einem Baumwollefaden gestrickt, der bekanntlich besonders saugfähig ist. In dem fertigen Pfropfen ergänzen die Metallflachdrähte und die Baumwollefäden ihre Wirkung in der oben geschilderten Weise gegenseitig. 'Die zweierlei Maschenreihen können auch sonstwie verteilt sein.
- Das Kügelchen 7 nach Fig. 3 ist in erster Linie zum Einlegen in Pfeifenköpfe vor deren Abzugskanal bestimmt. Es kann wie alle folgenden Rauchfilterpfropfen aus einem der beiden Gestricke hergestellt sein. Seine Herstellung erfolgt durch leichtes Pressen. Der kegelig gepreßte Pfropfen 8 der Fig.4 ist in die üblichen hohlkegeligen Papiermundstücke für Zigarren oder Zigaretten einzustecken. Für beide Verwendungszwecke unterscheiden sich die kegeligen Pfropfen nur durch ihre Größe. Sie können aus einem Gestrickstrumpf unter geeignetem Ziehen und stellenweisen Einbuchten desselben gerollt und durch Einpressen in eine Form geglättet werden. Eine Naht aus feinem Draht oder Baumwolle kann nötigenfalls ein unerwünschtes Aufgehen des gesättigten Pfropfens bei seinem Waschen in Spiritus o. dgl. hintanhalten.
- Der zylindrische Pfropfen 9 nach den Fig. 5 und 6 ist durch Zusammenrollen eines Gestrickstrumpfes und durch Pressen der Rolle entstanden. In Fig.6 sind Zwischenräume zwischen den Wicklungslagen belassen, um letztere erkennbar zu machen. In Wirklichkeit schieben sich die Maschen aufeinanderliegender Gestricklagen ineinander, so daß eine Unzahl von labyrinthartigen Rauchdurchlässen entstanden ist, an welchen sich der Rauch vielfach bricht, um Nikotin, Dämpfe von Tabaksbrühe usw. an den Pfropfen abzugeben. Zylindrische Pfropfen werden in hohlzylindH:sche Zigarren- und Zigarettenspitzen und in Pfeifenrohre eingeschoben.
- Nach Fig.7 ist das eine Ende eines Schlauches io _ durch einen Wickeldraht i i zu einem Zipfel 1z abgebunden. Der Schlauch io ist mit Gestrick i oder 13 oder mit .einem Gemisch aus- beiden vollgestopft und dann auch an seinem anderen Ende durch einen Wickeldraht i ¢ oder einen Wickelfaden zu einem Zipfel 15 abgebunden. Durch Pressen in Formen lassen sich die Zipfel unter Verdrängung der Schlauchfüllung ziemlich eben pressen, wobei zugleich eine genauere Zylinderform erreicht wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE:. i. Rauchfilterpfropfen für Zigarren, Zigaretten und Pfeifen, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem unabhängig von den Rauchgeräten zu in diese passenden Formen zusammengepreßten Flachdrahtgestrick besteht.. a. Filter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Gestrick Maschenreihen aus Flachdraht und solche aus Fäden aus Textil-, Zellstoff- oder Mineralfasern aufweist.
Priority Applications (1)
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