DE706816C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Buettenrand bei Papier u. dgl. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Buettenrand bei Papier u. dgl.Info
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Büttenrand bei Papier u. dgl. Den Gegenstand der Erfindung bilden ,ein neues Verfahren und eine neue Vorrichtung zur Herstellung von Büttenrändern bei Papier, insbesondere Briefpapier, sowie Karten, Briefhüllen, Prospektumschlägen u. dgl.
- Man hat Büttenränder bei Maschinenpapieren aller Art bereits in der Weise hergestellt daß man die üblichen zum Abschneiden der Papierblätter u. dgl. dienenden Messerblätter mit unregelmäßig ausgebildeter Schneide oder auch mit über die Messerfläche verlaufenden schrägen Furchen versah. Man bat auch schan das in zahlreichen Lagen zu einem Stapel üb.ereinandergeschichtete Papier in dieser Weise durchgeschnitten. Man hat ferner auch zur Herstellung von Büttenrändern besondere Instrumente in Fonn profilierter Rädchen benutzt, die über Idas Papier geführt wurden und dasselbe in eine unter der Radspur verlaufende Nut hineinzwängten. Dabei wurde das Papier durchgerissen und eine faserige Kante erzeugt. Bei allen diesen Bearbeitungsweisen erhält man indes immer einen verhältnismäßig scharfen Rand des Papiers, der zwar unregelmäßig verläuft, ohne indes :die bei Büttenrand eigentümliche Gestaltung der Randumgebung, z. B. die charakteristischen Schattierungen.und die stellenweise Schwächung der Randumgebung, aufzuweisen.
- Im Verlauf ausgedehnter Versuche wurde nun gefunden, daß man Büttenränder, die dem echten Büttenrand sehr nahe kommen, dadurch erhalten kann, .daß man das zweckmäßig in zahlreichen Lagen, z. B. 2o bis q.o Lagen, geschichtete Papier mit Hilfe eines der Umrandung des Papiers entsprechenden Lineals, das mit einer Ader gewünschten Büttenumrandung entsprechenden schmalen Wulst versehen ist, auf einer nicht zu hartenUnterlage, die zweckmäßig aus weicherem Metall, z. B. Messing, besteht, unter hohem Druck abquetscht. Es hat sich gezeigt, daß bei diesem Vorgang die Papierlagen sich durchquetschen lassen, ohne daß die Unterlage beschädigt wird. Dabei werden die Papierfasern vollkommen zermalmt und zum Teil horn- oder pergamentartig zusammengepreßt, so daß man außer der unregelmäßig verlaufenden Kante auch einen büttenrandartigen, der Kante benachbarten schmalen Streifen erhält. Es lassen sich sowohl geradlinig verlaufende als auch gebogene oder gekrümmte Kanten auf die beschriebene Weise herstellen.
- Die Herstellung des Lineals erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß aus der durch die übliche mechanische Bearbeitung, z. B. Fräsen usw., hergestellten, die dem Büttenrand entsprechende Wulst aufweisenden Rohform des Lineals die endgültige Form der Wulst durch Ätzen desselben z. B. in Säurelösungen hergestellt wird. Durch häufiges Schwenken des Lineals in starken Mineralsäurebädern läßt sich eine unregelmäßige Korrosion der Wulstränder erzielen, die später beim Abquetschen des Papiers der Umrandung das gewünschte Büttenaussehen verleiht.
- Gegebenenfalls kann man die gewünschte Ungleichmäßigkeit des Ätzangriffes auch noch dadurch erhöhen, daß man den zu verarbeitenden Wulst des Lineals stellenweise und zeitweise mit irgendwelchen gegen einen zu starken Angriff der Säure geschützten Auflagen, z. B. aus Wachs oder einem lackartigen LTberzug, versieht. Durch ähnliche Überzüge werden zweckmäßig auch die Flächen des Lineals geschützt, die durch die Säure nicht angegriffen werden sollen.
- Nach der Fertigstellung der Wulstform wird das Lineal, insbesondere der bei der Ätzbehandlung angegriffene Teil desselben, in. an sich bekannter Weise einem Härtungsprozeß unterzogen. Das Atzen von Metallen, gegebenenfalls unter Abdeckung einzelner Stellen durch einen gegen das Ätzbad beständigen überzug, ist an sich bekannt. Das Schutzbegehren richtet sich selbstverständlich nicht auf diese Behandlung von Metallen an sich, sondern betrifft lediglich diese Arbeitsweise zwecks Ausbildung eines Abquetschlineals für den beschriebenen Zweck der Herstellung von Büttenrändern. Die Herstellung des Lineals unter Anwendung des bekannten Verfahrens bietet den Vorteil, daß der Angritt der Ätztiüssigkeiten auf das Werkzeug nach allen Richtungen gleichmäßig erfolgt und auf diese Weise zu einer Mannigfaltigkeit der Profilierung führt, wie sie durch Bearbeitung des Lineals von Hand auch bei Aufwand sehr viel längerer Bearbeitungszeit niemals erzielt werden könnte.
- Zweckmäßig kann man Büttenränder bei Blättern nicht allzu großer Abmessungen mit Hilfe einer einfachen, zum Prägen von Papieren und Pappen an sich bereits bekannten Kniehebelpresse herstellen, die einen Druck von z. B. 20, 3o oder 40 t oder mehr pro Quadratzentimeter zu entwickeln vermag. Im übrigen muß der Druck der Anzahl der durchzuquetschenden Blätter, ihrer Härte und ihrer Dicke angepaßt werden. Das Lineal oder der Linealträger der Presse können gegebenenfalls auch heizbar ausgestaltet werden.
- In der Zeichnung ist beispielsweise eine Vorrichtung dargestellt, wie sie zur praktischen Ausführung des Verfahrens dienen kann.
- Abb. i und 2 zeigen in schematischer Darstellung eine Kniehebelpresse.
- Abb.3, 4 und 5 zeigen ein Lineal, wie es gemäß der Erfindung Verwendung finden kann.
- In Abb. i bezeichnet das Bezugszeichen i das Gestell der Presse, 2 das Querhaupt der Presse.
- In die schwalbenschwanzförinigen Schlitze 3 des Querhauptes wird eine Platte 4 eingeschoben, an welcher mit Hilfe der versenkten Schrauben 5 das Lineal 6 befestigt ist. Das Lineal besitzt zweckmäßig eine leicht konisch gestaltete Unterfläche 7, S und ist mit einer schmalen Wulst 9 von unregelmäßiger Gestaltung versehen.
- In dem unteren Teil des Gestells i wird ein Tisch io geführt, auf dem eine Messingplatte i i in beliebiger Weise befestigt ist. Auf dieser Messingplatte i i werden die Papierbogen 12, z. B. 30 Bogen, derart aufgeschichtet, daß beim Heben des Tisches i o die Wulst 9 des Lineals 6 die Papierblätter an der gewünschten Stelle abquetscht. Der Antrieb des Tisches i o kann dabei in beliebiger Weise, z. B. durch eine Hebelvorrichtung und mit beliebigem motorischem Antrieb, erfolgen.
- In den Abb. 3, 4 tmd 5 bezeichnet das Bezugszeichen 13 den Körper des Lineals, das Bezugszeichen 14 die unregelmäßig gestaltete Quetschwulst.
- Das beschriebene Verfahren und die zu seiner Ausführung dienende Vorrichtung können mannigfaltig abgeändert und ausgestaltet werden. Es kann, wie schon erwähnt, die Form des Lineals und der Wulst mannigfach, z. B. zur Herstellung gebrochener oder gekrümmter Umrandungen, ausgebildet werden, ferner könnte die Kniehebelpresse, anstatt den Tisch von unten gegen das Lineal zu drücken, auch das Lineal gegen die Papierblätter drücken oder auch beide Teile antreiben. Auch könnte man z. B. die Kniehebelpresse mit zwei hintereinanderliegenden ein- und ausfahrbaren Tischen versehen, so daß, während der eine Tisch unter der Presse liegt, der andere bereits neu bedient werden kann. Die Presse könnte auch viersäulig ausgebildet sein. Derartige Pressen sind an sich bekannt.
- Zweckmäßig können die Papierbogen, insbesondere wenn sie verhältnismälSig harte Struktur besitzen, vor dem Zerquetschen des Büttenrandes in der Presse angefeuchtet, z. B. gedämpft werden. Auch empfiehlt es sich, mit nicht zu kalten Linealen zu arbeiten und gegebenenfalls die Messer vor dem Abquetschen oder während desselben gelinde auf 2o bis 40° z. B. mit einer elektrischen Heizung oder mit Hilfe von Gasflammen anzuwärmen.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Büttenrand bei Papier, Karten, Briefumschlägen u. dgl. mit Hilfe eines auf das in zahlreichen Lagen übereinandergeschichtete Papier einwirkenden lineala.rtigen Instruments, dadurch gekennzeichnet, daß das auf einer glatten, zweckmäßig aus weicherem Metall, z. B. Messing, bestehenden Unterlage aufgeschichtete Papier mittels des mit einer dem gewünschten. Büttenrand entsprechenden unregelmäßig gestalteten Wulst versehenen Lineals unter hohem Druck zerquetscht wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Papier vor dem Zerquetschen des Büttenrandes z. B. durch Dämpfen angefeuchtet wird.
- 3. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Zerquetschen des Papiers mit einem. mäßig erwärmten Werkzeug gearbeitet wird.
- Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprüchen i bis 3 unter Benutzung einer Kniehebefpresse, gekennzeichnet durch ein mit unregelmäßig gestalteter Wulst (9 bzw. 14) versehenes Lineal (6 bzw. 13), das mit dem festen Oberteil (2) der Kniehebelpresse verbunden ist, während der bewegliche Tisch ( i o) der Presse zur Aufschichtung der Papierbogen dient.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, .daß die zum Abquetschen des Büttenrandes dienende Wulst des Lineals mit einer unregelmäßigen Ätzprofilierung versehen ist.
Priority Applications (1)
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| DE706816C true DE706816C (de) | 1941-06-06 |
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|---|---|---|---|
| DEH158543D Expired DE706816C (de) | 1939-02-04 | 1939-02-04 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Buettenrand bei Papier u. dgl. |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE706816C (de) |
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1939
- 1939-02-04 DE DEH158543D patent/DE706816C/de not_active Expired
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