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Drehbare Destilliervorrichtung Die Erfindung bezieht sich auf eine
Destilliervorrichtung, in der die zu destillierende Flüssigkeit in einer drehbaren
Trommel vom Einlaß- bis zum- Auslaßstutzen gefördert wird und von der die Destillate
und Rückstände getrennt abgeführt werden. Derartige bekannte Destilliervorrichtungen
waren so ausgebildet, daß die zu destillierende Flüssigkeit durch sich drehende
Schraubenkanäle weitergefördert wurde, wobei die Destillationsgase durch mitumlaufende
Anzapfungen und entsprechende feststehende Abnahmeringe abgeleitet wurden.
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Diese Vorrichtungen lassen nur geringe Drehzahlen zu, wenn nicht die
Kanalquerschnitte besonders klein oder die Gtesamtlänge der Vorrichtung sehr groß
gewählt werden sollte. Die Schraubenkanäle sind außerdem nur im unteren Teil mit
der zu destillierenden Flüssigkeit gefüllt, so daß hierdurch die Leistung der Vorrichtung
nur klein sein kann, und insbesondere bei schwerflüssigen Stoffen, z. B. Teer, die
Destillierdämpfe wegen dergeringen Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit nicht
oder nur schlecht entweichen können.
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Diese Nachteile werden nach der Erfindung dadurch vermieden, daß
das Innere der Trommel Mitnehmertaschen für die Flüssigkeit aufweist, die von zum
Radius und/oder zur Verdrehachse in der Förderrichtung geneigten Mitnehmerblechen
sowie von hierzu senkrecht liegenden Ringüächen gebildet werden.
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Hierdurch wird erreicht, daß die Fördergeschwindigkeit der zu destillierenden
Flüssigkeit in der Trommel genau einstellbar ist, ohne daß schneckenförmige Rinnen
bzw. Kanäle angewendet zu werden brauchen und die Flüssigkeit bei jeder Trommelumdrehung
regenförmig abströmt, so daß die Destillationsgase ohne weiteres aus der flüssigen
Masse entweichen können. Die Destillationsgase als auch die Rückstände können am
Ende der Trommel in einfachster Weise entnommen werden, und es findet beim Durchlaufen
der Trommel eine intensive Mischung der zu destillierenden Flüssigkeit statt, womit
die Destillation soweit wie nur möglich getrieben werden kann.
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Die in dem unteren Teil der trommelförmigen Vorrichtung erhitzte
zu destillierende Flüssigkeit wird durch die Zellen allmählich hochgehoben, wobei
bis zu einem Drehwinkel von etwa 90 die Flüssigkeit in den Zellen verbleibt und
nicht ausgegossen wird. Erst bei weiterer
Drehung ergießt sich die
Flüssigkeit nach und nach regenförmig in die unteren Teile der Trommel, wobei in
den Zellen noch verbleibende Flüssigkeit praktisch bis zu einer Winkeldrehung von
I80" herabtropft. Durch dieses regenförmige Herabfließen wird die Flüssigkeit von
-den in ihr enthaltenen destillierbaren Teilen bei Siedetemperatur befreit, so daß
höhere Dampfspannungen nicht angewendet zu werden brauchen. Gleichzeitig erzielt
man, wie schon gesagt, eine Durchmischung der Flüssigkeit, was die Destillation
erleichtert und wodurch örtliche Überhitzungen vermieden werden. Die zu destillierende
Flüssigkeit fällt im übrigen bei der Drehung der Trommel in den gleichen Zellenring
zurück und gelangt nur zum Teil in den nächstfolgenden Zellenring, wobei diese Teilmengen
in Abhängigkeit von der Neigung der Trommelachse und der Längswandungen der Zellenringe
stehen.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand als Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigen Fig. I einen axialen Schnitt mit einer unmittelbaren
Feuerung und drehbarem Außenmantel, Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung
nach Fig. I.
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Die Destillationsvorrichtung besteht aus einem beheizbaren, im wesentlichen
zylindrischen drehbaren Gehäuse 3, das durch zwei mitlaufende Böden verschlossen
ist. In der Mitte dieser Böden sind in geeigneten Stopfbüchsen die Zuflußleitung
I und die Abflußleitung 5 angebracht. Die Trommel 3 wird vorzugsweise von zwei Paar
drehbaren Walzen oder Rollen II in den Lagern 8 und 9 getragen. Die Walzen II oder
einige von ihnen können mit einem Zahnkranz Io versehen sein, der in einen gleichen,
auf den Trommelböden angebrachten Zahnkranz eingreift.
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Die Trommel ist vorteilhaft derart hergestellt und aufgestellt, daß
sie nach der Abflußseite zu geneigt ist. Man kann aber auch neben der Neigung der
Trommelachse oder ohne diese Neigung die Mitnehmertaschen so ausbilden, daß die
längs verlaufenden Wandungen dieser Taschen nicht nur zum Radius, sondern auch zur
Drehachse der Trommel in der Förderrichtung geneigt sind.
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Das Innere der Trommel ist durch eine Anzahl ringförmiger, zur Trommelachse
in rechtem Winkel stehender Trennwände und eine Anzahl in Längsrichtung zur~Drehachse
und zu den entsprechenden Radien geneigter Wandungen in viele Zellen eingeteilt,
die im vorstehenden als Mitnehmertaschen bezeichnet wurden.
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Die Abflußleitung 5 mündet im Innern der Trommel in einen oben offenen
Trichter 4.
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Außen zweigt vom Rohr 5 ein aufsteigender Stutzen 7, durch den die
Destillationsdämpfe entweichen, und ein absteigender Stutzen 6 ab, durch den die
flüssigen Verdampfungsrückstände abfließen. Vor dem absteigenden Rohr 6 kann irgendeine
in der Zeichnung schematisch durch Trennwände 12 und 12' dargestellte Einrichtung
angebracht werden, die i. B. eine hydraulische Trennung der beiden Leitungen 7 und
6 bewirkt, so daß ein Entweichen des Destillats durch die Leitung 6 verhindert wird.
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Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist folgende:
Durch Drehen der Trommel 3 in der Richtung des Pfeiles P (Fig. 2) wird die den unteren
Zellen 2 dauernd zugeführte Flüssigkeit in Verbindung mit der erwärmten Wandung
3 allmählich gehoben und verrührt, bis sie im oberen Teil bzw. im Scheitel aus den
Zellen austritt und in die unteren Zellen des gleichen und des angrenzenden Zellenringes
zurückfällt. Dadurch gelangt die Flüssigkeit nach und nach von der Zutrittsseite
bis zum anderen Trommelende, wo der von flüchtigen Bestandteilen praktisch freie
Destillationsrückstand sich in den Trichter 4 ergießt und dann durch die Leitung
6 abfließt. Das Destillat strömt dagegen über den Trichter 4 in das Rohr 7 ab.