DE6921227U - Elektrisch beheizbarer brennofen fuer keramisches gut - Google Patents
Elektrisch beheizbarer brennofen fuer keramisches gutInfo
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Description
Dr. Karl Hintenberger 21.5.1969
Frankfurt/Main
Elektrisch beheizbarer Brennofen für keramisches Gut
Die Erfindung betrifft einen elektrisch beheizbaren Brennofen für keramisches Gut, insbesondere zur Herstellung
künstlicher Zähne, wobei der Ofen aus einer vertikalen, oben abgeschlossenen Brennkammer und einem von unten nach
oben pneumatisch in die Brennkammer bewegbaren Brenngutträger mit vakuumdicht die Brennkammer abschließender Abschlußplatte
besteht.
Elektrisch beheizbare Brennofen für keramische Arbeiten mit
einer vertikalen Brennkammer, vertikaler Führung des Brenngutes und vertikal verschiebbarer Brenngutsockel sind
bereits bekannt, wobei der Ofen unten offen ist, um das Brenngut von unten durch einen Brenngutsockel einzuführen,
der in voll ausgefahrenem Zustand beladen werden kann.
Dieser bekannte Ofen ist jedoch nicht für Zwecke bestimmt und geeignet, bei denen es sich, wie bei den obengenannten
dentalkeramischen Arbeiten, um empfindliche Brenngüter
handelt und bei denen das Brennobjekt z.B. Zahnkronen, der Brennkammertemperatur ausgesetzt werden können und wobei
es sich um einen Vakuumbrand handelt, der ei1"en ganz bestimmten
Zustand des Brenngutes bei Beginn der Vakuumbrennperiode voraussetzt, wenn ein einwandfreies Ergebnis
erzielt werden soll.
Es ist deshalb schon ein Brennofen vorgeschlagen worden (DAS 1 O87 816), bei welchem eine vertikale, oben fest
abgeschlossene Brennkammer vertikal von unten nach oben durch einen in dieser Richtung bewegbaren Brenngutsockel
beschickt wird, der seinerzeit aus einem die Brennkammer nach unten begrenzenden Verschlußstein und aus einer den
Brennofen von außen abschließenden Abschlußplatte gebildet ist und wobei die Stützsäulen zwischen dem Verschlußstein
und der Abschlußplatte einen Hohlraum frei lassen. Der Hohlraum zwischen dem Verschlußstein und der Abschlußplatte
ist dabei so bemessen und ausgebildet, daß das zu behandelnde Gut darin gegf. zur. Vorwärmung untergebracht werden kann.
Mittels einer Abschlußplatte unterhalb des Brenngutsockels und einer Dichtung läßt sich sowohl der Vorwärmeraum wie
die Brennkammer vakuumdicht abschließen.
Bei der Durchführung einer Folge von mehreren Brennvorgängen hat es sich als nachteilig erwiesen, daß vor
NeubeSchickung der Brennkammer und Durchführung des Brenners
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gegf. unter Vakuum jedesmal zunächst eine Absenkung der
Brennkammertemperatur erforderlich ist, weil für die Evakuierung des Ofengehäuses eine gewisse Zeitspanne abzuwarten
ist, während der das Brenngut nicht nur zum Brennen in Betracht kommender Temperatur ausgesetzt werden darf.
Würde das nämlich der Fall sein, so könnte vorzeitig eine Verfestigung der geschmolzenen Oberflächenbeschichtung,
z.B. eine Silikatsinterung bei Kunstzähnen, eintieten oder
zumindest eine Hautbildung entstehen, die das durch einen Vakuumbrand erstrebte Entfernen von Lufteinschlüssen aus
der Schmelze nicht mehr möglich werden ließe. Diese jeweils notwendige Absenkung der Brenntemperatur bedeutet aber, daß
die Heizwicklung jedesmal nicht unerheblichen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist und die Belastung um so größer
ist, als man in der Regel die Spitzentemperatur zum Brennen möglichst schnell wieder zu erreichen bestrebt ist. Die
damit verbundene Beanspruchung des Ofens und vor allem der Muffelbeheizung bedeutet eine Beschränkung der Lebensdauer,
insbesondere eine häufigere Erneuerung der Heizmuffel bzw. -spirale.
Alle bekannten Öfen der genannten Art haben also den Nachteil, daß einerseits eine Absenkung der Brennkammertemperatur
vor der Beschickung notwendig ist und daß andererseits der Einfahrvorgang nicht genau auf die jeweiligen Erfordernisse
und unabhängig von etwaigen Fehlmanipulationen der Bedienungsperson erfolgen kann.
Der vorliegenden Erfindung liegt demgemäß die Aufgabenstellung zugrunde, die genannten Nachteile zu beseitigen,
d.h., einen Brennofen zu schaffen, mit dem rationeller gearbeitet werden kann und der eine Voreinstellung derart
zuläßt, daß der Einfahrvorgang in Anpassung an die jeweiligen
Erfordernisse automatisch erfolgt.
f Diese Aufgabe ist mit einem Brennofen der genannten Art
gelöst, der nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, daß die Abschlußplatte und der über ihr angeordnete Träger
für den Brenngutsockel jeweils mit einem Kolben versehen sind, wobei der Kolben des Trägers in dem als Topfkolben
ausgebildeten und in den Druckluftzylinder mit seinem geschlossenen Ende eingreifenden Kolben sitzt, welcher
Topfkolben mit einer Feinbohrung versehen ist zur regelbaren Beaufschlagung des Trägerkolbens.
Bei dieser Lösung ist eine Absenkung der Brennkammertemperatur nicht nötig, da hierbei das Objekt nicht direkt
in die heiße Zone eingebracht, sondern genau gesteuert nach einer bestimmten Verweilzeit in der Evakuierungszone in die
eigentliche Brennzone gelangt. Diese Lösung berücksichtigt
auch die Verwendbarkeit des Ofens für die Brennvorgänge, die nicht unter Vakuum erfolgen, d.h., wobei der Träger
des Brenngutsockels nicht durch das t-rit:-;! ι ·! ι ende Va kaum
angehoben werden kann.
Weitere Einzelheiten werden nachfolgend an Hand der zeichnerischen
Darstellung eines Ausführungsbeispieles näher erläutert .
In dieser Darstellung zeigt schematisch Fig. 1 einen Vakuumbrennofen mit der Hubvorrichtung und
Fig. 2 einen Schnitt durch die Hubvorrichtung.
In Fig. 1 ist mit 1 die mit Heizelement 2 versehene Brennkammer bezeichnet, die mit Isolationsmaterial 3 umgeben in
einem Gehäuse 4 sitzt, das von Säulen 5 getragen über dem Schaltgehäuse 6 angeordnet ist. Nach oben ist an die
Brennkammer 1 eine Vakuumleitung 7 angeschlossen, während nach unten vor der Brennkammer 1 eine Vorwärmkammer 8 und
eine Evakuierungszone 8' angeordnet ist. Am und im Gehäuse sind die erfordalichen Schalt- und Kontrollelemente untergebracht,
die, da bekannt, keiner weiteren Erläuterungen bedürfen. Die von unten nach oben gegen das Brennkammergehäuse
4 fahrbare Hubvorrichtung 9 ist in der Figur 2 in nicht ausgefahrener Stellung gezeigt.
Gemäß Figur 2 sitzt der als Topfkolben ausgebildete Kolben 10 in einem Zylinder 11 mit Druckluftleitung 12 im Gehäuse
Im Topfkolben 10 ist wiederum ein Kolben 13 angeordnet,
der an seinem oberen als Platte ausgebildeten Ende den eigentlichen Brenngutsockel 15' aufnimmt, d.h., das zu
brennede Objekt 14 wird auf dem keramischen Abschlußstein
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des Brenngutsockels für den Brennvorgang in bekannter Weise
angeordnet.
Bei Druckbeaufschlagung des Topfkolbens 10 durch die
Leitung 12 hebt sich dieser Kolben solange, bis sich sein Dichtungsring 16 von unten gegen den Boden 17 des Brennkammergehäuses 4 preßt. Bei dieser Stellung befindet sich
das Brenngut in der nicht so hoch temperierten Evakuierungs zone 8·. Durch das nunmehr sich au°bauende Vakuum treten
Lufteinschlüsse aus dem Brenngut aus. Der Hubvorgang bis
zur Anlage der Scheibe 10' bzw. des Dichtungsringes 16 am Brennkammerboden 17 kann durch eine Nebenluftöffnung 19,
deren Regelbarkeit schematisch angedeutet ist, gesteuert werden.
In an sich bekannter Weise kann dabei die Saugseite einer hier nicht dargestellten Pumpe mit der leitung 7 und die
Druckseite mit der Leitung 12 in Verbindung stehen. Nach
Beendigung des Brennvorganges kann die Hubvorrichtung 9 mehr oder weniger gedämpft und ebenfalls vermittels der
Nebenluftöffnung 19 abgesenkt werden.
Wird die Öffnung 19 völlig geschlossen, so wirkt der im Zylinder 11 herrschende Druck durch die Bohrung 18 voll
auf den Kolben 13, der dadurch das Brenngut aus der Evakuierungszone 8' in die höher temperierte Brennkammer 1
hebt. Das Gewicht des Kolbens 13 mit Brenngutsockel 13'
und die Einstellung des Druckes bzw. der Nebenluftöffnung
19 sind dabei so aufeinander abgestimmt, daß der Kolben
auch bei bereits bestehendem Vakuum in der Evakuierungszone
und Brennkammer erst angehoben wird, wenn der Druck voll auf dem Kolben 13 liegt.
Der Kolben 10 kann in an sich bekannter Weise mit einem Handgriff 20 versehen sein, der in einem Ringbund 21 unterhalb
der Platte 10' eingesetzt ist. Ein solcher Handgriff ermöglicht gegf. die Hochführung der Platte 10' von Hand.
Vorteilhaft wird im Ringbund ein hier nicht dargestellter Mikroschalter eingesetzt, dessen Schnittelement vom oberen
Rand des Kolbens 13 betätigt wird und der eine Kontrollampe schaltet, die anzeigt, daß das Brenngut die oberste Stellung
erreicht hat.
Das an Hand des Ausführungsbeispxeles beschriebene Lösungsprinzip läßt auch ohne weiteres bauliche Varianten zu. So
ist es beispielsweise möglich, die Bohrung am Topfkolben nicht in dessen Boden anzuordnen, sondern in der Seitenwand
etwa am unteren Ende, welche Bohrung dann bei Erreichen der Endstellung des Kolbens mit einer regulierbaren Überströmleitung
am Zylinder 11 zur Deckung kommt.
Alle Kolben und Verschlußteile sind, wie angedeutet, mit entsprechenden Dichtungselementen versehen. Alle Ventile
können als automatische Ventile ausgebildet sein, so daß
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der ganze Hub-, Evakuierungs-, Brenn- und Absenkvorgang bei
entsprechender Einstellung der Schaltung und Ventile des Ofens automatisch ablaufen kann.
Claims (5)
1. Elektrisch beheizbarer Vakuumbrennofen für keramisches Gut, insbesondere zur Herstellung künstlicher Zähne,
bestehend aus einer vertikalen, oben abgeschlossenen Brennkammer und einem von unten nach oben pneumatisch
in die Brennkammer bewegbaren Brenngutträger mit vakuumdicht
die Brennkammer abschließender Abschlußplatte, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschlußplatte (10·) und die über ihr angeordnete Platte
für den Brenngutsockel (15') jeweils mit einem Kolben (10, 13) versehen sind, wobei der Kolben des Brenngutsocke1
s in dem als Topfkolben (10) ausgebildeten und in den Druckluftzylinder (11) mit seinem Ende eingreifenden
Kolben sitzt, welcher Topfkolben (10) mit einer Öffnung versehen ist zur regelbaren Beaufschlagung des
Brenngutträgerkolbens (13).
2. Brennofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung als Bohrung (18) im
Boden (25) des Topfkolbens (10) und daß in der Wand des Zylinders (11) eine regelbare Nebenluftöffnung (19)
angeordnet ist.
3. Brennofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung als Bohrung in der Seitenwand des Topfkolbens (10) ausgebildet ist, der
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eine regulierbare Überströmleitung in der Seitenwand des DruckluftZylinders (11) in einer Höhe zugeordnet ist,
die der Endstellung des Topfkolbens entspricht.
4. Brennofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Topfkolben bodenfrei ausgebildet
ist.
5. Brennofen nach dem der Ansprüche 1-4» dadurch
gekennzeichnet, daß dem Kolben (10) ein Mikroschalter zugeordnet ist, dessen Schaltelement am
Ende des Hubweges des Kolbens (13) liegt.
Priority Applications (1)
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| DE6921227U true DE6921227U (de) | 1971-01-28 |
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| DE6921227U Expired DE6921227U (de) | 1969-05-27 | 1969-05-27 | Elektrisch beheizbarer brennofen fuer keramisches gut |
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1969
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