-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine neue Arginindeiminase und lang
wirkende Arginindeiminase-enthaltende Zusammensetzungen. Insbesondere
betrifft die Erfindung im Wesentlichen nicht antigene Polymerkonjugate,
die die von Mycoplasma arthritidis abgeleitete Arginindeiminase
enthalten und die hohe Werte an bewahrter Enzymaktivität zeigen.
-
Das
Konjugieren biologisch aktiver Proteine oder Enzyme mit Polymeren
legte nahe, dass eine oder mehrere der Eigenschaften der Lebensdauer,
Wasserlöslichkeit
oder Antigenizität
in vivo verbessert werden. Zum Beispiel sind einige der Anfangskonzepte
des Koppelns von Peptiden oder Polypeptiden an Polyethylenglycol
(PEG) und ähnlichen
wasserlöslichen
Polymeren im U.S.-Patent Nr. 4,179,337 offenbart, auf deren Offenbarung
hierin verwiesen wird. Die Konjugate werden durch Umsetzen eines
biologisch aktiven Materials mit mehrfachem molaren Überschuss
eines Polymers gebildet, das derart modifiziert wurde, dass es eine
endständige
Kopplungsgruppe enthält.
Insulin und Hämoglobin
befanden sich unter den ersten konjugierten therapeutischen Wirkstoffen.
Diese verhältnismäßig großen Polypeptide
enthalten etliche freie ε-Aminoanlagerungsstellen.
Etliche Polymere konnten ohne wesentlichen Verlust der biologischen
Aktivität
angelagert werden.
-
Das
Konjugationsverfahren verläuft
jedoch nicht ohne Komplikationen. Die übermäßige Polymerkonjugation oder
Reaktionen unter Verwendung molarer Überschüsse des Polymers über bestimmte
Verhältniszahlen
hinaus können
zur Bildung von inaktiven Konjugaten und Konjugaten mit unzureichender
Aktivität führen. Probleme
können
sich häufig
ergeben, wenn die aktive Stelle (d.h. an welcher sich die mit der
Bioaktivität verbundenen
Gruppen befinden) in dem Protein oder Enzym aufgrund der kovalenten
Polymeranlagerung blockiert wird. Es kann schwierig sein, dieses
Problem zu vermeiden, da das Polymer und das Protein oder Enzym in
Reaktionen auf Lösungsbasis
typischerweise zusammengefügt
werden. Es wurde die Vorblockierung der aktiven Stellen mit reversiblen
Materialien, wie z.B. Pyridoxalphosphat nahe gelegt, jedoch waren
die Ergebnisse widersprüchlich.
Die Probleme sind mit Proteinen und Peptiden mit relativ niedrigerem
Molekulargewicht besonders akut. Diese bioaktiven Materialien weisen
häufig
wenige Anlagerungsstellen auf, die nicht mit der Bioaktivität verbunden
sind.
-
Die
Arginindeiminase (ADI) ist ein Enzymtyp, auf den sich verbesserte
Polymerkonjugationsverfahren positiv auswirken könnten. ADI ist ein Enzym, das
Arginin hydrolysiert, und es wurde postuliert, dass die Verarmung
an Arginin eine zerstörende
Wirkung auf bestimmte Tumore hat. Insbesondere hydrolysiert das
Enzym die Guanidiniumgruppe von L-Arginin zu L-Citrullin und Ammoniak.
Das ADI-Enzym ist
auch als Arginindihydrolase, Arginindesiminase oder Guanidinodesiminase
bekannt. Obwohl die ADI von anderen Arten von Mycoplasma-Stämmen sowie
anderen Mikroorganismusquellen, wie z.B. Pseudomonas und Streptococcus,
erhalten wurde, gibt es eine Variabilität in dem erhaltenen Enzym.
Insbesondere stellt jeder Wirtsstamm ein Enzym her, das eine unterschiedliche
Anzahl von Lysinen sowie Variationen in der aktiven Stelle aufweist,
um ein Enzym herzustellen, das eine unterschiedliche Primärsequenz
und Anzahl und Lage von Lysinen aufweist.
-
Etliche
Polymer-Arginindeiminase-Konjugate wurden bisher nahe gelegt. Siehe
z.B. Jpn. J. Cancer Res. 84, 1195–1200, Nov. 1993, das unter
anderem die mit Methoxypolyethylenglycol-4,6-dichlor-1,3,5-triazin konjugierte
Arginindeiminase von Mycoplasma arginini beschreibt. Die vorigen,
bis heute hergestellten Arginindeiminase-Polymer-Konjugate galten
als inakzeptabel. Einer der hauptsächli chen Nachteile bestand
darin, dass der Wert der bewahrten Arginindeiminaseaktivität, die durch
hochgradig modifizierte Konjugate bereitgestellt wird, in Untersuchungen
zur Wachstumshemmung zu gering war. Es wurde postuliert, dass bestimmte Lysinanlagerungspunkte
auf dem Enzym eng mit der aktiven Stelle des Enzyms verknüpft sind.
Deshalb waren hochgradig modifizierte Konjugate, die hohe Werte
an bewahrter Aktivität
zeigen, mit vernünftigen
Aufwendungen an Zeit und Ressourcen nicht möglich.
-
Die
vorliegende Erfindung behandelt diese Unzulänglichkeiten.
-
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
-
Eine
Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine neue gereinigte, von Mycoplasma
arthritidis erhaltene Arginindeiminaseuntereinheit (nachstehend
ADI) bereitzustellen, die die Aminosäuresequenz von SEQ ID NR: 2
aufweist. Diesbezüglich
schließt
die Erfindung ein isoliertes Nukleinsäuremolekül ein, das eine ADI-kodierende Nukleotidsequenz
enthält,
die die in den Figuren und in SEQ ID NR: 1 und SEQ ID NR: 2 dargelegte Aminosäuresequenz
sowie dazu komplementäre
Nukleinsäuremoleküle umfasst.
-
Andere
Ausführungsformen
der Erfindung schließen
einen Expressionsvektor, der ein kloniertes Gen für die von
Mycoplasma arthritidis abgeleitete ADI enthält, (rekombinante) Wirtszellen,
die zum Exprimieren der ADI der vorliegenden Erfindung verwendbar
sind, und im Wesentlichen nicht antigene, die ADI der vorliegenden
Erfindung enthaltende Polymerkonjugate ein. Weitere Ausführungsformen
der Erfindung schließen
ein Verfahren zum Herstellen der gereinigten ADI, ein Verfahren
zum Herstellen der vorstehend genannten Arginindeiminaseenthaltenden,
im Wesentlichen nicht antigenen Zusammensetzungen auf Poly merbasis
ein. Die Erfindung stellt des Weiteren die ADI und Konjugate gemäß der vorliegenden
Erfindung zur Verwendung als Medikamente sowie die Verwendung dieser
ADIs und Konjugate zur Herstellung einer Zusammensetzung zum Behandeln
der auf Arginindeiminase ansprechenden Zustände in Säugern bereit. Die Behandlungsverfahren schließen das
Verabreichen einer wirksamen Menge der hierin beschriebenen Zusammensetzungen
vorzugsweise als Teil eines Polymerkonjugats an derart therapiebedürftige Säuger ein.
-
Bei
dem im Wesentlichen nicht antigenen Polymer handelt es sich vorzugsweise
um ein Polyalkylenoxid, wie z.B. ein Polyethylenglycol, das ein
Molekulargewicht von etwa 600 bis etwa 60.000 und vorzugsweise ein
Molekulargewicht von etwa 12.000 aufweist. Andere im Wesentlichen
nicht antigene Polymere können ebenfalls
verwendet werden. Das im Wesentlichen nicht antigene Polymer ist
in einer bevorzugten Ausführungsform
mit der ADI über
ein Urethan oder eine gleichermaßen hydrolysebeständige Bindung
vorzugsweise kovalent konjugiert. Die Arginindeiminase-Polymer-Konjugat-enthaltenden
Zusammensetzungen können
als Teil einer pharmazeutisch verträglichen Lösung eingeschlossen sein.
-
Die
erfindungsgemäße von M.
arthritidis erhaltene ADI unterscheidet sich von derjenigen, über welche vorher
in J. Biol. Chem. Bd. 253, Nr. 17, S. 6016–6020 (1978) und J. Biol. Chem.
Bd. 252, Nr. 8, S. 2615–2620 (1977)
berichtet wurde. Diese Dokumente beschrieben ADI-Enzyme, die als
Enzyme des Typs I, II und III bezeichnet wurden, von denen die Autoren
berichteten, dass es miteinander vertauschbare und verwandte Proteine
seien. Obwohl die in J. Biol. Chem. berichteten ADI-Enzyme und die
ADI der Erfindung von demselben Stamm 14152 der American Type Culture
Collection („ATCC") erhalten wurden,
ist die ADI der Erfindung von den vorher beschriebenen Enzymen des
Typs I, II und III durch etliche grundlegende Eigenschaften vollkommen
unterscheidbar. Erstens weist die hierin beschriebene ADI nur zwei
Cysteine pro Untereinheitsequenz auf. Das vorher berichtete Protein
beinhaltete achtzehn Cysteine pro Untereinheit. Zweitens weist die
ADI der vorliegenden Erfindung einen pI-Wert von etwa 5,25 auf,
während
die vorher berichtete, von M. arthritidis erhaltene ADI einen pI-Wert
von 7,0 aufwies. Darüber
hinaus sagte die vorherige, vorstehend berichtete Arbeit auch voraus,
dass die von M. arthritidis erhaltene ADI weniger Lysine pro Untereinheit
als die ADI von M. arginini aufweisen würde. Die Erfinder entdeckten
erstaunlicherweise jedoch, dass das Gegenteil der Fall war. Ein
weiterer Unterschiedspunkt ist die Tatsache, dass es sich bei dem
N-terminalen Rest der ADI der vorliegenden Erfindung um ein Serin
handelt (das der posttranslationalen Entfernung des Methionins folgt),
während die
vorher berichtete ADI von M. arthritidis von Alanin als N-terminalen
Rest berichtete. Diese Unterschiede sind tief greifend und legen
nahe, dass eine Heterogenität
in der von M. arthritidis erhaltenden ADI besteht. Eine weitere
Möglichkeit
ist, dass mehr als ein Gen für
die mit M. arthritidis verbundenen ADI-Aktivität existiert.
-
Die
Arginindeiminase-Polymer-Konjugate der vorliegenden Erfindung bieten
auch Vorteile gegenüber jenen
des Stands der Technik. Zum Beispiel schließt die ADI der vorliegenden
Erfindung mehrere besser modifizierbare Lysinpositionen als die
ADI des Stands der Technik ein, ohne auf die Herstellung von mutanten
Lysinvarianten zurückzugreifen.
Dies ermöglicht,
dass wesentlich mehr Polymerstränge
an wechselnde Oberflächenstellen
kovalent angelagert werden können,
ohne die Aktivität
der Hemmung des Tumorzellwachstums zu verlieren. Darüber hinaus
weisen die so gebildeten Konjugate eine wesentlich längere Lebensdauer
in vivo auf als gemäß des Stands
der Technik hergestellte Konjugate, die ähnliche Werte an bewahrter
Aktivität
aufweisen.
-
Der
Begriff „auf
Arginindeiminase ansprechender Zustand" ist so zu verstehen, dass alle Krankheitszustände, wie
z.B. Tumorwachstum, Krebs und verwandte Zustände, die von exogener Arginindeiminase-Verabreichung
therapeutisch profitieren, eingeschlossen sind. Derartige Zustände betreffende
Details sind nachstehend in Kapitel 4 bereitgestellt.
-
Zum
besseren Verständnis
der vorliegenden Erfindung wird auf die folgende Beschreibung verwiesen und
ihr Umfang in den anhängenden
Patentansprüchen
hervorgehoben.
-
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
-
1 veranschaulicht
die komplette ADI-kodierende DNA-Sequenz, die von M. arthritidis
ATCC 14152 (1230 Basen) kloniert wurde. Bei den unterstrichenen
G in den 5 Tryptophan-Codons wurde A gegen G durch ortsspezifische
Mutagenese ausgetauscht.
-
2 veranschaulicht
das Translationsprodukt (410 Aminosäuren) der Arginindeiminase-Untereinheit von
M. arthritidis ATCC 14152.
-
3 veranschaulicht
die Aminosäuresequenzanordnung
von verschiedenen Arginindeiminasen; Zeile a: M. arthritidis ATCC
14152; Zeile b: M. arginini LBIF, siehe Ohno et al. Infection and
Immunity 58: Nov. 1990, S. 3788–3795;
Zeile c: M. hominis PG21; Zeile d: M. orale FERM BP-1970. M. hominis
und M. orale erhalten gemäß R. Harasawa
et al., Microbiol. Immunol. 36, S. 661–665, 1992.
-
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
1. ARGININDEIMINASE
-
Dementsprechend
schließt
die vorliegende Erfindung ein neues Protein, das SEQ ID NR: 2 mit
Arginindeiminase-Enzymaktivität
umfasst, und ein dasselbe kodierende Nukleinsäuremolekül ein. Vorzugsweise wird die
ADI durch ein neues Gen exprimiert, das die Nukleinsäuresequenz
von SEQ ID NR: 1 umfasst und von M. arthritidis isoliert wird. Die
vorliegende Erfindung schließt
auch Verfahren zum Herstellen und Verwenden derselben ein. Damit
der Leser die nachzuvollziehende Beschreibung besser versteht, werden
die folgenden Begriffe erläutert.
-
Die
Nukleotidsequenz von SEQ ID NR: 1 ist in Form einer Desoxyribonukleinsäure- oder
DNA-Sequenz dargestellt. Der Fachmann wird jedoch verstehen, dass
die Nukleotidsequenz von SEQ ID NR: 1 nach Bedarf auch in Form eines
RNA-Moleküls hergestellt
werden kann. Des Weiteren können
die das DNA- oder RNA-Molekül
umfassenden Nukleotide auch in Form von Nukleotidderivaten oder
-analoga vorliegen, wie z.B. jenen, die bei 37 C.F.R. § 1.822(p)(1)
aufgelistet sind, auf dessen Offenbarung hierin in vollem Umfang
verwiesen wird. Darüber
hinaus umfasst die Erfindung auch das Komplement der erfindungsgemäßen Nukleotidsequenzen.
Der Fachmann wird die Tatsache, dass der Umfang der Erfindung auch
abwechselnde Codons einschließt,
die dieselbe Aminosäure
aufgrund der degenerierten Natur des genetischen Kodes kodieren
können, verstehen.
-
Die „Transfektion" bezeichnet das Aufnehmen
eines Expressionsvektors durch eine Wirtszelle, egal ob irgendwelche
kodierenden Sequenzen tatsächlich
exprimiert werden oder nicht. Zahlreiche Verfahren der Transfektion
sind dem Durchschnittsfachmann bekannt. Zum Beispiel wird die Transfektion
in Anwesenheit eines Expressionsvektors und hoher CaPO4-Konzentrationen,
durch Elektroporation, durch Verwendung eines Phagen- oder viralen
Expressionsvektors zur Insertion in einer Wirtszelle, durch mechanische
Insertion der Nukleinsäure
und sogar durch Züchten
der Wirtszellen in Anwesenheit unverpackter Nukleinsäurefragmente bewerkstelligt.
Die erfolgreiche Transfektion wird im Allgemeinen erkannt, wenn
ein beliebiges Anzeichen für die
Funktion des Vektors von Interesse innerhalb der Wirtszelle auftritt.
-
Die „Transformation" beschreibt die Einführung einer
Nukleinsäure
in einen Organismus, so dass die Nukleinsäure replizierbar ist, entweder
als ein extrachromosomales Element oder durch Integration in das Wirtschromosom.
Abhängig
von der verwendeten Wirtszelle wird die Transformation durch Verwenden
von auf dem Fachgebiet bekannten Verfahren bewerkstelligt, die für die jeweiligen
Wirtszellen geeignet sind. Die Calcium-Behandlung durch Verwenden
von Calciumchlorid, wie von Cohen, S. N. Proc. Natl. Acad. Sci.
(USA) 69: 2110 (1972) und Mandel et al., J. Mol. Biol. 53: 154 (1970)
beschrieben, wird im Allgemeinen für Prokaryoten oder andere Zellen
verwendet, die innerhalb zellulärer
Wände eingekapselt
sind (z.B. viele bakterielle und/oder Pflanzenzellen). Für Säugerzellen
ohne derartige Zellwände
wird das Calciumphosphat-Fällungsverfahren
von Graham, F. und van der Eb, A., Virology 52: 456–457 (1978)
bevorzugt. Allgemeine Gesichtspunkte von Transformationen bei Säugerzellwirtssystemen
wurden in der am 16. Aug. 1983 erteilten U.S.-Pat.-Nr. 4,399,216
beschrieben.
-
Die
Transformationen in Hefe werden typischerweise gemäß dem Verfahren
von Van Solingen, P., et al., J. Bact. 130: 946 (1977) und Hsiao,
C. L., et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (USA) 76: 3829 (1979) durchgeführt. Jedoch
können
auch beliebige andere, auf dem Fachgebiet gekannte Verfahren zum
Einführen
von Nukleinsäure,
z.B. DNA in Zellen, wie z.B. durch Kerninjektion oder durch Protoplastenfusion,
verwendet werden.
-
Wie
hierin verwendet, bezeichnet der Begriff „komplementär" in Bezug auf eine
Nukleinsäure
(unter Verwendung der Watson-Crick-Basenpaarung) den Gegenstrang,
der hergestellt wird, wenn ein erstes Nukleinsäuremolekül unter Verwendung dieses Moleküls als Matrize
repliziert wird, um einen neuen zweiten, zum ersten komplementären Nukleinsäurestrang
zu bilden. In einer Ausführungsform
der Erfindung werden zwei Nukleinsäuremoleküle als jeweils zueinander komplementär betrachtet,
wenn sie unter stringenten Bedingungen hybridisieren oder aneinander
binden.
-
Der
Ausdruck „unter
stringenten Bedingungen hybridisieren" zum Beschreiben der Hybridisierung
der im Umfang dieser Erfindung umfassten Nukleinsäuremoleküle bezeichnet
das Hybridisieren unter Bedingungen hoher Hybridisierungsspezifität, z.B.
niedriger Ionenstärke
und hoher Temperatur zum Waschen. Derartige stringente Bedingungen
schließen
z.B. die Hybridisierung mit 0,15 M NaCl/0,015 M Natriumcitrat/0,1
% NaDodSO4 bei 50°C oder alternativ in Anwesenheit
denaturierender Mittel wie z.B. Formamid, z.B. 50%iges (V/V) Formamid
mit 0,1 % Rinderserumalbumin/0,1 % Ficoll/0,1 % Polyvinylpyrrolidon/50
mM Natriumphosphatpuffer mit pH-Wert 6,5 mit 750 mM NaCl, 75 mM
Natriumcitrat, bei 42°C
zur Hybridisierung ein. „Unter niedriger
Stringenz hybridisieren" bezeichnet
das Hybridisieren unter Bedingungen verminderter Hybridisierungsspezifität. Derartige
Bedingungen schließen
nur als Beispiel das Hybridisieren bei 42°C in 20%igem Formamid, 5 × SSC, 50
mM Natriumphosphat, pH 6,8, 0,1 % Natriumpyrophosphat, 5 × Denhardts
Lösung
und 50 μg/ml
Lachssperma-DNA
und Waschen mit 2 × SSC,
0,1% SDS bei 42°C
ein.
-
Zusätzlich können spezifische
Mutationen in das Arginindeiminase-Gen der vorliegenden Erfindung unter
Verwendung der „ortsspezifischen
Mutagenese" eingeführt werden.
Dabei handelt es sich um einen Technikstandard des Fachgebiets und
wird z.B. durch Verwenden eines synthetischen Oligonukleotidprimers durchgeführt, der
zu einer einzelsträngigen
Phagen-DNA, die mutagenisiert werden soll, mit Ausnahme der begrenzten,
die gewünschte
Mutation repräsentierenden
Fehlpaarung komplementär
ist. Derartige Mutationen können
z.B. die Deletion, Insertion oder den Austausch von Codons einschließen, die
natürlich
vorkommende Aminosäuren
exprimieren. Derartige Mutationen können veränderte Proteineigenschaften
verleihen, die z.B. die oxidative, thermische und/oder pH-Stabilität des Proteins
verbessern und/oder ändern.
In Kurzfassung wird bei diesem Verfahren das synthetische Oligonukleotid
als Primer verwendet, um die Synthese eines zu dem Phagen komplementären Strangs
zu leiten, und die so erhaltene doppelsträngige DNA in ein Phagen-unterstützendes
Wirtsbakterium transformiert. Es werden Kulturen der transformierten
Bakterien auf Agar ausplattiert, um die Plaquebildung aus einzelnen
Zellen, die den Phagen beherbergen, zu ermöglichen. Üblicherweise werden etwa 50
bis etwa 90% der neuen Plaques den Phagen enthalten, der die mutierte
Form als einen Einzelstrang aufweist. Die Plaques werden mit dem
kinasierten synthetischen Primer bei einer Temperatur hybridisiert,
die die Hybridisierung einer exakten Basenpaarung ermöglicht,
bei der jedoch die Fehlpaarungen mit dem ursprünglichen Strang ausreichen,
um die Hybridisierung zu verhindern. Die mit der Sonde hybridisierenden
Plaques werden dann ausgewählt
und gezüchtet
und die DNA wird gewonnen. Der Fachmann wird daher verstehen, dass
die Nukleotidsequenz von SEQ ID NR: 1 der Mutagenese durch die auf
dem Fachgebiet bekannten Verfahren, z.B. durch Nukleotidaustausch,
einfach unterzogen werden kann, um verwendbare Variantenallele herzustellen.
Nur als Beispiel wurde die Nukleotidsequenz von SEQ ID NR: 1 verschiedenartig
mit Austauschen hergestellt, die ein T an Nukleotid 39, ein C an
Nukleotid 104, ein A an Nukleotid 206, ein G an Nukleotid 337, ein
A an Nukleotid 729, ein C an Nukleotid 830, ein C an Nukleotid 1023,
ein A an Nukleotid 6, ein T an Nukleotid 15, ein C an Nukleotid
18 und/oder Kombinationen davon bereitstellen. Insbesondere würde der
spezifische Austausch an 337 das Threonin zu Alanin umwandeln.
-
„Funktionell
verknüpft" bezeichnet eine
Nebeneinanderstellung von Komponenten, z.B. einen regulatorischer
Bereich und einen offenen Leserahmen, so dass die normale Funktion
der Komponenten ausgeübt werden
kann. So bezeichnet ein offener Leserahmen, der mit Regulationssequenzen „funktionell
verknüpft" ist, eine Anordnung,
bei der die kodierende Sequenz unter der Regulation dieser Se quenzen
exprimiert werden kann und bei der die DNA-Sequenzen, die verknüpft werden,
benachbart und im Falle einer sekretorischen Leadersequenz benachbart
und im Leseraster sind. Zum Beispiel ist die DNA für eine Präsequenz
oder sekretorische Leadersequenz mit der DNA für ein Polypeptid funktionell
verknüpft,
wenn sie als ein Präprotein,
das bei der Sekretion des Polypeptids beteiligt ist, exprimiert
wird; ein Promoter oder Enhancer ist mit einer kodierenden Sequenz
funktionell verknüpft,
wenn er die Transkription der Sequenz beeinflusst; oder eine Ribosomenbindungsstelle
ist mit einer kodierenden Sequenz funktionell verknüpft, wenn
sie positioniert ist, um die Translation zu fördern. Das Verknüpfen wird
durch Ligation an günstigen
Restriktionsschnittstellen bewerkstelligt. Wenn derartige Stellen
nicht vorhanden sind, werden dann z.B. synthetische Oligonukleotid-Adaptoren oder
-Linker gemäß dem herkömmlichen
Verfahren verwendet.
-
Die „Regulationssequenzen" bezeichnen Nukleinsäuresequenzen,
die für
die Expression einer funktionell verknüpften kodierenden Sequenz in
einem bestimmten Wirtsorganismus notwendig sind. Die für Prokaryoten
geeigneten Regulationssequenzen z.B. schließen einen Promoter, gegebenenfalls
eine Operatorsequenz, eine Ribosomenbindungsstelle und eventuell
andere, bisher wenig verstandene Sequenzen ein. Bei eukaryotischen
Zellen ist bekannt, dass sie z.B. solche Regulationssequenzen wie
Promotoren, Polyadenylierungssignale und Enhancer verwenden, um
nur einige zu nennen.
-
Das „Expressionssystem" oder der „Expressionsvektor" bezeichnet Nukleinsäuresequenzen,
die eine gewünschte
kodierende Sequenz und Regulationssequenzen in funktioneller Verknüpfung enthalten,
so dass die mit diesen Sequenzen transformierten Wirte die kodierten
Proteine herstellen können.
Um die Transformation zu bewerkstelligen, kann das Expressionssystem
auf einem Vektor eingeschlossen sein; jedoch kann das entsprechende
Nukleinsäuremolekül dann auch
in das Wirtschromosom integriert sein.
-
Wie
hierin verwendet, werden „Zelle", „Zelllinie" und „Zellkultur" untereinander austauschbar
verwendet, und alle derartigen Bezeichnungen schließen die
Vermehrung ein. Somit schließen „Transformanten" oder „transformierte
Zellen" die primär betroffene
Zelle und die davon abgeleiteten Kulturen ohne Berücksichtigung der
Anzahl an Übertragungen
ein. Es ist auch selbstverständlich,
dass alle Abkömmlinge
bezüglich
des genomischen Inhalts aufgrund beabsichtigter oder versehentlicher
Mutationen nicht genau identisch sein können. Die Mutantenabkömmlinge,
die dieselbe Funktionalität
aufweisen, wie die, nach der in der ursprünglichen transformierten Zelle
durchgemustert wurde, sind eingeschlossen. Wo eindeutige Bezeichnungen
beabsichtigt sind, wird es aus dem Zusammenhang deutlich werden.
-
Die
hierin offenbarten Vektoren sind zur Verwendung in Wirtszellen aus
einer großen
Auswahl an prokaryotischen und eukaryotischen Organismen geeignet.
Im Allgemeinen sind Prokaryoten für die anfängliche Klonierung von DNA-Sequenzen und Konstruktion
der für
die Erfindung verwendbaren Vektoren bevorzugt. Zum Beispiel ist
insbesondere der Stamm MM 294 von E. coli K12 (ATCC-Nr. 31,446)
verwendbar. Nur beispielsweise schließen andere Mikrobenstämme, die
verwendet werden können,
Stämme
von E. coli, wie z.B. E. coli B und E. coli X1776 (ATCC-Nr. 31,537)
ein. Prokaryoten können
für die
Expression auch verwendet werden. Die vorstehend erwähnten Stämme sowie
z.B. die Stämme
W3110 (F-, Lambda-, prototroph, ATCC-Nr. 27,325), K5772 (ATCC-Nr. 53,635) und SR101
von E. coli, die Bazillen wie z.B. Bacillus subtilis und andere Enterobacteriaceae
wie z.B. Salmonella typhimurium oder Serratia marcesans und verschiedene
Pseudomonas-Arten können
verwendet werden.
-
Im
Allgemeinen werden Plasmidvektoren, die das Replikon und Regulationssequenzen
enthalten, die von den mit der Wirtszelle verträglichen Arten abgeleitet sind,
in Verbindung mit diesen Wirten verwendet. Der Vektor trägt gewöhnlich eine
Replikationsstelle sowie Markierungssequenzen, die eine phänotypische
Selektion in transformierten Zellen bereitstellen können. Zum
Beispiel wird E. coli typischerweise durch Verwenden von pBR322,
ein Plasmid, das von einer Spezies von E. coli abgeleitet ist (siehe
z.B. Bolivar et al., 1977, Gene 2: 95), transformiert. pBR322 enthält Gene
für die
Ampicillin- und Tetracyclin-Resistenz und stellt daher einfache
Mittel zum Identifizieren transformierter Zellen bereit. In gleicher
Weise stellen die pUC-Plasmide einfache Klonierungsvektoren mit
DNA-Molekülen
zur Selektion und Replikation bereit (Yanisch-Perron et al., 1985, Gene
33: 103–119,
auf dessen Offenbarung hierin in vollem Umfang verwiesen wird).
Das pBR322-Plasmid und andere mikrobielle Plasmide oder Phagen müssen auch
Promotoren, die von den Mikroorganismen zur Expression ihrer eigenen
Proteine verwendet werden können,
enthalten oder müssen
modifiziert werden, damit sie diese enthalten.
-
Die „Plasmide" werden durch ein
kleines, vorangestelltes und/oder von Großbuchstaben und/oder Zahlen
gefolgtes „p" bezeichnet. Die
Ausgangsplasmide hierin sind im Handel erhältlich, sind öffentlich
auf unbeschränkter
Basis erhältlich
oder können
aus derartigen erhältlichen
Plasmiden gemäß veröffentlichter
Verfahren konstruiert werden. Darüber hinaus sind gleichwertige
Plasmide auf dem Fachgebiet bekannt und werden für den Durchschnittsfachmann
offensichtlich sein.
-
Jene,
für die
Konstruktion rekombinanter DNA am häufigsten verwendeten Promotoren
schließen
die Promotersysteme für
die beta-Lactamase (Penicillinase) und Lactose (Chang et al., 1978,
Nature 375: 615; Itakura et al., 1977, Science 198: 1056; Goeddel
et al., 1979, Nature 281: 544) und ein Promotersystem für Tryptophan
(trp) (Goeddel et al., 1980, Nucleic Acids Res. 8: 4057; EPO Appl.
Publ.-Nr. 0036,776) ein. Obwohl diese am häufigsten verwendet werden,
wurden andere mikrobielle Promotoren entdeckt und verwendet und ihre
Nukleotidse quenzen betreffenden Details veröffentlicht, die es einem Fachmann
ermöglichen,
sie funktionell mit den auf dem Fachgebiet bekannten Vektoren, z.B.
Plasmidvektoren, zu ligieren.
-
Nur
als Beispiel kann die Transkriptionsregulation in E. coli mit einem
beliebigen der folgenden, induzierbaren Promotoren erzielt werden:
lac, trp, phoA, araBAD, T7 und Derivate der PL-
und PR-Promotoren von Lambda sowie andere,
die auf dem Fachgebiet bekannt sind (z.B. Makrides, 1996, Microbiol.
Rev. 60: 512–538,
auf dessen Offenbarung hierin in vollem Umfang verwiesen wird).
Vorzugsweise wird als Promoter der OL/PR-Hybridpromoter verwendet, der von Scandella
et al. im im Miteigentum befindlichen U.S.-Patent Nr. 5,162,216
beschrieben wurde, auf dessen Offenbarung hierin in vollem Umfang
verwiesen wird.
-
Neben
den Prokaryoten können
auch eukaryotische Mikroben, wie z.B. Hefekulturen, verwendet werden.
Saccharomyces cerevisiae oder die gewöhnliche Bäckerhefe wird unter den eukaryotischen
Mikroorganismen am häufigsten
verwendet, obwohl etliche andere Stämme üblicherweise erhältlich sind.
Zur Expression in Saccharomyces wird z.B. das Plasmid YRp7 (Stinchcomb
et al., 1979, Nature 282: 39; Kingsman et al., 1979, Gene 7: 141;
Tschemper et al., 1980, Gene 10: 157) häufig verwendet. Dieses Plasmid
enthält
bereits das trp1-Gen, das einen Selektionsmarker für einen
Hefemutantenstamm bereitstellt, dem die Fähigkeit fehlt, in Tryptophan
zu wachsen, z.B. ATCC Nr. 44,076 oder PEP4-1 (Jones, 1977, Genetics
85: 12). Die Anwesenheit der trp1-Läsion als ein Kennzeichen des
Hefewirtszellgenoms stellt dann eine wirksame Ausstattung bereit,
um die Transformation durch Wachstum in Abwesenheit von Tryptophan
nachzuweisen.
-
Es
wurde gezeigt, dass das Expressionssystem von Pichia pastoris die
Herstellung von mehreren Proteinen in hohen Mengen erzielt (Cregg,
J. M. et al., 1993, Bio/Technology 11: 905–910, auf dessen Offenbarung hierin
in vollem Umfang verwiesen wird) und verwendet werden kann, um die
ADI als lösliches
Protein im Cytoplasma von Pichia pastoris zu exprimieren.
-
Geeignete
Promotersequenzen in Hefevektoren schließen die Promotoren für die 3-Phosphoglyceratkinase
(Hitzeman et al., 1980, J. Biol. Chem. 255: 2073) oder andere glycolytische
Enzyme (Hess et al., 1968, J. Adv. Enzyme Reg. 7: 149; Holland et
al., 1978, Biochemistry 17: 4900), wie z.B. Enolase, Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase,
Hexokinase, Pyruvatdecarboxylase, Phosphofructokinase, Glucose-6-phosphat-Isomerase,
3-Phosphoglycerat-Mutase, Pyruvatkinase, Triosephosphat-Isomerase,
Phosphoglucose-Isomerase und Glucokinase, ein. Beim Konstruieren
geeigneter Expressionsplasmide werden die mit diesen Genen verbundenen
Terminationssequenzen auch in den Expressionsvektor 3' der Sequenz, die
zu exprimieren gewünscht
wird, ligiert, um die Polyadenylierung der mRNA und die Transkriptionstermination
bereitzustellen. Bei den anderen Promotoren, die den zusätzlichen
Vorteil der Transkriptionsregulation durch Wachstumsbedingungen
aufweisen, handelt es sich um den Promotorbereich für die Alkoholdehydrogenase 2,
das Isocytochrom C, die saure Phosphatase, die mit dem Stickstoff-Metabolismus
verbundenen abbauenden Enzyme und die vorstehend erwähnte Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase
und Enzyme, die für die
Maltose- und Galactose-Verwendung verantwortlich sind. Ein beliebiger
Plasmidvektor, der einen mit Hefe verträglichen Promoter, einen Replikationsursprungspunkt
und Terminationssequenzen enthält,
ist geeignet.
-
Ein
Replikationsursprungspunkt kann entweder durch Konstruktion des
Vektors bereitgestellt werden, um einen exogenen Ursprungspunkt
einzuschließen,
wie z.B. einen, der vom SV40 oder anderen viralen (z.B. Polyoma,
Adeno, VSV, BPV) Quellen abgeleitet sein kann, oder kann durch den
chromosomalen Replikationsmechanismus der Wirtszelle bereitgestellt
werden. Wenn der Vektor in das Wirtszellchromosom integriert wird, ist
Letzteres oft ausreichend.
-
Ausreichende
Mengen an Protein werden durch Zellkulturen hergestellt, jedoch
dienen Verbesserungen unter Verwendung einer sekundären kodierenden
Sequenz dazu, die Herstellungsmengen noch weiter zu steigern. Eine
sekundäre
kodierende Sequenz umfasst die Dihydrofolat-Reduktase (DHFR), die
von einem extern regulierten Parameter, wie z.B. Methotrexat (MTX)
beeinflusst wird und somit die Regulation der Expression durch Regulation
der Methotrexat-Konzentration ermöglicht.
-
Obwohl
ein beliebiger geeigneter Stamm von M. arthritidis als Quelle des
neuen Gens gemäß der Erfindung
verwendet werden kann, handelt es sich bei dem verwendeten Stamm
von M. arthritidis vorzugsweise um den Stamm, der bei der American
Type Culture Collection („ATCC") als Zugangsnummer
14152 hinterlegt ist.
-
Ein
Gen, das das Exprimieren des neuen erfindungsgemäßen Arginindeiminase-Enzyms ermöglicht, wird
vorzugsweise von dem Genom von M. arthritidis durch Primer-gesteuerte
Nukleinsäureamplifikation
isoliert und danach in einen/ein beliebigen/s geeigneten/s Vektor
für die
Durchmusterung und Expressionssystem kloniert (Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, zweite Auflage, J. Sambrook, E. F. Fritsch
und T. Maniatis, Hrsg. Cold Spring Harbor Press, 1989). Der Fachmann
wird verstehen, dass ein beliebiges geeignetes, auf dem Fachgebiet
bekanntes Nukleinsäureamplifikationsverfahren
durch Verwenden geeigneter Primer eingesetzt werden kann. Vorzugsweise
handelt es sich bei dem Amplifikationsverfahren um die Polymerase-Kettenreaktion,
wie nur als Beispiel von Mullis im U.S.-Patent Nr. 4,683,195, 4,683,202
und 4,800,159 beschrieben, auf dessen Offenbarung hierin in vollem
Umfang verwiesen wird.
-
Der
Fachmann wird auch verstehen, dass ein beliebiger, in die entsprechende
Wirtszelle eingeführter Plasmid-,
Phagen- oder Cosmid-Expressionsvektor verwendet werden kann, um
ein amplifiziertes, die Arginindeiminase der Erfindung kodierendes
Nukleinsäurefragment
zu exprimieren, durchzumustern und zu identifizieren. Vorzugsweise
wird ein Expressionssystem von Escherichia coli verwendet. Stärker bevorzugt
wird ein GX6712/pGX9401-Expressionssystem von Escherichia coli verwendet.
-
Bei
den Primern, die zur Amplifikation des ADI-Gens gemäß der hierin
nachstehend bereitgestellten Beispiele verwendet wurden, handelte
es sich um Oligonukleotide, die die Sequenzen von SEQ ID NR: 3 bzw. 4
aufwiesen. Diese Primer amplifizierten das gesamte Gen erfolgreich.
Wie in den nachstehenden Beispielen angedeutet, unterschied sich
der Primer von SEQ ID NR: 3 von dem entsprechenden N-terminalen
kodierenden Bereich des isolierten Gens (SEQ ID NR: 1) durch drei
Basenaustausche, die die kodierte Peptidsequenz nicht änderten.
Bei den drei Basenaustauschen, deren Nummerierung auf der Nummerierung
von SEQ ID NR: 1 basiert, handelt es sich um folgende: an Base 6
ist A gegen T, an Base 15 ist T gegen C und an Base 18 ist C gegen
T ausgetauscht.
-
Somit
war die erfolgreiche Amplifikation des gesamten Gens, das die SEQ
ID NR: 1 umfassende Sequenz aufweist, überraschend, da aufgrund der
vorstehend erwähnten
Basenfehlpaarungen bezüglich
der natürlich
vorkommenden N-terminalen
Sequenz des isolierten ADI-Gens der Primer von SEQ ID NR: 3 schlecht an
das Zielfragment hybridisierte und somit eine Erklärung für das sehr
schwache PCR-Signal liefert, das aus der Amplifikation durch Verwenden
des Primers von SEQ ID NR: 3 resultierte.
-
Der
Fachmann wird auch verstehen, dass ein Primer, der auf der exakt
natürlich
vorkommenden N-terminalen Sequenz von SEQ ID NR: 1 basiert, auch
leicht, sogar mit besserer Wirksamkeit, bei der Amplifikation des
erfindungsgemäßen ADI-Gens
dienen wird.
-
Die
Klone, die gemäß den hierin
nachstehenden Beispielen bereitgestellt werden, schließen das
Plasmid pEN232 ein, das das ADI-Gen im Expressionsvektor pGX 9401
umfasst. Die anfänglichen
zwei PCR-Isolate des ADI-Gens von M. arthritidis wurden auch in
das Plasmid pBluescript II SK(–)
(Stratagene Cloning Systems, La Jolla, CA) kloniert und als pEN241
und pEN242 bezeichnet. Die Klonierung des N-terminalen Fragments
eines ADI-Genabschnitts in pBluescript II SK(–), die in Beispiel 1B beschrieben
ist, schließt
zwei unabhängig
analysierte Klone ein, die als pEN245 und pEN246 bezeichnet wurden.
Unabhängige
Transformationen von E. coli DH5-alpha (GIBCO BRL, Gaithersburg,
MD) mit den Plasmiden pEN241, pEN242, pEN245 und pEN246 stellten
Klone von E. coli her, die als EN243, EN244, EN247 bzw. EN248 bezeichnet
wurden.
-
Sobald
eine transfizierte oder transformierte Wirtszelle erhalten wird,
wird ein Nukleinsäuremolekül, das eine
Sequenz gemäß SEQ ID
NR: 1 einschließt,
durch Züchten
der Wirtszelle und Extrahieren und Isolieren der Nukleinsäure durch
die auf dem Fachgebiet bekannten Verfahren, wie gewünscht leicht
hergestellt. Abhängig
von dem gewünschten
Reinheitsgrad kann die extrahierte Nukleinsäure isoliert oder soweit gewünscht durch
die auf dem Fachgebiet bekannten Verfahren im Wesentlichen isoliert
werden, damit sie von verunreinigenden Proteinen und Nukleinsäuren der
Wirtszelle frei oder im Wesentlichen frei ist. Ebenso werden die Wirtszellen,
die das durch die erfindungsgemäßen Expressionsvektoren
kodierte Arginindeiminase-Protein exprimieren, durch Verfahren gezüchtet, die
für die
ausgewählte
Wirtszelle geeignet sind.
-
Zum
Beispiel werden die Wirtszellen gezüchtet, bis die gewünschten
Zelldichten erreicht sind, und dann werden die Zellen vom Wachstumsmedium
abgetrennt, und das Protein wird extrahiert und danach gemäß den auf
dem Fachgebiet bekannten Verfahren renaturiert. Insbesondere werden
die Zellen vom Kulturmedium abgetrennt, um eine Zellpaste zu bilden.
Die Zellpaste wird dann resuspendiert und dann durch Standardverfahren,
z.B. mechanisch, durch Ultraschall und/oder chemischen Aufschluss
aufgeschlossen. Vorzugsweise werden die Zellen durch Verarbeiten
in einem „Microfluidizer" (Mikroverflüssiger)
(Microfluidics Corp. Newton, MA) mit darauf folgendem Waschen mit
einem geeigneten oberflächenaktiven
Mittel, wie z.B. Triton X-100, aufgeschlossen.
-
Das
so erhaltene Homogenat wird mit Guanidinium-HCl, 6 M, denaturiert
und dann in einem Puffer zur Neufaltung (z.B. 10 mM K2PO4, pH 7,0) verdünnt, teilchenförmiges Material
(Schwebstoffe) entfernt, z.B. durch Zentrifugation mit darauf folgender
Reinigung des Überstands
durch Standardverfahren, z.B. durch Säulenchromatographie an Q-Sepharose,
um im Wesentlichen gereinigte Arginindeiminase, z.B. mit einer Reinheit von
etwa 60% und einer spezifischen Aktivität, die sich von etwa 3 bis
etwa 25 IU/mg und mehr und vorzugsweise von etwa 5 bis etwa 20 IU/mg
erstreckt, bereitzustellen. Eine zusätzliche Konzentrierung der
ADI kann durch Verwenden einer Centriprep-10, Amicon, Inc., Beverly,
MA, erzielt werden. Andere ähnlich
funktionierende Säulen
können
auch verwendet werden, sofern gewünscht.
-
2. NICHT ANTIGENE
POLYMERE
-
Um
die Polymer-Arginindeiminase-Konjugate der vorliegenden Erfindung
zu bilden, werden die Polymere, wie z.B. Poly(alkylenoxide) (PAOs),
in aktivierte Formen umgewandelt, die als derartiger Begriff einem Durchschnittsfachmann
bekannt sind. Daher werden eine oder beide der endständigen Hydroxyl-Endgruppen des Polymers
(d.h. die alpha- und omega-terminalen Hydroxylgruppen) in reaktive
funktionelle Gruppen umgewandelt, die eine kovalente Konjuga tion
ermöglichen.
Dieser Vorgang wird häufig
als „Aktivierung" bezeichnet und das
Produkt ein „aktiviertes
Poly(alkylenoxid)" genannt.
Die Polymere, die sowohl alpha- als auch omega-Verknüpfungsgruppen
enthalten, werden als bis-aktivierte
Polyalklyenoxide bezeichnet. Andere im Wesentlichen nicht antigene
Polymere sind gleichermaßen „aktiviert" oder funktionalisiert.
Unter den im Wesentlichen nicht antigenen Polymeren sind die monoaktivierten
Polyalkylenoxide (PAOs), wie z.B. Monomethoxypolyethylenglycole
bevorzugt. In alternativen Ausführungsformen
sind die homobifunktionellen bis-aktivierten Polymere, wie z.B.
Bissuccinimidylcarbonat-aktiviertes PEG bevorzugt.
-
Die
aktivierten Polymere sind daher für die Umsetzung mit Arginindeiminase
und Bildung von ADI-Polymer-Konjugaten geeignet, wobei die Anlagerung
vorzugsweise entweder an der aminoterminalen α-Aminogruppe oder an den ε-Aminogruppen von
den auf der ADI vorkommenden Lysinen erfolgt.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden Carbamat- (Urethan-) Bindungen durch Verwenden
der ε-Aminogruppen
von ADI und der aktivierten Polyalkylenoxide gebildet. Vorzugsweise
wird die Carbamat-Bindung gebildet, wie im sich im Gemeineigentum
befindlichen U.S.-Patent Nr. 5,122,614 beschrieben, auf dessen Offenbarung
hierin verwiesen wird. Dieses Patent offenbart die Bildung von Mono-
und Bis-N-succinimidylcarbonat-Derivaten von Polyalkylenoxiden (SC-PEG).
Varianten schließen
para-Nitrophenylcarbonat- und Carbonylimidazol-aktivierte Polymere
ein.
-
In
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung werden Polymere verwendet, die mit Amid-bildenden Verknüpfern, wie
z.B. Cycloimidthion-aktivierten Polyalkylenoxiden, Succinimidylestern
und dergleichen aktiviert sind, um die Verknüpfung zwischen der Arginindeiminase
und den endständigen
Gruppen des Polymers zu bewirken, siehe z.B. U.S.-Patent Nr. 5,349,001
an Greenwald et al., auf dessen Offenbarung hierin verwiesen wird.
Andere Ausführungsformen
der Erfindung schließen
die Verwendung anderer aktivierter Polymere ein, um kovalente Verknüpfungen
des Polymers mit der Arginindeiminase über ε-Amino- oder andere Gruppen zu
bilden. Zum Beispiel können
Isocyanat- oder Isothiocyanat-Formen
der endständig
aktivierten Polymere verwendet werden, um Verknüpfungen auf Harnstoff- oder
Thioharnstoff-Basis mit den Lysin-Aminogruppen zu bilden. Das PEG-Dialdehyd
kann auch mit der Arginindeiminase umgesetzt werden, gefolgt von
der Reduktion mit NaCNBH3, um eine sekundäre Aminobindung
zu bilden.
-
Geeignete
Polymere werden im Wesentlichen im Gewicht variieren, jedoch werden
gewöhnlich
Polymere, die Molekulargewichte im Bereich von etwa 200 bis etwa
60.000 aufweisen, für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung ausgewählt. Molekulargewichte von
etwa 1.000 bis etwa 40.000 sind bevorzugt und 2.000 bis etwa 20.000
sind besonders bevorzugt.
-
Die
eingeschlossenen polymeren Stoffe sind auch vorzugsweise wasserlöslich bei
Raumtemperatur. Eine nicht beschränkende Liste von derartigen
Polymeren schließt
Polyalkylenoxid-Homopolymere, wie z.B. Polyethylenglycol (PEG) oder
Polypropylenglycole, polyoxyethylenierte Polyole, Copolymere davon
und Block-Copolymere
davon, ein, mit der Maßgabe,
dass die Wasserlöslichkeit
der Block-Copolymere
aufrechterhalten bleibt.
-
Als
eine Alternative zu Polymeren auf PAO-Basis können tatsächlich nicht antigene Materialien,
wie z.B. Dextran, Polyvinylpyrrolidone, Polyacrylamide, Polyvinylalkohole,
Polymere auf Kohlehydrat-Basis und dergleichen, verwendet werden.
Tatsächlich
kann die Aktivierung der alpha- und omega-terminalen Gruppen dieser
polymeren Stoffe in einer Art und Weise erfolgen, die der zur Umwandlung
von Polyalkylenoxiden verwendeten ähnelt, und wird daher für einen
Durch schnittsfachmann offensichtlich sein. Der Durchschnittsfachmann
wird feststellen, dass die vorstehende Liste lediglich veranschaulichend
ist und dass alle Polymermaterialien, die die hierin beschriebenen
Qualitäten
aufweisen, in Erwägung
gezogen werden. Für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung bedeutet „tatsächlich nicht antigen", dass alle auf dem
Fachgebiet selbstverständlichen
Materialien untoxisch sind und keine nennenswerte immunogene Antwort
in Säugern
auslösen.
-
3. REAKTIONSBEDINGUNGEN
-
Die
manchmal als Pegylierungsreaktionen bezeichneten Konjugationsreaktionen
werden im Allgemeinen in Lösung
mit einem etwa äquimolaren
bis etwa mehrfach molaren Überschuss
des aktivierten Polymers durchgeführt. Vorzugsweise ist der molare Überschuss
des aktivierten Polymers etwa 50-fach oder höher. Eine Möglichkeit, die Arginindeiminase-Bioaktivität aufrechtzuerhalten,
besteht darin, das Einschließen
jener, mit der aktiven Stelle verbundenden Lysine der Arginindeiminase
in den Polymerkopplungsvorgang im Wesentlichen zu vermeiden. Angesichts
der gewöhnlich
unspezifischen Natur der Kopplungsreaktion ist dieser theoretische
Schritt in der Praxis oft schwer zu erzielen. Das Verfahren der
vorliegenden Erfindung stellt jedoch Arginindeiminase-Konjugate
bereit, die hohe Werte an bewahrter Aktivität aufweisen, indem die von
M. arthritidis erhaltene Arginindeiminase, die eine wesentliche
Erhöhung
der Anzahl verfügbarer
Lysine für
die Polymeranlagerung aufweist, verwendet und das Einsetzen eines übermäßig hohen
molaren Überschusses,
z.B. mehr als etwa 100-fach, des aktivierten Polymers während der
Konjugationsreaktionen vermieden wird.
-
Somit
schließen
die Konjugationsbedingungen das Umsetzen der von M. arthritidis
erhaltenen Arginindeiminase mit einem geeignet aktivierten, im Wesentlichen
nicht antigenem Polymer, wie z.B. SC-PEG, in einer geeigneten Pufferlösung in einem
Verhältnis
des aktivierten Polymers zu Arginindeiminase von etwa 50- bis etwa
100-fach ein.
-
Die
Konjugationsreaktion wird unter relativ milden Bedingungen durchgeführt, um
das Inaktivieren der Arginindeiminase zu vermeiden. Milde Bedingungen
schließen
das Aufrechterhalten des pH-Werts der Reaktionslösung in einem Bereich von 6–8 und der
Reaktionstemperaturen innerhalb des Bereichs von etwa 0–30°C und vorzugsweise
bei etwa 4°C
für eine
Dauer von etwa einer Stunde ein. Geeignete Puffer schließen Pufferlösungen ein,
die den bevorzugten pH-Bereich von 6 – 8 aufrechterhalten können, ohne
die Konjugationsreaktion zu stören.
Eine nicht beschränkende
Liste geeigneter Puffer schließt
z.B. den Phosphatpuffer, den Citratpuffer, den Acetatpuffer ein.
-
Obwohl
die hierin beschriebenen Reaktionsbedingungen zu etwas unmodifizierter
Arginindeiminase führen
können,
kann die unmodifizierte Arginindeiminase leicht gewonnen und in
zukünftigen
Chargen für
zusätzliche
Konjugationsreaktionen wieder verwertet werden.
-
Die
Konjugationsreaktionen der vorliegenden Erfindung stellen zunächst ein
Reaktionsgemisch oder einen Pool bereit, das/der die Arginindeiminase-Konjugate,
die etwa 16 bis etwa 22 Polymerstränge pro Enzymuntereinheit (insgesamt
31 Lysine) aufweisen, die nicht umgesetzte Arginindeiminase, wenn überhaupt,
und das nicht umgesetzte Polymer enthält. Nachdem die nicht umgesetzten
Spezies entfernt wurden, werden die Arginindeiminase-Polymer-Konjugate-enthaltenden
Zusammensetzungen gewonnen. Diese Zusammensetzungen weisen mindestens
etwa 20% der biologischen Aktivität auf, die mit der nativen
oder anfänglichen
Arginindeiminase verbunden ist, wie durch Verwenden eines Testverfahrens,
wie z.B. das nachstehend in Beispiel 3 beschriebene, gemessen wurde.
In bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung weisen die Konjugate jedoch mindestens etwa 30% der
biologischen Aktivität
auf, die mit der anfänglichen
Arginindeiminase verbunden ist, und am stärksten bevorzugt weisen die
Konjugate mindestens 90% der biologischen Aktivität auf, die
mit der anfänglichen
Arginindeiminase verbunden ist.
-
Eine
repräsentative
Konjugationsreaktion ist nachstehend dargelegt:
Ein etwa 50-facher
molarer Überschuss
des aktivierten Polymers wird in „Wasser zur Injektion" (pH-Wert ungefähr 6,0)
gelöst
und zu einer Lösung
der Arginindeiminase von M. arthritidis zugesetzt, die auf einen
pH-Wert von etwa 8,0 mit einem geeigneten Puffer, wie z.B. einem
Phosphat- oder Boratpuffer, eingestellt wurde. Die Reaktion wird
bei etwa 4°C
bei einem pH-Wert von etwa 8,0 eine geeignete Zeit, wie z.B. etwa
1 Stunde, unter kontinuierlichem leichtem Mischen inkubiert. Danach
wird die Konjugationsreaktion gestoppt, z.B. mit einem mehrfachen
molaren Überschuss
an Arginin oder Glycin. Die unmodifizierte Arginindeiminase, die
in dem Reaktionspool, wenn überhaupt
vorliegt, nachdem die Konjugationsreaktion gestoppt wurde, kann
zur Wiederverwendung in zukünftigen
Reaktionen unter Verwenden von Ionenaustausch- oder Größenausschlusschromatographie
oder ähnlichen
Trennverfahren gewonnen werden. Vorzugsweise enthalten die Lösungen,
die die Konjugate der vorliegenden Erfindung enthalten, weniger
als etwa 5% der unmodifizierten Arginindeiminase.
-
Sofern
gewünscht,
werden die Arginindeiminase-Polymer-Konjugate von dem Reaktionsgemisch
isoliert, um die Spezies mit hohem Molekulargewicht und die unmodifizierte
Arginindeiminase zu entfernen. Der Trennvorgang wird begonnen, indem
die gemischten Spezies in eine Pufferlösung, die etwa 1–10 mg/ml
der Arginindeiminase-Polymer-Konjugate enthält, gegeben werden. Geeignete
Lösungen
weisen einen pH-Wert von etwa 6,0 bis etwa 9,0 und vorzugsweise
von etwa 7,5 bis etwa 8,5 auf. Die Lösungen enthalten vorzugsweise
ein oder mehrere Puf fersalze, ausgewählt aus KCl, NaCl, K2HPO4, KH2PO4, Na2HPO4, NaH2PO4, NaHCO3, NaBO4 und NaOH. Die Natriumphosphatpuffer sind
bevorzugt.
-
Abhängig von
dem Reaktionspuffer müsste
die Arginindeiminase-Polymer-Konjugat-Lösung zuerst
einem/r Pufferaustausch/Ultrafiltration unterzogen werden, um jegliches
nicht umgesetztes Polymer zu entfernen. Zum Beispiel kann die PAO-Arginindeiminase-Konjugat-Lösung durch
eine Membran mit geringer Molekulargewichtsausschlussgrenze (10.000
bis 30.000 Dalton) ultrafiltriert werden, um die meisten unerwünschten
Materialien, wie z.B. nicht umgesetztes Polymer, oberflächenaktive
Mittel, sofern anwesend, oder dergleichen, zu entfernen.
-
Die
Fraktionierung der ADI-Polymer-Konjugate, sofern gewünscht, kann
auch unter Verwendung eines Anionenaustauschchromatographiemediums
durchgeführt
werden. Derartige Medien können
selektiv PAO-Arginindeiminase-Konjugate
durch Unterschiede in der Ladung binden, die in einer einigermaßen vorhersagbaren
Art und Weise variiert. Zum Beispiel werden die Oberflächenladungen
von ADI durch die Anzahl der vorhandenen geladenen Aminosäuren auf
der Oberfläche
des Proteins bestimmt. Von diesen geladenen Aminosäuren dienen
die Lysinreste als die Stelle für
eine potenzielle Anlagerung von Polyalkylenoxid-Konjugaten. Deshalb werden Arginindeiminase-Konjugate
eine von den anderen Spezies unterschiedliche Ladung aufweisen,
um eine selektive Isolierung zu ermöglichen. Die Verwendung stark
polarer Anionenaustauscherharze, wie z.B. Anionenaustauscherharze
mit quaternärem
Amin, sind für
das Verfahren der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt. Unter
den im Handel erhältlichen,
zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung geeigneten quaternären Anionenaustauscherharzen
eingeschlossen befinden sich Q-HD, QA TRISACRYL® und QMA-SPHEROSIL®,
auf eine Polymermatrix beschichtete Harze mit quaternärem Amin,
die von IBF in Garenne, Frankreich, für Sepracor in Marlborough,
Massachusetts, hergestellt werden; TMAE650M®, ein
auf eine Polymermatrix beschichtetes Tetramethylaminoethyl-Harz,
das von EM-Seperators in Gibbstown, New Jersey, hergestellt wird;
QAE550C® und
SUPERQC®,
jeweils ein auf eine Polymermatrix beschichtetes Harz mit quaternärem Amin,
das von TosoHaas in Montgomeryville, PA, hergestellt wird. QMA Accell,
das von Millipore in Millford, MA, hergestellt wird, und PEI-Harze,
die von JT Balcer in Phillipsburg, NJ, hergestellt werden, können auch
verwendet werden. Andere geeignete Anionenaustauscherharze, z.B.
DEAE-Harze, können
auch verwendet werden.
-
Zum
Beispiel wird das Anionenaustauscherharz vorzugsweise in eine Säule gepackt
und mit herkömmlichen
Mitteln äquilibriert.
Es wird ein Puffer verwendet, der denselben/dieselbe pH-Wert und
Osmolalität wie
die Lösung
mit der Polymerkonjugierten Arginindeiminase aufweist. Der Elutionspuffer
enthält
vorzugsweise ein oder mehrere Salze, ausgewählt aus KCl, NaCl, K2HPO4, KH2PO4, Na2HPO4, NaH2PO4, NaHCO3, NaBO4 und (NH4)2CO3. Die Konjugat-enthaltende
Lösung
wird dann auf der Säule
adsorbiert, wobei die Spezies mit hohem Molekulargewicht und das
nicht umgesetzte Polymer nicht retardiert werden. Nach Beendigung der
Beladung wird ein Gradientenfluss eines Elutionspuffers mit steigenden
Salzkonzentrationen an die Säule angelegt,
um die gewünschte
Fraktion der Polyalkylenoxid-konjugierten Arginindeiminase zu eluieren.
Die eluierten zusammengefassten Fraktionen werden vorzugsweise auf
einheitliche Mono- und Bis-Arginindeiminase-Polymer-Konjugate
nach dem Anionenaustauschtrennungsschritt beschränkt. Jede nicht konjugierte
Arginindeiminase-Spezies kann dann von der Säule durch herkömmliche
Verfahren herunter gewaschen werden. Sofern gewünscht kann die Arginindeiminase-Spezies
auch durch eine zusätzliche
Ionenaustauschchromatographie oder Größenausschlusschromatographie
getrennt werden. Der Temperaturbereich für die Elution liegt zwischen
etwa 4°C
und etwa 25°C.
Vorzugsweise wird die Elution bei einer Temperatur von etwa 6°C bis etwa 22°C durchgeführt. Die
Fraktionssammlung kann durch einfache Zeitelutionsprofile erzielt
werden.
-
4. MEDIKAMENTE
-
Eine
andere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung stellt Medikamente bereit. Derartige
Medikamente sind zur Verwendung in Verfahren zur Behandlung von
verschiedenartigen medizinischen Zuständen in Säugern geeignet. Die Verfahren
schließen
das Verabreichen einer wirksamen Menge an Arginindeiminase-Polymer-Konjugaten,
die wie hierin beschrieben hergestellt wurden, an einem derart behandlungsbedürftigen
Säuger
ein. Die Konjugate sind unter anderem zum Behandeln der auf Arginindeiminase
ansprechenden Zustände
oder von Zuständen,
die positiv oder vorteilhaft antworten würden, wie diese Begriffe auf
dem medizinischen Fachgebiet für
die Therapie auf Arginindeiminase-Basis bekannt sind, verwendbar.
-
Obwohl
es nicht erwünscht
ist, an eine beliebige Hypothese oder Theorie gebunden zu sein,
wird der Fachmann verstehen, dass es sich bei Arginin um eine natürlich vorkommende
Aminosäure
handelt, die als ein nicht lebenswichtiger Nährstoff in der menschlichen
Diät angesehen
wird. Ein Säuger,
der einen Zustand, eine Krankheit oder Funktionsstörung aufweist,
der/die von einer Abnahme der Arginin-Menge oder -Konzentration
im Gewebe, in Zellen oder Körperflüssigkeiten
eines Säugers
profitiert, wird von einer derartigen Behandlung mit ADI-Polymer-Konjugaten
gemäß der Erfindung
profitieren. Die Arginindeiminase katalysiert die direkte Umwandlung
von L-Arginin und H2O zu L-Citrullin und
NH3.
-
Somit
können
Arginindeiminase-Konjugate ohne Beschränkung verwendet werden, um
Zustände
zu behandeln, einschließlich
der Karzinome, die einen Mangel an dem Enzym Argininosuccinat-Synthetase
aufweisen, z.B. das Melanom (Sugimura et al., 1992, Melanoma Res.
2: 191–196)
und die mit Stickoxid (NO) in Beziehung stehenden Zustände, z.B.
Zustände,
die durch Regulierung der Stickoxid-Synthase behandelt oder verbessert
werden können.
Insbesondere wurde gezeigt, dass die zelluläre NO-Herstellung von der Verfügbarkeit
von Arginin absolut abhängig
ist (Nagasaki et al., 1996, J. Biol. Chem. 271: 2658–2662; Xia
et al., 1996, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 93: 6770–6774).
Die ADI findet auch gewisse Diätanwendungen,
z.B. zur Regulierung negativer Auswirkungen von Diäten mit
geringem Protein (Narita et al., 1995, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92:
4552–4556).
-
Die
Menge des Arginindeiminase-Polymer-Konjugats, das verabreicht wird,
um die vorstehend beschriebenen Zustände zu behandeln, basiert auf
der Arginindeiminase-Aktivität
des polymeren Konjugats. Es handelt sich um eine Menge, die ausreicht,
um im Wesentlichen eine positive klinische Antwort zu bewirken. Die
maximale Dosis für
Säuger
einschließlich
der Menschen ist die höchste
Dosis, die keine klinisch wichtigen Nebenwirkungen hervorruft. Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei derartigen, klinisch wichtigen
Nebenwirkungen um jene, die eine Beendigung der Therapie erfordern
würden,
wie z.B. Überempfindlichkeitsreaktionen
und/oder andere immunogene Reaktionen.
-
Naturgemäß werden
die Dosierungen der Zusammensetzungen auf Arginindeiminase-Basis
abhängig von
dem Arginindeiminase-Anteil und dem ausgewählten Polymer etwas variieren.
Im Allgemeinen wird das Konjugat jedoch in Mengen verabreicht, die
sich von etwa 300 bis etwa 3000 IU/m2 Arginindeiminase
pro Tag auf der Basis des Zustands des Säugers erstrecken. Der vorstehend
dargelegte Bereich ist veranschaulichend und ein Fachmann wird die
optimale Dosierung des Konjugats, die auf der Basis der klinischen
Erfahrung und der Behandlungsindikation ausgewählt ist, bestimmen.
-
Die
ADI-Polymer-Konjugate der vorliegenden Erfindung können in
einem oder mehreren geeigneten Arzneimitteln zur Verabreichung an
Säugern
eingeschlossen sein. Die Arzneimittel können in Form von einer Lösung, Suspension,
Tabletten, Kapseln oder dergleichen vorliegen, die gemäß den auf
dem Fachgebiet bekannten Verfahren hergestellt werden. Es ist auch
vorgesehen, dass die Verabreichung derartiger Zusammensetzungen
hauptsächlich
auf dem parenteralen Weg erfolgt, obwohl die oralen Wege oder die
Inhalationswege abhängig
von den Erfordernissen des Fachmanns auch verwendet werden können.
-
BEISPIELE
-
Die
folgenden Beispiele dienen dazu, um weiteres Verständnis der
Erfindung bereitzustellen, sind jedoch in keiner Weise dafür bestimmt,
den geltenden Umfang der Erfindung zu beschränken.
-
BEISPIEL 1
-
Expression des ADI-Gens
von M. arthritidis in E. coli
-
A. Isolierung und Klonierung
des ADI-Gens
-
Der
Stamm 14152 von M. arthritidis wurde von der American Type Culture
Collection erhalten. Das Arginindeiminase-Gen von M. arthritidis
wurde durch eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durch Verwenden des
Primer-Paares 5'-GGCAATCGATGTCTGTATTTGACAGTA-3' (SEQ ID NR: 3) und
5'-TGAGGATCCTTACTACCACTTAACATCTTTACG-3' (SEQ ID NR: 4) amplifiziert,
die von der veröffentlichten
Sequenz von M. arginini LBIF (Ohno, T. et al., 1990, „Cloning
and Nucleotide Sequence of the Gene Encoding Arginine Deiminase of
Mycoplasma arginini",
Infect. Immun. 58: 3788–3795,
auf dessen Inhalt hierin verwiesen wird) abgeleitet wurden.
-
Die
PCR-Amplifikation wurde mit Standardverfahren (wie von Saiki et
al., 1989, PCR Technology, S. 7–16;
Hrsg. Henry A. Erlich, Stockton Press, rezensiert wurde) mit den
folgenden Parametern durchgeführt.
-
Die
Reaktion wurde in einem Volumen von 100 Mikrolitern mit einem PCR-Puffer von 10 millimolar Tris-HCl,
pH 8,3, 50 millimolar KCl, 2 millimolar MgCl2 und
jeweils 200 μM
Desoxynukleotidtriphosphat (dATP, dCTP, dGTP und dTTP) und 2,5 Einheiten
Taq-DNA-Polymerase (von Perkin Elmer) durchgeführt. Dreißig Amplifikationszyklen wurden
in einem „PCR
system 9600 thermal cycler" von
Perkin Elmer durchgeführt,
der zum Denaturieren bei 94 Grad C. 60 Sekunden, Hybridisieren bei
37°C 180
Sekunden und Verlängern
bei 72 Grad C. 120 Sekunden eingestellt war.
-
Nach
der PCR-Amplifikation wurden zwei ziemlich schwache Banden, die
die amplifizierten Fragmente repräsentieren, durch Analyse auf
einem Agarosegel bei 1,4 kB und 1,2 kB beobachtet. Es wurden Proben jeweils
von jedem Fragment aus dem Gel ausgeschnitten, gereinigt und als
ein ClaI-BamHI-Fragment direkt in das Expressionsplasmid pGX9401
in der Art und Weise kloniert, die von Filpula et al. in „Engineering
of Immunoglobulin Fc and Single Chain Fv Protein in Escherichia
coli" in Antibody
Expression and Engineering (H. Y. Wang und T. Imanaka, Hrsg.) American
Chemical Society, S 70–85,
offenbart wurde, auf deren Inhalt hierin verwiesen wird. Beide Fragmente
wurden sequenziert, und das 1,2-kB-Fragment wurde als ADI-kodierend aufgrund
seiner teilweisen Homologie zu vorher bekannten Genen, die Enzyme
mit ADI-Enzymaktivität
kodieren, bestätigt.
-
Die
fünf TGA-Codons
im isolierten ADI-Gen, die Tryptophan in Mycoplasma kodieren, wurden
gegen TGG-Codons durch Oligonukleotid-dirigierte Mutagenese gemäß dem Verfahren
von Sayers et al., Biotechniques 13: 592–596 (1992), auf dessen Offenbarung
hierin verwiesen wird, vor der Genexpression in E. coli aus getauscht.
Bei dem verwendeten GX6712/pGX9401-Expressionssystem von E. coli
handelte es sich um dasselbe, wie das in der vorstehend erwähnten Referenz
von Filpula et al. beschriebene. Die rekombinante ADI wurde in Einschlusskörpern in
Mengen von 10% des Gesamtzellproteins exprimiert.
-
B. Bestätigung der
N-terminalen Sequenz des ADI-Gens
-
Um
den N-terminalen Bereich des Gens von M. arthritidis entsprechend
des PCR-Primers
SEQ ID NR: 3 zu bestätigen,
wurde eine unabhängige
PCR-Amplifikation
des N-terminalen Bereichs durch Verwenden der etablierten DNA-Sequenzdaten aus
der ersten PCR durchgeführt.
Bei dem verwendeten Verfahren handelte es sich um die „inverse
PCR", wie sie von
H. Ochman et al., 1990, (PCR PROTOCOLS: A GUIDE TO METHODS AND APPLICATIONS,
Academic Press, Inc., Hrsg., M. A. Innis, D. H. Gelfand et al.)
beschrieben wurde.
-
Die
inverse PCR wurde durch Verwenden der PCR-Primer 5'-CTAAAACGGTTTCTAGTTCACC-3' (SEQ ID NR: 5) und
5'-AGCGTGGAATTAATGTTGTTG-3' (SEQ ID NR: 6) durchgeführt. Zwei
Mikrogramm der genomischen DNA von M. arthritidis wurde mit der
Restriktionsendonuklease Sau3A verdaut, dann wurden die Fragmente
durch Behandlung mit T4-DNA-Ligase zirkularisiert. Diese DNA-Präparation
wurde dann einer PCR-Amplifikation durch Verwenden von SEQ ID NR:
5 und 6 unterzogen. Die amplifizierte DNA wurde kloniert und durch DNA-Sequenzierung
analysiert. Die DNA-Sequenzanalyse bestätigte die Zuordnung von Serin
als die Aminosäure,
die dem Initiations-Methionin (von dem vorhergesagt wird, dass es
posttranslational entfernt wird) folgt. Es wurden auch drei stille
Basenaustausche bemerkt: Base 6 ist vielmehr A als T; Base 15 ist
vielmehr T als C; Base 18 ist vielmehr C als T. Zusätzlich ist
Base 39 vielmehr T als C in dieser klonierten Sequenz. Keine dieser
Austausche ändert
die translatierte Proteinsequenz.
-
Es
wird vermutet, dass die drei Basenunterschiede zwischen dem N-terminalen
kodierenden Bereich der bestätigten
genomischen Sequenz und dem Primer SEQ ID NR: 3, der verwendet wurde,
um das Gen zu isolieren, die ziemlich schwachen, vorstehend diskutierten
Banden bedingen, die erzeugt wurden, als das PCR-Produkt durch Gelelektrophorese analysiert
wurde. Es wird vermutet, dass die drei Basenunterschiede zu einer
schwachen Hybridisierung zwischen dem Primer und dem N-terminalen
kodierenden Bereich führten, die
ein bei der Gelelektrophorese beobachtetes schwaches PCR-Signal
zur Folge hatte. Angesichts dieses Unterschieds und des schwachen
PCR-Signals erforderte die erfolgreiche Amplifikation des gesamten ADI-Gens
durch PCR somit eine sorgfältige
Auswahl der PCR-Bedingungen,
und deshalb war die erfolgreiche Isolierung des Gens, das durch
SEQ ID NR: 1 repräsentiert
wird, unerwartet.
-
BEISPIEL 2
-
Renaturierung
und Reinigung der rekombinanten ADI
-
In
diesem Beispiel wird das als Ergebnis von Beispiel 1 erhaltene ADI-Protein
gemäß den von
Misawa et al. berichteten Verfahren mit geringfügigen Modifikationen renaturiert
(Misawa et al., 1994, „High-Level
Expression of Mycoplasma arginine deiminase in Escherichia coli
and Its Efficient Renaturation As An Antitumor Enzyme" in J. Biotechnol.
36: 145–155,
auf dessen Inhalt hierin in vollem Umfang verwiesen wird).
-
Zu
Beginn werden 100 Gramm Zellpaste in 800 ml 10 mM K2PO4, pH 7,0, 1 mM EDTA (Puffer 1) resuspendiert
und die Zellen durch zwei Durchläufe
in einem „Microfluidizer" (Microfluidics Corp.,
Newton, MA) aufgeschlossen. Triton X- 100 wird zugesetzt, um eine Endkonzentration
von 4% (v/v) zu erreichen. Das Homogenat wird 30 Minuten bei 4 Grad
C. gerührt
und dann 30 Minuten bei 13.000 g zentrifugiert. Der Niederschlag
wird gesammelt und in einem Liter Puffer 1, der 0,5% Triton X-100
enthält,
resuspendiert. Die Lösung wird
gegen 5 Volumen Denaturierungspuffer (50 mM Tris-HCl, pH 8,5, 10
mM DTT) durch Verwenden von Hallow-Faser-Kartuschen mit einer Retentionsgröße von 100
kD (Microgon Inc., Laguna Hills, CA) diafiltriert. Guanidinium-HCl
wird zugesetzt, um eine Endkonzentration von 6 M zu erreichen, und
die Lösung
15 Minuten bei 4 Grad C. gerührt.
Die Lösung
wird dann 100-fach in dem Puffer zur Neufaltung (10 mM K2PO4, pH 7,0) verdünnt und
48 Stunden bei 15 Grad C. gerührt.
Teilchenförmiges
Material (Schwebstoffe) wird durch Zentrifugation bei 13.000 g entfernt.
Der so erhaltene Überstand
wird auf einer Säule
mit Q-Sepharose Fast Flow (Pharmacia, Inc., Piscataway, NJ) konzentriert,
die in dem Puffer zur Neufaltung voräquilibriert wurde. Die ADI wird
durch Verwenden des Puffers zur Neufaltung, der 0,2 M NaCl enthält, eluiert.
Das Reinigungsverfahren ergibt das ADI-Protein, das nach SDS-PAGE-Analyse >95% rein ist. Etwa
acht Gramm des reinen renaturierten ADI-Proteins werden aus 1 Kilogramm
Zellpaste hergestellt, das einer Ausbeute von 200 Milligramm ADI pro
Liter der Fermentation entspricht.
-
BEISPIEL 3
-
Arginindeiminase-Testverfahren
-
Die
ADI-Aktivität
wurde durch eine geringfügige
Modifikation des Verfahrens bestimmt, das von Oginsky et al. in „Isolation
and Determination of Arginine and Citrulline", Methods Enzymology 3: 639–643 (1957), beschrieben
wurde, auf dessen Offenbarung hierin verwiesen wird. Proben von
zehn Mikrolitern in 0,1 M Na2PO4,
pH 7,0 (BUN-Testverfahren-Puffer) wurden in eine 96-Loch- Mikrotiterplatte
gegeben, 40 Mikroliter von 0,5 M Arginin in BUN-Testverfahren-Puffer wurden zugesetzt
und die Platte wurde abgedeckt und bei 37°C 15 Minuten inkubiert. 200
Mikroliter des kompletten BUN-Reagens (Sigma Diagnostics) wurden
zugesetzt und die abgedeckte Platte wurde 10 Minuten bei 100°C inkubiert.
Die Platte wurde auf 22°C
abgekühlt
und bei 490 nm mit einem Microtiterplattenlesegerät (Molecular
Devices, Inc.) analysiert. Eine IU ist die Enzymmenge, die 1 Mikromol
L-Arginin zu L-Citrullin pro Minute umwandelt. Die Proteinkonzentrationen
wurden durch Verwenden des Reagens „Coomassie Plus Protein Assay
Reagent" von Pierce
(Pierce Co., Rockford, IL) mit Rinderserumalbumin als Standard bestimmt.
Die spezifische Enzymaktivität
der gereinigten ADI-Präparationen
wurde mit etwa 3 bis etwa 30 IU/mg bestimmt.
-
BEISPIEL 4
-
In
diesem Beispiel wurde Succinimidylcarbonat-aktiviertes Monomethoxypolyethylenglycol,
Molekulargewicht 12.000, verwendet, um die als Ergebnis von Beispiel
2 erhaltene Arginindeiminase zu modifizieren. Das Succinimidylcarbonataktivierte
mPEG wurde gemäß dem Verfahren
des vorstehend erwähnten
U.S.-Patents Nr.
5,122,614 hergestellt.
-
Eine
Arginindeiminase-Lösung
(0,910 mg in einem Volumen von 1 ml) wurde auf einen pH-Wert von 8,0
mit 100 mM Borat-Puffer eingestellt. Ein 50-facher molarer Überschuss
des aktivierten PEGs wurde in „Wasser
zur Injektion" gelöst und dann
der Arginindeiminase zugesetzt. Die Reaktion wurde bei 4°C etwa 1 Stunde
unter kontinuierlichem leichtem Mischen inkubiert. Nach 1 Stunde
wurde die Reaktion mit einem Überschuss
an Arginin gestoppt. Die PEG-ADI-Konjugate wurden durch eine Centriprep-30
mit 15 Volumen an 0,1 molarem Natriumphosphat, pH 7,0 diafiltriert,
was bei 220 nm auf Anwesenheit des Polymers bis <0,05 ver folgt wurde. Die Reaktionsprodukte
wurden wie in Beispiel 3, vorstehend, analysiert und wiesen etwa
40% bewahrte ADI-Aktivität
auf.
-
BEISPIEL 5
-
Der
Vorgang von Beispiel 4 wird wiederholt mit der Ausnahme, dass mPEG
mit einem Molekulargewicht von 12.000, das mit einem N-Acylthiazolidin
aktiviert wurde, verwendet wird.
-
BEISPIEL 6
-
Der
Vorgang von Beispiel 4 wird wiederholt mit der Ausnahme, dass Succinimidylcarbonat-aktiviertes Monomethoxypolyethylenglycol,
Molekulargewicht 5.000, verwendet wird.
-
BEISPIEL 7
-
PEG12.000-ADI-HEMMUNG
DES SK-MEL-2-ZELLWACHSTUMS
-
In
diesem Beispiel wurde die gemäß Beispiel
4 hergestellte PEG-ADI verglichen mit PEG-ADI-Konjugaten durch Verwenden
der ADI hergestellt, die von M. arginini in einem Testverfahren
zur Hemmung des Zellwachstums erhalten wurde. Die ADI von M. arginini
wurde in ähnlicher
Art und Weise erhalten wie die, die verwendet wurde, um die ADI
von M. arthritidis zu erhalten, mit der Ausnahme, dass die ADI von
M. arginini in höherem
Maße gereinigt
wurde als die ADI von M. arthritidis. Insbesondere wurde die ADI
von M. arthritidis extrahiert und neu gefaltet mit etwa 60%iger
Reinheit, jedoch nicht durch eine Anionenaustauschchromatographie
verarbeitet. Es wird erwartet, dass die Verarbeitung durch die Anionenaustauschchromatographie
mehr als eine 90%ige Reinheit des ADI-Enzyms von M. arthritidis
liefert. Bei dem PEG-Konjugationsverfahren, das verwendet wurde,
um die von M. arthritidis abgeleiteten ADI-Konjugate herzustellen,
handelte es sich um dasselbe wie das in Beispiel 4 verwendete. In
beiden Fällen
wurde PEG mit MW 12.000 verwendet, um die Konjugate herzustellen.
-
Die
Melanom-Zellen wurden in „Minimum
Essential Medium" (Eagle)
mit 0,1 mM nicht lebenswichtiger Aminosäuren, 1 mM Natriumpyruvat und
Earles Salze, fötales
Rinderserum 10%, gezüchtet.
Anschließend
an die Trypsinisierung wurden die lebenden Zellen durch Trypan-Blau-Ausschluss
gezählt.
Die Zellen (104) wurden in jedes Loch in
insgesamt 100 Mikrolitern in 96-Loch-Mikrotiterplatten gegeben.
Die PEG12.000-ADI-Konjugate wurden durch
eine serielle 2-fach-Verdünnung in
komplettem Medium (0,1 ml) verdünnt
und in jedes Loch gegeben. Die Platten wurden bei 37°C in einem
Inkubator mit 5%igem CO2 inkubiert. Das
Zellwachstum am Tag 3 wurde durch Zugabe von einem 1/10-tel Volumen „alamar
Blue"-Farbstoff
(Alamar Biosciences, Inc., Sacramento, CA) gemessen. Nach fünf Stunden
Inkubation wurden die Platten mit einem Plattenlesegerät von Molecular
Devices bei 570 – 630
nm gelesen.
-
Die
von M. arginini abgeleiteten PEG-ADI-Konjugate wiesen einen IC50-Wert von 0,00015 IU/ml auf, während die
von M. arthritidis abgeleitete PEG-ADI einen IC50-Wert
von 0,00010 IU/ml aufwies. Somit wird bei Normalisierung in IU/ml-Einheiten
ersichtlich, dass die von M. arthritidis abgeleitete PEG-ADI 150%
der Wirksamkeit der von M. arginini abgeleiteten PEG-ADI aufweist.
-
BEISPIEL 8
-
SDS-PAGE-Analyse
-
Eine
SDS-PAGE-Analyse wurde durchgeführt,
um die PEG12.000-ADI-Konjugate zu vergleichen,
die entweder mit der von M. arginini abgeleiteten ADI oder gemäß der vorliegenden
Erfindung mit der von M. arthritidis abgeleiteten ADI hergestellt
wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die von M. arthritidis abgeleiteten Konjugate
eine einheitlichere Verteilung der Größe und ein höheres mittleres
Molekulargewicht aufwiesen (und deshalb mehr angelagerte PEG-Moleküle pro ADI-Untereinheit aufwiesen).
Obwohl die Anmelder nicht an eine Theorie gebunden sind, wird vermutet,
dass die von M. arthritidis abgeleitete ADI eine größere Anzahl
von Lysinen einschloss, an die sich das PEG kovalent anlagern konnte
und vielleicht wichtiger, dass es eine ausreichende Anzahl von Lysinen
auf dieser speziellen ADI gibt, die nicht mit der aktiven Stelle
verbunden sind.
-
BEISPIEL 9
-
Sequenzvergleiche
-
In
diesem Beispiel wurden die Aminosäuresequenzen und die Sequenzanordnung
von verschiedenartigen Arginindeiminasen untersucht. Zurückkehrend
zur 3 ist zu bemerken, dass die Zeile „a" die ADI von M. arthritidis
ATCC 14152 repräsentiert,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wurde. Die Zeile „b" repräsentiert die ADI von M. arginini
LBIF. Die Zeile „c" repräsentiert
die ADI von M. hominis PG21 und die Zeile „d" die ADI von M. orale FERM BP-1970.
Die Striche kennzeichnen Aminosäuren,
die mit jenen in Zeile „a" gefundenen identisch
sind. Die Punkte kennzeichnen Lücken.
Der Prozentsatz der Aminosäuresequenzidentität zu der
ADI von M. arthritidis ist:
M. arthritidis- 87%
M. hominis-
81 %
M. orale- 83 %.
-
Dieser
Wert der Nicht-Homologie zwischen den kodierten Aminosäuresequenzen
der jeweiligen Gene deutet wesentliche Unterschiede zwischen den
kodierten Proteinen der jeweiligen Mycoplasma-Spezies an. Die Stellen
von Lysin-Austauschen sind verstreut und ausgedehnt und zeigen die
große
Vielfalt an potenziellen Polymer-Konjugationsstellen an.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-