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Vorliegende Erfindung betrifft ein
Verfahren zur Herstellung von Polypropylenpfropfcopolymeren mit Anhydridgruppen
in den Seitenketten.
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Acrylische und methacrylische Säuren sind
die einfachsten ungesättigten
organischen Säuren.
Infolge der Anwesenheit von ungesättigten Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
setzen sich diese Säuren
leicht mit elektrophilen Mitteln, freien Radikalen und nukleophilen
Mitteln um. Die durch freie Radikale eingeleitete Polymerisation
der Doppelbindungen ist die üblichste
Reaktion. Geringe Mengen der Säuren
werden normalerweise als Comonomere verwendet, um die mechanischen
Eigenschaften anderer Polymerer zu variieren. Die meisten der acrylischen
und methacrylischen Säuren
werden in Form ihrer Ethyl-, Methyl- und Butylester verwendet.
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Die polymerisierten Säuren selbst
sind brüchige
Feststoffe, die nicht geformt werden können, weshalb ihre Verwendung
sehr begrenzt ist. Es ist ebenfalls bekannt, dass diese Polysäuren sehr
leicht unter Bildung von Polyanhydriden dehydratisiert werden. In
der Regel steigt die Glasübergangstemperatur
(der Tg-Wert) der dehydratisierten Polysäuren mit der Erhöhung der
Anhydridkonzentration an.
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Obgleich dies nicht von kommerzieller
Bedeutung ist, können
acrylische und methacrylische Anhydride unter Bildung von polyacrylischen
und polymethacrylischen Anhydriden polymerisieren. Die mechanischen Eigenschaften
der polymerisierten Polysäuren
und polymerisierten Polyanhydride wurden in der Literatur nicht angegeben.
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Das Pfropfen von Vinylmonomeren auf
eine Olefinpolymer-Pfropfgrundlage wird im U.S.-Patent 5.140.074
offenbart, wo Pfropfcopolymere hergestellt werden, indem man ein
Olefinpolymer mit einem freien Radikale-Polymerisationsinitiator
in Berührung
bringt, wie z. B. einem organischen Peroxid und einem Vinylmonomeren in
nicht-oxidierender Umgebung, die restlichen Freien Radikale deaktiviert
und nichtumgesetzten Initiator zersetzt. Acrylische und methacrylische
Säuren
werden als geeignete Vinylmonomere beschrieben. U.S.-Patent 5.411.994
offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Pfropfcopolymeren durch
Bestrahlen eines Olefinpolymeren und anschließende Behandlung mit einem
Vinylmonomeren in flüssiger
Form in einer nicht-oxidierenden Umgebung, Deaktivieren freier Radikale
und Entfernen des nicht-umgesetzten Monomeren.
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In der Literatur wurde berichtet,
dass die Einarbeitung ionischer Reste, wie z. B. von Methacrylsäure in Polystyrol
den Tg-Wert signifikant erhöht
(~3°F/Mol.%
Methacrylsäure).
Wir fanden eine Verbesserung der Wärmebeständigkeit von mit styrolpfropfpolymerisierten
Polypropylen und Methacrylsäure
unter Bildung von Styrol/Methacrylsäure-Copolymer-Seitenketten.
Jedoch gibt es, wenn die Methacrylsäure in die Polymerkette einverleibt
wird, bei Mengen bis zu 40 Mol.% eine entsprechende Verringerung
der Duktilität
des Produkts, wie sich durch die Schweißnahtfestigkeit, Dehnung und
die Schwierigkeit bei der Schlagzähigkeits-Modifizierung und Extrusion äußert.
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Es gibt kein bekanntes Verfahren
zur Herstellung von Pfropfcopolymeren mit einem Gehalt an Anhydridgruppen
aus einem Propylenpolymermaterial, auf das acrylische Säuren, die
mit Alkylgruppen mit 1–3
Kohlenstoffatomen substituiert sind, pfropfpolymerisiert sind. Deshalb
ist auch die Wirkung, welche derartige Anhydridgruppen auf die mechanischen
Eigenschaften des Pfropfcopolymerprodukts ausüben, unbekannt.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
von Pfropfcopolymeren mit einem Gehalt an Anhydridgruppen umfasst:
- (1) Die Herstellung eines Pfropfcopolymeren,
umfassend eine Pfropfgrundlage aus einem Propylenpolymermaterial,
auf das aus der Gruppe ausgewählte
polymerisierte Monomere aufgepfropft sind, die besteht aus:
- (a) mindestens einer Acrylsäure,
die mit einer Alkylgruppe mit 1–3
Kohlenstoffatomen substituiert ist, und
- (b) ein Gemisch von (a) mit mindestens einem Vinylmonomeren,
das einer Copolymerisation hiermit fähig ist,
wobei die Gesamtmenge
der polymerisierten Monomeren etwa 20 Teile bis etwa 240 Teile pro
100 Teile des Propylenpolymermaterials ist, und die Menge der substituierten
Acrylsäure
60 Mol.% der polymerisierten Monomeren gleich oder größer ist,
und
- (2) Erwärmen
des erhaltenen Pfropfcopolymeren auf eine Temperatur von etwa 170°C bis etwa
300°C, um die
Säuregruppen
in dem Pfropfcopolymeren unter Bildung von Anhydridgruppen zu dehydratisieren.
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Die erfindungsgemäßen Pfropfcopolymeren zeigen
eine gute Ausgewogenheit der Duktilität (Bruchdehnung), Schlagzähigkeit
und Schweißnahtfestigkeit
im Endprodukt und können
leicht mit den verschiedensten Kautschukmaterialien hinsichtlich
ihrer Schlagzähigkeit
modifiziert werden. Glasverstärkte
Pfropfcopolymerzusammensetzungen mit einer guten Ausgewogenheit
ihrer Eigenschaften wurden ebenfalls hergestellt.
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1 zeigt
das Infrarotspektrum (IR-Spektrum) vor und nach Extrusion für ein Pfropfcopolymer,
das eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage umfasst, auf die ein
Copolymer aufgepfropft war, welches 20 Mol.% Methylmethacrylat und
80 Mol.% Methacrylsäure
umfasste. Die Spektren wurden unter Verwendung eines Fourier-Transformations-Infrarot-Spektrometers
(FTIR)-Spektrometers Nicolet 60SX mit einem IR-Planmikroskop und
einem FTIR Nicolet 740SX aufgezeichnet.
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2 zeigt
die IR-Spektren vor und nach Extrusion für ein Pfropfcopolymer, das
eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage umfasst, auf die ein Copolymer
aufgepfropft war, das 20 Gew.-% 4-tert.-Butylstyrol und 80 Gew.-%
Methacrylsäure
umfasst.
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3 zeigt
die IR-Spektren vor und nach Extrusion für ein Pfropfcopolymer, das
eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage umfasst, auf die ein 20
Gew.-% α-Methylstyrol und
80 Gew.-% Methacrylsäure
umfassendes Copolymer gepfropft war.
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4 zeigt
die IR-Spektren vor und nach Extrusion eines Pfropfcopolymeren,
umfassend eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage, auf die Poly(methacrylsäure) aufgepfropft
war.
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Die erste Stufe beim erfindungsgemäßen Verfahren
ist die Herstellung eines Pfropfcopolymeren mit einer Pfropfgrundlage
aus einem Propylenpolymermaterial.
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Das als Pfropfgrundlage des Pfropfcopolymeren
beim erfindungsgemäßen Verfahren
verwendete Propylenpolymermaterial kann sein:
- (a)
ein kristallines Homopolymer von Propylen mit einem isotaktischen
Index von mehr als 80, vorzugsweise etwa 85 bis etwa 99;
- (b) ein kristallines statistisches Copolymer von Propylen und
einem aus der Gruppe ausgewählten
Olefin, die aus Ethylen und C4- bis C10-α-Olefinen besteht,
mit der Maßgabe,
dass wenn das Olefin Ethylen ist, der maximale polymerisierte Ethylengehalt
10 Gew.-% beträgt,
vorzugsweise etwa 4 Gew.-%, und wenn das Olefin ein C4-
bis C10-α-Olefin
ist, der maximale polymerisierte Gehalt an demselben 20 Gew.-% beträgt, vorzugsweise
etwa 16 Gew.-%, wobei das Copolymer einen isotaktischen Index von
mehr als 85 besitzt;
- (c) ein kristallines statistisches Terpolymer von Propylen und
zwei aus der Gruppe ausgewählten
Olefinen, die aus Ethylen und C4- bis C8-α- Oelfinen besteht,
mit der Maßgabe,
dass der maximale polymerisierte C4- bis
C8-α-Olefingehalt
20 Gew.-% beträgt,
vorzugsweise etwa 16 Gew.-%, und, wenn Ethylen eines der Olefine
ist, der maximale polymerisierte Ethylengehalt 5 Gew.-% beträgt, vorzugsweise
etwa 4 Gew.-%, wobei das Terpolymer einen isotaktischen Index von
mehr als 85 besitzt;
- (d) eine Olefinpolymerzusammensetzung, umfassend:
- (i) etwa 10 Gew.-% bis etwa 60 Gew.-%, vorzugsweise etwa 15
Gew.-% bis etwa 55 Gew.-%, eines kristallinen Propylenhomopolymeren
mit einem isotaktischen Index von mehr als 80, vorzugsweise etwa
85 bis etwa 98, oder eines kristallinen, aus der Gruppe ausgewählten Copolymeren,
die besteht aus (a) Propylen und Ethylen, (b) Propylen, Ethylen
und einem α-Olefin
mit 4–8
Kohlenstoftatomen, und (c) Propylen und einem α-Olefin mit 4–8 Kohlenstoffatomen,
wobei das Copolymer einen Propylengehalt von mehr als 85 Gew.-%,
vorzugsweise etwa 90 Gew.-% bis etwa 99 Gew.-%, und einen isotaktischen
Index von mehr als 85 aufweist;
- (ii) etwa 5% bis etwa 25%, vorzugsweise etwa 5% bis etwa 20%,
eines Copolymeren von Ethylen und Propylen oder einem α-Olefin mit 4–8 Kohlenstoftatomen,
das bei Umgebungstemperatur in Xylol unlöslich ist, und
- (iii) etwa 30% bis etwa 70%, vorzugsweise etwa 20% bis etwa
65% eines elastomeren Copolymeren, ausgewählt aus der Gruppe, die besteht
aus (a) Ethylen und Propylen, (b) Ethylen, Propylen und einem α-Olefin mit
4–8 Kohlenstoffatomen
und (c) Ethylen und einem α-Olefin
mit 4–8
Kohlenstoffatomen, wobei das Copolymer gegebenenfalls etwa 0,5%
bis etwa 10% eines Diens und weniger als 70 Gew.-%, vorzugsweise etwa
10% bis etwa 60%, bevorzugter etwa 12% bis etwa 55%, Ethylen enthält und in
Xylol bei Umgebungstemperatur löslich
ist und eine Grenzviskosität
von etwa 1,5 bis etwa 4,0 dl/g aufweist,
wobei die Gesamtmenge
von (ii) und (iii), bezogen auf die gesamte Olefinpolymerzusammensetzung,
etwa 50% bis etwa 90% beträgt,
das Gewichtsverhältnis
von (ii)/(iii) weniger als 0,4, vorzugsweise 0,1 bis 0,3, ist, und
die Zusammensetzung durch Polymerisation in mindestens zwei Stufen
hergestellt ist und einen Elastizitätsmodul von weniger als 150
MPa besitzt; oder
- (e) ein thermoplastisches Olefin, umfassend:
- (i) etwa 10% bis etwa 60%, vorzugsweise etwa 20% bis etwa 50%,
eines kristallinen Propylenhomopolymeren mit einem isotaktischen
Index von mehr als 80, oder eines kristallinen Copolymeren, ausgewählt aus der
Gruppe, welche besteht aus (a) Etyhlen und Propylen, (b) Ethylen,
Propylen und einem α-Olefin mit 4–8 Kohlenstoffatomen,
und. (c) Ethylen und einem α-Olefin mit 4–8 Kohlenstoffatomen,
wobei das Copolymer einen Propylengehalt von mehr als 85% und einen
isotaktischen Index von mehr als 85 aufweist, (ii) etwa 20% bis
etwa 60%, vorzugsweise etwa 30% bis etwa 50%, eines amorphen, aus
der Gruppe ausgewählten Copolymeren,
die besteht aus (a) Ethylen und Propylen, (b) Ethylen, Propylen
und einem α-Olefin
mit 4–8 Kohlenstoftatomen,
und (c) Ethylen und einem α-Olefin
mit 4–8
Kohlenstoftatomen, wobei das Copolymer gegebenenfalls etwa 0,5%
bis etwa 10% eines Diens und weniger als 70% Ethylen enthält und in
Xylol bei Umgebungstemperatur löslich
ist; und (iii) etwa 3% bis etwa 40%, vorzugsweise etwa 10% bis etwa
20%, eines Copolymeren von Ethylen und Propylen oder einem α-Olefin mit
4–8 Kohlenstoffatomen,
das in Xylol bei Umgebungstemperatur unlöslich ist,
wobei die Zusammensetzung
einen Eiastizitätsmodul
von mehr als 150, jedoch weniger als 1.200 MPa, vorzugsweise etwa
200 bis etwa 1.100 MPa, am meisten bevorzugt etwa 200 bis etwa 1.000
MPa, besitzt.
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Raum- oder Umgebungstemperatur ist
etwa 25°C.
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Bei der Herstellung von (d) und (e)
brauchbare α-Olefine
mit 4–8
Kohlenstoffatomen umfassen z. B. Buten-1; Penten-1; Hexen-1; 4-Methylpenten-1
und Octen-1.
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Das Dien ist, wenn es vorliegt, typischerweise
ein Butadien; 1,4-Hexadien; 1,5-Hexadien oder Ethylidennorboren.
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Die Propylenpolymermaterialien (d)
und (e) können
durch Polymerisation in mindestens zwei Stufen hergestellt werden,
wobei in der ersten Stufe das Propylen; Propylen und Ethylen; Propylen
und das α-Olefin oder
Propylen, Ethylen und das α-Olefin unter Bildung
der Komponente (i) von (d) oder (e) polymerisiert werden, und in
den nachfolgenden Stufen das Gemisch von Ethylen und Propylen; Ethylen
und dem α-Olefin,
oder Ethylen, Propylen und dem α-Olefin,
und gegebenenfalls dem Dien, unter Bildung der Komponenten (ii)
und (iii) von (d) oder (e) polymerisiert wird.
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Die Polymerisation kann in Flüssigphase,
Gasphase, oder Flüssig-Gasphase
unter Verwendung getrennter Reaktoren durchgeführt werden, von denen alle
entweder absatzweise oder kontinuierlich betrieben werden können. Beispielsweise
ist es möglich,
die Polymerisation der Komponente (i) unter Verwendung von flüssigem Propylen
als Verdünnungsmittel,
und die Polymerisation der Komponenten (ii) und (iii) in der Gasphase
ohne Zwischenstufen mit der Ausnahme des partiellen Entgasens des
Propylens durchzuführen.
Die Polymerisation in Gasphase ist das bevorzugte Verfahren.
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Die Herstellung des Propylenpolymermaterials
(d) ist in den U.S.-Patenten 5.212.246 und 5.409.992 in größeren Einzelheiten
beschrieben, welche Herstellung in vorliegende Beschreibung durch
Bezugnahme einbezogen wird. Die Herstellung des Propylenpolymermaterials
(e) ist in den U.S.-Patenten 5.302.454 und 5.409.992 in größeren Einzelheiten
beschrieben, welche Herstellung durch Bezugnahme in vorliegende
Beschreibung einbezogen wird.
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Das bevorzugte Material für die Propylenpolymer-Pfropfgrundlage
ist Propylenhomopolymer.
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Die Monomeren, welche die gepfropften
Polymeren oder Copolymeren mit einem Gehalt an Anhydridgruppen an
der Pfropfgrundlage des Propylenpolymermaterials bilden, werden
aus der Gruppe ausgewählt, die
aus (a) mindestens einer mit Alkylgruppen mit 1–3 Kohlenstoffatomen substituierten
Acrylsäure
und (b) einem Gemisch von (a) mit mindestens einem Vinylmonomeren
besteht, das der Copolymerisation hiermit fähig ist.
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Das Vinylmonomer kann eine beliebige
monomere Vinylverbindung sein, welche der Polymerisation durch freie
Radikale fähig
ist, wobei der Vinylrest, H2C=CR-, worin
R ein Wasserstoffatom oder die Methylgruppe bedeutet, an eine gerade
oder verzweigte aliphatische Kette oder an einen substituierten
oder unsubstituierten aromatischen, heterocyclischen oder alicyclischen
Ring in einer mono- oder polycyclischen Verbindung gebunden ist.
Typische Substituentengruppen können
Alkyl-, Hydroxyalkyl-, Arylgruppen und Halogenatome sein. Üblicherweise
ist das Vinylmonomer eine Verbindung einer der folgenden Klassen:
(1) vinylsubstituierte aromatische, heterocyclische oder alicyclische
Verbindungen, einschließlich
Styrol, Vinylnaphthalin, Vinylpyridin, Vinylpyrrolidon, Vinylcarbazol
und deren Homologe, wie z. B. α-
und para-Methylstyrol, Methylchlorstyrol, p-tert.-Butylstyrol, Methylvinylpyridin
und Ethylvinylpyridin; (2) Vinylester aromatischer und gesättigter
aliphatischer Carbonsäuren,
einschließlich
Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylchloracetat, Vinylcyanoacetat, Vinylpropionat
und Vinylbenzoat; und (3) ungesättigte
aliphatische Nitrile und Carbonsäurederivate,
einschließlich
Acrylnitril, Methacrylnitril, Acrylamid, Methacrylamid, Acrylatester,
wie z. B. der Methyl-, Etyhl-, Hydroxyethyl-, 2-Ethylhexyl- und
Butylester der Acrylsäure
sowie Ester der Methacrylsäure,
wie z. B. der Methyl-, Etyhl-, Butyl-, Benzyl-, Phenylethyl-, Phenoxyethyl-,
Epoxypropyl- und Hydroxypropylester der Methacrylsäure. Mit
freien Radikalen polymerisierbare Diene, wie z. B. Butadien, Isopren
und deren Derivate, können
auch benutzt werden. Mehrfache Monomere der gleichen Klasse oder
verschiedener Klassen können
verwendet werden. Styrol ist das bevorzugte Vinylmonomer.
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Während
der Pfropfpolymerisation polymerisieren auch die Monomeren unter
Bildung einer bestimmten Menge von freiem oder ungepfropftem Polymer
oder Copolymer. Die Bezugnahme auf "polymerisierte Monomere" in vorliegender
Beschreibung bedeutet den Einschluss sowohl gepfropfter als auch
ungepfropfter polymerisierter Monomerer. Die polymerisierten Monomeren
umfassen etwa 20 Teile bis etwa 240 Teile pro 100 Teile des Propylenpolymermaterials,
vorzugsweise etwa 30 bis etwa 95 pph. Die Morphologie der Pfropfcopolymeren
ist derart, dass das Propylenpolymermaterial die kontinuierliche
oder Matrixphase, und die polymerisierten Monomeren, sowohl gepfropft
als auch ungepfropft, die dispergierte Phase sind. Die Menge der
substituierten Acrylsäure
ist 60 Mol.%, vorzugsweise mehr als 80 Mol.% der polymerisierten
Monomeren gleich oder größer als
60 Mol.%. Wenn als Monomer Methacrylsäure verwendet wird, beträgt sie am
bevorzugtesten 100% der Monomeren.
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Das Pfropfcopotymer kann gemäß einem
der verschiedenen Verfahren hergestellt werden. Eines dieser Verfahren
bringt die Bildung von aktiven Pfropfstellen an dem Propylenpolymermaterial
entweder in Gegenwart der Pfropfmonomeren oder nach der Behandlung
mit den Monomeren mit sich. Die Pfropfstellen können durch Behandlung mit einem
Peroxid oder einer anderen chemischen Verbindung gebildet werden,
die ein freier Radikale-Polymerisationsinitiator ist, oder durch
Bestrahlung mit ionisierender Strahlung hoher Energie. Die im Polymeren
als Ergebnis der chemischen Behandlung oder Bestrahlungsbehandlung
gebildeten freien Radikale bilden die aktiven Pfropfstellen auf
dem Polymeren und leiten die Polymerisation der Monomeren an diesen
Stellen ein. Pfropfcopolymere, die nach durch Peroxid initiierte
Pfropfverfahren hergestellt wurden, werden bevorzugt.
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Die Herstellung von Pfropfcopolymeren
durch In-Berührung-Bringen
des Propylenpolymeren mit einem Initiator für eine freie Radikale-Polymerisation,
wie z. B. einem organischen Peroxid und einem Vinylmonomeren ist
im U.S.-Patent Nr. 5.140.074 in größeren Einzelheiten beschrieben,
welche Herstellung durch Bezugnahme in vorliegende Beschreibung
einbezogen wird. Die Herstellung von Pfropfcopolymeren durch Bestrahlen
eines Olefinpolymeren und anschließende Behandlung mit einem
Vinylmonomeren ist im U.S.-Patent Nr. 5.411.994 in größeren Einzelheiten
beschrieben, welche Herstellung durch Bezugnahme in vorliegende Beschreibung
einbezogen wird.
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Die zweite Stufe beim erfindungsgemäßen Verfahren
ist das Erwärmen
des in der ersten Stufe hergestellten Pfropfcopolymeren auf eine
Temperatur von etwa 170°C
bis etwa 300°C,
um die Säuregruppen
im Pfropfcopolymeren unter Bildung von Anhydridgruppen zu entwässern. Das
Erwärmen
kann z. B. in einem Reaktionsgefäß oder in
einem Extruder, wie z. B. einem Doppelschneckenextruder, erfolgen.
Die Dehydratisierung und Bildung von Anhydridgruppen äußern sich
durch Gewichtsverlust bei der thermogravimetrischen Analyse (TGA),
bei der Feuchtigkeitsanalyse und der Analyse auf funktionelle Gruppen
durch IR (vgl. 1–4). Das Ausmaß der Dehydratisierung
ist dem Säuregehalt
im Pfropfcopolymeren direkt proportional. Wie durch TGA gezeigt
wird, gehen Pfropfcopolymere mit einem Gehalt an Polymethacrylsäure als
das polymerisierte Monomer eine fast vollständige Dehydratisierung ein,
um Seitenketten mit einem Gehalt an Anhydridgruppen und Methacrylsäuregruppen,
aufgepfropft auf das Propylenpolymermaterial als Pfropfgrundlage, zu
liefern. Die Anhydridgruppen sind überwiegend Glutarsäureanhydridgruppen,
jedoch geringe Mengen von Bernsteinsäureanhydridgruppen können auch
vorliegen.
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Wenn als acrylisches Monomer Acrylsäure anstelle
von einer mit Alkylgruppen von 1–3 Kohlenstoffatomen substituierter
Acrylsäure
verwendet wird, ist es schwierig, das Pfropfcopolymer zu extrudieren;
es zeigt eine schlechte Strangqualität und besitzt schlechte physikalische
Eigenschaften.
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Pfropfcopolymere mit einem Gehalt
gleich 60 Mol.% oder mehr als 60 Mol.% an Acrylsäuregrupen, die mit Alkylgruppen
von 1–3
Kohlenstoffatomen substituiert sind, und die nachfolgend unter Bildung
von Anhydridgruppen dehydratisiert werden, können unter Bildung von Produkten
mit einer guten Ausgewogenheit der Eigenschaften, wie z. B. der
Izod-Kerbschlagzähigkeit,
der Bruchdehnung und Schweißnahtfestigkeit,
extrudiert werden.
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Zusammensetzungen mit einem Gehalt
an den Anhydridgruppen enthaltenden Pfropfcopolymeren gemäß vorliegender
Erfindung können
leicht hinsichtlich ihrer Schlagzähigkeit durch Zugabe einer
Kautschukkomponente, ausgewählt
aus einer oder mehreren der Gruppe, die besteht aus (i) einem Olefincopolymerkautschuk,
(ii) einem aromatischen Monoalkenylkohlenwasserstoff-konjugiertem
Dien-Blockcopolymeren und (iii) einem Kern-Mantel-Kautschuk modifiziert
werden. Alle diese Kautschukkomponenten können eine Säure- oder Anhydrid-Funktionalität aufweisen
oder können
von diesen funktionellen Gruppen frei sein. Die bevorzugten Kautschukkomponenten
sind (i) oder (ii), entweder allein oder in Kombination.
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Geeignete Olefincopolymerkautschuke
umfassen z. B. gesättigte
Olefincopolymerkautschuke wie Ethylen-/Propylenmonomer-Kautschuke
(EPM), Ethylen/Octen-1-Kautschuk und Ethylen/Buten-1-Kautschuk und
ungesättigte
Olefincopolymerkautschuke, wie z. B. Ethylen-/Propylen/Dienmonomer-Kautschuke
(EPDM). Die bevorzugten Olefincopolymerkautschuke sind Ethylen/Propylen-,
Ethylen/-Buten-1- und Ethylen/Octen-1-Copolymere.
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Das aromatische Monoalkenylkohlenwasserstoff
konjugierte Dien-Blockcopoolymer kann ein thermoplastisches Elastomer
von der Struktur A-B (oder Diblock) struktur, der linearen Struktur
A-B-A (Triblockstruktur), vom radialen Typ (A-B)n,
worin n = 3–20%
ist, oder eine Kombination dieser Strukturtypen sein, wobei jeder
Block A ein aromatischer Monoalkenylkohlenwasserstoff Polymerblock,
und jeder Block B ein ungesättigter Kautschukblock
ist. Verschiedene Qualitäten
von Copolymeren dieses Typs sind im Handel erhältlich. Die Qualitäten unterscheiden
sich in der Struktur, den Molekulargewichten des mittleren und Endblocks
und dem Verhältnis
des aromatischen Monoalkenylkohlenwasserstoffs zum Kautschuk. Das
Blockcopolymer kann auch hydriert sein. Typische aromatische Monoalkenylkohlenwasserstoff-Monomere
sind Styrol, mit gerad- oder verzweigtkettigen Alkylgruppen mit
1–4 Kohlenstoffatomen
ringsubstituierte Styrole sowie Vinyltoluol. Styrol wird bevorzugt.
Geeignete konjugierte Diene umfassen z. B. Butadien und Isopren.
Bevorzugte Blockcopolymere sind hydrierte Styrol/Etyhlen-Buten/Styrol-Triblockcopolymere.
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Das Gewichtstmittel-Molekulargewicht
Mw der Blockcopolymeren liegt in der Regel
im Bereich von etwa 45.000 bis etwa 260.000 g/Mol, wobei mittlere
Molekulargewichte im Bereich von etwa 50.000 bis etwa 125.000 g/Mol
auf der Grundlage bevorzugt werden, dass sie Blendzusammensetzungen
gewährleisten,
welche die beste Ausgewogenheit der Schlagzähigkeit und Steifheit besitzen.
Auch werden, während
Blockcopolymere mit sowohl ungesättigten
als auch gesättigten
Kautschukblöcken
verwendet werden können,
Copolymere mit gesättigten
Kautschukblöcken
bevorzugt, auch auf Basis der Ausgewogenheit von Schlagzähigkeit/ Steifheit
diese enthaltenden Zusammensetzungen. Das Gewichtsverhältnis von
aromatischem Monoalkenylkohlenwasserstoff zu konjugiertem Dienkautschuk
im Blockcopolymeren liegt im Bereich von etwa 5/95 bis etwa 50/50,
vorzugsweise etwa 10/90 bis etwa 40/60.
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Die Kern-Mantel-Kautschukkomponenten
umfassen kleine Teilchen von vernetzter Kautschukphase, umgeben
von einem verträglich
machenden Mantel, normalerweise einem glasigen Polymeren oder Copolymeren.
Der Kern ist typischerweise ein Dienkautschuk wie Butadien- oder
Isoprenkautschuk, oder ein Acrylat. Der Mantel ist typischerweise
ein Polymer aus zwei oder mehreren aus Styrol, Methylmethacrylat
und Acrylnitril ausgewählten
Monomeren. Insbesondere bevorzugt werden Kern-Mantel-Kautschuke
mit einem Acrylatkern.
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Geeignete Mittel zur Modifizierung
der Schlagzähigkeit
umfassen z. B. Engage 8100, 8150 und 8200 Ethylen-Octen-1-Copolymere,
und die im Handel von DuPont Dow Elastomers erhältlich sind; EPM 306P, ein im
Handel von Miles Inc., Polysar Rupper Div. erhältliches statistisches Ethylen-Propylen-Copolymer;
Kraton G 1652, das ein im Handel von der Shell Chemical Company
erhältliches
Styrol/Ethylen-Buten/Styrol-Triblockcopolymer ist; die Ethylen/Buten-1-Copolymeren „Exact", im Handel erhältlich von
Exxon Chemical Company, und die heterophasischen Polyolefine KS080
und KS350, im Handel von Montell USA Inc. erhältlich.
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Das Modifizierungsmittel der Schlagzähigkeit,
wenn vorhanden, wird in einer Menge von etwa 2 Gew.-% bis etwa 30
Gew.-%, vorzugsweise etwa 5 Gew.-% bis etwa 15 Gew-.%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, verwendet.
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Die Zusammensetzung kann auch ein
Propylenpolymermaterial mit breiter Molekulargewichtsverteilung
(Mw/Mn) enthalten
(BMWD PP). Das BMPD PP hat ein Verhältnis Mw/Mn von etwa 5 bis etwa 60, vorzugsweise etwa
5 bis etwa 40; eine Fließfähigkeit
von etwa 0,5 bis etwa 50, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 30 g/10 Min.,
und einen bei 25°C
in Xylol unlöslichen
Anteil von mehr als oder gleich 94%, vorzugsweise mehr als oder gleich
96%, und am bevorzugtesten mehr als oder gleich 98%. Das Propylenpolymermaterial
mit einer breiten Molekulargewichtsverteilung kann ein Homopolymer
von Propylen oder ein mit einem Ethylen/Propylen-Kautschuk hinsichtlich
der Schlagzähigkeit
modifiziertes Propylenhomopolymer sein, wobei das Propylenhomopolymer
eine breite Molekulargewichtsverteilung besitzt.
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Das BMWD PP kann durch Sequenzpolymerisation
in mindestens zwei Stufen in Gegenwart eines Ziegler-Natter-Katalysators,
getragen auf Magnesiumhalogenid, in aktiver Form hergestellt werden.
Das Polymerisationsverfahren verläuft in getrennten und aufeinanderfolgenden
Stufen, und in jeder Stufe findet die Polymerisation in Gegenwart
des Polymeren und des Katalysators aus der vorhergehenden Stufe
statt.
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Das Polymerisationsverfahren kann
absatzweise oder kontinuierlich gemäß bekannten Verfahren durchgeführt werden,
wobei man in flüssiger
Phase in Gegenwart oder Abwesenheit eines inerten Verdünnungsmittels
arbeitet, oder in Gasphase oder Flüssig-Gasphase vorzugsweise
in Gasphase. Die Herstellung von BMWD PP ist im U.S.-Patent Nr.
5.286.791 in größeren Einzelheiten
beschrieben; diese Herstellung wird durch Bezugnahme in vorliegende
Beschreibung einbezogen.
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Es können auch andere Additive wie
Füllstoffe
und Verstärkungsmittel,
wie z. B. Ruß und
Glasfasern sowie anorganische Pulver wie Calciumcarbonat, Talkum
und Glimmer, Pigmente, Gleitmittel, Wachse, Öle, Antiblockierungsmittel
und Antioxidantien vorliegen.
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Wenn Glasfasern als Verstärkungsmittel
verwendet werden, werden sie in einer Menge von etwa 2,5% bis etwa
40%, vorzugsweise etwa 20% bis etwa 40%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung, verwendet. Als Mittel zum Verträglichmachen,
wie z. B. mit Maleinsäureanhydrid
modifiziertes Polypropylen, wird in der Regel mit den Glasfasern
verwendet. in verschiedenen Mengen Maleinsäureanhydrid modifizierte Polypropylene
sind im Handel z. B. von Eastman Chemical Co. und Aristech Chemicals
erhältlich.
Das Mittel zum Verträglichmachen
wird in einer Menge von etwa 0,5% bis etwa 5%, vorzugsweise etwa
1% bis etwa 3,0%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung,
verwendet.
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Die zur Bewertung der geformten Proben
angewandten Testverfahren waren:
| Izod-Schlagzähigkeit | ASTM
D-256A |
| Zugfestigkeit | ASTM
D-638-89 |
| Elastizitätsmodul | ASTM
D-790-86 |
| Biegefestigkeit | ASTM
D-790-86 |
| Bruchdehnung | ASTM
D-638-89 |
| Schweißnahtfestigkeit | ASTM
D-638-89 |
| Beibehaltung
d. Schweißnahtfestigkeit | Bestimmt
durch Dividieren der Schweißnahtfestigkeit durch
die Zugfestigkeit und Multiplizieren mit 100 |
| Sollbruch | ASTM
D-638-89 |
| Bruchdehnung
a. d. Schweißnaht | ASTM
D-638-89 |
| Wärmeverformungstemperatur | ASTM
D-648 |
| Fließfähigkeit,
230°C, 3,8
kg | ASTM
1238 |
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Die Porosität des als polymere Pfropfgrundlage
bei der Herstellung der Pfropfcopolymeren in den Beispielen benutzten
Propylenhomopolymeren wird gemessen wie in Winslow, N. M. und Shapiro,
J. J., „An
Instrument for the Measurement of Pore-Size Distribution by Mercury
Penetration", ASTM
Bull., TP 49, 39–44 (Feb.
1959), und Rootare, H. M., „A
Review of Mercury Porosimetry",
225–252
(in Hirshhorn, J. S. und Roll, K. H., Herausgeber, Advanced Experimental
Techniques in Powder Metallurgy. Plenum Press, New York, 1970).
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In vorliegender Beschreibung beziehen
sich alle Teile und Prozentsätze
auf das Gewicht, wenn nicht anders angegeben.
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BEISPIEL 1
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Dieses Beispiel beschreibt die Wirkung
der Anhydridbildung auf die mechanischen und thermischen Eigenschaften
von hinsichtlich der Schlagzähigkeit
modifizierten und unmodifizierten Formulierungen mit einem Gehalt
an einem Pfropfcopolymeren, umfassend eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage,
auf die ein Styrol/Methacrylsäure-Copolymer
(S/MAA), 4-tert.-Butylstyrol/MAA-Copolymer, ein α-Methylstyrol-MAA-Copolymer
oder Polymethacrylsäure
(MAA) gepfropft war. Das Molverhältnis
oder Gewichtsverhältnis
der Monomeren für
jede Probe ist in Tabelle 1 angegeben.
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In diesem und den folgenden Beispielen
hat das als polymere Pfropfgrundlage verwendete Propylenhomopolymer
folgende Eigenschaften: Kugelform, Fließfähigkeit (MFR-Wert) 9 g/10 Min.,
eine Porosität
von 0,45 cm3/g und ein Molekulargewicht
Mw von 170.000.
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Die Monomeren wurden auf die Polypropoylen-Pfropfgrundlage
bei einer Pfropftemperatur von 100°C unter Verwendung des zuvor
beschriebenen Verfahrens zur durch Peroxid eingeleiteten Pfropfpolymerisation aufgepfropft.
95 Gewichtsteile der Monomeren wurden pro 100 Teile Polypropylen
zugegeben. Lupersol PMS, 50% tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat in
Leichtbenzin, im Handel von Elf Atochem erhältlich, wurde als Peroxidinitiator
verwendet. Die Monomeren wurden bei 1 pph/Minute eingespeist. Das
Molverhältnis
des Monomeren zum Initiator betrug 100. Die Reaktionsbedingungen
wurden bei 100°C
30 Minuten nach Abschluss der Zugabe des Monomeren und Peroxids
aufrecht erhalten, und die Temperatur wurde sodann auf 140°C 1,5–2,0 Stunden
unter einer Stickstoffatmosphäre
erhöht.
Die prozentuale Umwandlung des Monomeren zum Polymeren betrug 98,4–99,7% bei
Verwendung eines Gemischs von Styrol und Methacrylsäure als
Monomere, und 96%, wenn als das Monomer 100% Methacrylsäure verwendet
wurde.
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Das Pfropfcopolymer wurde sodann
mit einem Polypropylen breiter Molekulargewichtsverteilung (BMWD
PP) mit einem Polydispersitätsindex
von 7,4, einem MFR-Wert von 1 g/10 Min, und einem bei Raumtemperatur
in Xylol löslichen
Anteil von 1,5%, im Handel von Montell USA Inc. erhältlich,
vermischt. Die für
jede Probe verwendete Menge von BMWD PP ist in Tabelle 1 angegeben.
Es wurde ausreichend BMWD PP zugegeben, um die wirksame Zugabemenge
auf 50 pph des bzw. der polymerisierten Monomeren pro 100 Teile
Polypropylen einzustellen. Das zusätzliche Polypropylen macht
eine leichtere Verarbeitung der Zusammensetzung durch Verringerung
der Feuchtigkeitsmenge möglich,
welche während
der Dehydratisierung der Säuregruppen
unter Bildung der Anhydridgruppen abgegeben wird. Zwei verschiedene
Formulierungen, mit und ohne „Engage
8100", ein Ethylen/Octen-1-Copolymer
mit einem MFR-Wert von 1,0 g/10 Min. als Schlagzähigkeits-Modifizierungsmittel, wurden für die Bewertungen
der Eigenschaft kompoundiert.
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Die Proben wurden mit einem 34 mm
corotierenden, ineinander greifenden Doppelschneckenextruder Leistritz
LSM kompoundiert. Jede Probe wurde als Pellets bei einer Zylindertemperatur
von 230°C,
einer Schneckengeschwindigkeit von 300 UpM und einer Durchsatzrate
von 25 lb/Std. extrudiert. Ein gutes Vakuum- und Absaugsystem waren
wesentlich aufgrund der Gasentwicklung und des Knallens (popping),
die bei Formulierungen mit einem Säuregehalt von mehr als 80 Mol.%
auftraten.
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Die benutzte Stabilisatorpackung
war Calciumstearat, Irganox 1010, Tetrakis[methylen(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxyhydrocinnamat))methan,
als Oxidationsmittel, im Handel von CIBA Specialty Chemicals Corporation
erhältlich,
sowie der Stabilisator P-EPQ, dessen Hauptkomponente Tetrakis(2,4-di-tert.-butylphenyl)-4,4'-biphenyl)-4,4'-biphenylendiphosphonit ist, die im
Handel von CIBA Specialty Chemicals Corporation ist.
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Kompoundierte Proben wurden bei 80°C mindestens
4 Stunden vor dem Formen getrocknet, um Oberflächenfeuchtigkeit zu entfernen.
Für sämtliche
physikalischen Eigenschaftsmessungen wurden Teststäbe der Abmessungen
1 inch × 1/8 inch verwendet.
Bei den Messungen der Wärmevertormungstemperatur (HDT)
wurden Flexstäbe
von ¼ inch
verwendet, wenn nicht anders angegeben. Teststäbe wurden mit einer 5 Unzen
Battenfeld-Spritzgussmaschine bei einer Zylindertemperatur von 490°F und einer
Formtemperatur von 150°F
hergestellt.
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Die Ergebnisse der Eigenschaftsbewertungen
für jede
Formulierung sind in Tabelle 1 angegeben.
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Die Daten zeigen, dass das aus Zusammensetzungen
mit einem Gehalt von einer signifikanten Menge an Hydridgruppen
[Proben 3(a), 4(a), 3(b), 4(b), 5(a), 5(b), 6(a), 6(b), 7(a) und
7(b)] eine bessere Ausgewogenheit der Eigenschaften, wie z. B. der
Izod-Kerbschlagzähigkeit,
Bruchdehnung, Schweißnahtfestigkeit
und Wärmeverformungstemperatur,
im Vergleich zu den Vergleichsproben 1(a), 2(a), 1(b) und 2(b),
hergestellt mit weniger als 60 Mol.% Methacrylsäure, zeigten.
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BEISPIEL 2
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Dieses Beispiel beschreibt die Wirkung
der Anhydridbildung auf die mechanischen und thermischen Eigenschaften
von glasverstärkten,
hinsichtlich der Schlagzähigkeit
modifizierten und unmodifizierten Formulierungen mit einem Gehalt
an einem Pfropfcopolymeren, umfassend eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage,
auf die ein Styrol/Methacrylsäure-Copolymer
(S/MMA) oder Polymethacrylsäure
(MMA) aufgepfropft war. Das Molverhältnis Styrol-/Methacrylsäuremonomer
für jede
Probe ist in Tabelle 2 angegeben.
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Die Pfropfcopolymeren und ihre Herstellung
waren die gleichen wie im Beispiel 1 beschrieben. Die Pfropfcopolymeren
waren mit ausreichend BMWD PP, das im Beispiel 1 verwendet wurde,
vermischt, um die wirksame Zugabemenge auf 50 Teile des bzw. der
polymerisierten Monomeren pro 100 Teile Polypropylen einzustellen.
Zwei unterschiedliche Formulierungen mit einem heterophasischen
Polyolefin als Modifizierungsmittel der Schlagzähigkeit, und ohne ein solches,
wurden zu Eigenschaftsbewertungen kompoundiert. Ausreichendes heterophasisches
Polyolefin wurde zugegeben, so dass der wirksame Kautschukgehalt
der Zusammensetzung 15 Gew.-% betrug.
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Die Proben wurden mit einem 40 mm
corotierenden ineinander greifenden Doppelschneckenextruder Werner & Pfleiderer ZSK
kompoundiert. Jede Probe wurde als Pellets bei einer Zylindertemperatur
von 250°C, einer Schneckengeschwindigkeit
von 450 UpM und einer Durchsatzrate von 200 lb/Std. extrudiert.
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Die benutzte Stabilisierungspackung
war 0,1% Calciumstearat und 0,2% des Antioxidationsmittels Irganox
B-225, ein Gemisch von 1 Teil Irganox 1010 Tetrakis[methylen(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxyhydrocinnamat)]methan,
als Stabilisator und 1 Teil Irgafos 168, Tris(2,4-di-tert.-butylphenyl)phosphit,
im Handel von Ciba Specialty Chemicals Corporation erhältlich.
Es wurden 3790 [sic!] Glasfasern mit einem Durchmesser von 13 um
und geschlichtet mit einem Aminosilan-Schlichtungsmittel in einer
Menge von 29,5 Gew.-% zugegeben. Die Glasfaser waren im Handel von
PPG Industries Inc. erhältlich.
Ein mit Maleinsäureanhydrid
gepfropftes Polypropylen mit einem Maleinsäureanhydridgehalt von 1,4%
wurde als Mittel zum Verträglichmachen
in einer Menge von 1,37 Gew.-% zugegeben.
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In Tabelle 2 war das Modifizierungsmittel
der Schlagzähigkeit
ein heterophasisches Polyolefin mit einem Gehalt an (i) 35% eines
Propylenhomopolymeren mit einem isotaktischen Index, definiert als
die in Xylol unlösliche
Fraktion, von 97,5, (ii) 6,9% eines semikristallinen Ethylen-Propylen-Copolymeren,
das bei Raumtemperatur in Xylol unlöslich ist, und (iii) 58,1%
eines amorphen Ethylen-Propylen-Copolymerkautschuks, der bei Raumtemperatur
in Xylol löslich
ist.
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Die kompoundierten Proben wurden
getrocknet und in Teststäbe,
wie im Beispiel 1 beschrieben, geformt. Die Ergebnisse der Eigenschaftsbewertung
für jede
Formulierung sind in Tabelle 2 angegeben.
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Die Daten in Tabelle 2 zeigen, dass
die Formulierungen sowohl mit als auch ohne Modifizierungsmittel der
Schlagzähigkeit
brüchig
waren und eine geringe Izod-Kerbschlagzähigkeit
besaßen,
wenn es eine nur geringe oder gar keine Anhydridbildung gab [Vergleichsproben
1(a), 2(a), 1(b) und 2(b)]. Die gesamte Schlagzähigkeit-Steifheit/Wärme-Ausgeglichenheit
war bei Formulierungen mit einer signifikanten Anhydridkonzentration
bei Formulierungen, welche hinsichtlich der Schlagzähigkeit
modifiziert waren oder auch nicht, besser.
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BEISPIEL 3
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Dieses Beispiel zeigt die Wirkung
auf die physikalischen und thermischen Eigenschaften verschiedener
Arten von Modifizierungsmitteln der Schlagzähigkeit, welche mit einem Pfropfcopolymeren
vermischt waren, das Anhydridgruppen enthält, hergestellt aus einem Pfropfcopolymeren,
umfassend eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage, auf die Methacrylsäure aufgepfropft
war.
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Das Pfropfcopolymer und seine Herstellung
sind in Beispiel 1 beschrieben. Das Pfropfcopolymer wurde mit dem
gleichen, in Beispiel 1 beschriebenen BMWD PP vermischt. Genug BMWD
PP wurde zugegeben, um die effektive Zugabemenge auf 50 Teile des
polymerisierten Monomeren pro 100 Teile Polypropylen einzustellen.
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Proben mit einem Gehalt an verschiedenen
Modifizierungsmitteln der Schlagzähigkeit wurden für die Eigenschaftsbewertungen,
wie in Beispiel 1 beschrieben, kompoundiert. Die zugegebene Menge
eines jeden Modifizierungsmittels der Schlagzähigkeit ist in Tabelle 3 angegeben.
Die benutzte Stabilisierungspackung war 0,1% Calciumstearat und
0,4% des Antioxidationsmittels Irganox B-225. Die Proben wurden
getrocknet, und Teststäbe
wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben, hergestellt; die Ergebnisse
der Eigenschaftsbewertungen für jede
Formulierung sind in Tabelle 3 angegeben.
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In der Tabelle 3 ist Engage 8200
ein Ethylen/Octen-1-Copolymer mit einem MFR-Wert von 5,0 g/10 Min.
(190°C,
2,16 kg) und im Handel von DuPont-Dow Elastomers erhältlich.
EPR 306P ist ein statistisches Ethylen/Propylen-Copolymer mit einem
Ethylengehalt von 57%; es ist im Handel von Polysar Rubber Division of
Miles, Incorporated erhältlich.
Engage 8150, ein Ethylen/Octen-1-Copolymer, enthält 25% Octen-1, besitzt einen
MFR-Wert von 0,5 g/10 Min.; es ist im Handel von DuPont-Dow Elastomers
erhältlich.
Kraton G 1652 ist ein Styrol/Ethylen-Buten/Styrol-Triblock-Copolymer
mit einem Gehalt an 29% Styrol und 71% eines Ethylen/Buten-Kautschuk-Mittelblock
und im Handel von Shell Chemical Company erhältlich. Das heterophasische Polyolefin
ist das gleiche wie im Beispiel 2.
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Die Daten zeigen, dass Zusammensetzungen
mit guten physikalischen und thermischen Eigenschaften mit den verschiedensten
Modifizierungsmitteln der Schlagzähigkeit erhalten werden können.
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BEISPIEL 4
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Dieses Beispiel beschreibt die Wirkung
der Anhydridbildung auf die mechanischen und thermischen Eigenschaften
von Formulierungen, welche hinsichtlich ihrer Schlagzähigkeit
modifiziert oder unmodifiziert waren und ein Pfropfcopolymer enthalten,
umfassend eine Propylenhomopolymer-Pfropfgrundlage, auf die ein Methylmethacrylat/Methacrylsäure-Copolymer
gepfropft war. Das Molverhältnis
der Monomeren für
jede Probe ist in Tabelle 4 angegeben.
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Die Pfropfcopolymeren wurden, wie
in Beispiel 1 beschrieben, hergestellt. Die Pfropfcopolymeren wurden
mit einer ausreichenden Menge des im Beispiel 1 benutzten BMWD PP
vermischt, um die wirksame Zugabemenge auf 50 Teile der polymerisierten
Monomeren pro 100 Teile Polypropylen einzustellen. Zwei verschiedene
Formulierungen, mit und ohne 9,95 Gew.-% des Ethylen/Octen-1-Copolymeren
Engage 8150 als Modifizierungsmittel der Schlagzähigkeit, wurden für die Eigenschaftsbewertungen
kompoundiert.
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Die Proben wurden wie im Beispiel
1 beschrieben, kompoundiert. Die benutzte Stabilisatorpackung war
0,1% Calciumstearat und 0,4 des Antioxidationsmittels Irganox B-225.
Die kompoundierten Proben wurden getrocknet und in Teststäbe, wie
in Beispiel 1 beschrieben, geformt. Die Ergebnisse der Eigenschaftsbewertungen
für jede
Formulierung sind in Tabelle 4 angeführt.
-
Obgleich die Dehydratisierung unter
Bildung von Anhydridgruppen verläuft
(vgl. 1), ist die Wirkung der
Anhydridbildung auf die Polymereigenschaften nicht so offensichtlich,
weil Poly(methylmethacrylat) selbst sehr duktil ist. Im Gegensatz
hierzu sind Polymere von Styrol und substituiertem Styrol sehr brüchig, und
die Wirkung der Anyhdridbildung auf die Polymereigenschaften ist
ausgeprägter.
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BEISPIEL 5
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Dieses Beispiel zeigt die prozentuale
Dehydratisierung, welche für
verschiedene Comonomere von Methacrylsäure, d. h. Methylmethacrylat
(MMA), Styrol (S), α-Methylstyrol
und 4-tert.-Butylstyrol, und für
verschiedene Mengen des Comonomeren erreicht wird. Die Reaktion
verläuft
nicht bis zur Vollständigkeit,
weshalb die prozentuale Dehydratisierung von Säuregruppen unter Bildung von
Anhydridgruppen davon abhängt, welches
Comonomer vorliegt, und vom Verhältnis
des Comonomeren zur Methacrylsäure.
Das Molverhältnis oder
Gewichtsverhältnis
der Monomeren für
jede Probe ist in Tabelle 5 angegeben.
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Die Pfropfcopolymeren wurden, wie
in Beispiel 1 beschrieben, hergestellt.
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Der tatsächliche Gewichtsverlust, dividiert
durch den berechneten Gewichtsverlust infolge der Dehydratisierung
= % erreichte Dehydratisierung. Eine Karl Fischer-coulometrische
Feuchtigkeitsanalysenvorrichtung Serodyn Aquatest 10 wurde zur Bestimmung
des tatsächlichen
Gewichtsverlusts verwendet.
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Es scheint, dass eine Verbesserung
der Eigenschaften bei einer Entwässerung
von etwa 50% eintritt. Infolgedessen muss ein Molverhältnis 50/50
für Styrol/Methacrylsäure und
ein Molverhältnis
von 60/40 für
Methylmethacrylat/Methacrylsäure
beispielsweise benutzt werden, um eine Entwässerung von mehr als 50% zu erreichen.
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Vergleichsbeispiel 1
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Dieses Beispiel zeigt die Wirkung
der Verwendung von Acrylsäure
anstelle von C1- bis C3-alkylsubstituierter
Acrylsäure
als eine der polymerisierbaren Monomeren bei der Herstellung von
Pfropfcopolymeren eines Propylenpolymermaterials.
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Die Pfropfcopolymeren wurden, wie
im Beispiel 1 beschrieben, hergestellt. Zwei Formulierungen mit und
ohne 9,97 Gew.-% des Ethylen/Octen-1-Copotymeren Engage 8100 als
Modifizierungsmittel der Schlagzähigkeit
wurden zu Eigenschaftsbewertungen, wie im Beispiel 1 beschrieben,
kompoundiert. Die Stabilisatorpackung war die gleiche wie im Beispiel
1. Unter den gleichen Bedingungen wie im Beispiel 1 wurde die Extrusion
vorgenommen. Die Ergebnisse der Extrusionsversuche und die Eigenschaftsmessungen
sind in Tabelle 6 gezeigt.
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