DE69600212T2 - Verwendung von Monocarbonsäuren zur Pflege von Keratinsubstanzen - Google Patents
Verwendung von Monocarbonsäuren zur Pflege von KeratinsubstanzenInfo
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Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Carbonsäuren in kosmetischen Zusammensetzung zur Behandlung von Keratinsubstanzen.
- Es ist wohlbekannt, daß die Nägel häufig Struktur- und Konsistenzmängel aufweisen, die verschiedene Ursachen haben können und insbesondere mit dem Allgemeinzustand des Körpers, den Lebensbedingungen, der Ernährungsweise, dem Alter, dem Erschöpfungszustand und dem Überanstrengungszustand des Einzelnen in Zusammenhang stehen können.
- Diese Mängel können ferner unter der Einwirkung von lösenden Mitteln auftreten, beispielsweise nach anhaltender oder wiederholter Exposition gegenüber Reinigungsmitteln, Lösungsmitteln, chemischen Produkten, insbesondere Haushaltsprodukten, warmer oder kalter, feuchter oder trockener Luft, oder nach Bestrahlung mit UV-Strahlung.
- Diese Struktur- und Konsistenzmängel bewirken, daß die Oberfläche der Nägel unästhetisch wird, was die Ursache vielfältiger Beschwerden und Unannehmlichkeiten sein kann.
- Es wurden bereits verschiedene Typen von Zusammensetzungen zur Stärkung der Nägel vorgeschlagen, die im wesentlichen entweder auf der Verwendung von Mitteln zur Proteinvernetzung basieren, die zur Stärkung der Keratinmatrix bestimmt sind, wie beispielsweise Formol (siehe B. Forslind, Acta Dermatovener, Band 60, Seiten 217-22, 1980), oder auf der Verwendung von Mitteln mit im wesentlichen nährender Wirkung, wie beispielsweise Cystin, Cholesterin, S-Carboxymethylcystein oder auch Kollagenextrakten.
- Durch die Verwendung dieser Vernetzungsmittel oder Mittel mit Nährwirkung lassen sich jedoch keine guten Ergebnisse erzielen; die Verwendung dieser Mittel ist im übrigen mit verschiedenen Nachteilen verbunden. Insbesondere die Produkte auf Formolbasis können verschiedene allergische Reaktionen hervorrufen.
- Die Anmelderin hat festgestellt, daß es durch Verwendung bestimmter Monocarbonsäuren möglich ist, eine bemerkenswerte nagelhärtende Wirkung zu erzielen und dabei die Risiken einer Unverträglichkeit und Sensibilisierung zu vermeiden.
- Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach die Verwendung mindestens einer Monocarbonsäure mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder eines Salzes dieser Monocarbonsäure in einer kosmetischen Zusammensetzung als Mittel zur Härtung von Keratinsubstanzen, wobei die Säure keine Hydroxygruppe enthält.
- Vorzugsweise können Monocarbonsäuren mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen verwendet werden.
- Die erfindungsgemäßen Monocarbonsäuren können geradkettig oder verzweigt vorliegen. Sie können unter Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Capronsäure, Oenanthsäure oder Caprylsäure ausgewählt sein. Vorzugsweise wird Essigsäure verwendet.
- Bei der erfindungsgemäß verwendeten Monocarbonsäure kann es sich um ein Syntheseprodukt handeln. Sie kann auch natürlichen Ursprungs sein.
- Die erfindungsgemäß verwendete Monocarbonsäure kann im übrigen in der am Ende vorliegenden Zusammensetzung in Form der freien Säure und/oder in Form eines Salzes dieser Säure (insbesondere eines Salzes mit einer organischen Base oder einem Alkalimetall) vorliegen.
- Der Mengenanteil der Monocarbonsäure kann erfindungsgemäß im Bereich von 0,01 bis 20 Gew.-% und vorzugsweise von 0,5 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, liegen.
- Die erfindungsgemäße kosmetische Zusammensetzung umfaßt im übrigen einen kosmetisch akzeptablen Träger.
- Dieser Träger kann beispielsweise organische Lösungsmittel, Wasser und/oder ein öliges Medium umfassen.
- Von den organischen Lösungsmitteln können die Ketone, wie Aceton, Methylethylketon und Methylisobutylketon, die Glykolether, die Alkohole, wie Ethanol, n-Butanol, n-Propanol und Isopropanol, die Acetate, wie Butylacetat, Ethylacetat, Isopropylacetat und 2-Methoxyethylacetat, die geradkettigen oder verzweigten Kohlenwasserstoffe, wie Hexan oder Octan, oder auch die aromatischen Kohlenwasserstoffe, wie Xylol und Toluol, genannt werden.
- Wenn der kosmetisch akzeptable Träger Wasser enthält, kann die Zusammensetzung insbesondere in Form einer wässerigen oder wässerig-alkoholischen Lösung, einer Öl-in-Wasser- Emulsion oder einer Wasser-in-Öl-Emulsion oder sogar einer multiplen Emulsion, oder auch in Form eines wässerigen Gels vorliegen.
- Das ölige Medium kann ein Öl oder mehrere Öle umfassen, die gegebenenfalls flüchtig sind, beispielsweise Öle pflanzlichen, mineralischen, tierischen und/oder synthetischen Ursprungs, von denen genannt werden können:
- - die tierischen und pflanzlichen Öle, die aus Estern von Fettsäuren und Polyolen gebildet sind, insbesondere die flüssigen Triglyceride, wie beispielsweise Sonnenblumenöl, Maisöl, Sojaöl, Kürbisöl, Traubenkernöl, Sesamöl, Haselnußöl, Aprikosenöl, Mandelöl, Avocadoöl, Trane, Glycerintricaprocaprylat oder die pflanzlichen oder tierischen Öle der Formel R&sub1;COOR&sub2;, worin R&sub1; den Rest einer höheren Fettsäure mit 7 bis 19 Kohlenstoffatomen und R&sub2; eine verzweigte Kohlenwasserstoffkette mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen bedeutet, wie beispielsweise Purcellinöl,
- - die natürlichen oder synthetischen etherischen Öle, wie beispielsweise Eukalyptusöl, Öl aus Lavendelhybriden, Lavendelöl, Vetiveröl, Citronenöl, Sandelholzöl, Rosmarinöl, Kamillenöl, Pfefferkrautöl, Muskatnußöl, Zimtöl, Ysopöl, Kümmelöl, Orangenöl, Geraniolöl, Wacholderöl und Bergamotteöl,
- - die Kohlenwasserstoffe, wie Hexadecan und Paraffinöl,
- - die Ester von anorganischen Säuren und Alkoholen,
- - die Ether und die Polyether
- und
- - die Siliconöle und Silicongummen.
- Die Zusammensetzung kann ferner ein filmbildendes Polymer enthalten, wodurch beispielsweise auf die Nägel ein haltbarer Film aufgebracht werden kann, der einen langanhaltenden Kontakt der Monocarbonsäure mit der Nageloberfläche gewährleistet.
- Das Polymer kann beispielsweise unter Nitrocellulose, Celluloseacetobutyrat, Butyralpolyvinylenen, Alkydharzen, Polyestern, Acrylverbindungen und Polyurethanen ausgewählt sein.
- Die Polymere können in der Zusammensetzung gelöst oder dispergiert sein. Sie können im allgemeinen in einem Mengenanteil von 1 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegen.
- Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann neben dem filmbildenden Polymer ferner Weichmacher enthalten, mit denen die Elastizität des Films eingestellt werden kann, ohne daß seine physikalische Haftung beeinträchtigt wird.
- Als Weichmacher können die häufig in Nagellackzusammensetzungen eingesetzten Weichmacher verwendet werden. Beispiele für Weichmacher sind etwa Dibutylphthalat, Dioctylphthalat, Diisobutylphthalat, Dimethoxyethylphthalat, Benzylbenzoat, Glycerylbenzoat, Triethylcitrat, Tributylcitrat, Acetyltributylcitrat, Tributylphosphat, Triphenylphosphat, die Glykole, Campher sowie die Derivate und Gemische dieser Verbindungen. Die Weichmacher können im allgemeinen in einem Mengenanteil von 1 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegen.
- Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann im übrigen häufig in kosmetischen Zusammensetzungen verwendete Hilfsstoffe enthalten. Als Beispiele für Hilfsstoffe können die Farbstoffe, Pigmente, Perlglanzpigmente, Lacke, UV-Filter, Verdickungsmittel, grenzflächenaktive Stoffe, Wachse, Parfums und Wirkstoffe, wie D-Panthenol und Phytantriol, Vitamine und Vitaminderivate, Keratin und Keratinderivate, Melanin, Kollagen, Cystin, Chitosan und Chitosanderivate, Ceramide, Biotin, Spurenelemente, Glycerin, Proteinhydrolysate, Phospholipide und Hydratisierungsmittel genannt werden. Selbstverständlich wird der Fachmann den gegebenenfalls vorliegenden Hilfsstoff oder die gegebenenfalls vorliegenden Hilfsstoffe und/oder ihre Menge so auswählen, daß die mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verbundenen vorteilhaften Eigenschaften durch den beabsichtigten Zusatz nicht oder im wesentlichen nicht verändert werden.
- Bei den nach der erfindungsgemäßen Verwendung behandelten Keratinsubstanzen kann es sich um die Nägel, die Wimpern, die Augenbrauen und die Haare handeln.
- Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann in Form einer Zusammensetzung zum Schminken, wie als Mascara, oder einer Zusammensetzung zur Haarbehandlung vorliegen und sie findet insbesondere in Form einer Zusammensetzung zum Auftragen auf die Nägel, wie eines Nagellacks oder einer Zusammensetzung zur Nagelpflege, Anwendung.
- Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen erläutert, die sie jedoch nicht einschränken.
- Es wurde die Harte eines Nagels bestimmt, der mit Essigsäure behandelt wurde.
- Auf einen Nagel wird mit einer Belastung P ein Penetrometer aufgebracht, das die Form einer Pyramide mit quadratischer Grundfläche aufweist. Nachfolgend wird die mittlere Abmessung einer Diagonale des quadratischen Abdrucks bestimmt, der mit dem Penetrometer erhalten wurde.
- Die VICKERS-Härte (HV)wird durch die Gleichung:
- HV = 18544 × P/d²
- d Eindruckdiagonale in um
- P aufgebrachte Last in g bestimmt.
- Die Bestimmung der VICKERS-Härte wird mit einem Microdurometer M 400 g 2 von der Firma LECO durchgeführt.
- Es werden Nagelsplitter 3 Stunden in destilliertes Wasser getaucht und anschließend 24 Stunden in Umgebungsfeuchtigkeit belassen.
- Dann werden 2 ul einer wässerigen Essigsäurelösung (10 Gew.-%) auf den Nagel aufgetragen. Die Nägel werden anschließend 3 Tage in eine Atmosphäre mit einer relativen Feuchtigkeit von 75 % gebracht. Dann wird die Messung der VICKERS-Härte durchgeführt.
- Das Produkt wird ein zweites Mal aufgetragen, und es wird unter den gleichen Bedingungen wie oben beschrieben eine zweite Härtemessung durchgeführt.
- Der Test wird an drei Proben im Vergleich zu Wasser (Placebo) durchgeführt.
- Es wurden die folgenden Ergebnisse erhalten:
- Die angegebenen Werte entsprechen dem aus drei Proben erhaltenen Mittelwert. Die in Klammern gesetzten Zahlen geben die Zunahme der Härte des behandelten Nagels im Vergleich zu dem Nagel vor der Behandlung an.
- Es wird festgestellt, daß die Härte der Nägel nach Behandlung mit Essigsäure deutlich zunimmt.
- Diese Tests bestätigen, daß die Essigsäure die Eigenschaft aufweist, den Nagel zu härten.
- Es wurde eine farblose Grundmasse der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
- - Nitrocellulose 15 g
- - Weichmacher und Harz 15 g
- - Isopropylalkohol 99
- - Essigsäureig
- - Lösungsmittel (Ethylacetat, Butylacetat) q.s.p. 100 g .
- Nach dem Auftragen der Zusammensetzung auf den Nagel und nach dem Trocknen wird ein glatter und homogener Film erhalten.
- Diese Zusammensetzung wird über einen Zeitraum von 8 Wochen alle 3 Tage auf harte Nägel aufgetragen. Vor dem Auftragen wird der alte Film jedesmal mit einem herkömmlichen Nagellackentferner von den Nägeln abgenommen.
- Es wird festgestellt, daß die so behandelten Nägel gehärtet sind.
Claims (12)
1. Verwendung mindestens einer Monocarbonsäure mit 2 bis 8
Kohlenstoffatomen und/oder eines Salzes dieser
Monocarbonsäure als Mittel zur Härtung von Keratinsubstanzen
in einer kosmetischen Zusammensetzung, wobei die Säure
keine Hydroxygruppen enthält.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Monocarbonsäure 2 bis 5 Kohlenstoffatome aufweist.
3. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Monocarbonsäure in Form
der freien Säure vorliegt.
4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Monocarbonsäure unter
Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Valeriansäure,
Capronsäure, Oenanthsäure oder Caprylsäure ausgewählt
ist.
5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Monocarbonsäure die
Essigsäure ist.
6. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung einen
Monocarbonsäureanteil von 0,01 bis 20 Gew.-% enthält.
7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung einen
Monocarbonsäureanteil von 0,5 bis 3 Gew.-% enthält.
8. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung einen
kosmetisch akzeptablen Träger umfaßt, der unter den
organischen Lösungsmitteln, Wasser und/oder den Ölen
ausgewählt ist.
9.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung ein
filmbildendes Polymer enthält, das unter Nitrocellulose,
Celluloseacetobutyrat, Butyralpolyvinylenen,
Alkydharzen, Polyestern, Acrylverbindungen und Polyurethanen
ausgewählt ist.
10.Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zusammensetzung einen Weichmacher enthält.
11.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung in Form
einer Zusammensetzung zum Schminken oder einer
Zusammensetzung zur Haarbehandlung vorliegt.
12.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung in Form
einer Zusammensetzung zum Auftragen auf die Nägel, wie
eines Nagellacks, oder einer Zusammensetzung zur
Nagelpflege vorliegt.
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