DE69516590T2 - Verfahren zum unterbrechen der Faserlunte als Voraussetzung für das automatische abheben der Spulen auf Spindelbänken und Pressfinger zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum unterbrechen der Faserlunte als Voraussetzung für das automatische abheben der Spulen auf Spindelbänken und Pressfinger zur Durchführung dieses VerfahrensInfo
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Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft die Textilindustrie, insbesondere Spindelbänke für lange Fasern und noch genauer das automatische Abheben, bei dem von den Spindelbänken volle Spulen abgenommen werden und durch leere Wickelkerne ersetzt werden. Die Erfindung hat zum Gegenstand ein Verfahren zum Unterbrechen der Faserlunte als Voraussetzung für das automatische Abheben von Spulen auf Spindelbänken und ferner einen Preßfinger zum Durchführen dieses Verfahrens.
- Derzeit sind Spindelbänke für kurze Fasern, z. B. Baumwollfasern, mit einer automatischen Abnehmeinrichtung für Spulen versehen. Das Durchführen des automatischen Abnehmens ist verhältnismäßig einfach, während diese Operation bei Spindelbänken für lange Fasern viel schwieriger durchzuführen ist.
- Um das Abnehmen der vollen Spulen durchzuführen, ist es nämlich in der Tat notwendig, die Faserlunte zu unterbrechen, und darüber hinaus muß die letztere am Ausgang der Kelle des Preßfinges auseinandergerissen werden. Diese Operation läßt sich in Gegenwart von kurzen Fasern wie Baumwollfasern ohne Schwierigkeit durchführen, wobei der die vollen Spulen tragende Wagen einfach einer Abwärtsbewegung unterworfen wird, nachdem die Spulen und Flyer angehalten worden sind. Diese Abwärtsbewegung führt zu einem Zerreißen der Faserlunte einer jeden Spule am Ausgang der Schaufel des Preßfingers, wie dies gewünscht wird.
- Bei langen Fasern erlaubt dieses Vorgehen keineswegs das Erhalten des gleichen Ergebnisses, da die langen Fasern im Rohr des Flyers und nicht am Ausgang der Kelle des Preßfingers erfolgt. Dies führt dazu, daß jedes automatische Vorgehen seiner Wirkung beraubt wird, da ein Neueinfädeln der gesamten Maschine jedes Mal notwendig wird.
- In der Tat ist es so, daß die Faserlunten aus langen Fasern, also Fasern mit einer mittleren Länge zwischen 5 cm und 20 cm, nicht immer am gleichen Ort brechen und sie haben generell einen Schwachpunkt an einer Stelle, wo die Faserlunte spannungsfrei ist.
- Da darüber hinaus das Wickeln normalerweise in einem oberen Abschnitt der Spule sein Ende findet, ist es ferner notwendig, ein korrektes Aufwickeln des Endes der unterbrochenen Faserlunte zu erhalten, damit die genannte Spule transportiert werden kann, ohne daß die Gefahr eines Wiederaufwickelns besteht.
- Um automatisch einen neuen Wickelzyklus starten zu können, ist es auch notwendig, daß das unterbrochene Ende der Faserlunte in Höhe des Preßfingers perfekt zugänglich ist.
- In der FR-A-2 665 188, die den nächstkommenden Stand der Technik darstellt, ist vorgeschlagen worden, die Maschine an einem Punkt anzuhalten, der um ein kleine Strecke vom unteren Umkehrpunkt am Ende des Wickelns entfernt ist, dann die Mittel zum Neubestücken der Spindelbank wieder einzuschalten und gleichzeitig den Wagen unter das aufgewickelte Material herabzufahren. Anschlie ßend wird ein Wickeln von einigen Windungen am oberen Ende der Spule durchgeführt, worauf das Zuführen der Faserlunte unterbrochen wird. Dabei wird auf die letztere über einige Umdrehungen hinweg eine vergrößerte Torsion ausgeübt. Ein Rest der Faserlunte wird dann nachbewegt, und der Wagen wird wieder nach oben gefahren. Dies führt dazu, daß die Faserlunte unterbrochen wird, bevor der Wagen wieder in eine Stellung nach unten bewegt wird, in welcher das Doffen oder automatische Abnehmen der vollen Spulen erfolgt.
- Die in dieser Druckschrift vorgeschlagene Lösung erlaubt es in der Tat, das Unterbrechen einer Faserlunte durchzuführen und dabei sicherzustellen, daß das Ende derselben perfekt auf die Spule aufgewickelt wird und daß das automatische Starten eines neuen Zyklus möglich ist. Da sich aber das durch Unterbrechen der Faserlunte erhaltene Ende auf der Spule verhältnismäßig hoch befindet, ist es für die Bedienungspersonen schwierig, das auf der vollen Spule verbleibende Ende der Faserlunte zu erreichen, wenn die letztere am Spulenkamm des zu spinnenden Kontinuums aufgehängt ist.
- Durch die vorliegende Erfindung sollen die vorgenannten Nachteile behoben werden.
- Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zum Unterbrechen der Faserlunte als Voraussetzung für das automatische Abheben von Spulen auf Spindelbänken, bei denen am Ende des Wickelns eine Oberwindung am oberen Abschnitt der Spule erzeugt wird und anschließend ein Abwärtsführen und ein Unterbrechen der Faserlunte unterhalb des oberen Abschnittes der Spule erfolgt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es am Ende des Wickelns im wesentliche folgende Verfahrensschritte umfaßt: Anhalten des Wickelns in einem unteren Abschnitt der Spule, nachfolgendes Erzeugen einer Unterwindung aus einigen Windungen am unteren Ende der Spule, anschließendes Rückführen der Faserlunte nach oben und Erzeugen der Oberwindung zur Ausbildung einer Schlaufe, so daß die Faserlunte beim Handhaben der Spule gesichert ist, und Abwärtsführen der Faserlunte zum Unterbrechen der Faserlunte unterhalb des oberen Abschnittes der Spule.
- Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Preßfinger zum Durchführen dieses Verfahrens, der dadurch gekennzeichnet ist, daß er eine Kelle trägt, an der oben und unten jeweils ein Ansatz angebracht ist, welcher nach oben bzw. unten gerichtet ist.
- Die Erfindung läßt sich besser verstehen anhand der nachstehenden Beschreibung, die sich auf ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel bezieht, welches als nicht einschränkendes Beispiel gegeben wird. Dabei wird auf die beigefügten schematischen Zeichnungen Bezug genommen. In diesen zeigen:
- Fig. 1 bis 4: eine Frontansicht, in welcher verschiedene Fasen des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt sind;
- Fig. 5 und 6: ebenfalls Frontansichten, wobei jedoch ein größerer Maßstab gewählt ist, wobei das manuelle Ergreifen der Lunte im unteren Abschnitt der Spulen gezeigt ist;
- Fig. 7: eine frontale Teilansicht eines Preßfingers zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig. 8: eine seitliche Ansicht der Kelle des Preßfingers.
- Gemäß der vorliegenden Erfindung und wie insbesondere aus den Fig. 1 bis 4 der beigefügten Zeichnung ersichtlich, besteht das erfindungsgemäße Verfahren zum Unterbrechen der Faserlunte als Voraussetzung für das automatische Abnehmen von Spulen 1 auf Spindelbänken im wesentlichen darin, daß am Ende des Wickelns das Aufwickeln in einem unteren Abschnitt der Spule 1 beeendet wird (Fig. 1), daß dann ein Unterwickeln im Basisabschnitt der Spule 1 für einige Umdrehungen erfolgt (Fig. 2), daß dann ein Wiederanheben erfolgt und ein begrenztes Überwickeln durchgeführt wird (Fig. 3), worauf dann ein Absinken und ein Unterbrechen der Faserlunte auf dem oberen Abschnitt der Spule durchgeführt wird (Fig. 4).
- Dieses Vorgehen erlaubt es dem Bediener, das Ende der Faserlunte bei der Basis der Spule 1 zu ergreifen, und das Verfahren gewährleistet ein gutes Fixieren der Faserlunte beim Handhaben der Spule, so daß ein unbeabsichtigtes Wiederaufrollen vermieden wird.
- Gemäß einem Merkmal der Erfindung erfolgt das Überwickeln in einem oberen Abschnitt der Spule 1 über eine Länge, die ausreicht, das Festhalten der Spule beim Handhaben der Spule 1 zu gewährleisten, und dieses Überwickeln wird nicht übertrieben, damit immer noch ein Gleiten der Faserlunte beim Ausüben einer Zuspannung möglich ist.
- Vorzugsweise erfolgt das Überwickeln im oberen Abschnitt der Spule 1 über eine Länge, die ungefähr einer halben Umdrehung der Spule 1 entspricht.
- Daher gestattet das erfindungsgemäße Verfahren, wie in Fig. 5 dargestellt, eine Lage der Faserlunte auf der vollen Spule, in welcher der Bediener das Ende der Faserlunte an der Basis der Spule ergreifen kann, wenn die Spule am Spulenkamm des zu spinnenden Kontinuums angehängt ist. Der Bediener kann dann die Spule in die in Fig. 6 gezeigte Stellung bringen, auch wenn die Spul 1 von anderen Spulen umgeben ist.
- Die erfindungsgemäß erhaltene Lage der Faserlunte erlaubt das Handhaben von vollen Spulen unter Ausschluß der Gefahr eines Wiederaufrollens. Dies ist darauf zurückzuführen, daß um den oberen Abschnitt der Spule 1 herum eine Schleife 3 vorliegt (Fig. 3 bis 5).
- Die Erfindung betrifft ferner einen Preßfinger zum Durchführen dieses Verfahrens, der dazu dient, die Faserlunte auf dem Wickelkern abzulegen, damit die Spule 1 gebildet wird, welche einen oberen Kegel und einen unteren Kegel aufweist. Wie aus den Fig. 7 und 8 der beigelegten Zeichnung ersichtlich, weist der Preßfinger 2 hierzu eine Kelle 5 auf, die mit zwei Nasen versehen ist, nämlich einer oberen Nase 6 und einer unteren Nase 7, die nach oben bzw. nach unten gerichtet sind. Die Nasen 6 und 7 dienen dazu, daß die Kelle 5 auf den entsprechenden Kegeln der Spule 1 in Richtung auf die große Basis laufen kann. Wegen des erfindungsgemäßen Verfahrens läuft die Kelle 5 nacheinander über den unteren Kegel und dann über den oberen Kegel, was zum Vorsehen der oberen Nase 6 und der unteren Nase 7 führt.
- Erfindungsgemäß ist es möglich einen Zyklus zum Unterbrechen der Faserlunte zu realisieren, welcher es Bedienungspersonen ermöglicht, die Faserlunte beim unteren Ende der vollen Spule 1 einfach und leicht zu ergreifen.
- Es versteht sich, daß die Erfindung nicht auf das beschriebene und in den beigelegten Zeichnungen gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt ist. Abwandlungen bleiben möglich, insbesondere im Hinblick auf den Aufbau der verschiedenen Komponenten oder in Hinblick auf deren Ersetzen durch äquivalente technische Maßnahmen, ohne daß hierdurch der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung verlassen würde.
Claims (4)
1. Verfahren zum Unterbrechen der Faserlunte als
Voraussetzung für das automatische Abheben von Spulen
(1) auf Spindelbänken, bei denen am Ende des Wickelns
eine Oberwindung am oberen Abschnitt der Spule erzeugt
wird und anschließend ein Abwärtsführen und ein
Unterbrechen der Faserlunte unterhalb des oberen Abschnitts
der Spule erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß es am
Ende des Wickelns im wesentlichen folgende
Verfahrensschritte umfaßt: Anhalten des Wickelns in einem unteren
Abschnitt der Spule (1), nachfolgendes Erzeugen einer
Unterwindung aus einigen Windungen am unteren Ende der
Spule (1), anschließendes Rückführen der Faserlunte nach
oben und Erzeugen der Oberwindung zur Ausbildung einer
Schlaufe, so daß die Faserlunte beim Handhaben der Spule
gesichert ist, und Abwärtsführen der Faserlunte zum
Unterbrechen der Faserlunte unterhalb des oberen Abschnitts
der Spule (1).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberwindung am oberen Abschnitt der Spule
(1) in einer Länge ausgeführt ist, die ausreichend ist,
die Faserlunte bei einer Handhabung der Spule (1) zu
sichern und nicht zu stark ist, um jederzeit ein Gleiten
der Faserlunte bei Einwirkung einer Zugkraft zu erlauben.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Oberwindung am oberen Abschnitt
der Spule (1) vorzugsweise in einer Länge ausgeführt
ist, die ungefähr einer halben Umdrehung der Spule (1)
entspricht.
4. Pressfinger zur Verwendung in einem Verfahren nach
einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß er eine Kelle (5) trägt, an der oben (6) und unten
(7) jeweils ein Ansatz vorgesehen ist, der nach oben bzw.
unten gerichtet ist.
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