DE6710A - Neuerungen an Typendruck - Telegraphen-Apparaten - Google Patents
Neuerungen an Typendruck - Telegraphen-ApparatenInfo
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Description
1877.
Klasse 21.
SAMUEL WILLIAMS in NEWPORT (Grafschaft Monmouth, England). Neuerungen an Typendruck-Telegraphen-Apparaten. V 7 ;'''!
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. August 1877 ab. ;, ■'.■': =■ '
Der Zweck meiner Erfindung beruht darauf, einen geschickten Arbeiter in den Stand zu
setzen, Worte oder Worttheile und andere Zeichen und Symbole, welche einer beliebigen
Sprache angehören, so schnell, wie sie gelesen, gesprochen oder gedacht werden können,
zu drucken und zwar in der gewöhnlichen romanischen oder anderen Buchstabentype mit
Zwischenräumen und Interpunktionen, richtig geschrieben in voller Länge Wort für Wort.
Das Instrument ist derartig, dafs es in der angegebenen Art zu drucken vermag, wenn
es zweckentsprechend gehandhabt wird, wobei diese Manipulation in der Praxis nicht
mehr Zeit, Arbeit und Geschicklichkeit erfordert, als die sogen. Phonographie oder Stenographie,
so dafs die Zeichen, welche man Kurzschriftcharaktere nennen kann, oder die denselben in
der Kürze des Umfanges gleichenden Bewegungen, wenn sie auf dem Instrument hervorgebracht
werden, sofort selbstthätig in Lettern umgewandelt oder übersetzt' werden.
Meine Erfindung soll die Arbeit des Schreibens mit der Feder umgehen und ein Mittel an
die Hand geben, welches gröfsere Bequemlichkeit und Schnelligkeit mit den unbestreitbar
höher stehenden Resultaten und Vortheilen des Drucks vor dem Geschriebenen vereinigt. In
dieser Hinsicht ist die Anwendbarkeit meiner Erfindung für alle diejenigen Zwecke vorgesehen,
für welche zur Zeit die Feder angewendet werden kann.
Ich habe mein verbessertes Instrument mit dem Namen »Graphotyp« bezeichnet. In den
beiliegenden Zeichnungen ist Fig. 1 eine Ansicht von der Seite, Fig. 2 eine Ansicht vom
Ende aus und Fig. 3 ein Grundrifs. Zunächst wende ich eine rotirende Scheibe A an, welche
ich das Typenrad nenne; dasselbe rotirt in Antifrictionslagern in einer senkrechten Ebene
zwischen dem Gestell des Instruments. Dieses Typenrad A, welches in Fig. 4 im Querschnitt
dargestellt ist, ist auf beiden Seitenflächen radienartig mit Rinnen von rechtwinkligem
Querschnitt versehen, deren Zahl den Buchstaben des Alphabets, den Zahlen, Interpunktionszeichen,
nebst den sonstigen Typen oder Charakteren entspricht, welche in Druck zu
übertragen sind. Es werden gewöhnliche Druckertypen angewendet und die genannten Rinnen
erhalten die Dimensionen, welche den Typen (5), zu deren Aufnahme sie bestimmt sind, entsprechen.
Durch den Typenkörper ist ein kleines Loch gebohrt und jede Type wird in dem Rade durch einen dünnen biegsamen Draht festgehalten,
welcher durch das gebohrte Loch und einen geeigneten Einschnitt an der Seite jeder
Rinne des Rades geht. An diesem Draht vermag auch die Type frei zu schwingen. Es ist
daher jede Type (abgesehen von der Rotationsbewegung des Rades) in der Richtung eines
zur Peripherie des Typenrades senkrechten Bogens beweglich.
Sodann wende ich Elektromagnete an, welche bei E, Fig. 2, 4 und 5, dargestellt sind, und
an Zahl und Lage den Typen, Zeichen oder Charakteren 5 entsprechen, welche das Typenrad
enthält. Diese Elektromagnete E sind in Fig. 3 in zwei Kreisen liegend dargestellt, deren
je einer sich an jeder Seite des Typenrades befindet. Die Armaturen dieser Elektromagnete
sind in einem geeigneten Lager drehbar befestigt und· arbeiten in folgender Weise. Das
eine Ende jeder Armatur befindet sich in dem Bereich der Wirkung ihres betreffenden Elektromagneten
und das andere Ende erreicht die Type durch einen Einschnitt in der Typenrinne; gleichzeitig befindet sich ein kleiner Vorsprung
des letztgenannten Endes der Armatur in dem Bereich der Wirkung einer zweiten Garnitur sehr
kleiner Elektromagnete, welche in den Fig. 2 und 5 der Zeichnung durch D bezeichnet sind.
An dem Typenrad befinden sich daher alles in allem zwei bestimmte Garnituren Spiralen, und
da das in der Zeichnung dargestellte Typenrad für 40 Typen bestimmt ist, so ist die gesammte
Zahl Elektromagnete 80, d. h. 40 gröfsere Spiralen, wie sie bei E, Fig. 2, gezeichnet sind, und
40 kleinere, wie sie bei D, Fig. 2, dargestellt sind, und zwar je 20 auf jeder Seite. Alle
diese kleineren Spiralen befinden sich in einer Verbindung mit der Batterie und ein Strom geht
■beständig durch sie hindurch. Die gröfseren Spiralen E sind so gewunden, dafs ein Drahtende
bei jeder mit seinem betreffenden Kernstück verbunden ist, so dafs, da dieses Kernstück
seinerseits in das Typenrad eingeschraubt ist, jede geeignete elektrische Verbindung mit
dem Typenrad einen Endpunkt für die ge-
sammte Garnitur der gröfseren Spiralen E bildet.
Das andere Drahtende von jeder der gröfseren Spiralen E wird in seinem isolirten
Zustande zu einem metallenen Ring an der Axe des Typenrades geführt; die untere Fläche
sowie die Seiten aller dieser Metallringe sind von einander . sowohl wie von dem Metall der
Axe selbst isolirt. Fig. io zeigt den Metallring; B und A ist das isolirende Medium, so dafs,
wenn das Polende von der Batterie, die derjenigen, welche mit dem Metall des Rades verbunden
ist, gegenüber befindlich ist, mit irgend einem dieser Ringe in Contact gebracht wird,
der Kreislauf des Stromes des durch den betreffenden Ring bezeichneten Elektromagneten E
geschlossen wird. Die Wirkung, welche hiernach eintritt, ist folgende: Die Lage der Typen,
welche nicht drucken, ist so, wie bei G, Fig. 2, dargestellt; der Magnetismus der kleineren
Spirale D drückt das Ende der Armatur derartig und so stark an die Type, dafs diese
hineingebracht wird und ihre schiefe Lage behält, wie sie bei 5, Fig. 2, dargestellt ist. Wenn
ein Strom in der bereits angegebenen Weise hindurchgeht, so überwiegt der Magnetismus
der gröfseren Spirale E sofort denjenigen der kleineren Spirale D, die so befreite Type wird
in die senkrechte Lage für den Druck gedrückt und in derselben erhalten, wie es bei 5, Fig. 4,
dargestellt ist, und zwar durch eine (bei H, Fig. 2, gezeichnete) kleine Feder, deren Spannung
jedoch überwunden wird, wenn die Typen, nachdem sie ihren Druck auf das Papier ausgeübt
haben, wieder in ihre Nichtdrucklage gebracht werden. Die Art und Weise, wie dies
geschieht, wird im weiteren beschrieben.werden. Ich bringe ein bewegliches Gestell an, welches
bei J] Fig. 2, im Querschnitt und bei J,
Fig. 3, im Grundrifs. gezeichnet ist. Dieses Gestell hält das Papier in der zum Drucken geeigneten
Lage, nämlich gerade, stramm und vollkommen eben. Es soll im folgenden die Papierführimg genannt werden und besteht
aus einer flachen Bodenplatte, ähnlich der bei Hobelmaschinen vorkommenden . Bodenplatte,
nur dafs es in der Mitte ausgenommen ist. Die in der Zeichnung in Aussicht
genommenen Dimensionen sind für ein Blatt oder eine Rolle Papier von 5 Zoll Breite bestimmt,
aber durch Verlängerung der Papierführung eventuell bis zur gröfsten Länge von
8 öder 9 Zoll kann durch die mit Stellschrauben versehenen Haupttheile jede gewünschte
Papierbreite, innerhalb dieser Maximallänge, angewendet
werden. Die beiden Kanten des Führungsgestells sind V-förmig und gleiten in V-förmigen Vertiefungen, welche in den Seitentheilen
des Instruments angebracht sind. Oben an der Papierführung ist an jeder Seite eine
Zahnstange L, Fig. 3, angebracht, in welche von jeder Seite eine gewöhnliche Hemmung
eingreift, B, Fig. 3. Jede Hemmung ist an einer senkrechten Spindel drehbar befestigt, von welcher
eine starke Stange rechtwinklig absteht, K, Fig. 2 und C, Fig. 3. Ferner ist die Papierführung
an jeder Seite des Längseinschnitts mit einer kleinen Walze versehen; zwischen diesen
Walzen und über dem Einschnitt wird das Papier gehalten, wenn der Druck bewirkt wird.
Der. Zweck der Zahnstangen an jeder Seite der Papierführung nebst der in sie eingreifenden
Hemmung besteht, wie man ersehen wird, darin, die Bewegung der Papierführung zu erzeugen
und zu controliren, wenn die Typen ihren Druck auf das Papier vollbringen, welches
von der Führung gehalten wird. Die Hemmungsbewegung wird in folgender Weise bewirkt. Wenn irgend eine gegebene Type veranlafst
worden ist, ihre senkrechte, zum Druck geeignete Stellung anzunehmen, indem ein Strom
durch die gröfsere Spirale E in der bereits angedeuteten Weise geleitet wird, so hat sich auch
die Armatur der senkrechten Lage mehr genähert, wie vorher, und wird in derselben dadurch
erhalten, dafs die kleine Feder gegen die Type drückt und die Type ihrerseits gegen die
Armatur drückt. Dies ist die Lage der Armatur, wenn die Type im Begriff ist, zu drucken,
und beim Fortschreiten der Bewegung des Rades kommt das Schwanzende der Armatur oder dasjenige
Ende, welches bei Y, Fig. 2, gezeigt ist, mit einem an der vorstehenden Stange K, Fig. 2,
und C, Fig. 3, befindlichen Zapfen in Contact, so dafs der Hebel der Hemmung um seinen
Drehpunkt bewegt wird und die Papierführung für jeden Buchstaben, welcher gedruckt oder
angezeigt wird, um einen Zahn der Zahnstange weiter rückt. Diese Bewegung findet auf beiden
Seiten der Papierführung statt, auf welcher Seite des Rades die zum , Druck bezeichneten Typen
sich auch befinden. M, Fig. 2, ist eine kleine Stahlwalze, welche in geeigneten Lagern und
Stützen rotirt, die auf einer festen Basis angebracht sind. Diese Walze, auf welcher sich das
Papier bewegt, ist dazu bestimmt, den Druck der Typen aufzunehmen. Vorausgesetzt, das
Papier bewegt sich durch Oeffnung JV, Fig. 2,
aufwärts, alsdann durch einen dünnen Schlitz in der Papierführung bei O, Fig. 2, hierauf
unter der Walze P hindurch über den Längseinschnitt in der Mitte hinweg, unter Walze P2,
Fig. 3, und durch einen entsprechenden Schlitz auf der anderen Seite der Papierführung hinab
und durch die Oeffnung Q des Instrumentes heraus. In Fig. 3 ist O ein dünner Schlitz und
O2 der andere; R ist der mittlere Längseinschnitt,
durch welchen die Typen ihren Eindruck auf das Papier und die unter demselben befindliche Stahlwalze M, Fig. 2, machen, wenn
gedruckt wird. P und P1, Fig. 3, sind die beiden erwähnten Walzen. Die Lager des Typenrades
A sind in einer beweglichen Axenbüchse enthalten, welche sich in einer geeigneten Oeffnung
in jedem Seitenstück des Gestells des Instrumentes befinden; B, Fig. 1, zeigt die Oeffnung
und B2, Fig. 1, die Axenbüchse; die punktirten Kreislinien stellen die Lager des Typenrades
A dar. Diese Axenbüchse steht an. der
unteren Seite mit einem verticalen Hebel C, Fig. i, in Verbindung, welcher an dem Seitenstück
des Instruments bei D, Fig. i, drehbar befestigt ist. Dieser senkrechte Hebel ist seinerseits
mit einem Längshebel E, Fig. i, und U,
Fig. 3, verbunden, und dieser betreibt eine gewöhnliche Umkehrvorrichtung, wie sie bei V,
Fig. 3, dargestellt ist. In derselben' ist W eine lose Riemscheibe und X eine feste Scheibe;
beide sind auf dem Ende einer Walze angebracht, welche in ihrer ganzen Länge mit einem
archimedischen Schraubengewinde versehen ist; dieses Gewinde arbeitet in einer entsprechenden
Mutter, welche fest mit der Papierführung verbunden ist; die Walze P2 ist mit einem kleinen
konischen Rad Y, Fig. 3, versehen, welches in ein anderes konisches Rad Z, Fig. 3, greift,
von welchem eine hintere Ansicht im Detail in Fig, Ii dargestellt ist.
Am Boden des Instruments befindet sich ein Federstopper, welcher bei U, Fig. 2, dargestellt
und in Fig. 7 im Detail gezeichnet ist. Mit der beweglichen Axenbüchse B'2, Fig. 1, fest
verbunden, ist die Spindel, an welcher die Hemmung angebracht ist, so dafs, wenn das
untere Ende des senkrechten Hebels O, Fig. 1,
von rechts nach links oder. in anderen Worten in der Richtung bewegt wird, in welcher die
Papierführung sich bewegt, wenn der Druck' stattfindet, das Rad in seinen Lagern gehoben
und auch die Hemmungsbewegung, welche damit verbunden ist, aus der Zahnstange herausgezogen
wird.
Nachdem ich so die Haupttheile des Instruments beschrieben, werde ich im folgenden
seine Wirksamkeit ausführlich erörtern und dabei die übrigen Constructionstheile, welche in
der obigen Beschreibung noch nicht erwähnt sind, specificiren.
Das Typenrad A wird durch irgend einen geeigneten.Motor getrieben, welcher stark genug
ist, um dem Rade wenigstens 1000 Umdrehungen per Minute mitzutheilen. Da es in der
Praxis unmöglich ist, mehr als 200 Worte pro Minute anzugeben (der Durchschnittssatz einer
Rede ist nur 120 Worte pro Minute), so geben 1000 Umdrehungen des Typenrades A auf jeden
erforderlichen Buchstaben eine Umdrehung, wenn man durchschnittlich 5 Buchstaben auf ein Wort
rechnet, wie das als Basis zu nehmende telegraphische Probewort »Paris«. Die Typen werden
jedoch in dem Typenrad so arrangirt, dafs die Buchstaben, welche am unwahrscheinlichsten
in Combination zusammentreffen, einander am nächsten und diejenigen, welche am wahrscheinlichsten
in Combination treten, am weitesten aus einander placirt werden. Praktisch hat sich
diese Einrichtung sehr gut bewährt, indem so eine Grenze für das Sprechen in der Geschwindigkeit
des Typenrades gefunden wird, oder in anderen Worten, der Arbeiter findet es bei einer
Geschwindigkeit des Typenrades von 1000 Umdrehungen pro Minute unmöglich, die Buchstaben
schneller anzuzeigen, wie sie gedruckt werden können.
Fig. 8 ist der Schreibtisch oder derjenige Theil des Instruments, auf welchem der Telegraphist arbeitet, um die gewünschten Resultate
zu erzielen. Es ist dies eine Elfenbeintafel> welche mit dünnen Silberdrähten versehen ist,
die in gleichem Niveau mit der Fläche abschneiden und elektrisch vermittelst der bei S, Fig. 2,.
dargestellten kleinen Elfenbeinstange mit den Metallringen an der Axe des Typenrades A ver-'
bunden sind, welche bei T, Fig. 2, im Querschnitt dargestellt sind. Jeder Draht ruht gleich einer
Feder gegen seinen bezw. Metallring. Alle Drähte in dieser Schreibtafel bilden ein Polende
eines elektrischen Stromes, in welchem die gröfseren Spiralen E, Fig. 2, am Typenrade A.
eingeschaltet sind und das andere Polende des Stromes befindet sich in einem oder zwei (je
nachdem man mit einer Hand oder beiden arbeitet) geeigneten Federhaltern gleichenden Stäben
A, Fig. 12. Vorausgesetzt, das Typenrad ist durch' die bereits angedeuteten Mittel in
Bewegung gesetzt worden, so führt der Arbeiter oder Telegraphist entsprechend den Worten,
welche er zum Abdruck bringen will, den Stab auf der Schreibtafel herum, so dafs er die in
derselben befindlichen Drahtenden berührt; bei jedesmaligem Berühren eines Drahtes wird der
Strom für den betreffenden Elektromagneten E geschlossen, die Armatur befreit die Type und
der Abdruck erfolgt, wenn das Rad zu dem Punkte kommt, wo die Walze M liegt. Sobald
eine Type zum Abdruck gelangt ist, kommt die Armatur dieser Type mit einem ^ -förmigen
Vorsprung in Berührung, welcher von einer geeigneten, in Fig. 6 dargestellten Stütze getragen
wird und durch die Bewegung des Typenrades sich zwischen die Vorderseite der gröfseren
Spirale E, Fig. 2, und das Ende L der Armatur schiebt. Die Armatur fällt so zurück, indem
die Spannkraft der Feder, welche die Type in die Drucklage preiste, durch die mechanische
Kraft überwunden worden, mit welcher der keilförmige Vorsprung durch die Bewegung
des Typenrades zwischen die Spirale und die Armatur getrieben wurde. Sofort, wenn die
Armatur in ihre schräge Lage gebracht worden, wird sie in derselben erhalten, indem das
Schwanzende der Armatur von der kleineren Spirale D, Fig. 2, angezogen wird, welche mit
einer Kraft festhält, welche die Feder nicht überwinden kann. Ist eine bestimmte Anzahl
Typen zum Abdruck gelangt, entsprechend der Gröfse und Art des Gusses der angewendeten
Type und gemäfs den Dimensionen der Papierführung, so hat jede Armatur, welche zu den
so angezeigten Typen gehört, die Hemmung in der bereits beschriebenen Weise bewegt; und
da dieselbe in die Zahnstange eingreift, so ist die Papierführung weiter bewegt worden bis zu
einem Punkte, wo, ein vorspringender Stift K, Fig. i, und V, Fig: 2 ■, welcher mit der Papierführung
fest vereinigt ist und sich in einem
Einschnitt in den Seitenstücken des Instruments bewegt, mit dem senkrechten Hebel C, Fig, ι,
in Berührung kommt und denselben so weit bewegt, bis er gegen die untere Seite der Axen-.büchse
D~, Fig. i, stöfst. Die Folge ist die, dafs die Axenbüchse gehoben, und so das
Typenrad vom Papier entfernt wird. Die Hemmung wird dann zwischen den Zähnen der
Zahnstange herausgeschoben, die Hebelvorrichtung E, Fig. i, und U, Fig. 3, welche oben beschrieben,
wirft einen Riemen von der losen Scheibe auf die feste, welche an die Schraubenwelle
festgekeilt ist, und die Papierführimg wird schleunigst rückwärts bewegt, um eine neue
Linie anzufangen. Während dieser Rückwärtsbewegung kommt ein Zahn des äufseren konischen
Rades Z, Fig. 3, mit dem Federstopper U, Fig. 2 und Fig. 7, in Contact und das Papier
wird für die nächste Linie genügend weit ausgerollt. Alle soeben beschriebenen Bewegungen
gehen gleichzeitig von statten und haben den Zweck, das Papier in solcher Weise zurückzuführen,
dafs es eben so wenig, wie die Papierführung, der entgegengesetzten Bewegung des
Typenrades ausgesetzt ist. Wenn die Papierführung den Rückweg ausgeführt hat, so kommt
eine Stoppvorrichtung V1 Fig. 1, am entgegen-,
gesetzten Ende mit der anderen Seite des senkrechten Hebels C, Fig. 1, in Contact und läfst
das Typenrad in seine Drucklage herab, wirft den Riemen auf die lose Scheibe und stellt
auch sonst die Sachlage wieder her, welche durch die Wirkung des ersten Stoppers aufgehoben
worden war. Man wird sehen, dafs während dieser Rückwärtsbewegung der Telegraphist
in keiner Weise seine Manipulationen zu inhibiren braucht, und sollte, wie es wahrscheinlich
der Fall sein dürfte, eine Type von ihm angezeigt und in ihre Drucklage gebracht worden
sein, in dem Momente, wo das Papier sich rückwärts bewegte, so wird es mit dem Typenrade,
ohne zum Abdruck zu gelangen, herumgeführt, und ohne in ihre Nichtdrucklage versetzt
zu werden. Der Grund hierfür ist der, dafs das Typenrad selbst, wie oben erwähnt,
aufser Contact mit dem wiederherstellenden (^ Vorsprung gesetzt worden ist. Die zum
Druck angezeigte Type bleibt daher während des Zeitraumes, welchen die Rückwärtsbewegung
der Papierführung in Anspruch nimmt, in jener Lage, bis die Führung zurückgegangen ist, was
in weniger Zeit geschieht, als zu einer Umdrehung des Typenrades gehört. Die soeben
beschriebenen Theile des Instruments bilden . nebst ihren entsprechenden Bewegungen und
Functionen neue Gesichtspunkte von grofsem Nutzen, sie erklären die vollkommen selbstthätige
Wirksamkeit des Instruments und zeigen, wie unabhängig dasselbe von der Manipulation
des Telegraphisten in dieser Beziehung ist. Derselbe ist der Nothwendigkeit überhoben, das
Instrument zur Regulirung des Papiers zu berühren und kann seine Arbeit auf der Schreibplatte ohne
die geringste Unterbrechung fortsetzen.
Die Schreibtafel, Fig. 8, enthält die Polenden von jedem der gröfseren Elektromagneten B,
Fig. 2, wie bereits bemerkt, und sind dieselben bezüglich des häufigen Vorkommens eines elementaren
oder zusammengesetzten Worttheils, d. h. eines Buchstaben oder einer Buchstabenverbindung
so arrangirt, dafs die einfachste Form für diejenigen Worte oder Worttheile und Phrasen, welche am häufigsten in der Sprache
angewendet werden, gewählt ist. Diese Schreibtafel ist von einer Metallplatte umgeben bezw.
in dieselbe eingelassen, so dafs die Flächen oben gleiches Niveau haben. Diese äufsere Metallplatte
ist elektrisch mit der Spirale der Spatientype im Typenrade verbunden, so dafs der
Telegraphist beim Schreiben nur nöthig hat, seinen Zug Um ein geringes auszudehnen, von
dem Punkte, wo der letzte Buchstabe eines gegebenen Wortes geschrieben ist, um den
nöthigen Zwischenraum zwischen jenem Worte und dem folgenden, und in anderen Fällen,
wo ein solcher Zwischenraum erforderlich ist, herzustellen. Die Spatientype im Typenrade
ist eine Type wie die übrigen, nur etwas kürzer, so dafs sie das Papier nicht berührt, aber
trotzdem, ,weil ihre Armatur die Hemmung berührt, das Papier und die Papierführung weiter
bewegt.
Ich bringe eine kleine Walze, Fig. 9, an, mit welcher die Typen im Typenrad in Berührung
kommen und von welcher sie die Farbe für den Druck bekommen. Diese Walze überziehe
ich mit Kohlenpapier oder einer abfärbenden Substanz in fester Form, da ein Abdruck von
solcher sich schön klar und scharf abgegrenzt repräsentirt und das ganze Verfahren in jeder
Beziehung weit reinlicher ist, als wenn flüssige Farbe bezw. Tinte angewendet wird. Dieses
Kohlenpapier oder die sonstige an dessen Stelle angewendete Substanz, welche die Walze bedeckt,
kann so präparirt sein, dafs der dadurch bewerkstelligte Druck in der Presse copirt werden
kann, gleich den mit Copirtinten geschriebenen Manuskripten. Es kann jede Papierstärke
angewendet werden, da das Typenrad sich demselben, vermöge seiner Fähigkeit, sich in seinen
Lagern zu heben, sofort anpafst, und gestatten die Einschnitte, in welchen sich die Axenbüchsen
bewegen, diese Erhöhung des Typenrades.
Zum Betrieb des Instruments hat der Arbeiter sich natürlich die erforderliche Fertigkeit, anzueignen
und besteht dieselbe, wie bereits erläutert, in dem Bewegen der Schreibstäbe, welche
den einen Pol darstellen, unter Benutzung einer oder beider Hände über die Schreibtafel, so
dafs dieselbe berührt wird, und die so für irgend ein Wort bezw. für den Theil eines
Wortes nothwendigerweise zu machende Bewegung hat den Charakter einer Hieroglyphe oder
eines Kurzschriftzeichens. Daher . ergiebt sich, dafs Kurzschriftzeichen, welche nach einem bestimmten
Gesetz, welches der Arbeiter sich anzueignen hat, auf der Tafel geschrieben werden
in der bereits beschriebenen Weise, sofort in gedruckte gewöhnliche Schrift übersetzt werden.
Das in Fig. 13 dargestellte Arrangement von Buchstäben ist der englischen Sprache angepafst
und ist es natürlich bei. jeder anderen Sprache nöthig, ein Buchstabenarrangement zu
treffen, welches den Eigenthümlichkeiten der Orthographie derselben entspricht; daher beschränke
ich mich auch nicht auf das in der Zeichnung dargestellte Buchstabenarrangement.
Um beim Schreiben der nothwendigen Zeichen Abweichungen auf der Tafel zu vermeiden, wird
ein starkes Vergröfserungsglas zwischen den Händen und den Augen des Arbeiters eingeschaltet,
wodurch bewirkt wird, Irrthümer in der genauen Richtung auf ein Minimum zu beschränken.
Nachdem ich so meine Erfindung beschrieben und die besten mir bekannten Methoden
der Ausführung erläutert habe, bemerke ich, dafs ich mich nicht auf die angegebenen und
in den Zeichnungen dargestellten Details beschränke, da dieselben variiren können, ohne
von dem eigenthümlichen Charakter und Zweck meiner Erfindung abzuweichen.
Claims (8)
- Patent-Ansprüche:ι. Die oben beschriebene allgemeine Einrichtung und Construction des Instruments und die Anwendung von Elektricität und Magnetismus auf ein solches, zur Lieferung derjenigen Kraft und Wirksamkeit, durch Welche das Instrument bis zu dem oben beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Grade in Leistung tritt.
- 2. Die Construction und Anwendung eines Typenrades in Verbindung mit Magneten und Armaturen, wie beschrieben.
- 3. Die Construction und Anwendung der Typenradaxe mit den Contactringen zu dem angegebenen Zweck und der denselben entsprechenden Contactpunkte, wie oben beschrieben.
- 4. Die Construction und Anwendung der Papierführung und der Einrichtung zur Vorwärts- und Rückwärtsbewegung derselben, wie oben beschrieben. ·
- 5. Die Einrichtung zum Heben des Typenrades in seinen Lagern während des Rückganges der Papierführung, wie oben beschrieben.
- 6. Die Construction und Anwendung der Schreibtafel in Verbindung mit einem oder zwei Schreibstäben, welche das Drahtende enthalten, wie oben beschrieben.
- 7. Die Einrichtung zur Weiterbewegung des Papiers um den Raum einer Zeile, wie oben beschrieben.
- 8. Die Einrichtung der Buchstaben auf der Schreibtafel in Verbindung mit dem Instrument im allgemeinen zu den oben beschriebenen allgemeinen Zwecken.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1149225B (de) | 1958-09-11 | 1963-05-22 | Hans Kreidel | Rohrbiegevorrichtung |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1149225B (de) | 1958-09-11 | 1963-05-22 | Hans Kreidel | Rohrbiegevorrichtung |
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