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Verfahren, auf flachen Kulierwirkmaschinen zwei oder mehr Fäden gleichzeitig
sicher getrennt zu kulieren und zu verteilen, und Vorrichtung zur Ausführung des
Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren auf flachen Kulierwirkmaschinen,
mit dem beim Kulieren von zwei oder mehr Fäden diese sicher getrennt in die für
jeden Faden vorgesehene Kehle der Kulier- und Verteilplatine gelegt werden.
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Bei den bisher bekannten flachen Kulierwirkmaschinen wird eine gewisse
Sicherheit in der getrennten Legung der Fäden in die Kehlen der Kulierplatinen,
z.B. beimArbeiten von Plattierware, .dadurch erreicht, daß die zwei Fadenführer,
welche die beiden Fäden legen, in bestimmtem Abstand hintereinander laufen, so daß
der vom ersten Fadenführer gelegte Faden, der von der auf dem Abschlagkamm hängenden
Ware aus zur Waagerechten in einem spitzeren Winkel liegt als der vom nachfolgenden
Fadenführer gelegte Faden, immer unterhalb des Fadens des nachfolgenden Fadenführers
in die Kehle <ler Kulierplatine gelegt wird. Dieses Verfahren kann naturgemäß
bei der feinsten, praktisch vorkommenden Teilung angewendet werden, gibt aber keine
Sicherheit, daß die beiden Fäden tatsächlich in der gewünschten Lage von den Platinen
kuliert und verteilt werden, so daß ein vollkommen reines Plattieren, Verstärken,
Henkelplüsch-Futterfadenlegen oder Mustern mit Wendeplatinen kaum erreichbar ist,
weil die praktischen Abstände der Fäden, wie sie vor der Kulierplatine liegen, so
klein sind, daß das geringste Schleudern eines der beiden Fäden genügt, um ihre
gewollte Lage in der Platinenkehle zu wechseln. Durch den Vorlauf des ersten Fadenführers,
der den Faden für die Grundware legt, vor dem zweiten Fadenführer, der mit geringst
möglichem Vorlauf vor der jeweils kulierenden Platine den Plattierfaden oder Verstärkungsfaden
bzw. den Musterfaden legt, muß die Bewegungsgeschwindigkeit der Fadenführer bekanntlich
gegenüber der Bewegung des Fadenführers bei der Herstellung von glatter Ware stark
herabgesetzt werden, d. h. es muß beim Arbeiten von plattierter, verstärkter, mit
Henkelplüsch versehener oder wendeplattierter Ware usw. viel langsamer kuliert werden
als bei glatter Ware.
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Es ist verschiedentlich versucht worden, diese Nachbeile zu beseitigen
und gleichzeitig mit drei Fäden, arbeiten zu können, indem an einem Fadenführer,
der gleichzeitig zwei oder drei Fäden führt, zwei ,oder drei untereinanderliegende
Austrittsstellen für die Fäden, angeordnet sind, die jeweils in der Höhe liegen,
daß sie von der jedem Faden zugeteilten Kehle in den Platinen gefaßt werden. Dieser
bekannte Fadenführer muß also zwischen die Kulier- und Verteilplatinen hineinragen,
so daß die Anwendung dieses Verfahrens bzw. die Verwendung der verfahrensgemäßen
Vorrichtung nur bei den Teilungen möglich ist, bei denen der Abstand zwischen Kulierplatine
und der folgenden Verteilplatine so groß ist, daß das Fadenröhrchen des Fadenführers
dazwischen stehen kann, ohne von der seitlich
von ilirn stehendenKtilier-
oder Verteilplatine beriihrt zu werden. Um mit dieser bekannten Vorrichtung eine
einigermaßen sichere Legung in die Platinenkehlen zu erhalten, muß der Vorlauf der
Fadenführer so kurz als möglich gehalten werden, woraus sich die allgemein bekannte
Folgeerscheinung ergibt, daß mit noch niedrigerer Geschwindigkeit gearbeitet werden
muß als beim vorher erwähnten bekannten Plattierverfahren mit zwei Fadenführern,
die sich mit Vorlauf vor den kulierenden Platinen und mit Vorlauf untereinander
bewegen. Anderseits ist es bei dem zweiten bekamiten Verfahren auch nicht ausgeschlossen,
daß durch die Schleuderbewegung der Fadenteile, die durch kurzen Vorlauf so klein
wie möglich gemacht werden, zwischen Austrittsstelle aus dem Fadenführer _ und der
auf dem Abschlagkamm hängenden Warenmasche am Anfang bzw. am Ende der Maschenreihe
und zwischen der Austrittsstelle am Fadenführer und der der jeweiligen Stellung
des Fadenführers entsprechend eben kulierenden Platine trotz der in einem Fadenführer
untereinanderliegenden Austrittsösen für die zwei oder drei Fäden ein ungewollter
Wechsel in der Lage der Fäden in den Platinenkehlen und folglich in der Legung der
Fäden in der Ware eintreten kann.
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Es ist weiter versucht worden, das Getrennthalten der Fäden beim Kulieren
dadurch zu erreichen, daß die Platinen zwei Kehlen erhalten, in die sich die Fäden
legen sollen. Jedoch konnte auch hiermit die gewollte reine Trennung nicht erzielt
werden, da die Sicherheit dafür nicht gegeben war, daß sich jeder Faden tatsächlich
in die vorgesehene Kehle legt. Ferner trat durch die notwendigerweise mehr oder
weniger gewölbteVerbindungskante zwischen oberer und unterer Kehle beim »Auftragen«
eine Spannung erzeugende Verschiebung des in der oberen Kehle zur Schleife kulierten
Fadens ein, wenn diese von den nach unten gehenden Stuhlnadeln zum Auftragen auf
den Platinenschnabel gezogen wurde.
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Auch die bekannte lange Nase zwischen den beiden Kehlen solcher Platinen
gibt keine Sicherheit für das Legen der Fäden in die richtige Kehle; die Fäden werden
lediglich in der Zeit des Kulierens, wenn sie einmal in die Kehlen gelegt sind,
sicher in diesen gehalten, also auch dann, wenn aus vorgenannten Gründen ein Verlegen
der Fäden in die falsche Kehle erfolgt ist.
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Eine andere bekannte Plattiervorrichtung sorgt für sichere Legung
der Fäden auf den Nadelschäften, um bei Verwendung zweier nach darbe oder Fasergattung
verschiedener Fäden beliebige Muster zu erzeugen, indem die mustergemäße Verteilung
der beiden Fäden über die ganze Warenbreite unter Vermittlung von Musterplatinen
erfolgt, die zwischen den Nadeln und gegenüber den Kulierplatinen angeordnet sind
und durch eine vor dem Kulieren in Richtung der Nadelschäfte bewirkte axiale Verschiebung
zueinander den einen der beiden Fäden dem Nadelhaken zunächst legen, um dadurch
dessen Lage auf der rechten Seite des Gewirkes herbeizuführen. Dadurch wird zwar
die Lage der Fäden auf den Nadelschäften in der gewünschten Weise erzielt, aber
nicht die gewünschte. Legung der Fäden in die Kehle oder Kehlen der Kulier- und
Verteilplatinen. Bei falscher Legung der beiden Fäden in die Platinenkehle aus den
vorgenannten Gründen erfolgt selbstverständlich auch eine falsche Legung der Fäden
auf den Nadelschäften durch die Musterplatinen der genannten bekannten Vorrichtung.
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Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden sämtliche Nachteile beim
Legen der Fäden in die Kehle der Platinen beseitigt. Nach diesem Verfahren werden
die Fäden beim Kulieren sofort nach dem Austritt aus den voreinander stehenden,
ohne Vorlauf zueinander und mit gewöhnlichem Vorlauf zur kulierenden Platine sich
gemeinsam bewegenden Fadenführern, deren Austrittsöffnungen über der Oberkante der
Verteilplatine stehen, mechanisch getrennt, wobei die zwangsläufige Trennung so
lange beibehalten wird, bis durchkuliert ist und die Verteilplatinen sich zum Verteilen
vorwärts bewegen.
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Als Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens werden besondere Trennwerkzeuge
vorgeschlagen, die die Trennung der aus den Fadenführern austretenden Fäden bewirken,
von denen je eins vor jeder Verteilplatine steht und die, durch die Nadeln greifend,
so lange in dieser "Trennstellung stehenbleiben, bis das Verteilen beginnt. Während
des Verteilens bewegen sich diese Trennwerkzeuge in der Bewegungsrichtung der Verteilplatinen,
vor diesen hereilend, so zwischen den von ihnen getrennt gehaltenen Fäden hindurch
in ihre Stellung außerhalb der Stuhlnadeln, daß ein schädliches Verschieben der
getrennten Fäden nicht erfolgt. In dieser Stellung außerhalb der Stuhlnadeln verharren
die Trennwerkzeuge so lange, bis die Kulier- und Verteilplatinen nach dem Abschlagen
wieder in ihre Grundstellung zurückkehren, während welcher Arbeitsfolge der Platinen
die Trennwerkzeuge, hinter den Verteilplatinen her-,eilend, wieder in ihre Trennstellung
einschwenken.
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Diese Trennwerkzeuge sind in einer Barre zum Kamm vereinigt, die so
vor den Stuhlnadeln angeordnet ist, daß die Spitze jedes Trennwerkzeuges nahezu
in der Höhe der
Fadenaustrittsstellen der Fadenführer und zwischen
den Bewegungsbahnen der fadenführenden Fadenführer steht. Jedes Trennwerkzeug ist
vom Ende seiner Spitze aus in seinem weiteren Teil nach dem Schaft zu so geformt
und verbreitert sich in der senkrechten Ebene derart, daß die in der Trennstellung
der Trennwerkzeuge vor und hinter der Spitze liegenden Fäden durch zweikehlige Kulierplatinen
mit gerader senkrechter Kante zwischen den beiden Kehlen zwangsläufig in dem Abstand
der beiden Platinenkehlen voneinander gelegt werden, wobei die Oberkante jedes Trennwerkzeuges
mit dem oberen Schenkel der oberen Platinenkehle und die Unterkante jedes Trennwerkzeuges
mit dem unteren Schenkel der unteren Platinenkehle die die Lage der Fäden nach unten
und oben begrenzenden Kanten bilden.
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Erst durch die erfindungsgemäßen Trennwerkzeuge ist es möglich geworden,
in der flachen Kulierwirkmaschine. mit den erfindungsgemäßenPlatinen sicher zwei
oder mehr Fäden getrennt gleichzeitig einzulegen, also mit solchen Platinen, bei
denen zwischen den beiden Kehlen keine Nase angeordnet ist, die dem Getrennthalten
der beiden Fäden dienen soll. Dieses Getrennthalten besorgen gemäß der Erfindung
die Trennwerkzeuge.
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Gemäß weiterer erfindungsgemäßer Ausgestaltung der Vorrichtung zur
Ausführung des Verfahrens werden zum Getrenntkulieren von drei Fäden Trennwerkzeuge,
in einer Barre zu einem Kamm vereinigt, vorgeschlagen, die mit zwei Spitzen versehen
sind, die in der Trennstellung mit ihrem Ende nahezu in der Höhe der Fadenaustrittsstellen
der Fadenführer zwischen den Bewegungsbahnen der Fadenführer stehen und die in ihrem
weiteren Teil nach dem Schaft des Trenn-Werkzeuges zu so geformt sind und sich in
der senkrechten Ebene so verbreitern, daß die vor und hinter den Spitzen liegendenFäden
durch erfindungsgemäße zweikehlige Kuller- und Verteilplatinen mit gerader Kante
zwischen den beiden Kehlen zwangsläufig in dem erforderlichen Abstand voneinander
gelegt werden, wobei die Oberkante der vorderen Spitze des Trennwerkzeuges mit dem-
oberen Schenkel der oberen Platinenkehle und die Unterkante der hinteren Spitze
mit dem unteren Schenkel der unteren Platinenkehle die Lage der Fäden begrenzen,
während der mittlere Faden von der unteren Kante der vorderen Spitze und der oberen
Kante der hinteren Spitze in seiner Lage gesichert wird.
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Zur Herstellung von wendeplattierter Ware mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren sind mit den Trennwerkzeugen zusammenwirkende Kulierwendeplatinen vorgesehen,
die zwei durch eine gerade Kante miteinander verbundene Kehlen besitzen, wobei die
obere Kehle für den Plattierfaden bestimmt ist und die untere Kehle für den Grundfaden
und am Schnabel die an sich bekannte Wendeausbuchtung vorgesehen ist. Die mit den
Kulierplatinen zusammenarbeitenden Verteilplatinen besitzen in gleicher Lage wie
bei den Kulierplatinen eine Plattierfadenkehle, die durch eine gerade Kante mit
dem an sich bekannten Wendeschlitz verbunden ist, der an der Stelle beginnt, wo
der Scheitelpunkt der Grundfadenkehle der Kulierplatine liegt.
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In der Zeichnung sind beispielsweise Ausführungen der Vorrichtung
zur Ausführung des Verfahrens dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i bis q. eine Arbeitsfolge
eines Trennwerkzeuges für zwei Fäden, Abb. 5 den Kopf einer Kulierplatine für zweifälliges
Arbeiten nach den Abb. i bis 4, Abb.6 den Kopf einer zur Kulierplatine nach Abb.
5 gehörigen Verteilplatine, Abb.7 eine Vorderansicht der Fadenlage während des Kulierens
in der Stellung der Trennwerkzeuge (nach Abb. 2), und zwar im Schnitt durch die
Trennwerkzeuge in Richtung VII-VII (Abb. 2), Abb. 8 eine Oberansicht der Lage der
Trennwerkzeuge (nach Abb.2) zu den Platinen und Stuhlnadeln und der Fadenlage, Abb.
9 ein Trennwerkzeug für drei Fäden, Abb. io eine Vorderansicht der Fadenlage bei
dreifälligem Arbeiten während des Kulierens (mit geschnittenen Trennwerkzeugen),
Abb. i i Trennstellung eines Trennwerkzeuges bei der Herstellung zweifälliger wendeplattierter
Ware, Abb. 12 und 13 Platinen hierzu, Abb. 14 die Seitenansicht der Stellung eines
Trennwerkzeuges zum Trennen von zwei Fäden beim Arbeiten mit vier voreinander stehenden
Fadenführern.
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Bei der Anwendung des erfin@dungsgemä.9en Verfahrens stehen sämtliche
Fadenführer, gleichviel ob mit zwei oder mit drei Fäden gearbeitet wird, in einer
Höhe über der Oberkante der Verteilplatinen und in der Kulierrichtung ständig voreinander,
wie die Abb. i bis q., ; und 8, 9 und i o sowie Abb. i i und 14 zeigen.
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Beim erfindungsgemäßen Trennen von zwei Fäden zum Herstellen einfacher
oder verstärkter Plattierware werden die beiden Fäden 5 und 6 (Abb. i bis 4) vorzugsweise
von dem hinteren Fadenführer i bzw. dem vorderen Fadenführer 3 geführt, während
der mittlere Fadenführer 2 als Verstärkungsfadenführer vorgesehen ist. Im übrigen,
außer dem Fehlen des Vorlaufs zwischen den Fadenführern, ist ihre Stellung die gleiche,
wie bisher bekannt. Ihre Fadenaustrittsöffnung liegt etwas über der Oberkante 7a
der
Verteilplatine ; und etwas niedriger als die Oberkante 8a der
Kulierplatine B. Die Verteilplatinen 7 und die Kulierplatinen 8 werden in bekannter
Weise im Platinenkopf geführt, von dem in den Abb. 1, 2, 3, q., 9, 11 und 14. ein
Teil des Platinenkopfoberteiles io und ein Teil des Platinenkopfunterteiles i i
dargestellt sind. Die Stuhlnadel i2 wird von der Nadelbarre 13 getragen und bewegt
sich in bekannter Weise zwischen den einzelnen Blättchen des Anschlagkammes 14.,
auf den die Ware 15 aufliegt. Die gegenläufigen Bewegungen dieser wesentlichen Werkzeuge
der flachen Kulierwirkmaschine, nämlich die Bewegung der Platinen, der Stuhlnadeln
12 und des Abschlagkammes 14, ändern sich beim Arbeiten nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren in keiner Weise. Lediglich die drei Fadenführer 1, 2, 3 führen zusammen
dieselbe Bewegung aus, die in bisher bekannter Weise bei glatter Ware nur ein Fadenführer,
z. B. der Fadenführer i, ausgeführt hat. Die zwei Fadenführer i und 2 oder alle
drei Fadenführer 1, 2, 3 bewegen sich also als zusammenhängendes Ganzes mit der
gewöhnlichen Geschwindigkeit, wie sie bei der Herstellung glatter Ware üblich ist,
und mit dem gewöhnlichen Verlauf.
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Vor jeder Verteilplatine 7 steht j e ein besonderes Trennwerkzeug
16 (Abb. 7 und 8). Sämtliche Trennwerkzeuge sind in einer Barre 17 festgemacht und
bilden in ihrer Gesamtheit einen Kamm von der Länge der gesamten Fontur. Der Schaft
16a des Trennwerkzeuges 16 (Abb.3) liegt in der Trennstellung in ungefährem rechtem
Winkel zu der Ebene der Stuhlnadeln 12 (Abb. i). Seine Spitze 16b ist so geformt,
daß dieselbe in der Trennstellung (Abb. i) mit ihrem Ende 169 nahezu zwischen die
Austrittsöffnungen. der Fadenführer i und z tritt. Der Arbeitsvorgang ist folgender:
Kurz vor Beginn des Kulierens steht der Trennwerkzeugkamm 16, 17 in seiner Trennstellung
(Abb. i), d. h. das Ende 16s seiner Spitze 16b jedes Trennwerkzeuges steht mit ganz
geringem Abstand unterhalb der Höhe der Austrittsöffnungen der Fadenführer 1, 2,
3 zwischen den Bewegungsbahnen der Austrittsöffnungen der beiden fadenlegenden Fadenführer,
z. B. der Fadenführer i und 3, in vorzugsweiser Ausführung zwischen der Bewegungsbahn
der Austrittsöffnungen des fadenlegenden Fadenführers i und der des keinen Faden
legenden Fadenführers 2, damit ohne waagerechte Verstellung des Trennwerkzeugkammes
16, 17 auch dann die Trennung des Fadens 5 von den übrigen Fäden durch die Trennwerkzeuge
16 erfolgt, wenn die Fadenführer i und 2 Faden legen. Diese Stellung behält der
Trennwerk-Z> 16, 17 bei, bis durchkuliert ist, bis also die Fadenführer i, 2 und
3 eine Reihe durchlaufen haben (Abb. 2). Bewegt sich die Kulierplatine 8 nach vorn
(Abb. 2), dann faßt sie mit einer schrägen Kante 18 der oberen Kehle i9 den Faden
6, der durch die Spitze i 6b des Trennwerkzeuges 16 vom Faden 5 getrennt
gehalten wird, und schiebt ihn mit dieser schrägen Kante 18 so weit nach unten,
daß er auf der mit der Kehle i9 in gleicher Höhe liegenden waagerechten Kante 16e
des Trennwerkzeuges 16 aufliegt, während durch die schräge untere Kante 16d der
Spitze 16b am Trennwerkzeug 16 der hintere Faden 5 an einer geraden Verbindungskante
g der Kulierplatine 8 zwischen der oberen Kehle i9 und der unteren Kehle 2o entlang
nach unten geschoben wird, bis der Faden 5 im der unteren Kehle 20 liegt, die mit
der unteren waagerechten Kante 16e des Trennwerkzeugschaftes i6a in einer Höhe liegt,
so daß die beiden Fäden 5 und 6 unverrückbar durch den Schaft 16a des Trennwerkzeuges
16 bzw. dessen Kanten 16c und 16e auseinandergehalten werden und in der unteren
Kehle 2o bzw. der oberen Kehle 19 der Kulierplatine 8 liegen. Das Verschieben des
in die untere Platinenkehle 2o gehörigen Grundfadens 5 wird nicht allein durch das
Nachuntenschieben des Fadens 5 durch die vorwärts strebende Kulierplatine 8 bzw.
deren senkrechte Kante 9 an der schrägen unteren Kante 16d der Trennwerkzeugspitze
16b entlang erwirkt, sondern wird auch wesentlich dadurch begünstigt, daß dieFäden
5 und 6 an sich durch ihre von den! Trennwerkzeugen in erfindungsgemäßem
Sinne gesicherte Lage in den Kehlen der vorhergehenden Kulierplatinen von
den Fadenführern aus schräg nach unten und schräg nach vorn zu den Stuhlnadeln i2
verlaufen (Abb.7, 8, 2 und io). Mit der Vorwärtsbewegung der Verteilplatinen 7 bewegt
sich der Trennwerk zeugkamm 16, 17 so in Richtung -der Bewegung der Verteilplatinen,
daß die Trennwerkzeuge in der Endstellung der Verteilplatinen (Abb. 3) gleichfalls
die Endstellung ihrer Bewegung beim Herausgehen aus den Stuhlnadeln ängenommen haben.
Diese Stellung behalten die Trennwerkzeuge auch während des Minderns bei. Das Herausbewegen
der Trennwerkzeuge geschieht vorzugsweise in kreisförmigerBahn so, daß die Oberkanten
16c und i6f und Unterkantern 16e und 16,1 sowie das Ende 169 der Spitze 16b der.
herausschwenkbaren Trennwerkzeuge 16 keine Verschiebung der bis vor der Schwenkung
durch sie getrennt gehaltenen kulierten Fäden 5 und 6 bewirken. Nach dem Verteilen
bewegen sich die Nadeln in bekannter Weise nach unten und an die Presse und ziehen
die in der oberen Kehle i9 bzw. 7b der Kulierplatine 8 bzw. der Verteilplatine
7
liegende Schleife an der geraden Kante g bzw. 7d nach unten sicher auf die in der
unteren Kehle 2o bzw. 7" liegende Fadenschleife des Grundfadens 5 (Abb. 3). In der
in Abb. 4 dargestellten Arbeitsfolge bewegen sich sämtliche maschenbildenden Werkzeuge
wieder in die Grundstellung, wie sie in Abb. i dargestellt ist. Die Fadenführer
1, 2 und 3 stehen, wie bekannt, an dem einen oder anderen Ende der Maschenreihe,
um in dem Augenblick, in dem die übrigen maschenbildenden Werkzeuge ihre Grundstellung
erreicht haben, ihre fadenlegende Bewegung wiederaufzunehmen. Die Platinen, Kulierplatinen
8 wie Verteilplatinen 7, bewegen sich in dem in Abb-. 4 festgehaltenen Augenblick
dieser Arbeitsfolge in Richtung A rückwärts, die Nadelbarre bewegt sich in Kulierstellung
in Richtung B wieder nach oben, und der Trennwerkzeugkamm 16, 17 mit den Trennwerkzeugen
16 schwenkt, sich gleichzeitig mit den Platinen bewegend, in Richtung C in seine
erfindungsgemäße Trennstellung ein.
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Beim erfindungsgemäßen Trennen von drei Fäden trägt eine Barre 21
mit zwei Spitzen 22a und 22b versehene Trennwerkzeuge 22 (Abb. g). Es ist angenommen,
daß von drei Fadenführern 1, 2, 3 jeder einen Faden 23, 24,25 legt. Die Spitze 22a
jedes Trennwerkzeuges 22 hat die gleiche Lage wie die einzige Spitze i6b des Trennwerkzeuges
16 zum Trennen von zwei Fäden (Abb. i), während die andere Spitze 22b jedes Trennwerkzeuges
22 mit ihrem Ende in gleicher Höhe wie das Ende der Spitze 22a zwischen dem mittleren
und vorderen Fadenführer 2 und 3 steht. In Abb. g sind eine Kulierplatine 8 und
eine Verteilplatine 38 in Grundstellung dargestellt. Die Kulierplatine 8 wie die
Verteilplatine 38 besitzen zwischen der oberen Kehle 39 bzw. 19 und
der unteren .Kehle 40 bzw.2o eine gerade, senkrecht verlaufende Kante 41 bzw. g.
Diese senkrechte Kante 4.1 ist so lang, daß sie sich zum erfindungsgemäßen Getrenntarbeiten
von drei Fäden eignet. Beim Vorgehen der erfindungsgemäß geformten Kulierplatine
8 wird der Faden 25, der vom vorderen Fadenführer 3 geführt wird, von der oberen
Kante der Kehle ig gegen die obere Kante 22c der Spitze 22b des Trennwerkzeuges
22 gedrückt und gegen willkürliche Bewegung gesichert. Der Faden 24 vom Fadenführer
2 wird durch die Unterkante 22h der Spitze 22b (Abb. g und i o) nach unten
auf die Kante 22e der Spitze 22a geleitet und von dieser zwischen die beiden Fadenführer
i und 2 hineinragenden Spitze 22a des jeweiligen Trennwerkzeuges 22 vom Faden 23
getrennt. Der Grundfaden 23 wird von der geraden Kante 9 der Platine 8 längs
der schrägen Kante 22t der Spitze 22a nach unten in die Kehle 2o geleitet (Abb.
g und io). Das zwangsläufige Machuntenbewegen der Fäden durch die Trennwerkzeuge,
bewirkt durch die Vorwärtsbewegung der erfindungsgemäß gekehlten Kulierplatinen,
wird wie beim Arbeiten mit zwei Fäden auch durch die schräg nach unten und schräg
nach vorn zu den Stuhlnadeln 12 führende Lage .der Fäden zwischen Fadenführer und
Kehle der vorgehenden Kulierplatine begünstigt und ,erleichtert (vgl. Abb. io).
Die vorgehenden Verteilplatinen 38 verteilen die von den Kulierplatinen 8 kulierten
Fäden über ihren Verteilpunkt 39 und 4o für den Faden 25 bzw. 23, während
der mittlere Faden 24 auf einem Verteilpunkt auf der geraden Kante 41 verteilt wird,
der dem Kulierpunkt auf der geraden Kante g der Kulierplatine 8 entspricht. Die
Bewegung und die Form der Bewegung des Trennwerkzeugkammes 21 ist die gleiche wie
die des zur Trennung von -zwei Fäden geeigneten Trennwerkzeugkammes 17 nach Abb.
i bis 4. Auch in dieser erfindungsgemäßen Ausführung zum Trennen von drei Fäden
bewegt sich der Kamm in Richtung der Bewegung der Verteilplatine 38 zwischen den
Stuhlnadeln heraus und geht in der Arbeitsfolge, in der sämtliche Arbeitswerkzeuge
in ihre Grundstellung zurückkehren (Abb.4), von seiner äußersten Stellung wieder
zwischen die Stuhlnadeln hindurch in seine die Fäden trennende Arbeitsstellung zurück
(Abb. 9).
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Zur Herstellung von einfacher wendeplattierter Ware nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren müssen ebenfalls zwei Fäden getrennt werden, was durch das Trennwerkzeug
16 -in oben beschriebener Weise geschieht (Abb. i i) . Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens auf diese 'Arbeit auf der flachen Kulierwirkmaschine werden erfindungsgemäß
Kulierplatinen und Verteilplatinen verwendet, die den Grundfaden bis nach dem Wenden
vom Plattierfaden trennen. Die Kulierplatine 51 (4bb. i i und 12) besitzt neben
der an sich bekannten Wendeausbuchtung 51a zu diesem Zweck zwei Kehlen. 52 und 53,
die durch eine gerade senkrechte Kante 54 miteinander verbunden sind und in die,
durch das jeweilige Trennwerkzeug 16 in erfindungsgemäßer Weise auseinandergehalten,
der Plattierfaden 55 bzw. der Grundfaden 56 sich legt. Die Plattierfadenkehle 57
in der Verteilplatine 58 (Abb. i i und 13) deckt sich in der Grundstellung (Abb.
i i) nach dem Verteilen mit der Plattierfadenkehle 52 in der Kulierplatine 51. Der
Beginn des Wendeschlitzes 59 in der Verteilplätine 58 deckt sich in der Grundstellung
(Abb. i r) und nach dem Verteilen mit der Grundfadenkehle
53 der
Kulierplatine 51. Der Scheitelpunkt der Verteilplatinenkehle 57 und die Stelle der
Verteilplatine, an welcher der Wendeschlitz 59 beginnt, sind erfindungsgemäß durch
eine senkrechte Kante 58a verbunden. Durch das erfindungsgemäße Trennwerkzeug und
die erfindungsgemäße Form der Platinen ist es schwer möglich, daß ein falscher Faden
gewendet wird und somit Fehler in der Musterung entstehen.
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Abb. 14 stellt in beispielsweiser Ausführung die Verwendung eines
für die Trennung von zwei Fäden geeigneten Trennwerkzeuges nach Abb. i bis 4 beim
Trennen von zwei Fäden dar, wenn zur Erzeugung irgendwelcher Musterung von beispielsNveise
drei Fäden nur zwei Fäden getrennt werden sollen. Es sind aus diesem Grunde vier
voreinander stehende, an sich bekannte Fadenführer 1, 2, 3, 4. dargestellt, und
zwar in der Anfangsstellung vor Beginn der Legung einer Kulierreihe. In ebenfalls
bekannter Weise führen lediglich nur die fadenführenden Fadenführer die Legebewegung
aus, so daß nach der beispielsweisen Darstellung in Abb. 1 ¢ nur die die Fäden 77,
79, 8o führenden Fadenführer 1, 3, 4 die hin und her gehende Legebewegung ausführen.
Jedes der erfindungsgemäßen Trennwerkzeuge 16, die in der Barre 17 befestigt sind,
steht mit dem Ende 169 seiner Spitze 16b in erfindungsgemäßer Weise wenig unterhalb
der Höhe des Fadenaustritts aus den Fadenführern zwischen den Bewegungsbahnen des
ersten und des zweiten Fadenführers, so daß der Grundfaden 77 in die untere Kehle
2o der Platine 8 gelegt wird, während in die obere Kehle i9 der Platine 8 zwei Fäden,
nämlich dex Plattierfaden 79 und der Verstärkungsfaden 8o, vom Fadenführer 4 gelegt
werden (Abb. 14). Um Musterungen mit dem Plattierfaden erzeugen zu können, kann
musterungsgemäß der zweite Fadenführer 2, der einen vierten Faden legt, eingeschaltet
werden, während der andersfarbige oder andersartige Faden 79 des Fadenführers 3
musterungsgemäß ausgeschaltet wird. Desgleichen können durch waagerechtes Verschieben
des Trennwerkzeugkammes 17 Musterungen in der Grundware erzeugt werden, indem der
Trennwerkzeugkamm 17 so in Richtung D verschoben wird, daß er zwischen den Austrittstellen
der Fäden aus den Fadenführern 2 und 3 steht und entweder der Fadenführer i oder
der Fadenführer 2, die musterungsgemäß verschiedenfarbige oder verschiedenartige
Fäden führen, musterungsgemäß abwechselnd ein-bzw. ausgeschaltet werden. Wird der
Trennwerkzeugkamm 17 noch weiter in Richtung D llerausgeschoben, so daß die Trennwerkzeuge
16 mit dem Ende ihrer Spitze 16s zwischen den, Austrittsstellen der Fäden aus den
Fadenführern 3 und 4 stehen, dann kann die Musterung der Grundware mit dreierlei
verschiedenfarbigen oder verschiedenartigen Fäden erfolgen, indem musterungsgemäß
entweder der Fadenführer 1, 2 oder 3 ein- bzw. ausgeschaltet wird. So wie das Ein-
bzw. Ausschalten der fadenlegenden Bewegung der einzelnen Fadenführer zu Musterungszwecken
oder zum Zwecke des Plattierens oder Verstärkens in bekannter Weise selbsttätig
erfolgt, kann auch die waagerechte Verstellung des Trennwerkzeugkammes 17 in Richtung
D bzw. in entgegengesetzter Richtung im Zusammenhang mit den selbsttätigen Ein-
bzw. Ausschaltmitteln der Fadenführer auf selbsttätigem Wege erfolgen.
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Diese beschriebene Musterungsmöglichkeit mit den zum Trennen zweier
Fäden geeigneten Trennwerkzeugen 16 kann natürlich entsprechend dem oben unter Bezugnahme
auf die beispielsweise Darstellung nach Abb. 14 beschriebenen erfindungsgemäßen
Verfahren auch bei den zur Trennung von drei Fäden verwendeten-Trennwerkzeugen 22
angewendet werden. Die dadurch gegebene Musterungsmöglichkeit hängt lediglich davon
ab, wieviel Fadenführer in der flachen Kulierwirkmaschine voreinander angeordnet
werden können.
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Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es also möglich, mit etwa
der gleichen Geschwindigkeit auf Maschinen jeder Teilung' zwei oder drei Fäden auf
einmal getrennt zu verarbeiten, bei der in bisher bekannter Weise nur ein Faden
verarbeitet wird, so daß die Geschwindigkeit des Arbeitens bei glatter Ware auch
beim Plattieren, beim Plattieren der Verstärkung, beim Henkelplüscharbeiten, beim
Arbeiten von plattierter oder verstärkter Ware mit Plüschhenkeln und beire Wendeplattieren
angewendet werden kann, weil die Fäden durch die Trennwerkzeuge sicher getrennt
werden und dadurch der geschwindigkeitsvermindernde Vorlauf der Fadenführer untereinander
wegfällt, sämtlichen Fadenführern aber insgesamt der gewöhnliche vorteilhafteste
Vorlauf vor der jeweils kulierenden Platine erteilt werden kann.
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Die erfindungsgemäße periodische Bewegung des Trennwerkzeugkammes
17 bzw. 21 kann mit an sich bekannten Mitteln durch Kurvenexzenter von der Exzenterwelle
der flachen Kulierwirkmaschine aus gesteuert werden. Die Barre 17 oder 21 wird zu
diesem Zwecke mit (in der Zeichnung nicht dargestellten) Schwenkarmen versehen,
die auf einer Schwenkwelle befestigt sind. Die Schwenkwelle, die in an sich bekannter
Weise von der Exzenterwelle aus in Drehbewegung versetzt werden kann, um der Barre
21 oder
17 die notwendige Schwenkbewegung zu erteilen, geht mit
ihrer Achse entweder durch den Drehpunkt, um den die Trennwerkzeuge 16 oder 22 geschwenkt
werden müssen, oder sie liegt, wenn dieser Drehpunkt auf Grund der Form der Trennwerkzeuge
so vor der Arbeitsstelle liegt, daß die Sicht derselben durch die Schwenkwelle versperrt
wird, so weit oberhalb der Stuhlnadeln, daß sie dem Herausschwenken z. B. der Rattenzahndeckbarre
nicht im Wege steht. Bei der letzteren Anordnung kann der Schwenkwelle neben ihrer
Schwenkbewegung noch eine zusätzliche Senkrechtbewegung erteilt werden, falls die
Bogenhöhe des Schwenkweges bei zu großem Radius der Schwenkarme, an denen die Barre
21 oder 17 befestigt ist, ohne zusätzliche Senkrechtbewegung zu klein wird, um die
Trennwerkzeuge 16 oder 22 so zwischen den in den Kehlen der Kulierplatinen liegenden
Fäden herauszuziehen, daß die Lage dieser Fäden keine Änderung erfährt.
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Die Anordnungsmöglichkeiten der Antriebsmittel derTrennwerkzeugkämme
richten sich insbesondere nach dem jeweiligen System der flachen Kulierwirkmaschine.