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Vorrichtung zum Teilen und Beschriften geeichter Meßgeräte, wie Meßgefäße,
Thermometer u. dgl. Es gibt Meßgeräte, wie z. B. Thermometer oder Meßgefäße aus
Glas, die mit Gradeinteilungen versehen sind. Die Herstellung solcher Meßgeräte
ist in vielen Fällen so ungenau, daß jedes einzelne Gerät für sich geeicht und entsprechend
der Eichung mit einer besonderen Gradeinteilung versehen werden muß. Das geschah
bisher in der Weise, daß jedes Meßgerät an der Stelle seiner höchsten Gradzahl eine
Justiermarke erhielt und daß man die Strecke vom Nullpunkt bis zur Justiermarke
in eine gewünschte Anzahl Teile einteilte. Dabei war es selbstverständlich notwendig,
jedes einzelne Gerät für sich zu teilen und zu beschriften. Massenweise konnte das
wegen der Verschiedenheit der Teilstrichabstände sowie der Schriftabstände, die
sich aus der Eichung ergab, nicht erfolgen. Es sind Vorrichtungen zur Teilung und
Beschriftung benutzt worden, die jeweils nur die Teilung oder die Beschriftung eines
einzigen Meßgerätes ermöglichten.
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Die Erfindung schafft hier eine Verbesserung, indem sie gestattet,
daß einmal eine Anzahl Meßgeräte gleichzeitig geteilt werden kann, außerdem aber
auch die Beschriftung gleichzeitig mit der Teilung erfolgt.
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Erfindungsgemäß wird die Vorrichtung zur Teilung und Beschriftung
geeichter Meßgeräte so ausgebildet, daß sowohl die Teilung als auch die Beschriftung
von einer Schablone aus über einten Storchschnabel bewirkt wird, der mehrere Teilungsschreibstifte
betätigt, die mehrere auf der Vorrichtung angeordnete Meßgeräte gleichzeitig teilen'
und beschriften. Die sich infolge der Eichung ergebenden Unterschiede in der Teilung
werden durch eine gemäß der Eichung einstellbare Ausgleichvorrichtung ausgeglichen,
die für jedes der gleichzeitig zu teilenden und zu beschriftenden Meßgeräte eine
besondere Einstellung besitzt. Die Ausgleichvorrichtung ist erfindungsgemäß so ausgebildet,
daß sie die unter den vom Storchschnabel bewegten Teilungsschreibstiften eingespannten
Meßgeräteentgegen der Bewegungsrichtung der Schreibstifte bei der Teilung verschiebt.
Diese Verschiebung der Meßgeräte ist entsprechend der aufzuschreibenden Teilstrichzahl
unterteilbar. Sie erfolgt durch -eine Taste, die von Teilstrich zu Teilstrich die
Ausgleichvorrichtung betätigt.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem nachstehend
an Hand der Zeichnung beschriebenen Ausführungsbeispiel der Erfindung. -Die Abb.
i, a und 3 zeigen eine Vorrichtung zum Teilen und Beschriften von Meßgeräten in
Draufsicht, Längsansicht und Queransicht.
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Auf dem Gestell i der Vorrichtung sitzt ein oben rechtwinklig abgebogener
Arm z, an dem :ein Storchschnabel 3 mittels einer Verschraubung 4 befestigt ist.
Durch Lösen
der Verschraubung 4 kann der Storchschnabel auf das
gewünschte Maß. seiner Gradeinteilung eingestellt werden. Er ist in der Verschraubung
drehbar. Der Storchschnabel 3 trägt einen Schablonenstift 5, der über ,einer Schablone
6 verstellt werden kann. Die Schablone 6 ist auf einer sechsfach abgeflachten Walze
befestigt, bei der jede Fläche mit einer anderen Schablone versehen werden kann.
Die Walze ist drehbar gelagert und hat an der Seite eine mit Rasten versehene Scheibe.
In die Rasten greift ein Schnappstift 7 :ein, der die jeweils unter den Schablonenstift
5 des Storchschnabels 3 gedrehte Schablone in Stellung hält. Der eine Schwenkarm
des Storchschnabels 3 trägt eine weitere Gradeinteilung, an der in gewünschter Stellung
mittels einer Verschraubung 8 ein Wagen 9 befestigt ist. Die Befestigung ist gleichfalls
drehbar. Der Wagen 9 rollt mittels Rollen i o auf an beiden Längsseiten des Gestelles
i vorgesehenen schwenkbaren Rahmen i i, die in Gelenken 12 verschwenkt werden können.
Er kann also in Längs- und Querrichtung zum Gestell i bewegt werden. Auf dem Wagen
9 ist ein. Gestell 13 angeordnet, das zwei Reihen. Schreibstifte 14 trägt. Die Schreibstifte
sind auf und ab beweglich und stehen unter der Wirkung von Federn i g. Die Abwäxtsbewegurig
der Schreibstifte wird für jede der beiden Reihen durch eine Taste 16 bewirkt, die
über einen Bowdenzug 17 mit den Schreibstiften 14 verbunden sind. Die Schreibstifte
schreiben die Teilung sowie die Beschriftung auf die Meßgeräte, die vorher mit Wachs
versehen: worden sind. Dabei besitzen die Stifte 14 der beiden Reihen verschiedene
Stärke, so daß für zwei Schriftstärken die Stifte nicht erst ausgewechselt zu werden
brauchen. Eine Feder 18 hält die Stifte normalerweise in Hochlage (Abb.3),
so daß sie nur beim Niederdrücken der Tasten auf die unter ihnen ,eingespannten
Meßgeräte i 9 gedrückt werden. In den Abbildungen sind drei. Schreibstiftpaare 14
sowie drei. darunter angeordnete zylindrische Meßgefäße i9 dargestellt, indessen
können beliebig viele Schreibstiftpaare sowie Meßgefäße nebeneinander vorgesehen
werden, die sämtlich von einem Storchschnabel aus bewegt werden können. Die dargestellten
Meßgefäße 19 werden am Boden von einer drehbaren Kappe 2o, an der öffnung
von einer federnden und drehbaren. Spitze 2 i erfaßt. Die Kappe 2o und die Spitze
21 Sind drehbar in Lagerböcken gelagert, die ihrerseits auf längs zum Gestell
i verschiebbaren. Schienen 22 ruhen. Die Kappen 2o besitzen Wellenstumpfe 23 mit
Nuten, auf denen Zahnräder 24 verschiebbar sitzen. Sämtliche Zahnräder 24 sind durch
eine von Hand verschiebbare Zahnstange 25, die in die Zahnräder 24 eingreift, zwangsläufig
gekuppelt. Durch die Zahnstange 25 können die nebeneinander aufgespannten MeßgefäBie
19 gedreht werden. Um die Drehung auf vorher bestimmte Winkel zu beschränken,
ist eine Schnäppereinrichtung 26 vorgesehen, die die Drehung begrenzt. Diese Drehbarkeit
der Meßgef"aße um verschiedene Winkel ist vorgesehen, um Rundteilungen an den Meßgefäßen
von verschiedener Länge mittels der Schreibstifte ausführen zu können.
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Wie erwähnt, sind die Meßgefäße i 9 auf Schienen 22 einzeln längs
verschiebbar angeordnet. Die Schienen 22 tragen rechts Teile 27 mit senkrechten
Flächen. Unter den Teilen 27 ist in Lagern 28 ein Schwenkteil 29 mit drei Armen
3 0 und :einem Arm 34 vorgesehen. Auf den Armen 3o sitzen Schieber 3 i mit
Rollen 32. Die Rollen 32 liegen an den senkrechten Flächen der an den Schienen 22
sitzenden Teile 27 an. Durch Federn 27a sind die Schieber 3 i mit den Teilten 27
sowie den Schienen 22 kraftschlüssig verbunden. Durch Schwenkung der Arme 3o werden
somit die Schienen 2 2 ,und mit ihnen die Meßgefä& 19
längs zum Gestell
i bewegt. Der Abstand, den der Schieber 3 i vom Schwenkpunkt 28 aus gerechnet hat,
ist veränderlich und damit kann man bei bestimmter Winkelverschwenkung des Teiles
29 die einzelnen Schienen um jeweils !einstellbare Strecken verschieben. Durch eine
Feder 33 wird Schwenkteil, 29 mit den Armen 30 und 34 nach links gezogen.
Der Arm 34 trägt ,einen den Schiebern 3 i gleichen Schieber 35 reit Rolle. Letztere
liegt an der senkrechten Fläche eines Teiles 36 der längs verschiebbaren Stange
37 an. Die Stange 37 besitzt eine der Schablonenteilung entsprechende Einteilung,
die vor .einer Marke i 38 bewegt wird. Außerdem besitzt sie eine der Teilungsstrichzahl
entsprechende Anzahl von Zähnen, in welche ein Sperrhebel 39
eingreift. Durch
ein Gestänge 40 wird eihe Klinke 4 1 von einer Taste 42 aus betätigt. i Durch Druck
auf die Taste 42 können so, die Stange 3.7 und mit ihr die kraftschlüssig
mit den Schienen 22 verbundenen Schieber 3 i von Teilstrich zu Teilstrich über der
Marke 38 bewegt werden. Die Meßgefäße i9 verscheben sich dabei je nach Einstellung
des Schiebers 3 i, d. h. je nach der eingestellten wirksamen Länge des Hebelarmes
30 und 34, wobei sie verschiedene Wege zurücklegen.
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Die Handhabung der Vorrichtung ist folgende: Zunächst werden die zu
einer Teilung und Beschriftung erforderlichen Schablonen auf die Walze 6 aufgeschraubt.
Beim etwaigen Wechsel der Schablone braucht dann nur die Walze gedreht zu werden,
ohne daß es notwendig ist, eine neue Schablone erst einzusetzen.
Hat
man die zu einer Teilung und Beschriftung erforderliche Schablone eingestellt, so
werden die Meßgefäße zwischen die Schalen 2o und die Spitzen 2 i eingespannt. Die
Meßgefäße wurden vorher mit einer Justiermarke versehen, die den Flüssigkeitsspiegel
für im Beispiel 40 Meßeinheiten anzeigt. Außerdem wurden sie von außen mit Wachs
bestrichen, in das die Teilungs- und Schriftzeichen eingegraben werden. Nach dem
Einspannen der so vorbereiteten Meßgefäße werden der Schablonenstift 5 und die Marke
38 für die Zahnstange 37 auf den Nullstrich der Gradeinteilung eingestellt. Nunmehr
werden die Meßgefäße auf den Schienen 22 so verschoben, daß die zum Schreiben der
Teilung gewählte Stiftreihe 14 in der Bodenebene, d. h. am Nullpunkt dies Meßgefäßes
steht. Alsdann werden Schablonenstift 5 und Stange 37 so verschoben, daß der Schablo-.
nenstift auf die Zahl 40 der Schablone zeigt, ebenso die Marke 38 über der Stange
37. Nunmehr werden die Schieber 3 i derart eingestellt, daß die Justiermarken, die
nach der Eichung der Zahl 40 auf den Meßgefäßen entsprechen, genau unter den einzelnen
Schreib: stiften. stehen. Dabei muß jeder Schieber 3 i einen dem der Eichung entsprechenden
Lagenunterschied der Justiermarken entsprechenden Abstand vom Schwenklager 28 des
Teiles 29 bekommen.
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Nun beginnt die Teilung bei der Zahl und dem Teilstrich 40, indem
die den gewählten Schreibstiften entsprechende Taste 16 niedergedrückt wird. Durch
Zug an der Zahnstange 2 5 kann eine vollständige Rundteilung um das Gefäß herum
bzw. je nach Einstellung der Schnappeinrichtung 26 min nur einen bestimmten
Winkel bildender Teilstrich erzeugt werden: Die Beschriftung mit der Zahl 40 erfolgt
durch Betätigung des Schablonenstiftes 5 über der Schablone 6 unter gleichzeitigem
Niederdrücken der gewählten Taste 16.
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Hierauf wird der Schablonenstift 5 um einen Teilstrich, also auf 39,
verschoben. Gleichzeitig wird die Taste 42 @oinmal niedergedrückt und losgelassen.
Hierdurch verschieben sich die Gefäße i 9 nach rechts, während die Schreibstifte
durch den Schabloxwnsitpft -5 nach links verstellt worden siüd. Jedes der Meßgefäße
bewegt sich beim Betätigen der Taste 42 um einen besonderen Betrag, der der Sondereinstellung
der Schieber 31 entspricht. Er beträgt für jedes Gefäß '/4o der Gesamtteilungslänge,
abzüglich des Betrages, um den die Schreibstifte durch den Storchschnabel verschoben
worden sind. Auf diese Weise gleicht die durch die Taste 42 eingeleitete Bewegung
der Meßgefäßie um verschiedene Beträge den Unterschied in der Eichung der einzelnen
Gefäße aus. Darauf werden die Taste 16 sowie die Zahnstange 25 zur Einleitung
der Gefäßdrehung betätigt. Nach Fertigstellung des Striches 39 wird abermals der
Schablonenstift 5 um einen Teilstrich nach links verstellt, während einmal die Taste
42 niedergedrückt wird. Hierdurch ist die Vorrichtung zum Einschreiben des nächsten
Teilstriches bereit. Bei der Zahl 30 wird dann wieder durch Nachfahren der
Schablone mit dem Schablonenstift 5 diese Zahl auf dem Gefäß eingegraben.
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Sofern die Gefäße mit weiteren. Schriftzeichen versehen werden sollen,
können diese durch Nachfahren -einer durch Drehung der Walze 6 eingestellten weiteren
Schablone aufgetragen werden. Es ist dann nicht erforderlich, eine weitere Schablone
erst einzusetzen. Auch kann man dann die weitere Beschriftung mit der anderen Schreibstiftreihe
vornehmen, wenn die Strichstärke eine andere sein soll.
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Mit .der Vorrichtung können sowohl kreisrunde als auch flache Meßgeräte,
wie Thermometer, geteilt und beschriftet verdien. Man stellt in diesem Falle die
Drehvorrichtung für die Gefäße fest und baut eine geeignete Einspannvorrichtung
für die flachen Gradteilungen ein. Stets ist es möglich, gleichzeitig mehrere Teilungen
auf einmal vorzunehmen und hierbei auch sofort die Schrift anzubringen.