-
Mechanische, militärische Exerzierbewegungen ausführende Spielfigur
Die Erfindung bezieht sich auf eine mechanische, militärische Exerzierbewegungen
ausführende Spielfigur. Die bekannten Spielfiguren dieser Art sind gegliederte Puppen
aus Flachmetall, die zur Gliederbewegung der Einwirkung des Spielzeugbenutzers bedürfen.
Sie sind also keine mechanischen, d. h. maschinenmäßig bewegliche Gliederfiguren.
Sie beruhen ausschließlich auf einer profilmäßigen Ausgestaltung der Figur, die
auch die Voraussetzung für die Einnahme der Übungsstellen ist. Die bekannten Spielfiguren
sind demnach keine mechanischen Gliederfiguren und im ureigensten Sinne auch nicht
Gliederfiguren, welche militärische Exerzierbewegungn nachahmen. Einerseits fehlen
alle zu mechanischer Wirkung durch Maschinenantrieb (Federtriebwerk) erforderlichen
Voraussetzungen, andererseits werden, streng genommen, nicht soldatische Übungen
naturgetreu nachgeahmt, sondern nur Einzelstellungen, die sich als Ausgangsstellung,
Zwischenstufe oder Abschlußstellung militärischer Übungen ergeben. Dies ergibt sich
auch ohne weiteres schon daraus, daß ausnahmslos erst nach vorheriger Instellungbringung
der betreffenden Glieder die noch dazu auswechselbaren Gegenstände je nach Bedarf
oder Belieben angesteckt- oder eingeklemmt werden müssen. Zur Nachbildung einer
gewissen Abschlußstellung einer militärischen Übung wird nicht einmal eine einigermaßen
natürliche Bewegungsfolge zur Erreichung der gewünschten Stellung eingehalten. Während
also für die bekannten Spielfiguren die Nachbildung der Ausgangs-, Zwischen- oder
Abschlußstellung militärischer Übungen unter Zuhilfenahme ansteckbarer, einklemmbarer
und auswechselbarer Gerätschaften und die silhouettenhafte Ausführung charakteristisch
ist, betrifft die Erfindung eine mit mechanischer Kraft (Federtriebwerk) ausgestattete
Figur in körperlicher Darstellung, die nicht einzelne Stufen militärischer Übungen,
sondern Übungen, wie z. B. »Das Gewehr über«, »Das Gewehr ab« und »Präsentiert das
Gewehr« in ihrem natürlichen Aufbau und ihrer natürlichen Abwicklung als in sich
abgeschlossene Bewegungsreihe nachahmt, und zwar ohne wesentliche Beeinträchtigung
der Natürlichkeit der Bewegungen und der Griffe bei durch die Billigkeit der Figur
als Massenartikel bedingter einfachster, konstruktiver Ausbildung.
-
Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß innerhalb des Figurenkörpers ein
Federlaufwerk eingebaut, das zur Gliederbewegung der Spielfigur über eine Steuerwelle
geeignete Steuer-und Übertragungsmittel antreibt, durch die in der ersten Hälfte
ihres Umlaufes beispielsweise ein mit einem Gewehr gelenkig verbundener Gliederarm
bzw. ein durch den Gliederarm maskierter Hebelmechanismus zum Schultern oder Präsentieren
des Gewehres bewegt und die neue Gewehrlage gesichert wird, andererseits der gewehrfreie
Arm so bewegt wird, daß er die für diese Gewehrübungen erforderlichen Griffe nur
vortäuscht, während in der zweiten
Umlaufhälfte der Steuerwelle
die beiden Arme die für die Rückführung des Gewehres in die Ausgangsstellung erforderlichen
Bewegungen in exerziermäßiger Folge ausführen.
-
Weiter besteht die Erfindung in Konstruktionseinzelheiten, welche
in der Beschreibung erläutert und in den Ansprüchen gekennzeichnet sind. . .
-
Die Zeichnungen erläutern zwei Ausführungsbeispiele einer Spielfigur
gemäß der Erfindung, und zwar einer Spielfigur, welche die Exerzierübungen »Gewehr
über« und »Gewehr ab« nachahmt, und einer anderen Spielfigur, welche die Übung »Präsentiert
das Gewehr« nachahmt.
-
Fig. i ist eine Ansicht nach Wegnahme der vorderen Hälfte des durch
das Getriebe einschließenden, den Oberkörper der Figur darstellenden Gehäuses, Fig.
2 zeigt das Gewehr mit Arm, Hebelleiste und Festhaltevorrichtung in Seitenansicht,
Fig. 3 stellt die Innenseite des gewehrfreien Armes dar; Fig. q. zeigt in einem
Querschnitt die Befestigung des Gewehres und seine Führung beim Präsentieren des
Gewehres, Fig. 5 - in einem Querschnitt die Gewehrstellung bei präsentiertem Gewehr,
Fig.6 veranschaulicht die Seitenansicht der Vorrichtung zur Auf- und Abwärtsbewegung
des gewehrfreien Armes, Fig.7 zeigt die Seitenansicht der Vorrichtung zur Auf- und
Abwärtsbewegung des mit dem Gewehr ausgerüsteten Armes und der Hebelleiste, Fig.
8 gibt eine Stirn- und Seitenansicht der Getriebescheibe wieder, Fig. 9 zeigt in
einer Seitenansicht den auf der Antriebsachse befestigten Antriebsstern und Fig.
io veranschaulicht in einer Stirnansicht die Antriebsscheibe, die Antriebsachse
und die auf der Antriebsachse befestigten Hebel.
-
Die Abwicklung der erforderlichen vier Einzelbewegungen »Das Gewehr
über« und »Gewehr ab« ist auf eine volle Umdrehung der Antriebsachse 15 (Fig. io)
beschränkt, dergestalt, daß die Ausführung jedes Kommandos genau eine halbe Umdrehung
erfordert.
-
»Das Gewehr über« wird, einzeln gesehen, folgendermaßen erreicht:
Der auf der Antriebsachse 15 (Fig. io) sitzende Doppelhebel 16, (Fig.8) drückt auf
die Anschlagkante ig des Hebels 18. Ein gelenkig angebrachtes Zwischenstück 21 (Fig.
8) läßt diesen Druck auf die starr auf der Unterachse o sitzende Leiste 22 wirken,
so daß eine entsprechende Drehung dieser Achse o und des mit ihr starr verbundenen
Unterarmes d (Fig. 2) erfolgt.
-
An der Innenseite des Unterarms d parallel mit diesem verlaufend und
von diesem verdeckt befindet sich eine um die Unterarmachse o drehbare Hebelleiste
b, an deren Ende ebenfalls drehbar um g (Fig. 2) das Gewehr a angebracht ist. Bei
Drehung der Achse o (Fig. 2) wird der Unterarm und durch auf die Kante K der Hebelleiste
b drückende Stift i die Hebelleiste und das mit dieser verbundene
Gewehr bis auf Schulterhöhe hochgeschwenkt. Ein Umkippen des Gewehres wird durch
den Gewehrschlitz e und einen am Körper befestigten in diesem Schlitz laufenden
Führungsstift f verhindert. Führungsstift f. und Drehpunkt g bestimmen gemäß ihrer
örtlichen Anbringung die erforderliche Schrägstellung des Gewehres in geschulterter
Lage.
-
Hat der Unterarm das Gewehr unter Einwirkung des Doppelhebels 16 auf
die Hebelverbindung 18, 21, 22 durch Mitnahme der mit dem Gewehr gelenkig verbundenen
Hebelleiste b auf Schulterhöhe emporgerissen, so gibt der auf der Antriebsachse
15 mitlaufende Schalthebeli7 eine unter leichtem Federdruck stehende Sperrleiste
24 frei: Der Sperrstift m dieser Leiste greift in den Schlitz l der Hebelleiste
b ein, so das Gewehr in Schulterhöhe starr festhaltend, wie Fig. 2 zeigt.
-
Unter Einwirkung des Doppelhebels 13 (Fig. 6), der sich inzwischen
ebenfalls auf der Antriebsachse 15 laufend der Anschlagkante ii der Schaltplatte
9 genähert hat, wird durch Schwenkung dieser Schaltplatte um Drehpunkt io der gewehrfreie
Arm nach vorne und so weit als erforderlich hochgeschleudert. Die Schleuderwirkung
der Schaltplatte 9 wird durch die vorstehende, in den Schlitz v des gewehrfreien
Armes eingreifende Nase 1¢ auf diesen übertragen.
-
Die Feder t bewirkt, sobald das Ellenbogengelenk s über den Körperumfang
der Figur durch das Hochschleudern des Armes hinausragt, ein Abbiegen des Unterarmes
y körpereinwärts (Fig. 3), den zweiten Griff zu dem in Schulterhöhe emporgerissenen
Gewehr und das Festhalten desselben nachahmend, bis als drittes Tempo der Unterarm
d (Fig. 2) das geschulterte Gewehr beim Kolben erfaßt hat. Dies geschieht durch
Drehdruck der winklig abgebogenen Nase des Hebels 17 (Fig. io) auf die Anschlagkante
2o des Hebels 18. Durch die Hebelverbindung 18, 21, 22 wird der Unterarm d wieder
nach unten geschleudert, jedoch nur bis zur Anschlagkantela des Gewehrkolbens (Fig.2).
Unmittelbar anschließend in Vollendung der restlichen Halbdrehung der Antriebsachse
15 wird der gewehrfreie Arm durch Einwirkung des Hebels 13 a#lf die Anschlagkante
12 der Schaltplatte: 9 in seine ursprüngliche Stellung zurückgeschleudert.
-
»Gewehr ab« erfordert eine Verschiebung der Reihenfolge der einzelnen
Bewegungen. Die korrekte Abnahme des Gewehres macht als erste Bewegung den Griff
des gewehrfreien Armes nach demGewehrnötig. Dieswirddurchentsprechende Abwinkelung
der Schenkel des Hebels 16 oder
des Hebels 13 oder beider erreicht.
Bevor der zweite Schenkel des Hebels 16 die Hebelverbindung 18, 21, 22 zum zweiten
Male in Wirkung treten läßt, schlägt der zweite Schenkel des Hebels 13 den gewehrfreien
Arm in bereits geschilderter Weise nach vorne hoch. Anschließend drückt der zweite
Schenkel des Hebels 16 den Unterarm d leer nach oben.
-
Unter Druck des Hebels 13 auf die Anschlagkante i2 der Schaltplatte
9 (Fig. 6) wird der gewehrfreie Arm wieder in seine ursprüngliche Stellung, ausgestreckt
seitlich an den Körper gedrückt, zurückgeschleudert. In Vollendung der zweiten halben
Umdrehung der Antriebsachse 15 hat der breite Schenkel des Hebels 17 den Stift yfa
der Sperrleiste 24 aus dem Schlitz L
der Hebelleiste b herausgehoben. Unterarm
d und Gewehr a fallen durch ihr Eigengewicht oder unter Ein-,virkung einer weiteren
Hebelnase 17 auf die Anschlagkante 2o herab in die Stellung »Gewehr bei Fuß« (Fig.
i).
-
Das Präsentieren des Gewehres erfordert die Ausgestaltung des mit-Gewehr
ausgerüsteten Armes in gleicher Weise wie die"des gewehrfreien Armes (Fig. 3). Durch
entsprechend breite Ausbildung der beiden Schenkel des Hebels 13 und 16 werden die
beiden Arme entsprechend lange -belassen. Durch die Antriebsscheibe 25 wird der
Kopf rechts und links gedreht, die Ausführung der Kommandos »gugen links«, »Augen
rechts«, »Augen geradeaus« nachahmend. Der mit Gewehr ausgerüstete Arm d trägt einen
senkrecht schwenkbaren, . mit einer gelochten rechtwinklig abgebogenen Nase 4 versehenen
Steg 3 (Fig.5). Durch eine gleiche ausgebildete Nase l des Gewehres- ist dieses
waagerecht drehbar durch den Steg 3 mittelbar mit der Handfläche des Unterarmes
d verbunden. Der Drehpunkt 7 (Fig. 5), das Eigengewicht des Gewehres und entsprechende
Anschlagpunkte zur Begrenzung der Endstellung halten das Gewehr beim Vor-'und Hochschleudern
des Armes in lotrechter , Lage parallel zur Längsachse der Figur. Ein im Unterarm
d (Fig. 5) angebrachter Hebel 6 wird durch seitliches Abbiegen des Unterarmes mittels
Anschlagleiste 5 des Oberarmes niedergedrückt.
-
Der lange Schenkel des Hebels 6 schwenkt das breitseitig zum Körper
der Figur präsentierte Gewehr waagerecht soweit, daß die Breitseiten desselben mit
der Brustfläche der Figur einen rechten Winkel bilden. Durch die Nase 2 des Gewehres
a wird die seitliche Schwenkung begrenzt.
-
Der zur Ausführung der geschilderten Bewegungen notwendige Mechanismus
wird durch ein gebräuchliches Federtriebwerk in Tätigkeit gesetzt. Zum Antrieb der
Achse 15 und der auf ihr befestigten Hebel dient, entgegen des bisher üblichen Kronrades,
eine Antriebsscheibe 25, wie sie Fig. 9 veranschaulicht, in Verbindung mit einem
Antriebsstern (Fig.7). Letzterer weist vier gleich lange Nasen 28 -und zwei seitlich
etwas abliegende längere Nasen 29 auf an Stelle des bisher üblichen Zahngetriebes.
Neben zwei Aussparungen besitzt diese Antriebsscheibe 25 eine seitlich abstehende
Nase 26 und eine erhabene Nase 27. Die seitlich etwas abliegenden Nasen 29 auf Achse
15 (Fig. 7 und io) dienen in erster Linie zur Verminderung der Reibung, ihr Drehpunkt
befindet sich außerhalb des Umfanges der Antriebsscheibe. Sie werden nur durch die-
Nase 26 der Antriebsscheibe erfaßt. Die Drehung der Antriebsachse 15 um genau 18o'
von der Grundstellung aus, wie Fig. 7 den Antriebsstern 28 zeigt, geschieht auf
folgende Weise: Die-durch das Federtriebwerk in Drehung gesetzte Antriebsscheibe
25 drückt zunächst mit der Nase 26 die ihrem Lauf entgegenstehende Nase 29 nach
oben. Unmittelbar anschließend erfolgt der Eingriff und Druck der erhabenen Nase
27 auf die nachfolgende Sternnase 28. Die erhabene Scheibennase 27 drückt die Nase
des Antriebssternes 28 so weit nach oben, daß die nachfolgende gleich lange Nase
des Sternes 28 in die zweite Aussparung der Antriebsscheibe hinein und von dem unteren
Rand derselben so weit nach oben gedrückt wird, daß die zwei der Brustseite der
Figur ursprünglich zugewandt gewesenen Nasen des Antriebssternes 28 rommehr der
Oberfläche der Antriebsscheibe zugekehrt sind, auf dieser lose schleifend aufliegen,
während die zweite Nase 29 nunmehr die Stellung und Läge der ersten eingenommen
hat, demnach im rechten Winkel zur Oberfläche der Antriebsscheibe über den Umfang
der Antriebsscheibe hinausragt.
-
Damit hat die Achse 15 genau eine halbe Umdrehung zurückgelegt. Die
Antriebsscheibe 25 läuft nun bis zum nächsten Eingriff leer. Eine Änderung der Stellung
der Achse 15 ist nicht möglich, da die beiden jeweils bis zum nächsten Eingriff
auf der Oberfläche der Antriebsscheibe schleifenden Nasen 28 eine gewollte oder
ungewollte Verdrehung der Achse 15, sei es vor-oder rückwärts, ganz unmöglich machen
trotz Leerlauf des Federtriebwerkes.
-
Durch dieses Antriebssystem ist- es möglich, trotz Einschaltung eines
Leerlaufes ohne besondere, keinesfalls absolute Sicherheit bietende federnde Sperrungen,
deren Anbringung überdies kostspielig ist, mit Sicherheit ganze, halbe oder beliebige
Teile einer ganzen Umdrehung, auch ihren Rücklauf, unter Einschaltung eines Leerlaufes
abzuwickeln.