DE603253C - Herstellung von Ammontrinitrat - Google Patents
Herstellung von AmmontrinitratInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
- C01C1/00—Ammonia; Compounds thereof
- C01C1/18—Nitrates of ammonium
- C01C1/185—Preparation
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Description
Ammontrinitrat ist ein Salz von saurem Charakter, das 1 Mol NH3 auf 3 Mol HNO3
enthält und die Formel NH1NO3 · 2 HNO3
besitzt, demnach eine Molekülverbindung darstellt. Dieses Salz ist bisher nur Gegenstand
einiger wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen.
Die Entstehungsbedingungen für Molekülverbindungen liegen im allgemeinen innerhalb
eines engen Intervalls, so daß schon eine geringe Abweichung von diesen Bedingungen
die gewünschte Molekülverbindung nicht mehr entstehen läßt. In diesem Umstand ist
die Ursache dafür zu suchen, daß früher viele, Autoren an den Molekülverbindungen
überhaupt vorbeigegangen sind, da sie zufällig die engbegrenzten Herstellungsbedingungen
oder auch nur eine von ihnen nicht eingehalten hatten. Für die Molekülverbindung
aus Ammoniumnitrat und Salpetersäure war bekannt, daß sie sich aus trockenem Ammoniumnitrat
und wasserfreier Salpetersäure bildet.
Man hat daher als erforderlich angesehen, eine Salpetersäure zu verwenden, die 99 bis
100 0/0 HNO3 enthält. Eine solche Salpetersäure
ist sehr schwierig herzustellen, daher teuer und nicht geeignet, in technischem .Maße verwendet zu werden.
Durch eingehende Versuche ist nun gefunden worden, daß es möglich ist, Ammontrinitrat
in guter Ausbeute mittels einer Salpetersäure zu gewinnen, die weniger als 99 0/0
H N O3 enthält und technisch neuerdings leicht zugänglich ist. Zweckmäßig verwendet
man eine Säure mit einem Gehalt, der zwischen 90 und 99 o/o HNO3 liegt. Der
Schmelzpunkt des Ammontrinitrats ist 290 C. Um das Trinitrat in fester Form zu erhalten,
muß man die Mischung bis zum Schmelz-ρ unkt des Ammontrinitrats oder darunter abkühlen.
Jc mehr Wasser die Säure enthält, desto geringere Mengen von Ammontrinitrat
lassen sich durch Kristallisation abscheiden.
Das Ammontrinitrat bildet mit einer Säure von weniger als 99 0/0 HNO3 übersättigte Lösungen,
die durch Impfen mit einem Kristall bei entsprechender Abkühlung zur Kristallisation
gebracht werden können. Zweckmäßig ist es, die Einleitung der Kristallisation durch Impfung und Rühren der Lösung zu
unterstützen. Die Lösung wird zweckmäßig so hergestellt, daß man Ammonnitrat in Salpetersäure
von 90 bis 99 <y0 so lange einträgt,
bis auf jedes Mol Ammonnitrat ungefähr 2 Mol H N O3 kommen. Man kann die Lösung
aber auch dadurch gewinnen, daß man trockenes Ammoniakgas in die Salpetersäure einleitet, bis etwa 1Z3 der Säure neutralisiert
ist. Die Lösung wird dann abgekühlt und
nach erfolgter Kristallisation geschleudert. Die Mutterlauge kann bei der Herstellung
weiterer Mengen von Trinitrat mitverwendet oder auf Ammonnitrat verarbeitet werden.
Das in der oben beschriebenen Weise hergestellte Ammontrinitrat ist ein billiges technisches
Produkt, welches beispielsweise zum Aufschluß von Rohphosphat verwendet werden kann, um daraus Düngemittel herzustellen,
die sowohl Stickstoff als auch Phosphorsäure enthalten. Ferner kann man das Ammontrinitrat überall dort verwenden, wo
eine verhältnismäßig milde Wirkung der Salpetersäure erwünscht ist. Eine große Anzahl
von organischen Körpern läßt sich mit wasserfreier Salpetersäure nicht nitrieren,
weil die Oxydation zu stürmisch vor sich geht und gleich zur Verbrennung führt. Behandelt
man derartige Stoffe mit Ammontri,-nitrat,
so kann man zufolge der Abschwä,-chung der Wirksamkeit der Salpetersäure durch ihre lockere Bindung an das Ammonnitrat
eine milde Einwirkung und dadurch eine Nitrierung der Stoffe erreichen. Es ist möglich, auf diese Weise auch zu Explosivstoffen
zu gelangen, die neben dem organischen Nitrokörper Ammonnitrat enthalten
und daher Mischsprengstoffe darstellen. Das Ammontrinitrat ist wegen seiner Säurewirkung
in geeigneten Gefäßen und unter Luftabschluß zu lagern und dabei gut haltbar. Es wird
zweckmäßig im Anschluß an seine Herstel-111112,"
weiterverarbeitet.
A1U s f ü h r :u η g s b e i s ρ i e 1
2 Mol Salpetersäure mit 97 0/0 HNO3 werden
mit ι Mol Ammoniumnitrat gemischt, und darauf wird die Lösung abgekühlt. Nachdem
der Schmelzpunkt des Ammontrinitrats, 290 C, erreicht ist, impft man die Lösung mit
Hilfe eines Kristalls von Ammontrinitrat und läßt die Kristallisation eintreten. Dabei scheiden
sich gut ausgebildete Kristalle ab. Durch weiteres Abkühlen der Lösung auf o° C erreicht
man eine Ausbeute von etwa 90 0,0 der theoretischen Menge. Die Kristallmasse läßt
sich leicht von der überschüssigen Säure befreien. Im praktischen Betrieb erhält man
auf diese Weise Kristalle, die stets 61 bis 62 <y0 freie HNO3 enthalten, während formelgemäß
Ammoniumnitrat 61,2 o'o freie HNOn
enthalten soll.
Claims (1)
- Patentanspruch:Herstellung von Ammontrinitrat aus Salpetersäure und Ammonnitrat, dadurch gekennzeichnet, daß man von etwa 90-bis 990/oiger Salpetersäure ausgeht, aus dieser eine ammoniumnitrathaltige Lö- So sung herstellt, in welcher auf jedes Mol NH3 ungefähr 3 Mol HNO3 kommen, die Lösung bis auf oder unter den Schmelzpunkt des Ammontrinitrats abkühlt und die anfallenden Kristalle von der Lösung trennt.BERLIN. GEDRUCKT IN DER
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE403289X | 1932-05-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE603253C true DE603253C (de) | 1934-09-26 |
Family
ID=20309455
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST50080D Expired DE603253C (de) | 1932-05-21 | 1932-11-13 | Herstellung von Ammontrinitrat |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US1997927A (de) |
| DE (1) | DE603253C (de) |
| GB (1) | GB403289A (de) |
-
1932
- 1932-11-13 DE DEST50080D patent/DE603253C/de not_active Expired
-
1933
- 1933-05-06 US US669793A patent/US1997927A/en not_active Expired - Lifetime
- 1933-05-18 GB GB14461/33A patent/GB403289A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB403289A (en) | 1933-12-21 |
| US1997927A (en) | 1935-04-16 |
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