DE603216C - Vorrichtung zur Bestimmung der Wasseraufnahmefaehigkeit und Wasserdurchlaessigkeit von Material aus pflanzlichen, tierischen oder kuenstlichen Fasern mittels eines kuenstlichen Regens - Google Patents
Vorrichtung zur Bestimmung der Wasseraufnahmefaehigkeit und Wasserdurchlaessigkeit von Material aus pflanzlichen, tierischen oder kuenstlichen Fasern mittels eines kuenstlichen RegensInfo
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Description
- Vorrichtung zur Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit und Wasserdurchlässigke: von Material aus pflanzlichen, tierischen oder künstlichen Fasern mittels eines künstlichen Regens Viele Textilien müssen gegen Feuchtigkeitseinflüsse weitgehend widerstandsfähig sein. Eitle solche Widerstandsfähigkeit erreicht man durch eine Imprägnierung, d. h. eine Nachbehandlung des Materials; bei der auf den betreffender Fasern Verbindungen niedergeschlagen oder gebildet werden, die wasserunlöslich sind und wasserabstoßend wirken. Zur genaueren Prüfung der Wirkung solcher Verbindungen und zur Ermittlung der optimalen Aufbringungsbedingunäen standen bisher nur--- Methoden zur Verfügung, die den Erfordernissen der Praxis meist nicht ganz gerecht wurden.
- Bei dem Verhalten von Textilien, sei es in Strangform oder als Web-, Strick- oder Wirkware, gegenüber Wasser handelt es sich hauptsächlich um zwei Erscheinungen, die man durch die Nachbehandlung zu verändern sucht, und zwar um die Wasserdurchlässigkeit und die Wasseraufnahmefähigkeit. Durcheine Imprägnierung erfaßt man naturgemäß bevorzugt die Wasseraufnahmefähigkeit. Die Wasserdurchlässigkeit ist weitgehend von der Spinnart des Garnes und von der Web-, Wirk- oder Strickart des Textilstückes abhängig; jedoch spielt hierbei auch die Oberflächenspannung eine Rolle, die das Material durch das Imprägnieren erhält.
- Wird ein aus Textilmaterial angefertigter Gegenstand dem Regen ausgesetzt, so kann man beobachten, daß zunächst das Wasser auf der Oberfläche abperlt. Nach einiger Zeit netzt das Material, das Wasser beginnt in dieses einzudringen und tritt nach einiger Zeit aus dessen Unterseite hervor; es schlägt durch, wie man sagt. Nunmehr läuft beständig ein Teil des Wassers durch das Material und tropft von der Unterseite ab.
- Nach einem bekannten Verfahren wird zur Feststellung der Wasseraufnahmefähigkeit ein Prüfstück in Wasser gelegt oder eingetaucht, gegebenenfalls unter Bewegung des Stückes. Häufig ist es jedoch besser, die Einwirkung von Wasser in Gegenwart von Luft festzustellen, wenn auch bei Badeanzügen die Kenntnis der Wasseraufnahme beim Eintauchen erwünscht sein kann. Nach einem anderen Verfahren wird. das Probestück von mindestens 5o X 5ö cm Größe unter möglichst bestimmtem Winkel möglichst gleichmäßig mit Wasser bespritzt. Von - Zeit zu Zeit muß man den Versuch unterbrechen, um festzustellen, ob Wasser durchgeschlagen ist. Ein solches Verfahren entspricht jedoch nicht immer den natürlichen Verhältnissen, i da dem Regen in den meisten Fällen nur kleine, eben aufliegende Flächen ausgesetzt sind.
- Alle diese Nachteile vermeidet die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung, welche ebenfalls eine Beregnungsvorrichtung darstellt. Sie unterscheidet sich von ähnlichen Prüfeinrichtungen. in der Hauptsache dadurch, daß bei dieser das zu prüfende Material, das Gewebe-, Wirk- oder Strickstück, in Form eines Streifens auf einer Trommel aufgelegt oder aufgespannt wird. Liegt das zu prüfende Material in Strangform vor, so muß man dieses in ein- oder mehrfacher Lage auf die Trommel aufwickeln. Das aufgelegte, aufgespannte oder aufgewickelte Material wird nunmehr unter dauernder Drehung der hohlen Trommel einem Regen ausgesetzt, wobei die Drehung der hohlen Trommel von Hand oder maschinell ausgeführt wird. Durch die dauernde Drehung werden die in der Praxis vorliegenden Verhältnisse weitgehend nachgeahmt, da der Regen das zu prüfende Material, welches beim Prüfen die Form einer konvexen Fläche hat, unter verschiedenen Winkeln trifft. Durch das Drehen der Trommel wird erreicht, daß Teile des Prüfstückes dem fallenden Wasser entgegenbewegt werden, während andere Teile desselben sich in der Fallrichtung bewegen. Das aufgefallene Wasser kann nur eine bestimmte Zeit einwirken, da es beim Weiterdrehen der Walze durch seine Schwere abfällt oder beim rascheren Drehen abgeschleudert wird. Das durch das Prüfstück durchdringende Wasser wird innerhalb der porösen oder mit Aussparungen versehenen Trommel durch Abstreichvorrichtungen, z. B. Bürsten, von der Trommelinnenfläche entfernt und in einem ebenfalls innerhalb der Trommel hängenden Behälter gesammelt, in welchem es gewogen wird oder aus welchem es kontinuierlich in ein Meßgefäß abläuft. -Die Trommel kann einen runden, ovalen oder auch vieleckigen, z. B. zwanzigeckigen Querschnitt besitzen; sie kann zentrisch oder auch exzentrisch auf ihrer Welle angeordnet sein. Bei Verwendung der beschriebenen Apparatur läßt sich eine große Meßgenauigkeit erzielen. So zeigte sich z. B. bei ein. und demselben Imprägnierungsmittel eine um 5° abweichende Behandlungstemperatur noch deutlich an.
- Die Abbildungen erläutern den Erfindungsgedanken an Hand einer beispielsweisen Ausführungsform. Von diesen stellt dar: Abb. i .eine Ansicht der Apparatur von vorn, teilweise im Schnitt, Abb. 2 einen Teilschnitt gemäß Linie a-a der Abb. i und Abb.3 eine Seitenansicht.
- Auf einem Stativ i ist mittels zweier auf den Stativarmen 2 verschieb- und feststellbar angeordneter Muffen 3 eine Brücke q. befestigt, welche einen Wasserbehälter 5 trägt. Mittels eines Wasserstandanzeigers 6 kann man den Wasserstand im Behälter 5 kontrollieren. Eine in den Abbildungen nicht dargestellte Schwimmer- oder verstellbare überlaufsvorrichtung dient zur Konstanthaltung der Flüssigkeitshöhe im Behälter. Am Behälter 5 ist eine Brause 7 angesteckt oder eingeschoben, durch die das Wasser aus dem Behälter herabtropft. Durch Wahl einer bestimmten Lochweite und Lochanordnung im Brausesieb kann man die Menge des abtropfenden bzw. abfließenden Wassers beliebig regeln. Der künstliche Regen fällt, wie bereits erwähnt, auf eine Materialprobe 13, welche um eine Trommel i 2 mit beliebig veränderbarer Zugspannung herumgelegt ist. Die Trommel 12 ist auswechselbar auf einer Welle i i befestigt, welche in Lagern i o oder auf den Stativarmen 2 verschiebbar und durch Stellringe 9 feststellbar angebrachten Muffen 8 läuft. Die Bewegung der Trommel 12 erfolgt z. B. durch ein auf der Welle i z befestigtes Handrad 15 mit Handgriff 16. Das von der Außenfläche der Trägertrommel abfallende oder abgeschleuderte Wasser wird in :einem. Behälter 14 gesammelt, in dem die Menge der Flüssigkeit gewogen oder gemessen werden kann. Zweckmäßig wird das Handrad mit bestimmter Geschwindigkeit gedreht, und zwar wird der Drehungssinn nach gewisser Zeit umgekehrt. Drehen und Umsteuern kann man zweckmäßig auch mittels Uhrwerks oder anderer maschineller Einrichtung vornehmen. Das durch das Prüfstück durchdringende Wasser wird mittels Abstreifbürsten 18 von der Innenfläche der Trägertrommel abgenommen Huld in einem Behälter i9, der an der Achse ii in Lagern 2o aufgehängt ist, gesammelt. Die Bürsten 18 sind an Haltern 17 befestigt, die ihrerseits starr mit den Lagern 2o verbunden 'sind. .
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Vorrichtung zur Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit und Wasserdurchlässigkeit von strangförmigem, gewebtem, gewirktem oder gestricktem Material aus pflanzlichen, tierischen oder künstlichen Fasern mittels eines künstlichen Regens, gekennzeichnet durch .eine von Hand oder maschinell dauernd bewegte hohle Trommel (12), tun welche ,das zu prüfende Material herumgelegt wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch r, gekennzeichnet durch im Innern der hohlen Trägertrommel (r2) angeordnete Bürsten (18), die das durch das zu prüfende Material durchtretende Wasser an der Innenfläche der Trägertrommel abwischen, und durch einen ebenfalls im Innern der Trägertrommel vorgesehenenSehälter (i9), in dem sich das durch das zu prüfende Material durchdringende Wasser sammelt.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE603216C true DE603216C (de) | 1934-09-27 |
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1933
- 1933-01-21 DE DEK128698D patent/DE603216C/de not_active Expired
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