-
Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Falzziegel.
-
Im
Bereich der üblicherweise
für die
Dachkonstruktion von Gebäuden
verwendeten Falzziegel liegt ein wiederholt auftretendes Problem
in ihrer Windsogsicherheit.
-
Herkömmlicherweise
enthalten Falzziegel eine obere Kante, die sogenannte „Kopfkante", eine untere Kante,
die sogenannte „Endkante", zwei seitliche
Kanten, eine obere Fläche,
die verschiedene Formen oder Oberflächengestalten aufweisen kann, und
eine untere Fläche,
die im Allgemeinen mit nach unten gerichteten Zapfen oder Stiften
versehen ist, die dazu dienen, den Dachziegel an den Leisten oder Dachlatten
des Gebälks
einzuhängen.
-
Bekannte
Dachziegel weisen üblicherweise ein
System mit Vertiefungen auf, deren Konkavität nach oben gerichtet ist,
die entlang der Kopfkante und entlang einer ersten seitlichen Kante
angeordnet sind, und sie weisen auch ein System mit nach unten gerichteten
Rippen auf, die entlang der Endkante und der zweiten seitlichen
Kante des Dachziegels angeordnet sind.
-
Die
Endrippe eines Dachziegels überdeckt die
Kopfnut des Dachziegels der relativ zu der Richtung der Dachneigung
tiefer gelegenen Reihe, und die seitliche Rippe überdeckt die seitliche Nut
des benachbarten Dachziegels. Somit gibt es bei einem vorgegebenen
Dachziegel eine Überdeckung
an zwei Kan ten: der Kopfkante des Dachziegels und einer seiner seitlichen
Kanten.
-
Es
hat den Anschein, als sei die Gefahr, dass sich Dachziegel lösen, dann
hoch, wenn die Bedachung starkem Wind ausgesetzt ist, bei heftigem
Gewitter oder bei Sturm und insbesondere dann, wenn die Windrichtung
der Dachneigung im Wesentlichen entgegen gerichtet ist, oder wenn
der Wind aus seitlicher Richtung weht, indem er jeden Dachziegel
auf der Seite seiner seitlichen, nicht überdeckten Kante angreift.
Die Ecke des Dachziegels, die den beiden nicht überbedeckten Kanten gemein
ist, stellt nämlich einen
Punkt mit geringer Widerstandsfähigkeit
gegenüber
einem Anheben dar, da auf dieser Ecke kein Gewicht aufliegt.
-
Um
diesem Nachteil zu begegnen, wurden verschiedene Lösungen angedacht.
So wurden Dachziegel vorgeschlagen, die ein System zum Einhängen an
den Leisten oder Dachlatten im Bereich derjenigen Ecke aufweisen,
die den nicht überdeckten
Kanten des Dachziegels gemein ist. Ein derartiges Einhängen kann über Nagelung
mit Hilfe eines Drahtstifts erfolgen, der den Dachziegel stellenweise durchsetzt,
dessen Kopf auf der oberen Fläche
des Dachziegels aufliegt und dessen Spitze in der Leiste oder der
Dachlatte steckt, die den Dachziegel trägt. Das Einhängen kann
auch durch Klammerung erfolgen, d. h. mit Hilfe eines Hakens oder
einer Spange, der bzw. die sich an der unteren Fläche des
Dachziegels in dem Bereich der nicht überdeckten Ecke des Dachziegels
befindet und die an der Leiste oder Dachlatte befestigt ist, die
den Dachziegel trägt.
-
Ein
Falzziegel gemäß der Einleitung
von Anspruch 1 ist in
DE
539 600 C beschrieben.
-
In
keinem der Fälle
sind diese Lösungen
völlig
zufriedenstellend, da sie ein mühevolles
und daher von der Arbeitskostenseite her aufwändiges Platzieren erfordern.
-
Das
Hauptziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Dachziegel
bereitzustellen, der sehr sicher gegenüber dem Windsog ist und der
die oben genannten Nachteile umgeht.
-
Dieses
Ziel wird mit einem Falzziegel erreicht, der dafür vorgesehen ist, zur Herstellung
einer Bedachung auf Leisten oder Dachlatten platziert und befestigt
zu werden, der eine obere Fläche,
eine untere Fläche,
eine Kopfkante, eine Endkante und Seitenkanten enthält, wobei
der Dachziegel ferner zwei Teile mit im Wesentlichen gleicher Länge umfasst, nämlich:
- (i) einen oberen Teil mit der allgemeinen Form
einer Platte zur Aufnahme des Wassers aus der höher gelegenen Dachziegelreihe,
der entlang seiner Kopfkante und seiner beiden Seitenkanten nach
oben gerichtete Falze aufweist, und
- (ii) einen unteren Teil, der sich im Wesentlichen in der Verlängerung
des oberen Teils befindet und seitlich von zwei Teilen zur Überdeckung
der seitlichen Falze des oberen Teils der benachbarten Dachziegel
der tiefer gelegenen Reihe gesäumt ist,
wobei die Endkante des Dachziegels im Wesentlichen in der Hälfte seiner
Länge einen
Falz zur Überdeckung
der beiden benachbarten Dachziegel und des Dachziegels der tiefer
gelegenen Reihe in dessen Kopffalz aufweist, wobei die Breite des
unteren Teils größer als
die Breite des oberen Teils ist.
-
Vorteilhafterweise
ist der untere Teil des Dachziegels gemäß der Erfindung in seiner Gesamtheit
oder nur in seinem mittleren Bereich relativ zu dem oberen Teil
nach unten versetzt.
-
Entsprechend
einer ersten Ausführungsform der
Erfindung handelt es sich um einen flachen oder leicht gewölbten Dachziegel
mit allgemein rechteckiger Form.
-
Die
Erfindung lässt
sich jedenfalls besser anhand der nachfolgenden Beschreibung verstehen, die
auf die beigefügte
schematische Zeichnung Bezug nimmt, in der rein beispielhaft und
nicht erschöpfend
mehrere Ausführungsformen
der Dachziegel entsprechend der Erfindung dargestellt sind; es zeigen:
-
1 in
einer perspektivischen Ansicht von oben einen rechteckigen Dachziegel
mit flachem oberen und unteren Teil.
-
2 in
einer perspektivischen Ansicht von oben mehrere rechteckige Dachziegel,
wenn diese einander überdecken,
um einen Teil der Bedachung zu bilden.
-
3 in
einer Seitenansicht im Schnitt entlang III-III aus 2 Dachziegel,
die einander überdecken.
-
4 in
einer perspektivischen Ansicht von oben einen Dachziegel entsprechend
der Erfindung mit ebenem oberen und unteren Teil, wobei der untere
Teil breiter als der obere Teil ist.
-
5 in
einer perspektivischen Ansicht von oben mehrere Dachziegel aus 4,
die einen Teil der Bedachung bilden.
-
6 in
einer perspektivischen Ansicht von oben einen rechteckigen Dachziegel
mit flachem oberen und unteren Teil, die zumindest eine Nut aufweisen.
-
7 in
einer perspektivischen Ansicht von oben einen Dachziegel entsprechend
der Erfindung mit ebenem oberen und unteren Teil, wobei der untere
Teil auf seinen beiden Seiten von Wölbungen gesäumt ist.
-
8 in
einer perspektivischen Ansicht von oben einen Dachziegel entsprechend
der Erfindung mit ebenem oberen und unteren Teil, die einen mittigen
Kanal aufweisen, wobei der untere Teil auf seinen beiden Seiten
von Wölbungen
gesäumt
ist.
-
Die
Beispiele in den 1, 2, 3 und 6 sind
nicht von den Ansprüchen
gedeckt und sind nicht als Ausführungsformen
der Erfindung, sondern als dem Verständnis der Erfindung dienliche Beispiele
dargestellt.
-
Der
in 1 dargestellte Dachziegel 1 weist eine
Kopfkante 2 und eine Endkante 3, die den kleinen
Seiten des Dachziegels entsprechen, sowie zwei seitliche Kanten 4 auf.
Er enthält
eine untere Fläche 5 und
eine obere Fläche 6,
deren größter Teil
eine sichtbare Fläche 6 darstellt,
wenn mehrere Dachziegel zusammengefügt sind, um eine Dachkonstruktion zu
bilden.
-
Der
Dachziegel 1 entsprechend der Erfindung ist ein flacher
oder leicht gewölbter
Dachziegel, der dafür
vorgesehen ist, an den Leisten (oder Dachlatten) eines Gebälks fachgerecht
befestigt zu werden, um eine Bedachung zu bilden.
-
Er
ist aus jedem beliebigen Material hergestellt, das für diese
Verwendung geeignet ist, beispielsweise aus Verbund stoffen, jedoch
allgemeiner aus Terrakotta (Ton oder dergleichen), die gemäß den dem
Fachmann bekannten Verfahren zuerst gegossen und dann bei hoher
Temperatur gebrannt wird.
-
Um
die Probleme hinsichtlich der Windsogsicherheit zu lösen, die
in der Einleitung dargelegt wurden, weist der Falzziegel 1 laut
seiner Darstellung in den 1 und 2 zwei
Teile auf, die im Wesentlichen die gleiche Länge haben, nämlich:
- (i) einen oberen Teil 7 mit der allgemeinen
Form einer Platte zur Aufnahme des Wassers aus der höher gelegenen
Dachziegelreihe, der entlang seiner Kopfkante 2 und seiner
beiden Seitenkanten 4 nach oben gerichtete Falze 10 aufweist,
und
- (ii) einen unteren Teil 8, der sich im Wesentlichen in
der Verlängerung
des oberen Teils 7 befindet und seitlich von zwei Teilen
zur Überdeckung 11 der
seitlichen Falze 10 des oberen Teils 7 der benachbarten
Dachziegel der tiefer gelegenen Reihe gesäumt ist, wobei die Endkante 3 des
Dachziegels 1 im Wesentlichen in der Hälfte seiner Länge einen
Falz zur Überdeckung 10 der
beiden benachbarten Dachziegel und des Dachziegels der tiefer gelegenen
Reihe in dessen Kopffalz 2 aufweist.
-
Der
untere Teil 8 des Dachziegels 1 ist relativ zu
dem oberen Teil 7 nach unten versetzt, wodurch zwei Ebenen,
eine obere und eine untere, geschaffen werden, die durch eine „Stufenkante" 12 getrennt sind,
die in Querrichtung ungefähr
in der Hälfte
des Dachziegels angeordnet ist.
-
Der
Dachziegel 1 kann flach mit allgemein rechteckiger Form
sein.
-
Wenn
mehrere Dachziegel zusammengefügt sind,
wie in 2 dargestellt, überlappen sie sich derart,
dass ein einziger Dachziegel wie zwei Dachziegel erscheint. Wenn
ein Dachziegel ferner rechteckig ist, vermindern die Falzbereiche 10 des
oberen Teils 7 die sichtbare Fläche dieses oberen Teils 7, und
wenn mehrere Dachziegel auf einer Bedachung platziert sind und selbst
wenn sie rechteckig und hintereinander angeordnet sind, wie in 2 veranschaulicht,
entsprechen den Ecken jedes Dachziegels nicht vier benachbarte Dachziegel,
sondern nur drei benachbarte Dachziegel. Auf diese Weise werden
die Überlappungen
eines Dachziegels mit einem anderen vermindert und folglich auch
die Probleme hinsichtlich des Durchsickerns von Wasser reduziert.
-
Die
Dichtigkeit wird noch durch die Tatsache verbessert, dass die Verbindungsbereiche
zwischen drei Dachziegeln an Stelle von üblicherweise vier Dachziegeln
realisiert sind.
-
Der
obere Teil 7 und der untere Teil 8 des Dachziegels 1 können flach
sein, wie in den 1 oder 2 veranschaulicht.
-
Der
obere Teil 7 und der untere Teil 8 des Dachziegels 1 können zumindest
einen nach oben offenen Hohlraum 13 aufweisen, der zumindest
einen entsprechenden Kanal 13 bildet, dessen Achse in Richtung
der Dachneigung ausgerichtet ist, wie in 6 veranschaulicht.
-
Zwar
auf einfachere Art und Weise, aber unter Beibehaltung einer im Allgemeinen
flachen Dachziegelebene können
der obere Teil 7 und der untere Teil 8 des Dachziegels 1 alternativ
eine Reihe von Nuten und/oder Rippen aufweisen, deren Achsen entsprechend
der Dachneigung ausgerichtet sind.
-
Entsprechend
der Erfindung ist die Breite des unteren Teils 8 des Dachziegels
größer als
die Breite des oberen Teils 7, wie in den 4, 5, 7 und 8 veranschaulicht.
-
Auf
diese Weise enthält
der Dachziegel gemäß der Erfindung,
der in 4 dargestellt ist, einen unteren Teil 8,
dessen Breite größer ist
als die des oberen Teils 7. Ferner ist entlang der Längsachse des
Dachziegels, in dem mittleren Bereich des unteren Teils 8,
eine Rippe 14 mit im Wesentlichen ästhetischen Zweck vorgesehen,
so dass die obere Fläche 6 des
Dachziegels, sobald dieser verlegt ist, drei Dachziegel an Stelle
von einem einzigen sichtbar macht, wie in 5 dargestellt.
Wie weiter oben ausgeführt,
ist es über
eine derartige Struktur des Dachziegels möglich, ein und dieselbe vorgegebene
Fläche
mit drei Mal weniger Dachziegeln zu bedecken als bei den Dachziegeln,
die nach dem Stand der Technik bekannt sind.
-
Auf
diese Weise ist das Platzieren und Verlegen einfacher, benötigt also
weniger Arbeitskraft und ist kostengünstiger. Bei einer vorgegebenen
Bedachungsfläche
sind schließlich
weniger Dachziegel erforderlich, um die Dachkonstruktion herzustellen,
es ergeben sich weniger Überlappungen
zwischen Dachziegeln und somit eine geringere Gefahr, dass Wasser
durchsickert.
-
Entsprechend
einer Alternative der Erfindung sind der obere Teil 7 und
der untere Teil 8 des Dachziegels 1 flach, wie
in den 4, 5 oder 7 veranschaulicht.
Wie in 7 dargestellt, können die seitlichen Kanten 4 des
unteren Teils 8 des Dachziegels sodann Wölbungen 15 aufweisen,
deren Konvexität
in Richtung der Oberseite des Dachziegels gerichtet ist und deren
Achse mit der Längsachse
des Dachziegels zusammenfällt.
Diese Wölbungen 15 haben
die Aufgabe von Bereichen zur Überdeckung 11 der
seitlichen Falzbereiche der oberen Teile der benachbarten Dachziegel
der tiefer gelegenen Reihe.
-
Entsprechend
einer weiteren – nicht
dargestellten – Alternative
weisen der obere Teil 7 und der untere Teil 8 einen
nach oben offenen Hohlraum 13 auf, der einen Kanal 13 bildet,
dessen Achse in Richtung der Dachneigung ausgerichtet ist. Auf ähnliche Weise
wie bei der oben beschriebenen Alternative kann der untere Teil 8 entlang
seiner seitlichen Kanten 4 sodann Wölbungen 15 aufweisen,
deren Konvexität
in Richtung der Oberseite des Dachziegels gerichtet ist und deren
Achse mit der Längsachse des
Dachziegels zusammenfällt,
wie in 8 dargestellt.
-
Bei
allen oben beschriebenen Ausführungsformen
der Erfindung beträgt
der Neigungswinkel des Dachziegels 1, wenn dieser auf der
Bedachung platziert ist, relativ zur Horizontalen vorzugsweise zwischen
7° und 70°.
-
Aus
den obigen Ausführungen
ergibt sich, dass unabhängig
davon, um welche bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung es geht, drei der vier Kanten des Dachziegels
stets von benachbarten Dachziegeln überdeckt sind und die seitlichen
Kanten über
mindestens die Hälfte
ihrer Länge überdeckt
sind. Auf diese Weise werden die Stabilität des Dachziegels und seine
Windsogsicherheit insbesondere dann gesteigert, wenn Wechselwind
weht oder wenn der Wind der Dachneigung entgegen gerichtet weht,
da zwei nicht überdeckte
Kanten keine Ecke des Dachziegels gemeinsam haben.
-
Abgesehen
von seiner hervorragenden Windsogsicherheit ist es mit dem Dachziegel
gemäß der vorliegenden
Erfindung möglich,
dem Durchsickern von Wasser insbesondere dann auf wirksame Weise
vorzubeugen, wenn der Regen von starkem Wind aus seit licher Richtung
oder der Dachneigung entgegen gerichtetem Wind begleitet ist.