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Die
vorliegende Erfindung betrifft Untersuchungsverfahren, die bei der
Herstellung von Vorrichtungen durch lithographische Techniken verwendbar sind,
und Verfahren zur Herstellung von Vorrichtungen unter Verwendung
lithographischer Techniken.
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Ein
lithographischer Apparat ist eine Maschine, die ein gewünschtes
Muster auf einen Zielabschnitt eines Substrats aufbringt. Ein lithographischer Projektionsapparat
kann beispielsweise bei der Herstellung von integrierten Schaltungen
(ICs) verwendet werden. In diesem Fall kann eine Musterungseinrichtung
oder ein Musteraufbringungsmittel, wie etwa eine Maske, dazu verwendet
werden, ein Schaltungsmuster zu erzeugen, das einer einzelnen Schicht
der IC entspricht, wobei dieses Muster auf einem Zielabschnitt (der
z.B. einen Teil eines, ein oder mehrere Halbleiterplättchen umfasst)
eines Substrats (z.B. eines Siliziumwafers) abgebildet werden kann,
das eine Schicht aus strahlungsempfindlichem Material (Fotolack)
aufweist. Im Allgemeinen enthält ein
einzelnes Substrat ein Netzwerk benachbarter Zielabschnitte, die
nacheinander belichtet werden. Bekannte lithographische Apparate
umfassen so genannte Stepper, bei denen jeder Zielabschnitt durch Belichten
eines vollständigen
Musters auf den Zielabschnitt in einem Schritt bestrahlt wird, und
so genannte Scanner, bei denen jeder Zielabschnitt durch Scannen
des Musters durch den Projektionsstrahl in einer gegebenen Richtung
(der "Scan"-Richtung) bestrahlt
wird, wobei das Substrat gleichzeitig parallel oder antiparallel
zu dieser Richtung gescannt wird.
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Bei
einem Herstellungsverfahren, das einen lithographischen Projektionsapparat
verwendet, wird ein Muster (z.B. in einer Maske) auf einem Substrat abgebildet,
das zumindest teilweise mit einer Schicht aus strahlungsempfindlichem
Material (Fotolack) überzogen
ist. Vor diesem Abbildungsschritt kann das Substrat verschiedenen
Verfahren, wie etwa Grundieren, Fotolackbeschichtung und einem leichten
Trocknen (soft bake), unterzogen werden. Nach dem Belichten kann
das Substrat anderen Verfahren unterzogen werden, wie etwa einem
Post-Exposure Bake (PEB – nach
der Belichtung erfolgenden Trocken- oder Heizschritt), Entwickeln,
starken Trocknen (hard bake) und Messen/Untersuchen der abgebildeten
Merkmale. Dieser Verfahrensablauf wird als Basis für die Musterung
einer einzelnen Schicht einer Vorrichtung, z.B. einer IC, verwendet.
Eine derartige gemusterte Schicht kann dann verschiedenen Verfahren,
wie etwa Ätzen,
Ionenimplantieren (Dotieren), Metallisieren, Oxidieren, chemomechanisches Polieren,
etc., unterzogen werden, die alle dazu dienen, eine einzelne Schicht
abschließend
zu bearbeiten. Wenn mehrere Schichten benötigt werden, muss das ganze
Verfahren oder eine Variante desselben für jede neue Schicht wiederholt
werden. Schließlich ist
eine Anordnung von Vorrichtungen auf dem Substrat (Wafer) vorhanden.
Diese Vorrichtungen werden dann durch eine Technik, wie etwa mechanisches
Trennen (dicing) oder Sägen,
voneinander gelöst,
wonach die einzelnen Vorrichtungen auf einem Träger montiert, mit Anschlussstiften
verbunden, etc. werden können.
Weitere Informationen in Bezug auf solche Verfahren können beispielsweise
dem Buch "Microchip
Fabrication: A Practical Guide to Semiconductor Processing", dritte Auflage,
von Peter van Zant, McGraw Hill Publishing Co., 1997, ISBN 0-07-067250-4
entnommen werden.
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Der
Mess- und Untersuchungsschritt nach der Entwicklung des Fotolacks,
der als inline bezeichnet wird, da er während des normalen Verlaufs
der Bearbeitung von Produktionswafern durchgeführt wird, dient zwei Zwecken.
Erstens ist es erwünscht, sämtliche
Zielbereiche zu ermitteln, in denen das Muster im entwickelten Fotolack
fehlerhaft ist. Wenn eine ausreichende Anzahl an Halbleiterplättchen fehlerhaft
ist, kann der gemusterte Fotolack von dem Wafer entfernt und der
Wafer erneut belichtet werden, diesmal hoffentlich richtig, anstatt
den Fehler durch Durchführen
eines Verfahrensschritts, z.B. einer Ätzung, mit einem fehlerhaften
Muster dauerhaft zu machen. Zweitens können es die Messungen ermöglichen,
Fehler im lithographischen Apparat, z.B. bei den Beleuchtungseinstellungen
oder Belichtungsdauern, zu ermitteln und für spätere Belichtungen zu korrigieren.
Viele Fehler im lithographischen Apparat können jedoch anhand der in Belichtungen gedruckten
Muster nicht leicht ermittelt oder quantitativ bestimmt werden.
Eine Ermittlung eines Fehlers führt
nicht immer direkt zu seiner Ursache. Daher ist eine Vielzahl an
Offline-Verfahren zum Ermitteln und Messen von Fehlern im lithographischen
Apparat bekannt. Diese können
das Ersetzen des Substrats durch eine Messeinrichtung oder das Durchführen von
Belichtungen spezieller Testmuster umfassen, z.B. bei einer Vielzahl
unterschiedlicher Maschineneinstellungen. Solche Offline-Techniken
benötigen Zeit,
häufig
einen erheblichen Betrag, während
der der Apparat nicht zu Fertigungsbelichtungen verwendet werden
kann. Daher sind Inline-Techniken, das heißt, solche, die unter Verwendung
von Fertigungsbelichtungen oder zur selben Zeit wie diese durchgeführt werden
können,
zum Ermitteln und Messen von Fehlern im lithographischen Apparat
bevorzugt.
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Zum
Messen von Maßfehlern,
wie etwa der Positioniergenauigkeit (Overlay) und Links-/Rechts-Maßunterschieden,
die durch komatische Abweichung verursacht werden, werden gegenwärtig bildbasierte
Geräte,
wie etwa Box-in-Box- (oder Frame- in-Frame-)Geräte für die Positioniergenauigkeit
und Rasterelektronenmikroskope (REM), zum Messen kritischer Maße bei Koma
verwendet. Diese Techniken haben, zusätzlich dazu, dass sie offline
sind, den Nachteil, dass sie örtliche Messungen
durchführen,
die das Projektionssystem- oder Verfahrensverhalten über das
gesamte Halbleiterplättchen
oder den gesamten Zielbereich nicht unbedingt exakt widerspiegeln.
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Eine
Inline-Technik, die bei Herstellung von Vorrichtungen zur Messung
der Linienbreite, des Abstands und der kritischen Maße verwendet
wird, ist als "Beugungsmessung" ("Scatterometry") bekannt. Verfahren
zur Beugungsmessung sind in "Multiparameter
Grating Metrology Using Optical Scatterometry", von Raymond et al, J. Vac. Sci. Tech.
B, Band 15, Nr. 2, 361-368, 1997 und "Specular Spectroscopic Scatterometry
in DUV Lithography" von
Niu et al, SPIE, Band 3677, 1999, beschrieben. Bei der Beugungsmessung
wird weißes
Licht von periodischen Strukturen in dem entwickelten Fotolack reflektiert und
das resultierende Reflexionsspektrum unter einem gegebenen Winkel
erfasst. Die Struktur, die das Reflexionsspektrum verursacht, wird
rekonstruiert, z.B. unter Verwendung einer rigorosen Beugungssimulation
(RCWA – Rigorous
Coupled-Wave Analysis) oder durch einen Vergleich mit einem durch
Simulation abgeleiteten Spektrenarchiv. Die Rekonstruktion der Struktur
ist jedoch sehr rechenintensiv und die Technik kann unter einer
geringen Empfindlichkeit und einer schlechten Wiederholbarkeit leiden.
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Andere
Offenbarungen zur Verwendung der Beugungsmessung in der Lithographie
umfassen
WO 02/065545 ,
die vorschlägt,
die Positioniergenauigkeit durch Beugungsmessungen zweier einander überlagernder
Gitter zu messen. Sie weist darauf hin, dass, wenn ein Muster eines
der Gitter, das nicht durch das andere überlagert wird, zur Verfügung steht,
Messungen vorgenommen werden können, um
die von den zwei einander überlagernden
Gittern abgeleitete Positioniergenauigkeitsmessung einzuschränken.
US 6,458,605 und
US 2002/0041373 nutzen
von Messungen der Referenzstrukturen abgeleitete Referenzarchive,
um die Ableitung von Informationen von Beugungsmessungen zu unterstützen.
US 2002/0041373 regt
an, eine zufällig
verteilte Fokusenergiematrix (FEM – Focus Energy Matrix) identischer
Testgitter auf einen Wafer zu drucken, und leitet Informationen
von deren Beugungsmessungen ab, insbesondere von Unterschieden zwischen
Beugungsmessungen unterschiedlicher Gitter in der Matrix.
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WO 02/065545 schlägt die Verwendung
der Beugungsmessung bei einander überlagernden Gittern vor, um
die Positioniergenauigkeit zu messen. Eine Rekonstruktion der einander überlagernden
Gitter kann durch von separaten Kopien der Gitter abgeleiteten Messungen
eingeschränkt
werden.
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WO 02/065545 offenbart
ein Untersuchungsverfahren, das umfasst:
- – Verwenden
eines lithographischen Apparats, um ein Testmuster auf ein Substrat
zu drucken, das eine Kombination aus einer ersten und einer zweiten
Musterkomponente umfasst, wobei sich die erste Musterkomponente
von der zweiten Musterkomponente unterscheidet,
- – Verwenden
eines lithographischen Apparats, um ein Referenzmuster auf das Substrat
zu drucken, das der ersten bzw. der zweiten Musterkomponente entspricht,
- – Verwenden
eines Streustrahlungsmessers (Scatterometer) zum Messen eines ersten
und eines zweiten Reflexionsspektrums des Testmusters und des Referenzmusters,
und
- – Ableiten
von Informationen, die einen Parameter des Testmusters auf dem Substrat
angeben, von dem ersten und dem zweiten Reflexionsspektrum, wobei
sich die erste und die zweite Musterkomponente in ihrer Form unterscheiden.
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WO 02/065545 offenbart
weder ein zweites Referenzgitter noch ein gleichzeitiges Drucken
sämtlicher
Komponenten des Testmusters und der Referenzmuster.
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- – Verwenden
eines lithographischen Apparats, um ein Testmuster auf ein Substrat
zu drucken, das eine Kombination aus einer ersten und einer zweiten
Musterkomponente umfasst, wobei sich die erste Musterkomponente
von der zweiten Musterkomponente unterscheidet,
- – Verwenden
eines lithographischen Apparats, um ein erstes und ein zweites Referenzmuster, die
jeweils der ersten und der zweiten Musterkomponente entsprechen,
auf das Substrat zu drucken,
- – Messen
des Testmusters und des ersten und des zweiten Referenzmusters,
und
- – Ableiten
von Informationen, die einen Parameter des Testmusters auf dem Substrat
angeben, von den Messungen, wobei sich die erste und die zweite
Musterkomponente in ihrer Form unterscheiden.
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US 6,296,977 B1 offenbart
weder die Verwendung der Beugungsmessung noch ein gleichzeitiges
Drucken sämtlicher
Komponenten des Testmuster und der Referenzmuster.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Inline-Verfahren
zum Durchführen
von Messungen während
der Herstellung von Vorrichtungen unter Verwendung lithographischer
Techniken bereitzustellen, das über
eine verbesserte Genauigkeit, Empfindlichkeit und/oder Wiederholbarkeit
verfügt.
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Dieses
und andere Ziele werden erfindungsgemäß durch ein Untersuchungsverfahren
erreicht, das umfasst:
- – Verwenden eines lithographischen
Apparats, um ein Testmuster auf ein Substrat zu drucken, das eine
Kombination aus einer ersten und einer zweiten Musterkomponente
aufweist, wobei sich die erste Musterkomponente von der zweiten Musterkomponente
unterscheidet,
- – Verwenden
eines lithographischen Apparats, um ein erstes und ein zweites Referenzmuster, die
jeweils der ersten und der zweiten Musterkomponente entsprechen,
auf ein Substrat zu drucken,
- – Verwenden
eines Streustrahlungsmessers, um ein erstes, ein zweites und ein
drittes Reflexionsspektrum des Testmusters bzw. des ersten und des
zweiten Referenzmusters zu messen, und
- – Ableiten
von Informationen, die einen Parameter des Testmusters auf dem Substrat
angeben, von dem ersten, dem zweiten und dem dritten Reflexionsspektrum,
wobei
- – sich
die erste und die zweite Musterkomponente in ihrer Form unterscheiden,
und
- – das
erste und das zweite Referenzmuster sowie die erste und die zweite
Musterkomponente gleichzeitig gedruckt werden.
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Durch
dieses Verfahren kann eine schnelle, genaue und wiederholbare Messung
eines Parameters des auf das Substrat gedruckten Testmusters durchgeführt werden.
Die Test- und Referenzmuster können
im Verlauf einer Fertigungsbelichtung gedruckt werden, beispielsweise
in einer Anreißlinie oder
einem Randplättchen
oder einem anderen ungenutzten Bereich des Substrats, ohne erheblich mehr
Zeit zu benötigen.
Die Reflexionsspektren können
durch den Streustrahlungsmesser gleich schnell und ohne Verzögerung der
Fertigungslinie gemessen werden. Das erfindungsgemäße Messverfahren kann
daher inline als Qualifizierungs- oder Kalibrierinstrument verwendet
werden.
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Die
Hinzufügung
der Referenzmuster verbessert die Empfindlichkeit im Vergleich zu
Beugungsmessungstechniken, die ein einzelnes Testmuster verwenden,
und kann den Prozess des Ableitens der gewünschten Informationen von den
Beugungsmes sungsdaten vereinfachen. In manchen Fällen ist die Rekonstruktion
der Referenzmuster einfacher als die Rekonstruktion des Zwei-Komponenten-Testmusters
und wird zuerst durchgeführt.
Die Ergebnisse der Rekonstruktion des Referenzmusters werden dann
dazu verwendet, die Rekonstruktion des Testmusters zu vereinfachen.
In anderen Fällen können die
gewünschten
Informationen direkt aus einem Vergleich der unterschiedlichen Spektren
erhalten werden, ohne das Testmuster rekonstruieren zu müssen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung umfassen die erste und die zweite Musterkomponente
Ein-Stabgitter mit unterschiedlichen Abständen, die zu einem Testmuster
kombiniert sind, das ein Zwei-Stabgittermuster mit einem inneren
Abstand und einem äußeren Abstand
aufweist. Das erste und das zweite Referenzmuster umfassen jeweils ein
Ein-Stabgitter mit einem Abstand, der gleich dem inneren Abstand
ist, und ein Ein-Stabgitter mit einem Abstand, der gleich dem äußeren Abstand
ist. Die Beugungsmessungssignale von den Referenzgittern enthalten
Informationen bezüglich
der Form der zwei Komponenten des Zwei-Stabgitters und ermöglichen es,
die Asymmetrieinformationen, die die Koma angeben, von der Beugungsmessungsreaktion
des Testmusters zu trennen.
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Der
Beugungsmessungsschritt wird bevorzugt an dem Muster im entwickelten
Fotolack durchgeführt,
obgleich, wenn in dem latenten Fotolackbild ausreichend Kontrast
vorhanden ist, der Beugungsmessungsschritt auch vor der Entwicklung
durchgeführt
werden kann. Da die Abweichung vor der Durchführung eines Verfahrensschritts
ermittelt wird, kann, wenn die Abweichung stark genug ist, um zu einer
defekten Vorrichtung zu führen,
der Fotolack entfernt und das Substrat zu einer erneuten Bilderzeugung
wieder in das Verfahren eingebracht werden.
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Der
oder die Beugungsmessungsschritte werden bevorzugt unter Verwendung
einer Senkrechteinfalls-/Weißlicht-Beugungsmessung
durchgeführt.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung
einer Vorrichtung bereitgestellt, das die Schritte umfasst:
- – Bereitstellen
eines Substrats, das zumindest teilweise mit einer Schicht aus strahlungsempfindlichem
Material überzogen
ist,
- – Bereitstellen
eines Projektionsstrahls aus Strahlung unter Verwendung eines Strahlungssystems,
- – Verwenden
einer Musterungseinrichtung, um den Projektionsstrahl in seinem
Querschnitt mit einem Muster zu versehen, wobei das Muster umfasst:
ein Muster, das eine Prozessschicht darstellt, ein Testmuster, das
ein Kombination aus einer ersten und einer zweiten Musterkomponente aufweist,
wobei sich die erste Musterkomponente von der zweiten Musterkomponente
unterscheidet, und ein erstes und ein zweites Referenzmuster, die
jeweils der ersten und der zweiten Musterkomponente entsprechen,
- – Projizieren
des gemusterten Strahls aus Strahlung auf einen Zielabschnitt der
Schicht aus strahlungsempfindlichem Material,
- – Verwenden
eines Streustrahlungsmessers, um ein erstes, ein zweites und ein
drittes Reflexionsspektrum des Testmusters bzw. des ersten und des
zweiten Referenzmusters zu messen, und
- – Ableiten
von Information, die einen Parameter des Testmusters auf dem Substrat
angegeben, von dem ersten, dem zweiten und dem dritten Referenzspektrum,
wobei
- – sich
die erste und die zweite Musterkomponente in ihrer Form voneinander
unterscheiden, und
- – das
erste und das zweite Referenzmuster sowie die erste und die zweite
Musterkomponente gleichzeitig gedruckt werden.
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Das
Testmuster wird bevorzugt in einem Bereich gedruckt, der benachbart
zu dem Muster der Produktionsschicht ist, wie etwa einer Anreißlinie. Auf
diese Weise wird auf dem Substrat kein unnötiger Platz eingenommen und
es verbleibt eine maximale Fläche
für die
Herstellung von Vorrichtungen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
dieses Aspekts der Erfindung werden die einen Parameter angegebenen
Informationen dazu verwendet, einen Parameter des lithographischen
Apparats oder Verfahrens einzustellen, wonach ein weiteres Substrat
bereitgestellt wird und die Schrittes des Bereitstellens eines Projektionsstrahls,
des Verwendens einer Musterungseinrichtung und des Projizieren des
gemusterten Strahls wiederholt werden. Auf diese Weise können die
Ergebnisse der an einem Substrat durchgeführten Beugungsmessungen dazu
verwendet werden, den lithographischen Apparat oder das lithographische
Verfahren einzustellen, um spätere Belichtungen
zu verbessern.
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Obgleich
in diesem Text spezifisch auf die Verwendung von lithographischen
Apparaten bei der Herstellung von ICs Bezug genommen wird, versteht es
sich, dass der hierein beschriebene lithographische Apparat andere
Anwendungsmöglichkeiten
haben kann, wie etwa die Herstellung von integrierten optischen
Systemen, Führungs-
und Erfassungsmustern für
Magnetblasenspeicher, Flüssigkristallanzeigen (LCDs),
Dünnfilmmagnetköpfen, etc.
Ein Fachmann wird erkennen, dass, im Zusammenhang mit solchen alternativen
Anwendungen, jegliche Verwendung der Begriffe "Wafer" oder "Halbleiterplättchen" hierin mit den allgemeineren Begriffen "Substrat" bzw. "Zielabschnitt" gleichzusetzen ist.
Das hierin angegebene Substrat kann vor oder nach der Belichtung
beispielsweise in einem Track (einem Gerät, das typischerweise eine
Fotolackschicht auf ein Substrat aufbringt und den belichteten Fotolack
entwickelt) oder einem Messtechnik- oder Untersuchungsgerät bearbeitet
werden. Gegebenenfalls kann die hierin angegebene Offenbarung auf
solche und andere Substratbearbeitungsgeräte angewandt werden. Das Substrat
kann ferner mehr als einmal bearbeitet werden, beispielsweise um
eine aus mehreren Schichten bestehende IC zu erzeugen, so dass sich der
hierin verwendete Begriff Substrat auch auf ein Substrat beziehen
kann, das bereits mehrere bearbeitete Schichten enthält.
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Die
hierin verwendeten Begriffe "Strahlung" und "Strahl" umfassen alle Arten
von elektromagnetischer Strahlung, einschließlich Ultraviolett-(UV-)Strahlung
(z.B. mit einer Wellenlänge
von 365, 248, 193, 157 oder 126 nm) und extremer Ultraviolett-(EUV-)Strahlung (z.B.
mit einer Wellenlänge zwischen
5 und 20 nm) sowie Partikelstrahlen, wie etwa Ionenstrahlen oder
Elektronenstrahlen.
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Der
Begriff "Musterungseinrichtung" oder "Musteraufbringungsmittel", wie hierin verwendet,
ist breit auszulegen, so dass er sich auf Einrichtungen oder Mittel
bezieht, die dazu verwendet werden können, einen Projektionsstrahl
in seinem Querschnitt mit einem Muster zu versehen, etwa um in einem Zielabschnitt
des Substrats ein Muster zu erzeugen. Es wird darauf hingewiesen,
dass das Muster, mit dem der Projektionsstrahl versehen wird, nicht
exakt dem gewünschten
Muster im Zielabschnitt des Substrats entsprechen kann. Im Allgemeinen
entspricht das Muster, mit dem der Projektionsstrahl versehen wird,
einer speziellen Funktionsschicht in einer Vorrichtung, die in dem
Zielabschnitt erzeugt wird, wie etwa einer integrierten Schaltung.
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Die
Musterungseinrichtung kann durchlässig oder reflektierend sein.
Beispiele für
Musterungseinrichtungen umfassen Masken, programmierbare Spiegelanordnungen
und programmierbare LCD-Bildschrime. Masken sind in der Lithographie wohlbekannt
und umfassen Maskenarten, wie etwa wie etwa Binär-, harte Phasen-(alternating
Phase-shift) und weiche Phasenmasken (attenuated Phase-shift), sowie
verschiedene Hybrid-Maskenarten. Ein Beispiel einer programmierbaren
Spiegelanordnung verwendet eine Matrixanordnung kleiner Spiegel,
von denen jeder einzeln schräg
gestellt werden kann, um einen einfallenden Strahlungsstrahl in unterschiedliche Richtungen
zu reflektieren, wobei der reflektierte Strahl auf diese Weise gemustert wird.
Bei jedem Beispiel der Musterungseinrichtung kann die Haltestruktur
beispielsweise ein Rahmen oder Tisch sein, der nach Bedarf feststehend
oder bewegbar sein und sicherstellen kann, dass sich die Musterungseinrichtung
an einer gewünschten
Position befindet, beispielsweise in Bezug auf das Projektionssystem.
Jegliche Verwendung der Begriffe "Retikel" oder "Maske" hierin ist mit dem allgemeineren Begriff "Musterungseinrichtung" gleichzusetzen.
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Der
Begriff "Projektionssystem", wie hierin verwendet,
ist breit auszulegen, so dass er verschiedene Arten von Projektionssystemen
umfasst, einschließlich
Brechungsoptiksysteme, Reflexionsoptiksysteme und katadioptrischer
Systeme, je nach Eignung beispielsweise im Hinblick auf die verwendete Belichtungsstrahlung
oder andere Faktoren, wie etwa die Verwendung einer Immersionsflüssigkeit oder
die Verwendung eines Vakuums. Jegliche Verwendung des Begriffs "Linse" hierin ist mit dem
allgemeineren Begriff "Projektionssystem" gleichzusetzen.
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Das
Beleuchtungssystem kann ebenfalls verschiedene Arten optischer Bauteile
umfassen, einschließlich
lichtbrechender, reflektierender und katadioptrischer optischer
Bauteile, zum Lenken, Formen oder Steuern des Projektionsstrahls
einer Strahlung, wobei solche Bauteile nachfolgend entweder kollektiv
oder einzeln ebenfalls als "Linse" bezeichnet sein
können.
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Der
lithographische Apparat kann derart ausgeführt sein, dass er zwei (Doppel-Tisch-) oder mehr Substrattische
(und/oder zwei oder mehr Maskentische) aufweist. Bei solchen "Mehr-Tisch-"Maschinen können die
zusätzlichen
Tische parallel eingesetzt werden oder es können an einem oder mehreren
Tischen vorbereitende Schritte durchgeführt werden, während ein
oder mehrere andere Tische zur Belichtung verwendet werden.
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Der
lithographische Apparat kann auch derart ausgeführt sein, dass das Substrat
in eine Flüssigkeit
mit einem relativ hohen Brechungsindex, z.B. Wasser, eingetaucht
wird, um so einen Raum zwischen dem letzten Element des Projektionssystems und
dem Substrat zu füllen.
Immersionsflüssigkeiten können auch
auf andere Räume
in dem lithographischen Apparat angewandt werden, beispielsweise zwischen
der Maske und dem ersten Element des Projektionssystems. Immersionstechniken
sind im Stand der Technik zur Erhöhung der numerischen Apertur
von Projektionssystemen wohlbekannt.
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Es
werden nun eine Ausführungsform
der Erfindung und ein Beispiel, das nicht Teil der Erfindung ist,
rein beispielhaft unter Bezugnahme auf die schematischen Zeichnungen
beschrieben. Es zeigt/zeigen:
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1 einen
lithographischen Projektionsapparat, der bei der Ausführung erfindungsgemäßer Verfahren
verwendet werden kann,
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2 ein
Flussdiagramm eines lithographischen Verfahrens gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung,
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3 einen
Streustrahlungsmesser, der bei den erfindungsgemäßen Verfahren verwendbar ist,
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4 bis 6 ein
Testmuster sowie ein erstes und ein zweites Referenzmuster, die
bei einem ersten Verfahren gemäß einem
Beispiel, das nicht Teil der vorliegenden Erfindung ist, verwendet
werden,
-
7 ein
ursprüngliches
Positioniergenauigkeitssignal und ein Positioniergenauigkeitssignal, das
in Übereinstimmung
mit dem ersten Verfahren gemäß einem
Beispiel, das nicht Teil der vorliegenden Erfindung ist, verbessert
worden ist, und
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8 bis 10 ein
Testmuster und ein erstes und ein zweites Referenzmuster, die bei
einem zweiten erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet werden.
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In
den Figuren geben entsprechende Bezugszeichen entsprechende Teile
an.
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Lithographischer Projektionsapparat
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1 stellt
schematisch einen lithographischen Apparat gemäß einer spezifischen Ausführungsform
der Erfindung dar. Der Apparat umfasst:
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- – ein
Beleuchtungssystem (Beleuchter) IL zum Bereitstellen eines aus Strahlung
(z.B. UV- oder DUV-Strahlung) bestehenden Projektionsstrahls PB,
- – eine
erste Haltestruktur (z.B. einen Maskentisch) MT zum Halten einer
Musterungseinrichtung (z.B. einer Maske) MA, welche mit einer ersten
Positionierungseinrichtung PM zum genauen Positionieren der Musterungseinrichtung
in Bezug auf das Element PL verbunden ist,
- – einen
Substrattisch (z.B. einen Wafertisch) WT zum Halten eines Substrats
(z.B. eines mit Fotolack beschichteten Wafers) W, welcher mit einer zweiten
Positio nierungseinrichtung PW zum genauen Positionieren des Substrats
in Bezug auf das Element PL verbunden ist, und
- – ein
Projektionssystem (z.B. eine lichtbrechende Projektionslinse) PL
zum Abbilden eines Musters, mit dem der Projektionsstrahl PB durch
die Musterungseinrichtung MA versehen wird, auf einem Zielabschnitt
C (der z.B. ein oder mehrere Halbleiterplättchen umfasst) des Substrats
W.
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Wie
hier dargestellt, ist der Apparat vom durchlässigen Typ (der z.B. eine durchlässige Maske verwendet).
Alternativ kann der Apparat auch vom reflektierenden Typ sein (der
z.B. eine programmierbare Spiegelanordnung der vorstehend erwähnten Art verwendet).
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Der
Beleuchter IL empfängt
einen Strahl einer Strahlung von einer Strahlungsquelle SO. Die Quelle
und der lithographische Apparat können separate Einheiten sein,
beispielsweise wenn die Quelle ein Excimer-Laser ist. In solchen
Fällen
wird die Quelle nicht als Teil des Iithographischen Apparats betrachtet
und der Strahlungsstrahl wird mit Hilfe eines Strahlabgabesystems
BD, das beispielsweise geeignete Richtspiegel und/oder einen Strahlexpander
umfasst, von der Quelle SO zum Beleuchter IL geleitet. In anderen
Fällen
kann die Quelle ein integraler Teil des Apparats sein, z.B. wenn
die Quelle eine Quecksilberlampe ist. Die Quelle SO und der Beleuchter
IL können
zusammen mit dem Strahlabgabesystem BD, sofern nötig, als Bestrahlungssystem
bezeichnet werden.
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Der
Beleuchter IL kann Justiermittel AM zum Einstellen der Winkelintensitätsverteilung
des Strahls umfassen. Im Allgemeinen können zumindest das äußere und/oder
das innere radiale Ausmaß (für gewöhnlich als σ-Außenmaß bzw. σ-Innenmaß bezeichnet)
der Intensitätsverteilung
in einer Pupillenebene des Beleuchters eingestellt werden. Darüber hinaus
umfasst der Beleuchter IL im Allgemeinen verschiedene andere Bauteile,
wie etwa einen Integrator IN und einen Kondensor CO. Der Beleuchter
stellt einen konditionierten Strahlungsstrahl bereit, der als Projektionsstrahl
PB bezeichnet wird, welcher in seinem Querschnitt eine gewünschte Gleichförmigkeit und
Intensitätsverteilung
aufweist.
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Der
Projektionsstrahl PB fällt
auf die Maske MA, die auf einem Maskentisch MT gehalten wird. Nachdem
er die Maske MA passiert hat, tritt der Projektionsstrahl PB durch
die Linse PL, die den Strahl auf einen Zielabschnitt C des Substrats
W fokussiert. Mit Hilfe der zweiten Positionierungseinrichtung PW und
einem Positionssensor IF (z.B. einer interferometrischen Einrichtung)
kann der Substrattisch WT exakt bewegt werden, z.B. um andere Zielabschnitte C
im Pfad des Strahls PB zu positionieren. Ebenso kann die erste Positionierungseinrichtung
PM und ein weiterer Positionssensor (der in 1 nicht
explizit dargestellt ist) dazu verwendet werden, die Maske MA in
Bezug auf den Pfad des Strahls PB exakt zu positionieren, z.B. nach
einer mechanischen Rückholung
aus einem Maskenarchiv oder während
eines Scans. Im Allgemeinen wird die Bewegung der Objekttische MT
und WT mit Hilfe eines Langhubmoduls (Grobpositionierung) und eines
Kurzhubmoduls (Feinpositionierung) ausgeführt, die Teil der Positionierungseinrichtungen
PM und PW sind. Bei einem Stepper jedoch (im Gegensatz zu einem
Scanner) kann der Maskentisch MT nur mit einem Kurzhubaktuator verbunden
oder feststehend sein. Die Maske MA und das Substrat W können unter
Verwendung von Maskenausrichtungsmarkierungen M1, M2 und Substratausrichtungsmarkierungen
P1 und P2 ausgerichtet werden.
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Der
dargestellte Apparat kann in den folgenden bevorzugten Betriebsarten
verwendet werden:
- 1. Bei der Step-Betriebsart
werden der Maskentisch MT und der Substrattisch WT im Wesentlichen
stationär
gehalten, während
ein vollständiges
Muster, mit dem der Projektionsstrahl versehen ist, in einem Schritt
(d.h. in einer einzelnen statischen Belichtung) auf einen Zielabschnitt
C projiziert wird. Der Substrattisch WT wird dann in X- und/oder
Y-Richtung verschoben, so dass ein anderer Zielabschnitt C belichtet
werden kann. In der Step-Betriebsart begrenzt die maximale Größe des Belichtungsfelds
die Größe des Zielabschnitts
C, in dem in einer einzelnen statischen Belichtung ein Bild erzeugt
wird.
- 2. Bei der Scan-Betriebsart werden der Maskentisch MT und der
Substrattisch WT gleichzeitig gescannt, während ein Muster, mit dem der
Projektionsstrahl versehen ist, auf einen Zielabschnitt C projiziert
wird (d.h. in einer einzelnen dynamischen Belichtung). Die Geschwindigkeit
und die Richtung des Substrattisches WT relativ zum Maskentisch
MT wird durch die Vergrößerungs-(Verkleinerungs-)
und Bildumkehreigenschaften des Projektionssystems PL bestimmt.
In der Scan-Betriebsart begrenzt die maximale Größe des Belichtungsfelds die
Breite (in der Richtung, in der nicht gescannt wird) des Zielabschnitts
bei einer einzelnen dynamischen Belichtung, während die Länge der Scan-Bewegung die Höhe (in der
Scan-Richtung) des Zielabschnitts bestimmt.
- 3. Bei einer anderen Betriebsart wird der Maskentisch MT im
Wesentlichen stationär
gehalten, wobei er eine programmierbare Musterungseinrichtung hält, und der
Substrattisch WT bewegt oder gescannt, während ein Muster, mit dem der
Projektionsstrahl versehen ist, auf den Zielabschnitt C projiziert
wird. Bei dieser Betriebsart wird im Allgemeinen eine gepulste Strahlungsquelle
verwendet und die programmierbare Musterungseinrichtung bei Bedarf
nach jeder Bewegung des Substrattisches WT oder zwischen aufeinander folgenden
Strahlungspulsen während
eines Scans aktualisiert. Diese Betriebsart kann leicht auf die
maskenlose Lithographie angewandt werden, die eine programmierbare
Musterungseinrichtung verwendet, wie etwa eine programmierbare Spiegelanordnung
der vorstehend genannten Art.
-
Kombinationen
und/oder Variationen der vorstehend beschriebenen Betriebsarten
oder völlig
andersartige Betriebsarten können
ebenfalls eingesetzt werden.
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2 ist
ein Flussdiagramm eines lithographischen Verfahrens, von dem die
vorliegende Erfindung ein Teil sein kann. Vor dem Belichtungsschritt S4,
der unter Verwendung eines lithographischen Apparats, wie etwa dem
vorstehend in Bezug auf 1 beschriebenen, durchgeführt werden
kann, wird ein Substrat, z.B. ein Siliziumwafer, einem Grundierungsschritt
S1, einem Schleuderbeschichtungsschritt S2, um es mit einer Fotolackschicht
zu überziehen,
und einem leichten Trocknen (soft bake) S3 unterzogen, um die Lösungsmittel
aus dem Fotolack zu entfernen. Nach der Belichtung wird der Wafer
einem Post-Exposure Bake (nach der Belichtung erfolgenden Trocken-
oder Heizschritt) S5, einem Entwicklungsschritt S6, während dem
der belichtete oder unbelichtete Fotolack (in Abhängigkeit
davon, ob der Fotolack positiv oder negativ ist) entfernt wird, und
einem starken Trocknen (hard bake) S7 unterzogen, bevor ein Untersuchungsschritt
S8 durchgeführt wird.
Der Untersuchungsschritt S8 umfasst mehrere unterschiedliche Messungen
und Untersuchungen sowie erfindungsgemäß einen Beugungsmessungsschritt,
der nachfolgend genauer beschrieben ist. Wenn der Wafer die Untersuchung
besteht, wird ein Verfahrensschritt S9 durchgeführt. Dieser kann ein Ätzen der
Bereiche des Substrats umfassen, die nicht mit Fotolack, einer Produktschichtablagerung, einer
Metallisierung, einer Innenimplantation, etc., bedeckt sind. Nach
dem Verfahrensschritt S9 wird der restliche Fotolack entfernt S10
und eine abschließende
Untersuchung S11 durchgeführt,
bevor das Verfahren für
eine weitere Schicht wieder aufgenommen wird. Sollte ein Substrat
eine Untersuchung in Schritt S8 nicht bestehen, kann es direkt zum
Entfernungsschritt S10 geleitet und ein weiterer Versuch, dieselbe
Prozessschicht aufzudrucken, unternommen werden.
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Im
Untersuchungsschritt S8 kann ein Streustrahlungsmesser, wie etwa
der in 3 gezeigte, verwendet werden. Andere Untersuchungen und/oder
Messungen können
ebenfalls unter Verwendung anderer Geräte durchgeführt werden. Der Streustrahlungsmesser 10 umfasst
eine Breitband-(Weißlicht-)Strahlungsquelle 11,
die Strahlung über
einen Strahlteiler 12 auf eine Teststruktur TS auf dem
Wafer W lenkt. Die reflektierte Strahlung wird zu einem Streustrahlungsmesser 13 weitergeleitet,
der ein Spektrum (Intensität
als Funktion der Wellenlänge)
der spiegelnd reflektierten Strahlung misst. Anhand dieser Daten
kann die das erfasste Spektrum verursachende Struktur rekonstruiert
werden, z.B. durch rigorose Beugungssimulation (RCWA – Rigorous
Coupled-Wave Analysis) und nicht lineare Regression oder durch einen
Vergleich mit einem Archiv simulierter Spektren. Im Allgemeinen
ist bei der Rekonstruktion die allgemeine Form der Struktur bekannt
und einige Parameter werden basierend auf der Kenntnis des Verfahrens,
durch das die Struktur hergestellt wurde, angenommen, so dass nur
noch einige wenige Parameter der Struktur anhand der Beugungsmessungsdaten
bestimmt werden müssen.
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Wie
gezeigt, ist der Streustrahlungsmesser ein Senkrechteinfalls-Streustrahlungsmesser.
Dasselbe Prinzip kann jedoch auch unter Verwendung einer Schrägeinfalls-Beugungsmessung angewandt werden.
Varianten der Beugungsmessung, bei der die Reflexion unter einem
Winkelbereich einer einzelnen Wellenlänge, anstatt unter einem einzelnen
Winkel eines Wellenlängenbereichs,
gemessen wird, können
ebenfalls verwendet werden.
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Ein Beispiel, das nicht Teil der Erfindung
ist
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Gemäß einem
ersten Verfahren der Erfindung, das zum Messen der Positioniergenauigkeit (Overlay)
verwendet wird, umfasst die auf das Substrat W gedruckte Teststruktur
eine erste Markierung oder erste Musterkomponente G1, die in eine
obere Prozessschicht TL gedruckt ist, und eine zweite Markierung
oder zweite Musterkomponente G2, die in einer untere Prozessschicht
BL gedruckt ist. Die Markierungen G1 und G2 können jede zweckmäßige Form
aufweisen, wie etwa Gitter, Schachbrettmuster, Kästen, Rahmen, Winkel, etc.
Die Form der Markierung wird aus Gründen der Erleichterung der
Rekonstruktion gewählt,
insbesondere die Verwendung von Gittern ermöglicht eine Verwendung schneller
Rekonstruktionstechniken. Die Art der Markierung kann auch aus Gründen der
Verbesserung der Empfindlichkeit gewählt werden. Die zwei Markierungen
G1 und G2 sollten, sofern sie perfekt gedruckt und durch spätere Verfahren
unbeeinträchtigt
sind, identisch und in Abwesenheit eines Positioniergenauigkeitsfehlers
exakt miteinander ausgerichtet sein. Obgleich ihre Form identisch
ist, unterscheiden sich die erste und die zweite Markierung (Musterkomponente)
in ihrer Lage in den Prozessschichten auf dem Substrat. Wenn das
die Markierungen G1, G2 aufweisende Testmuster mit einem senkrecht
einfallenden polarisierten Licht beleuchtet wird, enthält das TE-,
TM- oder Phasensignal Informationen über die relative Position der
zwei Gitter. Infolge der internen Reflexionen in den dazwischen
liegenden Prozessschichten IL zwischen den oberen und unteren Schichten
TL, BL, die die Gitter G1, G2 und Interferenz umfassen, ist die
Amplitude des gesamten reflektierten Signals, das die Positioniergenauigkeitsinformationen
enthält, sehr
schwach und hat einen geringen Rauschabstand. Weiteres Rauschen
wird durch Verformungen der Markierungen G1, G2 während des
Druckens und, im Falle der unteren Markierung G2, durch die Verfahren
eingebracht, die nach dem Drucken durchgeführt wurden.
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Erfindungsgemäß werden
zur Verbesserung der Positioniergenauigkeitsmessungen zwei Referenzmarkierungen
RG1, RG2 gleichzeitig mit den zwei Teilen G1, G2 des Testmusters
aufgedruckt. Das Referenzmuster RG1 wird in der oberen Schicht TL
vorgesehen und entspricht der ersten Markierung G1. Das Referenzmuster
RG2 wird in der unteren Schicht BL vorgesehen und entspricht der
zweiten Ausrichtungsmarkierung G2. Die Referenzmuster RG1, RG2 werden
nahe dem, jedoch unter Abstand voneinander und von dem die Ausrichtungsmarkierungen
G1, G2 umfassenden Testmuster aufgedruckt. Die Referenzmarkierungen
RG1, RG2 und das Testmuster sollten nahe genug beieinander liegen,
so dass sie in gleicher Weise durch jedwede Verformungen beeinträchtigt werden,
die während des
Druckverfahrens entstehen oder durch spätere Verfahrensschritte verursacht
werden. Gleichzeitig sollten sie weit genug auseinander liegen,
dass separate Beugungsmessungen ohne Nebensignaleffekte durchgeführt werden
können.
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Wenn
sie in gleicher Weise wie das Testmuster beleuchtet werden, erzeugen
die Referenzmuster RG1, RG2 Beugungsmessungssignale S2, S3, die nur
Informationen über
die jeweiligen Gitter enthalten. Die Beugungsmessungssignale S2,
S3 können dann
dazu verwendet werden, das Beugungsmessungssignal S1 zu normieren,
um ein verbessertes Beugungssignal S1-e bereitzustellen. Ein Beispiel dafür ist in 7 gezeigt,
aus der ersichtlich ist, dass das verbesserte Signal S1-e eine deutlich
höhere Amplitude
hat, jedoch denselben Phasenpositionsfingerabdruck des Originalsignals
beibehält.
Der Rauschabstand wird effizient verbessert. Das verbesserte Positioniergenauigkeitssignal
wird von drei spiegelnden spektroskopischen Signalen abgeleitet.
Das erste ist das "ursprüngliche" Positioniergenauigkeitssignal,
das durch die zwei einander überlagernden Gitter
erzeugt wird. Das zweite und das dritte sind die durch die unteren
und oberen Referenzgitter erzeugten Signale. Das verbesserte Positioniergenauigkeitssignal
wird dann durch Dividieren des ursprünglichen Positioniergenauigkeitssignals
durch das Signal von dem oberen Referenzgitter abzüglich des
Signals von dem unteren Referenzgitter abgeleitet.
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Ausführungsform
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Eine
in dem zweiten erfindungsgemäßen Verfahren
verwendete Gitterstruktur ist in den 8 bis 10 dargestellt.
Das zweite erfindungsgemäße Verfahren
misst die differentielle dimensionale Asymmetrie infolge einer komatischen
Abweichung im lithographischen Apparat, insbesondere dem Projektionssystem
PL, oder des auf das Substrat angewandten Verfahrens.
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Wie
in 8 gezeigt, umfasst das Testmuster G ein Zwei-Stabgitter
mit einem inneren Abstand Pi und einem äußeren Abstand
P0. Die erste Musterkomponente umfasst ein
Ein-Stabgitter mit einem Abstand, der dem inneren Abstand entspricht,
und die zweite Musterkomponente ein zweites Ein-Stabgitter mit einem
Abstand, der dem äußeren Abstand entspricht.
Die zwei Referenzgitter RG1',
RG2' sind in den 9 und 10 gezeigt
und umfassen jeweils ein einfaches Gitter mit einem Abstand Pi und ein einfaches Gitter mit einem Abstand
P0.
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Wie
bei dem ersten Verfahren werden das Testmuster G und die Referenzmuster
RG1', RG2' in identischer Weise
mit spiegelndem polarisierten Licht beleuchtet. Die resultierenden
Reflexionsspektren S1',
S2', S3' enthalten Informationen über jegliche differentielle
dimensionale Asymmetrien sowie die tatsächlichen Formen der Gitter.
Die Informationen über
jedwede differentielle dimensionale Asymmetrie sind in den Reflexionsspektren
S1' von dem Gitter
mit zweifachem Abstand enthalten, während die Spektren S2', S3' Informationen über die
Gitter selbst enthalten. Wie bei dem ersten Verfahren werden die
Reflexionsspektren S2',
S3' dazu verwendet,
die Reflexionsspektren S1' zu
verbessern, um ein Signal bereitzustellen, das Informationen über die
dimensionale Asymmetrie enthält
und einen verbesserten Rauschabstand aufweist.
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Obgleich
vorstehend eine spezifische Ausführungsform
der Erfindung beschrieben worden ist, versteht es sich, dass die
Erfindung auch anders als beschrieben in die Praxis umgesetzt werden
kann. Die Beschreibung soll die Erfindung nicht einschränken, die
durch die Ansprüche
definiert ist.