-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Immunoadhesin, umfassend eine
spezifische Glykoprotein-VI-Domäne.
Das erfindungsgemäße Immunoadhäsin ist
erhältlich
durch einen spezifischen Prozess, welcher das Immunoadhäsin in der
Form eines Dimers bereitstellt. Die vorliegende Erfindung betrifft
auch auf die Verwendung des Immunoadhäsins von Glykoprotein VI zur
Herstellung eines Medikaments zur Prävention von intraarterieller
Thrombose in einer spezifischen Gruppe von Patienten. Zudem betrifft
die vorliegende Erfindung auf die Verwendung des Immunoadhesinsvon
Glykoprotein VI zur Herstellung eines Medikaments für die Vorbeugung
und Behandlung von Artheroprogression. Die vorliegende Erfindung
betrifft auch auf die Verwendung des Immunoadhesins von Glykoprotein
VI für
die Herstellung eines Medikaments für die Prävention und Behandlung von
chronischem Fortschreiten von Atherosklerose in diabetischen Patienten.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch in-vitro-Screening-Verfahren nach einem
Inhibitor von GPVI-vermittelter Adhäsion von Blutplättchen an
aktive intravaskuläre
Läsionen.
-
Akute
Koronar- oder Karotidsyndrome sind eine bedeutende Todesursache
in westlichen Gesellschaften. Sogar im Fall eines anfänglichen Überlebens
eines solchen kardiovaskulären
Ereignisses leiden viele Patienten an lebensbedrohlichen Komplikationen,
wie z.B. intravaskulärer
Thrombose, welche zu weiterem myokardialen Infarkt oder Schlaganfall
führen.
-
Intravaskuläre Thrombose
ist das Ergebnis der Aggregation von Blutplättchen in einem Blutgefäß, wobei
die Durchblutung des Gefäßes ernsthaft
reduziert oder sogar vollständig
inhibiert sein kann. Besonders der Bruch einer atherosklerotischen
Plaque löst
eine Kaskade von Ereignissen aus, welche in arterieller Thrombose
und Ischämie
des stromabwärts
liegenden Gewebes gipfelt, wobei Krankheiten wie myokardialer Infarkt oder
ischämischer
Schlaganfall herbeigeführt
werden. Die erste Antwort auf eine vaskuläre Verletzung ist die Adhäsion von
zirkulierenden Blutplättchen
an exponierte, subendotheliale Matrixproteine, was nachfolgende Blutplättchen-Aggregation
auslöst.
Unter den makromolekularen Bausteinen der subendothelialen Schicht wird
fibriläres
Kollagen als die am meisten thrombogene Komponente angesehen, da
es als ein starker Aktivator von Blutplättchen wirkt und die Blutplättchen-Adhäsion sowohl
in vitro als auch in vivo unterstützt (1-3).
-
Die
Blutplättchen-Membranproteine
von denen berichtet wurde, dass sie mutmaßliche Kollagenrezeptoren sind,
können
unterteilt werden in solche, welche indirekt mit dem Kollagen durch
den kollagengebundenen von-Willebrand-Faktor (vWF) interagieren,
eingeschlossen GPIbα und
das Integrin απbβ3,
und jene, welche direkt mit Kollagen interagieren, eingeschlossen
GPVI, das Integren α2β1 und CD36 (als Übersicht dargestellt in (2)).
Erst kürzlich
ist das Blutplättchen-Glykoprotein
VI (GPVI) als der wichtigste Blutplättchen-Kollagenrezeptor identifiziert
worden (4). GPVI ist ein 60-65 kDa-Typ1-Transmembran-Glykoprotein, welches zu
der Immunoglobulin-Superfamilie gehört (5; 6). Bei menschlichen
und Maus-Blutplättchen
formt GPVI einen Komplex mit der FcRγ-Kette auf der Zelloberfläche (7;
8). Die Bindung eines Liganden an GPVI löst Tyrosinphosphorylierung
des ITAM-Motivs der Fc-Rezeptor-γ-Kette
aus, was downstream eine Signalgebung durch die Syk-Kinasen, LAT,
SLP-76 und Phospholipase C einleitet (9-13). Blutplättchen defizient in GPVI zeigen
einen Verlust von kollageninduzierter Adhäsion und Aggregation in vitro
(4; 14). Ähnlich
schwächen
Funktionsblockierende monoklonale anti-GPVI Antikörper die
ex vivo Blutplättchen-Aggregation
ab, in Antwort auf Kollagen und kollagenbezogenes Peptid CRP, welches
die Kollagen-Dreifachhelix nachahmt (15; 16).
-
Es
ist bekannt, dass das Problem von Komplikationen aufgrund der Aggregation
von Blutplättchen durch
Verabreichen von Inhibitoren der Blutplättchen-Aggregation behandelt
werden kann. Bei der Behandlung von akuten Koronarsyndromen verbessern
GP-IIb/IIIa-Inhibitoren, wie z.B. ReoPro, signifikant das Ergebnis
bei den Patienten. Allerdings zeigte eine kürzliche Meta-Analyse klinischer
Studien ein signifikantes Restrisiko bezüglich Tod oder myokardialem
Infarkt, trotz optimalem antithrombotischen Eingreifen (Boersma
E, Harrington RA, Moliterno DJ, White H, Theroux P, Van de Werf
F, de Torbal A, Armstron PW, Wallentin LC, Wilcox RG, Simes J, Califf
RM, Topol EJ, Simoons ML. Platelet glycoprotein IIb/IIIa inhibitors
in acute coronary syndromes: a metaanalysis of all major randomised
clinical trials. Lancet 2002; 359:189-98). Spezifische schwere Nebenwirkungen
dieser therapeutischen Verabreichungsweise sind Komplikationen durch
Blutungen. Diese traten in 2,4 Prozent der Patienten auf, wobei
die schwerste Form von intrakranialen Blutungen in fast 0,1 Prozent
der behandelten Patienten auftrat. Eine Vielzahl von mechanischen
Mängeln
der GP-IIb/IIIa-Rezeptorblockierung wurde aufgezeigt, welche die
suboptimale Effektivität
und die Nebenwirkungen erklären (Dickfeld
T, Ruf A, Pogatsa-Murray G, Muller I, Engelmann B, Taubitz W, Fischer
J, Meier O, Gawaz M. Differential antiplatelet effects of various
glycoprotein IIb/IIIa antagonists. Thromb Res. 2001; 101:53-64.
Gawaz M, Neumann FJ, Schomig A. Evaluation of platelet membrane
glycoproteins in coronary artery disease: consequences for diagnosis
and therapy. Circulation. 1999; 99:E1-E11).
-
Die
Inhibierung der Blutplättchen-Aggregation
führt zu
einer generellen Beeinträchtigung
der Blutplättchen
im Hinblick auf Ihre Fähigkeit
zu aggregieren. Entsprechend wird nicht nur die unerwünschte Thrombosebildung
beeinflusst, sondern auch die generelle Fähigkeit der Blutplättchen Blutungen
zu stoppen. Daher führt
die Verabreichung von Inhibitoren der Blutplättchen-Aggregation inhärent zu
schweren Nebenwirkungen wie Blutungen, was weitere lebensbedrohliche
Komplikationen verursachen kann. Diese Nebenwirkungen sind natürlich noch
viel problematischer bei Patienten, die an Diabetes leiden.
-
Diabetes
ist einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose. Zusätzlich begründet Diabetes
ein erhöhtes
Risiko für
lebensbedrohliche Komplikationen und ein Übermaß an Erkrankung bei Patienten,
welche akute vaskuläre
und insbesondere Koronarsyndrome zeigen. Diabetische Patienten mit
instabiler Angina zeigen ein verstärktes Auftreten von Plaque-Ulzeration
und intrakoronarer Thrombose verglichen mit nicht diabetischen Patienten.
(Biondo-Zoccai GGL; Abbate A; Liuzzo G, Biasucci L: Atherothrombosis,
inflammation, and diabetes. J Am Coll Cardiol 41; 1071-1077; 2003).
-
Es
wird zunehmend erkannt, dass Blutplättchen ein bedeutender Auslöser für die Progression
von Atherosklerose sind. Das Bindeglied zwischen gesteigerter Atheroprogression
und gesteigerter Blutplättchen-Empfindlichkeit
und Diabetes ist bis jetzt ein ungelöstes Problem. Diabetische Patienten
leiden an akuten vaskulären
Komplikationen unabhängig
vom Grad der Atherosklerose, was auf verschiedene, zur Zeit unbekannte
Mechanismen für
die Blutplättchen-Aktivierung
beim Ablauf der diabetischen, akuten, vaskulären Komplikationen und atherosklerotischen,
akuten, vaskulären
Komplikationen hinweist.
-
Daher
ist es das Problem der Erfindung, ein Medikament bereit zu stellen,
welches verwendbar ist zur Verhinderung lebensbedrohlicher Komplikationen
nach einem akuten Koronar- oder Karotidsyndrom, während die
Fähigkeit
zur Blutstillung beibehalten wird.
-
Es
ist ein weiteres Problem der vorliegenden Erfindung ein Medikament
für die
Behandlung oder Prävention
von Atheroprogression bereitzustellen.
-
Es
ist noch ein weiteres Problem der Erfindung ein Medikament für die Behandlung
von Diabetes bereitzustellen, in besonderem Maße von Komplikationen assoziiert
mit Diabetes.
-
Es
ist ein weiteres Problem der Erfindung ein in-vitro-Screeningverfahren
nach Inhibitoren der Adhäsion
von Blutplättchen
an intravaskuläre
Läsionen
bereitzustellen.
-
ALLGEMEINE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
obigen Probleme werden gelöst
gemäß den Ansprüchen. Die
vorliegende Erfindung stellt den ersten direkten in vivo Beweis
bereit, welcher zeigt, dass GPVI wirklich in dem Prozess der Blutplättchen-Rekrutierung,
unter physiologischem Scherstress nach vaskulärer Verletzung, grundsätzlich benötigt wird.
In verschiedenen Mausmodellen mit endothelialer Denudation beseitigten
sowohl Inhibierung als auch Abwesenheit von GPVI nahezu die Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktionen
und Blutplättchen-Aggregation,
wodurch GPVI als der bedeutende, bestimmende Faktor der arteriellen
Thrombusbildung identifiziert wurde. Dies zeigt, dass die Inhibierung
von GPVI-Liganden-Interaktionen die arterielle Thrombose im Rahmen
der Atherosklerose verhindert. Die vorliegende Erfindung benutzt
das antithrombotische Potential einer spezifischen löslichen
Form von GPVI. Besonders wird ein Fusionsprotein bereitgestellt,
welches die extrazelluläre
Domäne
des GPVI und ein menschliches N-terminales Fc-Kennzeichen („tag") enthält. Die
lösliche
Form von humanem GPVI bindet spezifisch an Kollagen, mit hoher Affinität und verminderter
Blutplättchenadhäsion, an
immobilisiertes Kollagen in vitro und an Stellen vaskulärer Verletzung
in vivo. Dementsprechend basiert die vorliegende Erfindung auf der
Erkenntnis, dass die Voraussetzung für intraarterielle Thrombose
als eine akute klinische Komplikation die initiale Adhäsion von
Blutplättchen
an aktive Läsionen
in den Gefäßwänden ist.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben erkannt, dass Blutplättchen-Adhäsion an
subendotheliales Matrixkollagen an einer Läsion der Gefäßwand durch
den Glykoprotein-IV-(GPVI)-Rezeptor das Schlüsselereignis für die Bildung
von Thrombose darstellt. Die Inhibierung der Adhäsion von Blutplättchen an
subendotheliales Matrixkollagen des erfindungsgemäßen Fusionsproteins
ist daher fähig
nicht nur die Adhäsion
von Blutplättchen
an aktive Läsionen
zu verhindern, sondern auch die Aggregation von Blutplättchen bei
den aktiven Läsionen
zu verhindern. Daher kann die Bildung von intravaskulärer Thrombose
wirkungsvoll verhindert werden, ohne die generelle Fähigkeit
der Blutplättchen
zur Aggregation zu beeinträchtigen.
-
Angesichts
der Tatsache, dass unterschiedliche Komponenten der subendothelialen
Schichten Liganden und Aktivatoren von Blutplättchen sind, wie beispielsweise
Laminin, Fibronektin, von-Willebrand-Faktor (vWF) und Kollagen,
ist es überraschend,
dass der komplexe Prozess der Bildung von Thrombose durch die Inhibierung
eines einzigen Blutplättchenrezeptors
inhibiert werden kann. Zudem war eine umfangreiche Auswahl von Rezeptoren
auf den Blutplättchen
durch in vitro Prüfungen
vorgeschlagen worden, aber der relevante Rezeptor oder die Rezeptorkombinationen,
welche die Adhäsion
von Blutplättchen
an Läsionen
in vivo beeinflussen, war zuvor nicht bekannt gewesen.
-
Die
vorliegende Erfindung basiert auch auf der Erkenntnis, dass GPVI
ein bedeutender Mediator der Blutplättchen-Aktivität für das Fortschreiten
von Atherosklerose ist. Es wird gezeigt, dass die Inhibierung der kollagenvermittelten
GPVI-Aktivierung die Atheroprogression in Atherosklerose anfälligen Apo-e-/-Mäusen abschwächt (siehe 16).
Zudem wird gezeigt, dass die Blutplättchen von diabetischen Patienten,
welche auch anfällig
für fortgeschrittene
Artherosklerose und vermehrte thrombotische Komplikationen sind,
eine erhöhte
Expression des GPVI-Corezeptors Fc-Rezeptor zeigen. Daher können Blutplättchen von
Diabetikern eine erhöhte
Empfindlichkeit gegenüber
Kollagenstimulation zeigen, was zu den klinisch beobachteten, gesteigerten
thrombotischen Komplikationen bei instabiler Angina führt, wobei
das Kollagen durch Plaquebruch oder endotheliale Denudation nicht
von subendothelialen Gefäßschichten
bedeckt ist.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt daher eine Behandlung der Atheroprogression
von Patienten bereit, besonders von Patienten, die an Diabetes leiden.
Außerdem
stellt die Erfindung ein Medikament zur Behandlung von akuten vaskulären Komplikationen
bereit, wie zum Beispiel intravaskulärer Thrombose, insbesondere bei
Patienten mit Diabetes. In der Erfindung ist ein Immunoadhäsin Fc-GPVI-nt
inbegriffen, welches ein starkes therapeutisches Werkzeug zum Abschwächen von
Atheroprogression und gesteigerter Empfindlichkeit von Blutplättchen gegenüber Kollagen
mittels des GPVI-Rezeptors darstellt. Daher ist Fc-GPVI-nt ein Medikament zur
Behandlung von Atherosklerose, insbesondere für die Behandlung von atherosklerotischen
Komplikationen bei Diabetes.
-
In
einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Fusionsprotein
bereitgestellt, umfassend:
- a) einen GPVI-Anteil
ausgewählt
aus einer extrazellulären
Domäne
von Glycoprotein VI (GPVI) und einer Variante davon, welche funktionsfähig ist
an Kollagen zu binden, und
- b) einen Fc-Anteil ausgewählt
aus einer Fc-Domäne
eines Immunglobulins und einer funktionsfähigen konservativen Variante
davon,
wobei die extrazelluläre Domäne oder Variante davon und
die Fc-Domäne
oder Variante davon durch einen Linker fusioniert sind, welcher
durch die Aminosäuresequenz
Gly-Gly-Arg charakterisiert
ist.
-
In
einer Ausführungsform
ist das Fusionsprotein durch eine Aminosäuresequenz wie in 7 gezeigt charakterisiert.
Das erfindungsgemäße Fusionsprotein
wird erhalten oder ist erhältlich
durch
- (a) Sammeln, 2 Tage nach Infektion, des
Kulturüberstandes
von Helazellen infiziert mit einem Adenovirus für das erfindungsgemäße Fusionsprotein
kodierend für
eine Aminosäuresequenz
wie in 7 gezeigt;
- (b) Zentrifugieren (3.800 g, 30 min, 4 °C) des Überstandes von Schritt (a);
- (c) Filtrieren (0,45 μm)
des Überstandes
von Schritt (b);
- (d) Präzipitieren
des Immunoadhäsins
durch Hinzufügen
von 1 vol. Ammoniumsulfat (761 g/l) und Rühren über Nacht bei 4 °C;
- (e) Pelletieren des Proteins durch Zentrifugation (3.000 g,
30 min, 4 °C);
- (f) Lösen
der pelletierten Proteine von Schritt (e) in 0,1 Vol. PBS und Dialysieren
in PBS über
Nacht bei 4 °C;
- (g) Klären
der Proteinlösung
durch Zentrifugation (3.000 g, 30 min, 4 °C);
- (h) Laden der Lösung
aus Schritt (g) auf eine Protein-A-Säule (HiTrapTM-Protein
A HP, Amersham Pharmacia Biotech AB, Uppsala, Schweden);
- (i) Waschen der Säule
mit Bindungspuffer (20 mM Natriumphosphatpuffer pH 7,0; 0,02 % NaN3) bis OD280 < 0,01;
- (k) Eluieren der Fraktionen mit Elutionspuffer (100 mM Glycin
pH 2,7)
- (l) Neutralisieren der eluierten Fraktionen mit Neutralisierungspuffer
(1 M Tris/HCl pH 9,0; 0,02 % NaN3);
- (m) Vereinigen der Fraktionen;
- (n) Dialysieren der vereinigten Fraktionen in PBS über Nacht
bei 4 °C,
- (o) Aliquotieren des dialysierten Produktes und Einfrieren bei –20 °C.
-
Unter
den obigen Bedingungen wird das Fusionsprotein als kovalent verbundenes
Dimer einer molekularen Masse von 160 kDa, wie unter nicht-reduzierenden
Bedingungen durch SDS-PAGE gemessen, erhalten. Die Dimerisierung
des Fusionsproteins erfolgt vermutlich durch Interketten-Disulfidbrücken von
Cysteinen, in einer spezifischen Domäne in der Nähe des GPVI-Fragments der Aminosäuresequenz
wie in 7 gezeigt. Die dimere Natur des Fusionsproteins
hängt zumindest
von der Anwesenheit einer spezifischen Region zwischen dem Fc-Anteil
und dem GPVI-Anteil, wie in 7 enthalten,
und dem Herstellungsprozess ab. Ein monomeres Fusionsprotein ist
als therapeutisches Mittel in der Praxis nicht verwendbar, da die
minderwertigen Bindeeigenschaften eines monomeren Fusionsproteins,
verglichen mit dem dimeren Fusionsprotein, um einen ähnlichen
Effekt zu erhalten, die Verabreichung des Proteins in einer Menge
erforderlich machen würden,
welche eine Größenordnung
größer ist
als die Menge des dimeren Fusionsproteins vgl. 9(e).
Die Verabreichung von großen
Mengen Protein ist allerdings vom therapeutischen und wirtschaftlichen
Standpunkt problematisch, insbesondere bei der Behandlung einer
chronischen Krankheit.
-
Das
erfindungsgemäße Fusionsprotein
ist ein Immunoadhäsin.
Es weist ein Segment (a) auf, das die Funktion der extrazellulären Domäne von Blutplättchen GPVI
besitzt. Dieses GPVI kann ein Säuger-GPVI sein,
bevorzugt ist es menschliches GPVI. Diese Funktion ist bevorzugt
Binden an den GPVI-Liganden Kollagen. Für dieses Fusionsprotein kann
die gesamte extrazelluläre
Domäne
von GPVI benutzt werden, oder ein beliebiges Fragment davon, vorausgesetzt
diese Fragmente sind fähig
an Kollagen zu binden. Eine Variante des Fusionsproteins kann eine
Modifikation in einer oder mehreren Aminosäuren dieses Fusionsproteins
aufweisen (z.B. Glycosylierung, Phosphorylierung, Acetylierung,
Disulfidbrückenbildung,
Biotinylierung, chromogene Markierung wie Fluoresceinmarkierung
etc.). Bevorzugt ist eine Variante ein Homologes dieses Fusionsproteins.
Eine konstruierte Variante kann einfach auf ihre Fähigkeit
an Kollagen zu binden getestet werden, indem die hierin offenbarten
Verfahren benützt
werden. Am meisten bevorzugt wird das Polypeptid der Reste 1 bis
269 von SEQ ID NR: l als Segment (a) verwendet. Allerdings kann
dieses Polypeptid auch durch Austauschen ausgewählter Aminosäuren modifiziert
werden, oder durch Kürzen
dieser Sequenz, ohne diese Funktion zu beseitigen.
-
Segment
(b) dieses Fusionsproteins dient zumindest einem der folgenden Zwecke:
Sekretion des Fusionsproteins von Zellen, die dieses Fusionsprotein
erzeugen, wobei Segment (a) in einer Form (z.B. Faltung oder Aggregationszustand)
bereitgestellt wird, funktionsfähig
Kollagen zu binden, Affinitätsreinigung
dieses Fusionsproteins, Erkennung des Fusionsproteins durch einen
Antikörper,
Bereitstellen günstiger
Eigenschaften für
das Fusionsprotein, wenn es als Medikament verwendet wird. Überraschend
und am wichtigsten ermöglicht
Segment (b) die Erzeugung dieses Fusionsproteins in Säuger-, bevorzugt
menschlichen, Zellen und die Sekretion in den Zellüberstand
in aktiver Form d.h. in einer Form funktionsfähig an Kollagen zu binden. Segment
(b) ist am meisten bevorzugt eine Fc-Domäne eines Immunglobulins. Geeignete
Immunglobuline sind IgG, IgM, IgA, IgD und IgE. IgG und IgA sind
bevorzugt. IgGs sind am meisten bevorzugt.
-
Diese
Fc-Domäne
kann eine vollständige
Fc-Domäne
oder eine funktionskonservative Variante davon sein. Eine Variante
von Fc ist funktionskonservativ, wenn sie mindestens eine der oben
aufgelisteten Funktionen von Segment (b) bewahrt. Am meisten bevorzugt
ist das Polypeptid der Reste 273 bis 504 von SEQ ID NR: 1. Es ist
allerdings Allgemeinwissen, dass solch ein Polypeptid modifiziert
oder verkürzt
werden kann, ohne seine Funktion zu beseitigen.
-
Die
Segmente (a) und (b) des erfindungsgemäßen Fusionsproteins können durch
einen Linker verbunden sein. Der Linker der Aminosäuresequenz
von 7 (SEQ ID NR: 1) ist Gly-Gly-Arg.
-
Am
meisten bevorzugt besitzt dieses Fusionsprotein die Aminosäuresequenz
von SEQ ID NR: 1 (hierin Fc-GPVI-nt genannt).
-
Durch
einen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Nukleinsäuresequenz
bereitgestellt umfassend eine Sequenz ausgewählt aus der folgenden Gruppe:
- a) die Nukleinsäure von 8 oder eine
Variante davon, welche für
das gleiche Polypeptid kodiert gemäß der Degeneration des genetischen
Codes;
- b) eine Nukleinsäuresequenz
kodierend für
ein Polypeptid, welches mindestens 70 % Sequenzhomologie zu dem
Polypeptid kodiert durch 8 aufweist, wobei die Nukleinsäuresequenz
ein Polypeptid kodiert, umfassend von seinem N-Terminus zu seinem C-Terminus eine extrazelluläre Domäne von GPVI
oder einer Variante davon, welche funktionsfähig ist an Kollagen zu binden,
einen Linker mit der Aminosäuresequenz Gly-Gly-Arg
und eine Immunglobulin-Fc-Domäne
oder eine funktionsfähige
konservative Variante davon, welche funktionsfähig ist, einem Protein kodiert
durch die Nukleinsäure
zu ermöglichen,
von einer Zelle sekretiert zu werden in einer Form, welche funktionsfähig ist,
an Kollagen zu binden;
- c) eine Nukleinsäure
kodierend für
ein Polypeptid von mindestens 300 Aminosäuren und aufweisend, in der 5'- zu 3'-Richtung, ein erstes
Segment kodierend für mindestens
100 Aminosäuren
umfassend eine extrazelluläre
Domäne
von GPVI oder eine Variante davon, welche funktionsfähig ist
an Kollagen zu binden, ein zweites Segment, welches für die Aminosäuresequenz
Gly-Gly-Arg kodiert und ein drittes Segment, welches für mindestens
200 Aminosäuren
kodiert, welches funktionsfähig
ist als eine Immunglobulin-Fc-Domäne, welche einem Protein kodiert
durch die Nukleinsäure
ermöglicht,
von einer Zelle sekretiert zu werden, in einer Form, welche funktionsfähig ist,
an Kollagen zu binden.
-
Folglich
stellt die Erfindung weiterhin eine Nukleinsäuresequenz bereit kodierend
für das
erfindungsgemäße Fusionsprotein.
Diese Nukleinsäuresequenz
umfasst eine Sequenz ausgewählt
aus der folgenden Gruppe:
- (i) die Nukleinsäuresequenz
von SEQ ID NR: 2 oder eine Variante davon, welche für das gleiche
Polypeptid kodiert, gemäß der Degeneration
des genetischen Codes;
- (ii) eine Nukleinsäuresequenz
kodierend für
ein Polypeptid, welches mindestens 70 % Sequenzhomologie zu dem
Polypeptid kodiert durch SEQ ID NR: 2 aufweist;
- (iii) eine Nukleinsäure
kodierend für
ein Popypeptid von mindestens 300 Aminosäuren, wobei ein Segment von
mindestens 100 Aminosäuren
funktionsfähig
ist an Kollagen zu binden und ein Segment von mindestens 200 Aminosäuren funktionsfähig ist
als eine Fc-Domäne;
und
- (iv) eine Nukleinsäuresequenz
kodierend für
das Fusionsprotein von Anspruch 1.
-
Durch
einen weiteren Aspekt der Erfindung wird eine pharmazeutische Zusammensetzung
bereitgestellt, umfassend ein Immunoadhäsin, welches ein homodimeres
Fusionsprotein ist, umfassend eine extrazelluläre Domäne von GPVI oder eine Variante
davon, welche funktionsfähig
ist, an Kollagen zu binden, und eine Fc-Domäne eines Immunglobulins oder
ein funktionsfähiger
konservativer Bestandteil davon, wobei die extrazelluläre Domäne oder
Variante davon und die Fc-Domäne
oder funktionsfähige
konservative Variante davon durch einen Linker fusioniert sind,
wobei dieser Linker die Aminosäuresequenz
Gly-Gly-Arg aufweist.
-
Die
Erfindung stellt weiterhin ein Medikament für die Prävention oder Behandlung von
intraarterieller Thrombose bereit, enthaltend ein Protein, welches
die extrazelluläre
Domäne
von Glycoprotein VI oder einer Variante davon umfasst, welches funktionsfähig ist
an Kollagen zu binden. Bevorzugt ist dieses Protein das erfindungsgemäße Protein.
Wenn dieses Medikament dieses Fusionsprotein enthält, umfasst
dieses Medikament bevorzugt einen geeigneten Carrier. Dieses Medikament
wird bevorzugt parenteral verabreicht, stärker bevorzugt wird es intravenös verabreicht.
-
Wie
von den Erfindern der vorliegenden Erfindung gefunden, stellen GPVI-Kollagen-Interaktionen den bedeutendsten
Faktor bei der Blutplättchen-Adhäsion an
eine verletzte Gefäßwand dar.
Das erfindungsgemäße Fusionsprotein
kann das Binden von Blutplättchen
an blutexponiertes Kollagen in einem vaskulären System durch Blockieren
dieses blutexponierten Kollagens, ohne Inhibieren anderer Blutplättchenfunktionen,
verhindern.
-
In
die vorliegende Offenbarung ist ein Medikament für die Gentherapie einbezogen,
welches eine Nukleinsäure
enthält,
die für
dieses erfindungsgemäße Fusionsprotein
kodiert. Die erfindungsgemäße Nukleinsäure enthält bevorzugt
die oben definierte Nukleinsäuresequenz.
Die Nukleinsäure
ist bevorzugt in einem Vektor enthalten, bevorzugt in einem viralen
Vektor. Vektoren kodierend für
das Fusionsprotein können
in das vaskuläre
System eines Patienten eingebracht werden, in dem z.B. Endothelzellen
mit ihnen transduziert werden. Geeignete Vektoren für die Gentherapie
sind im Stand der Technik bekannt. Sie können basieren z.B. auf Adenoviren,
auf Adeno-assoziierte-Viren, auf Retroviren, oder auf Herpes-Simplex-Viren.
Vektoren können
für langfristige
oder für
kurzfristige Expressionen des Fusionsproteins durch transduzierte
Zellen angepasst werden, wie der Patient es benötigt. Die Fc-Domäne des Fusionsproteins
ermöglicht
die Sekretion des Fusionsproteins in aktiver Form durch transduzierte
Zellen.
-
Die
Erfindung stellt weiterhin ein Verfahren eines in vitro Screenings
nach Inhibitoren des Bindens von Glycoprotein VI an Kollagen bereit,
umfassend
- (i) Bereitstellen einer Oberfläche, welche
Kollagen exponiert;
- (ii) in Kontakt bringen eines Anteils der Oberfläche mit
dem erfindungsgemäßen Fusionsprotein
unter vorherbestimmten Bedingungen, welche die Bindung des Fusionsproteins
an die Oberfläche
erlauben;
- (iii) in Kontakt bringen eines anderen Anteils der Oberfläche mit
dem Fusionsprotein in Anwesenheit einer Testverbindung unter Bedingungen
wie in Schritt (ii);
- (iv) Bestimmen der Menge des Fusionsproteins, welches an die
Oberfläche
in der Abwesenheit und in der Anwesenheit der Testverbindung gebunden
ist;
- (v) Identifizieren einer Testverbindung als Inhibitor, falls
das Binden des Fusionsproteins an die Oberfläche vermindert ist in der Anwesenheit
der Testverbindung verglichen mit der Abwesenheit der Testverbindung; und
- (vi) gegebenenfalls Bestimmen des funktionalen Effekts des Inhibitors
auf Blutplättchen-Aggregation und/oder
Blutplättchen-Aktivierung.
-
Die
Oberfläche
von Schritt (i) kann eine mit Kollagen beschichtete Glas- oder Plastikoberfläche sein. Die
Anteile dieser Oberfläche
können
die Vertiefungen („wells") einer Titerplatte
oder einer Multiwellplatte sein. Eine Oberfläche, welche Kollagen exponiert,
kann leicht durch Beschichten einer Glas- oder Plastikoberfläche mit
Kollagen, wie in den Beispielen beschrieben, hergestellt werden.
Kollagenbeschichtete Platten oder Multiwellplatten sind auch im
Handel erhältlich.
In Schritt (ii) wird eine vorherbestimmte Menge des Fusionsproteins mit
einem ersten Anteil der Oberfläche
unter Bedingungen, (besonders pH, Puffer, Temperatur) welche Binden des
Fusionsproteins an die Oberfläche
erlauben, in Kontakt gebracht.
-
Bevorzugt
werden Bedingungen gewählt,
welche optimales Binden an die Oberfläche ermöglichen. In Schritt (iii) wird
ein anderer Anteil der Oberfläche
mit der gleichen Menge Fusionsprotein und unter den gleichen Bedingungen
wie in Schritt (ii) in der Anwesenheit einer vorherbestimmten Menge
oder Konzentration einer Testverbindungin Kontakt gebracht. Mehr
als eine Menge oder Konzentration einer Testverbindung kann verwendet
werden. Diese Bestimmung aus Schritt (iv) umfasst bevorzugt Waschen
der Oberflächenanteile,
in Kontakt gebracht nach Schritten (ii) und (iiii), ein oder mehrerer
Male, um ungebundenes Fusionsprotein zu entfernen. Die Menge gebundenen
Fusionsproteins kann dann bestimmt werden z.B. durch Messen der
Fluoreszenz eines Fluoreszenzmarkers, (z.B. Fluorescein, Rhodamin
etc.) welche an dem Fusionsprotein angefügt ist. Alternativ kann gebundenes
Fusionsprotein detektiert werden, in dem ein Antikörper gegen
das Fusionsprotein verwendet wird, wobei der Antikörper fluoreszenzmarkiert
sein kann. Alternativ kann der Antikörper mit einem Enzym (z.B.
alkalische Phosphathase, eine Peroxidase, Luciferase) welches in
der Lage ist, ein farbiges oder lumineszentes Reaktionsprodukt zu
erzeugen, markiert werden. Am geeignetsten kann das Fusionsprotein
mit einer chromogenen Markierung markiert werden, so dass die Markierung
ihre Lichtabsorptions- oder Lichtemissionscharakteristiken bei Binden
an Kollagen wechselt. In dieser Ausführungsform ist das Abwaschen
von ungebundenem Fusionsprotein nicht notwendig.
-
In
Schritt (v) können
Inhibitoren identifiziert werden. Identifizierte Inhibitoren oder
ausgewählte
Teile davon können
als Leitstrukturen für
die Verbesserung des Inhibitors benutzt werden. Solche Leitstrukturen können unter
Verwendung chemischer Methoden modifiziert werden und die modifizierten
Strukturen können wieder
mit diesem Screeeningverfahren getestet werden. Modifizierte Strukturen
oder Testverbindungen mit gesteigerten Inhibitionseigenschaften
können
ausgewählt
werden und gegebenenfalls durch chemische Verfahren weiter variiert
werden. Auf diese Weise kann eine schrittweise Verbesserung eines
Inhibitors erreicht werden. Die unter Verwendung der erfindungsgemäßen Screeningverfahren
identifizierten Inhibitoren sind als mögliche Arzneimittel gegen Thrombose
und Arteriosklerose nützlich.
-
In
Schritt (vi) kann der funktionale Effekt dieses Inhibitors auf die
Blutplättchen-Aggregation oder
Blutplättchen-Aktivierung
nach den unten beschriebenen Verfahren, z.B. durch intravitale Fluoreszenz-Mikroskopie
bestimmt werden. Dieses Screeningverfahren kann im kleinen, mittleren
oder großen
Maßstab
durchgeführt
werden, abhängig
von der Anzahl an Testverbindungen, welche getestet werden sollen.
Falls viele Testverbindungen getestet werden sollen, (z.B. Bibliotheken
chemischer Verbindungen) wird das Screeningverfahren bevorzugt in
der Form von High-Throughput Screening (HTS) durchgeführt. Bei
HTS wird die Menge an gebundenem Fusionsprotein, bevorzugt durch
Benutzen fluoreszenzmarkierten Fusionsproteins, detektiert.
-
Das
obige Screeningverfahren kann auch für ein Screening nach Antikörpern, welche
das Binden von GPVI an Kollagen inhibieren, insbesondere nach Antikörpern gegen
die extrazelluläre
Domäne
von GPVI angepasst werden. Solch ein Antikörperscreening kann kombiniert
werden mit z.B. der Hybridomatechnologie zur Generierung von monoklonalen
Antikörpern
oder jeder anderen Antikörpergenerierungstechnik,
wobei das erfindungsgemäße Fusionsprotein
bevorzugt als Antigen verwendet wird. Antikörper in Hybridomazellüberständen können als
diese Testverbindungen verwendet werden.
-
Ein
Antikörper
gegen GPVI kann für
die Herstellung eines Medikamentes für die Prävention von Blutplättchen-Adhäsion an
exponiertes, subendotheliales Matrix-Kollagen in aktiven, artherosklerotischen
Läsionen
als initialer Auslöser
für akute
Koronar- oder Karotidsyndrome verwendet werden. Solche Indikationen können wie
unten beschrieben diagnostiziert werden. Bevorzugt ist der Patient
weiterhin charakterisiert durch ein Leiden an instabiler atherosklerotischer
Plaque. Dieses Medikament wird bevorzugt parenteral verabreicht. Bevorzugt
sind diese Antikörper
monoklonale Antikörper.
Solche Antikörper
können
z.B. hergestellt werden, indem das erfindungsgemäße Fusionsprotein als Immunogen
verwendet wird.
-
Daher
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Erzeugung eines monoklonalen
Antikörpers
aus einem nicht-menschlichen Säuger
bereit, umfassend das Verwenden eines erfindungsgemäßen homodimeren
Fusionsproteins als ein Immunogen.
-
Weiterhin
stellt die Erfindung ein Verfahren eines in vitro Screenings nach
einem Inhibitor der GPVI vermittelten Adhäsion von Blutplättchen an
aktive intravaskuläre
Läsionen
bereit, wobei dieses Verfahren die Schritte umfasst
- (i) Bereitstellten einer Oberfläche, welche Kollagen exponiert:
- (ii) in Kontakt bringen der Oberfläche mit Blutplättchen unter
vorherbestimmten Bedingungen, welche eine Adhäsion der Blutplättchen an
das Kollagen erlauben;
- (iii) Messen der Blutplättchen-Adhäsion in
Anwesenheit einer Testverbindung; und
- (iv) Identifizieren der Testverbindung als ein Inhibitor von
GPVI, wenn die Adhäsion
von Blutplättchen
an Kollagen vermindert ist in der Anwesenheit der Testverbindung
verglichen mit der Abwesenheit der Testverbindung; und
- (v) gegebenenfalls Bestimmen des funktionalen Effekts dieses
Inhibitors auf Blutplättchenaggregation und/oder
Blutplättchenaktivierung.
-
Die
Blutplättchen,
die in diesem Verfahren verwendet werden sollen, können nach
bekannten Arbeitsverfahren isoliert werden (vgl. Beispiel 7). Sie
können
aus Blut von Säugern
wie Mäusen,
Ratten, Hasen, Schweinen etc. isoliert werden. Bevorzugt werden
sie aus Menschen isoliert. Diese Blutplättchen können markiert werden z.B. mit
einem Fluoreszenzfarbstoff wie Fluorescein. Die Adhäsion von
Blutplättchen
an diese Oberfläche
kann wie in den Beispielen beschrieben gemessen werden. Die Testverbindungen
für dieses
Verfahren können
kleine organische Moleküle
sein. Bevorzugt sind die Testverbindungen für dieses Verfahren Inhibitoren,
welche in dem oben beschriebenen Screeningverfahren für Inhibitoren
des Bindens von GPVI an Kollagen identifiziert worden sind. Auf
diese Weise kann die Anzahl von Verbindungen, die unter Verwendung von
Blutplättchen
gescreent werden sollen, signifikant reduziert werden und die Wahrscheinlichkeit
des Findens von Inhibitoren, welche mit Blutplättchen funktionsfähig sind,
kann gesteigert werden.
-
Das
erfindungsgemäße Fusionsprotein,
welches für
die Herstellung eines Medikaments für die Behandlung von diabetischen
Patienten, wie später
in diesem Absatz beschrieben, verwendet wird, ist bevorzugt ein
dimeres Fusionsprotein. Um die Möglichkeit
einer Dimerisierung bereitzustellen, muss eine Scharnierregion zwischen
den Domänen
(a) und (b) des Fusionsproteins vorhanden sein. Die Scharnierregion
wird benötigt zum
Einräumen einer
geeigneten Orientierung der Polypeptidketten und zur Ausbildung
von Interketten-Disulfidbrücken. Entsprechend
muss die Scharnierregion eine ausreichende Länge besitzen und muss Cysteinreste enthalten,
bevorzugt mindestens zwei Cysteinreste. Bevorzugt umfasst das Fusionsprotein
Reste 1 bis 267 von SEQ ID NR: 1. Das Fusionsprotein wird benutzt
für die
Behandlung von akuten Komplikationen bei Diabetes oder für die Behandlung
von chronischem Fortschreiten von Artherosklerose bei diabetischen
Patienten. Bevorzugt ist das Fusionsprotein Fc-GPVI-nt.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren für die Herstellung
eines erfindungsgemäßen Fusionsproteins
bereit, welches die folgenden Schritte umfasst:
- (a)
Sammeln des Kulturüberstandes,
2 Tage nach Infektion, von Helazellen, infiziert mit einem Adenovirus für die Nukleinsäure kodierend
für eine
Aminosäuresequenz
wie in 7 gezeigt;
- (b) Zentrifugieren (3.800 g, 30 min, 4 °C) des Überstandes aus Schritt (a);
- (c) Filtrieren (0,45μm)
des Überstandes
von Schritt (b);
- (d) Präzipitieren
des Immunoadhäsins
durch Hinzufügen
von 1 Vol. Ammoniumsulfat (761 g/l) und Rühren über Nacht bei 4 °C;
- (e) Pelletieren der Proteine durch Zentrifugation (3.000 g,
30 min, 4 °C),
- (f) Lösen
der pelletierten Proteine von Schritt (e) in 0,1 Vol. PBS und Dialysieren
in PBS über
Nacht bei 4 °C;
- (g) Klären
der Proteinlösung
durch Zentrifugation (3.000 g, 30 min, 4 °C);
- (h) Laden der Lösung
aus Schritt (g) auf eine Protein-A-Säule (HiTrapTM-Protein
A HP, Amersham Pharmacia Biotech AB, Uppsala, Schweden);
- (i) Waschen der Säule
mit Bindungspuffer (20 mM Natriumphosphatpuffer pH 7,0; 0,02 % NaN3) bis OD280 < 0,01;
- (k) Eluieren der Fraktionen mit Elutionspuffer (100 mM Glycin
pH 2,7);
- (l) Neutralisieren der eluierten Fraktionen mit Neutralisierungspuffer
(1 M Tris/HCl pH 9,0; 0,02 % NaN3);
- (m) Vereinigen der Fraktionen;
- (n) Dialysieren der vereinigten Fraktionen in PBS über Nacht
bei 4 °C,
- (o) Aliquotieren des dialysierten Produktes und Einfrieren bei –20 °C.
-
BESCHREIBUNG
DER ABBILDUNGEN
-
1 Blutplättchen-Adhäsion und -Aggregation anschließend an
eine vaskuläre
Verletzung der Arteria Carotis Communis in C57BL6/J-Mäusen in
vivo.
- (a) Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen
von Karotidarterien vor (linke Bilder) und 2 Stunden nach (rechte
Bilder) vaskulärer
Verletzung. Endotheliale Denudation löst Blutplättchen-Adhäsion und -Aggregation aus,
was die Bildung eines blutplättchenreichen
Thrombus (unten links) zur Folge hat.
- (b) Blutplättchen-endotheliale
Zellinteraktionen 5 min nach vaskulärer Verletzung wurden untersucht
durch in vivo Fluoreszenzmikroskopie der Arteria Carotis Communis
in situ (schwarze Säulen).
Tiere ohne vaskuläre
Verletzung dienten als Kontrollen (nicht ausgefüllte Säulen). Die linken und rechten
Bilder fassen jeweils transiente und stabile Blutplättchen-Adhäsion von
acht Experimenten pro Gruppe zusammen. Blutplättchen wurden klassifiziert
nach ihrer Interaktion mit der endothelialen Zellauskleidung wie
beschrieben24 und sind per mm2 der
Blutgefäßoberfläche angegeben.
Mittelwert ± s.e.m.,
ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied verglichen
mit der Kontrolle, P < 0,05.
- (c) Blutplättchen-Aggregation
anschließend
an eine vaskuläre
Verletzung wurde bestimmt durch Fluoreszenzmikroskopie in vivo (schwarze
Säulen).
Tiere ohne vaskuläre
Verletzung dienten als Kontrollen (nicht ausgefüllte Säulen). Mittelwerte ± s.e.m.,
n = 8 jede Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied
verglichen mit Wildtypmäusen,
P < 0,05. Die Mikrophotographien
(rechts) zeigen charakteristische in vivo Fluoreszenzmikroskopiebilder
bei Kontrolltieren (oberes Bild) oder anschließend an vaskuläre Verletzung
(unteres Bild). Weiße
Pfeile zeigen adherierte Blutplättchen
an.
-
2 Die Inhibierung von GPVI hebt die Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation nach vaskulärer Verletzung
auf. (a) Blutplättchen-Adhäsion nach
vaskulärer
Verletzung wurde bestimmt durch intravitale Videofluoreszenzmikroskopie.
Fluoreszente Blutplättchen
wurden vorinkubiert mit 50 μg/ml
anti-GPVI (JAQ1) Fab-Fragmenten oder Kontroll-Ratten IgG. Blutplättchen ohne
mAb-Vorinkubation dienten als Kontrolle. Die linken und rechten
Spalten fassen jeweils transiente und stabile Blutplättchen-Adhäsionen zusammen.
Mittelwerte ± s.e.m.,
n = 8 jede Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied
im Vergleich zur Kontrolle, P < 0,05.
(b) stellt den Prozentsatz an Blutplättchen dar, welcher eine irreversible
Adhäsion
nach initialem Tethering/langsamer Oberflächen-Translokation begründet. (c)
Blutplättchen-Aggregation
nach vaskulärer Verletzung
in vivo. Die Aggregation von Blutplättchen, welche mit Tyrods,
nicht-relevantem („irrelevant") Ratten IgG oder
anti-GPVI Fab (JAQ1) vorinkubiert worden waren, wurde wie beschrieben
durch Fluoreszenzmikroskopie beurteilt. Mittelwer ± s.e.m.,
n = 8 jede Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied
im Vergleich zur Kontrolle, P < 0,05.
(d) die Mikrofotografien zeigen charakteristische in vivo Fluoreszenzmikroskopiebilder,
welche Blutplättchen-Adhäsion in
der Anwesenheit oder Abwesenheit von anti-GPVI-Fab (JAQ1) oder Kontroll-IgG
darstellen.
-
3 Blutplättchen-Adhäsion anschließend an
endotheliale Denudation in GPVI-defizienten
Mäusen.
(a) JAQ1-behandelten Mäusen
fehlt GPVI. Obere Spalten: Blutplättchen von Mäusen vorbehandelt
mit nicht-relevantem Kontroll-IgG (links) oder anti-GPVI (JAQ1)
(rechts) wurden für
10 min bei Raumtemperatur mit FITC-markiertem JAQ1 und PE-markiertem
anti-Maus-CD41 inkubiert und direkt auf einem FACScanTM analysiert.
Ein charakteristischer Dotblot von 3 Mäusen pro Gruppe ist dargestellt.
Unteres Bild: gesamte Blutplättchenlysate
aus drei Kontroll IgG- oder JAQ1-behandelten Mäusen wurden unter nicht-reduzierenden
Bedingungen durch SDS-PAGE aufgetrennt und mit FITC-markiertem JAQ1
immungeblottet, gefolgt von einer Inkubation mit HRP-markiertem Hasen-anti-FITC-mAb.
(b) Rasterelektronenmikrophotographien von Karotidarterien 2 Stunden
nach vaskulärer
Verletzung in Kontrolltieren (obere Bilder) oder GPVI-verminderten
Mäuse (untere
Bilder). Endotheliale Denudation induzierte Blutplättchen-Adhäsion und
Blutplättchen-Aggregation
in Kontrolltieren. Dagegen hefteten sich nur sehr wenige Blutplättchen entlang
der beschädigten
Gefäßwand in GPVI-verminderten Mäusen an.
Subendotheliale Kollagenfasern sind sichtbar entlang der denudierten
Zone. (c) Blutplättchen-Tethering
und stabile Blutplättchen-Adhäsion, (d) Übergang
vom initialen Tethering zur stabilen Haftung (Prozentsatz an getetherten
Blutplättchen)
und (e) Blutplättchen-Aggregation
anschließend
an vaskuläre
Verletzung der Arteria Carotis wurde in GPVI-defizienten Mäusen (JAQI-vorbehandelten
Mäusen) oder
Kontroll-IgG-vorbehandelten Mäusen
bestimmt (für
Einzelheiten siehe Materialien und Methoden). Die Spalten fassen
die Blutplättchen-Adhäsion (transient
und stabil) und Blutplättchen-Aggregation
in acht Experimenten pro Gruppe zusammen. Mittelwerte ± s.e.m..
Ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied verglichen
mit Kontroll-IgG, P < 0,05.
(f) Die Mikrofotografien zeigen charakteristische in vivo Fluoreszenzmikroskopiebilder,
welche Blutplättchen-Adhäsion in
GPVI-defizienten (JAQ1) und Kontroll-IgG-behandelten Mäusen zeigen.
-
4 Blutplättchen-Adhäsion an
die Oberfläche
von kollagenbeschichteten Glasdeckgläsern wurde unter physiologischen
Flussbedingungen ex vivo berechnet. Linke Spalte: Blutplättchen von
Mäusen
vorbehandelt mit nicht-relevantem Kontroll-IgG-Immunoadhäsin (Kontrolle) (links) oder
anti-GPVI-Immunoadhäsin (Fc-GPVI-nt)
(rechts) wurden unter physiologischen Flussbedingungen auf Adhäsion untersucht.
Die Anzahl von Blutplättchen
wurde bestimmt durch FACS-Zählen
der gewaschenen Deckgläser
am Ende jedes Experiments. Blutplättchen-Tethering als der erste
Schritt der Blutplättchenadhäsion wurde
nach 30 Sekunden und stabile Blutplättchen-Adhäsion nach 5 min unter Flussbedingungen
beurteilt (für
Einzelheiten siehe Beispiel 6). Die Spalten fassen transiente und
stabile Blutplättchen-Adhäsion in
acht Experimenten pro Gruppe zusammen. Mittelwerte ± s.e.m.,
ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied verglichen
mit Kontroll-IgG, P < 0,05.
-
5 Die
Interaktion von Fc-GPVI-nt mit Kollagen wurde durch einen ELISA-basierten Assay überwacht.
Die Adhäsion
des Immunoadhäsins
Fc-GPVI-nt bestehend aus der extrazellulären Domäne von GPVI und dem Fc-Anteil
von IgG an kollagenbeschichteten Platten mit steigenden Konzentrationen
von Fc-GPVI-nt (0,5 μg
bis 10 μg)
wurde ermittelt. Die Bindung wird sichtbar gemacht durch einen zweiten
mit Peroxidase markierten Antikörper
gerichtet auf den Fc-Teil von Fc-GPVI-nt. Peroxidase wird schließlich durch
ELISA detektiert. In diesem charakteristischen Experiment wurde
das Binden von Fc-GPVI-nt an Kollagen mit ausreichender Affinität überwacht,
welches Sättigung
bei μg-Konzentrationen
erreichte.
-
6 Die
Interaktion des Fc-GPVI-nt mit Kollagen und die Möglichkeit
nach GPVI-Inhibitoren zu screenen wurde dargelegt mit dem inhibitorischen
anti-Maus-GPVI Antikörper
JAQ 1. Es wird gezeigt, dass die Adhäsion des Immunoadhäsins Fc-GPVI-nt
(2 μg/Vertiefung)
an kollagenbeschichtete ELISA-Platten spezifisch ist: das leere
Immunoadhäsin
Fc-nt zeigte kein Binden. Daher stellt dies einen ELISA-basierten
Assay für das
Screenen nach GPVI-Inhibitoren, mit dem Potential zu high-throughput
Durchsatz entwickelt zu werden, bereit.
-
7 Aminosäuresequenz
von Fc-GPVI-nt: SEQ ID NR: 1.
-
8 DNA-Sequenz
des Immunoadhäsins
Fc-GPVI-nt: SEQ ID NR: 2. Basen 1 bis 807 kodieren für die extrazelluläre Domäne von GPVI.
Basen 817 bis 1515 kodieren für
den Fc-Teil des IgGs.
-
9 Charakterisierung
von GPVI-Fc. (a) oberes Bild: Fc-GPVI-nt und Kontroll-Fc mit fehlender
extrazellulärer
GPVI-Domäne
wurden für
SDS-PAGE unter reduzierenden Bedingungen benutzt. Coomassie-blue-Färbung (links)
und Immunoblotting mit Peroxidase-konjugiertem Ziege-anti-menschlichen
Fc-Antikörper
(rechts) identifizierten Fc-GPVI-nt mit einer molekularen Masse
von ~80 kDa. Mittleres Bild: Immunoblotting von Fc, Fc-GPVI-nt oder
menschlichen Blutplättchen
unter Benutzen des monoklonalen anti-GPVI- Antikörpers SC4. SC4 detektierte
beide, adenoviral expremiertes Fc-GPVI-nt-Fusionsprotein und Blutplättchen-GPVI,
aber nicht den Kontroll-Fc. Unteres Bild: molekulare Masse unter
reduzierenden (rechts) und nicht-reduzierenden (links) Bedingungen.
Während
die molekulare Masse von Fc-GPVI-nt unter reduzierenden Bedingungen
ungefähr
80 kDa war, wurde das gesamte nt mit 160 kDa unter nichtreduzierenden
Bedingungen identifiziert. (b-d) Charakterisierung von Fc-GPVI-nt-Kollagen-Interaktionen.
(b) Bindungsassays, welche unterschiedliche Konzentrationen von
löslichem
Fc-GPVI-nt und immobilisiertem Kollagen (10 μg/ml) verwenden, wurden durchgeführt, um
Fc-GPVI-nt-Kollagen-Interaktionen zu definieren. Gebundenes Fc-GPVI-nt wurde durch
einen anti-Fc-mAb-Antikörper
(Verdünnung
1:10.000) detektiert und ist in Relation zu der bei 10 μg/ml Fc-GPVI-nt
beobachteten Bindung angegeben. Fc-GPVI-nt bindet an Kollagen in einer
saturierenden Art und Weise. Mittelwert ± s.e.m., n = 6 bei jeder
Fc-GPVI-nt-Konzentration, ein Stern bezeichnet einen signifikanten
Unterschied verglichen zu 0 μg/ml
Fc-GPVI-nt, P < 0,05
(c, linkes Bild) zeigt Binden von Fc-GPVI-nt (20 μg/ml) an
verschiedene Substrate. Binden von Fc-GPVI-nt an BSA (10 μg/ml) oder
vWF (10 μg/ml)
ist angegeben als Prozentsatz von GPVI-Dimer-Binden an immobilisiertes
Kollagen. Binden von Fc-GPVI-nt erfolgte nicht an BSA oder vWF,
was die Spezifität
des Fc-GPVI-nt-Bindens belegt. Mittelwerte ± s.e.m., ein Stern bezeichnet
einen signifikanten Unterschied verglichen mit Kollagen, P < 0,05. ((rechtes
Bild) stellte Binden von Fc-GPVI-nt (20 μg/ml) oder Fc (20 μg/ml) an
immobilisiertes Kollagen (10 μg/ml)
dar. Gebundenes Fc-GPVI-nt oder Fc wurde durch anti-Fc-mAb-Antikörper (Verdünnung 1:10.000)
detektiert und wurde im Verhältnis
zu dem Binden beobachtet mit Fc-GPVI-nt angegeben. Nur Fc-GPVI-nt
aber nicht Fc oder anti-Fc-mAb bindet an immobilisiertes Kollagen,
Mittelwert ± s.e.m.,
n = 8 bei jeder Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikante Unterschied
verglichen mit Fc-GPVI-nt-Binden, P < 0,05. (d) Fc-GPVI-nt (20 μg/ml) wurde für 10 min
mit unterschiedlichen Konzentrationen an löslichem Kollagen vorinkubiert.
Nach Inkubation wurden die Platten gewaschen und Fc-GPVI-nt-Binden wurde durch
Peroxidase-konjugierten Ziege-anti-menschlichen IgG-Antikörper (Verdünnung 1:10.000)
detektiert. Fc-GPVI-nt-Binden ist angegeben relativ zum Binden beobachtet
in der Abwesenheit von löslichem
Kollagen. Lösliches
Kollagen inhibiert GPVI-Fc-Dimer-Dimer-Binden an immobilisiertes
Kollagen in einer dosisabhängigen
Art und Weise. Mittelwert ± s.e.m.,
n = 3 bei jeder Kollagenkonzentration, ein Stern bezeichnet einen
signifikanten Unterschied verglichen mit 0 μg/ml Kollagen, P < 0,05. (e) Der Unterschied
der Bindungsaffinität
zwischen der monomeren Form des GPVI-Fc- Fusionsproteins und Fc-GPVI-nt wurde
in direktem Vergleich beurteilt. Das Binden des Monomers und Dimers
wurde beurteilt auf Kollagentyp 1 beschichteten ELISA-Platten. Steigende
Konzentrationen von GPVI-Fusionsproteinen banden an Kollagen in
einer saturierenden Art und Weise. Hier ist ein Lineweaver Burke
Plot zur Affinitätsbestimmung
gezeigt (e). Die Affinität
des monomeren GPVI-Fusionsproteins war ungefähr 10-fach geringer verglichen
mit äquimolaren
Konzentrationen der dimeren Fc-GPVI-nt-Form.
-
10 Fc-GPVI-nt
inhibiert CD 62 P-Aktivierung auf humanen Blutplättchen als einen Parameter
für die
Freisetzung von intrazellulären
Transmittersubstanzen aus alpha-Granula
durch ansteigende Dosen von Kollagen. Menschliche Blutplättchen wurden
aus Gesamtblut isoliert und wurden mit PE-markierten anti-CD 62-Antikörpern inkubiert,
(für Einzelheiten
siehe Material und Methoden). Fluoreszenz wurde in einem Becton Dickenson
FACS-Gerät
bestimmt. Gezeigt sind charakteristische Histogramme. Ansteigende
Kollagenkonzentrationen von 0 bis 10 μg/ml induzierten eine Verschiebung
der Fluoreszenz in Anwesenheit des Kontroll-Fc-Proteins (100 μg/ml; blaue
Linie). In Anwesenheit von Fc-GPVI-nt (100 μg/ml; rote Linie) war die Verschiebung
der Fluoreszenz und damit CD 62 P-Aktivierung merklich inhibiert.
-
11 Spezifische
Inhibition von Kollagen-vermittelter Blutplättchen-Aggregation und Freisetzung von
endogenen Transmittern aus dichten und alpha-Granula durch Fc-GPVI-nt. (a) Menschliche
Blutplättchen wurden
mit Kontroll-Fc (80 μg/ml)
oder Fc-GPVI-nt
(80 μg/ml)
inkubiert. Aggregation von Blutplättchen wurde mit Kollagen (1 μg/ml) oder
ADP (5 μM)
oder TRAP (10 μM)
induziert und die Aggregation wurde in einem Aggregometer unter
rührenden
Bedingungen bestimmt (für
Einzelheiten siehe Material und Methoden). Dreifachmessungen von
n = 5 unterschiedlichen Blutspendern wurden durchgeführt. Die
Mittelwerte ± s.e.m.
sind in % Aggregation der Kontrollaggregation ohne Fusionsproteine
angegeben. (b) ATP-Freisetzung wurde gleichzeitig in den gleichen
Proben nach Inkubation mit Kontroll-Fc (80 μg/ml) oder Fc-GPVI-nt (80 μg/ml) gemessen. Die
Menge an ATP Freisetzung ist in % der Kontrollen ohne Fusionsprotein
angegeben (c) PDGF-Freisetzung wurde in menschlichen Blutplättchen mit
einem ELISA-System spezifisch für
menschliches PDGF unter basalen Bedingungen und nach Kollagen- (20 μg/ml) -Stimulation
bestimmt (Einzelheiten siehe Material und Methoden). Präinkubation
mit Kontroll-Fc hatte keinen signifikanten Effekt auf die PDGF-Freisetzung
von Kollagen-stimulierten Blutplättchen,
wohingegen Fc-GPVI-nt
(100 μg/ml)
die PDGF-Freisetzung signifikant reduzierte. Die Inhibition der
PDGF-Freisetzung
trat nicht bei unstimulierten Blutplättchen auf.
-
12 Fc-GPVI-nt
hat keinen signifikanten Effekt auf die Blutungszeit in menschlichem
Blut ex vivo. Die Blutungszeit bei menschlichem Blut wurde ex vivo
gemessen nach ADP/Kollagenstimulation und Epinephrin-/Kollagen-Stimulation,
in einem PFA-100-Gerät.
Fc-GPVI-nt (5 und 20 μg/ml)
und Fc (5 und 20 μg/ml) verlängerten
die Blutungszeit nicht, wohingegen ReoProR in
einer therapeutisch relevanten Konzentration (5 μg/ml) unter beiden Bedingungen
die Blutungszeit maximal verlängerte.
Die Mittelwerte ± s.e.m.
von n = 4 Blutspendern mit Dreifachmessungen sind zusammengefasst.
-
13 Fc-GPVI-nt
inhibiert die Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisiertes Kollagen unter Flussbedingungen. Menschliche Blutplättchen (2 × 108 Zellen/ml) wurden aus Gesamtblut isoliert
(für Einzelheiten
siehe „Materialien
und Methoden").
Platten waren mit immobilisiertem Kollagen (10 μg/ml) oder vWF (10 μg/ml) beschichtet.
Blutplättchen-Adhäsion an
die beschichteten Platten wurde in einer Parallelplatten-Flusskammer in Anwesenheit
von Fc-GPVI-nt oder von Fc, welchem die extrazelluläre GPVI-Domäne fehlte
(200 μg/ml),
bestimmt. Die Inhibition der Blutplättchen-Adhäsion durch Fc-GPVI-nt ist in
% der Kontrolle (Fc-Kontrolle) angegeben. Fc-GPVI-nt schwächte die
Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisiertes Kollagen bei Scherraten von 500 sec–1 und
1.000 sec–1 jeweils
signifikant ab. Im Gegensatz dazu beeinflusste Fc-GPVI-nt die Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisiertem vWF nicht. Mittelwert ± s.e.m., n = 4 bei jeder
Gruppe, ein Sternchen bezeichnet einen signifikanten Unterschied
verglichen mit Kontroll-Fc,
P < 0,05. Die untere
Bilder zeigen charakteristische Mikroskopbilder.
-
14 Fc-GPVI-nt
weist günstige
Pharmakokinetiken mit einer verlängerten
Plasma-Halbwertszeit nach intraperitonealer Injektion in Mäusen in
vivo auf. Blutkonzentrationen von Fc-GPVI-nt wurden mit spezifischen
anti-Fc-Antikörpern
und ELISA bestimmt (für
Einzelheiten siehe bitte „Material
und Methoden").
(a) Eine einzelne intraperitoneale Injektion von Fc-GPVI-nt (4 μg/g) führte zu
rapiden Höchstwerten
an Blutkonzentrationen von Fc-GPVI-nt nach ~ 24 h mit langsamer
Abnahme von Fc-GPVI-nt
Blutkonzentrationen. Die Mittelwert ± s.e.m. von 10 Tieren sind
gezeigt. (b) Wiederholte intraperitoneale Verabreichungen (10 μg/g; zweimal
wöchentlich)
führt zu
kontinuierlicher Akkumulierung von Fc-GPVI-nt in Mäusen in
vivo über
28 Tage. Die Mittelwerte ± s.e.m.
von 6 Tieren sind gezeigt. (c) Eine einzelne intravenöse Dosis-Injektion von 30 μg Fc-GPVI-nt
(1 μg/g
Körpergewicht),
60 μg (2 μg/g Körpergewicht)
und 100 μg
Fc-GPVI-nt (3 μg/g
Körpergewicht)
pro Maus führte
zu einem dosisabhängigen
Anstieg der Immunoadhesin-Plasmakonzentration. Die Plasmakonzentration
bei den zwei höheren
Dosen in diesen Mäusen
in vivo erreichte verlängerte,
erhöhte Spiegel
von 5 bis 60 Minuten und nach 24 Stunden, ausreichend für ein wirkungsvolles
Kollagen-„Scavenging" und daher wirkungsvolle
Inhibition von GPVI-Rezeptor-Aktivation
auf Blutplättchen.
Die Mittelwerte ± s.e.m. von
5 Tieren sind gezeigt.
-
15 Effekte
von Fc-GPVI-nt auf die Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation in vivo. (a) Mäuse (n
= 6 pro Gruppe) wurden mit 2 mg/kg oder 4 mg/kg Fc-GPVI-nt iv behandelt.
Integrilin-(0,2 mg/kg)-behandelte Mäuse dienten als Positivkontrollen
(n = 8). Die Blutungszeiten wurden bestimmt wie beschrieben (siehe „Materialien
und Methoden").
Das Fc-GPVI-nt Fusionsprotein steigerte die Schwanzblutungszeiten
nicht, verglichen mit den Kontrolltieren. Bei Integrilin-behandelten
Mäusen
waren die Schwanzblutungszeiten massiv verlängert. **P < 0,05 im Vergleich zur Kontrolle. (6)
Die Inhibierung von GPVI hebt die Blutplättchen-Adhäsion und -Aggregation nach
vaskulärer
Verletzung auf. Die Blutplättchen-Adhäsion nach
vaskulärer
Verletzung wurde bestimmt durch intravitale Videofluoreszenzmikroskopie.
Mäuse wurden
mit 1 oder 2 mg/kg Fc-GPVI-nt oder äquimolaren
Mengen von Kontroll-Fc vorbehandelt. Die linken und rechten Spalten
fassen Blutplättchen-Tethering
bzw. stabile Blutplättchen-Adhäsion zusammen.
Mittelwert ± s.e.m.,
n = 5 für
jede Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikanten Unterschied
verglichen mit Fc, P < 0,05.
(c) Effekte von Fc-GPVI-nt auf die Thrombusbildung nach vaskulärer Verletzung
in vivo. Die Anzahl von Blutplättchen-Thromben (rechts)
und des gesamten Thrombusbereichs (links) wurden wie beschrieben
durch Fluoreszenzmikroskopie beurteilt. Mittelwerte ± s.e.m.,
n = 5 bei jeder Gruppe, ein Stern bezeichnet einen signifikanten
Unterschied verglichen zu Fc, P < 0,05.
(d) Die Mikrophotographien zeigen charakteristische in vivo Fluoreszenzmikroskopiebilder,
welche die Blutplättchen-Adhäsion in
der Anwesenheit oder Abwesenheit von 1 oder 2 mg/kg Fc-GPVI-nt oder Kontroll-Fc
darstellen. Balken bedeuten 50 μm.
(e) Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen von Carotis-Arterien
1 h nach vaskulärer
Verletzung bei Fc- oder Fc-GPVI-nt-behandelten Tieren. Endotheliale
Denudation induzierte Blutplättchen-Adhäsion und
Blutplättchen-Aggregation
in Fc-behandelten Mäusen.
Im Gegensatz dazu hefteten sich nur sehr wenige Blutplättchen entlang
der beschädigten
Gefäßwand in
Fc-GPVI-nt-behandelten Mäusen
an. Subendotheliale Kollagenfasern sind sichtbar entlang des denudierten
Bereichs. Balken stellen 10 μm
dar. (n Fc-GPVI-nt bindet spezifisch an das Subendothel von Carotis-Artieren.
Das Binden von Fc-GPVI-nt an das Subendothel wurde an Carotidabschnitten
bestimmt, gefärbt
mit Peroxidase-konjugiertem Ziege-anti-menschlichen IgG-Antikörper. Karotidarterien erhalten
von Fc-behandelten Mäusen
dienten als Kontrollen. Fc-GPVI-nt aber nicht Fc-Kontrollprotein wurde am Subendothel
detektiert, wie durch die braune Färbung gezeigt. Originalvergrößerung:
100-fach.
-
16 Fc-GPVI-nt
schwächte
die Atheroprogression in apo e-/-knockout-Mäusen in vivo signifikant ab.
Apo e-/-Mäuse
wurden mit Fc-GPVI-nt (4 μg/g)
oder Kontroll-Fc (4 μg/g)
intraperitoneal für
4 Wochen zweimal wöchentlich
behandelt. Atheroprogression wurde post mortem nach Sudanrotfärbung der
großen
Blutgefäße, um Atherom-
und Plaquebildung sichtbar zu machen, untersucht. In Kontrolltieren
wurde erhebliche Plaquebildung von Karotidarterien-Präparationen
angezeigt durch die rote Farbe, insbesondere in der Verzweigungsregion.
In Fc-GPVI-nt-behandelten Tieren war die Artherosklerose in Karotidarterien
von apo e-/-Mäusen
fast komplett aufgehoben. Gezeigt sind charakteristische, makroskopische
ganzvaskuläre
Präparationen
der Karotidarterien einer apo e-/-Maus nach 4 Wochen Behandlung
mit Fc-GPVI-nt (linke Seite) und einer apo e-/-Maus nach 4 Wochen
Behandlung mit Kontroll-Fc-Proteinen (rechte Seite).
-
17 Frisch
isolierte Blutplättchen
von Patienten, welche an Diabetes Mellitus leiden, zeigen eine reduzierte
Expression des Fibrinogenrezeptors (CD61, oben) und eine gesteigerte
Expression des Fc-Rezeptors (CD32, mitte) und daher eine gesteigerte
Expression von GPVI. Die Korrelation zwischen CD32-Expression und
GPVI-Expression (detektiert durch den spezifischen monoklonalen
Antikörper
4C9) ist bei menschlichen Blutplättchen
gezeigt (unten). Menschliche Blutplättchen wurden aus Gesamtblut
von Patienten, welche an Diabetes litten, isoliert, und mit fluoreszenten
anti-CD61 und anti-CD32
Antikörpern
oder FITC-markierten 4C9 Antikörpern
inkubiert. Fluoreszenz wurde in einem Becton Dickenson FACScalibur-Gerät bestimmt.
Die Mittelwerte ± s.e.m.,
n = 111 diabetischen Patienten und von n = 363 Patienten ohne Diabetes
sind zusammengefasst. Die Korrelation von CD32-Fluoreszenz und 4C9-Fluoreszenz
wurde mit dem Korrelationskoeffizienten r = 0,516 kalkuliert.
-
18 Aminosäuresequenz
eines monomeren Fusionsproteins basierend auf Fc-GPVI-nt.
-
AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Eine
frühere
Hypothese deutete an, dass Blutplättchenglycoprotein (GP) Ib-Binden
an den von vWF die strömenden
Blutplättchen
an die verletzte Gefäßwand rekrutiert
(Ruggeri, Z.M:. Mechanisms initiating platelet thrombus formation.
Thromb. Haemost. 1997; 78, 611-616), wobei subendotheliales fibrilläres Kollagen die
stabile Adhäsion
und Aktivation von Blutplättchen
fördert
(van Zanten, G.H. et al. Increased platelet deposition on atherosclerotic
coronary arteries. J Clin. Invest 1994; 93, 615-632; Clemetson,
K.J. & Clemetson,
J.M. platelet collagen receptors. Thromb. Haemost. 2001, 86, 189-197).
Allerdings zeigt die vorliegende Erfindung durch in vivo Fluoreszenzmikroskopie
der Maus-Karotid-Arterie, dass Inhibierung oder Abwesenheit des
bedeutendsten Blutplättchen-Kollagenrezeptors,
GPVI, stattdessen die Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktionen nach
einer endothelialen Erosion aufhebt. Unerwartet reduziert die Inhibition
von GPVI das Blutplättchen-Tethering
und die Adhäsion
an das Subendothel auf um fast 89 %. Weiterhin ist eine stabile
Haftung und die Aggregation von Blutplättchen unter diesen Bedingungen
nahezu aufgehoben. Das strikte Erfordernis für GPVI in diesen Prozessen
wurde in GPVI-defizienten Mäusen
bestätigt,
wohingegen Blutplättchen
auch nicht an die beschädigte
Gefäßwand adherieren
und aggregieren konnten. Diese Ergebnisse zeigen eine unerwartete
Rolle von GPVI bei der Initiation der Blutplättchen-Anlagerung an Stellen
vaskulärer
Verletzung und identifizieren eindeutig Blutplättchen-Kollageninteraktionen als den bedeutendsten
bestimmenden Faktor von arteriellen, Blutplättchen-induzierten, atherosklerotischen
Komplikationen.
-
Die
Tatsache, dass GPVI allgemein als Rezeptor für das subendotheliale Matrixkollagen
wirkt, war beschrieben worden (Moroi M, Jung SM, Okuma M, Shinmyozu
K.A patient with platelets deficient in glycoprotein VI that lack
both collagen-induced aggregation and adhesion. J Clin Invest 1989;
84: 1440-1445). Diese Autoren charakterisierten Blutplättchen in
vitro, welche von Patienten mit einer GPVI-Rezeptordefizienz stammten. Allerdings
war die physiologische Bedeutung der Interaktion von Kollagen und
GPVI-Rezeptor in
dem in vivo Kontext, und der relative Beitrag des GPVI-Rezeptors
zur Adhäsion
nach vaskulärer
Verletzung, nicht bekannt. Insbesondere war nicht bekannt, dass
die Inhibition dieses Rezeptors den Schlüsselschritt in der Bildung
von intravaskulärer
Thrombose, welcher Blutplättchen-Tethering
ist, inhibiert. Die vorliegende Erfindung zeigt den GPVI-Rezeptor
als einen essentiellen Rezeptor für die Blutplättchen-Adhäsion an
das Subendothel durch die Anlagerung an das subendotheliale Matrixkollagen
in vivo. Unter der Vielzahl von anderen Blutplättchen-Oberflächenproteinen
wie GP Ib (von Willebrand Rezeptor), dem aIIbβ3-Integrinrezeptor, dem α2β1-Integrin,
oder den GPV-Rezeptoren, haben wir überraschend den GPVI-Rezeptor
als einen essentiellen Rezeptor identifiziert, welcher Blutplättchen-Adhäsion an
die Gefäßwand vermittelt.
Da Blutplättchen-Adhäsion der
erste und wichtigste Schritt für
die Blutplättchen-Aggregation
und die intraarterielle Thrombusbildung unter physiologischen Scherstressbedingungen
ist, bilden die folgenden schädlichen
Effekte, welche zu intraarteriellem Verschluss führen, die funktionelle Basis
für die
klinischen Syndrome von myokardialem Infarkt oder zerebralem Schlaganfall.
In einer chronischen Situation vermehrt die Interaktion von Blutplättchen mit
dem Endothel frühe Schritte
der Artheriosklerose. Unsere Erfindung zeigte auch zum ersten Mal,
dass der GPVI-Rezeptor eine entscheidende Rolle unter der komplexen
Vielzahl von etlichen Blutplättchen-Oberflächenproteinen
für die
initiale Blutplättchen-Adhäsion und
für die
chronische Blutplättchen-Endothel-Interaktion
beim Fortschreiten von Arteriosklerose spielt.
-
WO
01/16321 und WO 01/00810 offenbaren eine DNA und Proteinsequenz
des menschlichen GPVI-Rezeptors. Allerdings war die Bedeutung der
Blutplättchen-Adhäsion und
-Aktivierung durch endotheliale Läsionen nicht vor einem in vivo
Hintergrund gezeigt worden.
-
US 6,383,779 offenbart Fusionsproteine
von GPVI. Allerdings offenbart diese Referenz kein dimeres Fusionsprotein
oder irgendeinen therapeutischen Effekt von GPVI.
-
Kürzlich wurden
die unterschiedlichen Phasen der Blutplättchen-Kollagen-Interaktion
an künstliches Kollagen
in vitro während
Perfusionsbedingungen untersucht. (Moroi M, Jung SM, Shinmyozu K,
Tzomiyama Y, Ordinas A und Diaz-Ricart M. Analysis of platelet adhesion
to collagen-coated surface under flow conditions: the involvement
of glycoprotein VI in the platelet adhesion. Blood 1997; 88: 2081-2092).
Die Autoren dieser Studie zeigten bereits die Bedeutung der Kollagen-GPVI-Interaktion
während
Scherstressbedingungen auf. Allerdings konnte die Relevanz des subendothelialen
Matrixkollagens für
die Adhäsion
nicht in dieser künstlichen in
vitro Situation studiert werden. Als eine Konsequenz der limitierten
Relevanz ihres in vitro Modells kamen die Autoren der oben erwähnten Studie
zu der Schlussfolgerung, dass GPVI-Rezeptoren eher in die Blutplättchen-Aktivierung
als in die Blutplättchen-Adhäsion an
das Endothel involviert sind. Im Gegensatz dazu ist der von Willebrandd
GP Ib-Rezeptor signifikant in die Blutplättchen-subendotheliale Interaktion
involviert. Diese Autoren konzentrierten alle zur Verfügung stehende
Information über
Blutplättchen-Kollagen-Interaktion
in einem Review der derzeitigen Literatur. Vorher hatten Moroi M
und Jung, SM (Platelet receptors for collagen. Thromb. Haemost.
1997; 78: 439-444) Kollagen-Fibrillen-Interaktion mit unterschiedlichen
Kollagenrezeptoren auf Blutplättchen
für die
Adhäsion
und Thrombusbildung von Blutplättchen
diskutiert. Allerdings nahmen die Autoren keine relevante Rolle
für den
GPVI-Rezeptor für
die Adhäsion
in einer klinisch relevanten in vivo Situation an, da sie die Signifikanz
der unterschiedlichen Kollagenrezeptoren bei dem Adhäsionsprozess
nicht bestätigen
konnten.
-
Daher
stellt die vorliegende Erfindung eine Lösung für das Problem bereit, das relevante
Target für
die Blutplättchen-subendotheliale
Interaktion und für
die Blutplättchen-Adhäsion bereitzustellen,
ohne unerwünschte
Nebeneffekte von Blutungskomplikationen hervorzurufen. Neben der
gut bekannten Kollagen-Blutplättchen-Interaktion
durch den GPVI-Rezeptor konnten wir Daten bereitstellen für die Interaktion
der nativen subendothelialen Matrix mit Blutplättchen, gemessen durch in vivo
Blutplättchen-Adhäsion. Folglich
konnten wir die Signifikanz der GPVI-Endothel-Interaktion für die Blutplättchen-Adhäsion als
initialen Schritt von intravaskulärer Thrombose bestätigen. Daher
löst unsere
Erfindung das Problem einer wirksamen anti-Blutplättchen-Wirkstoff-Behandlung für den wichtigen
Schritt der Blutplättchen-Adhäsion ohne
unerwünschte
Nebenwirkungen.
-
Daher
besteht das Immunoadhesin aus der extrazellulären Domäne des GPVI-Rezeptors zusammen mit
dem Fc-Teil eines IgG-Immunglobulins (Fc-GPVI-nt) fusioniert durch
einen Linker, welcher die Aminosäuresequenz
Gly-Gly-Arg aufweist. Dieses neue Fusionsprotein basiert ungefähr 50 %
auf der Original-DNA-Sequenz von GPVI wie zuvor publiziert. Die
Proteinstruktur des Immunoadhesins ist neu, da das rekombinante Fusionsprotein
kein Membranprotein wie den GPVI-Rezeptor bildet, sondern ein lösliches,
immunglobulinartiges Immunoadhesin, abgegeben durch die entsprechende
Wirtszelle, darstellt. Dieses Immunoadhesin kann die Liganden-Rezeptor-Interaktion
von Kollagen und GPVI blockieren. Unsere Resultate zeigen, dass
das Immunoadhesin merkliche Effekte auf die physiologischen Haupt-Funktionen
der Blutplättchen,
induziert durch Kollagenstimulation besitzt. Die Kollagen-induzierte
Aggregation, Adhäsion
und die Freisetzungsfunktion kann durch das Immunoadhesin im gleichen
Maße wie
durch einen spezifischen, monoklonalen Antikörper inhibiert werden, allerdings
ist der Mechanismus unterschiedlich: Während der Antikörper die
GPVI-Aktivierung durch direktes Binden an die Ligandenbindestelle
des GPVI-Rezeptors inhibiert, fängt
das Immunoadhesin den GPVI-Liganden Kollagen ab und verhindert somit
ligandenvermittelte GPVI-Aktivierung.
-
Das
erfindungsgemäße Immunoadhesin
ist ein neuer GPVI-Inhibitor. Es hat den Vorteil der selektiven Inhibierung
des aktivierten Zweigs von GPVI vermittelten Effekten durch Liganden-Scavenging.
Nebeneffekte der Verwendung eines anti-GPVI-Antikörpers, wie Antikörper vermittelte
Effekte auf die GPVI-Rezeptor-Internalisierung werden verhindert,
wenn ein erfindungsgemäßes Fusionsprotein
anstelle des Antikörpers
verwendet wird. Das erfindungsgemäße Fusionsprotein kann für die Behandlung
von atherosklerotischen Komplikationen verwendet werden, welche
durch unstabile, atherosklerotische Plaques mit Plaquebruch oder
endothelialer Läsion
verursacht werden. Daher dient das Immunoadhesin Fc-GPVI-nt als
therapeutischer Inhibitor für Kollagen-vermittelte
GPVI-Aktivierung, ohne die intrinsische Aktivität des GPVI-Rezeptors mit dem
maßgeblichen
Signalsystem zu beeinflussen. Ferner dient das GPVI-Immunoadhesin
als ein ideales Epitop für
die Antikörperauswahl.
Der Fc-Teil erlaubt die bequeme Reinigung des Proteins und einfache
Fixierung an Oberflächen,
um eine Antikörperselektion
in großem
Maßstab
gegen Antikörperbibliotheken
z.B. durch Phage-Display durchzuführen. Die Selektion erlaubt
ein selektives Antikörper-Screening
nach den relevanten Epitopen, welche dem intakten Protein ähneln, mit
einer ähnlichen
Struktur wie dem nativen Protein.
-
Letztendlich
ist Fc-GPVI-nt ein wichtiges Werkzeug für das Screening nach Inhibitoren
der GPVI-Rezeptoraktivierung. Wir haben einen ELISA-basierten in
vitro Assay etabliert, welcher die Kollagen-GPVI-Interaktion durch
mit Kollagen vorbeschichteten Platten als Ligand simuliert. Dieser
Assay kann alternativ ausgeführt
werden durch fluoreszenzmarkiertes Fc-GPVI-nt und daher auf high-throughput
Format ausgeweitet werden. Dieser Assay ermöglicht das Screening von beidem,
inhibitorischen Antikörpern
oder kleinen Molekülen, auf
ihre Wirksamkeit die GPVI-Funktion durch Fluoreszenzmessung zu inhibieren.
Mit diesem zellfreien Screening-Assay ist ein Prototypverfahren
für high-throughput
ausweitbare Fluoreszenz-Screening-Assays zum Wirkstoff-Testen etabliert
worden.
-
Basierend
auf die kürzlichen
Verbesserungen der Bildgebungstechniken durch intravaskulären Ultraschall
oder Kernspin-Resonanzbildgebung ist es möglich, Patienten mit Atherosklerose
zu identifizieren, welche gefährdet
sind, akute klinische Komplikationen wie akute Koronar- oder Karotidsyndrome
zu entwickeln, wobei die Patienten aktive Läsionen als mögliche Ursache
für intravaskuläre Thrombose
aufweisen.
-
Aktive
Läsionen
sind charakterisiert durch das Freilegen von subendothelialen Matrix-Kollagenen und Blutplättchen-Aktivierung.
Das Auftreten solcher Läsionen
kann untersucht werden z.B. durch intravaskulären Ultraschall oder Thermographie
(z.B. Fayed and Fuster, Clinical imaging of the high-risk or vulnerable
atherosclerotic plaque. Circulation 2001; 89:305-316) oder nukleare
Resonanzbildgebung (Helft et al., Progression and Regression of
Atherosclerotic Lesions. Circulation 2002; 105:993-998). Solche
Läsionen
sind sehr wahrscheinlich bei Patienten mit akuten Koronar- oder
Karotidsyndromen und das Risiko des Widerauftretens von akuten klinischen
Komplikationen wie myokardialem Infarkt oder Schlaganfall ist sehr
hoch, stufenweise abnehmend mit zunehmender zeitlicher Distanz von
dem ersten Ereignis.
-
Entsprechend
ist es möglich,
basierend auf die vorliegende Erfindung, Patienten zu behandeln,
welche gefährdet
sind, Atherosklerose zu bekommen. Um Atheroprogression zu verhindern,
wird ein Patient mit dem erfindungsgemäßen Fusionsprotein behandelt,
um die Interaktion zwischen Blutplättchen und exponiertem, subendothelialen
Kollagen zu verhindern. Das erfindungsgemäße Fusionsprotein blockiert
den Liganden für
den GPVI-Blutplättchenrezeptor
in der Gefäßwand (z.B.
Subendothel), so dass eine Interaktion zwischen den Blutplättchen und
exponiertem Kollagen inhibiert wird.
-
Das
erfindungsgemäße Fusionsprotein
kann die Form eines lyophilisierten Pulver haben, welches vor der
Verabreichung an einen Patienten in einem pharmazeutisch verträglichen,
flüssigen
Carrier dispergiert wird. Das erfindungsgemäße Fusionsprotein kann also
in einer pharmazeutische Zusammensetzungen geeignet für parenterale,
im Fall der Behandlung von akuten Komplikationen bevorzugt intraarterielle
oder intravenöse,
Verabreichung aufgenommen werden. Solche Zusammensetzungen umfassen
gewöhnlich
das Fusionsprotein und einen pharmazeutisch verträglichen
Carrier. Ein pharmazeutisch verträglicher Carrier schließt Lösungsmittel
ein, Dispersionsmedien, antibakterielle und antimykotische Mittel
und isotonische Mittel, welche mit der pharmazeutischen Verabreichung
kompatibel sind. Die vorliegende Erfindung schließt Verfahren
zur Herstellung von pharmazeutischen Zusammensetzungen für die Behandlung
einer chronischen oder akuten cardiovaskulären Erkrankung ein. Solche
Verfahren umfassen das Formulieren eines pharmazeutisch verträglichen
Carriers mit dem erfindungsgemäßen Fusionsprotein.
Im Fall der Behandlung einer akuten cardiovaskulären Erkrankung wird die Zusammensetzung
bevorzugt intravenös
oder intraarteriell verabreicht. Im Fall der Behandlung einer chronischen
cardiovaskulären
Erkrankung kann die Zusammensetzung auch subkutan oder intraperitoneal
verabreicht werden. Solche Zusammensetzungen können weiterhin zusätzliche
wirksame Verbindungen enthalten, wie z. B. weitere Polypeptide (wie
zum Beispiel Insulin) oder therapeutisch wirksame kleine Moleküle. Daher
schließt
die Erfindung weiterhin Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutische
Zusammensetzung durch Formulieren eines pharmazeutisch verträglichen
Carriers mit dem erfindungsgemäßen Fusionsprotein
und einer oder mehreren zusätzlichen
wirksamen Verbindungen wie zum Beispiel Insulin ein. Im Fall der
Co-Formulierung des Fusionsproteins und Insulins für die Behandlung
von diabetischen Patienten ist es bevorzugt, dass die Dosierungsform
eine getrennte Lagerung der verschiedenen Proteine erlaubt, wonach das
Mischen der Proteine genau vor oder während der Verabreichung der
Zusammensetzung durchgeführt wird.
Dementsprechend wird die Applikation durch eine Mehr-Kammer-Spritze
in Betracht gezogen. Eine erfindungsgemäße pharmazeutischen Zusammensetzung
ist formuliert, um mit dem geplanten parenteralen Verabreichungsweg
kompatibel zu sein. Beispiele für
parenterale Verabreichungswege schließen z. B. intraarterielle und
intravenöse
Verabreichung ein. Lösungen
oder Suspensionen, welche für
parenteral verwendet werden, können
ein steriles Lösungsmittel
wie zum Beispiel Wasser zur Injektion, Salzlösung, Polyethylenglycole, festgelegte Öle („fixed
oils"), Glycerin,
Propylenglycol, TWEEN oder andere synthetische Lösungsmittel, antibakterielle
Mittel, wie zum Beispiel Benzylalkohol oder Methylparabene, Komplexbildungsmittel,
wie beispielsweise Ethylendiamintetraessigsäure, Antioxidantien, wie beispielsweise
Ascorbinsäure
oder Natriumbisulfit; Puffer, wie beispielsweise Acetate, Citrate
oder Phosphate und Mittel zum Einstellen der Tonizität, wie beispielsweise
Natriumchlorid, Dextrose, Saccharose oder Mannitose, ein. Der pH
kann mit Säuren
oder Basen eingestellt werden, wie zum Beispiel Hydrochlorsäure oder
Natriumhydroxid. Die parenterale Zusammensetzung kann in Ampullen,
in Einwegspritzen oder Vielfach-Dosierungsfläschchen
(vials) aus Glas oder Plastik eingeschlossen sein. Für die Verwendung
zum Einspritzen geeignete pharmazeutische Zusammensetzungen schließen sterile,
wässrige
Lösungen
oder Dispersionen und sterile Pulver für die unvorbereitete Herstellung von
sterilen einspritzbaren Lösungen
oder Dispersionen ein. Für
die intravenösen
Verabreichungen geeignete Carrier schließen physiologische Salzlösung, bakteriostatisches
Wasser, oder phosphatgepufferte Saline (PBS) ein. Der Carrier kann
ein Lösungsmittel
oder ein Dispersionsmedium sein, welches zum Beispiel Wasser, Ethanol,
Polyol (z. B. Glycerol, Propylenglykol und flüssiges Polyethylenglykol) und
geeignete Mischungen davon enthält.
Die geeignete Fluidität
kann z. B. durch die Verwendung einer Beschichtung, wie zum Beispiel Lezithin,
durch die Aufrechterhaltung der benötigten Partikelgröße im Fall
einer Dispersion und durch die Verwendung von oberflächenaktiven
Substanzen erhalten werden. Ein Schutz vor der Aktivität von Mikroorganismen
kann durch zahlreiche antibakterielle und antimykotische Mittel,
z. B. Parabene, Chlorbutanol, Phenol, Ascorbinsäure, Thimerosal, und Ähnlichem
erreicht werden. In vielen Fällen
wird es bevorzugt sein, isotonische Mittel, zum Beispiel Zucker,
Polyalkohole, wie beispielsweise Mannit, Sorbit, Natriumchlorid,
in die Zusammensetzung einzuschließen. Eine verlängerte Absorption
der einspritzbaren Zusammensetzungen kann bewirkt werden durch Einschließen eines
Mittels in die Zusammensetzung, welches die Absorption verzögert, zum Beispiel
Aluminiummonostearat und Gelatine. Sterile, einspritzbare Lösungen können durch
Aufnehmen der wirksamen Verbindung (z. B. einem Polypeptid oder
Antikörper)
in benötigter
Menge, in einem geeigneten Lösungsmittel,
mit einem oder einer Kombination der oben aufgezählten Inhaltsstoff(en), wie
benötigt,
gefolgt von filtrierter Sterilisation hergestellt werden. Generell
werden Dispersionen hergestellt indem die wirksame Verbindung in
ein steriles Trägerstoff
aufgenommen wird, welches ein basisches Dispersionsmedium und die
benötigten
Inhaltsstoffe aus den oben aufgezählten Inhaltstoffen enthält. Bei
sterilen Pulvern für
die Herstellung von sterilen, einspritzbaren Lösungen sind die bevorzugten
Herstellungsverfahren Vakuumtrocknen und Gefriertrocknen, welche
ein Pulver des wirksamen Inhaltsstoffs mit jeglichem zusätzlichen
gewünschten
Inhaltsstoff aus einer vorher steril-gefilterten Lösung hiervon
ergeben. Es ist insbesondere vorteilhaft, orale oder parenterale
Zusammensetzungen in Form von Dosierungs-Einheiten zu formulieren.
Eine Form von Dosierungs-Einheiten sind separate Einheiten, welche
als einzelne Dosierungen für
einen Patienten geeignet sind. Jede Einheit enthält eine vorbestimmte Menge
einer wirksamen Verbindung, um den gewünschten therapeutischen Effekt
in Verbindung mit dem benötigten
pharmazeutischen Carrier hervorzurufen. Eine therapeutisch wirksame
Menge an Fusionsprotein (z. B. eine wirksame Dosierung) für die Behandlung
von akuten Komplikationen reicht von 0,05 bis 5 mg/kg Körpergewicht,
bevorzugt 0,1 bis 2 mg/kg Körpergewicht,
stärker
bevorzugt 0,1 bis 1 mg/kg Körpergewicht.
Eine therapeutisch wirksame Menge Fusionsprotein (z. B. eine wirksame Dosis)
für die
Behandlung von chronischer Arteroprogression reicht von 0,5 bis
6 mg/kg Körpergewicht,
bevorzugt 1 bis 5 mg/kg Körpergewicht,
stärker
bevorzugt 2 bis 5 mg/kg Köpergewicht.
Die Behandlung eines Subjekts mit einer therapeutisch wirksamen
Menge des Fusionsproteins kann eine einzelne Behandlung oder kann,
bevorzugt, eine Folge von Behandlungen einschließen. In einem bevorzugten Beispiel
wird ein Subjekt mit dem erfindungsgemäßen Fusionsprotein gegen chronische
Arteroprogression im Bereich von 0,5 bis 6 mg/kg Körpergewicht,
bevorzugt 1 bis 5 mg/kg Körpergewicht,
stärker
bevorzugt 2 bis 5 mg/kg Körpergewicht, mindestens
zweimal pro Woche behandelt.
-
Verfahren, um die Blutplättchen-Kollagen-Interaktion
und Modulation durch Inhibitoren zu untersuchen
-
Blutplättchen-Aggregation und ATP-Freisetzung
-
Die
Stimulierung von Blutplättchen-reichem
Mäuse-Plasma,
mit ansteigenden Konzentrationen von Rinder-Typ-1-Kollagen von 0,2
bis 4 μg/ml,
löst eine
dosisabhängige Aggregation
von 2 bis 95 % und eine dosisabhängige
ATP-Freisetzung von 0 bis 1,66 nM ATP-Freisetzung aus. Für die weiteren
Experimente wurde eine halb-maximale Kollagen-Konzentration gewählt. Die Inkubation des Blutplättchen-reichen
Mäuse-Plasmas
mit dem spezifischen Anti-Maus GPVI-Antikörper JAQ 1 (50 μg/ml und
100 μg/ml)
hob die Blutplättchen-Aggregation
nach Stimulierung mit 2 μg
Kollagen/ml (mit 50 μg
JAQ 1: 2 +/– 0,7;
mit 100 μg
JAQ 1: 1,5 +/– 0,3
%) fast vollständig
auf. Ferner wurde die ATP-Freisetzung
in einer Antikörper-Dosis-abhängigen Weise bis
1,09 nM ATP inhibiert (10 μg
Antikörper/ml)
oder komplett aufgehoben (50 und 100 μg Antikörper/ml).
-
In ähnlicher
Weise hob die Inkubation von Blutplättchen-reichem Mäuse-Plasma
mit dem Immunoadhesin für
GPVI (Fc-GPVI-nt) (50 μg/ml
und 100 μg/ml)
fast vollständig
die Blutplättchen-Aggregation
nach Stimulierung mit 2 μg
Kollagen/ml auf (mit 50 μg
Fc-GPVI-nt: 2 +/– 0,7; mit
100 μg Fc-GPVI-nt:
1,5 +/– 0,3
%) und die ATP-Freisetzung bis 0 nM ATP.
-
Daher
inhibierte das Immunoadhäsin
die GPVI-Aktivierung ausreichend durch Scavenging des natürlichen
GPVI-Liganden Kollagen. Beide der entscheidenden Blutplättchen Funktionen,
sowohl Aggregation als auch Blutplättchen-Freisetzungs-Mechanismus,
konnten durch Fc-GPVI-nt beeinflusst werden, wie durch ATP-Freisetzung
bestimmt.
-
GPVI-vermittelte Adhäsion unter
physiologischen Flussbedingungen (Flusskammer)
-
Die
Adhäsion
von Blutplättchen
unter physiologischen Scher-Bedingungen wurde in einer Flusskammer
getestet. Die initiale und die stabile Adhäsion von Bluttplättchen wurde
signifikant durch Hinzufügen
des Fc-GPVI-nt-Immunoadhesins um 60 % inhibiert (siehe 4).
-
GPVI-Bindungsassay
-
Die
Adhäsion
von Fc-GPVI-nt an Kollagen-beschichtete Platten wurde in einem ELISA-basierten Fluoreszenz-Assay
bestimmt. Das Binden des Immunadhäsins Fc-GPVI-nt stieg dosisabhängig bis
zu Sättigungsgraden
bei einer Konzentration von 0,2 bis 10 μg Fc-GPVI-nt an (siehe bitte 5).
Die Spezifität
wurde durch Vergleichen des Bindens von Fc-GPVI-nt mit dem des leeren
Immunoadhesins Fc-nt oder der unbeschichteten Plastikoberfläche gezeigt
(siehe 6).
-
Verfahren, um Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation bei vaskulärer
Verletzung in vivo, als die entscheidenden Schritte bei der Bluttplättchen-Aktivierung
bei akuten vaskulären
Ereignissen, zu untersuchen
-
Um
die biologische Signifikanz von Blutplättchen-Kollagen-Interaktionen,
bei den Prozessen der Adhäsion
an Läsionen
in vivo, zu testen, wurden die Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktionen
nach vaskulärer
Verletzung der Maus-Carotidarterie bestimmt. Eine vaskuläre Verletzung
dieser bedeutenden Strombahn kann als Modell für die ersten Schritte von Atheriosklerose,
wie zum Beispiel endotheliale Läsionen
im frühen
Stadium der Atheriosklerose, oder Plaquebruch in späteren Stadien
der Atheriosklerose mit dem Freilegen von Kollagen-Fibrillen aus
dem Subendothel, dienen. Ferner erlaubt dieses Modell das Studium
der nachfolgenden Komplikationen von vaskulärer Verletzung. Kleine endotheliale
Verletzungen führen
zu der maximalen Aktivierung von Blutplättchen mit den anschließenden Schritten
der Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation. In weiteren Schritten können Bluttplättchen-Aggregate
zu Embolien aus der Carotidarterie mit darauf folgendem ischämischem
zerebralem Schlaganfall führen.
Daher dient dieser experimentelle Aufbau als ein bedeutendes in
vivo-Modell für
eine Subgruppe von Patienten mit instabiler Atherosklerose, welche
Plaquebruch und endotheliale Läsionen,
die zu akutem Koronarsyndrom und Schlaganfall führen, einschließt.
-
Kräftiges Abbinden
der Carotidarterie für
5 Minuten verursacht durchweg einen vollständigen Verlust der endothelialen
Zellschicht und löst
die Blutplättchen-Adhäsion an
der Stelle der Verletzung aus, wie durch Rasterelektronenmikroskopie
festgestellt (1a). In vivo-Fluoreszenzmikroskopie
kann verwendet werden, um den dynamischen Prozess der Blutplättchen-Akkumulation
anschließend
an eine vaskuläre
Verletzung direkt sichtbar zu machen und zu quantifizieren. Zahlreiche
Blutplättchen
werden innerhalb der ersten Minuten nach der endothelialen Denudation
an die vaskuläre
Wand getethered (4620 ± 205
Blutplättchen/mm2). Nahezu alle Blutplättchen, die den Kontakt mit
dem Subendothel aufbauen, weisen zunächst eine langsame Oberflächen-Translokation
des „Stopp-Start"-Typus auf (Savage,
B., Saldivar, E. & Ruggeri,
Z.M. Initiation of platetlet adhesion by arrest onto Fibrinogen
or translocation on von Willebrand factor. Cell 1996; 84, 289-297).
Während
wir einen Übergang
von anfänglicher
langsamer Oberflächen-Translokation zu
irreversibler Blutplättchen-Adhäsion bei
88 % aller Blutplättchen
beobachteten (4182 ± 253
Blutplättchen/mm2) (1b), blieb
die Blutplättchen-Haftung
nur in 12 % transient (543 ± 32
Blutplättchen/mm2). Sobald eine stabile Haftung eingesetzt
hat, rekrutieren adherierte Blutplättchen weitere Blutplättchen aus
dem Blutkreislauf, was zu Aggregatbildung führt (1c). Ähnliche
Charakteristika der Blutplättchen-Rekrutierung werden
mit immobilisiertem Kollagen in vitro erhalten. Im Gegensatz dazu
werden nur wenige Blutplättchen
unter physiologischen Bedingungen an die intakte Gefäßwand getethered
(P < 0,05 vs. vaskulärer Verletzung)
und nahezu 100 % dieser Blutplättchen
werden von der Gefäßwand ohne
eine stabile Haftung verdrängt
(P < 0,05 vs. Vaskuläre Verletzung, 1a-c).
-
Identifizierung
von GPVI als einem neuen und relevanten Zielprotein auf Blutplättchen für die vaskuläre Verletzung
in vivo
-
Die
hohe Komplexität
der Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktion,
welche eine Vielzahl unterschiedlicher Rezeptoren und Signaltransduktionswege
einschließt,
macht die in vivo-Inhibition
dieses Prozesses sehr schwierig. Neben GPIb-V-I-X und αIIbβ3-Integrin,
welche indirekt mit Kollagen durch den von-Willbrand-Faktor (vWF)
interagieren, wurden eine große
Anzahl von Kollagenrezeptoren auf Blutplättchen identifiziert, einschließlich, am
wichtigsten, α2β1-Integrin (Santoro, S.A. Identification
of a 160,000 dalton platelet membrane protein that mediates the
initial divalent cation-dependent adhesion of platelets to collagen.
Cell 1986; 46, 913-920), GPV (Moog, S. et al. Platelet glycoprotein
V binds to collagen and participates in platelet adhesion and aggregation.
Blood 2001, 98, 1038-1046)
und GPVI (Moroi, M., Jung, S.M., Okuma, M. & Shinmyozu, K. A patient with platelets
deficient in glycoprotein VI that lack both collagen-induced aggregation
and adhesion. J. C1in. Invest 84, 1440-1445). In mehreren Befunden über unterschiedliche
Signalsysteme, welche in vitro eine Rolle spielen, wurde nun auch
GPVI diskutiert (Gibbins, J.M., Okuma, M., Farndale, R., Barnes,
M. & Watson,
S.P. Glycoprotein VI ist he collagen receptor in platelets which
underlies tyrosine phosphorylation of the Fc receptor gamma-chain.
FEBS Lett. 1997; 413, 255-259; Nieswandt, B. et al. Long-term antithrombotic
protection by in vivo depletion of platelet glycoprotein VI in mice.
J. Exp. Med. 2001; 193, 459-469, Nieswandt, B. et al. Glycoprotein
VI but not α2β1 integrin
is essential for platelet interaction with collagen. EMBO J 2001;
20, 2120-2130).
-
Um
direkt die in vivo-Relevanz von Blutplättchen-Kollagen-Interaktionen
bei arterieller Thrombusbildung zu testen, inhibierten oder deletierten
wird GPVI in vivo. Der monoklonale Antikörper (mAb) JAQ1 blockiert die
Haupt-Kollagen-Bindestelle von Maus-GPVI (Schulte, V. et al. Evidence
for two distinct epitopes within collagen for activation of murine
platelets. J Biol. Chem. 2001; 276, 364-368) und inhibiert unter
hohen Scherflussbedingungen fast restlos die stabile Blutplättchen-Adhäsion an immobilisiertes,
fibrilläres
Kollagen (Nieswandt, B. et al. Glycoprotein VI but not alpha2beta1
integrin is essential for platelet interaction with collagen. EMBO
J 2001; 20, 2120-2130). Um die Signifikanz der GPVI-Kollagen-Interaktionen
in dem dynamischen Prozess der Blutplättchen-Adhäsion/-Aggregation bei arterieller
Thrombusbildung zu studieren, bekamen Mäuse Gen-identische, Fluoreszenz-markierte
Blutplättchen,
welche mit JAQ 1-Fab-Fragmenten oder Isotyp-angepasstem Kontroll-IgG
vorinkubiert worden waren, und die Carotidverletzung wurde wie unten
beschrieben induziert. Sehr unerwartet fanden wir, dass die Inhibierung
von GPVI das initiale Blutplättchen-Tethering
nach endothelialer Denudation in der Arteria carotis communis um
89 % reduzierte (P < 0,05 vs.
Kontroll-IgG, 2a) einem Prozess, von dem geglaubt
wurde, dass er hauptsächlich
durch GPIbα-Interaktion
mit immobilisiertem vWF vermittelt würde (Goto, S., Ikeda, Y., Saldivar,
E. & Ruggeri,
Z.M. Distinct mechanisms of platelet aggregation as a consequence
of different shearing flow conditions. J. Clin. Invest. 1998; 101,
479-486; Sixma, J.J., van Zanten, G.H., Banga, J.D., Nieuwenhuls,
H.K. & de Groot,
P.G. Platelet adhesion. Semin. Hematol. 1995; 32, 89-98). Außerdem wurde
die dauerhafte Blutplättchen-Haftung
durch JAQ 1 um 93 % reduziert (2a). Wir
beobachteten einen Übergang
von initialem Tethering/langsamer Oberflächen-Translokation zu irreversibler
Blutplättchen-Adhäsion bei
nur 58 % der Blutplättchen,
welche einen initialen Kontakt mit der subendothelialen Oberflächen aufbauten
(verglichen mit 89 % mit Kontroll-IgG vorbehandelten Blutplättchen,
P < 0,05, 2b).
Die Aggregation von adhärierten
Blutplättchen
fehlte fast vollständig nach
Vorbehandlung der Blutplättchen
mit JAQ1-Fab-Fragmenten,
aber nicht bei den Kontrollen (P < 0,05
vs. Kontrolle, 2c und d).
Diese Daten zeigten, dass die direkten Blutplättchen-Kollagen-Interaktionen
entscheidend für
das initiale Blutplättchen-Tethering
und die anschließende
stabile Blutplättchen-Adhäsion und -Aggregation
an Stellen vaskulärer
Verletzung sind. Außerdem
zeigen diese Ergebnisse, dass GPVI ein Schlüsselregulator in diesem Prozess
ist, während
andere Oberflächenrezeptoren,
am wichtigsten GPIb-V-IX und α2β1, nicht ausreichen, um in vivo die Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation auf dem Subendothel auszulösen.
-
Um
die Möglichkeit
auszuschließen,
dass dieser Effekt auf einer sterischen Beeinträchtigung anderer Rezeptoren
basiert, z. B. von GPIb-V-IX, durch oberflächengebundenes JAQ1, generierten
wir GPVI-defiziente Mäuse
durch Injektion von JAQ1 fünf
Tage vor der vaskulären
Verletzung. Wie zuvor berichtet, induziert eine solche Behandlung
den nahezu vollständigen
Verlust von GPVI, z. B. durch Internalisierung und proteolytischen
Abbau von GPVI auf zirkulierenden Blutplättchen, was, für mindestens
zwei Wochen, zu einem „GPVI-Knock-out"-artigen Phänotyp fuhrt
(Nieswandt, B. et al. Long-term antithrombotic protection by in
vivo depletion of platelet glycoprotein VI in mice. J. Exp. Med.
2001; 193, 459-469). Wie in 3a dargestellt,
war GPVI am 5. Tag nach der Injektion von 100 μg/Maus-JAQ1 auf Blutplättchen aus
JAQ1-behandelten Mäusen nicht
detektierbar, aber nicht Kontroll-IgG, während die Oberflächen-Expression
und -Funktion aller anderen getesteten Rezeptoren, einschließlich GPIb-V-IX, αIIbβ3,
und α2β1, in beiden Mäusegruppen unverändert war, was
frühere
Ergebnisse bestätigt
(Daten nicht gezeigt und Nieswandt, B. et al. Long-term antithrombotic
protection by in vivo depletion of platelet glycoprotein VI in mice.
J. Exp. Med. 2001; 193, 459-469).
-
Wie
durch Rasterelektronenmikroskopie gezeigt, fehlt die Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation nach endothelialer Denudation der Aorta carotis communis
nahezu in GPVI-defizienten,
aber nicht IgG-vorbehandelten Mäusen
(3b). Als Nächstes
wurde in vivo Video-Fluoreszenzmikroskopie verwendet, um die Blutplättchen-Adhäsionsdynamiken
anschließend
an die vaskuläre
Verletzung in GPVI-defizienten Mäusen
zu bestimmen (3c bis f).
-
Der
Verlust von GPVI reduziert signifikant das Tethering/die langsame
Oberflächen-Translokation von Blutplättchen an
der Stelle der vaskulären
Verletzung (um 83 % verglichen mit IgG-vorbehandelten Mäusen, P < 0,05). Diese GPVI-unabhängige langsame
Oberflächen-Translokation
benötigt
vWF-GPIbα-Interaktion,
da sie durch Vorinkubation der Blutplättchen mit Fab-Fragmenten,
welche die Funktion haben, mAb gegen GPIbα zu blockieren (p0p/B), aufgehoben
wird, was die entscheidende Rolle von GPIbα in diesem Prozess bekräftigt (nicht
gezeigt). In Abwesenheit von GPVI ist die stabile Blutplättchen-Adhäsion um,
verglichen mit der (IgG-behandelten) Kontrolle, ungefähr 90 %
reduziert, während
die Aggregation von adherierten Blutplättchen nahezu fehlt (3b-f).
Wir sahen den Übergang
vom Blutplättchen-Tethering
zu der stabilen Blutplättchen-Adhäsion bei
nur 58 % aller Blutplättchen,
die ursprünglich
an die Stelle der Verletzung getethered waren (verglichen mit 89
% der mit Kontroll-mAb-vorbehandelten Blutplättchen, P < 0,05, 3d),
was darauf hinweist, dass die GPIBα-abhängige Oberflächen-Translokation
nicht ausreicht, um eine stabile Blutplättchen-Adhäsion und anschließende -Aggregation
zu fördern.
-
Die
starke Inhibierung des Blutplättchen-Tethering
durch GPVI-Blockierung war überraschend
und wies auf eine vorher nicht erkannte Funktion dieses Rezeptors
bei der sehr frühen
initialen Phase der stabilen Blutplättchen-Adhäsion an vaskuläre Läsionen hin.
Fibrilläres
Kollagen ist ein Hauptbestandteil von menschlichen atherosklerotischen Läsionen (Rekhter,
M.D. Collagen synthesis in atherosclerosis: too much and not enough.
Cardiovasc. Res. 1999; 41, 376-384; Rekhter, M.D. et al. Type I
collagen gene expression in human atherosclerosis. Localization
to specific plaque regions. Am. J. Pathol. 1993; 143, 1634-1648);
gesteigerte Kollagen-Synthese (durch glatte Muskelzellen in der
Intima und Fibroblasten) trägt
signifikant im Prozess der Atherogenese zur luminalen Verengung
bei (Opsahl, W.P., DeLuca, D.J. & Ehrhart,
L.A. Accelerated rates of collagen synthesis in atherosclerotic
arteries quantified in vivo. Arteriosclerosis 1987; 7, 470-476).
Plaquebruch oder Rissbildung (entweder spontan oder nach einer Ballonangioplastie)
führt zur
Aussetzung von Kollagenfibrillen an vorbeifließendens Blut.
-
Diese
Erfindung lehrt zum ersten Mal, dass solche subendothelialen Kollagene
der Hauptauslöser
der arteriellen Thrombusbildung sind und zeigen eine unerwartete
Funktion des Kollagenrezeptors GPVI bei der Blutplättchen-Rekrutierung
an die verletzte Gefäßwand. Von
den Prozessen des Blutplättchen-Tetherings
und der langsamen Oberflächen-Translokation
unter Bedingungen von erhöhter
Scherung ist bekannt, dass sie stark von der GPIbα-Interaktion
mit immobilisiertem vWF abhängen.
Diese Interaktion ist allerdings nicht ausreichend, um initiale
Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktionen
in vivo aufzubauen, da zusätzlich
funktionsfähiges
GPVI benötigt
wird (2 und 3).
Daher müssen
sowohl GPIbα als
auch GPVI beide zusammenarbeiten, um Blutplättchen an das Subendothel zu
rekrutieren. Während
des Blutplättchen-Tetherings
kann das Binden von GPVI die Integrine αIIbβ3 und α2β1 von
einem Zustand geringer zu einem Zustand hoher Affinität verändern. Beide, αIIbβ3 und α2β1,
arbeiten dann zusammen, um eine darauf folgende stabile Haftung
von Blutplättchen
an Kollagen zu fördern,
während αIIbβ3 erforderlich
ist für
die anschließende
Aggregation von adherierten Blutplättchen. Daher stellt die Bindung
von GPVI während
dem initialen Kontakt zwischen Blutplättchen und subendothelialem
Kollagen ein Aktivierungssignal bereit, welches erforderlich ist
für die
anschließende
stabile Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation. Wichtigerweise ist die Besetzung oder das seitliche
Clustering von GPIbα (während der
GPIbα-abhängigen Oberflächen-Translokation),
welche geringe Grade von aIIbβ3-Integrin-Aktivierung
in vitro induziert (Kasirer-Friede, A. et al. Lateral clustering
of platelet GP Ib-IX complexes leads to up-regulation of the adhesive
function of Integrin aIIbβ3.
J. Biol. Chem. 2002; Bd. 277: 11949-11956) nicht ausreichend, um
die Blutplättchen-Adhäsion in
vivo zu fördern.
-
Die
Erfindung hat daher einen essentiellen Rezeptor für das Inhibieren
von Blutplättchen-Anlagerung an das
Subendothel identifiziert. Ein Antikörper, welcher die Interaktion
zwischen GPVI mit exponiertem Kollagen blockiert, kann spezifisch
alle Hauptphasen der Thrombusbildung inhibieren, z. B. Blutplättchen-Tethering, stabile
Adhäsion
und Aggregation an die Stellen der arteriellen Verletzung (z. B.
während
akuter Coronarsyndrome). Der sehr starke Schutz, der erreicht wurde
durch die Inhibierung oder die Depletion von GPVI, begründet die
Wichtigkeit der selektiven pharmakologischen Modulierung von GPVI-Kollagen-Interaktionen,
um den Beginn und das Fortschreiten von pathologischen atherosklerotischen
Läsionen
zu kontrollieren.
-
Nach
Bruch der artherosklerotischen Plaque ist das Aussetzen von subendothelialem
Kollagen der Hauptauslöser,
der die Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation an der Stelle der Verletzung auslöst, gefolgt von arterieller
Thrombose (1; 24; 25). Das Blutplättchen-Glycoprotein GPVI, welches
kürzlich
geklont worden ist (5; 6), wurde durch die Erfindung als der Hauptblutplättchen-Kollagenrezeptor
identifiziert (4), welcher die Blutplättchen-Adhäsion sowohl in vitro (22) und
unter (patho-)physiologischen Bedingungen in vivo vermittelt (3).
Daher verhindert die Inhibierung von GPVI die Blutplättchen-Rekrutierung
und arterielle Thrombose in Patienten mit fortgeschrittener Atherosklerose,
wie durch die vorliegende Erfindung gezeigt, durch die inhibitorischen
Aktivitäten
des spezifischen Fusionsproteins Fc-GPVI-nt auf die Blutplättchen-Adhäsion in
vitro und in vivo.
-
Das
Fc-GPVI-nt-Fusionsprotein wird in HELA-Zellen exprimiert, indem
ein adenovirales Expressionssystem verwendet wird um lösliches
Fc-GPVI-nt zu erhalten. Die Charakterisierung der löslichen
Formen vom GPVI zeigte, dass Fc-GPVI-nt als Dimer mit einer molekularen
Masse von ungefähr
160 kDa sekretiert wird. Damit übereinstimmend
berichteten Miura und Mitarbeiter kürzlich, dass das GPVI-Fc-Dimer
als Dimer vorliegt, in dem zwei GPVI-Fc-Dimer-Moleküle durch
durch das Cys in der Fc-Domäne
jedes Moleküls
gebildete Disulfit-Brücken
kreuzvernetzt sind (21). Wichtigerweise wurde nur von der dimeren
Form von GPVI, aber nicht von Monomeren der extrazellulären GPVI-Domäne berichtet,
dass sie Kollagenbindeaffinität
zeigt und die Kollagen-induzierte Blutplättchen-Aggregation abschwächt (21).
-
Bindungsassays
wurden durchgeführt
um die GPVI-Fc-Dimer-Kollagen-Interaktion zu definieren. Lösliches
GPVI bindet an immobilisiertes Kollagen in einer saturierenden Weise.
Das Binden des GPVI-Fc-Dimers an fibrilläres Kollagen war hochspezifisch,
da es nicht bei immobilisiertem vWF oder BSA auftrat. Weiterhin konnte
das GPVI-Binden an immobilisiertes Kollagen durch lösliches
Kollagen verhindert werden. Es wurden hohe Konzentrationen von löslichem
Kollagen benötigt,
um das GPVI-Fc-Dimer-Binden zu blockieren, was darauf hinweist,
dass das Fusionsprotein das immobilisierte Kollagen mit hoher Affinität bindet.
Entsprechend ist eine hohe Assoziations- und Dissoziationskonstante
(KD ungefähr 5,8 × 10–1 M)
für die
GPVI-Kollagen-Interaktion berichtet worden) (21).
-
Für lösliches
Fc-GPVI-nt war früher
nachgewiesen worden, dass es die Blutplättchen-Aktivierung und -Aggregation in Antwort
auf Kollagen oder Konvulxin, einem Schlangengift, welches an GPVI
mit hoher Affinität bindet,
abschwächt
(6; 21; 27). Abgesehen von der Blutplättchen-Aggregation ist GPVI
kritisch in den Prozess der Blutplättchen-Adhäsion an Kollagen einbezogen
(3; 22). In der vorliegenden Studie testeten wir daher die Effekte
von Fc-GPVI-nt auf die Blutplättchen-Adhäsion unter
physiologischen Flussbedingungen in vitro. Wir zeigen, dass lösliches
Fc-GPVI-nt dosisabhängig
die Blutplättchen-Adhäsion unter
geringen und hohen Scherungsbedingungen in vitro inhibiert. Bei
Anwesenheit von Fc-GPVI-nt, aber nicht von Kontroll-Fc-Peptid, fehlte die
Aggregation von adherierten Blutplättchen nahezu vollständig, was
darauf hinweist, dass GPVI zu den Prozessen sowohl der Blutplättchen-Adhäsion als
auch der anschließenden
Aktivierung durch immobilisiertes Kollagen beiträgt. GPVI überträgt Kollagenantworten (d.h.
Adhäsion
und Aggregation) in einer Rezeptor-Dichte-abhängigen Weise (22). Entsprechend
war berichtet worden, dass eine mehr als 50%-ige Reduktion in der GPVI-Expression
transfizierter RBL-2H3-Zellen assoziiert ist mit einem Fehlen von
Kollagen-induzierter Aggregation in diesen Zellen (8; 22). Da dessen
ungeachtet für
eine kleine Proben-Population eine geringe Variabilität in der
GPVI-Rezeptor-Dichte berichtet worden war (22), könnte man
erwarten, dass die Inhibition von ungefähr 50% der Kollagen-GPVI-Bindungen
ausreichend ist, um die Blutplättchen-Rekrutierung
an exponiertes Kollagen abzuschwächen.
In der vorliegenden Studie wurden Dosen von 1mg/kg Fc-GPVI-nt benötigt, um eine
signifikante Inhibierung der Blutplättchen-Adhäsion unter Fluss zu induzieren,
was die Auffassung unterstützt,
dass vielfältige
GPVI-Bindestellen an jeder Kollagen-Fibrille verfügbar sind. Ähnliche
Mengen eines Funktions-blockierenden anti-GPVI-Antikörpers wurden
benötigt,
um eine Blutplättchen-Gefäßwand-Verletzung
in vivo abzuschwächen
(3).
-
Fibrilläres Kollagen
ist ein Hauptbestandteil der normalen Gefäßwand, aber auch von artherosklerotischen
Lesionen (28). Bruch oder Rissbildung der artherosklerotischen Plaques
führt zu
einem Aussetzen von Kollagenfibrillen an zirkulierende Blutplättchen.
Wie früher
berichtet, sind GPVI-Kollagen-Interaktionen notwendigerweise in
die arterielle Thrombusbildung nach vaskulärer Verletzung involviert (3).
Wir zeigen hier in vivo- Effekte
von löslichem
Fc-GPVI-nt auf die Blutplättchen-Rekrutierung
nach arterieller Verletzung. Die Endotheliale Denudation wurde durch
reversibles Abbinden dieser Karotidarterie induziert, und der dynamische Prozess
der Blutplättchen-Anhaftung
wurde durch intravitale Videofluoreszenzmikroskopie, wie beschrieben beobachtet
(3). Wir zeigen zum ersten Mal in vivo, dass lösliches Fc-GPVI-nt das stabile
Blutplättchen-Tethering, die Adhäsion und
die Blutplättchen-Aggregation
nach endothelialer Denudation abschwächt. Die Inhibierung der Blutplättchen-Rekrutierung
durch Fc-GPVI-nt war dosisabhängig.
Abgesehen von der Verhinderung der stabilen Haftung von Blutplättchen reduzierte
Fc-GPVI-nt signifikant das initiale Blutplättchen-Tethering/die langsame
Oberflächen-Translokation
an die Stellen der endothelialen Denudation. Wir haben früher gezeigt, dass
die Inhibierung von GPIbα oder
von GPVI das Blutplättchen-Tethering
in einem ähnlichen
Ausmaß abschwächt (3),
was belegt, dass die GPVI- und GPIbα-Interaktion in Kontakt arbeiten müssen, um
das Blutplättchen-Tethering
an subendotheliales Kollagen zu fördern (2; 29-31). Vielmehr
sind die hohen „on"- und „off"-Geschwindigkeiten, welche für die GPVI-Liganden-Interaktion
berichtet werden (22) konsistent mit der Rolle von GPVI als einem
Tethering-Rezeptor.
-
Die
vorliegende Erfindung identifiziert Fc-GPVI-nt als einen aktiven
Bestandteil eines Medikamentes, um die arterielle Thrombose nach
einer vaskulärer
Verletzung abzuschwächen.
Dieses Konzept wird weiterhin belegt durch die Beobachtung, dass
Fc-GPVI-nt gezielt,
wie durch Immunohistochemie gezeigt, zu dem exponierten Subendothel
an der Stelle der vaskulären
Verletzung geführt
wird. Dies impliziert, dass die Inhibierung von GPVI-Kollagen-Interaktionen
wahrscheinlich auf die Stelle der vaskulären Verletzung begrenzt ist,
während
eine verlangsamte, systemische Inhibierung der Blutplättchen-Funktion durch die
erwartete kurze Halbwertszeit von ungebundenem Fc-GPVI-nt limitiert
ist. Im Gegensatz dazu führt
die Verabreichung von monoklonalen Antikörpern, gerichtet gegen GPVI,
unweigerlich zur systemischen Inhibierung von GPVI auf allen zirkulierenden
Blutplättchen.
Ferner beeinflusste die Fc-GPVI-nt-Verabreichung nicht die Blutplättchenzahl.
Im Gegensatz dazu können
anti-GPVI mAbs schließlich
Immun-Thrombozytopenie
oder einen vollständigen
Verlust von GPVI auf zirkulierenden Blutplättchen induzieren (14; 32),
was ihre Verwendung in der klinischen Praxis erschwert. Dementsprechend
wird die Fc-GPVI-nt-Therapie wahrscheinlich mit einem geringeren
Risiko für klinische
Blutungen verbunden sein, verglichen mit anti-GPVI mAb-basierten
Strategien.
-
Die
Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation an Stellen vaskulärer
Verletzung ist entscheidend für
die Hemostasis, kann aber zu arteriellem Verschluss im Zusammenhang
mit Artherosklerose führen
und Krankheiten wie beispielsweise Koronar-Thrombose und myokardialen
Infarkt herbeiführen.
Die Verwendung von intravenösen
GPIIb-IIIa-Rezeptorinhibitoren
hat signifikant den klinischen Erfolg von Patienten verbessert,
welche einen Koronarstent-Behandlung durchmachen müssen (33-35).
Allerdings wurde berichtet, dass schwere Blutungs-Komplikationen
das Ergebnis von Patienten behindern, welche mit Abciximab behandelt
worden waren (36): Die vorliegende Erfindung zeigt, dass die Inhibierung
von GPVI-Kollagen-Interaktionen durch Fc-GPVI-nt ausreichend war,
um die Blutplättchen-Adhäsion sowohl
in vitro als auch in vivo signifikant zu reduzieren, allerdings
verlängerte
die lösliche
Form von GPVI die Schwanz-Blutungszeiten nur mäßig. Ähnlich wurden schwache Blutungsstörungen bei
Patienten mit GPVI-defizienten Blutplättchen berichtet (37), was
darauf hinweist, dass Koagulation und Hämostase, selbst in der vollständigen Abwesenheit
von GPVI, effektiv sind. Teilweise kann diese Diskrepanz auf die
Tatsache zurückzuführen sein,
dass die Inhibierung oder Abwesenheit von GPVI nicht mit der Blutplättchen-Aggregation
in Antwort auf andere Blutplättchen-Agonisten als Kollagen interferiert,
z.B. ADP, Gewebefaktor („tissue
factor") oder Thrombin.
Im Gegensatz dazu blockiert die direkte Inhibierung von GPIIb-IIIa
z.B. durch 7E3 oder seine humanisierten Derivate die Fibrinogenbindung
an Blutplättchen,
ein Prozess, welcher für
die Blutplättchen-Aggregation
essentiell ist und wesentlich die Blutplättchen-Aggregation an die meisten
bis jetzt bekannten Blutplättchen-Agonisten
abschwächt.
Dementsprechend ist die Fc-GPVI-nt-Therapie, verglichen mit anti-GPIIb-IIIa-basierten Strategien,
mit einem geringeren Risiko an klinischen Blutungen verbunden.
-
Zusammenfassend
stellt die vorliegende Erfindung den ersten in vivo-Beweis bereit,
dass Fc-GPVI-nt die Blutplättchen-Adhäsion unter
Flussbedingungen in vitro, und nach endothelialer Denudation in
der Karotidarterie von Mäusen
in vivo, abschwächt.
Dies belegt weiterhin das Konzept, dass GPVI-Kollagen-Interaktionen
eine zentrale Rolle in allen Hauptphasen der Thrombusbildung spielt,
z.B. Blutplättchen-Tethering,
stabile Adhäsion,
und Aggregation an den Stellen der arteriellen Verletzung (z.B.
während
akuter Koronarsyndrome). Die vorliegende Erfindung belegt weiterhin
das Konzept, dass GPVI eine Hauptrolle in dem Fortschreiten von Artherosklerose
spielt. Ferner zeigt die vorliegende Erfindung zum ersten Mal den
kausalen Zusammenhang zwischen GPVI und Diabetes.
-
Die
Erfindung wird nun in weiteren Einzelheiten beschrieben werden,
Bezug nehmend auf die folgenden, spezifischen Beispiele.
-
BEISPIELE
-
Tiere.
-
Spezifische
pathogen-freie C57BL6/J-Mäuse
wurden von Charles River erhalten (Sulzfeld, Deutschland). Für die Experimente
wurden 12 Wochen alte, männliche
Mäuse verwendet.
Alle experimentellen Arbeitsverfahren, welche an Tieren durchgeführt wurden,
waren durch die deutsche Gesetzgebung über den Schutz von Tieren gebilligt.
-
Monoklonale Antikörper.
-
Monoklonale
Antikörper
(mAb) anti-GPVI (JAQ 1) und anti-GPIbα (p0p/B)
und Fab-Fragmente von JAQ und p0p/B wurden wie beschrieben generiert
(Bergmeier, W., Rackebrandt, K., Schroder, W., Zirngibl, H. & Nieswandt, B.
Structural and functional characterization of the mouse von Willebrand
factor receptor GPIb-IX with novel monoclonal antibodies. Blood
2000; 95, 886-893; Nieswandt, B., Bergmeier, W., Rackebrandt, K., Gessner,
J.E. & Zierngibl,
H. Identificatin of critical antigen-specific mechanism in the development
of immune thrombocytopenic purpura in mice. Blood 2000; 96, 2520-2527).
Nicht-relevantes Kontroll-Ratten-IgG wurde von Pharmingen (Hamburg,
Deutschland) erhalten.
-
Generierung von GPVI-defizienten
Mäusen
-
Um
Mäuse zu
generieren, denen GPVI fehlte, wurden C57BL6/J-Wildtyp-Mäusen 100 μg JAQ1 i.c.
injiziert. Die Tiere wurden für
die in vivo-Beurteilung der Blutplättchen-Adhäsion
am 5. Tag nach der mAb-Injektion verwendet. Das Fehlen der GPVI-Expression
auf Blutplättchen
wurde durch Western-Blot-Analyse und Durchflusszytometrie verifiziert.
-
Durchflusszytometrie
-
Heparinisiertes
Gesamtblut, erhalten von Wildtyp C57BL6/J-Mäusen oder GPVI-verminderten Mäusen wurde
1:30 mit modifiziertem Tyrodes-HEPES-Puffer (134 mM NaCl, 0,34 mM
Na2HPO4, 2,9 mM
KCl, 12 mM NaHCO3, 20 mM HEPES, 5 mM Glucose,
und 1 mM MgCl2, pH 6,6) verdünnt. Die
Proben wurden mit Fluorophor-markiertem
mAb anti-GPVI (JAQ1) und anti-CD41 für 10 Minuten bei Raumtemperatur
inkubiert und direkt auf einem FACScanTM (Becton
Dickinson) analysiert.
-
Klonieren, virale Expression
und Reinigung von löslichem
menschlichen- und Maus-GPVI.
-
Um
eine lösliche
Form von menschlichem GPVI zu generieren, wurde die extrazelluläre Domäne von menschlichem
GPVI kloniert und, nach den vorliegenden Beispielen 1 bis 3, an
die menschliche Immunglobulin Fc-Domäne fusioniert. Es wurden adenovirale
Konstrukte kodierend für
das GPVI-Fc-Fusionsprotein oder für Kontroll-Fc hergestellt,
um das rekombinante Protein zu generieren. GPVI-Fc und Kontroll-Fc
wurden als sekretierte lösliche
Proteine exprimiert indem die menschliche HELA-Zelllinie verwendet
wurde, um Fehlfaltungen und nicht-Glycosylierung der exprimierten
Proteine zu verhindern.
-
Beispiel 1: Klonieren
des Immunoadhesins von GP VI (Fc-GPVI-nt)
-
Wir
generierten ein Immunoadhesin des GP VI-Rezeptors durch das Generieren
eines rekombinanten Fusionsproteins von dem n-terminalen Teil von
GP VI – welches
die extrazelluläre
Domäne
von GPVI kodiert – zusammen
mit dem Fc-Teil eines IgGs. Der Fc wurde aus einer menschlichen
Herz-cDNA-Bibliothek (Clonetech, Palo Alto, CA) durch PCR unter
Verwendung des Forwardprimers 5'-cgcggggcggccgcgagt-ccaaatcttgtgacaaaac-3' und des Reversprimers 5'gcgggaagctttcatttacccggagacagggag-3' amplifiziert. Die
PCR-Reaktion wurde
bei 58 °C
Annealingtemperatur und 20 Zyklen mit dem Expand High Fidelity PCR
System (Roche Molecular Biochemicals, Mannheim, Deutschland) durchgeführt. Das
PCR-Fragment wurde in das Plasmid pADTrack CMV mit NotI/HindIII
kloniert und die Sequenz wurde durch Sequenzieren kontrolliert (MediGenomix, Martinsried,
Deutschland).
-
Zum
Klonieren der extrazellulären
Domäne
von menschlichem GPVI wurde RNA aus kulivierten Megakaryozyten isoliert
(RNeasy Mini Kit; Qiagen, Hilden, Deutschland) nach dem Protokoll
des Herstellers und eine reverse Transkription wurde durchgeführt (Omniscript
RT Kit; Qiagen) mit 2 μg
RNA bei 37 °C über Nacht. 100
ng der Reaktion wurde als Matrize bei einer PCR-Amplifikation des
hGPVI mit dem Primer 5'-gcggggagatctaccaccatgtctccatccccgacc-3' und 5'-cgcggggcggccgccgttgcccttggtgtagtac-3' verwendet. Die PCR-Reaktion
wurde bei 54 °C
Annealingtemperatur und mit 24 Zyklen mit dem Expand High Fidelity
PCR System (Roche Molecular Biochemicals, Mannheim, Deutschland)
durchgeführt.
Das PCR-Fragment wurde in das Plasmid pDA Track CMV Fc mit BgIII/NotI
kloniert und die Sequenz wurde durch Sequenzieren überprüft.
-
Konstruktion eines monomeren
Fusionsproteins basierend auf Fc-GPVI-nt
-
Das
Monomere Fc-Fragment wurde durch PCR unter Verwenden des Primerpaars
5'-cgcggggcggccgcccagcacctgaactcctg-3' und 5'-cgcggggatatctcatttacccggagacagggag-3' und pADTrack CMV
gpVI-Fc als Matrize amplifiziert. Die PCR-Reaktion wurde bei 58 °C Annealingtemperatur
und mit 20 Zyklen mit dem Expand High Fidelity PCR System (Roche
Molecular Biochemicals, Mannheim, Deutschland) durchgeführt. Das
Monomere Fc-PCR-Fragment (NotI/EcoRV) und das gpVI-Fragment aus
pADTrack CMV gpVI-Fc (BgIII/NotI) wurden wie oben beschrieben kloniert.
-
Beispiel 2: Generierung
des Adenoviruses für
Fc-GPVI-nt (Ad-Fc-GPVI-nt)
-
Das
Plasmid pADTrack CMV Fc-GPVI-nt wurde mit PmeI (New England Biolabs,
Beverly, MA) über Nacht
linearisiert, dephosphoryliert und gereinigt (GFX DNA and Gel Purification
Kit; Amersham Pharmacia Biotech, Uppsala, Schweden). Für die Rekombination
wurden elektrokompetente E. coli BJ5183 (Stratagene, La Jolla, Kalifornien)
kotransformiert mit 1 μg
des linearisierten Plasmids und 0,1 μg pAdeasy1 bei 2.500 V, 200 Ω und 25 μFD (E. coli-pulser;
Biorad, Heidelberg, Deutschland), ausplattiert und über Nacht
bei 37 °C
inkubiert. Die Kolonien wurden nach Minipräparation der Plasmid-DNA mit
PacI überprüft und die
positiven Klone wurden in E. coli DH5α retransformiert.
-
Für die Transfektion
(Effectene Transfection reagent; Qiagen, Hilden, Deutschland) von
293 Zellen wurde Plasmid-DNA mit PacI verdaut. Die Zellen wurden
für 7 Tage
kultiviert und durch Kratzen und Zentrifugation geerntet. Das Pellet
wurde in Dulbecco's
PBS resuspendiert und die Zellen wurden lysiert durch vier wiederholte
Einfrier- (–80 °C) und Auftau-
(37 °C)
-Zyklen. Zelltrümmer
wurden durch Zentrifugation entfernt und das Lysat wurde bei –80 °C gelagert.
-
Für die Plaque-Selektion
wurden rekombinante Virus-293-Zellen in Dulbeccos PBS für 1 Stunde
bei Raumtemperatur, unter leichter Bewegung, mit verschiedenen Reihen-Verdünnungen
von Lysaten der Transfektion, infiziert. Nach der Infektion wurden
die Zellen mit Wachstumsmedium enthaltend 0,5 % Agarose (1:1-Mischung
von modifiziertem Eagles-Medium 2 ×, Gibco Life Technologies
#21935, ergänzt
mit 20 % Serum, 2 × Penicillin/Streptomycin,
2 × L-Glutamin
und Agarose in Wasser 1 %, Seacam) überschichtet. 5 bis 14 Tage
nach der Infektion wurde die Zellschicht auf die Bildung von Plaques
kontrolliert, welche dann unter Verwenden einer Pasteurpipette gepickt,
in 0,5 ml Dulbeccos PBS resuspendiert und bei –80 °C gelagert wurden. Die Plaques
wurden für
weitere Amplifikationsrunden auf 293 Zellen verwendet.
-
Konstruktion eines menschlichen
GPVI-Fc Monomers, welches stabil CHO exprimiert
-
Die
das Monomer exprimierenden Zellen wurden in Übereinstimmung mit Beispiel
2 generiert.
-
Beispiel 3: Fc-GPVI-nt-Protein
und Fc-Kontroll-Immunoadhesin Reinigung
-
Der
Kulturüberstand
von Ad-Fc-GPVI-nt-infizierten Helazellen wurden 2 Tage nach Infektion
gesammelt, zentrifugiert (3.800 g, 30 min, 4 °C) und filtriert (0,45 um).
Das Immunoadhesin wurde durch Hinzufügen von 1 Vol. Ammoniumsulfat
präzipitiert
(761 g/l) und über
Nacht bei 4 °C
gerührt.
Die Proteine wurden durch Zentrifugation pelletiert (3.000 g, 30
min, 4 °C)
in 0,1 Vol PBS gelöst
und in PBS über
Nacht bei 4 °C
dialysiert. Die Proteinlösung
wurde durch Zentrifugation geklärt
(3.000 g, 30 min, 4 °C)
und auf eine Protein A-Säule
geladen (HiTrapTM protein A HP, Amersham
Pharmacia Biotech AB, Uppsala, Schweden). Die Säule wurde mit Bindepuffer gewaschen
(20 mM Natriumphosphatpuffer pH 7,0; 0,02 % NaN3)
bis zu einer OD280 < 0,01 und mit Elutionspuffer (100 mM
Glycin pH 2,7) eluiert. Die eluierten Fraktionen wurden mit Neutralisierungspuffer neutralisiert
(1 M Tris/HCl pH 9,0; 0,02 % NaN3), vereinigt,
in PBS über
Nacht bei 4 °C
dialysiert, aliquotiert und bei –20 °C eingefroren.
-
Die
molekulare Masse des Fc-GPVI-nt-Proteins betrug unter reduzierenden
Bedingungen in der SDS-PAGE ~80 kDa, wie durch Coomassie-Blau-Färbung oder
durch Immunoblotten mit Peroxidase-konjugiertem Ziegen-anti-menschlichem
Fc-Antikörper
oder durch anti-GPVI mAb 5C4 detektiert (1a, unteres und
mittleres Bild). Im Gegensatz dazu wurde ein ~ 160 kDa Protein unter
nicht-reduzierenden Bedingungen identifiziert (1a,
unteres Bild) was die Auffassung unterstützt, dass GPVI-Fc nur als Dimer
gewonnen wird (21).
-
Beispiel 4: GP VI-Inhibitor
Screening Assay
-
ELISA-Platten
(Immulon2 HB, Dynx Technologies, Chantilly, VA) wurden über Nacht
bei 4 °C
mit einem μg/Vertiefung
Kollagen beschichtet (Typ I Rinder; BD Bioscience, Bedford, MA)
in 100 μl
50 mM Tris/HCl pH 8,0. Die Platte wurde mit 250 μl/Vertiefung PBS/0,05 % Tween
20 (PBST) zwei Mal gewaschen und mit 250 μl/well Roti-Block (Roth, Karlsruhe,
Deutschland) über
Nacht blockiert. Die Platte wurde mit 250 μl/Vertiefung PBST zwei Mal gewaschen,
100 μl Fc-GPVI-nt
in PBST wurde hinzugefügt
(optimal 2 μg/Vertiefung)
und die Platte wurde für
1 h bei Raumtemperatur inkubiert. Nach 5-fachem Waschen mit 250 μl PBST wurde
100 μl Peroxidase
konjugierter Ziegenanti-menschlicher IgG-Antikörper (Dianova, Hamburg, Deutschland)
in einer Verdünnung
von 1:10.000 hinzugefügt
und für
1 h bei Raumtemperatur inkubiert. Nach wiederholtem Waschen mit
250 μl PBST
wurde 100 μl
Detektionsreagenz (BM Blue POD Substrate, Roche, Mannheim, Deutschland) hinzugefügt und für 15 min
inkubiert. Die Reaktion wurde durch das Hinzufügen von 100 μl 1 M H2SO4 gestoppt und
die Platte wurde bei 450 nm gegen die Referenzwellenlänge 690
nm gemessen. Um nach potentiellen Inhibitoren zu screenen wurden
Testverbindungen in 100 μl
PBST in verschiedenen Konzentrationen zu der Inkubation hinzugefügt.
-
Beispiel 5: Blutplättchen-Aggregation
und Luminometrie
-
Die
Blutplättchen-Aggregation
ex vivo und in vitro wurde durch optische Aggregometrie in citrierten Blutproben
bei 37 °C
beurteilt indem ein Zweikanal-Chronolog-Aggregometer (Nobis, Deutschland)
verwendet wurde. Blutplättchen-reiches
Plasma wurde aus citriertem Gesamtblut durch Zentrifugation hergestellt
(200 g für
20 min). Die endgültige
Blutplättchenanzahl
wurde mit autologem Plasma auf 2 × 108 Blutplättchen/ml
eingestellt. Nach Einstellung der Basislinie wurde Kollagen (Typ
I, Rinder) von 0,2 bis 4 μg/ml
hinzugefügt
und die Aggregation wurde für
5 min aufgezeichnet. Gleichzeitig wurde die Freisetzung von ATP
unter Verwenden der Firefly Luminometer Methode aufgezeichnet. Die
Inkubation mit dem monoklonalen GP VI Antikörper JAQ 1 wurde für 15 min
mit 50 μg/ml
Antikörper
durchgeführt.
-
Beispiel 6: in vitro-Blutplättchen-Adhäsionsassay
für die
GP VI/Kollagen-Interaktion
-
Aus
ACD (20 % Endkonzentration) Blut wurde Blutplättchen-reiches Plasma hergestellt
und auf eine Endkonzentration von 108 Blutplättchen/ml
mit Hepes-Tyrode (pH 6,5) eingestellt. Objektträger wurden mit Einzelschichten
von verschiedener adhäsiver
Proteine (Kollagen, vWF) in unterschiedlichen Konzentrationen beschichtet.
Perfusionsstudien wurden in einer Perfusionskammer, generiert aus
Glasobjektträgern,
durchgeführt.
Die Perfusion wurde durchgeführt
bei Scherraten von 500/s, was einen geringen/mittleren Fluss repräsentiert,
und 2.000/s, was eine hohe Scherrate repräsentiert. Die Adhäsion wurde
bei 37 °C
für 20
Minuten gemessen und dann durch die Kammer gezogen, bei festgesetzten
Wandscherraten für
5 Minuten, unter Benutzen einer automatischen Spritzenpumpe. Nach
Perfusion wurden die Objektträger
vorsichtig mit Hepes-Tyrode gewaschen, und aus der Kammer genommen.
Die Objektträger
wurden wiederholt mit Hepes-Tyrode gewaschen, um alle adhäsiven Blutplättchen vollständig zu
entfernen. Die Blutplättchen
in der Suspension wurden quantitativ durch FACS-Messungen analysiert.
Die Analyse des funktionalen Status von Blutplättchen wurde weiterhin abgeschätzt durch
die Analyse der Oberflächenmarker-Expression
(CD 41; CD 61 und CD 62 P) nach dem Standard-Durchflusszytometrie-Protokoll.
-
Beispiel 7: Präparation
von Blutplättchen
für die
intravitale Mikroskopie
-
Blutplättchen (Wildtyp,
oder GPVI-defizient) wurden wie beschrieben aus Gesamtblut isoliert
(Massberg, S. et al. Platelet-endothelial cell interactions during
ischemia/reperfusion: the role of P-selectin. Blood 1998; 92, 507-515)
und mit 5-Carboxyfluorescein-Diacetat-Succinimidyl-Ester
(DCF) markiert. Die DCF-markierte Blutplättchen-Suspension wurde auf
eine Enkonzentration von 200 × 106 Blutplättchen/250 μl eingestellt. Soweit
angegeben, wurden die Fluoreszenz-Wildtyp-Blutplättchen mit 50 μg/ml anti-GPVI
(JAQ1) Fab-Fragmenten oder anti-GPIbα (p0p/B) Fab-Fragmenten für 10 min
vorinkubiert. Anschließend
wurden die vorinkubierten Blutplättchen,
zusammen mit den Fab-Fragmenten, Wildtyp-Rezipienten Mäusen eingeflößt und die Blutplättchen-Adhäsion wurde
vor und nach der Karotidverletzung durch in vivo Videomikroskopie,
wie unten beschrieben, abgeschätzt.
-
Beispiel 8: Beurteilung
der Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation durch intravitale Mikroskopie.
-
Wildtyp
C57BL6/J oder GPVI-defizienten Mäuse
wurden anästhesiert
durch eine intraperitoneale Injektion einer Lösung von Midazolam (5 mg/kg
Körpergewicht,
Ratiopharm, Ulm, Deutschland) Medetomidin (0,5 mg/kg Körpergewicht,
Pfizer, Karlsruhe, Deutschland) und Fentanyl (0,05 mg/kg Körpergewicht,
CuraMed Pharma GmbH, München,
Deutschland). Polyethylenkatheter (Portex, Hythe, England) wurden
in die rechte Jugularvene implantiert und fluoreszente Blutplättchen (200 × 106/250 μl)
wurden intravenös
eingeflößt. Die rechte
Arteria carotis communis wurde frei präpariert und für 5 min
heftig nahe der Karotisgabel abgebunden, um eine vaskuläre Verletzung
zu induzieren. Vor und nach der vaskulären Verletzung wurden die fluoreszenten Blutplättchen in
situ sichtbar gemacht durch in vivo Videomikroskopie der rechten
Arteria carotis communis. Die Blutplättchen-Gefäßwand-Interaktionen wurden
unter Verwendung eines Zeiss Axiotech Mikroskops (20 × Wasserimmersionsobjektiv,
W 20 ×/0,5;
Zeiss) überwacht
mit einer 100 W HBO Quecksilberlampe zur Epi-Illumination. Alle
aufgezeichneten Bilder wurden ausgewertet unter Verwenden eines
computergestützten
Bildanalyseprogramms (Cap Image 7,4; Dr. Zeintl, Heidelberg, Deutschland).
Transient adherierte Blutplättchen wurden
definiert als Zellen, welche ein imaginäres Lot durch das Gefäß mit einer
Geschwindigkeit kreuzen, welche signifikant geringer ist als die
Mittelachsengeschwindigkeit, ihre Anzahl ist als Zellen pro mm2 endotheliale Oberfläche angegeben. Die Anzahl von
adherierten Blutplättchen
wurde abgeschätzt
durch Zählen
der Zellen, welche sich nicht bewegten oder sich nicht innerhalb
von 10 Sekunden von der endothelialen Oberfläche lösten. Die Anzahl von Blutplättchen-Aggregaten
an den Stellen der vaskulären
Verletzung wurde ebenso quantifiziert und ist in mm2 dargestellt.
-
Beispiel 9: Rasterelektronenmikroskopie.
-
Anschließend an
die intravitale Videofluoreszenzmikroskopie wurde die Karotidarterie
für 1 min
mit PBS durchschwemmt (37 °C),
gefolgt durch Perfusionsfixierung mit Phosphat-gepuffertem Glutaraldehyd (1 % Vol/Vol).
Die Karotidarterie wurde herausgeschnitten, longitudinal geöffnet, und
weiter fixiert durch Immersion für
12 Stunden in 1 % PBS-gepuffertem
Glutaraldehyd, in Ethanol entwässert
und durch kritische-Punkt-Trocknung mit CO2 aufgearbeitet.
Anschließend
wurden die Karotidarterien-Proben mit dem Lumen exponiert orientiert,
mit Kohlenstofffarbe überdeckt,
mit Platin spritzbeschichtet und unter Verwenden eines Feldemissions-Rasterelektronen-Mikroskops
untersucht (JSM-6300F, Jeol Ltd., Tokyo, Japan).
-
Beispiel 10: Abschätzen von
Fc-GPVI-nt-Binden an immobilisiertes Kollagen.
-
Das
Binden von Fc-GPVI-nt an immobilisiertes Kollagen wurde bestimmt.
ELISA-Platten (Immulon2 HB, Dynx Technologies, Chantilly, VA) wurden über Nacht
bei 4 °C
mit 1 μg
Kollagen (Typ I Rind, BD Bioscience, Bedford, MA) in 100 μl Beschichtungspuffer
(1,59 g/l Na2CO3,
2,93 g/l NaHCO3, 0,2 g/l NaN3,
pH 9,6) überschichtet.
Die Platten wurden mit 250 μl/Vertiefung
PBS/0,05 % Tween 20 (PBST) zwei Mal gewaschen und mit 250 μl/Vertiefung
Roti-Block (Roth, Karlsruhe, Deutschland) über Nacht geblockt. Die Platten
wurden mit 250 μl/Vertiefung
PBST zweifach gewaschen, dann wurde 3,0; 6,0; 12,5; 25,0; 50,0 oder
100 μg/ml
Fc-GPVI-nt in PBST hinzugefügt
und die Platte wurde für
1 h bei Raumtemperatur inkubiert. Soweit angegeben wurde Fc-GPVI-nt
(20 μg/ml)
für 10
min mit löslichem
Kollagen präinkubiert.
Nach Inkubation wurden die Platten 5 Mal mit 250 μl PBST gewaschen
und Peroxidase-konjugierter Ziegen-anti-Menschen-IgG-Antikörper Fcγ-Fragment-spezifisch
(109-035-098; Dianova, Hamburg, Deutschland) wurde in einer Verdünnung von 1:10.000
hinzugefügt
und für
1 h bei Raumtemperatur inkubiert. Nach 5-fachem Waschen mit 250 μl PBST wurde
100 μl Detektionsreagenz
(BM Blue POD Substrat; Roche, Mannheim, Deutschland) hinzugefügt und bis zu
10 min inkubiert. Die Reaktion wurde durch das Hinzufügen von
100 μl 1
M H2SO4 gestoppt
und die Platte wurde bei 450 nm gegen eine Referenzwellenlänge von
690 nm gemessen.
-
Fc-GPVI-nt
zeigte ein dosisabhängiges
und gesättigtes
Binden an immobilisiertes Kollagen (9b). Halbmaximales
Kollagenbinden wurde bei einer Endkonzentration an Fc-GPVI-nt von
6,0 μg/ml
beobachtet. Das Binden von GPVI-Fc trat nicht auf an BSA, vWF (9c, linkes Bild) oder Poly-L-Lysin (nicht
gezeigt), was die Spezifität
des Fc-GPVI-nt-Bindens
unterstützt.
Ferner detektierten wir kein signifikantes Binden des Kontroll-Fc-Proteins,
welchem die externe GPVI-Domäne
fehlte, unter identischen Bedingungen (9c, rechtes
Bild).
-
Um
die Spezifität
des GPVI-Bindens weiter anzugehen, wurde die Fähigkeit von solubilisiertem,
fibrillärem
Kollagen getestet mit immobilisiertem Kollagen um die Assoziation
mit Fc-GPVI-nt zu konkurrieren. Lösliches Kollagen inhibierte
das Fc-GPVI-nt-Binden
an inmmobilisiertes Kollagen in einer dosisabhängigen Weise (9d).
Eine Konzentration von 100 μg/ml
löslichem
Kollagen wurde benötigt,
um Fc-GPVI-nt-Binden um mehr als 50 % zu reduzieren. Zusammen deuten
diese Daten an, dass Fc-GPVI-nt-Binden
an Kollagen spezifisch ist und charakterisiert ist durch eine hohe
Affinität.
-
Beispiel 11: Generierung
von monoklonalem Antikörper
gegen menschliches GPVI.
-
Monoklonale
Antikörper
wurden im Wesentlichen wie beschrieben generiert (17). Lou/C-Ratten wurden mit
dem adenoviral-exprimierten menschlichen FC-GPVI-nt-Fusionsprotein
immunisiert. Das Screening von Hybridoma-Überständen wurde in einem Fest-Phasen-Immunoassay durchgeführt indem
Fc-GPVI-nt oder Fc verwendet wurde, dem die GPVI-Domäne
fehlte. Das Screening identifizierte den Überstand von Hybridom SC4,
welcher spezifisch an Fc-GPVI-nt band, aber nicht an Fc, welchem
die externe GPVI-Domäne
fehlte. Der Immunglobulintyp wurde bestimmt mit Ratten-IgG-Klassen
(anti-IgM) und IgG Subklassen-spezifischen Maus-mAbs. Die monoklonalen
Antikörper
wurden unter Verwenden von Protein G-Sepharose-Säulen gereinigt. Die Antikörperspezifität von SC4
wurde verifiziert durch Immunoblotten gegen Fc-GPVI-nt und Kontroll-Fc.
Der monoklonale SC4 Antikörper
detektierte adenoviralexprimiertes Fc-GPVI-nt, aber nicht Kontroll-Fc.
Ferner wurde menschliches GPVI in Lysaten wieder gefunden welche
aus menschlichen Blutplättchen gewonnen
worden waren. Weiterhin bindet SC4 spezifisch an die Oberfläche von
Blutplättchen,
nicht aber von Leukozyten oder roten Blutzellen, wie nachgewiesen,
indem Durchflusszytometrie verwendet wurde (nicht gezeigt).
-
Beispiel 12: FACS-Messung
der CD62 P-Externalisierung.
-
Menschliches
Citratblut wurde von Freiwilligen gesammelt, Blutplättchen-reiches
Plasma (PRP) wurde nach Zentrifugation und Wascharbeitsverfahren
(PBS 1 ×;
pH 7,2) mit 2.000 rpm bei 4 °C
und Resuspendierung generiert. PRP gelöst in Färbepuffer (1 × PBS (ohne
Ca2+ und Mg+) mit
0,5 % Natriumazid und 2 % fötalem Rinderserum
(FBS), 2 mM CaCl2) wurde mit Pferdekollagen Typ 1 (0; 2; 5 und 10 μg/ml; Nobis)
in der Anwesenheit von Fc-GPVI-nt (100 μg/ml) oder equimolaren Konzentrationen
an Kontroll-Fc inkubiert. Anti-CD 62P Antikörper, welche mit der Fluorophor-Peroxidase
(Immunotech) markiert worden waren, wurden hinzugefügt. FACS-Messungen
wurden an einem Becton Dickenson FACScalibur-Gerät
durchgeführt.
-
Ansteigende
Konzentrationen von Kollagen führten
zur Blutplättchen-Absonderung
aus alpha-Granula, angedeutet durch die CD 62P Externalisierung
.Ko-Inkubation von Kollagen mit Fc-GPVI-nt bluntete die CD62P Externalisierung
bestimmt durch FACS (10).
-
Beispiel 13: Blutplättchen-Aggregation
und ATP-Freisetzung.
-
PRP
wurde generiert wie oben beschrieben. Die Aggregation wurde bestimmt
in einem Gesamtblut-Aggregometer 500VS (Chrono-Log-Corporation).
Die Blutplättchen-Anzahl
aus PRP wurde mit Thyrodes-HEPES-Puffer (2,5 mmol/l HEPES, 150 mmol/l
NaCl, 12 mmol/l NaHCO3, 2,5 mmol/l KCl,
1 mmol/l MgCl2, 2 mmol/l CaCl2,
5,5 mmol D-Glucose, 1 mg/ml BSA, pH 7,4) auf 1,0 × 108 Zellen/ml eingestellt. Chrono-Lume #395
(Chrono-Log Corporation) wurde für
die ATP-Messung hinzugefügt.
Agonisten wurden zu den Blutplättchen
hinzugefügt,
in das Aggregometer pipetiert, und die Aggregation wurde unter definierten
Rührbedingungen
gestartet. Die Aggregation wurde bestimmt durch eine Veränderung
der Lichttransmission auf Grund der Koagulierung von Blutplättchen und
an einen internen Standard normalisiert. Die ATP-Freisetzung wird
bestimmt bei der charakteristischen Wellenlänge des Chrono-Lume für ATP und
an einem internen Standard nach den Anweisungen des Herstellers
normalisiert.
-
Die
Blutplättchen-Aggregation
und die ATP-Freisetzung wurden spezifisch inhibiert durch Fc-GPVI-nt für eine Kollagen-vermittelte
Agonistenstimulation (11a & b). ADP- und Thrombin-vermittelte
(TRAP 10 μM)
Blutplättchen-Aggregation
und ATP-Freisetzung
waren durch Fc-GPVI-nt unbeeinflusst.
-
Beispiel 14: PDGF-Freisetzung
aus menschlichen Blutplättchen.
-
PRP
von menschlichen Freiwilligen wurde wie oben beschrieben hergestellt.
PDGF-Freisetzung aus menschlichen Blutplättchen wurde mit einem Kit-System
(R & D Systems
# DHD00B) nach den Anweisungen des Herstellers bestimmt. Die PDGF-Freisetzung
wurde mit Kollagen Typ 1 (20 μg/ml;
Nobis) unter Kontrollbedingungen und in der Anwesenheit von Fc-GPVI-nt
(100 μg/ml)
oder equimolaren Konzentrationen von Kontroll-Fc stimuliert. PDGF-Freisetzung ist normalisiert
an die Standardprobe des Herstellers.
-
Die
PDGF-Freisetzung als ein Indikator für die Freisetzung von endogenen
Transmittern aus alpha-Granula von Blutplättchen wurde zudem nach Kollagen-Stimulierung
gebluntet. (11c)
-
Beispiel 15: Effekt von
Fc-GPVI-nt auf die Blutungszeit von menschlichem Gesamtblut in vitro.
-
Die
in vitro-Blutungszeit wurde bestimmt mit einem PFA-100-Gerät (Dade-Behring). 800 μl menschliches
Gesamtblut wurde in das PFA-100-Gerät injiziert. Die Blutungszeit
wurde mit ADP/Kollagen- und Epinephrin/Kollagen-beschichteten Messzellen
nach den Anweisungen des Herstellers gemessen.
-
Es
gab keine signifikante Verlängerung
der Blutungszeit in vitro (PFA-100-Gerät) bei ansteigenden Konzentrationen
von Fc-GPVI-nt nach Stimulierungen mit unterschiedlichen Agonisten.
Im Gegensatz dazu verlängerten
die therapeutisch relevanten Konzentrationen von ReoPro die Blutungszeit
in dem PFA-100-Gerät
maximal (12)
-
Beispiel 16: Effekt von
löslichem
GPVI auf die Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisiertes Kollagen unter Fluss.
-
Menschliche
Blutplättchen
wurden aus ADC-antikoaguliertem Gesamtblut wie beschrieben isoliert (18).
Gewaschene Blutplättchen
wurden in Tyrodes-HEPES-Puffer
resuspendiert (2,5 mmol/l HEPES, 150 mmol/l NaCl, 12 mmol/l NaHCO3, 2,5 mmol/l KCl, 1 mmol/l MgCl2,
2 mmol/l CaCl2, 5,5 mmol D-Glucose, 1 mg/ml
BSA, pH 7,4) um eine Blutplättchen-Anzahl
von 2 × 108 Zellen/ml zu erhalten. Die Adhäsion von
Blutplättchen
an Platten, welche mit immobilisiertem Kollagen überschichtet worden waren,
wurde in einer Parallelplatten-Durchflusskammer in der Anwesenheit
von 200 μg/ml
Fc-GPVI-nt oder Kontroll-Fc bestimmt.
-
GPVI
spielt eine äußerst wichtige
Rolle in dem Prozess der Blutplättchen-Rekrutierung
an immobilisiertes Kollagen in vitro (22). Wir bestimmten den Effekt
von Fc-GPVI-nt auf die Adhäsion
von menschlichen Blutplättchen
an immobilisiertes Kollagen unter Scherbedingungen in vitro. Wie
von anderen früher
berichtet (23) adherierten Blutplättchen fest an immobilisiertes
Kollagen bei beiden, geringen (500 sec–1)
und hohen (1.000 sec–1) Scherraten und bildeten
Thromben (13). Lösliches Fc-GPVI-nt, aber nicht
Kontroll-Fc, dem die externe GPVI-Domäne fehlte, schwächte die
Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisiertes Kollagen um 37 und 44 % signifikant ab bei Scherraten
von 500 sec–1 bzw.
1.000 sec–1 (13).
Die Inhibition war spezifisch, da Fc-GPVI-nt die Blutplättchen-Adhäsion an
immobilisierten vWF nicht beeinflusste.
-
Beispiel 17. Bestimmung
von Fc-GPVI-nt Plasmakonzentrationen
-
Wurde
durchgeführt
mit einem IMMUNO-TEK ELISA-System für die quantitative Bestimmung
von menschlichem IgG (ZeptoMetrix Corporation; Cat #0801182). Spezifische
Peroxidase-konjugierte Ziegen-anti-menschlichem IgG-Antikörper gegen
den Fc-Teil des Fc-GPVI-nt werden verwendet (Dianova). Nach mehreren
Waschschritten mit PBS-T nach den Angaben des Herstellers wird Peroxidasesubstrat
(BM Blue POD, Roche) hinzugefügt
und bei der charakteristischen 450 nm Wellenlänge in einem ELISA-Assay-Reader
(Tecan Sunrise) gemessen. Die Fc-GPVI-nt-Konzentration wird durch
Vergleich mit einem internen menschlichen IgG-Standard quantifiziert.
Fc-GPVI-nt zeigte günstige
in vivo-Pharmakokinetiken.
Nach einzelner intraperitonealer Injektion in Mäusen waren nach 24 Stunden
hohe Plasmalevel messbar und die Halbwertszeit des Fusionsproteins überschritt
96 Stunden (14a). Wiederholte intraperitoneale
Injektion führte
zur Blutakkumulation des Fusionsproteins (14b),
was auf günstige
Kinetiken für
eine Langzeitanwendung bei der Behandlung von chronischen Krankheiten
hinweist. Nach einer einzelnen intravenösen Injektion von Fc-GPVI-nt mit
ansteigenden Dosen waren dosisabhängige Plasmakonzentrationen
von Fc-GPVI-nt über
5 bis 60 Minuten bis zu 14 Stunden detektierbar (14c).
-
Beispiel 18: Herstellung
von Mäuse-Blutplättchen für die intravitale
Fluoreszenzmikroskopie.
-
Mäuse-Blutplättchen wurden
aus Gesamtblut isoliert und mit 5-Carboxyfluorescein-Diacetat-Succinimidyl-Ester
(DCF), wie früher
beschrieben, markiert (19). Die DCF-markierte Blutplättchen-Suspension
wurde auf eine Endkonzentration von 200 × 106 Blutplättchen/250 μl eingestellt.
Die Adhäsion
von Mäuse-Blutplättchen wurde
vor und nach Karotidverletzung durch in vivo Videomikroskopie, wie
unten beschrieben, beurteilt.
-
Beispiel 19: Karotidabbinden
und Beurteilung der Blutplättchen-Adhäsion und
-Aggregation durch intravitale Mikroskopie.
-
Die
Blutplättchen-Rekrutierung
nach endothelialer Denudation wurde, wie früher beschrieben durchgeführt (3).
In Kürze,
Wildtyp C57BL6/J-Mäuse
wurden anästhesiert
durch intraperitoneale Injektion einer Lösung von Midazolam (5 mg/kg
Körpergewicht,
Ratiopharm, Ulm, Deutschland), Medetomidin (0,5 mg/kg Körpergewicht,
Pfizer, Karlsruhe, Deutschland) und Fentanyl (0,05 mg/kg Körpergewicht,
CuraMed Pharma GmbH, München,
Deutschland). Wo angegeben, wurde Fc-GPVI-nt (1 oder 2 mg/kg Körpergewicht)
oder Kontroll-Fc in einer Menge equimolar zu 2 mg/kg Fc-GPVI-nt
intravenös
verabreicht. Danach wurde die endotheliale Denudation durch heftiges
Abbinden nahe der Karotisgabel für
5 min induziert. Nach der Induktion der vaskulären Verletzung wurden fluoreszente
Blutplättchen
(200 × 106/250 μl)
intravenös
durch Polyethylen-Katheter (Portex, Hythe, England), welche in die
rechte Jugularvene implantiert worden waren, eingeflößt. Die fluoreszenten
Blutplättchen
wurden in situ sichtbar gemacht durch in vivo Videomikroskopie der
rechten Arteria carotis communis, indem ein Zeiss Axiotech Mikroskop
(20 × Wasserimmersionsobjektiv,
W 20 ×/0,5;
Zeiss) mit einer 100 W HBO Quecksilberlampe zur Epi-Illumination
verwendet wurde. Alle aufgezeichneten Bilder wurden ausgewertet
unter Verwenden eines Computer-gestützten Bildanalyseprogramms
(Cap Image 7.4, Dr. Zeintl, Heidelberg, Deutschland (19; 20)). Getetherte
Blutplättchen
wurden definiert als alle Zellen, die einen initialen Kontakt mit
der Gefäßwand aufbauten,
gefolgt durch langsame Oberflächen-Translokation
(mit einer Geschwindigkeit signifikant geringer als die Mittelachsengeschwindigkeit)
oder durch stabile Adhäsion;
ihre Anzahlen sind als Zellen per mm2 endotheliale
Oberfläche
angegeben. Die Anzahl von adherierten Blutplättchen wurde abgeschätzt durch
Zählen
der Zellen, welche sich nicht bewegten oder sich innerhalb von 10
Sekunden von der endothelialen Oberfläche lösten. Die Anzahl von Blutplättchenaggregaten
an der Stelle der vaskulären
Verletzung wurde ebenso quantifiziert und ist in mm2 dargestellt.
Ferner wurde der gesamte Thrombusbereich unter Verwenden von Cap
Image 7.4 bestimmt.
-
Beispiel 20: Rasterelektronenmikroskopie.
-
Nach
intravitaler Videofluoreszenzmikroskopie wurde die Karotidarterie
mit PBS (37 °C)
für 1 min
in drei Tieren pro Gruppe durchschwemmt, gefolgt durch eine Perfusionsfixierung
mit Phosphat-gepuffertem Glutaraldehyd (1 % Vol/Vol). Die Karotidarterie
wurde ausgeschnitten, longitudinal geöffnet und weiter durch Immersion
in 1 % PBS-gepuffertes Glutaraldehyd für 12 Stunden fixiert, in Ethanol
entwässert
und aufgearbeitet durch kritisches Punkttrocknen mit CO2.
Anschließend
wurden die Karotidarterienproben mit dem Lumen exponiert orientiert
mit Karbonfarbe überschichtet
und spritzbeschichtet mit Platin und begutachtet unter Verwendung
eines Feldemissionsrasterelektronenmikroskops (JSM-6300F, Jeol Ltd.,
Tokyo, Japan).
-
Beispiel 21: Abschätzen des
in vivo Fc-GPVI-nt-Bindens durch Immunohistochemie.
-
Karotidarterien,
erhalten aus Mäusen,
welche mit Fc-GPVI-nt behandelt worden waren, wurden schockgefroren
und in Cryoblöcke
(medite, Medizintechnik GmbH, Burgdorf, Deuschland) eingebettet.
Das Binden von Fc-GPVI-nt an das Endothel und Subendothel wurde
bestimmt auf 5 μm
Cryostatschnitten, gefärbt mit
Peroxidase-konjugiertem Ziegen-anti-menschlichem
IgG-Antikörper
Fcγ-Fragment-spezifisch (109-035-098;
Dianova, Hamburg, Deutschland). Karotidarterien, erhalten aus Fc-behandelten
Mäusen,
dienten als Kontrollen.
-
Beispiel 22: Effekt von
löslichem
GPVI auf Blutplättchen-Zahlen,
Blutungszeit und Blutplättchen-Adhäsion in vivo.
-
Tiere
wurden behandelt mit 2 mg/kg oder 4 mg/kg Fc-GPVI-nt oder equimolaren
Dosen von Kontroll-Fc, dem die externe GPVI-Domäne fehlte. Infusion von Fc-GPVI-nt
oder Kontroll-Fc, sogar bei den höchsten Dosen von 4 mg/kg hatte
keine signifikanten Effekte auf die Zahlen der peripheralen Blutplättchen.
Ferner induzierte das Fc-GPVI-nt-Fusionsprotein
keine signifikante Verlängerung
der Schwanzblutungszeiten, verglichen mit Kontrolltieren (15a). Die absoluten Blutungszeiten waren
1,9 ± 0,9
in PBS-behandelten
Mäusen und
2,9 ± 1,9
min und 4,6 ± 0,6
min in Mäusen
behandelt mit 2 mg/kg oder 4 mg/kg Fc-GPVI-nt. Im Gegensatz dazu
waren die Blutungszeiten beträchtlich
verlängert
(42,6 ± 21,6)
in Intregrilin-behandelten Tieren (0,2 mg pro kg IV).
-
Die
Effekte von Fc-GPVI-nt auf die Blutplättchen-Rekrutierung in einem
Mausmodell der Karotidverletzung kann studiert werden unter Verwenden
der intravitalen Fluoreszenzmikroskopie. Die Tiere wurden behandelt
mit 1 mg/kg oder 2 mg/kg Fc-GPVI-nt
oder einer equimolaren Menge an Kontroll-Fc, dem die externe GPVI-Domäne wie oben
beschrieben fehlte. Nach Infusion von Fc-GPVI-nt oder Kontroll-Fc
wurde die endotheliale Denudation der Maus Karotidarterie durch
heftiges Abbinden induziert, wie vorher berichtet (3). Das Abbinden
der Karotidarterie verursachte durchweg einen vollständigen Verlust
der endothelialen Zellschicht. Die Blutplättchen-Adhäsion wurde direkt sichtbar
gemacht und quantifiziert unter Verwenden von in vivo Fluoreszenzmikroskopie
(19; 20) (15d). In Kontroll-(Fc-behandelten)-Mäusen waren
zahllose Blutplättchen
an die Gefäßwand innerhalb
der ersten Minuten nach der endothelialen Denudation getethert (12,026 ± 1,115
getetherte Blutplättchen/mm2). Blutplättchen, die einen Kontakt mit
dem Subendothel aufbauten, zeigten zunächst eine langsame Oberflächen-Translokation,
welche häufig
gefolgt ist durch anschließende
stabile Blutplättchen-Adhäsion und
Blutplättchen-Aggregation
(5494 ± 874
adherierte Blutplättchen/mm2 und 114 ± 17 Blutplättchen-Thromben/mm2). Im Gegensatz dazu war in Gegenwart des
Fc-GPVI-nt die Blutplättchen-Rekrutierung
an der Stelle der vaskulären
Verletzung dramatisch abgeschwächt.
Das Blutplättchen-Tethering
war um 65 und 71 % reduziert, verglichen mit Fc-behandelten Tieren,
nach der Vorbehandlung mit 1 mg/kg oder 2 mg/kg Fc-GPVI-nt (P < 0,05 gegen Kontrolle).
Gleichzeitig war die stabile Blutplättchen-Adhäsion in einer dosisabhängigen Weise
reduziert (um 49 und 65 anschließend an das Verabreichen von
1 mg/kg bzw. 2 mg/kg Fc-GPVI-nt, P < 0,05 vs. Kontrolle). Ebenso war die
Aggregation von adherierten Blutplättchen nahezu fehlend in Tieren,
welche mit 2 mg/kg Fc-GPVI-nt-Fusionsprotein behandelt worden waren
(P < 0,05 gegen
Kontroll-Fc, 15b-d). Rasterelektronenmikroskopie
zeigte auch deutlich, dass die Blutplättchen-Adhäsion und -Aggregation anschließend an
endotheliale Denudation der Arteria carotis communis nahezu fehlend
in Fc-GPVI-nt-behandelten, aber nicht in FC-vorbehandelten Mäusen war (15e).
Um die Anwesenheit von Fc-GPVI-nt an den Stellen der Verletzung
zu bestätigen,
wurden die Karotidarterien ausgeschnitten im Anschluss an in vivo
Mikroskopie und weiter für
die Immunhistochemie aufgearbeitet unter Verwenden von Peroxidase-konjugierten
Ziegen-anti-menschlichen IgG-Antikörpern. In
Fc-GPVI-nt-behandelten Mäusen
wurde Fc-GPVI-nt detektiert durch den luminalen Aspekt an der Stelle
des vaskulären
Schadens (15f). Zusammengenommen zeigen
diese Daten, dass Fc-GPVI-nt spezifisch an Stellen vaskulärer Verletzung
in vivo bindet und anschließende
Blutplättchen-Rekrutierung
verhindert.
-
Effekt von löslichem
GPVI auf Atherosklerose.
-
4
Wochen alte apoE-/-Mäuse
(The Jackson Laboratory) verzehrten eine 0,25 % Cholesterol-Diät (Harlan
Research diets) für
6 Wochen. Nach 2 Wochen wurden 4 apoE-/-Mäuse mit Fc-GPVI-nt 200 μg pro Maus zwei
Mal wöchentlich
injiziert bei andauernder Cholesterol-Diät. 4 apoE-/-Mäuse mit
dem gleichen Protokoll wurden mit dem Kontroll-Fc-Protein (200 μg) zwei Mal
wöchentlich
gespritzt und dienten als Kontrollmäuse. Für die Beurteilung der Plaquebildung
wurden die Tiere getötet
und der vaskuläre
Baum (vascular tree) wurde sorgfältig
aus den Tieren entfernt. Die gesamten Präparate der Aorten und Karotiden
wurden mit 0,9 % Natriumchlorid gespült und fixiert. Die gesamte
vaskuläre
Präparation
wurde mit SUDAN III Rot gefärbt,
um die Plaquebildung zu beurteilen und unter einem Mikroskop angesehen.
Die Behandlung von zu Atherosklerose neigenden apoE-/-knockout-Mäusen mit
Fc-GPVI-nt über 4 Wochen
schwächte
signifikant die Atheroprogression ab. (16).
-
Beispiel 23: FACS-Messung
von CD61- und CD32-Oberflächenexpression
auf Blutplättchen
aus diabetischen Patienten.
-
Menschliches
Citratblut wurde von 111 Patienten gesammelt, die an Diabetes litten,
und von 363 nicht-diabetischen Patienten. Blutplättchenreiches Plasma (PRP)
wurde generiert nach Zentrifugation und Wascharbeitsverfahren (PBS
1 ×, pH
7,2) mit 2.000 rpm bei 4 °C
und Resuspendierung. Anti-CD61- und anti-CD32-Antikörper, markiert mit dem Fluorophor
Peroxidase (Immunotech) wurden hinzugefügt oder der monoklonale anti-GPVI-Antikörper 4C9
markiert mit FITC. FACS-Messung
wurde durchgeführt
an einem Becton Dickenson FACScalibur-Gerät. Die Oberflächenexpression
wurde durch Fluoreszenz quantifiziert. Die Korrelation von CD32-Fluoreszenz und 4C9-Fluoreszenz
wurde mit dem Korrelationskoeffizienten r = 0,516 kalkuliert.
-
Statistische Analyse.
-
Vergleiche
zwischen Gruppenmittelwerten wurden durchgeführt unter Verwenden des Mann-Whitney Rank
Sum Test. Die Daten bedeuten Mittelwert ± s.e.m.. Ein Wert von P < 0,05 wurde als
signifikant angesehen.
-
Literatur
-
- 1. Baumgartner, H.R. 1977. Platelet interaction with collagen
fibrils in flowing blood. I. Reaction of human platelets with alpha
chymotrypsin-digested subendothelium. Thromb Haemost 37: 1-16.
- 2. Clemetson, K.J. and Clemetson, J.M. 2001. Platelet collagen
receptors. Thromb. Haemost. 86: 189-197.
- 3. Massberg, S., Gawaz, M., Gruner, S., Schulte, V., Konrad,
I., Zohlnhöfer,
D., Heinzmann, U., and Nieswandt, B. 2003. A crucial role of glycoprotein
VI for platelet recruitment to the injured arterial wall in vivo.
J. Exp. Med. 197: 41-49.
- 4. Moroi, M., Jung, S.M., Okuma, M. and Shinmyozu, K. 1989.
A patient with platelets deficient in glycoprotein VI that lack
both collagen-induced aggregation and adhesion. J. C1in. Invest
84: 1440-1445.
- 5. Clemetson, J.M., Polgar, J., Magnenat, E., Wells, T.N., and
Clemetson, K.J. 1999. The platelet collagen receptor glycoprotein
VI is a member of the immunoglobulin superfamily closely related
to FcalphaR and the natural killer receptors. J. Biol. Chem. 274:
29019-29024.
- 6. Jandrot-Perrus, M., Busfield, S., Lagrue, A.H., Xiong, X.,
Debili, N., Chickernig, T., Le Couedic, J.P., Goodearl, A., Dussault,
B., Fraser, C. et al. 2000. Cloning, characterization, and functional
studies of human and mouse glycoprotein VI: a platelet-specific
collagen receptor from the immunoglobulin superfamily. Blood 96: 1798-1807.
- 7. Gibbins, J.M., Okuma, M., Farndale, R., Barnes, M., and Watson,
S.P. 1997. Glycoprotein VI is the collagen receptor in platelets
which underlies tyrosine phosphorylation of the Fc receptor gamma-chain.
FEBS Lett. 413: 255-259.
- 8. Zheng, Y.M., Liu, C., Chen, H., Locke, D., Ryan, J.C., and
Kahn, M.L. 2001. Expression of the platelet receptor GPVI confers
signalling via the Fc receptor gamma-chain in response to the snake
venom convulxin but not to collagen. J. Biol. Chem. 276: 12999-13006.
- 9. Suzuki-Inoue, K., Tulasne, D., Shen, Y., Bori-Sanz, T., Inoue,
O., Jung, S.M., Moroi, M., Andrews, R.K., Berndt, M.C., and Watson,
S.P. 2002. Association of Fyn and Lyn with the proline rich domain
of GPVI regulates intracellular signalling. J. Biol. Chem..
- 10. Barnes, M.J., Knight, C.G., and Farndale, R.W. 1998. The
collagen-platelet interaction. Curr. Opin. Hematol. 5: 314-320.
- 11. Falet, H., Barkalow, K.L., Pivniouk, V.I, Barnes, M.J.,
Geha, R.S., and Hartwig, J.H. 2000. Roles of SLP-76, phosphoinositide
3-kinase, and gelsolin in the platelet shape changes initiated by
the collagen receptor GPVI/FcR gamma-chain complex. Blood 96: 3786-3792.
- 12. Pasquet, J.M., Gross, B., Quek, L., Asazuma, N., Zhang,
W., Sommers, C.L., Schweighoffer, E., Tybulewicz, V., Judd, B.,
Lee, J.R. et al. 1999. LAT is required for tyrosine phosphorylation
of phopholipase cgamma2 and platelet activation by the collagen
receptor GPVI. Mol. Cell Biol. 19: 8326-8334.
- 13. Berlanga, O., Tulasne, D., Bori, T., Snell, D.C., Miura,
Y., Jung, S., Moroi, M., Frampton, J., and Watson, S.P. 2002. The
Fc receptor gamma-chain is necessary and sufficient to initiate
signalling through glycoprotein VI in transfected cells by the snake
C-type lectin, convulxin. Eur. J. Biochem. 269: 2951-2960.
- 14. Sugiyama, T., Okuma, M., Ushikubi, F., Sensaki, S., Kanaji,
K., and Uchino, H. 1987. A novel platelet aggregating factor found
in a patient with defective collagen-induced platelet aggregation
and autoimmune thrombocytopenia. Blood 69: 1712-1720.
- 15. Sugiyama, T., Ishibashi, T., and Okuma, M. 1993. Functional
role of the antigen recognized by an antiplatelet antibody specific
for a putative collagen receptor in platelet-collagen interaction.
Int. J. Hematol. 58: 99-104.
- 16. Schulte, V., Snell, D., Bergmeier, W., Zirngibl, H., Watson,
S.P., and Nieswandt, B. 2001. Evidence fort wo distinct epitopes
within collagen for activation of murine platelets. J. Biol. Chem.
276: 364-368.
- 17. Kremmer, E., Kranz, B.R., Hille, A., Klein, K., Eulitz,
M., Hoffmann-Fezer, G., Feiden, W., Herrmann, K., Delecluse, H.J.,
Delsol, G. et al. 1995. Rat monoclonal antibodies differentiating
between the Epstein-Barr virus nuclear antigens 2A (EBNA2A) and
2B (EBNA2B). Virology 208: 336-342.
- 18. Dickfeld, T., Lengyel, E., May, A.E., Massberg, S., Brand,
K., Page, S., Thielen, C., Langenbrink, K., and Gawaz, M. 2001.
Transient interaction of activated platelets with endothelial cells
induces expression of monocyte-chemoattractant protein-1 via a p38
mitogen-activated protein kinase mediated pathway. Implications
for atherogenesis. Cardiovasc. Res. 49: 189-199.
- 19. Massberg, S., Enders, G., Leiderer, R., Eisenmenger, S.,
Vestweber, D., Krombach, F., and Messmer, K. 1998. Platelet-endothelial
cell interactions during ischemialreperfusion: the role of P-selectin.
Blood 92: 507-515.
- 20. Massberg, S., Enders, G., Matos, F.C., Tomic, L.I, Leiderer,
R., Eisenmenger, S., Messmer, K., and Krombach, F. 1999. Fibrinogen
deposition at the postischemic vessel wall promotes platelet adhesion
during ischemia-reperfusion in vivo. Blood 94: 3829-3838.
- 21. Miura, Y., Takahashi, T., Jung, S.M., and Moroi, M. 2002.
Analysis of the interaction of platelet collagen receptor glycoprotein
VI (GPVI) with collagen. A dimeric form of GPVI, but not the monomeric
form, shows affinity to fibrous collagen. J. Biol. Chem. 277: 46197-46204.
- 22. Chen, H., Locke, D., Liu, Y., Liu C., and Kahn, M.L. 2002.
The platelet receptor GPVI mediates both adhesion and signaling
responses to collagen in a receptor density-dependent fashion. J.
Biol. Chem. 277: 3011-3019.
- 23. Savage, B., Almus-Jacobs, F., and Ruggeri, Z.M. 1998. Specific
synergy of multiple substrate-receptor interactions in platelet
thrombus formation under flow. Cell 94: 657-666.
- 24. van Zanten, G.H., de Graaf, S., Slootweg, P.J., Heijnen,
H.F., Connolly, T.M., de Groot, P.G., and Sixma, J.J. 1994. Increased
platelet deposition on atherosclerotic coronary arteries. J. Clin.
Invest. 93: 615-632.
- 25. Baumgarnter, H.R., Muggli, R., Tschopp, T.B., and Turitto,
V.T. 1976. Platelet adhesion, release and aggregation in flowing
blood: effects of surface properties and platelet function. Thromb.
Haemost. 35: 124-138.
- 27. Jandrot-Perrus, M., Lagrue, A.H., Okuma, M., and Bon, C.
1997. Adhesion and activation of human platelets induced by convulxin
involve glycoprotein VI and integrin alpha2beta1. J. Biol. Chem.
272: 27035-37041.
- 28. Rekhter, M.D. 1999. collagen synthesis in atherosclerosis:
too much and not enough. Cardiovasc. Res. 41: 376-384.
- 29. Ruggeri, Z.M. 1997. Mechanisms initiating platelet thrombus
formation. Thromb. Haemost. 78: 611-616.
- 30. Goto, S., Ikeda, Y., Saldivar, E., and Ruggeri, Z.M. 1998.
Distinct mechanisms of platelet aggregation as a consequence of
different shearing flow conditions. J. Clin. Invest. 101: 479-486.
- 31. Sixma, J.J., van Zanten, G.H., Banga, J.D., Nieuwenhuls,
H.K., and de Groot, P.G. 1995. Platelet adhesion, Semin. Hematol.
32: 89-98.
- 32. Nieswandt, B., Schulte, V., Bergmeier, W., Mokhtari-Nejad,
R., Rackebrandt, K., Cazenave, J.P., Ohlmann, P., Gachet, C., and
Zirngibl, H. 2001. Long-term antithrombotic protection by in vivo
depletion of platelet glycoprotein VI in mice. J. Exp. Med. 193:
459-469.
- 33. Lincoff, A.M., Califf R.M., and Topol, E.J. 2000. Platelet
glycoprotein IIb/IIa receptor blockade in coronary artery disease.,J.
Am. Coll. Cardiol. 35: 1103-1115.
- 34. Neumann, F.J. and Schörnig,
A. 1998. Glycoprotein IIb/IIa receptor blockade with coronary stent
placement. Semin. Interv. Cardiol. 3: 81-90.
- 35. Bertrand, M.E., Rupprecht, H.J., Urban, P., Gershlick, A.H.,
and Investigators, f. 2000. Double-blind study of the safety of
clopidogrel with and without a loading dose in cobination with aspirin
compared with ticlopidine in combination with aspirin after coronary
stenting: the clopidogrel aspirin stent international kooperative
study (CLASSICS). Circulation 102: 624-629.
- 36. Foster, R.H. and Wiseman, L.R. 1998. Abciximab. An updated
review of its use in ischaemic heart disease. Drugs 56: 629-665.
- 37. Arai, M., Yamamoto, N., Moroi, M., Akamatsu, N., Fukutake,
K., and Tanoue, K. 1995. Platelets with 10% of the normal amount
of glycoprotein VI have an impaired response to collagen that results
in a mild bleeding tendency. Br. J. Haematol. 89: 124-130.
-
-
-
-
-
-
-