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Diese
Offenbarung betrifft eine Polyarylenetherzusammensetzung und insbesondere
eine Polyarylenetherzusammensetzung, die für Blasformanwendungen geeignet
ist.
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Polyarylenetherharze
werden weit verbreitet aufgrund ihrer Ausgewogenheit von mechanischen
und chemischen Eigenschaften in Blasformverarbeitungen verwendet.
Kommerziell werden Polyarylenetherharze oftmals mit Polystyrolen,
insbesondere hochschlagzähen
Polystyrolen, vermischt, um Blends mit guter Wärmebeständigkeit und Fluss zu ergeben.
Die erfolgreiche Verwendung von Polyarylenethern und Polyarylenetherblends
in Blasformanwendungen hängt
jedoch von den Charakteristiken des geschmolzenen Harzes, insbesondere
der Schmelzfestigkeit ab. Schmelzfestigkeit kann beschrieben werden
als die Zähigkeit
eines geschmolzenen Stranges und gibt die Fähigkeit des geschmolzenen Harzes
an, eine Spannung auszuhalten. Schmelzfestigkeit ist von besonderer
Wichtigkeit für
das Blasformen von großen
Teilen.
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Beim
Blasformen von großen
Teilen wird ein Schlauch aus geschmolzenem Polymerharz vertikal
in eine Form extrudiert. Das Extrudat wird mit einem Druckgasfluss
in die Formoberflächen
gepresst, wobei das erweichte Polymerharz geformt wird. Blasgeformte
Teile können
Oberflächenfehlerstellen
haben. Zusätzlich haben
blasgeformte Teile oftmals eine Teilungslinie, die aus der Form
resultiert. Sowohl die Oberflächenfehlerstellen
als auch die Teilungslinie werden in Nachformprozessen entfernt,
um eine akzeptable Oberfläche
für Lackierungsvorgänge zu erzeugen.
Das meist übliche
Verfahren zum Entfernen von Teilungslinien und Oberflächenfehlerstellen
ist Abschleifen. Um Abschleifen zu ermöglichen, sollten Zusammensetzungen
für Blasformanwendungen
gute Abschleiffähigkeit
haben (d.h. die Fähigkeit,
abgeschliffen zu werden).
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WO
03/000797 A2 offenbart eine thermoplastische Zusammensetzung aus
einem Polyarylenether, einem polyalkenylaromatischen Harz, einem
Polyolefin und einem selektiv hydrierten Blockcopolymeren aus einer
alkenylaromatischen Verbindung und einem konjugierten Dien mit bis
zu etwa 20% restlicher anhängender aliphatischer Ungesättigtheit
und zumindest etwa 30% restlicher aliphatischer Ungesättigtheit
in der Kette. Die Zusammensetzung zeigt eine ausgezeichnete Balance
von Steifheit, Schlagzähigkeit
und Wärmebeständigkeit
und ist geeignet für
eine Vielzahl von Anwendungen, einschließlich Automobilinstrumentenbrett,
Automobil-Front-Endmodule, Automobilgrillöffnungsverstärkungen,
Essenstabletts und Gehäuse
für elektrische
Werkzeuge.
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US
2001/0156185 A1 offenbart eine Polyarylenether-Polyolefinzusammensetzung,
hergestellt durch Schmelzverblenden eines Polyarylenethers, eines
polyalkenylaromatischen Harzes, eines hydrierten Blockcopolymeren
aus einer alkenylaromatischen Verbindung und einem konjugierten
Dien und einem nicht hydrierten Blockcopolymeren einer alkenylaromatischen
Verbindung und einem konjugierten Dien, um einen ersten Blend zu
bilden, und Schmelzverblenden des ersten Blends und eines Polyolefins,
um einen zweiten Blend zu bilden. Verstärkungsfüller können wahlweise während der
Bildung des zweiten Blends oder in einem zusätzlichen Schritt zugegeben
werden. Mehrfache Mischelemente, geringer Durchsatz und hohe Extruderrotationen
je Minute können
verwendet werden, um Hochenergievermischung des ersten und zweiten
Blends zu erreichen. Zusammensetzungen, die durch dieses Verfahren
hergestellt werden, zeigen eine verbesserte Balance von Schlagzähigkeit,
Steifheit und Wärmebeständigkeit,
sowie reduzierte Variabilität
der physikalischen Eigenschaften.
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WO
02/057363 A2 offenbart eine verstärkte thermoplastische Zusammensetzung
aus einem Polyarylenether, einer polyalkenylaromatischen Verbindung,
einem Polyolefin, einem hydrierten Blockcopolymer mit einem hohen
alkenylaromatischen Gehalt, einem Polyolefin-pfropf-cyclisches Anhydrid-Copolymer
und einem verstärkenden
Füller.
Die Zusammensetzung zeigt hohe Steifheit, während hohe Schlagzähigkeit
aufrechterhalten wird.
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WO
02/057364 A2 offenbart eine thermoplastische Zusammensetzung aus
einem Polyarylenether, einem polyalkenylaromatischen Harz, einem
Polyolefin, einem hydrierten Blockcopolymer einer alkenylaromatischen
Verbindung und einem konjugierten Dien mit einem alkenylaromatischen
Gehalt von etwa 40 bis etwa 90 Gewichtsprozent und einen unhydrierten
Blockcopolymer aus einer alkenylaromatischen Verbindung und einem konjugierten
Dien. Die Zusammensetzung zeigt ausgezeichnete Steifheits-Schlagfestigkeitsbalance, geringe
Eigenschaftsvariabilität
und lange Schmelzhängzeit.
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WO
99/36472 A1 offenbart einem Blend aus zumindest einem Interpolymer,
hergestellt durch Polymerisieren einer Monomermischung, aufweisend
von 5 bis 65 Mol-% von (a) zumindest einem vinylidenaromatischen
Monomer oder (b) eine Kombination aus zumindest einem vinylidenaromatischen
Monomer und zumindest einem sterisch gehinderten aliphatischen Vinylidenmonomer
und von 85 bis 90 Mol-% von zumindest einem aliphatischen α-Olefin mit
von 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, sowie eine Zusammensetzung, aufweisend einen
aromatischen Polyether und wahlweise (a) zumindest ein Homopolymer
aus einem vinylidenaromatischen Monomer, oder (b) zumindest einem
Interpolymer aus einem oder mehreren vinylidenaromatischen Monomeren,
oder (c) zumindest einem Interpolymer aus zumindest einem vinylidenaromatischen
Monomer und zumindest einem sterisch gehinderten aliphatischen Vinylidenmonomeren,
oder (d) zumindest einem aus (a bis c), weiterhin aufweisend einen
Schlagzähmodifizierer,
oder (e) eine Kombination aus jedem von zwei oder mehreren der aromatischen
Polyether und (a bis d). Der Blend weißt auch zumindest einen optionalen
Schlagzähmodifizierer
und zumindest ein optionales Verarbeitungshilfsmittel auf. Der Blend
ist geeignet bei der Herstellung von Vorprodukten, wie z.B. Klebstoffen,
Filmen, Blasformgegenständen
und Spritzgussgegenständen, und
wird charakterisiert durch verbesserte Hochtemperaturtauglichkeit.
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EP 0 905 193 A2 offenbart
Formmaterialien, basierend auf Copolymerblends aus Polyarylenether
und thermoplastischem Styrol, modifiziert durch Zugabe von Polyarylenethern
mit Carboxylgruppen und Styrolcopolymeren, enthaltend Einheiten,
die mit den Carboxylgruppen reaktiv sind.
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EP 0 404 261 A2 offenbart
polyalkenylsubstituierte aromatische und Elastomer enthaltende Polymerzusammensetzungen,
erhältlich
durch ein Verfahren aufweisend: (a) Umsetzung von Polyphenylenether
oder einem damit strukturell verwandten Polymeren mit einem Säurehalogenid,
einem Säureanhydrid
oder Keten zu zumindest einem alkenylsubstituierten aromatischen
Monomer, (b) Auflösung
von zumindest einem EPDM-Kautschuk
und einem optionalen teilweise hydrierten Diblockcopolymeren A-B,
wahlweise vermischt mit geringen Mengen von Triblockcopolymeren
ABA, wobei A einen polyalkenylaromatischen Block darstellt und B
einen wahlweise teilweise hydrierten polykonjugierten Dienblock
darstellt, (c) Vorpolymerisieren der erhaltenen Mischung bis zu
einem Polymerisationsgrad von 5 bis 20%, (d) Suspendieren der vorpolymerisierten Masse
in einem wässrigen
Medium, (e) Polymerisation durch thermische Initiierung oder durch
Initiierung mittels von zumindest einem freien Radikalinitiator,
wahlweise in der Gegenwart eines Expansionsmittels, sowie ein Verfahren
für die
Herstellung von solchen Polymerzusammensetzungen.
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Kurze Zusammenfassung
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In
einem Gesichtspunkt weist eine Blasformzusammensetzung etwa 20 Gewichtsprozent
(Gew.-%) bis etwa 80 Gew.-% Polyarylenetherharz, etwa 80 Gew.-%
bis etwa 20 Gew.-% kautschukmodifziertes polyalkenylaromatisches
Harz und etwa 2 Gew.-% bis etwa 15 Gew.-% ungesättigten Schlagzähmodifizierer
auf, wobei alle Gewichtsprozentanteile auf dem Gesamtgewicht der
Zusammensetzung basieren und wobei das kautschukmodifzierte polyalkenylaromatische
Harz Teilchengrößen von
etwa 2 μm
bis 20 μm
hat.
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In
einem anderen Gesichtspunkt weist die Blasformzusammensetzung zusätzlich etwa
0,005 Gew.-% bis etwa 2 Gew.-% verkapseltes Fluorpolymer auf, basierend
auf dem Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
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In
einem weiteren Gesichtspunkt weist ein Verfahren zum Formen von
Gegenständen
das Schmelzextrudieren einer Zusammensetzung aufweisend etwa 20
Gew.-% bis etwa 80 Gew.-% Polyarylenetherharz, etwa 80 Gew.-% bis
etwa 20 Gew.-% kautschukmodifiziertes polyalkenylaromatisches Harz
und etwa 2 Gew.-% bis etwa 15 Gew.-% ungesättigten Schlagzähmodifizierer
auf, wobei alle Gewichtsprozente auf dem Gesamtgewicht der Zusammensetzung
basieren, und Blasformen der extrudierten Zusammensetzung, um einen
Gegenstand zu ergeben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Nun
wird auf die Zeichnungen Bezug genommen, wobei gleiche Elemente
in einigen Figuren gleich nummeriert sind:
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1 zeigt
ein Schema der Technik, die für
die Messung von Schmelzfestigkeit verwendet wird.
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2 zeigt
einen Abschnitt eines thermisch gealterten Zugstabes aus einer Zusammensetzung,
aufweisend einen gesättigten
Schlagzähmodifizierer.
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3 zeigt
einen Abschnitt eines thermisch gealterten Zugstabes einer Zusammensetzung,
aufweisend einen ungesättigten
Schlagzähmodifizierer.
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Eingehende
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Eine
Ausführungsform
ist eine Blasformzusammensetzung, aufweisend etwa 20 Gew.-% bis
etwa 80 Gew.-% eines Polyarylenetherharzes, etwa 80 Gew.-% bis etwa
20 Gew.-% eines kautschukmodifizierten polyalkenylaromatischen Harzes
mit Teilchengrößen von
etwa 2 bis etwa 20 μm
und etwa 2 Gew.-% bis etwa 15 Gew.-% eines ungesättigten Schlagzähmodifizierers,
sowie wahlweise etwa 0,005 Gew.-% bis etwa 2 Gew.-% eines verkapselten
Fluorpolymeren, wobei alle Gewichtsprozentangaben auf dem Gesamtgewicht
der Zusammensetzung basieren. Die Zusammensetzung ist insbesondere
geeignet bei Blasformarbeiten, bei welchen Schmelzfestigkeit oder
die Fähigkeit
des geschmolzenen Harzes, Spannung auszuhalten, ein Faktor ist. Schmelzfestigkeit
kann als Hängezeit
quantifiziert werden, d.h. die Zeit, um einen extrudierten Schlauch
unter seinem eigenen Gewicht von einer ersten fixierten Länge bis
zu einer zweiten fixierten Länge
absacken zu lassen. Zusätzlich
zu geeigneter Schmelzfestigkeit hat ein geformter Gegenstand, aufweisend
die oben beschriebene Zusammensetzung, eine Schleifbarkeit, die
geeignet ist für
Nachformbearbeitung. Die Kombination aus Schmelzfestigkeit und Schleifbarkeit
der Zusammensetzung und des Gegenstandes, so wie hier offenbart,
machen sie insbesondere geeignet für Blasformen von großen Teilen.
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Auch
zusammenhängend
mit der Schleifbarkeit der Zusammensetzung ist die Oberflächenqualität eines
Gegenstandes, der aus der Zusammensetzung geformt wurde. Während ein
Gegenstand, der gute Schleifbarkeit hat bevorzugt ist, ist ein Gegenstand,
der eine gute Oberflächenqualität, d.h.
eine Oberfläche, die
keine sichtbaren Oberflächendefekte
direkt nach dem Freisetzen aus der Form hat, ebenfalls bevorzugt.
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Sichtbare
Oberflächendefekte
sind Oberflächendefekte,
die größer sind
als etwa 40 Mikrometer in der Größe.
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Sowohl
die Teilchengröße des modifizieren
polyalkenylaromatischen Harzes als auch die Verwendung eines ungesättigten
Schlagzähmodifizierers
in der Zusammensetzung beeinflussen die Oberflächenqualität. Unerwarteterweise erzeugt
ein modifiziertes polyalkenylaromatisches Harz mit einer relativ
großen
Teilchengröße von etwa
5 bis etwa 20 Mikrometer eine glattere Oberfläche bei einem aus der offenbarten
Zusammensetzung geformten Gegenstand als ein Gegenstand, der aus
einer ähnlichen
Zusammensetzung unter Verwendung eines modifizierten polyalkenylaromatischen
Harzes mit einer Teilchengröße von weniger
als 5 Mikrometern geformt wurde. Ebenfalls unerwarteterweise beeinflusst
die Verwendung eines ungesättigten
anstelle eines gesättigten
Schlagzähmodifizierers
die Oberflächenqualität eines
geformten Gegenstandes, der aus der offenbarten Zusammensetzung
geformt wurde. Typischerweise werden gesättigte Schlagzähmodifizierer
in Blasformzusammensetzungen verwendet, da sie eine größere thermische
Stabilität
im Vergleich zu ungesättigten
Schlagzähmodifizierern
haben. Es wurde jedoch entdeckt, dass im Vergleich zu gesättigten Schlagzähmodifizierern
die Verwendung von ungesättigten
Schlagzähmodifizierern
in der offenbarten Zusammensetzung zu einem geformten Gegenstand
führt,
der weniger Oberflächendefekte
und auch weniger Blasen innerhalb des geformten Gegenstandes hat.
Ein Gegenstand mit einer guten Oberflächenqualität erfordert weniger Abschleifen,
um einen fertigen Gegenstand herzustellen.
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Die
Zusammensetzung weist einen Polyarylenether auf. Die Bezeichnung
Polyarylenether beinhaltet Polyphenylenether (PPE) und Polyarylenethercopolymere,
Pfropfcopolymere, Polyarylenetheretherionomere, Blockcopolymere
aus alkenylaromatischen Verbindungen, vinylaromatische Verbindungen
und Polyarylenether und Ähnliches,
sowie Kombinationen, aufweisend zumindest einen der vorher genannten
Polyarylenether.
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Polyarylenether
per se sind bekannte Polymere, aufweisend eine Vielzahl von Struktureinheiten
der Formel (I):
wobei für jede Struktureinheit jedes
Q
1 unabhängig
voneinander Halogen, primäres
oder sekundäres
niederes Alkyl (z.B. Alkyl, enthaltend bis zu 7 Kohlenstoffatome),
Phenyl, Halogenalkyl, Aminoalkyl, Hydrocarbonoxy, Halogenhydrocarbonoxy,
wobei zumindest zwei Kohlenstoffatome die Halogen- und Sauerstoffatome
voneinander trennen, oder Ähnliches
ist, und jedes Q
2 unabhängig voneinander Wasserstoff,
Halogen, primäres
oder sekundäres
niederes Alkyl, Phenyl, Halogenalkyl, Hydrocarbonoxy, Halogenhydrocarbonoxy
ist, wobei zumindest zwei Kohlenstoffatome die Halogen- und Sauerstoffatome
voneinander trennen, oder Ähnliches
ist. Vorzugsweise ist Q
1 Alkyl oder Phenyl,
insbesondere C
1-4 Alkyl, und jedes Q
2 ist Wasserstoff.
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Sowohl
Homopolymer- als auch Copolymer-Polyarylenether sind eingeschlossen.
Die bevorzugten Homopolymere sind solche, die 2,6-Dimethylphenylenethereinheiten
enthalten. Geeignete Copolymere umfassen statistische Copolymere,
enthaltend z.B. solche Einheiten in Kombination mit 2,3,6-Trimethyl-1,4-phenylenethereinheiten
oder Copolymere, erhalten aus Copolymerisation von 2,6-Dimethylphenol
mit 2,3,6-Trimethylphenol. Ebenfalls eingeschlossen sind Polyarylenether,
enthaltend Einheiten, die hergestellt werden durch Pfropfen von
Vinylmonomeren oder -polymeren, wie z.B. Polystyrolen, sowie gekoppelte
Polyarylenether, bei den Kopplungsmittel, wie z.B. niedrigmolekulargewichtige
Polycarbonate, Chinone, Heterocyclen und Formale einer Reaktion
in bekannter Art und Weise mit den Hydroxygruppen von zwei Polyarylenetherketten
unterliegen, um ein höher
molekulargewichtiges Polymer zu erzeugen. Polyarylenetherharze beinhalten
weiterhin Kombinationen, aufweisend zumindest eines aus dem Obigen.
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Der
Polyarylenether hat allgemein ein zahlenmittleres Molekulargewicht
von etwa 3000 bis etwa 40.000 Atommasseneinheiten (amu) und ein
gewichtsmittleres Molekulargewicht von etwa 20.000 bis etwa 80.000
amu, bestimmt durch Gelpermeationschromatographie. Der Polyarylenether
kann eine intrinsische Viskosität
von etwa 0,30 Deziliter/Gramm (dl/g) bis etwa 0,46 dl/g haben, vorzugsweise
etwa 0,32 dl/g bis etwa 0,40 dl/g, besonderes bevorzugt etwa 0,33
dl/g bis etwa 0,38 dl/g, gemessen in Chloroform bei 25°C. Es ist ebenfalls
möglich,
einen hoch intrinsisch viskosen Polyarylenether und einen niedrig
intrinsisch viskosen Polyarylenether in Kombination zu verwenden.
Bestimmung eines exakten Verhältnisses,
wenn zwei intrinsische Viskositäten
verwendet werden, hängt
etwas von den exakten intrinsischen Viskositäten der verwendeten Polyarylenether
ab und den letztendlichen physikalischen Eigenschaften, die erwünscht sind.
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Der
Polyarylenether wird typischerweise hergestellt durch die oxidative
Kupplung von zumindest einer monohydroxyaromatischen Verbindung,
wie z.B. 2,6-Xylenol oder 2,3,6-Trimethylphenol. Katalysatorsysteme werden
allgemein für
solche Kupplungen eingesetzt. Sie enthalten typischerweise zumindest
eine Schwermetallverbindung, wie z.B. eine Kupfer-, Mangan- oder
Kobaltverbindung, üblicherweise
in Kombination mit verschiedenen anderen Materialien.
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Besonders
geeignete Polyarylenether für
viele Zwecke sind solche, die Moleküle aufweisen, die zumindest
eine aminoalkylenthaltende Endgruppe haben. Der Aminoalkylrest befindet
sich typischerweise in einer ortho-Position zu der Hydroxygruppe.
Produkte, die solche Endgruppen enthalten, können durch Einbringen eines
geeigneten primären
oder sekundären
Monoamins, wie z.B. Di-n-butylamin oder Dimethylamin als einen der
Bestandteile der oxidativen Kupplungsreaktionsmischung, erhalten
werden. Ebenfalls häufig
vorhanden sind 4-Hydroxybiphenylendgruppen, typischerweise erhalten
aus Reaktionsmischungen, in denen ein Diphenochinon-Nebenprodukt vorhanden
ist, insbesondere in einem Kupferhalogenid-sekundären oder
tertiären Aminsystem.
Ein wesentlicher Anteil der Polymermoleküle, der typischerweise soviel
wie etwa 90 Gew.-% des Polymeren ausmacht, kann zumindest eine der
genannten aminoalkylenthaltenden und 4-Hydroxybiphenylendgruppen
enthalten.
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Für den Fachmann
ist aus dem Vorhergehenden offensichtlich, dass der beabsichtigte
Polyarylenether all jene umfasst, die derzeit bekannt sind, unabhängig von
Variationen in Struktureinheiten oder zusätzlichen chemischen Merkmalen.
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Der
Polyarylenether umfasst mehr als oder gleich etwa 20 Gewichtsprozent
(Gew.-%), vorzugsweise mehr als oder gleich etwa 30 Gew.-% und bevorzugt
mehr als oder gleich etwa 35 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung.
Der Polyarylenether umfasst weniger als oder gleich etwa 80 Gew.-%,
vorzugsweise weniger als oder gleich etwa 60 Gew.-% und bevorzugt
weniger als oder gleich etwa 50 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung.
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Die
Zusammensetzung weist ein kautschukmodifiziertes polyalkenylaromatisches
Harz auf. Ein kautschukmodifiziertes polyalkenylaromatisches Harz
weist allgemein ein Polymer auf, erhalten aus zumindest einem alkenylaromatischen
Monomer, und weist weiterhin einen Kautschukmodifizierer auf in
der Form eines Blends und/oder einer Pfropfung. Das alkenylaromatische
Monomer hat die Formel (II)
wobei R
1 Wasserstoff,
niederes Alkyl oder Halogen ist, Z
1 Vinyl,
Halogen oder niederes Alkyl ist und p 0 bis 5 ist. Bevorzugte alkenylaromatische
Monomere beinhalten Styrol, Chlorstyrol und Vinyltoluol. Der Kautschukmodifizierer
kann ein Polymerisationsprodukt von zumindest einem C
4-C
10 nichtaromatischen Dienmonomer sein, wie
z.B. Butadien oder Isopren. Das kautschukmodifizierte polyalkenylaromatische
Harz weist etwa 98 Gew.-% bis etwa 70 Gew.-% des polyalkenylaromatischen
Harzes auf und etwa 2 Gew.-% bis etwa 30 Gew.-% des Kautschukmodifizierers,
vorzugsweise etwa 88 Gew.-% bis etwa 94 Gew.-% des polyalkenylaromatischen Harzes
und etwa 6 Gew.-% bis etwa 12 Gew.-% des Kautschukmodizifizierers,
basierend auf dem Gesamtgewicht des kautschukmodizifierten polyalkenylaromatischen
Harzes.
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Stark
bevorzugte kautschukmodifizierte polyalkenylaromatische Harze umfassen
die Styrol-Butadien-Copolymeren, enthaltend etwa 80 Gew.-% bis etwa
94 Gew.-% Styrol und etwa 6 Gew.-% bis etwa 20 Gew.-% Butadien.
Diese Styrol-Butadien-Copolymeren, auch bekannt als hochschlagzähe Polystyrole
oder HIPS, sind kommerziell erhältlich
als z.B. GEH 1897 von General Electric Company und EB 6755 und EC
2100 von Chevron Chemical Company. Ein bevorzugtes HIPS ist EB 6755.
Das kautschukmodifizierte polyalkenylaromatische Harz hat eine Teilchengröße von etwa
2 Mikrometer bis etwa 20 Mikrometer, vorzugsweise etwa 4 Mikrometer
bis etwa 10 Mikrometer und bevorzugt etwa 4 bis etwa 8 Mikrometer.
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Das
kautschukmodifizierte polyalkenylaromatische Harz umfasst mehr als
oder gleich etwa 20 Gewichtsprozent (Gew.-%), vorzugsweise mehr
als oder gleich etwa 30 Gew.-% und bevorzugt mehr als oder gleich
etwa 40 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung. Das kautschukmodifizierte
polyalkenylaromatische Harz umfasst weniger als oder gleich etwa
80 Gew.-%, vorzugsweise weniger als oder gleich etwa 70 Gew.-%,
bevorzugt weniger als oder gleich etwa 60 Gew.-% des Gesamtgewichts
der Zusammensetzung.
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Die
Zusammensetzung enthält
vorzugsweise ein oder mehrere ungesättigte Schlagzähmodifizierer. Ungesättigte Schlagzähmodifizierer
sind gegenüber
gesättigten
Schlagzähmodifizierern
bevorzugt, da die aus einer Zusammensetzung aufweisend einen ungesättigten
Schlagzähmodifizierer
geformten Gegenstände
eine qualitativ bessere Oberfläche
zeigen als solche, die aus Zusammensetzungen aufweisend gesättigte Schlagzähmodifizierer
geformt wurden. Der ungesättigte
Schlagzähmodifizierer
umfasst zumindest etwa 30 Gew.-% und vorzugsweise zumindest etwa
60 Gew.-% an ethylenisch ungesättigten
Struktureinheiten, d.h. Einheiten in der Polymerkette (mers), die
ethylenisch ungesättigte
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen enthalten. Solche Einheiten werden
meist aus Dienen, wie z.B. Butadien und Isopren, erhalten. Ein bevorzugter
ungesättigter Schlagzähmodifzierer
ist SBS KD 1101 von Shell Chemical Company.
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Verschiedene
Mischungen aus den zuvor genannten Schlagzähmodifizierern sind ebenfalls
manchmal geeignet. Die Menge des Schlagzähmodifizierers ist eine Menge
die wirksam ist, um die physikalischen Eigenschaften zu verbessern,
z.B. die Duktilität
der Zusammensetzung, im Vergleich zu der gleichen Zusammensetzung
ohne einen Schlagzähmodifizierer.
Verbesserter Duktilität
kann durch erhöhte
Schlagzähigkeit, erhöhte Zugdehnung
bis zum Bruch oder sowohl erhöhte
Schlagfestigkeit als auch erhöhte
Zugdehnung bis zum Bruch angedeutet werden. Allgemein umfasst der
ungesättigte
Schlagzähmodifizierer
mehr als oder gleich etwa 2,0 Gewichtsprozent (Gew.-%), vorzugsweise
mehr als oder gleich 3,0 Gew.-% und bevorzugt mehr als oder gleich
etwa 4,0 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung. Der ungesättigte Schlagzähmodifizierer
umfasst weniger als oder gleich etwa 15,0 Gew.-%, vorzugsweise weniger
als oder gleich etwa 12,0 Gew.-% und bevorzugt weniger als oder
gleich etwa 10,0 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung.
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Die
exakte Menge und Arten oder Kombinationen von Schlagzähmodifizierern,
die verwendet werden, hängen
zum Teil von den Erfordernissen ab, die in der fertigen Blendzusammensetzung
benötigt
werden, und können
vom Fachmann bestimmt werden.
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Die
Zusammensetzung beinhaltet wahlweise ein eingekapseltes Fluorpolymer,
d.h. ein Fluorpolymer, eingekapselt in einem Polymer. Ein eingekapseltes
Fluorpolymer kann durch Polymerisieren des Polymeren in der Gegenwart
des Fluorpolymeren hergestellt werden. Alternativ kann das Fluorpolymer
in gewisser Art und Weise mit einem zweiten Polymer vorgemischt
werden, so wie z.B. einem aromatischen Polycarbonatharz oder einem
Styrol-Acrylnitril-Harz, wie z.B. in US-Patent Nrn. 5 521 230 und
4 579 906. Jedes Verfahren kann verwendet werden, um ein eingekapseltes
Fluorpolymer herzustellen.
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Das
Fluorpolymer in dem eingekapselten Fluorpolymer weist ein Fluorpolymer
auf mit einem Schmelzpunkt von mehr als oder gleich etwa 320°C, wie z.B.
Polytetrafluorethylen. Ein bevorzugtes eingekapseltes Fluorpolymer
ist ein in Styrol-Acrylnitril-Copolymer eingekapseltes Polytetrafluorethylen
(d.h. TSAN). TSAN kann hergestellt werden durch Copolymerisation
von Styrol und Acrylnitril in der Gegenwart einer wässrigen Dispersion
von Polytetrafluorethylen (PTFE). TSAN kann z.B. etwa 50 Gew.-%
PTFE und etwa 50 Gew.-% Styrol-Acrylnitril-Copolymer aufweisen,
basierend auf dem Gesamtgewicht des eingekapselten Fluorpolymeren. Das
Styrol-Acrylnitril-Copolymer kann z.B. etwa 75 Gew.-% Styrol und
etwa 25 Gew.-% Acrylnitril sein, basierend auf dem Gesamtgewicht
des Copolymeren. TSAN offenbart signifikante Vorteile gegenüber Polytetrafluorethylen,
nämlich
dass TSAN leichter in Polyarylenetherharzen dispergiert werden kann.
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Das
eingekapselte Fluorpolymer umfasst, falls vorhanden, mehr als oder
gleich etwa 0,005 Gewichtsprozent (Gew.-%), vorzugsweise mehr als
oder gleich etwa 0,05 Gew.-%, bevorzugt mehr als oder gleich etwa 0,1
Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung. Das eingekapselte
Fluorpolymer umfasst, falls vorhanden, weniger als oder gleich etwa
2,0 Gew.-%, vorzugsweise weniger als oder gleich etwa 1,0 Gew.-%
und bevorzugt weniger als oder gleich etwa 0,7 Gew.-% des Gesamtgewichts
der Zusammensetzung.
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Die
Zusammensetzung weist wahlweise ein Homopolymer eines alkenylaromatischen
Monomeren auf, wobei das alkenylaromatische Monomer die Formel (II)
hat
wobei R
1 Wasserstoff,
niederes Alkyl oder Halogen ist, Z
1 Vinyl,
Halogen oder niederes Alkyl ist und p 0 bis 5 ist. Bevorzugte alkenylaromatische
Monomere beinhalten Styrol, Chlorstyrol und Vinyltoluol. Ein besonderes bevorzugtes
Homopolymer eines alkenylaromatischen Monomeren ist das Homopolymer,
das aus Styrol erhalten wird (d.h. Homopolystyrol). Das Homopolystyrol
weist vorzugsweise zumindest etwa 99% seines Gewichts, bevorzugt
etwa 100% seines Gewichts, an Styrol auf.
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Stark
bevorzugte Homopolystyrole beinhalten ataktische und syndiotaktische
Homopolystyrole. Vorzugsweise ist das Homopolystyrol ataktisches
Polystyrol. Geeignete ataktische Homopolystyrole sind kommerziell
erhältlich
als z.B. EB 3300 von Chevron und P 1800 von BASF. Das Homopolymer
eines alkenylaromatischen Monomeren umfasst, falls vorhanden, mehr
als oder gleich etwa 5,0 Gewichtsprozent (Gew.-%), vorzugsweise
mehr als oder gleich etwa 6,0 Gew.-% und bevorzugt mehr als oder
gleich etwa 8,0 Gew.-% des Gesamtwichts der Zusammensetzung. Das
Homopolymer aus einem alkenylaromatischen Monomeren umfasst, falls
vorhanden, weniger als oder gleich etwa 40 Gew.-%, vorzugsweise
weniger als oder gleich etwa 20 Gew.-%, bevorzugt weniger als oder
gleich etwa 15 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Zusammensetzung.
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Polyolefine,
die wahlweise in der Zusammensetzung enthalten sein können, haben
die allgemeine Struktur CnH2n und
beinhalten Polyethylen, Polypropylen und Polyisobutylen, wobei bevorzugte
Homopolymere Polyethylen, LLDPE (lineares Polyethylen niedriger
Dichte), HDPE (Polyethylen hoher Dichte) und MDPE (Polyethylen mittlerer
Dichte), sowie isotaktisches Polypropylen sind. Polyolefinharze
dieser allgemeinen Struktur und Verfahren für ihre Herstellung sind im
Stand der Technik wohl bekannt und z.B. beschrieben in US-Patent
Nrn. 2 933 480, 3 093 621, 3 211 709, 3 646 168, 3 790 519, 3 884
993, 3 894 999, 4 059 654, 4 166 055 und 4 584 334.
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Insbesondere
bevorzugte Polyolefine beinhalten lineare Polyethylene niedriger
Dichte (LLDPE). Lineare Polyethylene niedriger Dichte sind wohlbekannte
Materialien, die kommerziell erhältlich
sind, z.B. von Exxon unter dem Markennamen ESCORENE® oder
von Dow Chemicals und dem Markennamen DOWLEX®. Alternativ
können
sie leicht hergestellt werden gemäß im Stand der Technik bekannten
Polymerisationsverfahren, wie solchen, die in US-Patent Nrn. 4 128
607, 4 354 009, 4 076 698, sowie der Europäischen Patentanmeldung Nr.
4645 (veröffentlicht
17. Oktober 1979) beschrieben sind. Diese Polymere haben eine Dichte
von etwa 0,89 bis etwa 0,96 Gramm/Milliliter, vorzugsweise von etwa
0,915 bis etwa 0,945 Gramm/Milliliter. Lineare Polyethylenpolymere
mit niedriger Dichte sind Copolymere aus Ethylen und einer geringeren
Menge, typischerweise weniger als etwa 20 Mol-%, vorzugsweise weniger
als etwa 15 Mol-%, eines alpha-Olefins aus 3 bis 18 Kohlenstoffatomen,
vorzugsweise 3 bis 10 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 4 bis 8 Kohlenstoffatomen. Falls
vorhanden umfasst das Polyolefin mehr als oder gleich etwa 0,2 Gewichtsprozent
(Gew.-%), vorzugsweise mehr als oder gleich etwa 0,4 Gew.-% und
bevorzugt mehr als oder gleich etwa 0,6 Gew.-% des Gesamtgewichts
der Zusammensetzung. Das Polyolefin umfasst weniger als oder gleich
etwa 4,0 Gew.-%, vorzugsweise weniger als oder gleich etwa 3,0 Gew.-%
und bevorzugt weniger als oder gleich etwa 2,0 Gew.-% des Gesamtgewichts
der Zusammensetzung.
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Ruß kann ebenfalls
wahlweise in der Zusammensetzung verwendet werden. Kommerziell erhältliche Ruße können ein
Ruß sein,
der zum Modifizieren der Eigenschaften von thermoplastischen Harzen
verwendet wird. Solche Ruße
werden verkauft unter einer Vielzahl von Markennamen, einschließlich, aber
nicht eingeschränkt
auf, S.C.F. (Super Conductive Furnace) E.C.F. (Electric Conductive
Furnace), Ketjen Black EC (erhältlich
von Akzo Co., Ltd.) Acetylenschwarz und Monarch 800 (Cabot Corp.).
Falls verwendet umfasst der Ruß mehr
als oder gleich etwa 0,05 Gewichtsprozent (Gew.-%), vorzugsweise
mehr als oder gleich etwa 0,1 Gew.-% und bevorzugt mehr als oder
gleich etwa 0,25 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung. Der
Ruß umfasst
weniger als oder gleich etwa 4,0 Gew.-%, vorzugsweise weniger als
oder gleich etwa 3,0 Gew.-% und bevorzugt weniger als oder gleich
etwa 1,5 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung.
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Die
Zusammensetzung kann auch wirksame Mengen von zumindest einem Additiv
beinhalten, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Antioxidantien, Flammschutzmitteln,
Tropfverhinderern, Farbstoffen, Pigmenten, Färbemitteln, Stabilisatoren,
kleinteiligen Mineralien, wie z.B. Ton, Glimmer und Talk, antistatischen Mitteln,
Weichmachern, Gleitmitteln, Mischungen davon und Ähnliches.
Diese Additive sind im Stand der Technik bekannt, sowie ihre wirksamen
Mengen und Verfahren zum Einbringen. Ein bevorzugtes Antioxidans
ist Ultranox 626 (GE Plastics Co.). Wirksame Mengen der Additive
variieren breit, sie sind jedoch üblicherweise in einer Menge
von bis zu etwa 50 Gew.-% des Gesamtsgewichts der Zusammensetzung
vorhanden.
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Die
Herstellung der Zusammensetzung kann erreicht werden durch Verblenden
der Bestandsteile unter Bedingungen, die geeignet sind für die Bildung
eines innigen Blends. Solche Bedingungen beinhalten oftmals Lösungsvermischen
oder Schmelzvermischen in einzel- oder zwillingsschraubenartigen
Extrudern, Mischkugel, Rolle, Kneter oder einer ähnlichen Mischvorrichtung,
die eine Scherung auf die Bestandteile ausüben kann.
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Zwillingsschraubenextruder
sind gegenüber
Einschraubenextrudern aufgrund ihrer intensiveren Mischfähigkeit
oftmals bevorzugt. Ein Vakuum kann über zumindest eine Belüftungsöffnung in
dem Extruder angelegt werden.
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Der
Blend wird vorzugsweise ausreichend erwärmt, so dass die polymeren
Bestandteile sich in der geschmolzenen Phase befinden, wobei innige
Vermischung ermöglicht
wird. Typische Temperaturen bis zu etwa 360°C können eingesetzt werden, wobei
etwa 220°C
bis etwa 350°C
bevorzugt sind und etwa 260°C
bis etwa 340°C
besonders bevorzugt.
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Die
Zusammensetzung kann mittels einer Vielzahl von Techniken, so wie
z.B. Blasformen, Kompressionsformen, Thermoformen und Spritzgießen, sowie
anderen im Stand der Technik bekannten, zu nützlichen Gegenständen geformt
werden. Ein bevorzugtes Verfahren zum Formen ist Blasformen. Im
herkömmlichen Blasformverfahren
wird ein Schlauch aus einer geschmolzenen polymeren Zusammensetzung
vertikal in eine Form extrudiert. Das Extrudat kann auf die Formoberfläche unter
Verwendung eines Druckgasflusses gepresst werden, typischerweise
mit Luft oder einem inerten Gas, wie z.B. Stickstoff, wobei das
wärmeerweichte
Polymer geformt wird. Blasformen kann Extrusionsblasformen, Spritzblasformen,
Streckextrusionsblasformen, Streckspritzblasformen, Profilblasformen
und Rotationsblasformen beinhalten. Die Gegenstände, die gebildet werden können, umfassen
Flaschen, Automobilspoiler, Snowboards, andere Behälter, Bodenplatten
(floor pads) und Ähnliches.
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Ein
wichtiges Merkmal der Polyarylenetherzusammensetzung ist die Schmelzfestigkeit.
Die Schmelzfestigkeit der Zusammensetzung kann in Form von Hängezeit
gemessen werden. 1 zeigt eine Apparatur, um die
Hängezeit
zu messen, die ein Extrusionsschlauch 1 und Schlauchdüse 2 hat.
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Hängezeit
ist definiert als die Zeit, die ein extrudierter Schlauch unter
seinem eigenen Gewicht benötigt,
um von einer anfänglichen
fixierten Länge
3 bis zu einer fixierten Endlänge 4 abzusacken.
Die Hängezeit ist
die Differenz in Sekunden zwischen der Endzeit und der Anfangszeit.
Der Test wird ausgeführt
bei einer Temperatur von 260°C.
Für die
in 1 präsentierten
Daten war der Durchmesser des extrudierten Schlauches etwa 2,5 cm
und die Dicke des Schlauches war etwa 0,1 cm. Die anfängliche
Länge 3
war 30 cm und die Endlänge 4 war
75 cm. Bevorzugte Hängzeiten
für die
Zusammensetzungen sind größer als
oder gleich etwa 3 Sekunden, vorzugsweise mehr als oder gleich etwa
4 Sekunden und bevorzugt mehr als oder gleich etwa 5 Sekunden. Bevorzugte
Hängzeiten
sind weniger als oder gleich etwa 90 Sekunden, vorzugsweise weniger
als oder gleich etwa 60 Sekunden und bevorzugt weniger als oder
gleich etwa 40 Sekunden.
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Während die
Schleifbarkeit wichtig für
blasgeformte Teile ist, ist bevorzugt, dass solche Teile kein umfangreiches
Schleifen erfordern. Ein Faktor bei der Eliminierung oder Reduktion
der Menge an Schleifen die erforderlich ist, ist die Oberflächenqualität des blasgeformten
Teils. Es wurde gefunden, dass das kautschukmodifizierte polyalkenylaromatische
Harz und der Schlagzähmodifizierer
die Oberflächenqualität der Polyarylenetherzusammensetzungen
beeinflussen können.
Bezüglich
des kautschukmodifizierten polyalkenylaromatischen Harzes kann die
Teilchengröße die Oberflächenqualität und Schleifbarkeit
eines blasgeformten Teiles beeinflussen. Insbesondere wenn die Teilchengröße des kautschukmodifizierten
polyalkenylaromatischen Harzes weniger als 2 Mikrometer ist, ist
die Oberflächenqualität eines
blasgeformten Teiles schlecht und erfordert Schleifen. Wenn die
Teilchengröße des kautschukmodifizierten
polyalkenylaromatischen Harzes etwa 2 Mikrometer bis etwa 20 Mikrometer
ist, wird die Oberflächenqualität eines
geformten Teiles jedoch so stark verbessert, dass weniger Schleifen
erforderlich ist. Bezüglich
des Schlagzähmodifizierers
ist ein ungesättigter Schlagzähmodifizierer
erforderlich, um eine akzeptable Oberfläche eines geformten Teils zu
ergeben. Insbesondere kann die Verwendung eines hydrierten gesättigten
Schlagzähmodifizierers
in blasgeformten Teilen resultieren, die Oberflächendefekte haben.
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Um
den Effekt des Schlagzähmodifizierers
auf die Oberflächenqualität zu zeigen,
werden Zusammensetzungen geformt, entweder unter Verwendung von
Kraton G 1651, einem gesättigten
Schlagzähmodifizierer, oder
Kraton D 1101, einem ungesättigten
Schlagzähmodifizierer.
Zugstäbe
von 0,32 cm (0,125 inch) mal 1,27 cm (0,5 inch) werden geformt.
Thermische Alterungsexperimente werden ausgeführt, um Blasformbedingungen
zu simulieren, wobei die geformten Stäbe in einem Ofen auf 127°C (460°F) (d.h.
etwa Blasformtemperatur) erwärmt
und die Proben bei dieser Temperatur 5 Minuten gehalten werden.
Die Stäbe
werden auf Raumtemperatur abgekühlt
und Querschnitte werden untersucht. Wie in 2 gezeigt
zeigen Proben, die einen gesättigten
Schlagzähmodifizierer
aufweisen, eine große
Anzahl an Fehlstellen in den Querschnitten. Die Lücken in der
Nähe der
Oberfläche
sind groß genug,
um der Oberfläche
ausgesetzt zu sein, wobei sich der Anschein einer „Vertiefung" ergibt. Die Proben,
welche einen ungesättigten
Schlagzähmodifizierer
aufweisen, zeigen im Gegensatz dazu im Wesentlichen keine Fehlstellen
in den untersuchten Querschnitten (3). Ohne
an die Theorie gebunden zu sein wird angenommen, dass die Fehlstellen
aufgrund der thermischen Zersetzung des gesättigten Kautschuks erzeugt
werden. Indem ein ungesättigter
Kautschuk verwendet wird, kann die Bildung von „Vertiefungen" im Wesentlichen
vermieden werden, was somit in einer glatteren und akzeptableren
Oberflächenqualität resultiert.
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Die
Erfindung wird im Weiteren durch die folgenden nicht einschränkenden
Beispiele veranschaulicht.
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Beispiele 1 bis 7
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Zusammensetzungen
werden vermischt unter Verwendung der Bestandteile wie Tabelle 1
gezeigt gemäß den in
Tabelle 2 angegebenen Mengen.
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Die
in Tabelle 2 aufgelisteten Additive sind ein lineares Polyethylen
mit niedriger Dichte (Petrothene/Equistar Chemical), Antioxidans
(Ultranox 626/GE Plastics Co.) und Ruß (Monarch 800/Cabot Corp.).
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Die
Bestandteile werden gemäß den Gewichtsprozentanteilen
wie in Tabelle 2 gezeigt vermischt und bei einer Temperatur von
260°C bis
340°C extrudiert.
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Biegemodul
und Biegefestigkeit werden gemäß ASTM D790
gemessen. Die Wärmeableitungstemperatur
(HDT) bei 1696 kPa (246 psi) und 455 kPa (66 psi) wird gemäß ASTM D648
gemessen. Zugfestigkeit und prozentuale Dehnung werden gemessen
gemäß ASTM D638.
Kerb-Izod-Schlagfestigkeiten bei 23°C und –30°C werden an geformten Schlagstäben (3,2
mm dick) gemäß ASTM D256
gemessen. Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
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- * bezeichnet Vergleichsbeispiele
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Wie
man aus den Daten in Tabelle 2 sehen kann, haben Zusammensetzungen,
die Polyarylenether mit 0,33 Dezilitern/Gramm intrinsischer Viskosität mit erhöhten Mengen
von TSAN haben, Hängzeiten ähnlich zu
oder sogar größer als
Zusammensetzungen, die Polyarylenether mit 0,46 Dezilitern/Gramm
intrinsischer Viskosität
und kein TSAN haben.
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Die
Hängezeiten
für Polyarylenether
mit 0,33 Dezilitern/Gramm intrinsischer Viskosität mit TSAN sind 2-fach bis
mehr als 30-fach größer als
die Hängezeiten
für ähnliche
Zusammensetzungen ohne TSAN. Weiterhin zeigen die Zusammensetzungen,
enthaltend Polyarylenether mit 0,33 Dezilitern/Gramm intrinsischer Viskosität und TSAN
verbesserte Schleifbarkeit gegenüber ähnlichen
Zusammensetzungen ohne TSAN. Die Balance zwischen Schmelzfestigkeit
und Schleifbarkeit der Zusammensetzungen macht sie besonders geeignet
in Blasformanwendungen.
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Die
Verwendung eines verkapselnden Fluorpolymeren erlaubt eine gleichförmigere
Dispersion des Fluorpolymeren in der Zusammensetzung. Zusammensetzungen,
hergestellt aus unverkapseltem Polytetrafluorethylen, haben hoch
variable Eigenschaften aufgrund der schlechten Dispersion des Polytetrafluorethylens in
dem Polyarylenether. Die verbesserte Dispersion, erhalten mit verkapselten
Fluorpolymeren, führt
zu Zusammensetzungen, die im Wesentlichen gleichförmige Eigenschaften
haben.
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Ein
weiteres Merkmal der Zusammensetzung ist die Schleifbarkeit oder
die Fähigkeit
einer Zusammensetzung, geschliffen zu werden. Schleifbarkeit kann
gemessen werden als die Menge an Gewichtsverlust, nachdem ein Abriebrad
1000 Mal über
eine geformte Scheibe rotiert wurde. Schleifbarkeit der Zusammensetzung
ist vorzugsweise etwa 50 Milligramm bis etwa 80 Milligramm, wobei
etwa 65 Milligramm bis etwa 75 Milligramm bevorzugt sind. Die Schleifbarkeit
der Zusammensetzung wird als Gewichtsverlust beim Abriebtest in Milligramm
in Tabelle 2 gezeigt. Wie in Tabelle 2 gezeigt halten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen 2,
3 und 6 sowohl ihre Schleifbarkeit als auch ihre Hängezeiten
aufrecht, verglichen mit Vergleichsbeispiel 1, welches eine kurze
Hängezeit
hat. Zusätzlich
sind Schleifbarkeit der Polyarylenetherzusammensetzung und die intrinsische
Viskosität
des Polyarylenethers verknüpft.
Insbesondere sollte die intrinsische Viskosität des Polyarylenethers etwa
0,30 Deziliter/Gramm bis 0,46 Deziliter/Gramm sein, um Proben zu
ergeben, die akzeptable Schleifbarkeit für Blasformanwendungen ergeben.
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Zusammengefasst
ist hier eine Polyarylenetherzusammensetzung offenbart, die für Blasformen
geeignet ist. Die Zusammensetzung zeigt Schmelzfestigkeiten, gemessen
als Hängezeit
eines extrudierten Schlauches, die sie besonders geeignet macht
für Blasformen.
Hängezeiten
eines extrudierten Schlauches mit einem Durchmesser von etwa 25 Zentimeter
und einer Dicke von etwa 0,1 Zentimeter, der von einer Länge von
30 Zentimeter auf 75 Zentimeter absackt, sind vorzugsweise etwa
4 Sekunden bis etwa 90 Sekunden. Vorzugsweise haben die Zusammensetzungen
eine Oberflächenqualität, die keine
Nachformbehandlung, wie z.B. Schleifen, erfordert. Wenn Schleifen
verwendet wird ist bevorzugt, dass die Zusammensetzung Schleifbarkeit zeigt
(d.h. gemessen als Gewichtsverlust) von etwa 65 Milligramm bis etwa
75 Milligramm, nachdem ein Schleifrad 1000 Mal über eine geformte Scheibe rotiert
wurde. Die Kombination aus Schmelzfestigkeit und akzeptablem Oberflächenaussehen
oder Schleifbarkeit stellt Polyarylenetherzusammensetzungen zur
Verfügung,
die insbesondere zum Blasformen geeignet sind.
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Während die
Erfindung mit Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform
beschrieben wurde wird der Fachmann verstehen, dass verschiedene
Veränderungen
gemacht werden und durch Äquivalente
für Elemente
davon ersetzt werden können,
ohne vom Umfang der Erfindung abzuweichen. Zusätzlich können viele Modifikationen vorgenommen
werden, um eine spezielle Situation oder Material an die Lehren
der Erfindung anzupassen, ohne von ihrem wesentlichen Umfang abzuweichen.
Daher ist beabsichtigt, dass die Erfindung nicht auf die spezielle
offenbarte Ausführungsform
zum Ausführen
dieser Erfindung beschränkt
ist, sondern dass die Erfindung alle Ausführungsformen einschließt, die
innerhalb des Umfangs der anhängenden
Ansprüche
fallen.