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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zur Steuerung
einer HLK-Anlage und insbesondere einer HLK-Anlage eines Fahrzeugs.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
meisten Fahrzeuge sind heutzutage mit einer Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage (HLK-Anlage)
ausgestattet, um die Luft im Fahrgastraum bei einer eingestellten
Wunschtemperatur zu halten.
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Ein
Problem, das bei solchen mit einer HLK-Anlage ausgerüsteten Fahrzeugen
auftreten kann, besteht darin, dass – wenn das Fahrzeug nach Betrieb
des HLK-Kühlgeräts (d.h.,
dass die HLK-Anlage als Klimaanlage verwendet wurde) stillsteht
und nach einer gewissen Zeit wieder benutzt wird – große Mengen
feuchtigkeitshaltiger Luft auf die Windschutzscheibe geblasen werden
können,
wenn die HLK-Anlage auf Entfrostung der Windschutzscheibe eingestellt
ist. Diese feuchtigkeitshaltige Luft kann im Fahrzeug an der Glasfläche kondensieren,
was zu plötzlichem
Beschlagen (oft als „Flash- Fogging" bezeichnet) führt und
demzufolge die Sicht des Fahrers beeinträchtigt.
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Dieses
Beschlagen wird hauptsächlich
durch den Verdampfer des HLK-Kühlgeräts verursacht,
der während
des vorherigen Klimatisierungsbetriebs gekühlt wurde und deshalb eine
beträchtliche
Menge Wasser aufweist, das an der Verdampferoberfläche kondensierte.
Bei Stillstand des Fahrzeugs oder Abschalten des HLK-Kühlgeräts erwärmt sich
der Verdampfer auf eine über
der Temperatur der Außenluft liegende
Temperatur, so dass die großen
Wassermengen an den Oberflächen
die wärmere
Luft in der HLK-Anlage rings um den Verdampfer mit Feuchtigkeit
sättigen.
Schaltet man das Gebläse
der HLK-Anlage in diesem Zustand ein, wird die feuchtigkeitshaltige
Luft vom Verdampfer fortgelenkt; wenn die Luft dann aus der Entfrosterdüse ausströmt, schlägt sich die
Feuchtigkeit an der Glasfläche
nieder.
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Um
die Probleme mit dem Beschlagen bei Fahrzeugen zu minimieren, die
mit einer Klimaautomatikeinheit zur Steuerung der HLK-Anlage ausgestattet
sind, ist die Klimaautomatikeinheit normalerweise so programmiert,
dass sie beim Anlassen des Fahrzeugs Luft durch die Bodenlüfter bläst. Die
sehr feuchte Luft wird somit nicht auf die Windschutzscheibe gelenkt.
Es wurde jedoch beobachtet, dass eine gewisse Menge feuchtigkeitshaltiger
Luft durch die Entfrosterdüse
strömt
(die nicht fest geschlossen werden kann), so dass die Windschutzscheibe
oft noch beschlägt.
Ferner wird die Klimaautomatik zur schnellen Reduzierung der Feuchtigkeit
in der geblsenen Luft normalerweise so programmiert, dass sie bei
Anspringen des Verbrennungsmotors das Kühlgerät betreibt (d.h. den Kompressor
einschaltet); der Kompressor bleibt dabei dauerhaft eingeschaltet, um
zu vermeiden, dass ein erneutes Beschlagen wegen Abschaltens des
Kühlgeräts eintritt.
Leider wirkt sich der Dauerbetrieb des Kühlgeräts beträchtlich auf den Kraftstoffverbrauch
aus, was sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus umweltbezogenen
Gründen
von Nachteil ist. Es ist ferner anzumerken, dass – wenn das
Beschlagen nicht verhindert werden müsste – die Klimaanlage bei Außentemperaturen, die
ein Beschlagen der Scheiben verursachen (im Allgemeinen zwischen
3 und 15°C),
normalerweise abgeschaltet wäre,
da die HLK-Anlage normalerweise einen erwärmten Luftstrom liefert.
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Um
das plötzliche
Beschlagen zu vermeiden, wird die Entfrosterdüse bekannterweise mit einer Klappe
versehen, die die Entfrosterdüse
dicht schließen
kann. Die Verwendung einer solchen Klappe macht die Konstruktion
der HLK-Anlage aber komplizierter und vergrößert deren Abmessungen und
Herstellungskosten.
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Das
US-Patent 5,983,649 befasst sich ebenfalls mit dem Problem des Beschlagens
beim Anspringen des Verbrennungsmotors und schlägt vor, das HLK-Gebläse abzuschalten,
während
der Kompressor des Kühlgeräts eingeschaltet
ist, um den Verdampfer zu kühlen.
Sobald der Verdampfer eine ausreichend tiefe Temperatur erreicht
hat, um die Feuchtigkeit der in der HLK-Anlage enthaltenen Luft zu kondensieren
(was 10 bis 18 Sekunden dauern könnte), wird
das Gebläse
eingeschaltet. Dieses Verfahren verhindert tatsächlich, dass feuchte Luft in
den Fahrgastraum geblasen wird. Am Ende dieser speziellen Startreihenfolge
läuft die
HLK-Anlage gemäß den Hauptkomfortprogrammen,
die normalerweise den Kompressor eingeschaltet lassen, aber erwärmte Luftströme liefern.
Ein Abschalten des Kompressors beim Einschalten des Gebläses würde nämlich auch in
den meisten Fällen – d.h. 10
bis 18 Sekunden nach Anspringen des Verbrennungsmotors – zum Beschlagen
der Scheibe führen.
Daher bietet das Verfahren des US-Patents 5,983,649 eine interessante Lösung zur
Verhinderung des Beschlagens, das häufig beim Abschalten des Klimatisierungsbetriebs
(d.h. Abschalten des Kompressors) eintritt.
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Das
US-Patent 5,624,310 beschreibt ebenfalls ein Verfahren zur Klimatisierung
von Fahrzeugen, bei dem der Lüfter
für einen
Zeitraum nach Einschalten der Klimaanlage abgeschaltet bleibt, um das
Beschlagen der Windschutzscheibe von innen zu verhindern, nachdem
das Fahrzeug mit ausgestelltem Verbrennungsmotor geparkt wurde.
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ZIEL DER ERFINDUNG
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Das
Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes
Verfahren zur Steuerung einer HLK-Anlage bereitzustellen, das das
Beschlagen verhindert und eine Energieeinsparung ermöglicht. Dieses
Ziel wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 erreicht.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer
Heizungs-, Lüftungs-
und Klimaanlage (HLK-Anlage), wobei die HLK-Anlage eine einer Scheibe
zugeordnete Luftdüse
aufweist, um einen Luftstrom mit geregelter Temperatur darauf zu blasen.
Die HLK-Anlage hat ein Kühlgerät mit einem Kompressor
und einem Verdampfer sowie ein Blasmittel, um Luft über den
Kompressor zur Luftdüse führen. Das
Verfahren umfasst einen ersten Schritt, bei dem der Kompressor bei
Abschalten des Blasmittels während
eines ersten Zeitraums eingeschaltet wird, um die Feuchtigkeit der
in der HLK-Anlage enthaltenen Luft zu kondensieren.
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Gemäß einem
wichtigen Aspekt der Erfindung umfasst das Verfahren einen zweiten
Schritt, der Folgendes umfasst: bei Ablauf des ersten Zeitraums
das Einschalten des Blasmittels und die Beibehaltung des eingeschalteten
Zustands des Kompressors während
eines zweiten Zeitraums, um die Taupunkttemperatur der von der HLK-Anlage
geblasenen Luft ausreichend zu senken, und dann das Abschalten des
Kompressors bei Ablauf des zweiten Zeitraums.
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Der
erste Schritt ermöglicht
das Kondensieren der Feuchtigkeit der anfangs in der HLK-Baueinheit
enthaltenen Luft, so dass die von der HLK- Anlage geblasene Luft kein Beschlagen
der Scheibe verursacht, wenn das Blasmittel im zweiten Schritt eingeschaltet
wird. Der Kompressor bleibt im zweiten Schritt für einen gewissen Zeitraum eingeschaltet, um
die Taupunkttemperatur der von der HLK-Anlage geblasenen Luft auf
einen bestimmten Wert zu senken, bevor er abgeschaltet wird. Ein
Verdienst der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass herausgefunden
wurde, dass die Taupunkttemperatur der von der HLK-Anlage geblasenen
Luft ein Kriterium ist, das die Bestimmung des Zeitpunkts ermöglicht,
bei dem der Kompressor abgeschaltet werden kann, ohne anschließend ein
Beschlagen zu verursachen. Das vorliegende Verfahren ist folglich
besonders von Vorteil, da das Abschalten des Kompressors eine wesentliche
Kraftstoffeinsparung ermöglicht. Ferner
wird das Kühlgerät in der
gegenwärtigen
praktischen Anwendung dauerhaft zu dem alleinigen Zweck verwendet,
Probleme durch Beschlagen zu vermeiden, wohingegen bei Außentemperaturen,
bei denen Scheiben beschlagen können,
die einströmende
Luft überhaupt
nicht gekühlt
werden muss und die HLK-Anlage
im Allgemeinen auf Zufuhr erwärmter
Luft eingestellt ist.
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Um
die Ansammlung von Wasser auf dem Verdampfer zu minimieren, sollte
der zweite Zeitraum vorteilhafterweise so kurz wie möglich sein;
dies bedeutet, dass der Kompressor vorzugsweise abgeschaltet werden
sollte, sobald für
den Taupunkt bestimmt ist, dass er nach dem Einschalten des Kompressors
im ersten Schritt ausreichend gesenkt wurde. Bei der praktischen
Anwendung des vorliegenden Verfahrens wird davon ausgegangen, dass
der Kompressor abgeschaltet werden kann, wenn die Taupunkttemperatur
der von der HLK-Anlage geblasenen Luft um zumindest einen vorbestimmten
Temperaturwert unter der Temperatur der Scheibe liegt, auf die die
Luft durch die Luftdüse
zu blasen ist. Dieser vorbestimmte Temperaturwert beträgt vorzugsweise
10°C, bevorzugter
15°C.
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Demzufolge
umfasst das Verfahren vorzugsweise die Überwachung eines Parameters,
der die Taupunkttemperatur der Luft in der HLK-Anlage angibt, und
eines Parameters, der die Temperatur der Scheibe angibt. Das Ende
des zweiten Zeitraums wird also auf Grundlage dieser zwei Parameter
bestimmt.
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Es
ist anzumerken, dass man zwecks höherer Genauigkeit diesen vorbestimmten
Temperaturwert von der Außentemperatur
abhängig
machen kann.
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Alternativ
kann das Ende des zweiten Zeitraums durch Ablauf eines Zeitschalters
vorbestimmter Dauer bestimmt werden, die der Zeit entspricht, die
für das
Absinken der Taupunkttemperatur der von der HLK-Anlage geblasenen
Luft um zumindest einen vorbestimmten Temperaturwert unter die Scheibentemperatur
geschätzt
wird. Der vorbestimmte Temperaturwert beträgt vorzugsweise 10°C, bevorzugter
15°C. Diese
vorbestimmte Dauer kann anhand von Tests ermittelt werden und ist
normalerweise für
einen bestimmten Typ einer HLK-Anlage spezifisch. Die Dauer des
Zeitschalters kann auf Wunsch von der Außentemperatur abhängig gemacht
werden.
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Man
kann das Ende des ersten Zeitraums des ersten Schritts durch den
Ablauf eines Zeitschalters vorbestimmter Dauer bestimmen und dadurch das
Kondensieren der Feuchtigkeit ermöglichen. Die Dauer dieses Zeitschalters
kann wieder anhand von Tests ermittelt werden und ist normalerweise
für einen
bestimmten Typ einer HLK-Anlage spezifisch. Die Dauer des Zeitschalters
kann auf Wunsch von der Außentemperatur
abhängig
gemacht werden.
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Wenn
die HLK-Anlage jedoch so konfiguriert ist, dass sie den den Taupunkt
angebenden Parameter und den die Scheibentemperatur angebenden Parameter überwacht,
kann man das Ende des ersten Schritts auch auf Grundlage dieser
beiden Parameter bestimmen. Der erste Schritt wird demgemäß vorzugsweise
abgebrochen, sobald die Taupunkttemperatur der Luft in der HLK-Anlage
unter die Scheibentemperatur gesunken ist.
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Da
das plötzliche
Beschlagen im Allgemeinen bei Außentemperaturen zwischen 3
und 15°C beobachtet
wird, kann der Beginn des ersten Schritts vom Außentemperaturbereich abhängig gemacht werden.
Der erste Schritt wird vorzugsweise gestartet, wenn die Außentemperatur
im Bereich von 2 bis 20°C
liegt, wodurch ein Beschlagen verhindert werden sollte.
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Das
vorliegende Verfahren ist besonders gut daran angepasst, zur Steuerung
einer HLK-Anlage eingesetzt zu werden, die dem Innenraum eines Fahrzeugs
zugeordnet ist, um das Klima darin zu regeln und das Beschlagen
der Windschutzscheibe bei Anspringen des Verbrennungsmotors zu vermeiden, wobei
die HLK-Anlage eine Entfrosterdüse
aufweist, die Luft auf die Windschutzscheibe bläst. Da das plötzliche
Beschlagen in der Regel nur dann eintritt, wenn das Fahrzeug über einen
gewissen Zeitraum stillstand, kann das Verfahren einen ruhenden
Zeitschalter umfassen; der erste Schritt wird dann nur gestartet,
wenn der ruhende Zeitschalter noch nicht abgelaufen ist. Die Dauer
eines solchen Zeitschalters kann ungefähr 12 Stunden betragen.
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Im
Falle einer KFZ-HLK-Anlage umfasst Letztere normalerweise einen
Bodenlüfter,
der die Luft von der Windschutzscheibe fortlenkt; und die HLK-Anlage sollte vorzugsweise
so betrieben werden, dass sie während
des zweiten Schritts die Verteilung der Luft sowohl durch diesen
Bodenlüfter
als auch durch die Entfrosterdüse
ermöglicht.
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Darüber hinaus
ist eine KFZ-HLK-Anlage normalerweise auch in der Lage, die geblasene
Luft umzuwälzen
und/oder Frischluft einzusaugen. Die HLK-Anlage wird dann vorteilhafterweise
so betrieben, dass sie die Luft während des ersten Schritts nur umwälzt, um
so den so genannten Staudruckeffekt zu verhindern, wenn das Fahrzeug
sehr schnell zu fahren beginnt, d.h., dass Luft bei Vorwärtsfahrt
des Fahrzeugs durch den HLK-Frischlufteinlass
gedrückt wird.
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Bei
Ende des zweiten Schritts kann die HLK-Anlage dann gemäß den normalen
Komfortprogrammen gesteuert werden. Wie bereits im Hinblick auf
die Außentemperatur
von beispielsweise 3 bis 15°C
gesagt wurde, betreibt die der HLK-Einheit zugeordnete Steuereinheit
die HLK-Anlage normalerweise im Entfrostungsmodus, bei dem unter
anderem meist erwärmte
Luft auf die Windschutzscheibe geblasen wird. Da der Taupunkt der
Luft bei Ende des zweiten Schritts weit unter der Temperatur der
Windschutzscheibe liegt, sich sehr geringe Feuchtigskeitsmengen
auf dem Verdampfer angesammelt haben und die Temperatur der Windschutzscheibe
fortschreitend ansteigt, besteht nicht das Risiko, dass nach dem
Abschalten des Kompressors ein Beschlagen eintritt.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Die
vorliegende Erfindung wird nun bespielhaft anhand der begleitenden
Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
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1:
ein Ablaufdiagramm, das eine bevorzugte Ausführung der vorliegenden Erfindung
darstellt.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG EINER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNG
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Das
vorliegende Verfahren zur Steuerung einer HLK-Anlage wird nun anhand
einer KFZ-HLK-Anlage beschrieben, die das Klima im Fahrgastraum steuert.
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Eine
HLK-Anlage umfasst üblicherweise
ein Kanalsystem, das einen Einlasskanal für die Außenluft, der Außen- oder
Frischluft von der Außenseite des
Fahrzeugs aufnimmt, und einen Umluftkanal aufweist, der Luft aus
dem Fahrgastraum aufnimmt. Die Luft kann durch ein von einem Elektromotor
angetriebenes Gebläse
in die HLK-Anlage eingeführt
werden.
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Die
Luft kann in der HLK-Anlage durch ein Kühlgerät und ein Heizmittel vorkonditioniert
werden. Das Kühlgerät hat in
der Regel einen Kompressor, einen Kondensator, ein Expansionsventil
und einen Verdampfer, die durch Leitungen verbunden sind, um das
Kühlmittel
in diesem Kühlmittelkreislauf
zu zirkulieren, wie es in der Technik gut bekannt ist. Der Kompressor
wird entweder von dem Verbrennungsmotor oder einem Elektromotor
angetrieben, während
der Verdampfer im Kanalsystem eingebaut ist, wo die Wärme wegen
des Verdampfungsprozesses dem ankommenden Strom der über den
Verdampfer streichenden Frischluft entzogen und die Luft dadurch
gekühlt
wird.
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Das
Heizmittel umfasst im Allgemeinen einen im Kanalsystem hinter dem
Verdampfer eingebauten Heizungs-Wärmetauscher. Der Heizungs-Wärmetauscher ist so mit dem
Wasserkühlsystem
des Verbrennungsmotors verbunden, dass er durch das vom Verbrennungsmotor
kommende Kühlmittel
erwärmt
wird. Der Fluss des Motorkühlmittels zum
Heizungs-Wärmetauscher
kann durch ein Thermostatventil geregelt werden. Der Anteil der über den Heizungs-Wärmetauscher
streichenden Luft wird durch einen ersten Verteiler in Form eines
Schieberventils geregelt, das generell als Heizungsklappe bekannt
ist und durch ein Stellelement betätigt wird.
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Die
erwärmte
Luft (falls vorhanden) und die nicht erwärmte Luft werden in einer Mischkammer vor
einem als Verteilungsklappe bezeichneten zweiten Verteiler wieder
gemischt und strömen
anschließend über mehrere
Auslasskanäle
in den Fahrgastraum, die zu verschiedenen Bereichen davon führen. Die
Auslasskanäle
enden in Luftdüsen,
die nach ihrer Position im Fahrgastraum benannt sind, wie beispielsweise
Armaturenbrett-Luftdüsen,
Entfrosterdüsen
und Bodenlüfter.
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Die
Verteilungsklappe wird durch ein Stellelement betätigt, um
die Luftverteilung zwischen Armaturenbrett-Luftdüsen, Entfrosterdüsen und
Bodenlüftern
zu bestimmen.
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Die
jeweiligen Anteile der in das HLK-Kanalsystem eintretenden Umluft
und Frischluft werden durch einen als Umluftklappe bezeichneten
dritten Verteiler geregelt, der durch ein Stellelement betätigt wird.
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Die
HLK-Anlage wird generell durch eine Klimaautomatikeinheit gesteuert,
die Rechenmittel, die in Verbindung mit mehreren Sensoren in der
HLK-Anlage und dem Fahrgastraum stehen, sowie eine Benutzerschnittstelle
umfasst, die dem Fahrer bzw. den Fahrgästen ermöglicht, zwischen manuellen
Einstellungen und automatischen Betriebsarten hin- und herzuschalten.
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Wie
bereits erklärt
wurde, wird durch den Betrieb des Kühlgeräts Wasser auf dem Verdampfer kondensiert.
Nachdem das Fahrzeug stillsteht, verdampft dieses kondensierte Wasser
und bleibt unter bestimmten Bedingungen in der HLK-Anlage. Wenn dann
der Luftstrom beim nächsten
Fahrzeugstart auf die Windschutzscheibe gelenkt wird, kann dieser
verbleibende Dampf zum plötzlichen
Beschlagen der Windschutzscheibe führen, wodurch unsichere und unkomfortable
Bedingungen entstehen, die das Fahren des Fahrzeugs beeinträchtigen
können.
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Das
vorliegende Verfahren ermöglicht,
dass das plötzliche
Beschlagen der Windschutzscheibe beim Anlassen des Fahrzeugs verhindert
wird, und ist besonders interessant, wenn die Konstruktion der HLK-Anlage
kein Verschließen
der Entfrosterdüse zulässt.
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Um
das pötzliche
Beschlagen der Windschutzscheibe zu verhindern, umfasst das vorliegende
Verfahren zur Steuerung der HLK-Anlage im Wesentlichen folgende
Schritte:
Erster Schritt: beim Anlassen (10) des Fahrzeugs:
die Fahrzeuglüftung
abschalten und den Kompressor der Klimaanlage für einen vorbestimmten Zeitraum (16, 18)
oder so lange eingeschaltet lassen, bis mindestens ein weiterer
für das
Betriebsverhalten der Klimaanlage relevanter Parameter einen vorbestimmten
Grenzwert erreicht hat; und
zweiter Schritt: nach Ende (20)
des ersten Schritts die Lüftung
der HLK-Anlage mit
einer vorbestimmten Gebläsestufe
starten (22) und die Klimaanlage für einen vorbestimmten Zeitraum
oder so lange eingeschaltet lassen, bis mindestens ein weiterer
für ein Beschlagen
der Windschutzscheibe relevanter Parameter einen vorbestimmten Grenzwert
erreicht hat (24, 26).
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Eine
bevorzugte Ausführung
des vorliegenden Verfahrens wird nun detaillierter anhand von 1 erklärt. Dieses
Verfahren wird vorteilhafterweise so in die Klimaautomatikeinheit
einprogrammiert, dass es ab dem Anlassen des Fahrzeugs durch diese Einheit
durchgeführt
werden kann.
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Der
erste Schritt 10 des Verfahrens besteht darin, die Zündung des
Verbrennungsmotors zu überwachen,
wobei die Klimaautomatikeinheit ab diesem Moment die Steuerung der
HLK-Einheit übernehmen
sollte. Dies kann dadurch realisiert werden, dass der Anlassermotor
durch einen Sensor überwacht
wird und dann die Drehzahl des Verbrennungsmotors überwacht
wird, um zu überprüfen, ob der
Verbrennungsmotor läuft.
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Beim
Anlassen wird vorzugsweise überprüft, ob die
Außentemperatur
in dem Bereich liegt, bei dem ein Beschlagen der Windschutzscheibe
wahrscheinlich ist. Demnach überprüft der Abfrageschritt 14,
ob die Außentemperatur
TAUSSEN im Bereich von 2 bis 20°C liegt.
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Falls
die Antwort auf den Schritt 14 negativ ist, besteht nicht
das Risiko des Beschlagens, so dass eine Rückkehr zu den Hauptkomfortprogrammen 28 folgt.
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Falls
die Antwort auf den Abfrageschritt 14 positiv ist, wird
das Gebläse
sofort abgeschaltet, während
der Kompressor eingeschaltet wird (Schritt 16). Es ist
anzumerken, dass das Einschalten des Kompressors nach Erkennung der
Zündung
beim Schritt 10 um einige Sekunden verzögert werden kann, damit der
Verbrennungsmotor stabile Laufbedingungen erreicht. Durch das Abschalten
des Gebläses
wird vermieden, dass die im HLK-Kanalsystem enthaltene feuchte Luft
geblasen wird, die wegen Verdampfens des auf dem Verdampfer kondensierten
Wassers entstand. Darüber
hinaus bewirkt das Einschalten des Kompressors die Kühlung des
Verdampfers, so dass die Feuchtigkeit der im HLK-Kanalsystem enthaltenen
Luft kondensiert.
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Vorzugsweise
umfasst das vorliegende Verfahren ferner einen Schritt 18,
bei dem die Verteilungsklappe betätigt wird, um den kombinierten
Boden/Entfrostungs-Verteilungsbetrieb einzuschalten. Außerdem wird
vorzugsweise die Umluftklappe in die Nur-Umluft-Stellung umgeschaltet.
Dies dient dazu, den so genannten Staudruckeffekt zu verhindern, wenn
das Fahrzeug sehr schnell zu fahren beginnt, d.h., dass Luft bei
Vorwärtsfahrt
des Fahrzeugs durch den HLK-Frischlufteinlass gedrückt wird.
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Der
nächste
Abfrageschritt 20 ist so ausgelegt, dass die Bedingungen
der Schritte 16 und 18 für einen bestimmten Zeitraum
beibehalten werden, der ermöglicht,
dass der Verdampfer eine ausreichend tiefe Temperatur erreicht,
um einen Großteil
der im HLK-Kanalsystem enthaltenen Feuchtigkeit zu kondensieren.
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Es
versteht sich bei der vorliegenden Ausführung, dass davon ausgegangen
wird, dass die Feuchtigkeit der Luft ausreichend reduziert ist,
wenn die Taupunkttemperatur der Luft TPLUFT in
der HLK-Einheit unter die Temperatur der Windschutzscheibe TW absinkt. Demzufolge werden der Taupunkt
der Luft TPLUFT und die Windschutzscheiben-Temperatur
TW überwacht.
Den Taupunkt der Luft TPLUFT kann man durch
Messung der Temperatur und der Luftfeuchte im HLK-Kanalsystem ermitteln. Die
Windschutzscheiben-Temperatur TW kann von
einem Temperatursensor erkannt werden, der an der Innenseite der
Windschutzscheibe befestigt ist.
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Daher
vergleicht der Abfrageschritt 20 die Taupunkttemperatur
der Luft TPLUFT in der HLK-Einheit mit der
Temperatur der Windschutzscheibe TW. Es
dauert normalerweise ungefähr
15 bis 60 Sekunden, bis der Taupunkt der Luft TPLUFT unter
die Windschutzscheiben-Temperatur TW absinkt.
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Wenn
beim Abfrageschritt 20 eine positive Antwort vorliegt,
wird anschließend
im nächsten Schritt 22 das
Gebläse
eingeschaltet – vorzugsweise bei
einer vorbestimmten niedrigen Gebläsestufe –, während der Kompressor noch eingeschaltet
ist. Dadurch kann ein schwacher Strom relativ trockener Luft auf
die Windschutzscheibe geblasen werden.
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Nach
dem Einschalten des Gebläses
werden der Taupunkt der von der HLK geblasenen Luft TPLUFT und
die Windschutzscheiben-Temperatur TW wieder überwacht
und diese Temperaturen im nächsten
Abfrageschritt 24 verglichen. Es wurde in der Tat herausgefunden,
dass die Taupunkttemperatur der von der HLK-Anlage geblasenen Luft
ein Kriterium ist, mit dem sich der Moment bestimmen lässt, ab
dem der Kompressor abgeschaltet werden kann, ohne dass danach ein
Beschlagen eintritt. Bei dem vorliegenden Verfahren wird davon ausgegangen,
dass ein Absinken des Taupunkts der Luft TPLUFT um
mindestens 10°C,
vorzugsweise ungefähr
15°C, unter
die Windschutzscheiben-Temperatur
TW ausreicht, um ein Beschlagen der Scheibe
beim Abschalten des Kompressors zu vermeiden. Sobald beim Schritt 24 eine positive
Antwort vorliegt, was normalerweise nicht länger als 60 Sekunden dauert,
erfolgt die Abschaltung des Kompressors (Schritt 26) und
anschließend eine
Rückkehr
zu den Hauptkomfortprogrammen 28.
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Es
versteht sich, dass der Kompressor beim Schritt 26 normalerweise
nur für
einen kurzen Zeitraum aktiv war (in der Regel unter zwei Minuten
ab Einschalten des Kompressors beim Schritt 16), so dass
die in der Nähe
des Verdampfers kondensierte Wassermenge gering ist. Es besteht
somit nicht das Risiko, dass ein Beschlagen eintritt, da der Taupunkt der
von der HLK geblasenen Luft ab dem Moment sehr niedrig ist, in dem
der Kompressor abgeschaltet wird. Nach einiger Zeit steigt der Taupunkt
fortschreitend an, da sich der Verdampfer wegen des abgeschalteten
Kompressors erwärmt.
Da frische Außenluft
jedoch nur geringe Mengen Wasser enthält und sich die Windschutzscheibe
ebenfalls fortschreitend erwärmt,
besteht nicht das Risiko, dass die Scheibe während der restlichen Fahrt
beschlägt.
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Es
bleibt anzumerken, dass das vorliegende Verfahren in dem Fall, wo
das Risiko des Beschlagens erkannt wurde (Schritt 14),
einen abschließenden
Schritt (der nach dem Schritt 26 folgt) des automatischen
Umschaltens auf ein Entfrostungs-Komfortprogramm umfassen könnte, bei
dem hauptsächlich
die Gebläsegeschwindigkeit
erhöht
und die Verteilungsklappe betätigt
wird, um erwärmte
Luft durch die Entfrosterdüse
auf die Windschutzscheibe zu blasen. Dieses Entfrostungsprogramm
sollte auch das Abschalten der Umluft-Betriebsart einschließen.
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Es
versteht sich, dass das Verhindern des Beschlagens der Scheibe die
Sicherheit betrifft und dass dem vorliegenden Verfahren vorzugsweise
Priorität
vor den anderen Komfortprogrammen eingeräumt werden sollte, die in die
Klimaautomatikeinheit einprogrammiert sind. Dies bedeutet, dass
es vorzugsweise bei jedem Anlassen des Verbrennungsmotors vor irgendeinem
anderen Komfortprogramm durchgeführt
werden sollte.
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Bei
der vorliegenden Ausführung
des Verfahrens werden die Taupunkttemperatur der Luft TPLUFT und die Windschutzscheiben-Temperatur
TW vorzugsweise mit speziellen Sensoren
gemessen. Die Schritte 20 und 24 können jedoch
auch mit Schätzwerten
dieser Temperaturen durchgeführt
werden.