-
Die
vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Reinigung des βTGF-Faktors aus einem
Milchrohstoff.
-
STAND DER
TECHNIK
-
Milch,
insbesondere die Milch des Menschen und die Milch aller Weibchen
von Säugetieren,
enthält zahlreiche
biologisch aktive Polypeptide, insbesondere zahlreiche Wachstumsfaktoren.
Einer der in der Milch enthaltenen Wachstumsfaktoren ist TGF-β (für „Transforming
Growth Factor beta).
-
Der
Begriff TGF-β bezeichnet
eine Familie, umfassend diverse Wachstumsfaktoren. Die TGF-β1 und TGF-β2 sind die
beiden homologen Formen des TGF-β.
Es handelt sich um homodimere Bestandteile, die von zwei Peptidketten
von jeweils 112 Aminosäuren
gebildet sind, die identisch und untereinander mit Hilfe einer Disulfidkettenbrücke verbunden
sind. Ihr Molekulargewicht beträgt
25.000 Dalton. Die Polypeptide TGF-β1
und TGF-β2
weisen 72 % Strukturhomologie auf, und ihre biologischen Eigenschaften
sind identisch. Es besteht eine völlige Identität in der
Aminosäurensequenz
der TGF-β2
menschlichen Ursprungs oder der Rinder.
-
Die
TGF-β können durch
Genrekombination in gereinigter Form erhalten werden. Aber die Präparate von
rekombinanten TGF-β können einen
geringen Anteil an bakteriellen Proteinen enthalten, von denen manche
Allergien hervorrufen. Ferner enthalten gereinigte Präparate von
rekombinanten TGF-β per
Definition kein zugehöriges
Milchprotein, das den biologischen Effekt des TGF-β ergänzen oder
potenzieren könnte.
-
Die
Milch der Kuh enthält
sowohl TGF-β1
als auch TGF-β2.
Der TGF-β2
ist mehrheitlich vorhanden und stellt 90 Gew.-% des in der Milch
zu findenden TGF-β dar,
wobei der TGF-β1
seinerseits 10 Gew.-% des Gesamtinhalts an TGF-β der Milch darstellt.
-
In
der Milch sind mehr als 90 % des TGF-β2 in einer latenten Form vorhanden,
d.h. in einer nicht biologisch aktiven Form.
-
Diverse
akademische Studien zeigten, dass die Rate an TGF-β2 in der
Milch 12 bis 150 μg/l
im Kolostrum von 3,7 bis 3,8 μg/l
in der rohen Milch und in der pasteurisierten Milch, 4,3 μg/l in der
entrahmten Milch und 3,7 μg/l
im Laktoserum betrug.
-
Der
TGF-β besitzt
ein breites biologisches Wirkungsspektrum, das diesem Polypeptid
ein großes
therapeutisches Interesse in der Prävention oder Behandlung einer
großen
Vielfalt von Erkrankungen oder Krankheiten verleiht.
-
Der
TGF-β ist
biologisch aktiv auf der extrazellulären Matrix. Der TGF-β stimuliert
die Synthese der Matrixproteine und erhöht die Synthese des Kollagens
und des Fibronektins in den Fibroblasten. Er hemmt auch die Synthese
von proteolytischen Enzymen, wie beispielsweise die Kollagenase
und die Metalloproteasen. Der TGF-β erhöht die Sekretion von Hemmstoffen
der Proteasen, wie beispielsweise des Hemmstoffes des Aktivators
des Plasminogens oder auch der Hemmstoffe von Metalloproteasen.
-
Der
TGF-β übt auch
eine biologische Aktivität
auf das Skelett aus. Insbesondere ist der TGF-β in starken Konzentrationen
im Knochen vorhanden. Er spielt eine Rolle bei der Knorpelbildung
und stimuliert die Resorption der Osteoklasten sowie die Aktivierung
der Osteoblasten. Er wirkt als natürlicher Hemmstoff der Knochenresorption
und als ein Stimulator der Knochenbildung.
-
Der
TGF-β ist
auch auf den Lymphozyten aktiv. Zum Beispiel hemmt der TGF-β das Wachstum
der T-Lymphozyten und begünstigt
die Aktivität
der Killerzellen, „Natural
Killers" genannt.
-
Der
TGF-β ist
auch ein stark entzündungshemmender
Wirkstoff. Er verringert die Produktion von proinflammatorischen
Zytokinen. Er besitzt Immunsuppressionseigenschaften und hemmt das
Wachstum der aktivierten T-Lymphozyten.
-
Ferner
besitzt der TGF-β wachstumshemmende
Wirkung. Er ist ein starker Hemmstoff für die Epithelialzellen. Er übt auch
eine starke antimitogene Aktivität
gegenüber
den Mesenchymalzellen, den Embryonalfibroblasten, den Endothelialzellen
sowie den T- und B-Lymphozyten aus. Er ist auch ein starker Hemmstoff für das Wachstum
der Hepatozyten und könnte
eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Quieszenz derselben
spielen. Der TGF-β wirkt
auch als ein Faktor zur Negativregulierung des Mammaepithels.
-
Der
TGF-β besitzt
auch Krebs hemmende Wirkung. Während
der Krebsentstehung können
die Krebszellen ihre Fähigkeit,
auf den TGF-β zu
antworten, verlieren. Dennoch sind manche Tumoren mit Epithelialzel len
für die
wachstumshemmenden Wirkung des TGF-β sensibel. Die ist bei den Zellen
des Brustkrebses der Fall.
-
Überdies
wirkt der TGF-β auf
das Wachstum und die Differenzierung der Leukämiezellen. Er hemmt das Wachstum
der promyelozytären
Zellen. Er könnte
in Synergie mit der Retinolsäure
und dem Vitamin D3 wirken.
-
Die
europäische
Patentanmeldung
EP 0 527 283 im
Namen der Firma der Produkte NESTLE S.A. beschreibt ein Verfahren
zur Herstellung eines Milchderivatproduktes, das TGF-β enthält, bei
dem Vollmilch durch Zentrifugieren entrahmt, auf einer Säule PD-10
(Pharmacia) entsalzt und dann durch Filtration auf einer Membran „Millipore" mit einem Porendurchmesser
gleich 0,2 μm
sterilisiert wird. Dann wird die entrahmte Milch sterilisiert und
auf einen pH-Wert 4 mit Hilfe einer Lösung HCl 1N eingestellt, dann
bei 40.000 g 60 Minuten lang zentrifugiert, um das ausgefällte Kasein
vom Laktoserum zu trennen. Das so abgetrennte Laktoserum wird durch
Natrium 1N neutralisiert und dann dialysiert. Allerdings ist dieses
Verfahren, das es ermöglicht,
das Kasein aus der entrahmten ursprünglichen Milch zu entfernen,
kein Verfahren zur Reinigung des TGF-β. Es führt nämlich zu einem Endprodukt,
das die Gesamtheit der Proteine des ursprünglichen Laktoserums enthält, in dem
der TGF-β vorhanden
ist, aber ohne signifikante Anreicherung des Gehalts an diesem Molekül.
-
Im
Stand der Technik sind mehrere Verfahren zur Herstellung von mit
TGF-β angereicherten
Proteinfraktionen aus Milch beschrieben.
-
Die
europäische
Patentanmeldung
EP 0 313 515 im
Namen von CIBA GEIGY beschreibt ein Verfahren zur Reinigung eines
in der Milch enthaltenen Wachstumsfaktors, das nacheinander Schritte
der Chromatographie einsetzt, wobei insbesondere Kationen austauschende
Harze, Träger
für hydrophobe
Interaktionschromatographie (HPLC-RP) oder auch chromatografische
Exklusionsträger
durch die Größe verwendet
werden.
-
Die
Anmeldung PCT WO 01 25.276 im Namen von CAMPINA MELKUNIE B.V. beschreibt
ein Verfahren zur Extraktion von TGF-β und Wachstumsfaktoren analog
zu Insulin (IGF-1) aus einem Milchprodukt. Das Verfahren umfasst
die folgenden Schritte, darin bestehend:
- a)
eine Basisfraktion des Milchproduktes durch Chromatographie mit
Kationenaustausch wiederzugewinnen;
- b) die in Schritt a) erhaltene Fraktion in eine Hydroxyapatitsäule zu schicken;
- c) die Hydroxyapatitsäule
mit Hilfe von geeigneten Eluierungsmitteln zu eluieren, um insbesondere
eine Fraktion zu erhalten, die TGF-β im Wesentlichen ohne IGF-1
enthält.
-
Die
oben beschriebenen Verfahren weisen alle technische Nachteile auf.
Die Reinigungsverfahren des TGF-β,
die aufeinander folgende Chromatografieschritte einsetzen, sind
lang und langwierig. Ferner verringert die große Anzahl von Chromatografieschritten,
die für
den Erhalt des gewünschten
Reinigungsgrades notwendig sind, wesentlich das Endergebnis auf
Grund der progressiven Verschlechterung des TGF-β während der Reinigungszeit und
des unvermeidlichen Verlustes an biologisch aktivem TGF-β bei jedem
der chromatografischen Schritte. Außer der Verwendung von Salzlösungen und
Regenerationslösungen,
die hoch verschmutzend sind, was dann beseitigt werden muss, weisen
diese Verfahren eine hohe Gefahr der bakteriellen Kontamination
des Endproduktes auf.
-
Es
besteht im Stand der Technik somit ein Bedarf an verbesserten Verfahren
zur Reinigung des TGF-β aus
einem Milchprodukt, das die oben für die Verfahren des Standes
der Technik beschriebenen Nachteile nicht aufweist.
-
ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung einer mit TGF-β in aktivierter
Form stark angereicherten Proteinfraktion aus einer flüssigen Lösung reich
an so genannten löslichen
Proteinen der wässerigen Phase
der Milch und/oder des Laktoserums, wobei das Verfahren die folgenden
Schritte umfasst:
- a) Anpassung der gereinigten
löslichen
Proteine an eine Konzentration von 5 bis 30 g/l Lösung;
- b) Ausfällung
eines Teils der Proteine des Laktoserums durch Säurebehandlung der Lösung bei
einem pH-Wert zwischen 4 und 5,5 und bei einer Temperatur zwischen
55°C und
68°C;
- c) Mikrofilterung mit Diafilterung der ausgefällten Lösung, um
ein Mikrofiltrationsretentat bzw. ein Mikrofiltrat zu erhalten;
- d) Wiedergewinnung des Mikrofiltrationsretentats, das die stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion enthält;
- e) Trocknen des diagefilterten Mikrofiltrationsretentats, um
ein stark mit TGF-β angereichertes
Pulver zu erhalten.
-
Vorzugsweise
erfolgt der Schritt der Anpassung a) durch Verdünnung einer Lösung, die
die löslichen Proteine
der Milch enthält,
wie beispielsweise ein Isolat von Proteinen des Laktoserums; auch
bezeichnet als „WPI".
-
Vorzugsweise
erfolgt der Schritt der Ausfällung
b) bei einer Temperatur zwischen 60°C und 68°C und ferner vorzugsweise bei
ungefähr
63°C.
-
Vorzugsweise
beträgt
die Dauer des Schrittes der Ausfällung
b) zwischen 30 Sekunden und 10 Minuten, vorzugsweise zwischen 30
Sekunden und 5 Minuten und auf noch bevorzugtere Weise ungefähr 2 Minuten.
-
Auf
bevorzugte Weise erfolgt die Mikrofilterung des Schrittes c) auf
einer Mikrofiltrationsmembran mit einer durchschnittlichen Porengröße zwischen
0,8 und 1,6 μm,
die eine enge Verteilung der Porengröße besitzt.
-
Die
Erfindung betrifft auch die Gewinnung einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion, die durch das oben erwähnte Verfahren gewonnen werden
kann und einen Gehalt an TGF-β2
in aktivierter Form über
5 μg pro
Gramm von Gesamtproteinen des Laktoserums aufweist, wobei die anderen
Proteine des Laktoserums mehrheitlich von a-Laktalbumin gebildet sind.
-
Sie
betrifft auch eine pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend eine
Proteinfraktion, wie oben definiert, gegebenenfalls in Verbindung
mit einem oder mehreren physiologisch kompatiblen Exzipienten.
-
Sie
betrifft auch die Verwendung einer Proteinfraktion, wie oben definiert,
für die
Herstellung eines Medikaments zur Prävention oder Behandlung diverser
Pathologien, bei denen der TGF-β eine
Verbindung von therapeutischem Interesse darstellt.
-
BESCHREIBUNG
DER EINZIGEN FIGUR
-
1 stellt
ein Schema des Verfahrens zur Gewinnung einer erfindungsgemäßen mit
TGβ angereicherten
Proteinfraktion dar.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Der
Anmelder entwickelte ein einfaches und rasches Verfahren zur Gewinnung
einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion aus einer flüssigen
Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums.
-
Unter „TGF-β" ist eine Verbindung
oder eine Mischung von TGF-β,
umfassend mindestens 90 Gew.-% TGF-β2, und höchstens 10 Gew.-% von TGF-β1 zu verstehen.
-
Insbesondere
umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
eine geringe Anzahl von Schritten von kurzer Dauer, wodurch es möglich ist,
einen signifikanten Verlust der biologischen Aktivität des TGF-β auf Grund
einer Verschlechterung dieses Proteins in der Zeit während des
Reinigungsverfahrens zu vermeiden.
-
Ferner
umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
keinen Schritt der Chromatographie, der die aufeinander folgende
Adsorption der Proteine von Interesse auf mehreren Trägern, dann
ihre Desorption von den Trägern
durch Elution erfordert, die obligatorisch zu einem signifikanten
Verlust des TGF-β und
somit zu schädlichen
Folgen für
die Endleistung des Verfahrens führt.
-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung einer mit TGF-β in aktivierter
Form angereicherten Proteinfraktion aus einer flüssigen Lösung reich an Proteinen des
Laktoserums, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- a) Anpassung der gereinigten Proteine des Laktoserums
an eine Konzentration von 5 bis 30 g/l Lösung;
- b) Ausfällung
eines Teils der Proteine des Laktoserums durch Säurebehandlung der flüssigen Lösung bei einem
pH-Wert zwischen 4 und 5,5 und bei einer Temperatur zwischen 55°C und 68°C;
- c) Mikrofilterung mit Diafilterung der so behandelten Lösung, um
ein Mikrofiltrationsretentat bzw. ein Mikrofiltrat zu erhalten;
- d) Wiedergewinnung des Mikrofiltrationsretentats, das die stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion enthält;
- e) Trocknen des diagefilterten Mikrofiltrationsretentats, um
ein stark mit TGF-β angereichertes
Pulver zu erhalten.
-
Die
Ausgangslösung
reich an Proteinen des Laktoserums kann jeglicher Natur sein. Vorzugsweise handelt
es sich um ein Isolat von Proteinen des Laktoserums (auch WPI genannt,
für „Why proteins
isolate"), das durch
jede dem Fachmann bekannte Methode hergestellt werden kann.
-
Die
Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums hat vorzugsweise folgende Zusammensetzung:
Stickstoffhaltige
Gesamtmaterie: 10 g/kg
Trockenextrakt: 10,4 g/kg
D.h.
96 % Proteine im Trockenextrakt.
-
Verfahrensschritt a)
-
Der
Verfahrensschritt a) besteht vorzugsweise in einer Verdünnung der
Proteine mit osmotisiertem Wasser, um eine Konzentration von 5 bis
30 g Proteine pro Kilogramm Lösung
zu erhalten.
-
Verfahrensschritt b)
-
Der
Verfahrensschritt b) besteht in einem Schritt aus der fraktionierten
Ausfällung
der Proteine des Laktoserums unter Betriebsbedingungen, die eine
selektive Ausfällung
der Proteinfraktion ermöglichen
und die gleichsam die Gesamtheit des ursprünglich in der flüssigen Lösung reich
an Proteinen des Laktoserums, beispielsweise einem WPI, enthaltenen
TGF-β umfassen.
-
Dieses
Ziel wurde vom Anmelder dadurch erreicht, dass gewisse Parameter
von pH-Wert und Temperatur kombiniert wurden.
-
Erfindungsgemäß wurde
herausgefunden, dass es die Anwendung von nur einem der Parameter, nämlich dem
pH-Wert oder der Temperatur, nicht ermöglicht, den gewünschten
Ausfällungsgrad
der Proteine zu erzielen.
-
Wenn
der Schritt b) bei einer Temperatur unter 55°c erfolgt, wird die Ausfällung der
Proteinfraktion reich an TGF-β nicht
erzielt. Ebenso wenn die Behandlungstemperatur über 68°C liegt, und auch bei steigenden
Temperaturen ist die Co-Ausfällung
einer immer größeren Fraktion
der Proteine des Laktoserums mit dem TGF-β zu beobachten. So wird bei
Temperaturen über
70°C gleichsam
die Gesamtheit der Proteine des Laktoserums, die ursprünglich in
der Ausgangslösung
enthalten sind, ausgefällt,
und die selektive Anreicherung mit TGF-β wird nicht erzielt.
-
Zum
Beispiel sind bei einem pH-Wert von 4,6 die beobachteten Ausfällungsergebnisse
bei steigenden Temperaturen in der nachfolgenden Tabelle 1 angeführt.
-
Die
nachfolgende Tabelle 1 fasst die Entwicklung der Ausfällung des
TGF-β und
der Proteine des Laktoserums bei einem pH-Wert von 4,6 in Abhängigkeit
von der Intensität
der Wärmebehandlung
(Behandlungsdauer: 2 Minuten) zusammen. TABELLE
1
- a Prozentsatz des
TGF-β, der
ursprünglich
in der flüssigen
Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums (WPI) enthalten ist, der in der
ausgefällten
Proteinfraktion wiederzufinden ist.
- b Prozentsatz der Gesamtproteine, die
ursprünglich
in der flüssigen
Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums (WPI) enthalten ist, der in der
ausgefällten
Proteinfraktion wiederzufinden ist.
-
Die
Resultate der Tabelle 1 zeigen, dass bei einem pH-Wert von 4,6 und
bei einer Temperatur von 50°C
nur 43% der ursprünglich
in der Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums enthaltenen Proteine ausgefällt werden.
Bei der Temperatur von 70 °C
werden 100 % des ursprünglichen
TGF-β2 ausgefällt, aber
die Ausfällung
ist wenig selektiv auf Grund dessen, dass 50 % der Gesamtproteine,
die ursprünglich
in der Ausgangslösung
von Proteinen des Laktoserums enthalten sind, mit dem TGF-β co-ausgefällt werden,
wodurch es nicht möglich
ist, den gewünschten
Grad der Anreicherung mit TGF-β zu
erzielen.
-
Vorzugsweise
erfolgt der Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem pH-Wert
zwischen 4 und 5,5 und noch vorteilhafterweise bei einem pH-Wert
zwischen 4 und 5. Auf besonders bevorzugte Weise er folgt der Verfahrensschritt
b) bei einem pH-Wert zwischen 4,3 und 4,9, noch besser zwischen
4,4 und 4,8, vorzugsweise zwischen 4,5 und 4,7. Der optimale pH-Wert
für den
Einsatz beträgt
ungefähr
4,6.
-
Vorzugsweise
wird der pH-Wert mit Hilfe einer konzentrierten Säure eingestellt,
um die Verdünnungsphänomene,
die sich aus der Beigabe eines zusätzlichen Flüssigkeitsvolumens ergeben,
maximal zu verringern. Vorzugsweise wird konzentriertes HCl und
auf besonders bevorzugte Weise HCl mit der Konzentration 6N verwendet,
insbesondere auf Grund seiner einfacheren und weniger gefährlichen
Handhabung als bei anderen konzentrierten Säuren.
-
Die
Einsatztemperatur des Schrittes b) des Verfahrens liegt vorzugsweise
zwischen 55°C
und 68°C, vorzugsweise
zwischen 61 °C
und 65°C
und auf besonders bevorzugte Weise zwischen 62°C und 64°C, am besten bei ungefähr 63°C.
-
Ohne
an irgendeine Theorie gebunden sein zu wollen, denkt der Anmelder,
dass der TGF-β,
der sich im Wesentlichen in latenter Form in der Ausgangslösung von
Proteinen des Laktoserums befindet, in seine aktivierte (biologisch
aktive) Form in Schritt b) des Verfahrens μmgewandelt wird.
-
Die
oben erwähnte
Kombination der Parameter der Temperatur und des pH-Werts macht
den Einsatz des Schrittes der Ausfällung während einer kurzen Dauer möglich, wodurch
die Verschlechterung des TGF-β vermieden
werden kann. So liegt die Dauer des Schrittes b) der Ausfällung zwischen
30 Sekunden und 10 Minuten, vorzugsweise zwischen 30 Sekunden und
5 Minuten, noch besser zwischen 1 Minute und 3 Minuten und auf besonders
bevorzugte Weise bei ungefähr
2 Minuten.
-
Wenn
der Schritt b) des Verfahrens 15 Minuten lang bei einem pH-Wert
von 7,0 bei 80°C
durchgeführt wird,
ist eine Denaturierung des TGF-β zu
beobachten, wobei diese Denaturierung mit der Dauer des Schritts der
Ausfällung
länger
als 15 Minuten steigend ist.
-
Die
Wärmebehandlung
kann von jeder Art sein. Sie erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von
Wärmetauschern
röhrenförmigen Typs
oder auch von Wärmetauschern
mit geglätteter
Oberfläche,
die dem Fachmann für
die Wärmebehandlung
von viskosen Lösungen
oder Suspensionen, wie beispielsweise Frischkäse, bekannt sind.
-
Nach
einer besonderen Ausführungsart
des Schrittes b) des Verfahrens wird die ausgefällte Lösung von TGF-β rasch abgekühlt.
-
Der
Anmelder hat nämlich
beobachtet, dass eine rasche Abkühlung
nach der Ausfällung
einen positiven Einfluss auf die Textur des erhaltenen Niederschlags
hat und folglich den Einsatz der späteren Schritte des Verfahrens
und insbesondere den Schritt der Mikrofilterung begünstigt,
wobei der Niederschlag nicht zu fein sein darf, um die Membran nicht
zu verstopfen.
-
Vorzugsweise
erfolgt die Abkühlung
in einem Platten- oder Röhrenwärmetauscher
mit Wasser auf Raumtemperatur, vorzugsweise zwischen 20 und 30°C, vorzugsweise
von ungefähr
25°C.
-
Die
Dauer des Schrittes der Abkühlung
liegt vorzugsweise zwischen 1 und 20 Minuten und auf besonders bevorzugte
Weise zwischen 2 und 10 Minuten.
-
Das
Endprodukt des Schrittes b) ist somit eine Flüssigkeit, die eine Suspension
von ausgefällten
Proteinen inklusive TGF-β in
einer Lösung
von nicht ausgefällten
Proteinen des Laktoserums enthält.
-
Schritt c) des Verfahrens
-
Die
Suspension von Proteinen, die den TGF-β in einer Lösung von nicht ausgefällten Proteinen
des Laktoserums enthält
und die in Schritt b) gewonnen wurde, wird mit Diafilterung mikrogefiltert.
-
Der
Niederschlag wird einem Schritt der Mikrofilterung mit Diafilterung
unterzogen, um die Mehrzahl der löslichen Restproteine des Laktoserums
zu beseitigen, wobei die Proteinfraktion von Interesse, die mehrheitlich
den TGF-β enthält, konzentriert
wird.
-
Um
signifikante Verluste an TGF-β bei
Beseitigung einer Mehrzahl der nicht gewünschten löslichen Proteine des Laktoserums
zu vermeiden, erfolgt die Mikrofilterung mit einer Membran, deren
Gauß'sche Verteilung der
Porengröße eingeschränkt ist.
-
Die
Mikrofilterung erfolgt vorzugsweise mit einer Mikrofiltermembran
mit einer durchschnittlichen Porengröße zwischen 0,8 und 1,6 μm, die eine
Gauß'sche Verteilung eingeschränkter Porengröße besitzt.
-
Auf
bevorzugte Weise erfolgt die Mikrofilterung mit Diafilterung unter
Bedingungen eines einheitlichen Transmembrandrucks auf der Gesamtheit
der Oberfläche
der Filtermembran.
-
Die
Rezirkulation des Permeats bei Mitstrom stellt eine erste Ausführungsart
des Schrittes der Mikrofilterung des erfindungsgemäßen Verfahrens
dar, die den Erhalt eines im Wesentlichen einheitlichen Transmembrandrucks
auf der Gesamtheit der Oberfläche
der Membran des Filters ermöglicht.
-
So
ermöglicht
die Rezirkulation des Permeats bei Mitstrom an der Außenoberfläche des
Trägers
der Filtermembran den Erhalt eines Lastver lustes (Unterschied zwischen
dem Eingangsdruck und dem Ausgangsdruck der Fluide, die auf jeder
Seite der Filtermembran zirkulieren), der in jeder der Abteilungen
des Filters identisch ist, und somit einen im Wesentlichen identischen
Druckunterschied an jedem gegebenen Punkt der Filtermembran, und
zwar auf der Gesamtheit der Filteroberfläche. Die Technik der Rezirkulation
des Permeats bei Mitstrom ist beispielsweise in dem schwedischen
Patent
SW 74 16 257 (Sandblom)
beschrieben.
-
Wenn
die Rezirkulation des Permeats bei Mitstrom durchgeführt wird
und ein einheitlicher Transmembrandruck sicher gestellt sein soll,
wurden die besten Resultate mit mineralischen oder keramischen Membranen,
wie beispielsweise jenen aus Alphaaluminiumoxid, erzielt, die von
der Firma Société des Céramiques Techniques
(Frankreich) unter der Marke Membralox oder von der Firma Orelis
France unter der Marke KERASEP vertrieben werden, oder auch den
Membranen der Marke STERILOX.
-
Nach
einem weiteren Aspekt ist die Filtermembran auf einem makroporösen Träger mit
Längsdurchlässigkeitsgradienten
angeordnet. Ein solcher Träger
besitzt eine derartige Ausführung,
dass er einen Porositätsgradienten
aufweist, der von einem Ende zum anderen der Filtermembran abnimmt.
-
Dank
eines solchen Filterträgers
nimmt der hydraulische Widerstand von einem Ende zum anderen der
Filtermembran ab, was den Erhalt eines einheitlichen Transmembrandrucks
entlang des gesamten Membranweges ermöglicht.
-
Ein
solcher Filtertyp ist vorzugsweise aus Keramik hergestellt, wie
beispielsweise der in der französischen
Patentanmeldung
FR 97 04 359 beschriebene
Filterträger.
-
Nach
einem weiteren Aspekt kann auch eine dynamische Membranfilterung
durchgeführt
werden, wie in dem französischen
Patent 93 06 321 (Veröffentlichung
2 692 441) beschrieben, wobei beispielsweise organische Membranen
verwendet werden.
-
Nach
einer solchen Ausführungsart
des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind die Filtermembran und ihr Träger auf einer Drehachse montiert,
wobei die Vorrichtung durch die Anordnung einer Drehscheibe in geringem
Abstand zu der Mikrofiltermembran vervollständigt wird.
-
Die
Drehung der in geringem Abstand (ungefähr 4 mm) zur Mikrofiltermembran
angeordneten Scheibe erzeugt eine Scherspannung, die 50 bis 100
Mal größer als
bei einer herkömmlichen
Tangentialfilterung ist, wobei diese Scherspannung in allen drei
Dimensionen (radial, tangential und axial) wirkt. Bei einer solchen Vorrichtung
ist die Erzeugung der Scherspannung an der Wand vom Transmembrandruck
entkoppelt. Solche Verfahren der dynamischen Membranfilterung sind
auch in den Patenten
US 5 037
532 , 3 997 447 und 4 956 102 beschrieben.
-
Auf
bevorzugte Weise besitzt die Mikrofiltermembran eine durchschnittliche
Porengröße zwischen
1 und 1,6 μm
und auf besonders bevorzugte Weise von ungefähr 1,4 μm, wie jene, die von der Firma
EXEKIA unter der Referenz „Sterilox,
1,4 μm klassisch" vertrieben wird
und den Einsatz der Rezirkulation des Mikrofiltrats bei Mitstrom
in der Mikrofiltereinrichtung erfordert, um einen einheitlichen
Transmembrandruck zu erhalten, und unter der Referenz „Sterilox
1,4 μm GP" vertrieben wird.
-
Vorzugsweise
erfolgt die Diafilterung mit osmotisiertem Wasser oder entmineralisiertem
Wasser, das steril gefiltert ist.
-
Vorzugsweise
erfolgt die Diafilterung durch Einsatz von 1 bis 6 Diavolumina,
vorzugsweise ungefähr 4
Diavolumina, um eine maximale Beseiti gung der löslichen Proteine des Laktoserums
mit Ausnahme des TGF-β zu
erzielen.
-
Vorzugsweise
erfolgt die Mikrofilterung mit Diafilterung bei einem pH-Wert zwischen 4 und
5,5, vorzugsweise zwischen 4,3 und 5 und auf besonders bevorzugte
Weise bei einem pH-Wert von ungefähr 4,6, wodurch es möglich ist,
den TGF-β in
ausgefällter
Form zu bewahren.
-
Die
Anpassung des pH-Wert erfolgt mit einer konzentrierten Säure, vorzugsweise
konzentriertem HCl, vorzugsweise in der Konzentration 6N.
-
Die
Endprodukte des Schrittes der Mikrofilterung mit Diafilterung sind:
- – einerseits
ein stark mit TGF-β angereichertes
Retentat; und
- – andererseits
ein Mikrofiltrat, das lösliche
Proteine des Laktoserums enthält.
Beispielsweise enthält
dieses Mikrofiltrat 8,0 g/l der löslichen Proteine bei einem
Gehalt an Trockenmaterial von ungefähr 8,8 g/l. Diese Proteine
des Laktoserums, die nicht ausgefällt wurden, können vorzugsweise
wieder konzentriert werden, und zwar durch jedes dem Fachmann bekannte
Mittel, Ultrafilterung auf Membran beispielsweise, und können, wenn
sie konzentriert sind, für
die meisten der herkömmlichen
Anwendungen der WPI verwendet werden.
-
Wiedergewinnung
des Retentats der Mikrofilterung
-
Nach
dem Schritt der Mikrofilterung mit Diafilterung wird das Retentat
der Mikrofilterung wiedergewonnen und stellt die stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion dar.
-
Im
Allgemeinen enthält
das Retentat der Mikrofilterung 6,5 bis 17 μg/l TGF-β auf 1 g Gesamtproteine.
-
Vorzugsweise
wird das Retentat der Mikrofilterung nach der Wiedergewinnung durch
jedes dem Fachmann bekannte Mittel (Lyophilisierung, Atomisierung,
usw...) getrocknet, um die stark mit TGF-β angereicherte Proteinfraktion
in Form eines Pulvers zu erhalten.
-
Das
Retentatspulver enthält
ungefähr
15 % der ursprünglichen
Proteine des Laktoserums der Ausgangslösung. Die Gesamtheit der Schritte
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ermöglichte
es somit, 85 % der Proteine des Laktoserums, die ursprünglich in
der Ausgangslösung
enthalten sind, zu beseitigen. In diesem Pulver beträgt die Rate
an TGF-β im
Allgemeinen zwischen 6,5 und 17 μg/g
Pulver, was annähernd
der Wiedergewinnung von 70 % des ursprünglich in der Lösung von
Proteinen des Ausgangslaktoserums enthaltenen TGF-β entspricht.
Der Gehalt an TGF-β2 bezogen
auf das Gewicht des Pulvers entspricht einem Gehalt an TGF-β2 von 6 μg bis 15 μg pro Gramm
in dem Pulver enthaltener Gesamtproteine.
-
Diese
stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion kann als solche verwendet werden, gegebenenfalls
in Verbindung mit einem oder mehreren physiologisch kompatiblen
Exzipienten.
-
Diese
stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion kann auch zusätzlichen
Schritten der Reinigung unterzogen werden, um zu einem Endprodukt
zu gelangen, das einen noch größeren Gehalt
an TGF-β besitzt (Mikrofilterung,
Zentrifugieren, Säuerung,
Chromatographie).
-
Diese
zusätzlichen
Reinigungsschritte ermöglichen
die Beseitigung der unlöslichen
Proteine des Laktoserums, die mehrheitlich von a-Laktalbumin und Immunglobulinen gebildet
sind.
-
Bevorzugte
Ausführungsart
für die
Gewinnung der Lösung
reich an Proteinen des Ausgangslaktoserums
-
Nach
einer vorteilhaften Ausführungsart
der Erfindung wird die Lösung
reich an Proteinen des Ausgangslaktoserums durch den Einsatz der
folgenden Schritte gewonnen:
- i) tangentiale
Mikrofilterung einer entrahmten Milch auf einer Membran mit einer
durchschnittlichen Porengröße von 0,1 μm in einer
Ausrüstung,
die den Erhalt eines einheitlichen Transmembrandrucks ermöglicht, dann
Wiedergewinnung des Mikrofiltrats;
- ii) Konzentration des in Schritt i) erhaltenen Mikrofiltrats
durch Ultrafiltration mit Diafiltration mit Hilfe einer Membran,
die ein Abtrennungsvermögen
zwischen 5000 Dalton und 20000 Dalton aufweist, wie beispielsweise
jene, die üblicherweise
vom Fachmann für
die Gewinnung von Proteinkonzentraten aus einem Laktoserum verwendet
werden;
- iii) Wiedergewinnung des diagefilterten Ultrafiltrationsretentats;
- iv) fakultativ Verdünnung
der in dem diagefilterten Ultrafiltrationsretentat enthaltenen Proteine,
um die Lösung
von Proteinen des Ausgangslaktoserums zu erhalten, wie in der vorliegenden
Erfindung beschrieben.
-
Vorzugsweise
erfolgt die tangentiale Mikrofilterung mit einer Membran vom Typ
Membralox (die nur von Aluminiumoxid oder einem Gemisch von Aluminiumoxid
und Zirkon gebildet ist) 0,1 μm
klassisch, die den Einsatz der Rezirkulation des Mikrofiltrats mit
Mitstrom in der Mikrofiltereinrichtung (Hydraulikkonzept mit so genanntem
einheitlichem Transmembrandruck) erfordert, oder einer Membran Membralox
0,1 μm mit
der Referenz GP, wie den von der Firma EXEKIA vertriebenen.
-
Das
nach dem Schritt i) erhaltene Retentat der tangentialen Mikrofilterung
enthält
mehrheitlich die Kaseine der Milch in mizellarer Form.
-
Das
nach dem Schritt i) erhaltene Mikrofiltrat enthält im Wesentlichen die löslichen
Proteine der Milch, die Laktose, die nicht proteinhaltigen, stickstoffhaltigen
Formen und die löslichen
Mineralsalze.
-
Das
Mikrofiltrat aus Schritt i) wird einem Schritt der Ultrafiltration
mit Diafiltration unterzogen, um die Proteine des Laktoserums zu
konzentrieren. Vorzugsweise erfolgt die Ultrafiltration mit Membranen,
die eine Abtrennungsschwelle zwischen 1 und 20 kD, vorzugsweise
von ungefähr
5 kD haben.
-
Die
Diafiltration erfolgt vorzugsweise mit osmotisiertem Wasser, wobei
das Diafiltrationsvolumen zwischen 2 und 6 Diavolumina und vorzugsweise
bei ungefähr
4 Diavolumina liegt.
-
Das
Ultrafiltrat enthält
den löslichen
Stickstoff der Milch (nicht proteinhaltiger Stickstoff) sowie Laktose und
Mineralsalze.
-
Beispielsweise
enthält
das in Schritt iii) wiedergewonnene Ultrafiltrationsretentat ungefähr 200g
Gesamtproteine pro Liter Retentat.
-
Nach
Wiedergewinnung des Retentats werden die in diesem letztgenannten
enthaltenen Proteine verdünnt,
um die Lösung
von Proteinen des Ausgangslaktoserums zu erhalten. Die Verdünnung erfolgt
vorzugsweise mit osmotisiertem Wasser.
-
Gegebenenfalls
kann das Ultrafiltrationsretentat, das in Schritt iii) wiedergewonnen
wird und die Proteine mit der Konzentration von 200 g/l enthält, in Form
eines Pulvers getrocknet werden, bevor es als Aus gangsmaterial des
Verfahrens zur Gewinnung einer stark mit TGF-β angereicherten Proteinfraktion
gemäß der Erfindung
verwendet wird.
-
Stark mit
TGF-β angereicherte
Proteinfraktion
-
Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung besteht in einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Gehalt an
TGF-β2 in
aktivierter Form über
5 μg/g an
Gesamtproteinen umfasst.
-
Vorzugsweise
umfasst die oben erwähnte
stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion einen Gehalt an TGF-β2 zwischen 6 μg und 15 μg TGF-β2 in aktivierter
Form pro Gramm Gesamtproteine.
-
Vorzugsweise
umfasst die stark mit TGF-β angereicherte
Fraktion einen Gehalt an TGF-β2
in aktivierter Form, der zwischen 7 μg und 13 μg, vorzugsweise zwischen 8 μg und 12 μg und auf
besonders bevorzugte Weise zwischen 9 μg und 11 μg TGF-β2 pro Gramm Gesamtproteine beträgt.
-
Der
Gehalt an TGF-β2
der erfindungsgemäßen angereicherten
Proteinfraktion kann leicht vom Fachmann bestimmt werden, beispielsweise
durch Einsatz eines immunologischen Tests mit spezifischen Antikörpern des
TGF-β2 wie
beispielsweise dem von der Firma R&D SYSTEMS (Barton Lane, Oxon, OX14345,
England) unter der Marke QUANTIKINETM vertriebenen.
-
Der
Anmelder zeigte, dass die Proteine des Laktoserums, die in der stark
mit TGF-β angereicherten Proteinfraktion
enthalten sind, mehrheitlich von a-Laktalbumin und Immunglobulinen
gebildet sind.
-
So
enthält
die erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion zwischen 45 und 80 Gew.-% a-Laktalbumin und zwischen
10 und 25 % Immunglobuline bezogen auf das Gesamtgewicht der Fraktion.
-
Ferner
ist diese mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion praktisch frei (weniger als 11 %) von β-Laktoglobulin,
einem für
seine Allergie fördernden
Eigenschaften gut bekannten Protein.
-
Der
geringe Gehalt an β-Laktoglobulin
in der stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion gemäß der Erfindung
macht die Erfindung geeignet für
eine Verwendung bei Mensch oder Tier.
-
Ferner
ist der Anmelder, ohne an irgendeine Theorie gebunden sein zu wollen,
der Meinung, dass der starke Gehalt an a-Laktalbumin der stark mit
TGF-β angereicherten
Proteinfraktion gemäß der Erfindung
signifikant die therapeutischen Eigenschaften des TGF-β verstärken kann.
-
Das
a-Laktalbumin ist nämlich
reich an Tryptophan, da es vier Reststoffe dieser Aminosäure pro
Proteinmolekül
enthält.
Das a-Laktalbumin ist das Protein der Milch, das am reichsten an
dieser Aminosäure
ist. Das Tryptophan ist der Zwischenstoff des Serotonins (5-Hydroxytryptamin)
und des Melatonins. Das Serotonin besitzt sedative und Stress hemmende
Eigenschaften. Das Serotonin verringert die Angst und begünstigt das Einschlafen.
Nun wird derzeit angenommen, dass der Stress eine Hauptrolle bei
der Entwicklung der Psoriasis spielt. Die an Psoriasis erkrankten
Patienten sind nämlich
einem permanenten Stress ausgesetzt. Die Kombination des TGF-β und des
a-Laktalbumins macht die erfindungsgemäßen stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion besonders geeignet für die Herstellung von Medikamenten
gegen Psoriasis.
-
Ferner
umfasst das a-Laktalbumin ein Peptid, das von der Aminosäure an Position
50 bis zur Aminosäure
an Position 53 geht und morphinomimetische Eigenschaften besitzt.
Dieses Opioidpeptid, das vom a-Laktalbumin
stammt, wurde „a-Laktorphin" genannt (siehe H.
CIBA and M. YOSHIKAWA, Biologically Functional Peptides from Food
Proteins: New opioides peptides from milk proteins. Prot. Tail for
Food and Med. uses, Ausgabe M. DEKKA, N.Y., 1986, S:123-153).
-
Ferner
besitzt das a-Laktalbumin Bakterizideigenschaften. Seine Hydrolyse
im Intestinaltrakt durch das Trypsin und das Chymotrypsin führt zur
Erzeugung von Bakterizidpeptiden (siehe A. PELLEGRINI et al., Isolation
and Identification of Fluid Bactericidal Domains in the bovine alactalbumine
molecule, Biochim. Biophys. Acta, 1999, 1426: 439-448). Die Bakterizideigenschaften
des a-Laktalbumins können
bei Patienten, die an Psoriasis erkrankt sind, helfen. Pathogene
Wirkstoffe, wie beispielsweise die Streptokokken und die Staphylokokken
erzeugen nämlich
Superantigene, die Bakterientoxine sind, die zu einer Aktivierung
und einem Hyperwachstum der T-Lymphozyten des Blutes führen, was
zu einem Andrang der aktivierten T-Lymphozyten im Bereich der Haut
führt.
Aus diesem Andrang ergibt sich eine Aktivierung und ein Wachstum
der Keratinozyten, ein Zellwachstum, das der Psoriasis zu Grunde
liegt.
-
Ohne
an irgendeine Theorie gebunden sein zu wollen, denkt der Anmelder,
dass die Bakterizidaktivität des
a-Laktalbumins derart ist, dass das Wachstum der Keratinozyten nach
einer Bakterieninfektion begrenzt wird und folglich die Antipsoriasiswirkung
des TGF-β potentialisiert
wird.
-
Ferner
ist das Vorhandensein des a-Laktalbumins in Verbindung mit dem TGF-β derart,
dass die Stabilität
des TGF-β in
einer Proteinfraktion oder in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
gesteigert wird, und insbesondere dass der TGF-β vor verschiedenen Beeinträchtigungen
durch proteolytische Enzyme geschützt wird, beispielsweise wenn
die Fraktion oder Zusammensetzung einem Patienten verabreicht wird.
-
Pharmazeutische
Zusammensetzungen gemäß der Erfindung
-
Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung besteht in einer pharmazeutischen
Zusammensetzung, umfassend eine stark mit TGF-β angereicherte Proteinfraktion,
wie oben definiert, gegebenenfalls in Verbindung mit einem oder
mehreren physiologisch kompatiblen Exzipienten.
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung ist ferner dadurch gekennzeichnet, dass sie eine
therapeutisch wirksame Menge an TGF-β enthält.
-
Nach
einem weiteren Merkmal enthält
eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung eine therapeutisch wirksame Menge einer Verbindung
zwischen dem TGF-β und
dem a-Laktalbumin.
-
Wenn
sie für
eine topische Verabreichung bestimmt ist, umfasst eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung vorzugsweise 1 Nanogramm bis 1 mg TGF-β2 pro Dosis,
auf bevorzugte Weise 10 Nanogramm bis 100 μg TGF-β2 pro Dosis und auf besonders
bevorzugte Weise 50 Nanogramm bis 20 μg pro Dosis.
-
Wenn
sie für
eine systemische Verabreichung bestimmt ist, ist eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung für
eine tägliche
Verabreichung von 1 Nanogramm bis 500 μg TGF-β2 pro kg Gewicht des Patienten,
vorzugsweise von 80 Nanogramm bis 100 μg pro kg Gewicht des Patienten
und auf besonders bevorzugte Weise von 1 μg bis 20 μg pro kg Gewicht des Patienten
geeignet.
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung kann in Form von Pulvern, Tabletten, Gelkapseln,
Pulversäckchen,
Lösungen
für Injektionspräparate,
Lotionen, Pomaden, Hautcremes, Sprays, Salben, Bandagen, Emulsionen,
Nasen- oder Bronchialsprays, Implantaten oder auch Zahnpasten oder
Mundduschen vorhanden sein.
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung kann auf topischem Weg verabreicht werden. Eine
solche pharmazeutische Zusammensetzung kann auch lokal oder auf
systemischem Weg verabreicht werden.
-
Insbesondere
kann eine pharmazeutische Zusammensetzung, wie oben definiert, auf
oralem, enteralem, parenteralem, intradermischem, subkutanem oder
auch intravenösem
Weg verabreicht werden.
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung umfasst außer
einer therapeutisch wirksamen Menge TGF-β2 oder einer Kombination von
TGF-β2 und
a-Laktalbumin auch Verdünnungsmittel,
Konservierungsmittel, Auflösungsmittel,
Emulgatoren, Zusatzstoffe oder physiologisch kompatible Trägerstoffe. Solche
Zusammensetzungen können
in flüssiger
oder fester Form vorhanden sein. Sie können in der Form von lyophilisierten
Formeln oder Trockenpulverformeln vorhanden sein.
-
Solche
pharmazeutischen Zusammensetzungen umfassen vorzugsweise gepufferte
Verdünnungsmittel
(z.B. tris-HCl, Acetat, Phosphat), Zusatzstoffe, wie Albumin oder
Gelatine, um ihre Absorption auf Oberflächen zu verhindern, Detergenzien
(z.B. Tween 20TM, Tween 80TM,
Pluronic S68TM, Gallensäuresalze, Auflösungsmittel
(z.B. Benzylalkohol), Füllmittel
oder Verbindungen zur Änderung
der Tonizität
(z.B. Laktose, Mannitol).
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung kann auch in Form von Formeln auf Basis von Partikeln
von Poly merverbindungen vorhanden sein, wie beispielsweise Polymilchsäure, Polyglykolsäure, Polyvinylpyrrolidon,
oder auch in der Form von Liposomen, Mikroemulsionen, Mizellen oder
auch von unilamellären
oder multilamellären
Bläschen.
-
Fakultativ
kann eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung weitere Bestandteile umfassen: Zusätze, wie
beispielsweise Antioxidantien wie die Ascorbinsäure, Polypeptide mit geringem
Molekulargewicht (weniger als 10 Aminosäuren) wie beispielsweise Polyarginine.
Sie kann auch Aminosäuren
wie beispielsweise Glycin, Glutaminsäure, Asparginsäure oder
Arginin umfassen. Sie kann auch Chelatwirkstoffe wie EDTA, umfassen.
Sie kann auch hydroxylierte Zucker wie Mannitol oder Sorbitol, umfassen.
-
Für pharmazeutische
Zusammensetzungen mit kontrollierter Freisetzung oder verzögerter Freisetzung
werden Fettsäuren,
Wachs oder Öle
hinzugefügt.
Ebenfalls Bestandteil der Erfindung sind pharmazeutische Zusammensetzungen
in Form von Partikeln, in denen die mit TGF-β angereicherte Proteinfraktion
mit Polymeren, wie beispielsweise Poloxameren oder Poloxaminen,
bedeckt ist.
-
Zusammensetzungen
für eine
topische Formel umfassen die Gele, Cremes, Lösungen, Emulsionen, inklusive
der Carbohydratpolymere oder der biologisch abbaubaren Matrizen
derselben. Für
die Herstellung einer erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung
kann die stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion in ein Wachs, einen Film oder einen festen Träger, inklusive
eines Kaugummis, eingekapselt sein.
-
Die
stark mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion kann auch immobilisiert werden, um ihre Verdünnung durch
den Speichel durch Wirkstoffe wie beispielsweise die Methylpropylzellulose
zu verhindern.
-
Eine
erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung besitzt zahlreiche weitere klinische Anwendungen,
von denen manche auf nicht einschränkende Weise nachstehend angeführt sind.
-
Der
TGF-β hat
bemerkenswerte Narben bildende Eigenschaften. Eine stark mit TGF-β angereicherte Proteinfraktion
gemäß der Erfindung
kann vorzugsweise bei der Behandlung der Narbenbildung äußerer oder innerer
Wunden angewandt werden, gegebenenfalls nach einem chirurgischen
Eingriff, oder auch bei der Behandlung von Schorf oder auch bei
der Festigung der Knochen nach einem Bruch.
-
Eine
erfindungsgemäße Proteinfraktion
kann auch bei der Behandlung der Osteoporose auf Grund der Wirkung
des TGF-β auf
die Osteklasten und die Osteoblasten angewandt werden und bewirkt
eine Förderung der
Knorpel- und Knochenbildung.
-
Auf
Grund der hemmenden Wirkung des TGF-β auf das Wachstum der Epithelialzellen
kann eine erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion vorzugsweise für
die Behandlung der Melanome, der Myelome und der Lymphome eingesetzt
werden.
-
Die
erfindungsgemäße Proteinfraktion
kann vorzugsweise in Verbindung mit dem Vitamin D3 und den Retinoiden
für die
Behandlung gewisser Formen der Leukämie verwendet werden. Sie kann
vorzugsweise für den
Kampf gegen gewisse Krebsarten, insbesondere Brustkrebs, angewandt
werden.
-
Ferner
kann die erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion auch für
die Herstellung eines Medikaments verwendet werden, das für die Prävention
oder Behandlung gewisser Autoimmunerkrankungen bestimmt ist.
-
Sie
kann auch vorzugsweise für
die Prävention
oder Behandlung von Lupus erythematodes angewandt werden, wobei
es sich um eine Erkrankung der Haut handelt, die durch das Vorhandensein
von roten Flecken oder Plättchen,
die mit Schuppen bedeckt sind, durch eine Hyperkeratose, durch einen
Entzündungsprozess,
der mit einer Infiltration und Aktivierung der T-Lymphozyten in
der Dermis einhergeht, gekennzeichnet ist und zur Produktion von
Auto-Antikörpern
führt.
Lupus erythematodes ist der Prototyp der Autoimmunerkrankungen.
Die Verabreichung einer erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung
an Patienten, die an Lupus erythematodes leiden, auf oralem Weg
kann den Allgemeinzustand dieser Kranken signifikant verbessern.
-
Vorzugsweise
kann eine erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion auch für
die Herstellung eines Medikaments verwendet werden, das für die Prävention
oder Behandlung von Psoriasis bestimmt ist. Psoriasis ist eine Dermatose
mit chronischer Entwicklung, gekennzeichnet durch ein Hyperwachstum
der Keratinozyten in Verbindung mit Anomalien ihrer Reifung. Das
Wachstum der Psoriasis-Kerationzyten zeigt
sich in einer Erhöhung
der Anzahl der Mitosen und einer Verkürzung des Zellzyklus. Ferner
ist die Psoriasis-Epidermis der Sitz eines Entzündungsinfiltrats auf Grund
eines Andrangs von aktivierten T-Lymphozyten und
der Freisetzung von pro-inflammatorischen Zytokinen. Auf Grund dieser
zytostatischen anti-inflammatorischen und Immunsuppressionseigenschaften
stellt die erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion, wenn sie auf oralem Weg verabreicht wird, eine
Grundbehandlung von Psorasis dar.
-
Sie
kann auch eine Behandlung weiterer Erkrankungen, wie beispielsweise
rheumatoider Arthritis, Osteoarthritis, schwerer Myasthenie oder
Uveitis ermöglichen.
Ferner kann ihre Verwendung bei Organtransplantationen vorgesehen
werden, um die Abstoßung
der Transplantate zu vermeiden oder zumindest zu verringern.
-
Eine
erfindungsgemäße stark
mit TGF-β angereicherte
Proteinfraktion kann auch für
die Herstellung eines Medikaments verwendet werden, das für die Prävention
oder Behandlung der Crohn-Krankheit bestimmt ist. Diese Erkrankung
ist gekennzeichnet durch eine Entzündung des Darms, eine Veränderung
der Regulierung der Antigene des großen Histokompatibilitäts-Komplexes
(MHC) der Klasse II. Die Darmentzündung geht einher mit einer
Erhöhung
der Expression der MHC-Antigene
der Klasse II im Darmepithel. Diese ist das Ergebnis eines Autoimmunangriffs
des Darms oder von Störungen
der Immunregulierung.
-
Eine
solche pharmazeutische Zusammensetzung stellt, wenn sie auf oralem
Weg verabreicht wird, eine Grundbehandlung der Crohn-Krankheit dar.
-
Die
Erfindung betrifft somit auch die Verwendung einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion, wie oben für
die Herstellung eines Medikaments zur Prävention oder Behandlung von
Autoimmunkrankheiten, wie Lupus erythematodes, Psoriasis, Crohn-Krankheit,
rheumatische Arthritis, Osteoarthritis, schwerer Myasthenie oder
Uveitis, erwähnt.
-
Sie
betrifft auch die Verwendung einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion für
die Herstellung eines Medikaments, das für die Prävention oder Behandlung der
Abstoßung
von Transplantaten bestimmt ist.
-
Die
Erfindung betrifft auch die Verwendung einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion, wie oben definiert, für die Herstellung eines Medikaments,
das die Narbenbildung begünstigt.
-
Sie
betrifft auch die Verwendung einer stark mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion gemäß der Erfindung
für die
Herstellung eines Medika ments, das für die Prävention oder Behandlung der
Osteoporose bestimmt ist.
-
Nach
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung einer
erfindungsgemäßen stark
mit TGF-β angereicherten
Proteinfraktion für
die Herstellung eines onkostatischen Medikaments.
-
Die
Erfindung ist durch die folgenden Beispiele dargestellt, ohne dadurch
eingeschränkt
zu werden:
-
BEISPIELE.
-
BEISPIEL 1:
-
Herstellung einer Lösung reich
an Proteinen des Laktoserums (WPI) als Ausgangsprodukt des erfindungsgemäßen Verfahrens.
-
10000
kg entrahmter Milch mit einem Gehalt an Trockenmaterial von 92,9
g/kg und einem Gehalt an N × 6,38
von 35,4 g/kg wurden bei 50°C
in eine Mikrofilteranlage mit 4,6 m2 Membran
0,1 μm Membralox® (Aluminiumoxid-Zirkon),
die mit Rezirkulation des Mikrofiltrats bei Mitstrom funktioniert,
eingeführt,
um einen einheitlichen Transmembrandruck gleich 0,6-0,7 bar zu erhalten.
-
Die
Fällungsgeschwindigkeit
in der Retentat-Abteilung wurde auf 7 m/s festgelegt.
-
Die
Extraktionsmenge des Mikrofiltrats wurde auf 345 l/h festgesetzt.
Die Extraktionsmenge des Retentats wurde auf 172,5 l/h festgesetzt.
-
Die
erhaltenen 6670 l Mikrofiltrat mit einem Gehalt an Trockenmaterial
von 57,8 g/kg und einem Gehalt an N × 6,38 von 6,4 g/kg wurden
auf 10°C
abgekühlt
und in eine Ultrafiltrationsanlage eingeleitet, die 9,6 m2 Membran Koch® in
Spiralausführung
und ein Abtrennungsvermögen
von 5 Kd aufweist. Der Ausgangsdruck wurde auf 3,4 bar festgesetzt.
-
Die
Extraktionsmenge des Ultrafiltrats wurde auf 250 l/h und jene des
Retentats auf 12,5 l/h festgesetzt. Zu den 334 l Retentat wurden
kontinuierlich 1336 l osmotisierten Wassers bis zur Beseitigung
dieses in Form von Ultrafiltrat hinzugefügten Wassers beigegeben.
-
Das
so erhaltene diagefilterte Retentat hatte einen Proteingehalt (N × 6,38)
von 101,0 g/kg und einen Gehalt an Trockenmaterial von 106,3 g/kg.
Es wurde entweder unmittelbar für
die Herstellung einer mit TGF-β angereicherten
Fraktion verwendet oder bei –30°C tiefgefroren.
-
BEISPIEL 2:
-
Herstellung
einer stark mit TGF-β angereicherten
Fraktion aus einer Lösung
reich an Proteinen des Laktoserums
-
200
kg des in Beispiel 1 gewonnenen diagefilterten Retentats wurden
zu 2000 l mit osmotisiertem Wasser bei einer Temperatur von 20°C in einer
Wanne mit einem Blattrührer
verdünnt.
-
Nach
10 Minuten Rühren
wurden nach und nach 1800 ml HCl 6N bis zum Absinken des pH-Wert
von 7,25 auf 4,6 hinzugefügt.
Das Rühren
wurde 10-15 Minuten fortgesetzt.
-
Die
Lösung
wurde thermisch bei 63°C
2 Minuten lang behandelt und auf 25°C in einer Ausrüstung Actijoule® in
Aliquoten zu 1000 l abgekühlt.
Die erhaltenen 2000 l Suspension, die auf 35°C erhitzt wurden, wurden dann
kontinuierlich in einer Anlage mit 4,6 m2 von
Membranen Sterilox® mit einem durchschnittlichen
Porendurchmesser von 1,4 μm
mit Rezirkulation des Mikrofiltrats bei Mitstrom mikrogefiltert,
um einen einheitlichen Transmembrandruck zwischen 0,4 und 0,8 bar
in 4h30 zu erhalten.
-
Die
Extraktionsmenge des Mikrofiltrats wurde auf 400 l/h festgesetzt.
Es erfolgte keine Extraktion des Retentats.
-
Wenn
das Volumen des Retentats nahe dem Totvolumen der Mikrofilteranlage
war, wurden 320 l osmotisierten Wassers kontinuierlich hinzugefügt und in
Form eines Mikrofiltrats extrahiert.
-
Die
erhaltenen 53 kg diagefilterten Retentats hatten einen Gehalt an
Trockenmaterial von 39,96 g/kg, einen Gehalt an Proteinen (N × 6,38)
von 39,14 g/kg und einen Gehalt an TGF-β von 430,5 μg/kg (d.h. 11 μg/g Protein).
Sie wurden bei –30°C tiefgefroren
und in Aliquoten zu 10 kg lyophilisiert.
-
BEISPIEL 3:
-
Qualitative
und quantitative Analyse der stark mit TGF-β angereicherten Proteinfraktion
gemäß der Erfindung
-
1
mg des in Beispiel 2 erhaltenen lyophilisierten Pulvers wurde in
1 ml Wasser milliQ gelöst,
dann 5 Mal im Puffer A verdünnt.
Die verwendete Analyseeinrichtung war ein Chromatograf CLHP Waters
600 E, der mit einer Säule „source
RPC 3 ml" (Pharmacia®)
versehen ist.
-
Die
beiden eingesetzten Puffer waren:
Puffer A: Trifluoracerinsäure (TFA)
0,1 %
Puffer B: TFA 0,09 % in Acetonitril 90 %
-
50 μl des Produktes
wurden eingespritzt, und die Elution erfolgte mit einem Gradienten
von 30 bis 100 % Puffer B in 30 min mit einer Menge von 2 ml/min
(bei Raumtemperatur). Die Erfassung erfolgt bei 214 n. Die Behandlung
der chromatografischen Bereiche erfolgte mit Hilfe der Software
Nelson®,
wodurch es möglich war,
den jeweiligen Gehalt be zogen auf die Gesamtproteine zu bewerten:
an a-Laktalbumin 53 %, an Serum-Albumin 0,03 %, an β-Laktoglobulin
10,9 %, an Immunglobulinen 18,3 %.
-
Der
Gehalt an TGF-β2
der angereicherten Fraktionen wurde durch eine Methode von Immuntests
bestimmt, die spezifische monoklonale Antikörper des TGF-β2 verwendet
(Kits Quantikine, vertrieben von R&D Systems (Barton Lane, Oxon, OX14
3YS UK).