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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein eine bei Hunden beobachtete
Klasse genetisch bedingter Krankheiten, die als progressive Stäbchen-Zapfen-Degeneration
("prcd") bezeichnet wird.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein Gen und eine Mutation eines
einzelnen Nukleotids in dem Gen, das mit progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
bei Hunden assoziiert ist.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Progressive
Retina-Atrophie (PRA) ist eine heterogene Klasse von Retinaerkrankungen,
denen ein im Großen
und Ganzen ähnlicher
klinischer Phänotyp
der Erkrankung gemein ist und von denen der Hund (Canis familiaris)
betroffen ist (Aguirre, 1976). Die klinischen Merkmale beinhalten:
anfänglich
Nachtblindheit; gefolgt von einer Abnahme des Zapfensehens, die
zu vollständiger
Erblindung führt;
Abnahme der Retinagefäße und Verdünnung der
Retina; Anomalitäten
in einem Elektroretinogramm ("ERG"); und Entwicklung
von Katarakten. Krankheiten dieser Gruppe werden üblicherweise über einen
autosomal rezessiven Gendefekt vererbt, wenngleich auch dominante
und X-chromosomale Formen von PRA bekannt sind (Kijas et al., 2002;
Zhang et al., 2002). PRA lässt
sich in Entwicklungskrankheit und degenerative Krankheit einteilen.
Die Entwicklungsklasse umfasst mehrere genetisch verschiedene Krankheiten,
die sich zytologisch in der unmittelbaren postnatalen Periode ausdrücken, wenn
Sehzellen in der caninen Retina zu differenzieren beginnen (Acland
et al., 1989). Im Gegensatz dazu zeigt die degenerative Klasse Defekte,
bei denen Fotorezeptorzellen nach normaler Differenzierung degenerieren – diese
Klasse beinhaltet die spezifische Krankheit, die als progressive
Stäbchen-Zapfen-Degeneration
(prcd) bezeichnet wird. Diese spezifische Form von PRA ist eine
autosomal rezessiv vererbte, spät
ausbrechende Retinadegeneration, von der zahlreiche verschiedene
Hunderassen betroffen sind (Aguirre und Acland, 1988).
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Für alle bislang
bekannten autosomal rezessiven, spät ausbrechenden erblichen Retinadegenerationen
bei Hunden sind Mutationen am prcd-Genort verantwortlich. Durch
Kreuzungsversuche wurde festgestellt, dass der prcd-Genort für progressive
Retina-Atrophie bei Pudeln (Toy- und Zwergpudel), Cockerspaniels (Amerikanisch
und Englisch), Labrador-Retrievern
und Portugiesischen Wasserhunden (siehe z. B. Aguirre und Acland,
1988, Aguirre und Acland, 1991; Pearce-Kelling et al., 2002) verantwortlich
ist. Kreuzungsexperimente lassen vermuten, dass die gleiche Mutation
im F04-Gen (das Gen, das für
prcd verantwortlich ist) auch bei mehreren anderen Rassen vorhanden
ist, sowohl bei Hunden, die an prcd leiden, oder die Träger der Krankheit
sind. Basierend auf klinischen und genetischen Parametern, die mit
einer Erkrankung als Folge von Mutationen am prcd-Genort konsistent
sind, beinhalten andere Hunderassen, von denen man annimmt, dass sie
prcd als die Form beobachteter progressiver Retina-Atrophie haben,
Akita, Basenji, Border-Collie, Englischer Mastiff, English Springer
Spaniel, Havanese, Lowchen, Samoyed, Standard-Drahthaardackel, Tibet-Terrier,
Berner Sennenhund und Zwergschnauzer. Abhängig von der Rasse des Hundes
können
verschiedene Mutationen, die für
Allelvarianten des prcd-Genorts verantwortlich sind, die Progressionsrate,
aber nicht den Phänotyp
der Fotorezeptordegeneration steuern.
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Die
klinische Diagnose der prcd-Erkrankung wird durch die Notwendigkeit
hochentwickelter Testverfahren wie ERG und den späten Ausbruch
der Krankheit noch komplizierter. Das Alter, in dem die Krankheit mit
den zur Zeit verfügbaren
Verfahren diagostiziert werden kann, kann nach dem reproduktiven
Leben des Hundes liegen. Beim Englischen Cockerspaniel kann progressive
Retina-Atrophie beispielsweise durch ERG im Alter von drei Jahren
und durch Ophthalmoskopie im Alter von 5-8 Jahren diagnostiziert
werden. Diagnose in diesem späten
Alter führt
zur Ausbreitung des unerwünschten
genetischen Merkmals in der Population und zu einer Häufigkeitszunahme
der Krankheit.
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Die
geschätzte
Prävalenz
progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
unterscheidet sich bei den betroffenen Rassen. Man nimmt an, dass
etwa 2 % Labrador-Retriever im Alter von mehr als 2-3 Jahren an
progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
leiden; in diesem Fall könnte
der Anteil von Labrador-Retrievern, von denen zu erwarten ist, dass
sie am prcd-Ort heterozygot sind, bis zu 24 % betragen. Bei Pudeln
und Cockerspaniels ist die Krankheitsrate höher als die, die man bei Labrador-Retrievern
beobachtet, und folglich sollte man erwarten, dass die Trägerrate
höher liegt.
Nach Ergebnissen einer Untersuchung Portugiesischer Wasserhunde
beträgt
die berechnete Trägerhäufigkeit
etwa 40 %.
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Übliche Maßnahmen
zur Kontrolle von Erbkrankheiten in einer Population beinhalteten "Testpaarungen" zur Identifizierung
von Trägerhunden
und zur Eliminierung der identifizierten Träger aus Zuchtprogrammen, wodurch
die Häufigkeit
einer genetisch bedingter Krankheiten in einer Zucht verringert
wird. Bei einer Testpaarung wird der als potenzieller Träger der
genetischen Krankheit zu beurteilende Hund mit einem Hund gepaart,
von dem bekannt ist, dass er an der Krankheit leidet. Bei der Nachkommenschaft
wird dann verfolgt, ob die Krankheit auftritt oder nicht, und ein
Wurf von gleich oder größer sechs,
bei dem kein Nachkomme krank ist, schließt den Hund üblicherweise
als Träger
aus. Testpaarungen wurden zwar effektiv für Rassen mit größeren Würfen und
für Krankheiten
mit frühem
Einsetzen eingesetzt, ein solches Verfahren ist jedoch nicht geeignet,
um die Häufigkeit
von prcd zu verringern. Neben den Nachteilen von Testpaarungen,
wie großem
Zeitaufwand und Mühen,
um einen Hund auszuschließen,
und dass kranke Hunde geboren werden können, wenn sich der Hund als
Träger
herausstellt, sind Testpaarungen zum Auffinden von Trägern von
prcd wegen des späten
Ausbruchs von mit der Krankheit verbundenen klinischen Symptomen
und weil einige der betroffenen Rassen kleine Würfe haben (zu klein, um eine
statistische Wahrscheinlichkeit zu beweisen), nicht besonders geeignet.
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Obwohl
das Gen, das die Mutation oder die Mutationen trägt, die zu prcd führen, bislang
nicht bekannt war, zeigten genetische Kopplungsstudien bei prcd-Familien,
dass das Gen, das bei Hunden die Ursache der Erkrankung ist, am
zentromeren Ende des caninen Chromosoms 9 liegt, einem Bereich,
der homolog zum telomeren Ende des langen Arms von humanem Chromosom
17 ist (Acland et al., 1999; Sidjanin et al., 2003).
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Trotz
umfangreicher Bemühungen
in der Technik, das für
prcd verantwortliche Gen zu finden, blieb das Gen bislang nicht
fassbar. Identifizierung, Isolierung, Klonierung und Sequenzierung
des prcd-Gens sollte die Entwicklung und Herstellung von Produkten
ermöglichen,
die sich zur Diagnose und zum Screening von prcd eignen. Daher bestand
in der Hundezuchtbranche ein nachhaltiger Bedarf an einem genetischen
Test, der eine direkte Identifizierung von Hunden erlaubt, die die
prcd-Form von progressiver Retina-Atrophie haben (d. h. vor dem
feststellbaren Einsetzen klinischer Symptome), und auch die Genotypisierung
von Hunden erlaubt, bei denen ein Risiko für prcd besteht, um festzustellen,
ob sie krank, Träger
oder genetisch normal sind.
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Casse,
C. et al., ARVO Annual Meeting Abstract Search and Program planner,
Bd. 2003, 2003, Abstract Nr. 2318, XP002342659, beschreibt ein Gen,
das möglicherweise
an progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
(PRCD) beteiligt ist.
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WO 99/02731 beschreibt Chromosom
9 und genetische Marker und Assays für progressive Stäbchen-Zapfen-Degeneration.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren bereit, um festzustellen,
ob ein Hund ein Träger
progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
ist oder dafür
prädisponiert
ist, welches umfasst: Testen einer biologischen Probe, die von dem
Hund erhaltene Nukleinsäuren
umfasst, auf eine Transversion von G zu A im F04-Gen an einer Position,
die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht, wobei die
Transversion von G zu A in einem Allel einen Träger von progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
anzeigt, die Transversion von G zu A in beiden Allelen einen Hund
anzeigt, der an progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration leidet
oder dafür
prädisponiert
ist, und das Fehlen der Transversion von G zu A einen Hund anzeigt,
der weder Träger
progressiver Stäbchen-Zapfen-Degeneration
ist noch dafür
prädisponiert
ist.
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Die
vorliegende Erfindung stellt daher ein isoliertes Nukleinsäuremolekül bereit,
das für
ein neues, mit der Krankheit assoziiertes canines Gen codiert, das
hier als das F04-Gen bezeichnet wird. Die Erfindung stellt ferner
das F04-Gen mit einer Mutation von G zu A an Position 1298 von SEQ
ID NO:1 bereit. Diese Transversion ist mit prcd assoziiert und zeigt
diese an.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Identifizierung
von Hunden, die genetisch normal sind, Träger der prcd-Krankheit sind
oder an dieser erkrankt sind. Genetisch normale Hunde sind solche,
bei denen beide Allele des F04-Gens G als das Nukleotid an einer
Position haben, die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht.
Kranke Hunde oder prädisponierte
Hunde sind solche, bei denen beide Allele des F04-Gens A als das
Nukleotid an einer Position haben, die Nukleotidposition 1298 von
SEQ ID NO:1 entspricht. Trägerhunde
sind solche, bei denen ein Allel des F04-Gens G und das andere Allel
A als das Nukleotid an einer Position hat, die Nukleotidposition
1298 von SEQ ID NO:1 entspricht. Eine Änderung von G zu A im F04-Gen
an einer Position, die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht,
wird hier als die "prcd-Mutation" bezeichnet. Die
Nukleotidposition 1298 in SEQ ID NO:1 entspricht auch Nukleotidposition
115 in der in SEQ ID NO:3 gezeigten cDNA-Sequenz.
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Das
Verfahren umfasst die Schritte des Erhaltens einer biologischen
Probe von einem Hund und des Testens der biologischen Probe, um
festzustellen, ob G an einer Position vorliegt, die Nukleotidposition
1298 des F04-Gens entspricht, oder nicht. Bei einer Ausführungsform
umfasst das Verfahren den Nachweis einer Mutation von G zu A an
einer Position, die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht,
in einem oder beiden Allelen, was einen Hund anzeigt, der ein Träger von
prcd ist, bzw. einen Hund, der an prcd leidet (oder dafür prädisponiert
ist).
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren bereit, um Hunde
für eine
Zucht auszuwählen.
Dieses Verfahren umfasst den Erhalt einer biologischen Probe von
einem Hund, Testen der biologischen Probe auf ein F04-Gen mit einer
prcd-Mutation in einem oder beiden Allelen, und Eliminieren von
Hunden mit der prcd-Mutation aus einem Zuchtbestand, oder Kreuzen
der Hunde mit der prcd-Mutation mit genetisch normalen Hunden.
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KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
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1 zeigt die genomische Sequenz des caninen
F04-Gens.
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2 zeigt
die Sequenz der cDNA des caninen F04-Gens.
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3 ist eine Darstellung des Restriktionsendonukleaseverdaus
amplifizierter Produkte von genetisch normalen Hunden, Trägerhunden
oder Hunden, die an prcd leiden. 3A zeigt
Verdau mit der Restriktionsendonuklease RsaI, und 3B zeigt
Verdau mit Restriktionsendonuklease ApaLI.
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4 ist
eine Abbildung des experimentellen Aufbaus, der verwendet wurde,
um mittels PyrosequencingTM festzustellen,
ob ein Hund ein Träger
der prcd-Mutation ist, von dieser betroffen ist oder diesbezüglich normal
ist.
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BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung stellt ein Nukleinsäuremolekül bereit,
das für
ein neues F04-Gen codiert, das bei Hunden auf Chromosom 9 lokalisiert
ist. Die Sequenz des Wildtyp-F04-Gens ist in 1 dargestellt,
und Einzelheiten betreffend die Sequenz sind wie folgt.
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Erklärung
der genomischen Sequenz
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Die
genomische Sequenz des F04-Gens ist 18592 bp lang. Die in SEQ ID
NO:1 angegebene Sequenz beinhaltet alle bislang identifizierten
Polymorphismen.
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Nukleotidaustausche
sind wie folgt in Kursivbuchstaben gezeigt: W = A/T; M = A/C; R
= A/G; Y = C/T; S = C/G; K = G/T. Insertionen/Deletionen sind in
Kursivbuchstaben gezeigt und unterstrichen. Die Sequenz des betroffenen
und des anderen Allels für
alle in der Sequenz gezeigten Polymorphismen sind in einer separaten Polymorphismentabelle
dargestellt (Beispiel 2). Ein Mikrosatellit an Position 13.146-13.278
bp ist ebenfalls in Kursivschrift gezeigt und eingerahmt.
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In
der öffentlich
zugänglichen
Sammlung für
canine Genomsequenzen (canFam1) vom Juli 2004 (http://genome.ucsc.edu/cgi-bin/hgTracks?org=Dog&db=canFaml&hgsid=42443361)
wird die genomische F04-Sequenz (SEQ ID NO:1) fälschlicherweise auf chr18:26,568,308-26,586,788
lokalisiert. Wir glauben, dass dies nicht richtig ist, da wir durch
unser BAC-Contig und durch FISH und meiotische Kopplungskartierung,
wie durch Vergleich mit den homologen Regionen des menschlichen
Genoms und des Mäusegenoms
vorhergesagt, festgestellt haben, dass diese canine genomische Region
richtigerweise auf CFA9 lokalisiert ist. Diese Diskrepanz beeinträchtigt die
Genauigkeit oder die Anwendungsmöglichkeit
der hier beschriebenen Tests nicht.
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In
der gesamten Sequenz sind die vorgeschlagenen Exons und UTR-Regionen
in Großbuchstaben gezeigt,
und definierte Exons sind in Fettdruck. Intronregionen sind in Kleinbuchstaben
angegeben.
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- Exon 1: bp 1-1367
Beinhaltet eine TATA-Box an Position
727-731, drei CRX-Bindungsstellen an den Positionen 1122-1128; 1159-1165;
1177-1183, und das ATG-Signal, das den Start des ORF anzeigt, an
Position 1294-1296, die alle unterstrichen und eingerahmt sind.
Die
prcd-Mutation an Position 1298 ist in Kursivschrift, fett und eingerahmt.
Die Mutation ist eine Änderung
von G zu A und ist als "R" angegeben.
- Exon 2: bp 1650-1718
- Exon 3: bp 3746-3826
Beinhaltet das Stoppcodon an Position
3765-3767, das unterstrichen und eingerahmt ist.
- Exon 4: bp 4161-4256
- 3'UTR: bp 4257-18.592
In
dieser Region gibt es mehrere potenzielle Adenylierungssignale,
die durch Unterstreichen und Einrahmen hervorgehoben sind. Von der
als 3'UTR bezeichneten
Region wurde auch gezeigt, dass sie Regionen für alternatives Splicing enthält (durch
Fettdruck angezeigt), was in dieser Region ferner definiert:
- Exon 5a: bp 4806-5399
- Exon 5b: bp 4839-5399
- Exon 5c: bp 5093-5399
- Exon 6: bp 6558-6665
- Exon 7: bp 6927-7164
- Exon 8: bp 7547-7720
- Exon 9: bp 12275-18592
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Die
auf Basis der Sequenz von SEQ ID NO:1 unter Annahme einer Startstelle
an Position 1294 abgeleitete Aminosäuresequenz eines putativen,
vom F04-Gen codierten Proteins ist weiter unten als SEQ ID NO:2 gezeigt.
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Met
Cys Thr Thr Leu Phe Leu Leu Ser Thr Leu Ala Met Leu Trp Arg Arg
Arg Phe Ala Asn Arg Val Gln Pro Glu Pro Ser Gly Ala Asp Gly Ala
Val Val Gly Ser Arg Ser Glu Arg Asp Leu Gln Ser Ser Gly Arg Lys
Glu Glu Pro Leu Lys – (SEQ
ID NO:2)
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In
diesem Fall würde
die prcd-Mutation zu einem Austausch von Cystein (der zweiten Aminosäure) durch
Tyrosin führen.
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Die F04-cDNA-Sequenz (siehe SEQ ID NO:3)
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Es
wurden mehrere Spleißvarianten
des F04-Gens identifiziert, die alle denselben ORF beinhalten. Die
kürzeste
vollständige
Spleißvariante
ist 695 bp lang; die cDNA (SEQ ID NO:3) für diese Variante des F04-Gens
ist in 2 gezeigt. Der Fachmann erkennt, dass eine mögliche zukünftige Identifizierung
weiterer Exons, die den hier beschriebenen F04-ORF nicht verändern (wie
ein nicht codierendes Exon 5' zu
Exon 1 oder 3' zu
Exon 3), die gezeigte Assoziation der prcd-Mutation mit PRA oder
den hier beschriebenen Nachweis der prcd-Mutation nicht beeinträchtigt.
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Erklärung
der cDNA-Sequenz:
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Die
cDNA-Sequenz umfasst den ORF mit 165 bp, der sich an Position 111-275
befindet (sowohl Start- als auch Stoppcodon sind durch Fettdruck
hervorgehoben). Die Mutation befindet sich innerhalb des ORF an Position
115 uns ist kursiv und fett gedruckt und eingerahmt (normales Allel
= G; mutiertes Allel = A). Andere Polymorphismen (beispielsweise:
Y = C/T, Nt 312 SEQ ID NO:3, Polymorphismus #55, Tabelle 1; und
R = G/A, Nt 633 SEQ ID NO:3, Polymorphismus #57, Tabelle 1) in der
3'UTR sind nicht
mit der Krankheit assoziiert, weil beide Allele auf normalen Chromosomen
identifiziert wurden. Alle cDNAs, die den F04-ORF beinhalten, beinhalten
Exon 1 (bp 1-184), Exon 2 (bp 185-253), Exon 3 (bp 254-334) und
Exon 4 (bp 335-695),
partielle cDNAs, die mit verschiedenen Primersets erhalten wurden,
beweisen jedoch, dass verschiedene Spleißvarianten in der 3'UTR zumindest Exons
5 und 8, wie sie in der genomischen Sequenz definiert sind, beinhalten
können. Andere
Merkmale sind die gleichen wie in der genomischen DNA.
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Der
Nachweis der prcd-Mutation im F04-Gen kann mit jeder geeigneten,
von einem Hund erhaltenen biologischen Probe erfolgen. In einer
bevorzugten Ausführungsform
ist die biologische Probe irgendein Gewebe, das genomische DNA enthält. Geeignete
Quellen für
eine biologische Probe beinhalten Blut, Haar, Schleimhautabstriche,
Samenflüssigkeit,
Gewebebiopsie oder Speichel. Bei einer Ausführungsform ist die biologische
Probe Blut.
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Hunde,
die die prcd-Mutation im F04-Gen tragen, können gefunden werden, indem
man entweder die DNA oder die RNA testet, wobei eine Vielzahl allgemein
bekannter Methoden verwendet werden kann. Die genomische DNA, die
für die
Diagnose verwendet wird, kann aus einer biologischen Probe, wie
sie oben beschrieben ist, erhalten werden. Die DNA kann direkt verwendet
werden, oder sie kann vor der Mutationsanalyse enzymatisch in vitro
mittels PCR (Saiki et al., Science, 239:487-491 (1988)) oder anderer
in vitro-Amplifikationsverfahren, wie Ligasekettenreaktion (LCR)
(Wu und Wallace, Genomics, 4:560-569 (1989)), Strand-Displacement-Amplifikation
(SDA) (Walker et al., PNAS USA, 89:392-396 (1992)), Self-Sustained
Sequence Replication (3SR) (Fahy et al., PCR Methods Appl., 1:25-53
(1992)), amplifiziert werden. Die Methodik zur Präparation
von Nukleinsäuren
in einer zum Mutationsnachweis geeigneten Form ist dem Fachmann
allgemein bekannt.
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Der
Nachweis von DNA-Sequenzmutationen, wie der prcd-Mutation im F04-Gen,
kann mit einer Vielzahl von Methoden erfolgen, einschließlich, ohne
darauf beschränkt
zu sein, Nachweis durch Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus auf Basis
allelspezifischer Spaltung mit Restriktionsendonukleasen (Kan und Dozy,
Lancet, 2(8096:910-912 (1978)), Hybridisierung mit allelspezifischen
Oligonukleotidsonden (Wallace et al., Nucl. Acids Res., 6:3543-3557
(1978)) einschließlich
immobilisierter Oligonukleotide (Saiki et al., PNAS USA, 86:6230-6234
(1989)) oder Oligonukleotidarrays (Maskos und Southern, Nucl. Acids
Res., 21:2269-2270 (1993)), allelspezifischer PCR (Newton et al.,
Nucl. Acids Res., 17:2503-2516 (1989)), Mismatch-Repair-Detektion (MRD) (Faham
und Cox, Genome Res., 5:474-482 (1995)), denaturierender Gradientengelelektrophorese
(DGGE) (Fisher und Lerman et al., PNAS USA, 80:1579-1583 (1983)),
Detektion mittels Einzelstrangkonformationspolymorphismus (Orita
et al., Genomics, 5:874-879 (1983)), RNAase-Spaltung an fehlgepaarten Basenpaaren
(Myers et al., Science, 230:1242 (1985)), chemischer (Cotton et
al., PNAS USA, 85:4397-4401 (1988)) oder enzymatischer (Youil et
al., PNAS USA, 92:87-91 (1995)) Spaltung von Heteroduplex-DNA, Verfahren
auf Basis allelspezifischer Primerverlängerung (Syvanen et al., Genomics
8:684-692 (1990)), Genetic Bit Analysis (GBA) (Nikiforov et al.,
Nucl. Acids Res., 22:4167-4175 (1994)), Oligonucleotide-Ligation-Assay (OLA)
(Landegren et al., Science, 241:1077 (1988)), allelspezifischer
Ligasekettenreaktion (LCR) (Barrany, PNAS USA, 88:189-193 (1991)),
gap-LCR (Abravaya et al., Nucl. Acids Res., 23:675-682 (1995)) und
radioaktiver DNA-Sequenzierung und/oder DNA-Fluoreszenzsequenzierung
nach allgemein bekannten Verfahren.
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Außerdem wurden
mehrere neue Methoden beschrieben, die dynamische allelspezifische
Hybridisierung (DASH), Microplate Array Diagonal Gel Electrophoresis
(MADGE), Pyrosequenzierung, das TaqMan-System sowie verschiedene
DNA-"Chip"-Methoden wie die Polymorphismuschips
von Affymetrix beinhalten. Diese Verfahren erfordern eine Amplifizierung
der genetischen Zielregion, üblicherweise
mittels PCR. Andere neu entwickelte Verfahren, die nicht unbedingt
PCR benötigen,
basieren auf der Bildung kleiner Signalmoleküle durch invasive Spaltung
gefolgt von Massenspektrometrie, oder auf immobilisierten Padlock-Sonden
und Rolling-Circle-Amplifikation. Einige der auf diesem Gebiet bekannten
Verfahren zum Nachweis spezifischer Einzelnukleotidpolymorphismen
sind in
US-Patent 6,720,141 beschrieben,
und die Beschreibung dieser Verfahren bildet hier Bestandteil der
vorliegenden Offenbarung.
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Wie
der Fachmann erkennt, kann die Mutationsanalyse auch an RNA-Proben über reverse
Transkription zu cDNA erfolgen.
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Erfindungsgemäß kann jede
dieser Methoden oder eine Kombination davon zum Aufbau einer diagnostischen
Vorrichtung und eines Verfahrens zum Screening von DNA- oder RNA-Proben auf die prcd-Genmutation
von G zu A an einer Position entsprechend Nukleotidposition 1298
von SEQ ID NO:1 des F04-Gens verwendet werden. Erfindungsgemäß wird daher
ein nukleinsäurebasierter
Test auf die prcd-Genmutation bereitgestellt, der das Bereitstellen
einer Probe einer Hunde-DNA oder -RNA und das Überprüfen der DNA oder RNA auf das
Vorliegen der prcd-Mutation umfasst. Proben von Hunde-DNA oder -RNA
(oder genomische, transkribierte, revers transkribierte und/oder
komplementäre
Sequenzen des prcd-Gens) lassen sich ohne Weiteres erhalten. Durch
die Identifizierung und Charakterisierung des F04-Gens, wie sie
in der vorliegenden Erfindung gelehrt und offenbart wird, kann ein
Durchschnittsfachmann die genomischen, transkribierten, revers transkribierten
und/oder komplementären
Sequenzen der prcd-Gensequenz in einer Probe leicht identifizieren
und Unterschiede in ihnen leicht auffinden.
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Dementsprechend
stellt die vorliegende Erfindung in einer Ausführungsform Nukleinsäurefragmente zum
Nachweis von Nukleinsäuren
bereit, in denen die Mutation vorliegt. Im Allgemeinen basieren
die Nachweisverfahren auf DNA-Hybridisierungsmethoden, wobei die
Hybridisierung an DNA-Sequenzen unter solch stringenten Bedingungen
erfolgt, dass sich eine Änderung
in einem Nukleotid nachweisen lässt.
Optimale Stringenz wird üblicherweise
erhalten, indem man die Reaktionstemperatur und/oder die Salzkonzentration
so einstellt, dass die Sonde nur an ihr spezifisches Ziel hybridisiert;
für den
Fachmann ist es jedoch offensichtlich, dass auch andere Verfahren
zur Optimierung targetspezifischer Hybridisierung ohne Weiteres
zur Verfügung stehen.
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Allelspezifische
Sonden können
somit unter Bedingungen hybridisiert werden, die so ausreichend stringent
sind, dass es einen signifikanten Unterschied in der Intensität der beiden
Allele gibt. Vorzugsweise sind die Hybridisierungsbedingungen so
stringent, dass eine im Wesentlichen binäre Reaktion erfolgt (d. h.
die Sonde hybridisiert an das eine, aber nicht an das andere Allel).
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Außerdem lassen
sich Primer konstruieren, die so an eine Zielsequenz hybridisieren,
dass bei der Amplifikation Produkte gebildet werden, die die Stelle
der prcd-Mutation enthalten. Die Primer sollten so lang sein, dass
sie sich für
Reaktionen wie Polymerasekettenreaktion (PCR) oder als Sonden bei
einer Ligasekettenreaktion (LCR) eignen. Im Allgemeinen werden Fragmente,
die wenigstens zwölf
Basen lang sind, als für
Amplifikationsreaktionen geeignet angesehen. Die Amplifikationsprodukte
können
mit Restriktionsendonukleasen behandelt und durch denaturierende
Gradientengelelektrophorese identifiziert werden, um zwischen den
Amplifikationsprodukten von den beiden Allelen zu unterscheiden.
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Geeigriete
Fragmente, die sich zur Hybridisierung eignen, lassen sich anhand
der Sequenz des hier gezeigten F04-Gens identifizieren, oder sie
können
durch Hybridisierung an die Nukleinsäuresequenz des F04-Gens (SEQ
ID NO:1) oder der cDNA (SEQ ID NO:3) unter stringenten Bedingungen
wie oben beschrieben identifiziert werden.
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Mit
Hilfe der hier beschriebenen Mittel und Verfahren lassen sich Hunde
identifizieren, die hinsichtlich der Krankheit genetisch normal
sind (G in beiden Allelen), Träger
der prcd-Erkrankung
sind (Transversion von G zu A in einem Allel) und die an progressiver
Stäbchen-Zapfen-Degeneration
leiden oder dafür
prädisponiert sind
(Transversion von G zu A in beiden Allelen). Nach Identifizierung
können
solche kranken (oder prädisponierten)
Hunde oder Trägerhunde
aus dem Zuchtbestand eliminiert werden. Alternativ können Hunde,
die an prcd leiden (oder die prädisponiert
sind), oder Träger
der prcd-Erkrankung mit genetisch normalen Hunden (ohne die Transversion
von G zu A) gepaart werden, um sicherzustellen, dass der Wurf keine
Hunde enthält, die
an prcd leiden.
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Die
Erfindung kann für
jede Hunderasse verwendet werden, einschließlich, ohne darauf beschränkt zu sein,
Akita, Amerikanischer Cockerspaniel, American Eskimos, Australian
Cattle Dog, Australian Stumpy Tailed Cattle Dog, Baseniji, Berner
Sennenhund, Border-Collie, Chesapeake Bay Retriever, Chinesischer Schopfhund,
Englischer Cockerspaniel, Englischer Mastiff, English Springer Spaniel,
Entlebucher Sennenhund, Finnischer Lapphund, Deutsch-Kurzhaar, Riesenschnauzer,
Havanese, Labrador-Retriever, Lowchen, Zwergpudel, Zwergschnauzer,
Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Portugiesischer Wasserhund,
Samoyed, Silky Terrier, Spitz, Standardpudel, Standard-Drahthaardackel,
Tibet-Terrier und Toy-Pudel. Da gezeigt wurde, dass die gleiche
prcd-Mutation im F04-Gen in so vielen verschiedenen Rassen vorliegt
und die Ursache von PRA ist, scheint es, dass diese Mutation lange
vor Differenzierung der Hundepopulation zu diesen verschiedenen
Rassen erfolgt ist. Es ist daher zu erwarten, dass sich herausstellen
wird, dass die gleiche Mutation noch in weiteren Hunderassen vorkommt,
bei denen ihr Auftreten bis jetzt noch nicht bekannt ist.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden die beschriebenen Identifizierungsverfahren
in vitro durchgeführt.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung werden die beschriebenen Verfahren also an isolierten
Proben durchgeführt
und erfolgen daher nicht (unmittelbar) am menschlichen Körper.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung erfolgt der Test der biologischen Probe
durch Pyrosequenzierung. Der Vorteil der Pyrosequenzierung besteht
darin, dass sie die Sequenzinformation rasch, üblicherweise innerhalb von
Minuten, liefert. Pyrosequenzieren kann, bei einer Ausführungsform,
ein oder mehrere der folgenden Schritte umfassen: Inkubation von
Nukleinsäuretemplat
(vorzugsweise Einzelstrang-DNA, gegebenenfalls PCR-amplifiziert)
mit Enzymen für
die Pyrosequenzierung, wie DNA-Polymerase, ATP-Sulfurylase, Luciferase und Apyrase,
und Substraten für
die Pyrosequenzierung, wie Adenosin-5'-phosphosulfat
(APS) und Luciferin; sequenzielle Zugabe und katalytischer Einbau
von dNTPs in einen DNA-Strang durch komplementäre Basenpaarung unter Freisetzung
von Pyrophosphat (PPi), vorzugsweise in einer Menge, die zu der
Menge an eingebautem Nukleotid äquimolar
ist; Erfassen der freigesetzten Menge an PPi. Erfassen von PPi kann,
bei einer Ausführungsform,
durch Überführen von
PPi in ATP (beispielsweise durch ATP-Sulfurylase in Gegenwart von
APS) und anschließendes
Erfassen der gebildeten Menge ATP erfolgen. Der Schritt zur Erfassung
kann lichtvermittelt sein. Bei einer Ausführungsform kann beispielsweise
ATP die Umwandlung von Luciferin zu Oxyluciferin treiben – wodurch
sichtbares Licht in Mengen erzeugt wird, die proportional zur Menge
von ATP sind. Das Licht lässt
sich als ein Peak in einer Kurve erfassen und sehen, wobei die Höhe des Peaks
proportional zur Anzahl eingebauter Nukleotide ist. Die Pyrosequenzierungsreaktion
kann einen Regenerationsschritt beinhalten, bei dem die Reaktionslösung vor
Zugabe des nächsten
dNTP regeneriert wird. Beispielsweise kann dieser Schritt mit dem
Enzym Apyrase durchgeführt
wurden, das ATP und nicht eingebaute dNTPs abbaut. Da bei der Pyrosequenzierungsreaktion
dNTPs zugegeben werden, wird der komplementäre DNA-Strang aufgebaut, und
die Nukleotidsequenz kann beispielsweise anhand von Lichtsignalpeaks
bestimmt werden. Bei einer Ausführungsform
der Pyrosequenzierungsreaktion wird dATP durch dATPαS ersetzt,
das von Luciferase nicht erkannt wird.
-
Die
Erfindung wird durch die folgenden Beispiele besser verständlich,
die lediglich der Erläuterung
dienen und in keiner Weise einschränkend sein sollen.
-
BEISPIEL 1
-
Wir
haben eine retinaspezifische canine EST-Genbank von 16 Wochen alten
Beagles gemacht. Ein Satz von fünf
einzelnen überlappenden
EST-Klonen bildete ein Contig, das in der bereits früher spezifizierten CFA9-Region
(Sidjanin et al., 2003) kartierte und daher weiter untersucht wurde.
Diese Sequenz enthielt das später
definierte F04-Exon 8 (siehe unten, EST-Klon-Contig, 1085 bp).
-
Anhand
der Sequenzinformation des obigen EST-Contigs und hypothetischer
humaner Gene, die in der entsprechenden Region der humanen Genomsequenz
lokalisiert sind, wie sie bei GenBank hinterlegt ist, wurden zwei
Primer zur RT-PCR konstruiert:
Vorwärts: 5'-caccttggccatgctctggc-3' (am Ende von Exon
1) – SEQ
ID NO:4
Rückwärts: 5-aatgcatataaataaagcacttggc-3' (in Exon 8) – SEQ ID
NO:5
-
RT-PCT
erfolgte mit einem 3,3 Wochen alten normalen Hund, was zu einem
707 bp-Produkt führte (Klon
9), das das Ende von Exon 1, Exon 2, Exon 3, Exon 4 und Exon 8 umspannte.
-
Vergleichende
in silico-Analyse der caninen genomischen Sequenz aus unserem BAC-Contigs (siehe Beispiel
2 unten) mit der öffentlich
zugänglichen
humanen genomischen Sequenz und der Mäusegenomsequenz identifizierte
eine hochkonservierte Region angrenzend an das 51 Ende von Klon
9, die potenzielle CRX-Bindungsstellen gefolgt von einem ATG-Translationsinitiationscodon
unmittelbar stromaufwärts
der Sequenz von Klon 9 beinhaltete, und sagte einen ORF voraus,
der mit diesem ATG beginnt und mit einem Stoppcodon in Exon 3 endet.
Diese ORF-Sequenz entsprach keinem der bei Genbank bekannten Gene,
und ihre putative Translation hatte auch keine erkennbaren Domänen oder
Sequenzähnlichkeiten
mit irgendeinem anderen bei Genbank bekannten Protein gemein.
-
Weil
der F04-Klon anhand unserer retinaspezifischen Genbank identifiziert
wurde, zeigten diese Daten in Kombination an, dass der F04 entsprechende
ORF ein neues, bislang unbekanntes retinaexprimiertes Gen darstellt.
Die Anwesenheit von Bindungsstellen für den fotorezeptorspezifischen
CRX-Transkriptionsfaktor und die hochkonservierte Struktur der Region
5' zum identifizierten
Startcodon identifizierte das putative Exon 1 als das erste codierende
Exon eines retinaexprimierten Gens. Auf Basis dieser Information
wurde ein neues Primerpaar derart konstruiert, dass das potenzielle
Startcodon beinhaltet und Exons 1-4 umfasst sein sollten.
Vorwärts: 5'-ccagtggcagcaggaacc-3' (5' von Exon 1) – SEQ ID
NO:6
Rückwärts: 5'-ccaagccagggcatgagc-3' (3' von Exon 4) – SEQ ID
NO:7
-
RT-PCR
erfolgte sowohl an einem 10,4 Wochen alten normalen Tier und an
einem 8,5 Wochen alten, an prcd leidenden Individuum und führte bei
beiden Tieren zu einem 562 bp-Produkt
(siehe unten, RT-PCR-Exon 1-4). Der einzige beobachtete Unterschied
war ein Austausch von G zu A, der bei dem kranken Individuum beobachtet
wurde und folglich als die prcd-Mutation identifiziert wurde.
-
Um
die 5'- und 3'-Enden dieses Gens
zu identifizieren, stellten wir eine 5'-RACE-Retina-Genbank von einem 10 Wochen alten normalen
Hund und einem 8 Wochen alten kranken Hund her. Amplifikation der
5'-Enden erfolgte
mit unterschiedlichen spezifischen Primern, die in Exon 1 (CCAAGGTGCTGAGTAGGAAGAGGGTGGTG – SEQ ID
NO:8) oder in Exon 3 (AGTCCCTGGGGCCGAGCTCCGCCTGAC – SEQ ID
NO:9) lokalisiert waren. Amplifikation der 3'-Enden erfolgte mit einem spezifischen
Primer, der auf Exon 1 lokalisiert war (CACCACCCTCTTCCTACTCAGCACCTTGG – SEQ ID
NO:10), was die genaue komplementäre Sequenz des spezifischen
Primers ist, der für
die 5'-RACE verwendet
wurde. Halb verschachtelte ("semi-nested") PCR erfolgte mit
einem Primer, der auf Exon 3 lokalisiert war (AGGGACTGGGATCAGCTGGCAGAGGCAG – SEQ ID
NO:11), um die Spezifität
des Produkts zu verifizieren.
-
Die
Konsensussequenz dieser Experimente ist der Klon, den wir als die
cDNA des F04-Gens
ansehen (siehe SEQ ID NO:3), die in 2 gezeigt
ist. Einzelheiten der cDNA-Sequenz finden sich oben.
-
Zur
Validierung der mit 5'-
und 3'-RACE vorhergesagten
Konsensussequenz wurden zwei Primer verwendet, um die Konsensussequenz
von betroffener und nicht betroffener Retina-cDNA zu amplifizieren.
5'-AGTGGCAGCAGGAACCTCAGG-3' – SEQ ID NO: 29
5'-GGATTATATTAGGGATGAATGAGAAG-3' – SEQ ID NO: 30
-
Da
die Ergebnisse einer 5'-RACE
und einer 3'-RACE
unabhängige
Ergebnisse sind, ist dieser Schritt notwendig, um nachzuweisen,
dass dieses Transkript in der betroffenen und in der nicht betroffenen
Retina auftritt. Die RT-PCR bestätigte
das Auftreten eines solchen Transkripts. Mit dem oben beschriebenen
Verfahren wurden die folgenden Sequenzen erhalten.
-
EST-Klon-Contig:
-
Die
ursprünglich
in der EST-Genbank enthaltenen Klone lieferten die folgende Konsensussequenz
aus 5 Klonen; 1085 bp:
-
Klon 9:
-
Gebildet
durch RT-PCR mit Primern aus Exon 8 und dem Ende von Exon 1 (707
bp):
-
RT-PCR-Exons 1-4
-
Diese
Sequenz wurde anhand der RT-PCR zum Vergleich des ORF von kranken
und nicht kranken Tieren gebildet (562 bp):
-
Die
F04-Mutation ist gedruckt und bei normalen Hunden als G und bei
an prcd leidenden Hunden als A gezeigt.
-
Spleißvarianten
-
Neben
alternativem Splicing, das während
des gesamten Klonierungsprozesses für das F04-Gen bei einigen der
erhaltenen Sequenzen beobachtet wurde (oben beschrieben), wurden durch
RT-PCR mit Primern in den Exons 2 und 3 und mit Primern, die sich
in stromabwärts
vorhergesagten Exons befanden, verschiedene Spleißvarianten
identifiziert (siehe unten).
-
Klon 1:
-
RT-PCR
erfolgte mit einem Primer aus Exon 3 (CAGTCGTGGGCAGCAGGTCGG – SEQ ID
NO:15) und einem aus Exon 8 (AATGCATATAAATAAAGCACTTGGC – SEQ ID
NO:16), was ein 316 bp-Produkt lieferte:
-
Primer
aus Exon 2 (GCAGCAGGTCGGAGAGAGAC – SEQ ID NO:18) und Exon 5
(CTTCCCTCAGATGTGGAGTCAG – SEQ
ID NO:19) wurden verwendet, um cDNA zu amplifizieren, die aus normaler
und betroffener Retina erhalten wurde. Es wurden die drei nachfolgend
gezeigten unterschiedlichen Produkte erhalten. Produkt
Nummer 1:
Produkt
Nummer 2:
Produkt
Nummer 3:
RT-PCR erfolgte an betroffener und nicht betroffener
Retina mit den folgenden Primern:
5'-TTAATCAGTCTGCACAAGGTCG-3' – SEQ ID NO: 31
5'-GGGTCATTGCAAGGATTATATTAGG-3' – SEQ ID NO: 32
-
Es
wurden zwei Spleißvarianten
beobachtet: Produkt
Nummer 1:
Produkt
Nummer 2:
-
Die
obigen Ergebnisse zeigen, dass es mehrere retinale Spleißvarianten
von F04 gibt. Auf Basis dieser Spleißvarianten und einer vergleichenden
Genomanalyse wurde die Genomorganisation von F04 charakterisiert.
Alle Spleißvarianten,
die für
prcd relevant sind, beinhalten jedoch Exons 1-4, und das kürzeste und am
häufigsten
exprimierte dieser krankheitsrelevanten Transkripte ist die als
SEQ ID NO:3 identifizierte cDNA.
-
BEISPIEL 2
-
Seit
der Kartierung des prcd-Orts auf dem caninen Chromosom 9 (CFA9)
haben wir das Intervall der prcd-Erkrankung mit höherer Auflösung kartiert,
die identifizierte canine Genomregion, in der das prcd-Gen lokalisiert
ist, eingegrenzt und alle Kandidatengene innerhalb dieser Region
getestet. Zu Beginn stellten wir mit caninen BACs (Sidjanin, 2003)
eine physikalische Karte der Region auf und identifizierten mehrere
polymorphe Marker innerhalb dieser und benachbart zu dieser Region.
Prüfung
der Genotypen von an prcd leidenden Hunden mehrerer Rassen auf diese
polymorphen Marker bewies, dass sich der Haplotyp, der mit der prcd-Mutation
kosegregierte, in den Rassen über
eine breite Region erstreckte, einschließlich des physikalisch kartierten
Intervalls (Sidjanin et al., 2003). Ein Vergleich dieser Genotypen
ergab jedoch, dass die rassespezifischen Haplotypen unter den Rassen
innerhalb des ursprünglich
veröffentlichten
Bereichs variierten (Sidjanin et al., 2003), aber für eine Gruppe
von Markern, die physikalisch innerhalb eines einzigen BAC-Klons
lokalisiert waren (BAC #10M13, Li et al., 1999), der benachbart
zu dem ursprünglich
veröffentlichten
Bereich lokalisiert war, für
alle Rassen konsistent waren. Dieser BAC-Klon enthielt mehrere Gene.
Für jedes
dieser Gene wurden Einzelnukleotidpolymorphismen identifiziert,
und es wurde ein einziger Haplotyp konstruiert, der das prcd-übertragende
CFA9 von dem aller normalen getesteten Hunde (Tabelle 1) in allen
Rassen unterschied, von denen bekannt war, dass sie von prcd betroffen
sind.
-
Tabelle 1
-
Region
des Kopplungsungleichgewichts (LD), die das canine prcd/F04-Gen
auf dem caninen Chromosom 9 (CFA9) flankiert. Alle Gene in dieser
Region sind in dem caninen BAC #10M13 lokalisiert. Das "betroffene Allel" für jeden
Polymorphismus ist das, das man auf allen untersuchten, prcd-übertragenen
Chromosomen von Hunden verschiedener Rassen findet; das "andere Allel" ist das, das beispieisweise
in BAC #10M13 vorliegt. Wo die Information über den Polymorphismus fett
gedruckt ist, gibt der Polymorphismusname die Position (Basennummer)
in der genomischen F04-Sequenz (d. h. SEQ ID NO:1) an. Lokalisation
des Polymorphismus gibt das Gen in der Genomsequenz an, in dem der
Polymorphismus lokalisiert ist.
| Polymorphismus Nr. | Polymorphismusname | Betroffenes
Allel | Anderes
Allel | Lokalisation
des Polymorphismus |
| 1 | | A | G | FLJ22341 |
| 2 | p43 | G | T | FLJ22341 |
| 3 | | C | T | FLJ22341 |
| 4 | | C | T | FLJ22341 |
| 5 | b712 | A | C | FLJ22341 |
| 6 | b817 | Deletion | CTG | FLJ22341 |
| 7 | b1149 | T | C | FLJ22341 |
| 8 | p49 | C | T | FLJ22341 |
| 9 | | T | G | FLJ22341 |
| 10 | SINE | kein
SINE | SINE | FLJ22341 |
| 11 | p48 | G | A | FLJ22341 |
| 12 | | A | G | FLJ22341 |
| 13 | | A | G | FLJ22341 |
| 14 | | T | C | FLJ22341 |
| 15 | | C | T | FLJ22341 |
| 16 | p45 | T | C | FLJ22341 |
| 17 | p41 | C | T | FLJ22341 |
| 18 | | C | T | FLJ22341 |
| 19 | b682 | C | G | FLJ22341 |
| 20 | b937 | A | G | FLJ22341 |
| 21 | b1130 | A | G | FLJ22341 |
| 22 | b1275 | G | Deletion | FLJ22341 |
| 23 | b1351 | G | A | FLJ22341 |
| 24 | p38 | T | C | CYGB |
| 25 | | G | A | CYGB |
| 26 | | A | G | CYGB |
| 27 | CYGB | T | C | CYGB |
| 28 | b3128 | T | C | CYGB |
| 29 | b3133 | T | C | CYGB |
| 30 | b3605 | C | G | CYGB |
| 31 | b3769 | C | G | CYGB |
| 32 | 3820-23 | Deletion | TGCC | CYGB |
| 33 | p40 | A | G | CYGB |
| 34 | | G | A | CYGB |
| 35 | | A | G | CYGB |
| 36 | 31F5 | A | C | CYGB |
| 37 | 31F4 | A | G | CYGB |
| 38 | | A | G | |
| 39 | 285 | C | T | F04 |
| 40 | 851 | C | G | F04 |
| 41 | 999 | C | T | F04 |
| 42 | 1298 | A | G | F04 |
| 43 | 1633-1635 | CTT | Deletion | F04 |
| 44 | 1854 | Deletion | C | F04 |
| 45 | 1912 | C | G | F04 |
| 46 | 2413 | A | G | F04 |
| 47 | 2590 | T | C | F04 |
| 48 | 2601-2603 | Deletion | TCC | F04 |
| 49 | 2607 | A | G | F04 |
| 50 | 2660-2666 | ATGAGAA | Deletion | F04 |
| 51 | 2710 | C | T | F04 |
| 52 | 2741 | G | A | F04 |
| 53 | 2769 | C | T | F04 |
| 54 | 3119 | G | A | F04 |
| 55 | 3804 | C | T | F04 |
| 56 | 3971 | G | C | F04 |
| 57 | 4459 | G | A | F04 |
| 58 | 5244 | G | A | F04 |
| 59 | 5698 | G | T | F04 |
| 60 | 6254 | A | C | F04 |
| 61 | 6318 | Deletion | G | F04 |
| 62 | 6953 | T | C | F04 |
| 63 | 7030 | T | A | F04 |
| 64 | 7183 | A | C | F04 |
| 65 | 7239 | G | A | F04 |
| 66 | 7855 | A | G | F04 |
| 67 | 8230 | C | T | F04 |
| 68 | 8843 | G | Deletion | F04 |
| 69 | 8977 | G | A | F04 |
| 70 | 10230 | A | G | F04 |
| 71 | 10268 | A | C | F04 |
| 72 | 10855 | A | T | F04 |
| 73 | 12175 | A | G | F04 |
| 74 | 12613 | A | G | F04 |
| 75 | 15033 | C | T | F04 |
| 76 | 15347 | G | A | F04 |
| 77 | 15359 | A | T | F04 |
| 78 | 15445 | T | C | F04 |
| 79 | 17200 | T | C | F04 |
| 80 | 17407 | Deletion | C | F04 |
| 81 | 17435-17437 | GGG | Deletion | F04 |
| 82 | 17672 | T | Deletion | F04 |
| 83 | 17892 | A | G | F04 |
| 84 | b1409 | C | T | STHM |
| 85 | p2 | A | C | STHM |
| 86 | STHM-Nael | A | G | STHM |
| 87 | STHM-Aval | C | T | STHM |
| 88 | Base
3526 | C | T | STHM |
| 89 | Base
3655 | G | A | STHM |
| 90 | 10-299 | G | A | STHM |
| 91 | 10-597 | G | G | STHM |
| 92 | b2263 | Deletion | T | STHM |
| 93 | b2411 | T | C | STHM |
| 94 | b2425 | Deletion | C | STHM |
| 95 | b2748 | G | Deletion | STHM |
| 96 | aus
RT-PCR | A | G | STHM |
-
Von
jedem dieser Gene wurden die Exons sequenziert und untersucht, und
nur in einem einzigen Gen wurde eine mit der Krankheit assoziierte
Sequenzänderung
(d. h. eine Mutation) gefunden. Dieses Gen, das hier als F04 bezeichnet
wird, ist in dem in
US-Patent
5,804,388 beschriebenen Intervall lokalisiert. Einzelheiten der
caninen cDNA-Sequenz und der genomischen DNA-Sequenz für F04 finden
sich oben. Die Mutation bei Nukleotid 1298 von SEQ ID NO:1 stellt
einen Übergang
von G nach A von der normalen zur betroffenen Sequenz dar. Diese
Sequenzänderung
wird hier als die "prcd-Mutation" im F04-Gen bezeichnet
und ist in der obigen Tabelle als Polymorphismus Nr. 42 gezeigt.
-
BEISPIEL 3
-
Dieses
Beispiel beschreibt einen PCR-basierten Test mittels Restriktionsverdau,
der entwickelt wurde, um die Sequenzänderung im F04-Gen zu identifizieren.
Es wurden die folgenden Primer verwendet:
Primer 1: ccagtggcagcaggaacc – SEQ ID
NO:27
Primer 2: ccgacctgctgcccacgactg – SEQ ID NO:28
-
PCR
erfolgt unter Standardbedingungen (Annealingtemperatur 58 °C, 1,5 MgCl2) in 25 μl,
35 Zyklen. Das Amplifikationsprodukt hat eine Größe von 512 bp (entsprechend
bp 1182 bis 1693 in SEQ ID NO:1. Das Restriktionsenzym RsaI verdaut
das Amplifikationsprodukt mit dem A- Allel, aber nicht dem G-Allel. Umgekehrt verdaut
ApaLI das G-Allel, aber nicht das A-Allel. Beide Verdaus erfolgten
zwei Stunden lang bei 37 °C.
-
Der
Restriktionsverdau liefert dementsprechend die in Tabelle 2 gezeigten
Diagnoseergebnisse: Tabelle 2
| ENZYM
(Restriktionsstelle) | ALLEL | FRAGMENTGRÖSSE(N) (bp) |
| RsaI (GT|AC) | G | 512 |
| A | 116;
396 |
| ApaLI (G|TGCAC) | G | 115;
397 |
| A | 512 |
-
Es
wurde eine große
Population von Hunden untersucht, die an prcd litten. Wir haben
mehr als 100 kranke Tiere aus 13 verschiedenen Rassen oder Rassearten
untersucht. Diese beinhalten: 36 Australien Cattle Dogs, 2 Chinesische
Schopfhunde, 5 Englische Cockerspaniels, 5 Finnische Lapphunde,
48 Labrador-Retriever, 45 Zwerg- oder Toy-Pudel, 1 Nova Scotia Duck
Tolling Retriever, 3 Portugiesische Wasserhunde, 1 Silky Terrier,
25 American Eskimos und 14 Entlebucher Sennenhunde.
-
Ein
Beispiel für
die Identifizierung des G-Allels (normal) und des A-Allels (betroffenes
Allel) nach RsaI-Verdau ist in 3A und
nach Verdau mit ApaLI in 3B gezeigt.
Beim RsaI-Verdau
(3A) zeigt ein normaler Hund (GG) ein Produkt mit
512 bp, ein kranker Hund (AA) zeigt Produkte mit 396 bp und 116
bp, und ein Trägerhund
(AG) zeigt Produkte mit 512 bp, 396 bp und 116 bp. Beim ApaLI-Verdau
(3B) zeigt ein normaler Hund (GG) Produkte mit
397 bp und 115 bp, ein kranker Hund (AA) zeigt ein Produkt mit 512
bp, und ein Trägerhund
(AG) zeigt Produkte mit 512 bp, 397 bp und 115 bp. Dieses Verfahren
kann daher verwendet werden, um normale Hunde (d. h. Hunde, bei
denen beide Allele des F04-Gens G als das Nukleotid in einer Position
haben, die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht), Trägerhunde
(d. h. Hunde, bei denen ein Allel G und das andere Allel A als das
Nukleotid in einer Position hat, die Nukleotidposition 1298 von
SEQ ID NO:1 entspricht) und kranke oder prädisponierte Hunde (d. h. Hunde,
bei denen beide Allele des F04-Gens A als das Nukleotid in einer
Position haben, die Nukleotidposition 1298 von SEQ ID NO:1 entspricht)
zu identifizieren.
-
BEISPIEL 4
-
Um
den Ausschluss des betroffenen Allels von der allgemeinen Hundepopulation
zu bestätigen,
testeten wir 1000 Tiere aus 67 Rassen, von denen nicht bekannt war,
dass sie die prcd-Form von PRA haben, um die Abwesenheit des "A"-Allels nachzuweisen. Diese Hunde wurden
mittels PyrosequencingTM (Biotage, Charlottesville,
VA; <http://www.pyrosequencing.com/DynPage.aspx>) wie folgt getestet.
Die Methode basiert auf der Amplifikation der Zielsequenz mit einem
unmarkierten Vorwärtsprimer
und einem biotinmarkierten (5'-Bio)-Rückwärtsprimer,
die verwendet werden, um ein einzelsträngiges DNA-Produkt zu isolieren. Ein Sequenzierprimer
wird verwendet, um eine anschließende nukleotidspezifische
Primerverlängerung
zu starten, und die An- oder Abwesenheit eines Nukleotids wird in
einer von der Allelfrequenz abhängigen
Weise auf Basis einer Luciferasereaktion aufgezeichnet.
Vorwärtsprimer:
5'TTGTGAGAGCCGGCAGG3' – SEQ ID NO:23
Rückwärtsprimer:
5'-Bio/ATGGCCAAGGTGCTGAGTAG3' – SEQ ID NO:24
Sequenzierprimer:
5'GGGGCAGCTGAGCCA3' – SEQ ID NO:25
-
Produkt:
113 bp (Primersequenz ist in Großbuchstaben gezeigt, der G/A-Polymorphismus
ist fett gedruckt, und Bio gibt den Biotinmarker an):
TTGTGAGAGCCGGCAGGggccattttggcctttctcctgcagactctgtccgggaggggatGGGGCAGCTGAGCC
Atgtg/acaccaccctcttcCTACTCAGCACCTTGGCCAT – Bio – SEQ ID NO:26
-
4 stellt
den Testaufbau für
die Verfahren dieses Beispiels dar. Auf Basis der Testsequenz wird während der
Primerverlängerung
eine Reihe von Nukleotiden jeweils eins nach dem anderen injiziert
(die Sequenz ist unter jeder Tafel gezeigt), und die resultierende
Lichtreaktion wird registriert (für jedes Nukleotid angezeigt
durch den Balken, direkt proportional zur Menge vorhandener Allele).
Nukleotide 1 (C) und 7 (G) der Sequenz sind negative Kontrollen
und sollten überhaupt
keine Lichtreaktion liefern. Positionen 2, 3, 4, 8 und 9 sind positive
Kontrollen und reagieren in allen Proben basierend auf der getesteten
Sequenz gleich. Die fragliche Mutation entspricht den Nukleotiden
5 und 6. Bei normalen Tieren liegt nur das G-Allel vor und führt zu einer
Reaktion der gleichen Stärke
wie die positiven Kontrollen. Bei kranken Individuen gilt das Gleiche
für das A-Allel,
während
Träger
beide Allele in einem Verhältnis
von 50/50 haben und daher bei jeder Position die halbe Intensität liefern.
In allen Fällen
waren die durch PyrosequencingTM getesteten
Tiere "GG", d. h. sie hatten in
beiden Allelen des F04-Gens G an einer Position, die Position 1298
von SEQ ID NO:1 entspricht.
-
Der
Fachmann erkennt, dass sich an den verschiedenen oben beschriebenen
Ausführungsformen übliche Modifikationen
vornehmen lassen. Solche Modifikationen sollen innerhalb des Rahmens
der vorliegenden Erfindung liegen.
-
Literaturstellen
-
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