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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bereitstellen eines Multicast-
oder Broadcast-Dienstes
für (den
Benutzer) ein Mobil-Endgerät über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems. Der Multicast-
oder Broadcast-Dienst ist mit einer Vielzahl von Trägern zum
Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert.
Darüber
hinaus betrifft die Erfindung ein Mobil-Endgerät zum Bereitstellen eines Multicast-
oder Broadcast-Dienstes für
einen Benutzer sowie eine Netzwerkeinheit zum Bereitstellen eines
Multicast- oder Broadcast-Dienstes für ein Mobil-Endgerät über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems.
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TECHNISCHER HINTERGRUND
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Jüngste Fortschritte
bei Kodierungsverfahren ermöglichen
den Transport von Daten eines Multicast- oder Broadcast-Dienstes
in mehreren Datenströmen,
zum Beispiel alternativ (Simulcast) oder optional (Layered Multicast).
Derartige Ansätze
haben das Interesse der Internet-Community erregt, um eine grobe
Qualitätsanpassung
in der Multicast-Kommunikation zu ermöglichen, und mehrere Arbeiten
haben darauf aufgebaut, wie beispielsweise DiffServ (Differentiated
Services – siehe
Blake et. al., „An
Architecture for Differentiated Services", RFC 2475, 1998, alle RFCs und Internet-Drafts
von der IETF (Internet Engineering Task Force) stehen unter http://www.ietf.org
zur Verfügung),
RSVP (siehe Graden et al., „Resource
ReSerVation Protocol(RSVP)-Version 1 Message Processing Rules", RFC 2209, 1997),
oder NSIS (siehe Hancock, „Next
Steps in Signaling: Framework",
Internet-Draft (draft-ietf-nsis-fw-05.txt), 2003). Die Architektur
von 3G-Kommunikationsnetzen, zum Beispiel die von 3GPP-Netzen, unterscheidet
sich jedoch von der des Internets und erfordert folglich andere
oder zusätzliche
Lösungen.
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Die
zunehmende Verbreitung von bandbreitenintensiven Multimedia-Anwendungen
an heterogene Benutzergruppen führte
zu einer intensiven Forschung auf dem Gebiet von Multicast-Rate-
und Überlaststeuerung
in dem Internet. Seit der bahnbrechenden Arbeit von McCanne et al.
(siehe McCanne et al., „Receiver-driven
Layered Multicast", Proceedings
of ACM SIGCOMM '96,
S. 117 bis 130, 1996) gilt Multirate-Multicast als ein vielversprechender
Ansatz zur Ratenanpassung in Streaming-Szenarien. Es wurden Verfahren zum Übertragen
des gleichen Inhalts unter Verwendung von mehreren Multicast-Gruppen
auf unterschiedlichen Qualitätsebenen
vorgeschlagen, die auf einer kumulativen geschichteten Datenorganisation
(hierarchisch kodiert) oder Streaming-Replikation (unabhängige und alternative Datenströme) basieren.
Darüber
hinaus ist ebenfalls eine Kombination beider Ansätze möglich. So könnte beispielsweise eine Sitzung
eines einzelnen Audiodatenstroms und mehrerer alternativer Videodatenströme, die
mit einem Standard-Kodierungsschema mit unterschiedlichen Datenraten
oder robust zu unterschiedlichen Verlustraten kodiert werden, in
Betracht gezogen werden.
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Das
Internet-Multicast-Modell stellt im Allgemeinen grundlegende Mechanismen
zum Verteilen von Daten mit unterschiedlichen Dienstgüteparametern
an Untermengen von Multicast-Verteilungsbäumen bereit. Die Hosts, die
unter Verwendung des Internet Group Management Protocol (IGMP – siehe
Fenner, „Internet Group
Management Protocol, Version 2",
RFC 2236, verfügbar
unter http://www.ietf.org) mit den Multicast-Routern kommunizieren, können prinzipiell
die Dienstgüte
in einem Unterbaum aktiv anpassen, indem sie Multicast-Gruppen beitreten/verlassen.
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Allerdings
folgen nicht alle Kommunikationsnetze, wie beispielsweise Mobilkommunikationsnetze, dem
Ende-zu-Ende-Paradigma des Internets. In dieser Hinsicht bedeutet
Einhaltung des Ende-zu-Ende-Prinzips, dass End-Hosts für die Anpassung
an Netzwerkbedingungen verantwortlich sind, wobei sie sich ausschließlich auf
implizite Netzwerksignalisierung, das heißt, Packet Drops (Paketverlust)
und Laufzeitverzögerungen,
stützen.
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Mobilkommunikationsnetze
folgen demgegenüber
einem netzzentrischen Ansatz zur Dienstgüte-Bereitstellung, was zu einem
unterschiedlichen Broadcast-/Multicast-Dienst-Modell führt. Registrierte Benutzer können ihr
Interesse an einer Multicast-Sitzung durch IGMP oder eine ähnliche
Signalisierung zu dedizierten Netzknoten auszudrücken. Der Daten-Verteilungsbaum,
entlang dem Dienstdaten bereitgestellt werden, ist jedoch autonom
aufgebaut und wird, wenn erforderlich, durch das Netz geändert, zum
Beispiel in Reaktion auf ein Handover. Dieser Ansatz ist insbesondere
vorteilhaft, da die Funknetzsteuerung die Kenntnis über verfügbare Ressourcen
(zum Beispiel durch Bereit stellen von Ressourcensteuerungsfunktionalität) hat,
und er ermöglicht,
dass Endbenutzer einen mehr oder weniger nahtlosen Dienst bereitgestellt
bekommen.
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Es
wurden ebenfalls mehrere netzkonzentrische Ansätze zum Bereitstellen heterogener
Kommunikationsdienste in dem Internet vorgeschlagen. Eine allgemein
bekannte Lösung
zum Implementieren verbesserter Funktionalität in dem Netz ist die Einrichtung
von Gateways auf Transportebene oder auf Anwendungsebene oder die
Einführung
von aktiven Netz-Knoten, wie in Amir et al. „An application level video
gateway", Proceedings
of ACM Multimedia '95,
SanFrancisco, Kalifornien, USA, November 1995, beziehungsweise in
Metzler et al., "AMnet:
Heterogeneous Multicast Services based an Active Networking", Proceedings of
the 2nd Workshop an Open Architectures and Network Programming (OPENARCH99),
New York, NY, USA, März 1999,
beschrieben.
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Während der
erstgenannte Ansatz aufgrund von Umcodierungsoperationen einen erheblichen
Overhead verursacht, stellt der letztgenannte Ansatz einen Rahmen
bereit, der in jedem Fall angepasst werden muss, um netzspezifische
Funktionalitäten
und Mechanismen bereitzustellen.
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Das
erste Konzept für
eine heterogene Dienstgüte
in der MBMS-Architektur wurde als Option G in der 3GPP TR 23.846: „Multimedia
Broadcast/Multicast (MBMS); Architecture and functional description
(Release 6)", V6.1.0,
Dezember 2002, verfügbar
unter http://3gpp.org (für
eine Übersicht über die
Architektur und eine funktionale Beschreibung von MBMS siehe 3GPP
TS 23.246: „Multimedia
Broadcast/Multicast (MBMS); Architecture and functional description
(Release 6)", V6.5.0,
Januar 2005) vorgeschlagen. Die Architektur in TR 23.846 definiert
einen MBMS-Trägerdienst,
der eine Vielzahl von Datenströmen
(optional oder alternativ) umfassen kann, die jeweils auf eine einzelne
RTP-Instanz abbilden. Jeder Datenstrom wird über einen eindeutigen Tunnel
zwischen GGSN (Gateway GPRS Support Node) und RNC (Radio Network
Controller – Funknetz-Steuereinrichtung)
transportiert, der während
der gesamten Dauer eines MBMS-Knotens aufrechterhalten wird.
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Dabei
ist es prinzipiell möglich,
dass eine RNC einen Datenstrom eines MBMS-Dienstes zu Beginn der Sitzung
auswählt,
sowie Datenströme
während
der Sitzung zu ändern/hinzuzufügen. Um
diese Funktionalität zu
ermöglichen,
müssen
jedoch ge eignete Mechanismen in dem Funkzugangsnetz (Radio Access
Network – RAN)
implementiert werden. Eine notwendige Voraussetzung ist die Übertragung
und Verwaltung von Stromzuständen
und Beziehungen, welche es einem RAN-Knoten ermöglicht, die geeigneten Ströme (die
Menge von geeigneten Strömen)
entsprechend den gegenwärtigen
Bedingungen einer Zelle oder von Downstream-Knoten auszuwählen.
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Die
3GPP-Multimedia-Broadcast/Multicast-Dienst-(MBMS)-Architektur unterstützt derzeit
lediglich ein sehr einfaches Dienstgütemodell. Sie stellt grundlegend
einen nicht-skalierbaren
und nicht-adaptiven Dienst bereit, bei dem entweder alle Zweige
eines MBMS-Verteilungsbaumes mit der gleichen Dienstgüte eingerichtet werden
oder der gesamte Dienst abgebrochen wird. Es findet keine Verhandlung
von Dienstgütewerten
zwischen Netzknoten statt, was impliziert, dass einige der Zweige
gegebenenfalls nicht eingerichtet werden, wenn Dienstgüte-Anforderungen
durch die entsprechenden Netzknoten nicht erfüllt werden können. Dies
ist sowohl zu Beginn einer Sitzung als auch während einer Sitzung, wie beispielsweise
bei jedem Handover, relevant, wenn ein neuer Zweig des Verteilungsbaumes
zu erstellen/abzureißen
ist.
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Demgegenüber sind
Mobil-Endgeräte
in Bezug auf ihre bereitgestellten Fähigkeiten, das heißt, Verarbeitungsleistung,
Anzeigegröße und so
weiter, ziemlich heterogen. Die gegenwärtige MBMS-Architektur kann dieser
Heterogenität
nicht gerecht werden beziehungsweise sie kann es, indem sie sämtliche
Endgeräte
(die mit besserer und schlechterer Leistung) einem Schlimmstfall-Szenario
unterzieht, wobei sich alle an die geringste Qualität anpassen.
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Die
MBMS-Architektur ist jedoch nicht optimal hinsichtlich Accounting
und Dienst-Bereitstellung.
Wenn beispielsweise ein einzelner Benutzerdienst, der aus einer
Vielzahl von alternativen Datenströmen (beispielsweise drei verschiedenen
Audio-Datenströmen
mit unterschiedlichen Bitraten) oder komplementären Datenströmen (beispielsweise
drei Video-Datenströmen
mit unterschiedlichen Bitraten und zwei Audio-Datenströmen mit
unterschiedlichen Bitraten) besteht, unter Verwendung der MBMS-Architektur
bereitgestellt wird, würde
jeder der alternativen Datenströme
als drei separate MBMS-Dienste bereitgestellt werden müssen, wobei jeder
einen der alternativen Datenströme
umfasst.
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Gleichermaßen sind
hinsichtlich der Bereitstellung von komplementären Datenströmen sechs
verschiedene Kombinationen von Datenströmen möglich. Die MBMS-Architektur
würde wieder
erfordern, dass jede mögliche
Kombination von Datenströmen
als ein separater MBMS-Benutzerdienst für die Benutzer bereitgestellt
wird. Auch wenn geschichtete Datenströme transportiert werden, würden dieselben
in einem jeweiligen MBMS-Benutzerdienst pro Schicht-Kombination
bereitgestellt werden. Das heißt
beispielsweise, dass, wenn das Dienst-Medium in drei Schichten (Basis
(Base), Erweiterung (Enhancement) 1, Erweiterung (Enhancement) 2)
bereitgestellt wird, drei verschiedene MBMS-Dienste (Basis, Basis & Erweiterung1,
Basis & Erweiterung1 & Erweiterung2)
eingerichtet werden müssten.
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Wie
dies vorstehend dargelegt wird, ist aufgrund des Fehlens eines angemessenen
Dienstgüte-Modells
in MBMS und aufgrund der Implikationen von der MBMS-Architektur
keine Dienstgüte-Differenzierung
in einzelnen Zweigen des Verteilungsbaumes eines Dienstes möglich. Des
Weiteren führt
die Notwendigkeit für mehrere
parallele MBMS-Dienste,
die zum Bereitstellen von alternativen oder komplementären Datenströmen eines
eigentlich „einzelnen" Dienstes erforderlich
sind, zu einem erhöhten
Signalisierungs-Overhead in dem Netzwerk und verschwendet Ressourcen
in dem UMTS-Netz.
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Das
Einrichten eines herkömmlichen
MBMS-Dienstes unter Verwendung der herkömmlichen MBMS-Architektur wird
im Folgenden unter Bezugnahme auf die 4 beschrieben.
Das UE (User Equipment – Teilnehmergerät) empfängt 402 eine
MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
in einer Dienstsuch-(Service Discovery) oder Dienstbekanntmachungs-(Service
Announcement)Prozedur 401. Diese MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung beschreibt
sämtliche
MBMS-Träger,
die in dem MBMS-Benutzerdienst
enthalten sind. Die einzelnen Träger
werden anhand ihrer jeweiligen Kennung TMGI (Temporary Mobile Group
Identifier) identifiziert, die in dem BM-SC- (Broadcast/Multicast
Service Center) dynamisch zugewiesen wird.
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Eine
exemplarische MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung wird im Folgenden
dargestellt:
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Entsprechend
diesem Beispiel bezieht sich die MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
auf zwei Sitzungsbeschreibungen session1.sdp und session2.sdp, die
beide einen Träger
definieren, der zu dem durch den Benutzer angeforderten MBMS-Dienst
gehört.
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Anschließend aktiviert
das UE 403 sämtliche
MBMS-Träger,
die in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
enthalten sind. Es sollte beachtet werden, dass die Aktivierung
eines Trägers
als ein Einrichten eines logischen Zustands in dem Verteilungsbaum
des MBMS-Dienstes zu verstehen ist, um anzuzeigen, dass das jeweilige
UE den Dienst anfordert. Die Aktivierung der Träger impliziert nicht die Reservierung
von Ressourcen in dem Netz.
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Sobald
das BM-SC zum Starten des Benutzerdienstes bereit ist, sendet es 404 eine
MBMS-Sitzungsstart-Anforderung für
jeden Träger
des Benutzerdienstes zu dem Netz. In Reaktion auf die Sitzungsstart-Prozedur
senden die RNCs 405 MBMS-Mitteilungen über Funk, um die UEs über eine
anstehende Datenübertragung
zu informieren. In diesen Mitteilungen sind die Funkträgerinformationen
enthalten, die für
den Empfang der Träger
erforderlich sind. Die TMGI wird verwendet, um den jeweiligen MBMS-Träger zu identifizieren.
Beim Senden der Mitteilungen, weist die RNC die für die Bereitstellung
des Dienstes erforderlichen Funkressourcen zu. Auf Basis der in
den Mitteilungen empfangenen Informationen, können sich die UEs einstellen,
um die Daten zu empfangen, die dem UE von dem BM-SC über das
CN/RAN bereitgestellt 406, 407 werden.
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In
der 3GPP-MBMS-Architektur aktivieren die UEs sämtliche Träger (die einen oder mehrere
der einzelnen Datenströme
des Dienstes transportieren) und erwarten, dass eine Mitteilung
für jeden
Träger
empfangen wird und dass Daten auf jedem der Träger bereitgestellt werden,
die zu dem MBMS-Benutzerdienst gehören. Wenn angenommen wird,
dass ein einzelner MBMS-Dienst in einer erweiterten MBMS-Architektur
das Bereitstellen einer Vielzahl von Trägern zulässt, die geschichtete, alternative
oder komplementäre
Datenströme in
einem einzelnen Benutzerdienst transportieren, ist offensichtlich,
dass nicht alle der in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung aufgelisteten
Träger
gleichzeitig den UEs bereitgestellt werden müssen.
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Wenn
die UEs jedoch nicht alle der in der 3GPP-MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
aufgelisteten Träger
empfangen, betrachten die UEs dies als Fehler in der Dienst-Bereitstellung und
agieren entsprechend.
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In
3GPP TS 23.246 wird darüber
hinaus vorgeschlagen, dass in einem heterogenen 2G-3G-System derselbe
MBMS-Benutzerdienst seine Daten über
separate MBMS-Trägerdienste
für 2G-
oder 3G-Coverage typischerweise mit unterschiedlicher Dienstgüte übertragen
kann. Die „unterschiedlichen" 2G- und 3G-Inhaltsdatenströme für denselben
MBMS-Benutzerdienst werden auf der unterschiedlichen IP-Multicast-Adresse
gesendet, die mit 2G- und 3G-TMGIs assoziiert ist. Entsprechend
3GPP TS 26.346: „Multimedia
Broadcast/Multicast Service; Protocols and Codecs (Release 6)", V1.5.0, November
2004, haben die Teilnehmergeräte
jedoch lediglich Kenntnis über
den jeweiligen Datenstrom, der in ihrem 2G- oder 3G-System bereitgestellt
wird.
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WO 2004/051926 A1 betrifft
ein Verfahren zum Durchführen
eines flexiblen Multicasts von Multicast-Daten zu einer Multicast-Gruppe
in einem Telekommunikationssystem, wobei die Multicast-Daten durch einen
Broadcast/Multicast-Server bereitgestellt und zu den Benutzern,
die bei der Multicast-Gruppe registriert sind, über Kanäle übertragen werden. In der Erfindung
werden Multikanal-Multicast-Gruppen (B1, B2, ...) bereitgestellt.
Jede Multikanal-Multicast-Gruppe bietet wenigstens einen Kanal an,
wobei ein Kanal Inhalt transportiert. Die Verfügbarkeit und Konfiguration
der Multikanal-Multicast-Gruppe wird den Benutzern mittels einer Bekanntmachungs-Multicast-Gruppe
(A) bekannt gegeben. Der Benutzer initiiert entweder den Wechsel
zu einer bekannt gegebenen Multikanal-Multicast-Gruppe oder der
Benutzer wird durch den Betreiber zu einem Wechsel gezwungen, wenn
der Betreiber die Zuweisung von Ressourcen steuern möchte.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Aus
diesem Grund ist es eine Aufgabe der Erfindung, das vorstehend beschriebene
Problem zu überwinden.
Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Patentansprüche.
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Ein
Hauptaspekt der Erfindung ist die Bereitstellung von Informationen über die
Beziehungen der einzelnen (geschichteten/alternativen/komplementären) Träger zu den
Mobil-Endgeräten,
die einen Multicast- oder Broadcast-Dienst empfangen, um einen erfolgreichen
Dienstempfang zu vereinfachen. Die Beziehungen der Träger können in
der Dienstbeschreibungs-Information für den Multicast- oder Broadcast-Dienst
bereitgestellt werden, die die Träger, die mit dem Multicast-
oder Broadcast-Dienst assoziiert sind, sowie vorgegebene Träger-Kombinationen
unter der Vielzahl von Trägern
anzeigt.
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Jede
vorgegebene Träger-Kombination
umfasst wenigstens einen der Vielzahl von Trägern und jede vorgegebene Träger-Kombination
stellt den Multicast- oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern
bereit. Auf Basis der Dienstbeschreibungs-Information kann das Mobil-Endgerät feststellen,
ob der wenigstens eine Träger,
der in wenigstens einer von dem Netz empfangenen Mitteilung angezeigt
wird, einer der vorgegebenen Träger-Kombinationen
entspricht und kann nach diesem Feststellungsergebnis entsprechend
agieren.
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Des
Weiteren umfasst jeder Träger
des Multicast- oder Broadcast-Dienstes einen Paketdatenstrom des
Dienstes (zum Beispiel Audio oder Video). Es ist jedoch auch möglich, dass
mehr als ein Paketdatenstrom (zum Beispiel Audio oder Video) unter
Verwendung eines einzelnen Trägerdienstes
bereitgestellt wird.
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In Übereinstimmung
mit den vorstehenden Überlegungen
betrifft eine Ausführungsform
der Erfindung ein Verfahren zum Bereitstellen eines Multicast- oder
Broadcast-Dienstes für
den Benutzer eines Mobil-Endgerätes über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems. In dieser Ausführungsform
ist der Multicast- oder Broadcast-Dienst mit einer Vielzahl von Trägern zum
Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert.
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Das
Mobil-Endgerät
kann eine Dienstbeschreibungs-Information für den Multicast- oder Broadcast-Dienst
empfangen, wobei die Dienstbeschreibungs-Information die Vielzahl
von Trägern
anzeigt, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert
sind. Des Weiteren zeigt die Dienstbeschreibungs-Information vorgegebene
Träger-Kombinationen unter
der Vielzahl von Trägern
an, wobei jede vorgegebene Träger-Kombination wenigstens
einen der Vielzahl von Trägern
umfasst und wobei jede vorgegebene Träger-Kombination den Multicast-
oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern bereitstellt.
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Anschließend kann
das Mobil-Endgerät
die Vielzahl von Trägern
aktivieren, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst verbunden
sind. Es sollte beachtet werden, dass die Aktivierung der Träger lediglich das
Interesse des Mobil-Endgeräts
an den jeweiligen aktivierten Trägern
anzeigt, das heißt,
das Interesse des Mobil-Endgeräts
an dem Multicast- oder Broadcast-Dienst anzeigt. In Reaktion auf
die Aktivierung der Vielzahl von Trägern kann das Mobil-Endgerät eine Dienstmitteilungs-Information
empfangen, die wenigstens einen Träger der Vielzahl von Trägern anzeigt,
die über
die Funkschnittstelle des Funkzugangsnetzes im Multicast- oder Broadcast-Verfahren
gesendet werden.
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Auf
Basis der Dienstbeschreibungs-Information, die zuvor durch das Endgerät empfangen
wurde, kann das Mobil-Endgerät
feststellen, ob der wenigstens eine Träger, der in der empfangenen
Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird, einer der vorgegebenen
Träger-Kombinationen
entspricht. Wenn dies der Fall ist, kann das Mobil-Endgerät Inhaltsdaten
des Multicast- oder Broadcast-Dienstes über den wenigstens einen Träger empfangen,
der in der Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird, und die
Inhaltsdaten dem Benutzer des Mobil-Endgerätes bereitstellen.
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In
einer exemplarischen Ausführungsform
der Erfindung ist der Multicast- oder Broadcast-Dienst ein MBMS-Benutzerdienst,
der über
ein UMTS-Netz bereitgestellt wird.
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Aufgrund
dessen, dass das Mobil-Endgerät
Kenntnis über
die „zugelassenen" Träger-Kombinationen hat,
die den Multicast- oder Broadcast-Dienst bereitstellen, kann es
ebenfalls Situationen erfassen, in denen ein Fehler aufgrund dessen
erfasst wird, dass die Mitteilungsinformation keine „zugelassene" Träger-Kombination
anzeigt. In diesem Zusammenhang kann das Mobil-Endgerät eine Fehlernachricht
für den
Benutzer des Mobil-Endgerätes
erstellen, wenn der wenigstens eine Träger, der in der empfangenen
Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird, nicht einer der vorgegebenen
Träger-Kombinationen entspricht.
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Alternativ
kann das Mobil-Endgerät
auf den Empfang weiterer Dienstmitteilungs-Informationen vor dem Bereitstellen
der Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes für den Benutzer des Mobil-Endgerätes warten,
wenn der wenigstens eine Träger,
der in der empfangenen Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird,
nicht einer der vorgegebenen Träger-Kombinationen
entspricht, und kann eine Fehlernachricht für den Benutzer des Mobil-Endgerätes erstellen,
wenn innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne keine weiteren Dienstmitteilungs-Informationen
empfangen werden.
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Somit
kann das Mobil-Endgerät
Routinen implementieren, die Fälle
steuern, in denen eine unzureichende Anzahl von Trägern für ein bereitgestelltes
Dienstgüteniveau
von dem Netz bereitgestellt wird.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung zeigt die Dienstmitteilungs-Information darüber hinaus
Parameter an, die für
das Empfangen des wenigstens einen Trägers durch das Mobil-Endgerät erforderlich sind.
Folglich kann das Endgerät
zusätzlich
zu dem Identifizieren der jeweiligen Träger, auf denen Inhaltsdaten des
Multicast- oder Broadcast-Dienstes bereitgestellt werden, des Weiteren über die
Parameter benachrichtigt werden, die es demselbigen ermöglichen,
sich auf einen jeweiligen der angezeigten Träger einzustellen.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung sieht das Beschreiben des Inhalts der Dienstbeschreibungs-Information
in einer Auszeichnungssprache (markup language), wie beispielsweise
XML, vor. In einer Variation dieser Ausführungsform umfasst die Dienstbeschreibungs-Information
Tags, die die vorgegebenen Träger-Kombinationen
definieren. In einer weiteren Variation kann die Dienstbeschreibungs-Information
(des Weiteren) ein Tag umfassen, das die Beziehung zwischen den
vorgegebenen Träger-Kombinationen anzeigt.
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Darüber hinaus
kann die Dienstbeschreibungs-Information eine Priorität für jede der
vorgegebenen Träger-Kombinationen
definieren. Die Definition von Kombinationsprioritäten kann
die Reihenfolge erwünschter
Träger-Kombinationen
hinsichtlich der Dienstgüte-Anforderungen
für alternative
Träger-Kombinationen
anzeigen. Für
geschichtete Träger-Kombinationen
kann die Priorität
die Reihenfolge der Schichten anzeigen. Dadurch können die
Mobil-Endgeräte
die Benutzerdienst-Semantik vollständig verstehen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die Dienstmitteilungs-Information in wenigstens einer Mitteilungsnachricht
bereitgestellt wird. Um die Dienstmitteilungs-Information in einem
Funkzugangsnetz auf effiziente Weise zu verbreiten, kann darüber hinaus
vorgesehen sein, dass die Mitteilungs-Information über einen
Broadcast-Funkkanal bereitgestellt wird.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung betrifft die Operation einer Netzwerkeinheit des Funkzugangsnetzes,
die die Funkressourcen der Funkschnittstelle des Funkzugangsnetzes
steuert. In dem UMTS-Netz wird diese Netzwerkeinheit üblicherweise
als die RNC (Radio Network Controller – Funknetz-Steuereinrichtung)
bezeichnet. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Netzwerkelement
ebenfalls ein beliebiges anderes Netzwerkelement des Funkzugangsnetzes
sein kann, das die Funkressourcen steuert. in erweiterten RAN-Architekturen
kann diese Netzwerkeinheit beispielsweise einem Knoten B entsprechen,
der für RRC
(Radio Resource Control – Funkressourcen-Steuerung) verantwortlich
ist.
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Die
Ausführungsform
betrifft ein Verfahren zum Bereitstellen eines Multicast- oder Broadcast-Dienstes für ein Mobil-Endgerät über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems. Der Multicast-
oder Broadcast-Dienst ist wieder mit einer Vielzahl von Trägern zum
Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert.
Die Netzwerkeinheit kann zunächst
eine Dienstkontext-Information des Multicast- oder Broadcast-Dienstes
von einer Netzwerkeinheit des Core-Netzes des Mobilkommunikationsnetzes
empfangen. Die Dienstkontext-Information zeigt die Vielzahl von
Trägern
an, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert sind.
Des Weiteren zeigt die Dienstkontext-Information vorgegebene Träger-Kombinationen
unter der Vielzahl von Trägern
an, wobei jede vorgegebene Träger-Kombination
wenigstens einen der Vielzahl von Trägern umfasst und den Multicast-
oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern bereitstellt.
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Wie
dies in der Einführung
bereits kurz dargestellt wurde, kann die Netzwerkeinheit eine Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
umfassen und kann von dieser (unter anderem) Dienstgute-Bedingungen
erhalten, die eine Dienstgüte
anzeigen, die für
eine Downstream-Übertragung
an der Schnittstelle der Netzwerkeinheit verfügbar ist, über die die Dienstanforderung
des Mobil-Endgerätes
empfangen worden ist.
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Mit
der Kenntnis über
die vorgegebenen Dienstgüteparameter
für jede
der vorgegebenen Träger-Kombinationen
(wie durch die Dienstkontext-Information bereitgestellt) kann die
Netzwerkeinheit nun eine Träger-Kombination
aus den vorgegebenen Träger-Kombinationen
auswählen,
die innerhalb der Dienstgüte-Bedingungen
bereitgestellt werden können,
die von der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
erhalten wurden.
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Anschließend kann
die Netzwerkeinheit die Übertragung
des Multicast- oder Broadcast-Dienstes
auf den ausgewählten
Trägern
bekannt geben. Dementsprechend kann die Netzwerkeinheit beispielsweise
eine Dienstmitteilungs-Information, die die ausgewählte Träger-Kombination
anzeigt, an das Mobil-Endgerät übertragen.
Des Weiteren kann die Netzwerkeinheit mit dem Übertragen von Inhaltsdaten
des Multicast- oder Broadcast-Dienstes
zu dem Mobil-Endgerät über den
wenigstens einen Träger
der ausgewählten
Träger-Kombination
fortfahren.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann das Netzwerkelement darüber hinaus weiter Funkressourcen
für die Übertragung
von Inhaltsdaten über
die Träger
der ausgewählten
Träger-Kombination zuweisen.
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In
einer Variation der vorstehenden Ausführungsformen können die
Ressourcen-Reservierung
sowie die Übertragung
der Mitteilungs-Information durchgeführt werden, nachdem die Netzwerkeinheit
eine Anzeige über
den Start des Multicast- oder Broadcast-Dienstes, beispielsweise
in einer Sitzungsstart-Nachricht, empfangen hat.
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In
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung kann die Netzwerkeinheit ferner die Dienstbeschreibungs-Information
für den
Multicast- oder Broadcast-Dienst zu dem Mobil-Endgerät weiterleiten,
wobei die Dienstbeschreibungs-Information die Vielzahl von Trägern anzeigt,
die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert sind. Diese
Dienstbeschreibungs-Information kann des Weiteren vorgegebene Träger-Kombinationen aus
der Vielzahl von Trägern
anzeigen. Jede vorgegebene Träger-Kombination kann
wenigstens einen der Vielzahl von Trägern umfassen und jede vorgegebene
Träger-Kombination
kann den Multicast- oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern
bereitstellen.
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Darüber hinaus
sieht eine Ausführungsform
der Erfindung vor, dass die Netzwerkeinheit die Dienstgüte-Bedingungen,
die die Dienstgüte
anzeigen, die für
eine Downstream-Übertragung
an der Schnittstelle der Netzwerkeinheit verfügbar ist, über die die Dienstanforderung
des Mobil-Endgerätes
empfangen worden ist, unter Verwendung der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
der Netzwerkeinheit überwacht,
und feststellt, ob die überwachten
Dienstgüte-Bedingungen
noch zulassen, dem Mobil-Endgerät
die ausgewählte
Träger-Kombination
bereitzustellen.
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Wenn
dies nicht der Fall ist, kann die Netzwerkeinheit eine andere Träger-Kombination
aus den vorgegebenen Träger-Kombinationen,
die innerhalb der Dienstgüte-Bedingungen bereitgestellt
werden können, die
von der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
erhalten werden, auf Basis der vorgegebenen Dienstgüteparameter
für jede
der vorgegebenen Träger-Kombinationen
auswählen,
die in der Dienstkontext-Information enthalten sind. Die Netzwerkeinheit
kann eine Dienstmitteilungs-Information, die die ausgewählte andere
Träger-Kombination
anzeigt, an das Mobil-Endgerät übertragen,
und kann ferner Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes über den
wenigstens einen Träger
der ausgewählten
anderen Träger-Kombination
an das Mobil-Endgerät übertragen.
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In
einer Variation dieser Ausführungsform
kann die Netzwerkeinheit ebenfalls Funkressourcen für das Übertragen
von Inhaltsdaten über
die Träger
der ausgewählten
anderen Träger-Kombination
zuweisen und kann Funkressourcen freigeben, die zuvor für das Übertragen
von Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes zugewiesen
waren.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist die Dienstbeschreibungs-Information in einer Benutzer-Dienstbeschreibung
und einer Dienstbeschreibung für
jeden Träger
der Vielzahl von Trägern
enthalten, die dem Mobil-Endgerät
separat bereitgestellt werden.
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In
einer Variation zeigt die Benutzer-Dienstbeschreibung eine URI für jede der
Dienstbeschreibungen an, die mit der Vielzahl von Trägern assoziiert
sind, und definiert die vorgegebenen Träger-Kombinationen auf Basis
der URIs, wobei jede Dienstbeschreibung für einen jeweiligen der Vielzahl
von Trägern
eine temporäre Kennung
des jeweiligen Trägers
umfasst. Darüber
hinaus umfasst in einer anderen Variation die Dienstmitteilungs-Information
die temporäre
Kennung jedes Trägers,
der in der ausgewählten
Träger-Kombination
enthalten ist.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung betrifft ein Mobil-Endgerät zum Bereitstellen eines Multicast-
oder Broadcast-Dienstes für
einen Benutzer. Der Multicast- oder Broadcast-Dienst wird über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems gesendet und ist
mit einer Vielzahl von Trägern
zum Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert.
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In Übereinstimmung
mit dieser Ausführungsform
kann das Mobil-Endgerät
eine Empfangseinrichtung zum Empfangen einer Dienstbeschreibungs-Information
für den
Multicast- oder Broadcast-Dienst umfassen. Die Dienstbeschreibungs-Information
zeigt die Vielzahl von Trägern
an, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert sind.
Des Weiteren zeigt die Dienstbeschreibungs-Information vorgegebene
Träger-Kombinationen unter
der Vielzahl von Trägern
an. Jede vorgegebene Träger-Kombination kann
wenigstens einen Träger
der Vielzahl von Trägern
umfassen. Weiterhin kann jede vorgegebene Träger-Kombination den Multicast-
oder Broadcast-Dienst
mit vorgegebenen Dienstgüteparametern
bereitstellen.
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Die
Empfangseinrichtung des Mobil-Endgerätes kann darüber hinaus
so eingerichtet sein, dass sie eine Dienstmitteilungs-Information
in Reaktion auf die Aktivierung der Vielzahl von Trägern empfängt. Die Dienstmitteilungs-Information
zeigt wenigstens einen Träger
der Vielzahl von Trägern
an, die über
die Funkschnittstelle des Funkzugangsnetzes im Multicast- oder Broadcast-Verfahren
gesendet werden.
-
Des
Weiteren kann das Mobil-Endgerät
eine Sendeeinrichtung zum Aktivieren der Vielzahl von Trägern, die
mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert sind, sowie
eine Verarbeitungseinrichtung umfassen, die feststellt, ob der wenigstens
eine Träger,
der in der empfangenen Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird,
einer der vorgegebenen Träger-Kombinationen
entspricht.
-
Die
Empfangseinrichtung des Mobil-Endgerätes kann so eingerichtet sein,
dass sie Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes über den
wenigstens einen Träger
empfängt,
der in der Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird, wenn die
Verarbeitungseinrichtung festgestellt hat, dass der wenigstens eine Träger, der
in der empfangenen Dienstmitteilungs-Information enthalten ist,
einer der vorgegebenen Träger-Kombinationen
entspricht.
-
Des
Weiteren ist das enthaltene Mobil-Endgerät so eingerichtet, dass es
die Inhaltsdaten dem Benutzer des Mobil-Endgerätes bereitstellt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Mobil-Endgerät
des Weiteren Einrichtungen, die so eingerichtet sind, dass sie die
Schritte des Verfahrens zum Bereitstellen eines Multicast- oder
Broadcast-Dienstes für
den Benutzer eines Mobil-Endgerätes entsprechend
einer der vorstehenden verschiedenen Ausführungsformen und Variationen
davon durchführen.
-
Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung betrifft eine Netzwerkeinheit zum Bereitstellen eines
Multicast- oder Broadcast-Dienstes für ein Mobil-Endgerät über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems. Wie in den vorstehenden
Ausführungsformen
ist der Multicast- oder Broadcast-Dienst mit einer Vielzahl von
Trägern
zum Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert.
Die Netzwerkeinheit kann sich in dem Funkzugangsnetz befinden und
kann so eingerichtet sein, dass sie die Funkressourcen an der Funkschnittstelle
des Funkzugangsnetzes steuert.
-
Die
Netzwerkeinheit kann eine Empfangseinrichtung zum Empfangen einer
Dienstkontext-Information des Multicast- oder Broadcast-Dienstes
von einer Netzwerkeinheit des Core-Netzes des Mobilkommunikationsnetzes
umfassen. Diese Dienstkontext-Information
zeigt die Vielzahl von Trägern,
die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert sind, sowie
die vorgegebenen Träger-Kombinationen
unter der Vielzahl von Trägern
an. Jede vorgegebene Träger-Kombination
umfasst wenigstens einen der Vielzahl von Trägern und kann den Multicast-
oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern bereitstellen.
-
Darüber hinaus
kann die Netzwerkeinheit eine Verarbeitungseinrichtung enthalten,
die von einer Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
der Netzwerkeinheit Dienstgüte-Bedingungen
erhält,
die eine Dienstgüte
anzeigen, die für
eine Downstream-Übertragung
an der Schnittstelle der Netzwerkeinheit verfügbar ist, über die die Dienstanforderung
des Mobil-Endgerätes
empfangen worden ist. Die Verarbeitungseinrichtung kann so eingerichtet
sein, dass sie eine Träger-Kombination
aus den vorgegebenen Träger-Kombinationen, die
innerhalb der von der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
erhaltenen Dienstgüte-Bedingungen
bereitgestellt werden können,
auf Basis der vorgegebenen Dienstgüteparameter für jede der
vorgegebenen Träger-Kombinationen auswählt, die
in der Dienstkontext-Information enthalten sind.
-
Darüber hinaus
enthält
die Netzwerkeinheit eine Sendeeinrichtung zum Übertragen einer Dienstmitteilungs-Information,
die die ausgewählte
Träger-Kombination
anzeigt, an das Mobil-Endgerät,
und zum Übertragen
von Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes an das Mobil-Endgerät über den
wenigstens einen Träger
der ausgewählten
Träger-Kombination.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
umfasst die Netzwerkeinheit darüber
hinaus Einrichtungen, die so eingerichtet sind, dass sie die Schritte
des Verfahrens zum Bereitstellen eines Multicast- oder Broadcast-Dienstes
für das
Mobil-Endgerät
entsprechend einer der vorstehenden verschiedenen Ausführungsformen
und Variationen davon durchführen.
-
Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung betrifft ein computerlesbares Medium, das Befehle
speichert, die, wenn sie durch einen Prozessor eines Mobil-Endgerätes ausgeführt werden,
das Bereitstellen eines Multicast- oder Broadcast-Dienstes für den Benutzer
des Mobil-Endgerätes über ein
Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems veranlassen. Der
Multicast- oder Broadcast-Dienst kann mit einer Vielzahl von Trägern zum
Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert
sein.
-
Das
Mobil-Endgerät
kann veranlasst werden, den Multicast- oder Broadcast-Dienst durch
Empfangen einer Dienstbeschreibungs-Information für den Multicast-
oder Broadcast-Dienst zu empfangen, wobei die Dienstbeschreibungs-Information
die Vielzahl von Trägern
anzeigt, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert
sind, wobei die Dienstbeschreibungs-Information des Weiteren vorgegebene
Träger-Kombinationen unter
der Vielzahl von Trägern
anzeigt, wobei jede vorgegebene Träger-Kombination wenigstens einen der Vielzahl
von Trägern
umfasst und wobei jede vorgegebene Träger-Kombination den Multicast-
oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern bereitstellt.
-
Die
Befehle können
darüber
hinaus das Mobil-Endgerät
veranlassen, den Multicast- oder
Broadcast-Dienst durch Aktivieren der Vielzahl von Trägern, die
mit dem Multicast- oder
Broadcast-Dienst assoziiert sind, durch Empfangen der Dienstmitteilungs-Information in Reaktion
auf die Aktivierung der Vielzahl von Trägern, wobei die Dienstmitteilungs-Information
wenigstens einen Träger
der Vielzahl von Trägern
anzeigt, die über
die Funkschnittstelle des Funkzugangsnetzes im Multicast- oder Broadcast-Verfahren gesendet
werden, sowie durch Feststellen zu empfangen, ob der wenigstens
eine Träger,
der in der empfangenen Dienstmitteilungs-Information angezeigt wird,
einer der vorgegebenen Träger-Kombinationen
entspricht. Wenn dies der Fall ist, können die Befehle das Mobil-Endgerät veranlassen,
Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes über den wenigstens einen Träger zu empfangen,
der in der Dienstmitteilungs-Information
angezeigt wird, und die Inhaltsdaten dem Benutzer des Mobil-Endgerätes bereitzustellen.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
speichert das computerlesbare Medium weiterhin Befehle, die, wenn
sie durch den Prozessor des Mobil-Endgerätes ausgeführt werden, das Mobil-Endgerät veranlassen,
die Schritte des Verfahrens zum Bereitstellen eines Multicast- oder
Broadcast-Dienstes für
den Benutzer eines Mobil-Endgerätes
entsprechend einer der vorstehenden verschiedenen Ausführungsformen
und Variationen davon auszuführen.
-
Eine
andere Ausführungsform
der Erfindung stellt ein computerlesbares Medium bereit, das Befehle speichert,
die, wenn sie durch einen Prozessor einer Netzwerkeinheit ausgeführt werden,
die Netzwerkeinheit veranlassen, einem Mobil-Endgerät einen Multicast-
oder Broadcast-Dienst über
ein Funkzugangsnetz eines Mobilkommunikationssystems bereitzustellen.
Der Multicast- oder Broadcast-Dienst kann mit einer Vielzahl von
Trägern
zum Bereitstellen des Multicast- oder Broadcast-Dienstes assoziiert
sein. Darüber
hinaus kann sich die Netzwerkeinheit in dem Funkzugangsnetz befinden
und die Funkressourcen an der Funkschnittstelle des Funkzugangsnetzes
steuern. Die Befehle können,
wenn sie durch den Prozessor ausgeführt werden, die Netzwerkeinheit
veranlassen, eine Dienstkontext-Information des Multicast- oder
Broadcast-Dienstes von einer Netzwerkeinheit des Core-Netzes des
Mobilkommunikationsnetzes zu empfangen, wobei die Dienstkontext-Information
die Vielzahl von Trägern
anzeigt, die mit dem Multicast- oder Broadcast-Dienst assoziiert
sind, und wobei die Dienstkontext-Information des Weiteren vorgegebene
Träger-Kombinationen
unter der Vielzahl von Trägern
anzeigt. Jede vorgegebene Träger-Kombination
kann wenigstens einen der Vielzahl von Trägern umfassen und jede vorgegebene
Träger-Kombination kann
den Multicast- oder Broadcast-Dienst mit vorgegebenen Dienstgüteparametern
bereitstellen.
-
Darüber hinaus
können
die Befehle die Netzwerkeinheit veranlassen, von der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
der Netzwerkeinheit Dienstgüte-Bedingungen
zu erhalten, die eine Dienstgüte
anzeigen, die für eine
Downstream-Übertragung
an der Schnittstelle der Netzwerkeinheit verfügbar ist, über die die Dienstanforderung
des Mobil-Endgerätes
empfangen worden ist, und eine Träger-Kombination von den vorgegebenen Träger-Kombinationen, die
innerhalb der von der Dienstgüte-Verwaltungseinrichtung
erhaltenen Dienstgüte-Bedingungen
bereitgestellt werden können,
auf Basis der vorgegebenen Dienstgüteparameter für jede der vorgegebenen
Träger-Kombinationen
auszuwählen,
die in der Dienstkontext-Information enthalten sind.
-
Des
Weiteren können
die Befehle die Netzwerkeinheit veranlassen, eine Dienstmitteilungs-Information,
die die ausgewählte
Träger-Kombination
anzeigt, an das Mobil-Endgerät
zu übertragen,
und Inhaltsdaten des Multicast- oder Broadcast-Dienstes über den
wenigstens einen Träger
der ausgewählten
Träger-Kombination
zu dem Mobil-Endgerät zu übertragen.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
speichert das computerlesbare Medium ferner Befehle, die, wenn sie
durch den Prozessor der Netzwerkeinheit ausgeführt werden, die Netzwerkeinheit
veranlassen, die Schritte des Verfahrens zum Bereitstellen eines
Multicast- oder Broadcast-Dienstes für das Mobil-Endgerät entsprechend
einer der vorstehenden verschiedenen Ausführungsformen und Variationen
davon auszuführen.
-
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
-
Im
Folgenden wird die Erfindung ausführlicher unter Bezugnahme auf
die beigefügten
Figuren und Zeichnungen beschrieben. Ähnliche oder entsprechende
Details in den Figuren sind mit den gleichen Referenznummern versehen.
-
1 zeigt
den Benutzerebenen-Protokollstapel der 3GPP-MBMS-Architektur,
-
2 zeigt
eine Übersicht über die
Dienstgüte-Architektur
von UMTS,
-
3 zeigt
Dienstgüte-Verwaltungsfunktionen
für einen
UMTS-Trägerdienst
in der Steuerebene,
-
4 zeigt
die Operation eines herkömmlichen
3GPP-MBMS-Benutzerdienstes, und
-
5 zeigt
die Operation eines MBMS-Benutzerdienstes entsprechend einer Ausführungsform
der Erfindung.
-
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
folgenden Abschnitte werden verschiedene Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung beschreiben. Lediglich zu Beispielzwecken werden die meisten
der Ausführungsformen
in Bezug auf ein UMTS-Kommunikationssystem dargestellt, und die
in den folgenden Abschnitten verwendete Terminologie betrifft hauptsächlich die
UMTS-Terminologie.
Die verwendete Terminologie und die Beschreibung der Ausführungsformen
in Bezug auf eine UMTS-Architektur sollen jedoch nicht die Prinzipien
und Ideen der vorliegenden Erfindung auf derartige Systeme beschränken.
-
Des
Weiteren sollen die ausführlichen
Erläuterungen,
die in dem Abschnitt Technischer Hintergrund gegeben werden, lediglich
dem besseren Verständnis
der hauptsächlich UMTS-spezifischen
exemplarischen Ausführungsformen
dienen, die im Folgenden beschrieben werden, und sollen nicht im
Sinne einer Beschränkung
der vorliegenden Erfindung auf die beschriebenen spezifischen Implementierungen
von Prozessen und Funktionen in dem Mobilkommunikationsnetz verstanden
werden.
-
Es
ist ferner zu beachten, dass die vorliegende Erfindung hauptsächlich in
Bezug auf Bandbreitenanforderungen und die jeweilige Dienstgüteanpassung
beschrieben wird. Die Dienstgütedifferenzierung
und Dienstgüteanpassung
innerhalb der Dienstbeschreibungs-Information können jedoch ebenso auf beliebige
andere Dienstgüteparameter,
wie zum Beispiel die Verlustrate, oder auf eine Kombination von
Parametern angewendet werden.
-
Um
die Bereitstellung eines Benutzerdienstes mit mehreren Trägern zu
ermöglichen,
die geschichtete, komplementäre
oder alternative Datenströme
des Dienstes transportieren, werden die MBMS-Transportdienste und
der MBMS-Benutzerdienst erweitert. Ein wichtiger Aspekt bei der
Auslegung der erweiterten Multicast-/Broadcast-Architektur besteht
darin, eine breite Palette von Möglichkeiten
für eine
Inhaltsanpassung abzudecken. Beispielsweise können verfügbare adaptive Media-Codecs
abgedeckt werden und ein Rahmen für zukünftige Erweiterungen kann bereitgestellt
werden.
-
Ein
möglicher
Ansatz zur Überwindung
dieser Beschränkungen
der aktuellen MBMS-Architektur
kann in der Anwendung von adaptiven Media-Codecs bestehen. Beispiele
adaptiver Media-Codecs sind geschichtete Codecs, wie zum Beispiel
MPEG2 oder MPEG4. Diese Codecs verschlüsseln üblicherweise Media-Informationen
in (wenigstens) zwei oder mehr Schichten, wobei die unterste Schicht
die wichtigste Schicht ist. Die folgenden (höheren) Schichten sind von den
vorhergehenden (unteren) Schichten abhängig.
-
Inhalt
kann ebenfalls in mehreren unabhängigen
Darstellungen verschlüsselt
werden, zum Beispiel unter Verwendung eines MPEG-1-Kodierers, der
es ermöglicht,
alternative Datenströme
mit unterschiedlichen Bandbreitenanforderungen oder unterschiedlicher
Fehlerelastizität
bereitzustellen.
-
Ein
weiteres Beispiel adaptiver Media-Codecs ist die Familie der Mehrfachbeschreibungs-Codecs (MDC – Multiple
Description Codecs). Bei dieser Art der Kodierung wird der Inhalt
in mehreren komplementären
Schichten verschlüsselt,
das heißt,
die Konzepte von Basisschicht und Abhängigkeit von vorhergehenden Schichten
verschwinden. Insbesondere ist die erhaltene Qualität umso höher, je
größer die
Anzahl der empfangenen MDC-kodierten Pakete ist.
-
Eine
weitere Überlegung
bezüglich
der Auslegung ist die Verfügbarkeit
von RAN-Ressourcen
(Funkzugangsnetz-Ressourcen). Ohne dabei von der Allgemeingültigkeit
abzuweichen, kann das RAN üblicherweise
als das kritische System angesehen werden, bei dem die Einrichtung
von Transportträgern
aufgrund knapper Funkressourcen einen Engpass darstellen kann. Somit
sollte eine erweiterte Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur Anpassungsfunktionalität berücksichtigen,
um auf sich ändernde
RAN-Ressourcen in den Funknetz-Steuereinrichtungen (RNCs) reagieren
zu können.
-
Aufgrund
der Mobilität
der Teilnehmergeräte
(UEs) können
sich Verteilungsbäume
während
einer laufenden Sitzung verändern.
Demzufolge kann eine erweiterte Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur
sowohl Anpassung zu Beginn der Sitzung als auch während der
Sitzung, zum Beispiel bei Handovern, ermöglichen.
-
Eine
weitere mögliche Überlegung
bezüglich
der Auslegung für
eine erweiterte Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur ist die Bereitstellung
einer Anpassung für
sich verändernde
Bedingungen in dem Netz und den Funkkomponenten. MBMS-Daten können über einen
MBMS-Verteilungsbaum, der durch zahlreiche RNCs und zahlreiche SGSNs
gehen kann, an mehrere Benutzer verteilt werden.
-
Dadurch
können
verschiedene Media-Komponenten, die einen einzelnen MBMS-Dienst
aus der Sicht des Benutzers umfassen, über separate GTP-Tunnel (GPRS
Tunneling Protocol) (GGSN <-> SGSN, SGSN <-> RNC – siehe 1)
sowie über
Funkträger
(RNC <-> UE) bereitgestellt
werden, die Dienstgüte-Differenzierung
für jede
Komponente ermöglichen.
Eine erweiterte Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur kann infolgedessen
Dienstgüte-Probleme
sowohl an dem Funkzugangsnetz als auch an dem Core-Netz angehen.
-
Um
eine bestimmte Netzwerk-Dienstgüte
zu realisieren, kann ein Trägerdienst
(zum Beispiel UMTS/MBMS-Träger)
mit eindeutig definierten Merkmalen und eindeutig definierter Funktionalität von der Quelle
bis zum Ziel eines Benutzerdienstes (wie zum Beispiel Multicast-
oder Broadcast-Dienst) eingerichtet werden. Ein Trägerdienst
umfasst sämtliche
Aspekte, um die Bereitstellung einer vertraglich festgelegten Dienstgüte zu ermöglichen.
Diese Aspekte sind unter anderem die Steuerungs-Signalisierung,
der Benutzerebenentransport und die Dienstgüte-Verwaltungsfunktionalität. Eine
geschichtete UMTS-Trägerdienst-Dienstgüte-Architektur
wird in 2 dargestellt. Jeder Trägerdienst
auf einer jeweiligen Schicht bietet seine individuellen Dienste
unter Nutzung von Diensten an, die von den darunter befindlichen
Schichten bereitgestellt werden.
-
Die
spezifischen Beziehungen der Funktionen zwischen den Knoten (GGSN,
SGSN, RNC usw.), die benötigt
werden, um einen UMTS-Trägerdienst
mit einer spezifischen Dienstgüte
zu spezifizieren, einzurichten, zu ändern und aufrechtzuerhalten,
können
implementierungsspezifisch sein. Dies bedeutet, dass mehrere Technologien,
wie beispielsweise DiffServ, IntServ (siehe Graden et al., „Integrated
Services in the Internet Architecture: an Overview", RFC1633, 1994),
RSVP oder MPLS, verwendet werden können.
-
Bei
Betrachtung des Beispiels von UMTS bedeutet die Zuweisung dieser
Funktionen zu den UMTS-Einheiten, dass diese Einheiten für den UMTS-Trägerdienst
verhandelte Dienstgüte-Zusagen
durchsetzen können.
Die spezifische Realisierung dieser Funktionen kann implementierungsabhängig sein
und muss lediglich die spezifizierten Dienstgüte-Merkmale aufrechterhalten.
Die Dienstgüte-Verwaltungsfunktionen sämtlicher
UMTS-Einheiten zusammen können
die Bereitstellung des verhandelten Dienstes zwischen den Zugangspunkten
des UMTS-Trägerdienstes
sicherstellen.
-
Zum
Einrichten einer neuen erweiterten Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur
kann die Funktionalität des
Dienst-Managers entsprechend der Beschreibung in Artikel 6.2.1.1.
von 3GPP TS 23.107: „Technical
Specification Group Services and System Aspects; Quality of Service
(QoS) concept and architecture (Release 6)" (siehe Version 6.1.0., März 2004)
von besonderem Interesse sein. Der Dienst-Manager koordiniert die
Funktionen der Steuerebene (zum Beispiel MBMS-Träger-Kontext) zum Einrichten, Ändern und
Aufrechterhalten des Dienstes, für
den er verantwortlich ist (siehe 3). Weiterhin
stellt er sämtliche
Benutzerebenen-Dienstgüte-Verwaltungsfunktionen
mit den relevanten Attributen (zum Beispiel garantierte Bitrate,
größte Bitrate,
größte Paketgröße, Verlustrate
usw.) bereit.
-
Der
Dienst-Manager kann weiterhin Dienste für andere Instanzen (zum Beispiel
MBMS-Träger-Kontext-Verwaltungsfunktionen)
anbieten, Informationsübertragung
mit gleichrangigen Dienst-Managern durchführen und von anderen Instanzen
bereitgestellte Dienste nutzen. Der Dienst-Manager kann weiterhin
eine Attributübersetzung
(zum Beispiel Anwendungspaket-Verlustrate in RLC-SDU-Verlustrate,
SDU-Verlustrate zu Blockfehlerrate Schicht 1/Schicht 2) durchführen, um
Dienste der unteren Ebene anzufordern. Darüber hinaus kann er andere Steuerungsfunktionen
abfragen, um eine Zulassung für
die Dienstbereitstellung zu empfangen.
-
Daher
kann von der Annahme ausgegangen werden, dass eine solche zugrundeliegende
Infrastruktur bereitgestellt wird und dass die Wechselwirkung zwischen
dem MBMS-Träger
und den Dienstgüte-Verwaltungsfunktionen
gegeben ist. Dies ermöglicht,
dass sowohl Netzbedingungen (CN, Core-Netz) als auch Funkzugangsnetzbedingungen,
die aufgrund der Unsicherheit darüber, wie die Benutzer die verfügbaren Ressourcen
nutzen werden und wie andere unvorhersehbare Ereignisse den Kontext-Verwaltungsfunktionen
für den MBMS-Benutzerdienst
bekannt gegeben werden, inhärent
schwanken.
-
Ein
veranschaulichendes Beispiel für
Letztgenanntes ist beispielsweise das typische Flash-Crowd-Phänomen, wobei
ein bestimmter Server und das zugehörige Netzsegment durch Benutzeranforderungen überlastet
werden. Ein weiteres Beispiel kann der Ausfall eines Knotens auf
dem Dienstbereitstellungspfad oder die Unsicherheit darüber, wie
viele Benutzer Multicast-Dienste, wie zum Beispiel 3GPP MBMS, nutzen
werden, sein.
-
Darüber hinaus
besteht ein weiterer Aspekt bei der Auslegung einer erweiterten
Multicast/Broadcast-Dienst-Architektur darin, netzwerkgesteuerte
Anpassung des Multicast/Broadcast-Dienstes zu ermöglichen.
In der vorliegenden MBMS-Achitektur wird der MBMS-Benutzer normalerweise
eine geringe bis keine Möglichkeit
haben, die Einzelheiten der Sitzungsbereitstellung mit dem Server
(zum Beispiel BM-SC) zu verhandeln. An dieser Stelle wird die netzwerkgesteuerte
Anpassung wichtig.
-
Die
Dienstgüte-Architektur
wird so erweitert, dass eine Differenzierung von Datenströmen/Trägern eines
Benutzerdienstes an den Netzwerkknoten (Netzwerkeinheiten) entlang
des Verteilungsbaumes des MBMS-Benutzerdienstes möglich wird.
Auf diese Weise ist eine netzwerkgesteuerte Anpassung an sich ändernde
Ressourcen, heterogene Endgeräte
und unterschiedliche Netzwerkkomponenten möglich.
-
Entsprechend
diesem Ansatz wird eine zusätzliche
Zustandsinformation in Form eines MBMS-Benutzerdienst-Kontexts eingeführt. Der
MBMS-Benutzerdienst-Kontext speichert Verweise auf die Träger, die
in einem Dienst enthalten sind. Zusätzlich kann eine Trägerbeziehungsinformation
gespeichert werden, die die Beziehung zwischen den Trägern definiert,
so dass ein Anpassungsknoten die Aktivierung/Deaktivierung von Trägern entsprechend
den Downlink-Fähigkeiten,
wie zum Beispiel Downstream-Dienstgüte-Bedingungen,
durchführen
kann.
-
Die
Zeitlinie für
einen im Folgenden ausschließlich
zu Beispielzwecken betrachteten MBMS-Benutzerdienst wäre wie folgt:
in der Datenebene werden Inhaltsdaten des Dienstes (üblicherweise
in Form von optionalen/alternativen/komplementären Datenströmen) für den angeforderten
Multimedia-Broadcast-Dienst beziehungsweise Multicast-Dienst in
Abwärtsrichtung
auf deren MBMS-Trägern
weitergeleitet, solange die Dienstgüte-Anforderungen (Bedingungen)
durch sämtliche
der Zwischen-Netzwerkeinheiten
erfüllt
werden. Wenn beispielsweise ein Zwischenknoten nicht alle zu dem
Benutzerdienst gehörenden
Träger
weiterleiten kann, filtert er die Träger, indem er eine Untermenge
von verfügbaren
Trägerdiensten
auswählt,
um den Gesamt-Sitzungsdatenstrom
an die verfügbare
Dienstgüte
anzupassen. Die weitergeleiteten Kontextinformationen (zum Beispiel
innerhalb des MBMS-Träger-Kontexts
und des neu definierten MBMS-Benutzerdienst-Kontexts) ermöglichen,
dass Netzwerkknoten diese Filterung durchführen. Die zum Einrichten des
MBMS-Träger-Kontexts und
des neu definierten MBMS-Benutzer-Dienst-Kontexts erforderlichen
Informationen können
auf Anforderung in der Abwärtsrichtung
des Verteilungsbaums verbreitet werden.
-
Die
Kontextinformationen können
weiterhin ermöglichen,
dass das Netzwerk auf plötzliche
Kapazitätsänderungen
(Auf-/Abrüstungen)
reagieren kann, da die Knoten sämtliche
Optionen kennen, das heißt,
mögliche
Träger-Kombinationen,
die für
die Dienstbereitstellung verfügbar
wären.
Die weitergeleitete Kontextinformation beschreibt die Optionen für die Dienstkonfiguration,
das heißt,
die Dienst-Semantik, und sie kann zum Beispiel in dem MBMS-Benutzerdienst-Kontext
gespeichert werden. Die Dienst-Semantik
kann beispielsweise Informationen über die Träger, die zu einem Benutzerdienst
gehören,
und ihre Wechselbeziehung (geschichtet, alternativ, komplementär), über mögliche Datenstromkombinationen – in dem
Fall alternativer Datenströme – und so
weiter umfassen. Eine weitere Auslegungsmöglichkeit kann die Weiterleitung
von Informationen über den
Zustand verworfener und nicht verworfener Datenströme in der
Abwärtsrichtung
sein.
-
Darüber hinaus
ist zu beachten, dass, um eine Anpassung an plötzliche Kapazitätsänderungen
zu ermöglichen,
auch die Dienstgüte-Profile
der Datenströme
berücksichtigt
werden können.
Diese Informationen können
problemlos von dem in dem Anpassungsknoten vorhandenen MBMS-Träger-Kontext
ermittelt werden, der das Dienstgüte-Profil für einen jeden eingerichteten
Träger
enthält.
Alternativ dazu kann eine Möglichkeit darin
bestehen, diese Informationen in der Dienst-Semantik zu übertragen
und sie in dem Benutzerdienst-Kontext zu speichern.
-
Unbeschadet
der Allgemeingültigkeit
der Ausführungen
kann das Funkzugangsnetz als der Engpass in der 3GPP-Architektur
angesehen werden, und das Core-Netz kann als überversorgt angesehen werden.
Es ist zu beachten, dass die hierin beschriebenen Konzepte nicht
darauf beschränkt
sind, lediglich unter dieser Annahme angewendet zu werden. Daher
können
Filtereinheiten (das heißt, „Anpassungsknoten") in den RNCs (Funknetz-Steuereinrichtungen)
veranschaulicht werden, da die RNCs Kenntnis über die verfügbaren Ressourcen
in der eigenen Funkdomäne
haben. Dies macht sie angemessen und geeignet für diese Funktionalität.
-
Im
Allgemeinen kann eine beliebige Netzwerkeinheit in dem RAN (Funkzugangsnetz)
oder dem CN (Core-Netz) als Filtereinheit fungieren. Es kann jedoch
möglich
sein, diejenigen Einheiten als Filtereinheiten auszuwählen, die
die Ressourcen an den stromabwärtigen
Verbindungen zu dem Mobil-Endgerät,
das den angeforderten Dienst empfängt, kennen.
-
Die
Initialisierung eines Filters an der anpassenden Netzwerkeinheit
kann unter Verwendung von Steuernachrichten ausgelöst werden.
Daher kann die Dienst-Semantik in der Abwärtsrichtung an die entsprechende
RNC unter Verwendung der MBMS-Prozeduren
signalisiert werden. Dienst-Semantik kann als Verweis auf Informationen über die
Ströme,
die den Benutzerdienst befördern,
auf ihre Wechselbeziehung und ihre Dienstgüte-Profile verstanden werden.
-
Beispielsweise
werden diese Stücke
von Informationen, die die Dienst-Semantik widerspiegeln, in optionalen
Feldern der spezifizierten MBMS-Signalisierungsnachrichten bereitgestellt.
Weiterhin müssen
Zwischenknoten, wie zum Beispiel GGSNs und SGSNs, gegebenenfalls
die Werte der Nachrichtenerweiterungen nicht analysieren und verarbeiten,
wenn sie sie nicht verstehen. Sie können sie lediglich in der Abwärtsrichtung weiterleiten.
-
Des
Weiteren ermöglicht
das vorstehend skizzierte adaptive Dienstgüte-Konzept die Bereitstellung von
Diensten, die verschiedene Paradigmen zum Verschlüsseln eines
gegebenen Inhalts, wie zum Beispiel geschichtet, alternativ oder
komplementär,
unterstützen.
Dies ist ein neuartiger Ansatz für
die Bereitstellung von MBMS-Diensten und spiegelt sich als solcher
noch nicht in der aktuellen Architektur wider. Gegenwärtig wird
lediglich der Platzhalter für
die Signalisierung und die Verwaltung der notwendigen MBMS-Kontextinformationen
definiert, jedoch nicht wie die verschiedenen Möglichkeiten implementiert werden.
Die Verwendung eines MBMS-Benutzerdienst-Kontexts zum Speichern
der Dienst-Semantik (zum Beispiel Informationen über Träger, die zu einem Dienst gehören, ihre
Wechselbeziehung, ihre Dienstgüte-Profile
usw.) ist somit kompatibel mit der aktuellen MBMS-Architektur.
-
Die
Erfindung geht von der Annahme aus, dass ein Multicast- oder Broadcast-Dienst,
wie beispielsweise ein MBMS-Benutzerdienst, aus einer Vielzahl von
Trägern
besteht, die alternativ, komplementär oder geschichtet sein können. Dementsprechend
ist jeder Träger
mit vorgegebenen Dienstgüte-Bedingungen
assoziiert, die erfüllt
werden müssen,
um den jeweiligen Träger
dem Teilnehmergerät
(UE) bereitzustellen. Darüber hinaus
beschreiben die Dienstgüteparameter,
die mit einem jeweiligen Träger
assoziiert sind, nicht nur die Bitrate, die für das Bereitstellen des Trägers zu
dem UE erforderlich ist, sondern auch seine Inhalte (zum Beispiel garantierte
Bitrate, größte Bitrate,
maximale Paketgröße, Verlustrate
usw. des/der durch den Träger
beförderten
Stroms/Ströme).
-
Somit
bestehen spezifische Dienstgüte-Beziehungen
zwischen den MBMS-Trägern
(oder Gruppen von Trägern),
zum Beispiel alternative, komplementäre oder geschichtete Beziehungen.
Die Dienstgüte
des MBMS-Benutzerdienstes wird autonom in dem 3G-Netz, wie vorstehend
beschrieben, angepasst. Dienstgüte-Entscheidungspunkte
in dem Funkzugangsnetz oder Core-Netz („Anpassungs-Knoten") wählen Teile
der MBMS-Träger
aus/verwerfen diese entsprechend verfügbarer Ressourcen in der Abwärtsstrecke
auf Basis der Dienstgüte-Bedingungen,
die von der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion,
welche in den Anpassungsknoten implementiert ist, erhalten werden.
-
Die
UEs haben keine Kenntnis über
diesen Auswahl-/Verwerfungsvorgang in dem Funkzugangsnetz und/oder
dem Core-Netz, und nehmen aus diesem Grund an, sämtliche Träger eines MBMS-Benutzerdienstes,
wie in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
angezeigt, zu empfangen. Folglich würden die verworfenen Träger durch
ein herkömmliches
UE als ein Fehlerfall betrachtet werden. Die UEs haben folglich
keine Kenntnis darüber,
dass sie tatsächlich
den Dienst mit einem der verfügbaren
Dienstgüteniveaus
empfangen. Infolgedessen können
UEs den MBMS-Benutzerdienst nicht korrekt empfangen.
-
Das
folgende Beispiel wird zum besseren Verständnis dieses Problems bereitgestellt.
Ein MBMS-Benutzerdienst enthält
angenommener Weise zwei MBMS-Träger,
die Dienst-Alternativen darstellen. Das heißt, jeder Träger stellt
den gleichen Inhalt bereit, der jedoch in unterschiedlichen Qualitätsniveaus
verschlüsselt
ist (zum Beispiel audiovisuelle Ströme, die mit zwei unterschiedlichen
Bitraten verschlüsselt
sind). Des Weiteren könnte
für jeden
Träger
eine zugehörige
Nach-Bereitstellungs-Prozedur konfiguriert sein (zum Beispiel Berichterstattung
bezüglich
des Inhaltsempfangs). Da die MBMS-Träger Dienst-Alternativen darstellen,
ist nur einer dafür
bestimmt, dem UE bereitgestellt zu werden.
-
Das
UE empfängt
die MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung, die Beschreibungen für beide
MBMS-Träger
enthält.
Entsprechend der normalen Verfahrensweise fordert es beide MBMS-Träger an.
Das Problem besteht darin, dass das UE nicht weiß, dass die MBMS-Träger Alternativen
sind und dass es lediglich erforderlich ist, Ressourcen für einen
von ihnen zu reservieren. Somit muss es Ressourcen für beide
Träger
reservieren (zum Beispiel Streaming-Puffer), was zu einer Verschwendung
von Ressourcen in dem UE (zum Beispiel Speicherplatz) führt. Darüber hinaus
kann das UE die Nach-Bereitstellungs-Prozeduren
für beide
Träger
starten. Das Netz ist jedoch lediglich daran interessiert, die Nach-Bereitstellungs-Prozeduren
für den
Dienst (Träger) zu
empfangen, der dem UE tatsächlich
bereitgestellt worden ist. Dies führt zu einer Verschwendung
von Netzwerk-Ressourcen.
-
Der
Hauptaspekt einer Ausführungsform
der Erfindung ist die Einführung
einer neuen Gruppierungsbeschreibung als eine Erweiterung der standardmäßigen MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung.
Die MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung basiert auf XML. Ein neues
Element beschreibt die Gruppierungsbeziehungen zwischen den einzelnen
MBMS-Trägern,
die in dem MBMS-Benutzerdienst enthalten sind.
-
Aufgrund
dieser erweiterten Beschreibung haben die UEs Kenntnis über MBMS-Träger-Gruppierung und wissen,
dass nicht alle Gruppen von Trägern
empfangen werden könnten.
Infolgedessen sind die UEs darauf vorbreitet, lediglich eine Teilmenge
von allen MBMS-Trägern
zu empfangen. Aus diesem Grund wird das Nichtempfangen eines MBMS-Trägers nicht
sofort als ein Fehlerfall angesehen. Andererseits können die
UEs feststellen, ob eine vollständige
Gruppe empfangen wird, wodurch es den UEs möglich ist, zu erkennen, ob der
MBMS-Benutzerdienst korrekt empfangen wurde.
-
Die
folgenden Zeilen stellen ein exemplarisches XML-Schema der herkömmlichen
MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung dar:
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Die
userServiceDescription ist das Top-Level- Element, das sämtliche
MBMS-Benutzerdienst-Beschreibungs-Informationen
umfasst. Am wichtigsten ist, dass das Element deliveryMethod alle
Informationen in Bezug auf einen spezifischen MBMS-Träger des
MBMS-Benutzerdienstes sammelt. Sämtliche
Informationen, die die Details des MBMS-Trägers beschreiben, sind in anderen
dedizierten Metadaten-Beschreibungen (dieauch
als Medien- und Sitzungsbeschreibungen bezeichnet werden) enthalten.
Diese werden durch ihre eindeutige URI in dem Element deliveryMethod
referenziert. Des Weiteren weist jeder der MBMS-Träger, die in
den Elementen deliveryMethod (mit Hilfe ihrer assoziierten URIs/Medien-
oder Sitzungsbeschreibungen) aufgelistet sind, eine TMGI (Temporary
Multicast Group Identifier) auf, die mit dem jeweiligen Träger assoziiert ist.
In Bezug auf Transport- und Medienverschlüsselungsparameter sind diese
Informationen in einer separaten SDP-Beschreibung enthalten, die
in dem Attribut sessionDescriptionURI des Elementes deliveryMethod spezifiziert
ist.
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Die
folgenden Zeilen stellen einen exemplarischen Inhalt einer dedizierten
Metadaten-Beschreibung dar,
die in dem Element deliveryMethod der vorstehenden XML-Spezifikation referenziert
wird.
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Die
für eine
Ausführungsform
der Erfindung relevante Zeile ist
in der definiert wird, dass
der MBMS-Trägerdienst
im Broadcast-Modus bereitgestellt wird und mit einem Träger mit
der TMGI 1234 bereitgestellt wird. Auf Basis dieser TMGI in der
Dienstbeschreibung, auf die durch die MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
verwiesen wird, kann das UE jede URI in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
mit der TMGI des Trägers
assoziieren, der die in der referenzierten Dienstbeschreibung beschriebenen
Inhaltsdaten bereitstellt. Somit ermöglichen die TMGIs der Träger, für die eine
MBMS-Mitteilung in dem UE empfangen wird, dem UE, festzustellen,
ob die Träger,
die durch ihre TMGIs identifiziert werden, eine „gültige" Träger-Kombination
bilden, wie dies im Folgenden beschrieben wird. Es sollte beachtet
werden, dass für MBMS-Dienste
im Multicast-Modus die referenzierten Dienstbeschreibungen die TMGIs
der Träger
nicht anzeigen können.
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Die
folgenden Zeilen zeigen die Erweiterungen des XML-Schemas der standardmäßigen MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung,
womit es möglich
ist, die Gruppierung von MBMS-Trägern
entsprechend einer exemplarischen Ausführungsform der Erfindung zu
unterstützen
(wobei die fettgedruckten Zeilen die angewendeten Erweiterungen
anzeigen):
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Zwei
neue Elemente werden eingeführt,
um die Gruppierungs-Beziehungen zwischen den einzelnen MBMS-Trägern zu
beschreiben. Diese sind ein Element qosGroup, das ein oder mehrere
Elemente qosGroupItem enthält.
Das Element qosGroup ist auf dem gleichen Level wie das Element
deliveryMethod definiert. Die qosGroupItems in einer qosGroup definieren
eine Gruppe von MBMS-Trägern.
Die gleiche URI, die in dem Attribut sessionDescriptionURI des Elementes
deliveryMethod verwendet wird, identifiziert den einzelnen MBMS-Träger eindeutig.
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Folglich
können
die TMGIs, die in der durch das Teilnehmergerät (UE) empfangenen Mitteilungsinformation
enthalten sind, verwendet werden, um festzustellen, ob eine Träger-Gruppe
entsprechend den Definitionen in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung durch
das Netz bereitgestellt wird.
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Im
Folgenden wird eine andere exemplarische Erweiterung für das XML-Schema
der standardmäßigen MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
entsprechend einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung dargestellt (wobei die fettgedruckten Zeilen die angewendeten
Erweiterungen anzeigen).
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Diese
Erweiterung kann verwendet werden, um die Beschreibung der MBMS-Trägergruppen-Beziehungen
zu unterstützen.
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Es
gibt drei neue Elemente, um die MBMS-Trägergruppen und die Beziehungen
zwischen ihnen zu beschreiben. Ein Element qosRelation, das auf
dem gleichen Level wie das Element deliveryMethod definiert ist,
beschreibt die allgemeinen Beziehungen zwischen den Trägergruppen.
Diese Gruppen können
diskrete Alternativen darstellen, das heißt, eine von ihnen wird ausschließlich ausgewählt, oder
voneinander abhängig sein,
beispielsweise Schichten des gleichen Mediums darstellen. Dies wird
in dem diskreten Attribut des Elementes qosRelation ausgedrückt. Ein
Kind-Element des Elementes qosRelation ist das Element qosGroup, das
die MBMS-Träger
spezifiziert, die zu einer bestimmten Gruppe gehören, wie dies in der vorstehenden
exemplarischen XML-Definition beschrieben ist.
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Die
in dieser Ausführungsform
vorgeschlagene Erweiterung ist das Attribut qosPrio des Elementes qosGroup,
welches erforderlich ist, um die Reihenfolge der definierten Träger-Gruppen
auszudrücken.
Die genaue Bedeutung dieser Reihenfolge ist von dem Element qosRelation
abhängig.
Es spezifiziert entweder die Reihenfolge von Alternativen, zum Beispiel
von der besten bis zur schlechtesten Alternative, oder es spezifiziert
die Reihenfolge der abhängigen
Gruppen, zum Beispiel Basisschicht und Erweiterungsschicht.
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Im
Allgemeineren kann eine MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung als eine
Sammlung von Metadaten definiert werden, welche den Dienst beschreibt,
der den Teilnehmergeräten
(UEs) bereitgestellt wird. Alle erforderlichen Parameter zum Empfangen
des Dienstes sind in dieser Beschreibung enthalten. Die MBMS-Träger, die
den Dienst-Inhalt übertragen,
werden durch einzelne SDP-Beschreibungen beschrieben. Diese werden
in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung in einem Element deliveryMethod über eine
URI referenziert. Aus diesem Grund stellt jedes Element deliveryMethod
einen separaten in dem MBMS-Benutzerdienst enthaltenen MBMS-Träger dar.
Die URI, die auf die SDP-Beschreibung verweist, identifiziert diesen
MBMS-Träger eindeutig.
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Ein
neues Element in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung, das als qosGroup
bezeichnet wird, gruppiert die in Beziehung stehenden MBMS-Träger zusammen.
Jeder in einem solchen Element qosGroup enthaltener MBMS-Träger gehört zu derselben
Gruppe von Trägern.
Diese werden in einem neuen Element qosGroupItem spezifiziert, das
ein Kind-Element eines Elementes qosGroup ist. Die URI der SDP-Beschreibung
jedes MBMS-Trägers
wird als eine Träger-Kennung
verwendet.
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Das
folgende XML-Beispiel illustriert eine erweiterte MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung entsprechend
den Definitionen des XML-Schemas in Übereinstimmung mit den zwei
vorstehend dargestellten exemplarischen Ausführungsformen der Erfindung:
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Es
sind vier Elemente deliveryMethod in der Beschreibung enthalten.
Dies bedeutet, dass der MBMS-Benutzerdienst aus vier MBMS-Trägern besteht.
Zusätzlich
werden zwei Gruppen durch zwei Elemente qosGroup spezifiziert. In
diesem Beispiel enthält
jede Gruppe zwei der MBMS-Träger,
was durch die zwei Elemente qosGroupItem ausgedrückt wird, die die URI der SDP-Beschreibung
des jeweiligen Trägers
enthalten.
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Unter
Verwendung der erweiterten MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung, die
in den vorstehenden exemplarischen XML-Definitionen vorgeschlagen
wird, haben die UEs, die einen MBMS-Benutzerdienst empfangen, der
geschichtete, komplementäre
oder alternative Schichten bereitstellt, Kenntnis über die
Gruppierungs-Beziehungen zwischen den einzelnen MBMS-Trägern und
wissen, dass eine autonome Dienstgüte-Anpassung in dem Netz durchgeführt werden
könnte.
Infolgedessen sind die UEs darauf vorbereitet, lediglich eine Teilmenge
von sämtlichen
in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung enthaltenen MBMS-Trägern zu empfangen.
Sie können
feststellen, ob eine Gruppe vollständig empfangen wird, wodurch
die UEs in der Lage sind, den MBMS-Benutzerdienst korrekt zu empfangen.
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Die
vorstehenden exemplarischen XML-Schemata lösen nicht nur das Problem des
Identifizierens von MBMS-Trägern,
die zu einer bestimmten Gruppe gehören, sondern können ebenfalls
definieren, in welcher Wechselbeziehung diese Gruppen zueinander
stehen (zum Beispiel Alternativen oder Schichten darstellen).
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In
dieser Hinsicht führt
das zweite vorstehend vorgeschlagene XML-Schema die Beschreibung
der Gruppen-Wechselbeziehungen ein. Dies wird durch ein Element
qosRelation sowie eine Erweiterung des Elementes qosGroup erreicht.
Das Element qosRelation spezifiziert die allgemeinen Gruppenbeziehungen,
das heißt,
ob die Gruppen entweder separate Medien-Alternativen darstellen
oder zu unterschiedlichen Schichten des gleichen Mediums gehören. Und
das Attribut qosPrio des Elementes qosGroup spezifiziert die Gruppen-Hierarchie.
Dies ist in Abhängigkeit
von dem Element qosRelation entweder die Reihenfolge der Alternativen
(zum Beispiel von der besten zur schlechtesten Alternative) oder
die Reihenfolge der Schichten (zum Beispiel Basisschicht und Erweiterungsschicht).
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Das
folgende Beispiel stellt die Erweiterungen dar:
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Das
Element qosRelation in dem vorstehenden Beispiel zeigt, dass die
beschriebenen Gruppen als diskret zu behandeln sind, das heißt, Dienst-Alternativen
darstellen. Das Attribut qosPrio zeigt, dass die erste beschriebene
Gruppe die Bevorzugte ist.
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In
der vorstehenden exemplarischen Ausführungsform empfängt das
Teilnehmergerät
(UE) eine MBMS-Mitteilungsnachricht für jeden Träger, der durch seine RNC (Radio
Network Controller – Funknetz-Steuereinrichtung)
ausgewählt
wurde, um die Inhaltsdaten der jeweiligen Träger bereitzustellen, wie dies
in den Metadaten-Beschreibungen definiert ist, die in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
referenziert werden. Das UE kennt die TMGIs der Träger, die
den Dienst bereitstellen, da beispielsweise dieselbigen in der/den MBMS-Mitteilungsnachrichten über einen
Paging Channel (PCH) empfangen worden sind. Durch Vergleichen der
empfangenen TMGIs der Mitteilung/en mit denjenigen, die durch die
jeweiligen Beschreibungen definiert sind, die in den Elementen qosGroupItem
der jeweiligen Elemente qosGroup der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung referenziert
werden, erkennt das UE, ob alle Träger empfangen worden sind,
die erforderlich sind, um den Dienst in einer vorbestimmten (Träger-)Konfiguration
zu empfangen.
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Wenn
die MBMS-Mitteilungen eine in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
definierte Träger-Kombination
bekannt geben, kann das UE die auf dem Träger/den Trägern bereitgestellten Inhaltsdaten empfangen
und kann den Inhalt dem Benutzer des UEs, beispielsweise durch Anzeigen
der empfangenen Videodaten, durch Wiedergeben eines empfangenen
Audiosignals und so weiter, bereitstellen.
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Wenn
die MBMS-Mitteilungen keine in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung
definierte Träger-Kombination
bekannt geben, kann das UE unterschiedlichen Strategien folgen,
um der Situation gerecht zu werden. Beispielweise kann das UE dem Benutzer
anzeigen, dass der Dienst nicht bereitgestellt werden kann, das
heißt,
es kann eine Fehlernachricht ausgelöst werden. Alternativ dazu
kann das UE auf den Empfang weiterer Mitteilungen warten, die die
Menge angezeigter MBMS-Träger
des MBMS-Benutzerdienstes möglicherweise „vervollständigen", so dass die angezeigten
Träger
einer Träger-Kombination
entsprechen, die in der MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung angezeigt
wird. Es kann beispielsweise ein Zeitgeber verwendet werden, um
sicherzustellen, dass dem UE in einer vorbestimmten Zeitspanne eine „gültige" Träger-Kombination angezeigt
wird. Nach Ablauf des Zeitgebers kann das UE darüber entscheiden, eine Fehlernachricht
auszulösen.
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In
den folgenden Abschnitten wird eine exemplarische Operation eines
MBMS-Multicast-Dienstes
entsprechend einer exemplarischen Ausführungsform der Erfindung unter
Bezugnahme auf 5 skizziert. Die Bereitstellung
eines MBMS-Broadcast-Dienstes ist ähnlich, mit der Ausnahme, dass
die Ausführung
der Prozeduren zum Registrieren, Beitreten und Verlassen, wie im
Folgenden kurz dargelegt, nicht erforderlich ist.
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In
einem ersten Schritt wird die Beziehung zwischen dem Benutzer und
einem Diensteanbieter eingerichtet, die es dem Benutzer ermöglicht,
den entsprechenden MBMS-Multicast-Dienst
zu empfangen. Die sogenannte Dienstanmeldung (Service Subscription)
bezeichnet die Zustimmung eines Benutzers, einen durch den Diensteanbieter
angebotenen Dienst zu empfangen. Der Diensteanbieter speichert die
Anmeldeinformationen in der entsprechenden Datenbank in dem Netz
des Netzbetreibers. (In UMTS kann ein Diensteanbieter eine dritte
Partei sein, MBMS wird jedoch durch den Netzbetreiber gesteuert).
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Der
nächste
Schritt ist der MBMS-Benutzerdienst-Bekanntgabe-/-Suchmechanismus 401.
Dieser Mechanismus ermöglicht
es Benutzern, ein Angebot von verfügbaren MBMS-Benutzerdiensten
anzufordern oder darüber
informiert zu werden. Die verfügbaren
Dienste können
beispielsweise betreiberspezifische MBMS-Benutzerdienste sowie Dienste
von Inhaltsanbietern außerhalb
des PLMNs (Public Land Mobile Network – öffentliches landgestütztes Mobilfunknetz)
sein.
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Die
Dienstbekanntgabe wird verwendet, um Informationen über den
Dienst, für
die Dienstaktivierung erforderliche Parameter (zum Beispiel IP-Multicast-Adresse)
und mög liche
andere Parameter (zum Beispiel Dienststartzeit) zu Benutzern zu übertragen.
Diese Informationen werden üblicherweise
in Form einer erweiterten MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung 502 entsprechend
den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung
bereitgestellt.
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Entsprechend
einer Ausführungsform
der Erfindung ist es möglich,
mehrere Dienstsuch-Mechanismen
zu verwenden, die Standardmechanismen, wie beispielsweise SMS, oder,
in Abhängigkeit
von der Fähigkeit
des einzelnen Mobil-Endgeräts,
Anwendungen einschließen,
die Benutzerabfrage unterstützen.
Das Verfahren, das zum Informieren der Benutzer über verfügbare MBMS-Benutzerdienste
ausgewählt
wird, kann den Ort des Benutzers berücksichtigen. Beispielsweise
können
CBS (Cell Broadcast Service), MBMS-Modus zum Anzeigen von MBMS-Multicast-
und Broadcast-Benutzerdiensten, MBMS-Multicast-Modus zum Anzeigen
von MBMS-Multicast-Benutzerdiensten, PUSH-Mechanismen, wie beispielsweise WAP,
SMS-PP oder MMS, URL (beispielsweise über HTTP, FTP) und so weiter
als MBMS-Benutzerdienst-Bekanntgabemechanismen verwendet werden.
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Anschließend wird
die MBMS-Aktivierung 503 durch einen Benutzer durchgeführt. Durch
diesen Prozess tritt ein Teilnehmer einer Multicast-Gruppe bei,
das heißt,
der Benutzer zeigt dem Netz an 403, dass er/sie bereit
ist, Multicast-Modus-Daten eines spezifischen MBMS-Trägerdienstes
zu empfangen.
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Die
MBMS-Multicast-Dienst-Aktivierungsprozedur registriert den Benutzer
in dem Netz, um den Empfang von Daten von einem spezifischen Multicast-MBMS-Trägerdienst
zuzulassen. Die Aktivierung ist eine Signalisierungsprozedur zwischen
dem UE und dem Netz. Die Prozedur kann MBMS-UE-Kontexte in UE, SGSN und
GGSN sowie RNC für
jeden aktivierten Multicast-MBMS-Trägerdienst einrichten.
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In
der Dienst-Aktivierungsprozedur kann das UE dem BM-SC beispielsweise
die IP-Multicast-Adressen
der MBMS-Träger
(Trägerdienste)
eines MBMS-Benutzerdienstes, den es zu empfangen wünscht, anzeigen.
In der nachfolgenden Signalisierung zwischen dem BM-SC und dem UE
werden dem UE TMGIs der angezeigten MBMS-Träger bereitgestellt. Somit können in
dem Fall von Multicast-Diensten die IP-Multicast-Adressen der Trägerdienste in ihrer Medien-
oder Sitzungsbeschreibung (referenziert durch die MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung)
verwendet werden, um eine Zuordnung zwischen den Träger-Wechselbeziehungen
und deren Gruppierung zu den TMGIs der Träger einzurichten.
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Bei
dieser Signalisierung der MBMS-Aktivierungsprozedur 503 werden
ebenfalls die MBMS-Registrierungsprozeduren ausgeführt. Die
MBMS-Registrierung ist die Prozedur, mit der ein Downstream-Knoten
einen Upstream-Knoten darüber
informiert, dass er wünscht,
Sitzungsattribute und Daten für
einen bestimmten MBMS-Trägerdienst
zu empfangen, um diese weiter in die Abwärtsrichtung zu verteilen. Diese
Prozedur erstellt einen Verteilungsbaum für die Bereitstellung von MBMS-Sitzungsattributen
und Daten von dem BM-SC zu den Endgeräten, die an dem Dienst interessiert
sind, und richtet den MBMS-Träger-Kontext
in den Netzknoten in dem Verteilungsbaum ein. Für jeden Träger (MBMS-Trägerdienst)
des MBMS-Benutzerdienstes wird ein MBMS-Träger-Kontext in den Netzknoten
eingerichtet 504. Der MBMS-Träger-Kontext umfasst unter anderem
die Dienstgüte,
die für
den jeweiligen MBMS-Trägerdienst
erforderlich ist, sowie die Mindest-Trägerfähigkeiten, die das UE unterstützen muss.
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Die
Netzknoten haben jedoch keine Kenntnis über die Träger, die zu einem einzelnen
MBMS-Benutzerdienst gehören,
beziehungsweise über
deren Beziehung. Die MBMS-Registrierungsprozeduren
können
so eingerichtet sein, dass sie einen im Folgenden beschriebenen
MBMS-Benutzerdienst-Kontext in den Netzknoten entlang des Verteilungsbaums
einrichten
504, der die Netzknoten mit Informationen über die
Wechselbeziehung der MBMS-Trägerdienste
versorgt. Der MBMS-Benutzerdienst-Kontext, der auch in der RNC eingerichtet
wird, die einem UE dient, das den MBMS-Dienst anfordert, spiegelt
die Sitzungs-Semantik wieder, das heißt, stellt Informationen über die
Träger-Beziehungen
bereit und beschreibt zusätzliche
Träger-Eigenschaften.
Die folgenden Tabellen illustrieren den Inhalt dieses Kontextes
entsprechend einer exemplarischen Ausführungsform der Erfindung. Tabelle 1 – MBMS-Benutzerdienst-Kontext
| Parameter | Beschreibung/Wert |
| MBMS-Benutzerdienst-ID | Kennung
des MBMS-Benutzerdienstes. Die MBMS-Benutzerdienst-ID identifiziert
beispielsweise die unterschiedlichen Multicast-Adressen von Strömen, die
zu dem Dienst gehören. |
| Träger-IE | Informationselement
auf jedem MBMS-Träger (siehe
unten), der den MBMS-Benutzerdienst
bildet. Dieses Feld enthält
wenigstens eine Beschreibung für
einen Träger. |
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Das
Informationselement eines jeden Trägers kann in Abhängigkeit
von der Wechselbeziehung der Träger
unterschiedliche Felder umfassen. Für jeden beispielhaft erläuterten
Typ (geschichtet, alternativ und komplementär) wird das Informationselement
im Folgenden beschrieben. Tabelle 2.1 – Träger-IE für geschichtete Träger
| Typ
von Trägern | Typ
von Beziehung zwischen den Trägern
(zum Beispiel geschichtet, alternativ, komplementär oder ungültig) zu
anderen Trägern
in dem MBMS-Dienst. Wenn „ungültig", besteht der Dienst
aus lediglich einem Träger. |
| Träger-Liste | Dies
ist eine Liste, die Träger-Listenelemente (LEs) enthält, die
jeweils einen Träger
des in dem oberen Feld spezifizierten Typs beschreiben. |
Tabelle 2.2 – Träger-Listenelement für geschichtete
Träger
| MBMS-Träger-ID | Kennung
des MBMS-Trägers,
beispielsweise die IP-Multicast-Adresse, zum Identifizieren des MBMS-Träger-Kontexts.
Es können
andere Kennungen als eine IP-Multicast-Adresse
verwendet werden. |
| Weiterleitungszustand
(Forwarding State) | Liste,
die den Weiterleitungszustand des Stroms in diesem MBMS-Träger (zum
Beispiel „weiterleiten" oder „verwerfen") für jeden
Downstream-Knoten enthält.
Ein Netzknoten kann mehrere Downstream-Knoten (zum Beispiel mehrere RNCs, die
mit einem SGSN verbunden sind) enthalten, zu denen der Strom weitergeleitet
oder nicht weitergeleitet werden kann. Für jede der Downstream-Knoten-Schnittstellen wird
der Weiterleitungszustand dieses Stroms/Trägers in dieser Liste spezifiziert. |
| Priorität | Die
Priorität
des MBMS-Trägers. |
Tabelle 3.1 – Träger-IEs für alternative Träger
| Typ
von Trägern | Typ
von Beziehung zwischen den Trägern
(zum Beispiel geschichtet, alternativ, komplementär oder ungültig) zu
anderen Trägern
in dem MBMS-Dienst. Wenn „ungültig", besteht der Dienst
aus lediglich einem Träger. |
| Träger-Liste | Dies
ist eine Liste, die Träger-Listenelemente (LEs) enthält, die
jeweils einen Träger
des in dem oberen Feld spezifizierten Typs beschreiben. |
| Standard-Träger-Kombination | Dieses
Feld identifiziert den Standard-Träger oder die
Standard-Kombination von Trägern
für den MBMS-Benutzerdienst. |
| Alternative
Träger-Kombinationen | Dieses
Feld bezeichnet, welche Kombinationen (unter Verwendung der Träger-Kennungen)
von Trägern
angemessene Alternativen zu der vorstehenden Standardoption sind.
Die alternativen Träger-Kombinationen
können
beispielsweise Träger-Kombinationen
geringerer Bandbreite sein. Andere Kombinationen können beispielsweise
Kombinationen des Trägers
in einer Sprache definieren, die sich von der Standardoption unterscheidet.
Des Weiteren können
regionsbezogene Kombinationen ausgedrückt werden, um die Träger-Kombination
an die Region anzupassen, in der der MBMS-Dienst angeboten wird,
zum Beispiel ortsbezogene Dienste. |
Tabelle 3.2 – Träger-Listenelement für alternative
Träger
| MBMS-Träger-ID | Kennung
des MBMS-Trägers,
beispielsweise die IP-Multicast-Adresse, zum Identifizieren des MBMS-Träger-Kontextes. Andere
Kennungen sind möglich. |
| Weiterleitungszustand
(Forwarding State) | Liste,
die den Weiterleitungszustand des Stroms in diesem MBMS-Träger (zum
Beispiel „weiterleiten" oder „verwerfen") für jeden
Downstream-Knoten enthält.
Ein Netzknoten kann mehrere Downstream-Knoten (zum Beispiel mehrere RNCs, die
mit einem SGSN verbunden sind) enthalten, zu denen der Strom weitergeleitet
oder nicht weitergeleitet werden kann. Für jede der Downstream-Knoten-Schnittstellen wird
der Weiterleitungszustand dieses Stroms in dieser Liste spezifiziert. |
Tabelle 4.1 – Träger-IE für komplementäre Träger
| Typ
von Trägern | Ob
Träger
geschichtete, alternative, komplementäre oder andere sind. Typ von
Beziehung zwischen den Trägern
(zum Beispiel geschichtet, alternativ, komplementär oder ungültig) zu
den anderen Trägern
in dem MBMS-Dienst. Wenn „ungültig", besteht der Dienst
aus lediglich einem Träger. |
| Träger-Liste | Dies
ist eine Aufstellung, die Träger-Listenelemente (LEs)
enthält,
die jeweils einen Träger
des in dem oberen Feld spezifizierten Typs beschreiben. |
Tabelle 4.2 – Träger-Listenelement für komplementäre Träger
| MBMS-Träger-ID | Kennung
des MBMS-Trägers,
beispielsweise die IP-Multicast-Adresse, zum Identifizieren des MBMS-Träger-Kontextes. Andere
Kennungen sind möglich. |
| Weiterleitungszustand
(Forwarding State) | Liste,
die den Weiterleitungszustand des Stroms in diesem MBMS-Träger (zum
Beispiel „weiterleiten" oder „verwerfen") für jeden
Downstream-Knoten enthält.
Ein Netzknoten kann mehrere Downstream-Knoten (zum Beispiel mehrere RNCs, die
mit einem SGSN verbunden sind) enthalten, zu denen der Strom weitergeleitet
oder nicht weitergeleitet werden kann. Für jede der Downstream-Knoten-Schnittstellen wird
der Weiterleitungszustand dieses Stroms in dieser Liste spezifiziert. |
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Beim
Aufrechterhalten des vorstehenden MBMS-Benutzerdienst-Kontextes
hat die RNC Kenntnis über
die verschiedenen Kombinationen von Trägern, die möglich sind, um den MBMS-Trägerdienst
bereitzustellen, sowie über
deren erforderliche Dienstgüte
(MBMS-Träger-Kontext).
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In
dem nächsten
Schritt 505 ist das BM-SC bereit, Daten zu übertragen – Sitzungsstart.
Der Sitzungsstart kann unabhängig
von der Aktivierung des Dienstes durch den Benutzer stattfinden.
Die Sitzungsstart-Prozedur löst
die Reservierung von Träger-Ressourcen für die MBMS-Datenüberträgung in
dem Netz aus. Nachfolgend fährt
das BM-SC mit dem Übertagen 509 des
Dienst-Inhalts in der Abwärtsrichtung
fort.
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Durch
die Sitzungsstart-Prozedur werden MBMS-Sitzungsattribute, wie beispielsweise
Dienstgüte, geschätzte Sitzungsdauer,
wenn diese verfügbar
sind, dem/den GGSN(s) und SGSN(s), die sich zuvor für den entsprechenden
MBMS-Trägerdienst
registriert haben, und sämtlichen
RNCs bereitgestellt, die mit einem registrierten SGSN verbunden
sind.
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Entsprechend
einer Ausführungsform
der Erfindung kann die RNC, die dem UE dient, das den MBMS-Benutzerdienst
anfordert, die an ihrer Schnittstelle in Richtung des UEs verfügbaren Ressourcen
von ihrer Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
anfordern 506. Diese Funktion stellt der RNC die Dienstgüte-Bedingungen
auf der Abwärtstrecke
in Richtung des Mobil-Endgeräts
zur Dienstbereitstellung bereit. Auf Basis der von der Dienstgüte- Verwaltungsfunktion
erhaltenen Informationen und ihrem Wissen über die Träger-Beziehungen (MBMS-Benutzerdienst-Kontext)
sowie deren jeweiligen Dienstgüte-Anforderungen (MBMS-Träger-Kontext) kann
die RNC eine MBMS-Träger-Kombination
auswählen 507,
die dem UE den angeforderten MBMS-Benutzerdienst innerhalb der von
der Dienstgüte-Verwaltungsfunktion
erhaltenen Dienstgüte-Bedingungen
bereitstellen kann. Die RNC kann dadurch die Dienstgüte-Bedingungen
an allen Schnittstellen erhalten, über die die UEs zuvor den Dienst
angefordert haben, und kann für
jede der Schnittstellen (Zellen) eine Träger-Kombination auswählen, die
die jeweiligen Dienstgüte-Bedingungen
erfüllt.
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Wenn
die RNC die geeigneten Träger-Kombinationen
für jede
Zelle ausgewählt
hat, kann sie MBMS-Mitteilungen für die ausgewählten MBMS-Träger im Broadcast-Verfahren übertragen 508,
um die UEs, die den Dienst angefordert haben, über bevorstehende (und eventuell über laufende) Übertragungen
der jeweiligen ausgewählten
MBMS-Träger
zu informieren. Wenn diese noch nicht übertragen wurden, kann die RNC
das Übertragen
von Inhaltsdaten auf den ausgewählten
MBMS-Trägern
des MBMS-Benutzerdienstes
im Multicast-Verfahren starten.
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Ein
UE, das sein Interesse an einem MBMS-Dienst bekannt gegeben hat,
wird MBMS-Mitteilungen
für die
ausgewählten
Träger
in seiner Zelle empfangen, und wird mit dem Empfang von Inhaltsdaten
von den ausgewählten
Trägern
beginnen 510. Aufgrund dessen, dass das UE mittels der
MBMS-Benutzerdienst-Beschreibung über die Träger-Wechselbeziehungen informiert ist, kann
es erkennen, ob eine „gültige" Träger-Kombination bereitgestellt
wird, wie dies vorstehend erläutert
wurde.
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Um
die Abfolge von Prozeduren zu beenden, die während der MBMS-Benutzerdienst-Bereitstellung durchgeführt werden,
wird im Folgenden die Sitzungsstop-Prozedur erläutert. Das BM-SC (Broadcast/Multicast-Service
Center) initiiert die MBMS-Sitzungsstop-Prozedur,
wenn es die MBMS-Sitzung als beendet betrachtet. Die Sitzung wird üblicherweise
beendet, wenn keine weiteren zu sendenden MBMS-Daten für eine ausreichend
lange Zeitspanne zu erwarten sind, um eine Freigabe von Trägerebenen-Ressourcen in dem
Netz zu rechtfertigen. Diese Prozedur wird zu allen SGSNs und GGSNs,
die für
den entsprechenden MBMS-Trägerdienst
registriert sind, und zu RNCs übertragen,
die eine eingerichtete lu-Trägerebene
mit einem SGSN haben.
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Mittels
einer Abmelde(Leaving)-Prozedur kann das UE den Empfang eines MBMS-Multicast-Dienstes beenden.
Diese MBMS-Multicast-Deaktivierung durch den Benutzer ist der Prozess,
durch den ein Teilnehmer eine Multicast-Gruppe verlässt (kein
Mitglied mehr davon ist), das heißt, der Benutzer möchte keine
Multicast-Modus-Daten eines spezifischen MBMS-Trägerdienstes mehr empfangen.
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Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung betrifft die Implementierung der vorstehend beschriebenen
Ausführungsformen
unter Verwendung von Hardware und Software. Es ist offensichtlich,
dass die verschiedenen vorstehend genannten Verfahren sowie die
verschiedenen vorstehend beschriebenen Logikblöcke, Module und Schaltungen
unter Verwendung von Rechenvorrichtungen, wie beispielsweise Universalprozessoren,
digitalen Signalprozessoren (DSP), anwendungsspezifischen integrierten
Schaltungen (ASIC – Application
Specific Integrated Circuits), FPGAs (Field Programmable Gate Arrays)
oder anderen programmierbaren Logikvorrichtungen und so weiter,
implementiert oder ausgeführt
werden können.
Die verschiedenen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung können
ebenso durch eine Kombination dieser Vorrichtungen ausgeführt oder
implementiert werden.
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Darüber hinaus
können
die verschiedenen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ebenfalls mit Hilfe von Softwaremodulen
implementiert werden, die durch einen Prozessor oder direkt in Hardware
ausgeführt
werden. Weiterhin können
eine Kombination aus Softwaremodulen und eine Hardware-Implementierung
möglich
sein. Die Softwaremodule können
auf beliebigen Arten von computerlesbaren Speichermedien, wie zum
Beispiel RAM (Random Access Memory – Schreib-Lese-Speicher), EPROM
(Erasable Programmable Read-Only-Memory – löschbarer, programmierbarer
Nur-Lese-Speicher), EEPROM (Electrically Erasable Programmable Read-Only
Memory – elektrisch
löschbarer,
programmierbarer Nur-Lese-Speicher), Flash-Speicher, Register, Festplatten,
CD-ROM, DVD usw., gespeichert werden.