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Die
Erfindung bezieht sich auf Plasmaquellen. Insbesondere stellt die
Erfindung in Plasmavernichtungssystemen brauchbare Ausführungsformen bereit,
obwohl die Erfindung nicht auf solche Systeme beschränkt ist.
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Ein
stabiles Plasma erfordert die Existenz gewisser physikalischer Bedingungen.
Jedoch braucht selbst, wenn solche Bedingungen existieren, ein Plasma
nicht spontan zu zünden.
Beispiele dieses Phänomens
sind gut bekannt; beispielsweise erfordern atmosphärische Lichtbogenschweißgeräte einen "RF-Start". Eine andere bekannte
Plasmazündtechnik
arbeitet mit einem "Funken"-Zünder unter
Verwendung einer Tesla-Spule. Jedoch bedingen diese beiden Techniken
die Verwendung metallischer Komponenten in der Plasmareaktionskammer,
was nachteilig sein kann. Im Falle von Mikrowellen-gepumpten Systemen
hat sich gezeigt, dass solche Metallkomponenten das Plasma "erden" und es instabil machen.
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Andere,
zum Zünden
eines Plasmas benutzte Verfahren umfassen die Druckabsenkung des
Gases, aus welchem das Plasma gebildet werden soll, und das Einleiten
von Argon, Helium oder irgendeinem anderen Gas oder von Gasen, die
leichter zu ionisieren sind als das Hauptplasmagas.
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Es
ist besonders wichtig, in einem Mikrowellen-Plasma eine zuverlässige Zündung zu
erzeugen. Beim Bilden eines solchen Plasmas werden Mikrowellen im
allgemeinen durch ein Magnetron erzeugt und entlang eines Wellenleiters
zum Plasma übertragen,
wo ihre Energie durch das Plasma absorbiert wird, typischerweise
in einer Anordnung mit stehender Welle. Wenn jedoch das Plasma nicht
gezündet wird
(das heißt
es ist kein Plasma vorhanden, sondern nur Gas), wird nur wenig Energie
absorbiert, und bei der Anordnung mit stehender Welle wird eine beträchtliche
Menge der einfallenden Energie zurück zum Magnetron reflektiert,
was dessen Standzeit stark verkürzen
kann. Solche Rückreflexionen
können
durch Einbau eines Einbahn-Zirkulators oder "Ventils" in der Mikrowellenübertragungsleitung reduziert
werden, aber eine solche Anordnung trägt zu den Kosten des Geräts bei.
Deshalb ist ein Verfahren zum zuverlässigen Zünden eines Mikrowellen-Plasmas
wünschenswert.
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Die
Plasmazerstörung
ist zu einem weit verbreiteten Verfahren der Eliminierung von Abgasen aus
Fertigungsprozessen geworden und findet eine besondere Anwendung
bei der Zerstörung
von perhalogenierten Verbindungen, insbesondere perfluorinierten
Verbindungen (PFCs).
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PFCs
werden üblicherweise
in der Halbleiterfertigungsindustrie verwendet, beispielsweise beim Ätzen von
dielektrischen Filmen, und nach dem Fertigungsprozess ist typischerweise
ein Rest-PFC-Gehalt in Abgasen enthalten. Die PFCs sind schwer aus
dem Abgas abzuscheiden. Ihre Freisetzung in die Umgebung ist unerwünscht, da
sie bekanntermaßen
eine hohe Treibhausaktivität
haben. Eine Vielfalt von Zerstörungsverfahren
sind bisher schon verwendet worden, beispielsweise Verbrennung,
reaktive Adsorption, und katalytische Oxidation. Das Ziel der Zerstörung ist
die Umwandlung des PFC in eine oder mehrer Verbindungen, die zweckmäßig entsorgt
werden könne,
beispielsweise durch herkömmliches
Waschen.
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Die
Plasmazerstörung
hat sich als ein effektives Verfahren zum Abbau von PFCs in weniger schädliche Spezien
erwiesen. Bei dem Plasmazerstörungsverfahren
lässt man
ein die zu zerstörenden Spezien
enthaltendes Abgas in ein hochdichtes Plasma strömen und unter den intensiven
Bedingungen innerhalb des Plasmas werden die PFCs zusammen gestoßen mit
energiereichen Elektronen ausgesetzt, welche die Dissoziierung in
reaktive Spezien bewirken, die sich mit Sauerstoff oder Wasserstoff
kombinieren können,
um relativ stabile Produkte mit niedrigem Molekulargewicht, beispielsweise
Co, Co2 und HF, zu erzeugen, die dann in
einem weiteren Behandlungsschritt abgeschieden werden können. Bei einer
Form einer bisher bekannten Plasmavernichtung ist das Plasma ein
Mikrowellen-Plasma. Es ist auch bekannt, ein Radiofrequenz-Plasma
zu verwenden.
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Eine
für die
Verwendung bei der Mikrowellen-Plasmavernichtung geeignetes Gerät ist in
der UK-Patentbeschreibung
GB
2 273 027 A beschrieben. Bei diesem Gerät wird das Mikrowellen-Plasma zwischen
zwei Elektroden erzeugt, die einander nahe gegenüber angeordnet sind. Die in
der
GB 2 273 027 A gezeigte
Anordnung ist selbststartend. Die Anordnung in der
GB 2 273 027 A leidet aber
an einem relativ hohem Maß an
Korrosion der Elektroden durch die Reaktionsprodukte.
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Die
US 2002/0 101 162 beschreibt
einen Mikrowellen-Plasmagenerator, der durch einen Funken von einer
Tesla-Spule gezündet
wird.
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Die
RU 1 568 805 beschreibt
ein Gerät
zur Mikrowellen-Plasmabehandlung von Materialien, bei denen durch
Mikrowellenbestrahlung aktiviertes Gas in eine Reaktionskammer eintritt,
um mit einem zu behandelnden Gas in Berührung zu kommen.
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Die
US 2003/0 000 823 beschreibt
einen Mikrowellen-Plasmagenerator unter atmosphärischem Druck, der durch eine
in einem Keramikrohr gehaltene Wolframelektrode gezündet wird.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung, wie sie durch die anliegenden Ansprüche definiert ist, ist eine Einrichtung
zum Bilden eines Plasmas zur Behandlung eines Gases vorgesehen,
das Mittel zum Erzeugen eines ionisierten Fluidstroms aus einem
anderen Fluid als dem durch das Plasma zu behandelnden Gas zum Zünden des
Plasmas, und eine zum Aufrechterhalten des Plasmas angeordnete Struktur
aufweist, wobei die Plasma-aufrechterhaltende Struktur so angeordnet
ist, dass sie sich während
der Plasmabildung auf im wesentlichen atmosphärischem Druck befindet.
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Die
Erfinder haben gezeigt, dass das Vorsehen eines ionisierten Fluidstroms,
beispielsweise eine Glimmentladungsquelle, eine effektive Zündung eines
Plasmas erlaubt, wo die elektrischen Feldbedingungen in der Plasma-aufrechterhaltenden
Struktur so sind, dass das Plasma nicht oder nicht zuverlässig selbst
starten kann.
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Die
Plasma-aufrechterhaltende Struktur ist so angeordnet, dass sie sich
während
der Plasmabildung im wesentlichen auf atmosphärischem Druck befindet. Eine
beträchtliche
Vereinfachung der Einrichtung kann resultieren, wenn es nicht notwendig ist,
die Plasmaaufrechterhaltende Struktur auf einem anderen als atmosphärischem
Druck zu halten.
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Wie
oben erwähnt,
kann die Plasma-aufrechterhaltende Struktur so angeordnet sein,
dass sie elektromagnetische Strahlung beim Aufrechterhalten des
Plasmas verwendet. Daher kann die Plasma-aufrechterhaltende Struktur
eine Quelle der elektromagnetischen Strahlung aufweisen, oder sie
kann für
den Anschluss an eine Quelle der elektromagnetischen Strahlung geeignet
sein. Die elektromagnetische Strahlung kann eine Mikrowellen- oder Radiofrequenzstrahlung
sein; Mikrowellen- und Radiofrequenz-Plasmen sind bei Plasmavernichtungssystemen
vom besonderen Interesse, wie oben erörtert. Die Strahlung kann beispielsweise
eine Frequenz von etwa 580 kHz, 13,56 MHz, 27 MHz, 915 MHz oder
2,45 GHz haben (herkömmliche
Geräte
arbeiten ungefähr
auf diesen Frequenzen). Die Plasma-aufrechterhaltende Struktur kann eine
Kammer aufweisen, die bei der Frequenz der elektromagnetischen Strahlung
resonant ist. Die Verwendung eines resonanten Hohlraums kann zur
Bildung einer elektromagnetischen stehenden Welle führen, die
eine lokalisierte Verstärkung
der elektromagnetischen Feldstärke
bewirkt, insbesondere in der Nähe
des Knotens oder der Knoten der stehenden Welle.
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Die
Plasma-aufrechterhaltende Struktur kann für eine Kammer aufweisen, die
mit einer Strömung
eines durch das Plasma zu behandelnden Gases verbindbar ist.
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Die
Plasma-aufrechterhaltende Struktur kann mindestens eine Plasma-lokalisierende
Elektrode aufweisen. Durch Lokalisieren des Plasmas auf einen relativ
beschränkten
Bereich in der Plasma-aufrechterhaltenden Struktur kann ein Druckabfall
erhalten werden, der ein schnelleres Zünden und Aufrechterhalten des
Plasmas ermöglicht.
Die Plasma-lokalisierende
Elektrode kann zugespitzt sein; eine zugespitzte Elektrode verstärkt das
elektrische Feld in deren Nähe.
Die Plasma-lokalisierende Elektrode kann an oder nahe eines Knotens
einer stehenden elektromagnetischen Welle angeordnet sein. Die Plasma-aufrechterhaltende
Struktur kann zwei Plasma-lokalisierende Elektroden haben. Wie oben
erwähnt,
wird bei gewissen bekannten Plasmareaktoren, beispielsweise dem
in der
GB 2 273 027
A beschriebenen, das Plasma zwischen gegenüberliegenden
Elektroden lokalisiert. Das Plasma wird mittels des elektrischen
Felds zwischen den Elektroden aufrecht erhalten, das eine den einfallenden
elektromagnetischen Wellen zuordenbare Komponente und eine dem Plasma
zuordenbare Komponente bei der zuvor bekannten Anordnung wurde es
als vorteilhaft angesehen, die Elektroden nahe beieinander zu haben,
beispielsweise mit einem Abstand von 0,1 bis 0,5 mm. Es wurde nun
festgestellt, dass die Plasmastabilität vergrößert und die Erosion der Elektroden
durch die korrosiven Nebenprodukte der Plasmareaktion durch Vergrößern des
Abstands zwischen den Elektroden verringert werden können. Daher
können
bei manchen Ausführungsformen
die Plasma-lokalisierenden Elektroden erste und zweite Elektroden
umfassen, die einander gegenüberliegend
angeordnet und voneinander durch einen Abstand von mindestens 1mm,
beispielsweise zwischen 2 mm und 8 mm beabstandet sind.
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Eine
Konsequenz der Vergrößerung des
Abstands zwischen den Elektroden liegt darin, dass bei einer gegebenen
angelegten Leistung die Stärke
des Felds zwischen den Elektroden verringert wird. Als Ergebnis
können
die Bedingungen für
eine zuverlässige
anfängliche
Bildung des Plasmas nicht mehr existieren.
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Die
oben erwähnte
Einrichtung bietet die Möglichkeit
des Betriebs unter Bedingungen, die hinsichtlich Plasmastabilität und Korrosionsreduzierung günstig sind,
während
trotzdem eine effektive Zündung
des Plasmas bereitgestellt wird, die sonst unter solchen Betriebsbedingungen
nicht oder nicht zuverlässig
erreichbar wäre.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass durch Beseitigen der Notwendigkeit
eng beabstandeter Elektroden größere Quellen
vorgesehen sein können,
die höhere
Gasdurchsatzraten handhaben können.
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Die
Plasma-lokalisierende(n) Elektrode(n) kann/können auf elektrische Masse
gelegt sein. Das Plasma und die einfallende elektromagnetische Strahlung
können
daher auf einem wesentlich verschiedenen Potenzial von demjenigen
der Plasma-lokalisierenden Elektrode(n) liegen.
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Wie
oben erwähnt,
ist der ionisierte Fluidstrom vorzugsweise eine Glimmentladung.
Bekanntermaßen
ist eine Glimmentladung ein leuchtendes thermisches Plasma. Es wird
durch Anlegen einer Spannung an ein Gas gebildet, die größer als
die Durchbruchspannung des Gases ist. Nachdem eine Glimmentladung
erzeugt worden ist, ist die zu deren Aufrechterhaltung erforderliche
Spannung im allgemeinen niedrigerer als die Durchbruchspannung.
Die Quelle der Glimmentladung kann eine Glimmentladungselektrode
zur Bildung der Glimmentladung aufweisen. Die Glimmentladungsquelle
kann eine Verbindung mit einer Quelle von Glimmentladungsgas (das
ist ein Gas, in welchem die Glimmentladung gebildet wird) aufweisen
oder dafür
geeignet sein. Das Glimmentladungsgas kann Stickstoff oder ein Edelgas
oder irgendein anderes im wesentlichen inertes und ionisierbares
Gas sein. Das Gas zur Bildung des Plasmas kann beispielsweise ein
Abgas aus einem Herstellungsprozess sein.
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Die
Glimmentladungselektrode kann länglich sein.
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Die
Glimmentladungsquelle kann eine Schaltung zum Erzeugen einer ausreichend
hohen Spannung zum Initiieren der Glimmentladung und eine Schaltung
zum Bereitstellen eines ausreichenden Stroms zur Aufrechterhaltung
der Glimmentladung während
mindestens etwa 0,1 Sekunden umfassen. Die Glimmentladungsquelle
kann so angeordnet sein, dass die Erzeugung der Glimmentladung aufhört, nachdem
das Plasma gezündet
ist; daher kann die Glimmentladungsquelle z. B. so ausgelegt sein,
dass sie eine Glimmentladung für
bis zu 10 Sekunden oder z. B. bis zu 5 Sekunden, beispielsweise von
1 bis 5 Sekunden, erzeugt.
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Die
Glimmentladungselektrode kann so ausgelegt sein, dass sie zur Plasma-aufrechterhaltenden Struktur
entlädt,
die auf elektrischer Masse liegen kann. Die Glimmentladungselektrode
kann so angeordnet sein, dass sie im Betrieb in dem Glimmentladungsgasstrom
stromauf der Plasma-aufrechterhaltenden Struktur liegt, so dass
die Glimmentladung durch das Glimmentladungsgas in die Plasma-aufrechterhaltende
Struktur transportiert wird. Ein besonderer Vorteil einer solchen
Anordnung liegt darin, dass die Glimmentladungselektrode daher von
Bereichen der Einrichtung entfernt angeordnet werden kann, die sehr
heiß und
möglicherweise
reaktiv sind. Die Standzeit der Elektrode kann beträchtlich
verlängert
werden, in dem sie aus solchen Bereichen herausgehalten wird.
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Die
Glimmentladungsquelle kann eine Kammer von im wesentlichen zylindrischer
Form umfassen, die einen Einlass zum Einleiten des Glimmentladungsgases
in die Kammer im wesentlichen tangential aufweist.
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Wie
oben angedeutet, wird es bevorzugt, dass das Plasma durch eine Glimmentladung
gezündet
wird. Jedoch kann irgendein geeigneter ionisierter Fluidstrom zum
Zünden
des Plasmas benutzt werden. Bei manchen Ausführungsformen kann es möglich sein,
diesen ionisierten Gasstrom durch eine andere Entladung als eine
Glimmentladung zu erzeugen, beispielsweise durch eine Koronaentladung oder
eine Lichtbogenentladung. Mindestens einige der oben beschriebenen
Merkmale im Zusammenhang mit einer auf Glimmentladung basierenden
Einrichtung können
auch zur Verwendung in einem System geeignet sein, das mit einem
anderen geeigneten ionisierten Gasstrom arbeitet.
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Die
vorliegende Erfindung beinhaltet auch ein Verfahren zum Bilden eines
Plasmas zur Behandlung eines Gases, welches das Erzeugen eines ionisierten
Fluidstroms zum Zünden des
Plasmas aus einem von dem durch das Plasma zu behandelnden Gas verschiedenen
Fluid, und das Zuführen
elektromagnetischer Strahlung zur Aufrechterhaltung des Plasmas
umfasst, wobei das Plasma auf im wesentlichen atmosphärischem
Druck gebildet wird.
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Das
Verfahren kann das Erzeugen des ionisierten Fluidstroms an einer
ersten Stelle und das Transportieren des Stroms an eine zweite Stelle
umfassen, wo er das Plasma zündet.
Das Plasma wird vorzugsweise in einer Kammer erzeugt, die bei der Frequenz
der elektromagnetischen Strahlung resonant ist. Das Fluid ist vorzugsweise
von einer anderen Zusammensetzung als das durch das Plasma zu behandelnde
Gas. Der ionisierte Fluidstrom ist vorzugsweise eine Glimmentladung.
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Das
Gas kann ein Abgasstrom aus einem Halbleiterfertigungsprozesswerkzeug
sein. Der Abgasfluidstrom kann eine perfluorinierte oder Hydrofluorkarbon-Verbindung
enthalten, z. B. eine von CF4, C2, F6, CHF3, C3, F8,
C4, F8, NF3 und SF6.
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Eine
erläuternde
Ausführungsform
der Erfindung wird nun im einzelnen lediglich beispielshalber unter
Bezugnahme auf die anliegende Zeichnungen im einzelnen beschrieben,
in denen:
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1 ein
Strömungsdiagramm
eines Vernichtungssystems mit einem Mikrowellenplasmareaktor nach
der Erfindung zeigt,
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2 einen
Vertikalschnitt durch den Reaktor nach 1 zeigt,
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3 einen
Vertikalschnitt durch eine Glimmentladungs-Zündelektrodenbaugruppe zeigt, die
in den Reaktor nach 2 einbezogen ist, und
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4 ein
Schaltbild einer Schaltung zeigt, die bei einer Zündelelektrode
des Reaktors nach 2 zu verwenden ist.
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Gemäß 1 weist
ein Vernichtungssystem einen Mikrowellen-Plasmareaktor 1 auf,
mit welchem über
einen Wellenleiter 3 eine Mikrowellenzufuhr 2 und
eine Energiezufuhr 4 verbunden ist. Zu behandelndes Gas,
das Abgas oder Perfluorkarbone und gegebenenfalls ein zugesetztes
Inertgas enthalten kann, wird zum Reaktor 1 zugeführt, wie
durch den Pfeil A gezeigt. Behandeltes Gas einschließlich Zersetzungsprodukten
verlasst den Reaktor 1, wie durch den Pfeil B gezeigt,
und wird anschließend
Behandlungen beispielsweise durch Waschen unterzogen.
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Gemäß 2 hat
der Reaktor ein leitfähiges Gehäuse 5,
innerhalb dessen eine zylindrische Wand (in der Zeichnung nicht
dargestellt) aus einem Material angeordnet ist, das für Mikrowellen
durchlässig
ist und eine Kammer 6 bildet. Das leitfähige Gehäuse 5 ist mit dem
Wellenleiter 3 (in 2 nicht
gezeigt) verbunden und hat eine Bodenwand 7, in welcher
eine Öffnung 8 vorhanden
ist, die mit einem Auslassrohr 9 für das behandelte Gas in Verbindung
steht. In der Öffnung 8 ist
eine erste Plasma-lokalisierende Elektrode 10 aufgenommen,
die aus einem rohrförmigen Bauteil
besteht, das an seinem oberen Ende einen leitenden Flansch 11 aufweist,
der die Elektrode 10 innerhalb einer Aussparung in der
Bodenwand 7 lokalisiert. Die Elektrode 10 wird
mittels einer Mutter 12, in ihrer Position gesichert, die
auf das untere Ende der Elektrode 10 aufschraubbar ist.
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Der
obere Teil des Gehäuses 5 ist
durch einen Deckel 13 verschlossen, der eine mittige Bohrung 14 bildet,
in welcher ein zylindrisches Gehäuse 18 aufgenommen
wird. Eine zweite Plasma-lokalisierende Elektrode 16 wird
in einem Ende 17 des Gehäuses 18 aufgenommen
und ist koaxial mit der Elektrode 16 angeordnet. Die Elektrodenbaugruppe 16 ist ein
Hohlzylinder, welcher der Elektrode 10 gegenüberliegend
angeordnet ist, so dass die Elektroden 10 und 16 ein
Plasma-lokalisierendes Elektrodenpaar bilden.
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Ein
Flansch 24 der Glimmentladungs-Elektrodenbaugruppe 15 passt
mit dem Gehäuse 18 zusammen,
so dass die Glimmentladungselektrodenbaugruppe 15 auf dem
Gehäuse 18 sitzt.
Die Baugruppe 15, das Gehäuse 18 und die Elektrode 16 bilden
eine zweite Kammer 19, die mit der Kammer 6 über die
Elektrode 16 in Verbindung steht. Konzentrisch innerhalb
des Gehäuses 18 ist
eine Glimmentladungselektrode 20 zum Plasmazünden angeordnet,
welche die Form einer Hochspannungselektrode mit einem zugespitzten
Ende 21 hat, das zu den Elektroden 16 und 10 hinzeigt,
aber davon beabstandet ist. Die Zündelektrode bildet einen ionisierten
Fluidstrom, der in dieser Ausführungsform
die Form einer Glimmentladung hat. In einem oberen Bereich der Kammer 19 ist
ein Einlass 22 für
eine Strömung von
Glimmentladungsgas angeordnet. Der Einlass 22 ist tangential
mit Bezug auf die Kammer 19 angeordnet, um die Bildung
eines schraubenlinienförmigen
Strömungs- Pfads um die Elektrode 20 etwa
abwärts
zur Elektrode 16 hin zu begünstigen. Die Elektrodenbaugruppe 15 ist über einen
Verbinder 23 an eine Stromquelle angeschlossen.
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Die
Baugruppe 15 ist in 3 mehr im
einzelnen gezeigt, wonach sie ein Gehäuse 27 aufweist. Das
Gehäuse 27 ist
eine zylindrische Wand mit einer Öffnung an ihrem unteren Ende.
In der Anordnung nach 2 ist das Gehäuse 27 durch
das Gehäuse 18 ersetzt,
das einen Teil des Plasmareaktors bildet und die Reaktorelektrode 16 enthält, zu welcher
die Elektrode 20 entlädt.
Bei anderen Ausführungsformen
der Erfindung ist die Baugruppe 15 in einen herkömmlichen
Reaktor oder eine sonstige Plasma-aufrechterhaltende Struktur eingesetzt.
In solchen Fällen
kann es erforderlich sein, dass das Gehäuse 27 die Strömung von
Entladungsgas leitet oder eine Oberfläche bildet, gegen welche die
Elektrode 20 entladen kann.
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Während des
normalen Gebrauchs des Reaktors nach 2 wird zu
behandelndes Gas durch einen Einlass (nicht dargestellt) in die
Kammer 6 gepumpt, gelangt zwischen den Elektroden 10 und 16 hindurch,
und verlässt
die Kammer 6 durch das Auslassrohr 9.
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Elektromagnetische
Strahlung mit Mikrowellenfrequenz wird von einem Magnetron über einen Wellenleiter
in die Kammer 6 eingeleitet, der an einer ersten Seite
an die Kammer 6 anstößt. Auf
der gegenüberliegenden
Seite der Kammer 6 enthält
ein Fortsatz des Wellenleiters eine bewegliche Stirnplatte, die
so eingestellt ist, dass die Bildung einer stehenden Welle durch
die einfallenden Mikrowellen bewirkt wird. Die Platte wird so eingestellt,
dass die stehende Welle sich mit einem Knoten an den Elektroden 10 und 16 bildet.
Ein solches Verfahren zum Zuführen
von Mikrowellen in eine Kammer ist im Stand der Technik gut bekannt.
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Die
Elektroden 10, 16 liegen auf elektrischer Masse.
Sie sind um 5mm voneinander beabstandet. Im normalen Betrieb dienen
die Elektroden 10, 16 zum Lokalisieren oder Beschränken eines
Plasmas, das aus dem zu behandelnden Gas gebildet wird. Wenn das
Plasma am Knoten der stehenden Mikrowellen-Welle lokalisiert wird,
wird Energie effizient aus dem Mikrowellenfeld in das Plasma eingekoppelt.
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Die
Bildung eines stabilen Plasmas in Stickstoff (das Kohlenstofftetrafluorid
zur Verarbeitung enthält),
das mit 20 Liter pro Minute strömt,
erfordert 1kW bis 2kW Mikrowellen energie. Jedoch ist der Abstand
der Elektroden 10, 16 zu groß für das in ein Plasma zu zündende Gas
allein durch die einfallende Mikrowellenenergie. Die Glimmentladungsquelle 15 dient
als Plasmabrenner und stellt eine Glimmentladung zum Zünden des
Plasmas bereit, wie unten beschrieben. Nach dem Zünden wird
das Plasma durch die im Gehäuse 5 und
insbesondere in der Nähe
der Elektroden 10, 16 herrschenden Bedingungen
aufrechterhalten.
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Ein
innertes ionisierbares Gas (in diesem Beispiel Stickstoff) strömt durch
den Einlass 22 der Baugruppe 15 in die Kammer 19.
Eine Glimmentladung wird in diesem Gas wie folgt gebildet.
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Eine
Hochspannungs-Hochstrom-Quelle (in diesem Beispiel der in 4 gezeigte
Kondensator 64) ist permanent an die Elektrode 20 angeschlossen.
Wenn jedoch kein leitfähiger
Pfad nach Masse existiert, kann aus dieser Quelle kein signifikanter Strom
fließen.
Während
der Zündung
des Plasmas wird eine hohe Spannung vorübergehend an die Elektrode 20 angelegt.
Die hohe Spannung resultiert in einer corona Entladung durch das
Stickstoffgas vom Ende 21 der Elektrode 20 zu
einem proximalen Teil der Elektrode 16 hin. Diese Koronaentladung
bildet einen Pfad, durch welchen ein großer Strom von der Niederspannungsquelle
nach Masse fließen kann.
Das Fließen
des großen
Stroms bedingt die Bildung einer Glimmentladung in dem Stickstoff.
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Die
so gebildete Glimmentladung wird von der Gasströmung aus der Kammer 19 durch
die Elektrode 16 in die Kammer 6 bewegt. Von der
Quelle 2 erhaltene Mikrowellen (durch den Pfeil C angedeutet) können effizient
in die Glimmentladung einkoppeln, und in typischer Weise weniger
als einer Sekunde zündet
das Plasma, was zu einem stabilen Mikrowellenplasma führt, das
mittels der Mikrowellenquelle und den Elektroden 10 und 16 aufrechterhalten
werden kann, nachdem die Stromzufuhr zur Elektrode 20 abgeschaltet
worden ist (typischerweise nach etwa drei Sekunden).
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Wir
haben gefunden, dass, um das Plasma zu zünden, die momentane Energie
der Glimmentladung ähnlich
wie die zum Unterhalten des Plasmas erforderliche Energie sein sollte,
das heißt
bei einem Strömungsdurchsatz
von 20 Liter pro Minute Stickstoff in der Kammer 6 im Bereich
von 1kW bis 2kW liegen sollte.
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Daher
resultiert das Mikrowellen-Plasma aus einer Gasentladung, die durch
ein elektromagnetisches Feld aufrechterhalten wird; die Bedingungen für seine
Aufrechterhaltung werden durch die Eigenschaften der geladenen Teilchen
und Energieverlustmechanismen bestimmt.
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Ein
geeigneter Kondensatorentladungskreis zum Zuführen einer hohen Spannung und
eines Niederspannungs-Gleichstroms zur Elektrode 20 ist
in 4 gezeigt.
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Ein
Hochspannungstransformator 50 (5kV) ist mit einem Zünder 70 verbunden,
der die Elektrode 20 und die Elektrode 16 enthält. Die
Verbindung zur Elektrode 20 erfolgt über eine Halbwellen-Gleichrichterdiode 51.
Eine Diode 52 bildet einen Strompfad für die Entladung während desjenigen
Teils des Wechselstromzyklus des Transformators 50, wenn
der Strom sich in der falschen Richtung für die Entladung durch die Elektrode 20 befindet.
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Ein
Niederspannungstransformator 60 (240V) ist ebenfalls an
den Zünder 70 angeschlossen.
Der Transformator 60 ist mit einer Vollwellen-Gleichrichterbrücke 61 und
einem Widerstand 62 von 330 Ω und einem Widerstand 63 von
4,7 kΩ verbunden.
Der Widerstand 63 liegt parallel mit einem Kondensator 64 von
10.000 μF
und über
eine Bank von Dioden 65, denen jeweils ein Schutzwiderstand 66 von
330 Ω zugeordnet
ist, mit der Elektrode 20 verbunden. Der 330-Ω-Widerstand 62 begrenzt
den vom Transformator 60 gezogenen Strom und überbrückt den
Gleichrichter 61 während
des Aufladens des Kondensators 64. Der 4,7-kΩ-Widerstand 63 bildet
einen langsamen Entladungspfad für
den Kondensator 64. Der Widerstand 63, der Kondensator 64 und
die Diode 52 sind jeweils an den 0-V-Anschluss des Transformators 50 und
die Elektrode 16 des Zünders 70 angeschlossen,
wie alle auf Masse liegen.
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Vor
der Zündung
wird eine große
Ladung im Kondensator 64 aufgebaut, da er sich nicht über den Zünder 70 entladen
kann, weil die Elektroden 20 und 16 nicht angeschlossen
sind. Während
der Zündung erzeugt
der Hochspannungstransformator 50 eine halbwellengleichgerichtete
Wechselstromspannung von 5kV an der Elektrode 20. Die 5-kV-Spannung
bewirkt eine Niederstrom-Koronaentladung von der Elektrode 20 zur
Elektrode 16, wie oben erörtert. Die Koronaentladung
schafft einen leitfähigen
Pfad zwischen der Elektrode 20 und der Elektrode 16.
Nachdem dieser Pfad durch die Hochspannungsentladung hergestellt
ist, kann sich der Niederspannungskondensator 64 unter
Verwendung desselben Pfads nach Masse entladen. Es fließt dann
ein großer Strom
vom Kondensator 64, und es bildet sich eine Glimmentladung
in dem zu behandelnden Gas.
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Bei
diesem Beispiel ist Plasma über
etwa 90% der Zeit vorhanden, wobei die Zündung alle paar Tage auftritt.
Jedoch macht das Vorsehen eines zuverlässigen Startmechanismus Anordnungen
möglich,
in denen das Plasma häufiger,
z. B. stündlich, gezündet wird.
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Zusammenfassend
ist eine Einrichtung zum Behandeln eines Abgasstroms aus einem Halbleiterfertigungsprozesswerkzeug
beschrieben. Die Einrichtung umfasst einen Plasmabrenner zum Erzeugen
einer Glimmentladung aus einem innerten ionisierbaren Gas. Der Gasstrom
wird in die Glimmentladung umgewandelt, um ein Plasma zu zünden. Eine Quelle
elektromagnetischer Strahlung führt
elektromagnetische Strahlung zu dem Abgasstrom zu, um das Plasma
aufrecht zu erhalten. Die Einrichtung ist insbesondere zur Behandlung
von perfluorinierten und Hydrofluorkarbon-Verbindungen in dem Abgasstrom
geeignet.
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Während das
hier beschriebene Ausführungsbeispiel
sich auf einen Plasmavernichtungsreaktor 1 bezieht, ist
auch vorgesehen, dass ein Element wie beispielsweise eine Glimmentladungselektrodenbaugruppe 15 (3)
verwendet werden könnte,
um eine Glimmentladung zum Zünden
eines Plasmas in anderen Systemen mit einer Plasma-aufrechterhaltenden
Struktur verwendet werden könnte, wie
derjenigen, welche die Kammer 6 bildet, in welche sie eingesetzt
werden und entladen kann. Alternativ kann eine Hilfsplasmaquelle
näher innerhalb
einer Struktur integriert werden, die zum Aufrechterhalten des primär Plasmas
angeordnet ist, anstatt eine separate einsetzbare Einheit zu sein.
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Wie
oben angedeutet, wird bevorzugt, dass das Plasma durch eine Glimmentladung
gezündet wird.
Jedoch kann irgendein geeigneter ionisierter Fluidstrom zum Zünden des
Plasmas verwendet werden. Beispielsweise kann es möglich sein,
diesen ionisierten Gasstrom durch eine andere Entladung als eine
Glimmentladung zu erzeugen, beispielsweise durch eine Koronaentladung
oder eine Lichtbogenentladung. Mindestens einige der oben beschriebenen
Merkmale in Bezug auf eine auf Glimmentladung basie rende Einrichtung
können
auch zur Verwendung in einem System geeignet sein, das mit einem anderen
geeigneten ionisierten Gasstrom arbeitet.