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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Beschichtung mit hoher Beständigkeit
gegenüber
Wärme und
Oxidation und ein mehrfachbeschichtetes Material mit hoher Beständigkeit
gegenüber
Wärme und
Oxidation, insbesondere solche, die zur Verwendung bei der Herstellung
hitzebeständiger
Strukturen, wie der Rumpf von Raumfahrzeugen und Überschallflugzeugen
der nächsten
Generation, Motorteilen und Gasturbinen, angepasst sind.
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Wenn
der Wiedereintritt eines Raumfahrzeugs erfolgt, wird eine Schockwelle
im Nasenspitzenbereich des Rumpfes und dem Vorderkantenbereich der
Haupttragfläche
erzeugt, die zu hohen Temperaturen führt, mit dem Ergebnis, dass
Sauerstoffmoleküle
und Stickstoffmoleküle
in der Luft in den atomaren Zustand dissoziieren. Wenn der dissoziierte
atomare Sauerstoff und Stickstoff auf die Oberfläche des Raumfahrzeugrumpfes
treffen, erfolgt in Abhängigkeit
von den Eigenschaften der Oberfläche des
Raumfahrzeugrumpfes eine Rekombination derart, dass erneut Sauerstoff-
und Stickstoffmoleküle gebildet
werden. Die Rekombinationsreaktion ist exotherm und daher wird die
Oberfläche
des Raumfahrzeugkörpers
durch sowohl das aerodynamische Erhitzen als auch die Wärme der
Rekombinationsreaktion erhitzt.
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Der
Ausdruck "katalytische
Eigenschaften" bezeichnet
den Grad der Rekombinationsreaktion auf der Oberfläche des
Rumpfes eines Raumfahrzeugs. Die Rekombinationsreaktion erfolgt
mit geringer Wahrscheinlichkeit auf der Oberfläche eines Materials mit geringen
katalytischen Eigenschaften und daher kann die Temperaturerhöhung auf
der Oberfläche
des Raumfahrzeugrumpfes unterdrückt
werden, wenn das obige Material ver wendet wird. Wenn andererseits
der Rumpf des Raumfahrzeugs aus einem Material mit hohen katalytischen
Eigenschaften gebildet ist, wird die Temperatur auf der Oberfläche des Raumfahrzeugrumpfes
deutlich erhöht,
da die Rekombinationsreaktion ohne weiteres auf der Oberfläche des
Materials mit hohen katalytischen Eigenschaften stattfindet. Infolgedessen
wird eine Temperaturdifferenz von mehreren 100°C zwischen den Materialien mit
hohen und geringen katalytischen Eigenschaften erzeugt. Tatsächlich ist
dieses spezielle Phänomen
inhärent
in der Wiedereintrittsumgebung eines Raumfahrzeugs.
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Intensive
Forschungen werden in einem Versuch zur Entwicklung eines hitzebeständigen Systems
hoher Leistungsfähigkeit,
das der Umgebung aerodynamischen Erhitzens zum Zeitpunkt des Wiedereintritts
eines Raumfahrzeugs in die Atmosphäre widerstehen kann, durchgeführt.
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Beispielsweise
veröffentlichten
Yoshinaka, Morino, M. A. Kurtz verschiedene Verbundmaterialien auf
Seite 581 von "Oxidation
Behavior of SiC coated Carbon/Carbon Material" in 36th Aircraft
Symposium, '98', veröffentlicht
von Japan Aircraft Space Institute. Genauer gesagt, veröffentlichten
Yoshinaka et al. in diesem Symposium verschiedene Verbundmaterialien,
die ein erstes Verbundmaterial, das durch Ausbilden einer SiC-Schicht
auf einem Kohlenstoffverbundmaterial (C/C-Matrix) durch ein Umwandlungsverfahren
und anschließendes
weiteres Ausbilden einer SiC-Schicht auf dieser durch ein CVD-Verfahren
hergestellt wurde, und ein zweites Verbundmaterial, das durch Applizieren
einer SiO2/B2O3-Glasabdichtung auf das erste Verbundmaterial
hergestellt wurde, umfassen, wobei der thermisch/chemische Erosionsmechanismus
der C/C-Matrix, die aus einer Kohlenstofffaser mit einer darauf
applizierten SiC-Beschichtung und einer Kohlenstoffmatrix besteht,
geklärt
wurde.
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Weitere
Angaben von Nakai, Kinjo, Matsuura, Maekawa, Yumidachi sind vom
Japan Composite Material Institute auf Seite 32 von "Development of Super
High Temperature, Oxidation Resistant, High Strength C/C Composite
Material", Band
19, Nr. 1, 1993, veröffentlicht.
Genauer gesagt, veröffentlichten Nakai
et al. in diesem Institutsmagazin ein bei hoher Temperatur oxidationsbeständiges Material,
das zur Verwendung bei der Herstellung eines Raumfahrzeugs angepasst
ist, d. h. ein Material, das durch Ausbilden einer Carbidschicht,
die Siliciumcarbid als Hauptkomponente enthält, auf der Oberfläche eines kohlenstoffhaltigen
Materials und anschließendes Applizieren
einer Rissabdichtung aus einem SiO2·B2O3-Glasmaterial auf
die Carbidschicht hergestellt wird. Das in dieser Literatur offenbarte,
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Material zeigt hervorragende
Beständigkeit
gegenüber
Oxidation bei einer hohen Temperatur von etwa 1600°C.
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Jedoch
werden in dem in dieser Literatur offenbarten Material wegen Unterschieden
des Wärmeausdehnungskoeffizienten
zwischen der Beschichtung und dem Substrat Risse in der Beschichtung
erzeugt. Ferner werden, selbst wenn die Risse der Beschichtung durch
ein Dichtmaterial auf Glasbasis abgedichtet sind, durch Erhitzen
und Abkühlen, was
stattfindet, wenn ein Raumfahrzeug, in dem das spezielle Material
eingesetzt ist, den Wiedereintritt durchmacht, die Risse geöffnet und
geschlossen. Infolgedessen wird die Rissabdichtung thermisch/chemisch
erodiert, was es schwierig macht, das Dichtmaterial wiederholt zu
verwenden.
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Andererseits
offenbaren die offenbarten
japanischen
Patente (Kokai) Nr. 6-48834 und
7-277861 ein bei hoher Temperatur
oxidationsbeständiges
Material, das durch Ausbilden eines Zwischenelements, das Siliciumcarbid
als Hauptkomponente enthält,
auf der Oberfläche
eines kohlenstoffhaltigen Materials und anschließendes Überziehen des Zwischenelements
mit einem Mischoxid, das aus einem Oxid eines Seltenerdmetalls der
Lanthanoidreihe und Siliciumdioxid besteht, erhalten wird. Das in diesen
Dokumenten des Standes der Technik of fenbarte, bei hoher Temperatur
oxidationsbeständige Material
ist gegenüber
dem früher
angegebenen Verfahren im Hinblick auf die Beständigkeit gegenüber Oxidation
bei hohen Temperaturen überlegen
und es wird durch Ausbilden einer Carbidschicht, die Siliciumcarbid
als Hauptkomponente enthält,
hergestellt. Um genauer zu sein, zeigt das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Material,
das in den oben angegebenen japanischen Patentdokumenten offenbart
ist, eine hervorragende Beständigkeit
gegenüber Oxidation
bei einer hohen Temperatur von etwa 1700°C.
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Jedoch
treten in dem obigen, bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Material
Risse in der Beschichtung des Mischoxids wegen Unterschieden des
Wärmeausdehungskoeffizienten
zwischen der Beschichtung und dem Substrat auf. Ferner werden Risse
in der Beschichtung während
des Einsatzes des bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Materials
wie in dem der zuvor angegebenen veröffentlichten Literatur neu
gebildet. Ferner sind die Risse breiter und länger. Folglich werden die Risse
der Beschichtung nicht repariert.
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Ferner
ist die Mischoxidbeschichtung, die aus dem Oxid des Seltenerdmetalls
der Lanthanoidreihe und Siliciumdioxid besteht, das auf der Oberfläche des
bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Materials ausgebildet
wird, sicher hervorragend im Hinblick auf die Oxidationsbeständigkeit
bei hohen Temperaturen. Jedoch besteht bei der oben angegebenen
Mischoxidbeschichtung die Tendenz, dass sie die zuvor angegebenen
hohen katalytischen Eigenschaften aufweist. Infolgedessen besteht
die Tendenz, dass die Temperatur des Raumfahrzeugs bei Einsatz des
speziellen, bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Materials durch das
aerodynamische Erhitzen, wenn der Wiedereintritt des Raumfahrzeugs
während
dessen Rückflug
zur Erde erfolgt, deutlich erhöht
wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer bei hoher
Temperatur oxidationsbeständigen
Beschich tung mit einer Selbstreparaturfunktion, die von sich aus
die Risse in einer Umgebung mit Erhitzen repariert, und mit geringen
katalytischen Eigenschaften.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen mehrfachbeschichteten Materials,
das eine bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung mit einer
Selbstreparaturfunktion, die von sich aus die Risse in einer Umgebung
mit Erhitzen repariert, und mit geringen katalytischen Eigenschaften
umfasst.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung erfolgt die Bereitstellung
einer bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung, umfassend
eine Matrix auf Glasbasis, die 75 bis 95 Gew.-% an SiO2,
5 bis 25 Gew.-% an B2O3 und
0 bis 5 Gew.-% an Al2O3 enthält, und
Silicatteilchen, die ein Mischoxid, das aus einem Oxid eines Seltenerdmetalls
der Lanthanoidreihe einschließlich
Yttrium und Siliciumoxid besteht, enthalten, wobei die Silicatteilchen
in der Matrix auf Glasbasis dispergiert sind.
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Ferner
erfolgt gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung die Bereitstellung eines bei
hoher Temperatur oxidationsbeständigen
mehrfachbeschichteten Materials, das dadurch gekennzeichnet ist,
dass es umfasst:
ein Substrat;
eine Zwischenschicht, die
auf der Oberfläche
des Substrats gebildet ist und aus mindestens einem Keramikmaterial
besteht, das aus der Gruppe von Siliciumcarbid, Siliciumnitrid,
Siliciumcarbonitrid und Siliciumborid ausgewählt ist; und
eine bei
hoher Temperatur oxidationsbeständige
Beschichtung, die auf der Zwischenschicht gebildet ist und durch
Dispergieren von Silicatteilchen, die ein Mischoxid, das aus einem
Oxid eines Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe einschließlich Yttrium
und einem Siliciumoxid besteht, ent halten, in einer Matrix auf Glasbasis,
die 75 bis 95 Gew.-% an SiO2, 5 bis 25 Gew.-%
an B2O3 und 0 bis
5 Gew.-% an Al2O3 enthält, hergestellt
wurde.
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Die
Erfindung wird aus der im Folgenden angegebenen detaillierten Beschreibung
in Verbindung mit den beigefügten
Zeichnungen vollständiger
verständlich,
wobei gilt:
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1 ist
eine Schnittdarstellung, die schematisch den Aufbau einer bei hoher
Temperatur oxidationsbeständigen
Beschichtung der vorliegenden Erfindung zeigt;
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2 ist
eine Schnittdarstellung, die schematisch die Selbstreparaturfunktion,
die durch die in 1 gezeigte, bei hoher Temperatur
oxidationsbeständige
Beschichtung erfolgt, zeigt;
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3 ist
eine Schnittdarstellung eines mehrfachbeschichteten Materials, das
eine bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung der vorliegenden
Erfindung umfasst;
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4 ist
eine Schnittdarstellung, die schematisch die Selbstreparaturfunktion,
die durch das in 3 gezeigte mehrfachbeschichtete
Material erfolgt, zeigt; und
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5 ist
eine Schnittdarstellung, die schematisch den Aufbau des mehrfachbeschichteten
Materials gemäß Vergleichsbeispiel
2 zeigt.
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Eine
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung der vorliegenden
Erfindung wird nun detailliert beschrieben.
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Die
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung der vorliegenden
Erfindung, d. h. eine Beschichtung, die hohe Beständigkeit
gegenüber
Oxidation bei hohen Temperaturen zeigt, umfasst eine Matrix auf
Glasbasis und Silicatteilchen, die ein Mischoxid, das aus einem
Oxid eines Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe einschließlich Yttrium
und Siliciumoxid besteht, enthalten, wobei die Silicatteilchen in
der Matrix auf Glasbasis dispergiert sind.
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Genauer
gesagt, umfasst die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung 1 eine Matrix
auf Glasbasis 3 und eine Vielzahl von Silicatteilchen 2,
die in der Matrix auf Glasbasis 3 dispergiert sind, wie
in 1 gezeigt ist.
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Das
oben angegebene Silicatteilchen bezeichnet ein Teilchen des Mischoxids
allein oder ein Teilchen, das das Mischoxid und höchstens
50 Gew.-% an einer zweiten Komponente, die aus der Gruppe von einem
Carbid, Nitrid, Bond und Silicid ausgewählt ist, enthält.
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Es
ist günstig,
wenn das Mischoxid aus einem Oxid eines Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe
und SiO2 in einer Mischung in einem Molverhältnis, das
in den Bereich zwischen 70:30 und 30:70 fällt, besteht. Die Silicatteilchen,
die das Mischoxid der speziellen Zusammensetzung enthalten, zeigen gute
Kompatibilität
mit der Matrix auf Glasbasis derart, dass die Bindungsfestigkeit
mit der Matrix verbessert ist. Es ist auch möglich, dass die speziellen Silicatteilchen
die Wärmebeständigkeit
der erhaltenen, bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung
verbessern. Wenn die Mischungsmenge des Oxids des Seltenerdmetalls
der Lanthanoidreihe in dem Mischoxid 70 Mol-% übersteigt, wird der Wärmeausdehungskoeffizient
der das Mischoxid enthaltenden Silicatteilchen derart erhöht, dass
die Kompatibilität
der Silicatteilchen mit der Matrix auf Glasbasis verringert wird,
mit dem Ergebnis, dass die Tendenz eines Ablösens zwischen den Silicatteilchen und
der Matrix besteht. Wenn andererseits die Mischungsmenge des Oxids
des Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe in dem Mischoxid kleiner
als 30 Mol-% ist, besteht die Tendenz einer Verringerung der Wärmebeständigkeit
der das Mischoxid enthaltenden Silicatteilchen. Noch günstiger
sollte das Molverhältnis
des Oxids des Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe zu SiO2 in den Bereich zwischen 40:60 und 60:40
fallen.
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Günstigerweise
weisen die Silicatteilchen einen Teilchendurchmesser von 5 bis 100 μm, vorzugsweise
10 bis 50 μm
auf.
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Günstigerweise
weist die Matrix auf Glasbasis eine Viskosität von 102 bis
107,5 dPa·s während eines Einsatzes bei hohen
Temperaturen, d. h. bei Temperaturen von 800 bis 1700°C, auf. Wenn
die Viskosität
der Matrix auf Glasbasis während
eines Einsatzes bei hohen Temperaturen weniger als 102 dPa·s beträgt, ist
die Viskosität übermäßig niedrig, mit
dem Ergebnis, dass die Tendenz des Herausfließens der Beschichtung während eines
Einsatzes bei hohen Temperaturen besteht. Wenn andererseits die Viskosität der Matrix
auf Glasbasis während
eines Einsatzes bei hohen Temperaturen 107,5 dPa·s übersteigt,
ist die Viskosität übermäßig hoch,
mit dem Ergebnis, dass die Beschichtung nicht zur Selbstreparatur
fähig ist.
Vorzugsweise fällt
die Viskosität
der Matrix auf Glasbasis während
eines Einsatzes bei hohen Temperaturen in den Bereich zwischen 103 und 106 dPa·s.
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Genauer
gesagt wird die Matrix auf Glasbasis durch ein Glas der SiO2-B2O3-Reihe
bereitgestellt. Es ist akzeptabel, wenn das Glas der SiO2-B2O3-Reihe
Al2O3 enthält. Insbesondere
enthält
die Matrix auf Glasbasis 75 bis 95 Gew.-% an SiO2,
5 bis 25 Gew.-% an B2O3 und
0 bis 5 Gew.-% an Al2O3.
Wenn die Mischungsmenge von SiO2 95 Gew.-% übersteigt und
die Mischungsmenge von B2O3 kleiner
als 5 Gew.-% ist, ist die Selbstreparatureigenschaft verringert,
was zu einem Scheitern des Erreichens der gewünschten Wirkung führt, obwohl
es sicherlich möglich
ist, die Wärmebeständigkeit
der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung zu verbessern.
Wenn andererseits die Mischungsmenge von SiO2 weniger
als 75 Gew.-% beträgt
und die Mischungsmenge von B2O3 25
Gew.-% übersteigt,
ist die Wärmebeständigkeit
verringert, was zu einem Scheitern des Erreichens der gewünschten
Wirkung führt,
obwohl es sicherlich möglich
ist, die Selbstreparatureigenschaft der bei hoher Temperatur oxidati onsbeständigen Beschichtung
zu verbessern. Ferner ist es möglich,
die Wärmebeständigkeit
der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung durch Zugabe
von Al2O3 zu verbessern.
Vorzugsweise besteht die Matrix auf Glasbasis aus 85 bis 90 Gew.-%
SiO2, 10 bis 15 Gew.-% B2O3 und 1 bis 3 Gew.-% Al2O3.
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Günstigerweise
fällt das
Mischungsverhältnis
der Silicatteilchen zu der Matrix auf Glasbasis in den Bereich zwischen
40:60 und 90:10, bezogen auf das Gewicht. Wenn der Mischungsanteil
der Silicatteilchen geringer als 40 Gew.-% ist, wird der Mischungsanteil
der Matrix auf Glasbasis relativ hoch, mit dem Ergebnis, dass die
Tendenz des Herausfließens
der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung bei hoher
Temperatur besteht. Wenn andererseits der Mischungsanteil der Silicatteilchen
90, bezogen auf das Gewicht, übersteigt,
besteht die Tendenz einer Verringerung der Selbstreparatureigenschaft
der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung. Vorzugsweise
fällt das
Mischungsverhältnis
der Silicatteilchen zu der Matrix auf Glasbasis in den Bereich zwischen
60:40 und 85:15, bezogen auf das Gewicht.
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Die
oben beschriebene, bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung
der vorliegenden Erfindung ist derart aufgebaut, dass die Silicatteilchen,
die das Mischoxid, das aus einem Oxid eines Seltenerdmetalls der
Lanthanoidreihe und Siliciumoxid besteht, enthalten, in der Matrix
auf Glasbasis dispergiert sind.
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Die
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung mit diesem
speziellen Aufbau weist Selbstreparatureigenschaft zur Reparatur
von zuvor vorhandenen Rissen in einer Umgebung hoher Temperatur
auf. Genauer gesagt wird, wenn die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung 1,
in der ein Riss 4 vorhanden ist, einer Umgebung hoher Temperatur
ausgesetzt wird, die Matrix auf Glasbasis der art plastisch, dass
der Riss 4 repariert wird. Infolgedessen können, wenn
die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung der vorliegenden
Erfindung für
beispielsweise ein Raumfahrzeug verwendet wird, die zuvor erzeugten
Risse durch die bei Wiedereintritt des Raumfahrzeugs erzeugte Wärme repariert
werden.
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Es
ist auch anzumerken, dass die in der Beschichtung vorhandenen Risse
durch Anwenden einer erforderlichen Wärmebehandlung, bevor die bei hoher
Temperatur oxidationsbeständige
Beschichtung der vorliegenden Erfindung tatsächlich verwendet wird, ohne
weiteres repariert werden können.
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Ferner
wird, wenn die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung
der vorliegenden Erfindung, d. h. die Beschichtung, die hohe Beständigkeit
gegenüber
Oxidation bei hohen Temperaturen zeigt, für beispielsweise ein Raumfahrzeug
verwendet wird, die Matrix auf Glasbasis durch die bei Wiedereintritt
des Raumfahrzeugs erzeugte Wärme
derart geschmolzen, dass die Oberfläche überzogen wird, mit dem Ergebnis,
dass geringe katalytische Eigenschaften erhalten werden können. Infolgedessen ist
es möglich,
die Temperaturerhöhung
auf der Oberfläche
des Raumfahrzeugs zu unterdrücken.
Daraus folgt, dass das Raumfahrzeug mit der darauf applizierten,
bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung der vorliegenden
Erfindung hervorragende Haltbarkeit zeigt.
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Hierbei
kann die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung der vorliegenden
Erfindung auch auf beispielsweise den Rumpf eines Überschallflugzeugs
der nächsten
Generation und die hitzebeständigen
Strukturen von Motorteilen und Gasturbinen sowie ein Raumfahrzeug
appliziert werden, um die Haltbarkeit hitzebeständiger Strukturen zu verbessern.
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Das
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung wird nun detailliert beschrieben.
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Das
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung umfasst ein Substrat, eine Zwischenschicht,
die auf dem Substrat ausgebildet ist und aus mindestens einem Keramikmaterial
besteht, das aus der Gruppe von Siliciumcarbid, Siliciumnitrid,
Siliciumcarbonitrid und Siliciumborid ausgewählt ist, und eine bei hoher
Temperatur oxidationsbeständige
Beschichtung, die auf der Zwischenschicht gebildet ist und durch
Dispergieren von Silicatteilchen, die ein Mischoxid, das aus einem
Oxid eines Seltenerdmetalls der Lanthanoidreihe einschließlich Yttrium
und einem Siliciumoxid besteht, enthalten, in einer Matrix auf Glasbasis,
die 75 bis 95 Gew.-% an SiO2, 5 bis 25 Gew.-%
an B2O3 und 0 bis
5 Gew.-% an Al2O3 enthält, hergestellt
wurde.
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Genauer
gesagt umfasst das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete Material 11 der
vorliegenden Erfindung ein Substrat 12, eine auf der Oberfläche des
Substrats 12 gebildete Zwischenschicht 13 und
eine bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung 14,
die die zuvor beschriebene Zusammensetzung aufweist, die auf der
Oberfläche
der Zwischenschicht 13 wie in 3 gezeigt
ausgebildet ist. Zur Wiederholung, die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung 14 wird
durch Dispergieren der Silicatteilchen 15 in der Matrix
auf Glasbasis 16 hergestellt.
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Das
Substrat 12 ist aus der Gruppe von beispielsweise einem
Kohlenstoffverbundmaterial, das aus einer Kohlenstofffaser und einer
Kohlenstoffmatrix besteht (C/C-Substrat), einem Verbundmaterial, das
aus einer Kohlenstofffaser und einer SiC-Matrix besteht (C/SiC-Substrat),
einem Verbundmaterial, das aus einer SiC-Faser und einer SiC-Matrix
besteht, (SiC/SiC-Substrat) und Graphit ausgewählt.
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Die
Zwischenschicht spielt die Rolle, dass sie eine ausreichende Bindung
der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung an das Substrat
ermöglicht.
Die Zwischenschicht kann auf der Oberfläche des Substrats durch ein
Umwandlungsverfahren oder ein CVD-Verfahren gebildet werden. Günstigerweise
weist die Zwischenschicht eine Dicke auf, die in den Bereich zwischen
5 und 200 μm, vorzugsweise
zwischen 10 und 100 μm
fällt.
Wenn die Dicke der Zwischenschicht weniger als 5 μm beträgt, wird
möglicherweise
nicht erreicht, dass die Zwischenschicht die gesamte Oberfläche des
Substrats überzieht.
Wenn andererseits die Dicke der Zwischenschicht 200 μm übersteigt,
besteht die Tendenz eines Ablösens
oder Reißens
der Zwischenschicht durch einen Wärmeschock.
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Im
Hinblick auf die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung
ist es möglich,
1) die Zusammensetzung der Silicatteilchen, 2) die Zusammensetzung
des in den Silicatteilchen enthaltenen Mischoxids, 3) den Teilchendurchmesser
der Silicatteilchen, 4) die Eigenschaften und die Zusammensetzung
der Matrix auf Glasbasis und 5) das Mischungsverhältnis der
Silicatteilchen zu der Matrix auf Glasbasis gemäß der früheren Beschreibung in Verbindung
mit der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung der vorliegenden
Erfindung einzustellen.
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Die
oben beschriebene, bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung
kann auf der Oberfläche
der auf dem Substrat gebildeten Zwischenschicht, beispielsweise
wie im Folgenden gebildet werden. In der ersten Stufe wird eine
Beschichtungsflüssigkeit
durch Dispergieren der Silicatteilchen und der Matrix auf Glasbasis
in einer Klebemittellösung,
beispielsweise einer wässrigen
Klebemittellösung,
dispergiert. Das in dieser Stufe verwendete Klebemittel um fasst
beispielsweise Carboxymethylcellulose. Dann wird, nachdem die auf
dem Substrat gebildete Oberfläche
der Zwischenschicht mit der auf diese Weise hergestellten Beschichtungsflüssigkeit
beschichtet ist, die Beschichtung getrocknet und dann einer Wärmebehandlung
derart unterzogen, dass eine bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung
auf der Oberfläche
der Zwischenschicht gebildet wird. Für die Beschichtungsbehandlung
kann beispielsweise ein Pinselbeschichtungsverfahren, Sprühbeschichtungsverfahren
oder Tauchverfahren verwendet werden, obwohl das Beschichtungsmittel
nicht auf die oben als Beispiele angegebenen beschränkt ist.
Günstigerweise
wird die oben angegebene Wärmebehandlung
in einer Inertgasatmosphäre,
beispielsweise einer Argongasatmosphäre, bei 1000 bis 1600°C über 30 bis
300 min, vorzugsweise bei 1200 bis 1500°C über 60 bis 120 min durchgeführt.
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Als
Verfahren zur Bildung der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung
kann auch das Sol-Gel-Calcinierverfahren und das Flammspritzen-Calcinierverfahren
zusätzlich
zu dem oben beschriebenen Aufschlämmungsbeschichtung-Calcinierverfahren
verwendet werden.
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Günstigerweise
weist die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung eine Dicke auf,
die in den Bereich zwischen 50 und 1000 μm fällt. Wenn die Dicke der bei
hoher Temperatur oxidationsbeständigen
Beschichtung geringer als 50 μm ist,
besteht die Tendenz einer Verringerung der Haltbarkeit der Beschichtung.
Wenn andererseits die Dicke der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung
1000 μm übersteigt,
besteht die Tendenz eines Ablösens
der Beschichtung. Vorzugsweise fällt
die Dicke der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung
in den Bereich zwischen 100 und 500 μm.
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Das
oben beschriebene, bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Er findung umfasst ein Substrat, eine Zwischenschicht,
die auf der Oberfläche
des Substrats ausgebildet ist und aus mindestens einem keramischen
Material besteht, das aus der Gruppe von einem Siliciumcarbid, Siliciumnitrid,
Siliciumcarbonitrid und Siliciumborid ausgewählt ist, und eine bei hoher
Temperatur oxidationsbeständige
Beschichtung, die auf der Oberfläche
der Zwischenschicht gebildet ist und durch Dispergieren von Siliciumdioxidteilchen,
die ein Mischoxid, das aus einem Oxid eines Seltenerdmetalls der
Lanthanoidreihe und einem Siliciumoxid besteht, enthalten, in einer
Matrix auf Glasbasis hergestellt wurde.
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In
dem bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen mehrfachbeschichteten
Material dieser speziellen Konstruktion ermöglicht die Zwischenschicht,
die aus einem vorgegebenen keramischen Material besteht, eine starke
Bindung der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung an das
Substrat.
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Es
ist auch anzumerken, dass das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung die Selbstreparatureigenschaft,
dass die oberste, bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung die
zuvor erzeugten Risse in einer Umgebung hoher Temperatur repariert,
ergibt. Genauer gesagt wird, wenn die bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung 14 einen
zuvor erzeugten Riss 17 aufweist und einer Temperatur hoher
Umgebung ausgesetzt wird, die Matrix auf Glasbasis 16 derart
fluidisiert, dass der Riss 17 repariert wird, wie in 4 gezeigt
ist. Infolgedessen können,
wenn das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung in beispielsweise ein Raumfahrzeug
eingearbeitet wird, die zuvor erzeugten Risse in der äußersten,
bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung durch die
beim Wiedereintritt des Raumfahrzeugs erzeugte Hitze repariert werden.
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Ferner
können
in der äußersten,
bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung erzeugte
Risse ohne weiteres durch Anwenden einer Wärmebehandlung bei beispielsweise
800 bis 1600°C
auf das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung vor der Verwendung des mehrfachbeschichteten
Materials repariert werden. Es ist möglich, die Heiztemperatur bei
der Reparatur der Risse in Abhängigkeit
von der Zusammensetzung der Matrix auf Glasbasis, die in der bei
hoher Temperatur oxidationsbeständigen
Beschichtung enthalten ist, zu steuern. Wenn beispielsweise die
Matrix auf Glasbasis aus einem Glas der SiO2-B2O3-Reihe gebildet
ist, ist es möglich,
die oben angegebenen Risse durch Erhitzen bei einer relativ niedrigen
Temperatur für
den Fall eines Erhöhens
des Gehalts an B2O3 in
der Glaszusammensetzung zu reparieren.
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Ferner
wird, wenn das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung für beispielsweise ein Raumfahrzeug
verwendet wird, die Matrix auf Glasbasis der bei hoher Temperatur
oxidationsbeständigen
Beschichtung, die die äußerste Oberfläche des mehrfachbeschichteten
Materials bildet, durch die beim Wiedereintritt des Raumfahrzeugs
erzeugte Hitze derart geschmolzen, dass die Oberfläche überzogen
wird, mit dem Ergebnis, dass geringe katalytische Eigenschaften
entwickelt werden können.
Daraus folgt, dass es möglich
ist, eine Temperaturerhöhung
der Oberfläche
des Raumfahrzeugs zu unterdrücken,
was zu einer hohen Haltbarkeit des Raumfahrzeugs führt.
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Hierbei
kann das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material der vorliegenden Erfindung für beispielsweise den Rumpf
von Überschallflugzeugen
der nächsten
Generation und die hitzebeständigen
Strukturen von Motorteilen und Gasturbinen sowie ein Raumfahrzeug
derart verwendet werden, dass die Haltbarkeit hitzebeständiger Strukturen
verbessert wird.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden nun detailliert beschrieben.
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Beispiel 1:
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Hergestellt
wurden ein Y2SiO5-Pulver
mit einem Teilchendurchmesser von nicht größer als 10 μm und ein Glaspulver mit einem
Verhältnis SiO2:B2O3:Al2O3 von 85:13:2,
bezogen auf das Gewicht, und mit einem Teilchendurchmesser von nicht größer als
50 μm. Dieses
Y2SiO5-Pulver und
Glaspulver wurden mit einem Mischungsgewichtsverhältnis von
70:30 gemischt. Das Mischen wurde über 20 min durchgeführt und
anschließend
wurde eine ausreichende Aufschlämmung
durch Mischen des erhaltenen Gemischs zusammen mit einer wässrigen
Lösung
von Carboxymethylcellulose mit einer Konzentration von 2 Gew.-%
zubereitet.
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In
der nächsten
Stufe wurde eine SiC-Schicht mit einer Dicke von 30 μm als Zwischenschicht
durch das Umwandlungsverfahren auf der Oberfläche eines C/C-Substrats, das
aus einem Kohlenstoffverbundmaterial, das aus einer Kohlenstofffaser
und einer Kohlenstoffmatrix besteht, gebildet war, ausgebildet und
anschließend
wurde die Oberfläche der
SiC-Schicht (Zwischenschicht) mit der oben angegebenen Aufschlämmung mit
einem Pinsel beschichtet und anschließend wurde die Beschichtung bei
100°C 1
h getrocknet. Das Beschichten und das Trocknen wurden dreimal wiederholt,
so dass eine Beschichtung mit einer Dicke von 210 μm auf der SiC-Schicht
(Zwischenschicht) gebildet wurde. Dann wurde die Beschichtung bei
1300°C 60
min in einem mit einer Argongasatmosphäre gefüllten Sinterofen gesintert,
wodurch das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material, das wie in 3 gezeigt, aufgebaut ist, erhalten
wurde. Es wurde ermittelt, dass eine bei hoher Temperatur oxidationsbeständige Beschichtung,
in der die Yttriumsilicatteilchen in der Glasmatrix gleichförmig dispergiert
sind, in einer Dicke von 200 μm
auf der äußersten
Oberfläche
des mehrfachbeschichteten Materials gebildet war. Es wurde auch
ermittelt, dass in der bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen Beschichtung
keine Risse erzeugt waren.
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Ein
Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest
und ein Selbstreparaturtest wurden an dem in Beispiel 1 erhaltenen
mehrfachbeschichteten Material wie im Folgenden durchgeführt, um
die Eigenschaften des mehrfachbeschichteten Materials zu beurteilen.
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1) Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest:
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Das
mehrfachbeschichtete Material wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung
gesetzt und ein Plasmaerhitzen wurde an dem mehrfachbeschichteten
Material mit einer Heizrate von 1555 kW/m2 durchgeführt. Die
Temperatur des mehrfachbeschichteten Materials wurde im Wesentlichen
konstant bei 1600°C
gehalten. Unter dieser Bedingung wurde der Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest 20 min
durchgeführt,
mit dem Ergebnis, dass das mehrfachbeschichtete Material in Bezug
auf die Dicke um 10 μm
thermisch/chemisch erodiert war.
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Ferner
wurde ein Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest
bei 1400°C über 20 min,
der durch ein Plasmaerhitzen mit einer Nennheizrate von 1000 kW/m2 durchgeführt wurde, unter Verwendung
eines weiteren mehrfachbeschichteten Materials, das durch ein dem
von Beispiel 1 ähnliches
Verfahren hergestellt wurde, 5 mal wiederholt. Als Gesamtmenge des
mehrfachbeschichteten Materials, die thermisch/chemisch erodiert
wurde, wurden nur 20 μm ermittelt
und es wurde keine spezielle Schädigung gefunden.
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2) Selbstreparaturtest:
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Ein
Prüfling
für einen
Selbstreparaturtest wurde durch Erzeugen eines Lochs mit einem Durchmesser
von 1 mm und ei ner Tiefe von 100 μm
in dem oben angegebenen mehrfachbeschichteten Material hergestellt.
Der auf diese Weise hergestellte Prüfling wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung
gesetzt und bei 1300°C über 20 min
mit einer Heizrate von 900 kW/m2 erhitzt.
Infolgedessen wurde das Loch des Prüflings geschlossen. Mit anderen
Worten wurde eine Selbstreparatur erreicht, da die Glaskomponente
um das Loch fluidisiert war.
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Vergleichsbeispiel 1:
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Eine
SiC-Schicht wurde in einer Dicke von 100 μm auf der Oberfläche eines
C/C-Substrats durch ein Umwandlungsverfahren ausgebildet und anschließend wurde
eine gleichförmige
Beschichtung, die aus Y2SiO5 bestand,
in einer Dicke von 100 μm
auf der Oberfläche
der SiC-Schicht durch ein Flammspritzverfahren gebildet, wodurch
ein bei hoher Temperatur oxidationsbeständiges mehrfachbeschichtetes
Material erhalten wurde. Es wurde ermittelt, dass Risse in einem
Teil der Oberflächenbeschichtung
des bei hoher Temperatur oxidationsbeständigen mehrfachbeschichteten
Materials erzeugt wurden.
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Ein
Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest,
ein Test der katalytischen Eigenschaft der Oberflächenbeschichtung
und ein Selbstreparaturtest wurden für das erhaltene mehrfachbeschichtete Material
des Vergleichsbeispiels 1 wie im Folgenden durchgeführt, um
die Eigenschaften des mehrfachbeschichteten Materials zu beurteilen.
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1) Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest:
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Das
mehrfachbeschichtete Material wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung
gesetzt und die Plasmabedingungen wurden derart eingestellt, dass das
mehrfachbeschichtete Material wie in Beispiel 1 auf 1600°C mit einer
Heizrate von 800 kW/m2 erhitzt wurde. Infolgedessen
wurde das mehrfachbeschichtete Material in Bezug auf die Dicke um
5 μm ther misch/chemisch
erodiert, was geringer als bei dem mehrfachbeschichteten Material
von Beispiel 1 war.
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Da
jedoch die Temperatur des mehrfachbeschichteten Materials mit der
Plasmaleistung der Heizrate von 800 kW/m2,
die niedriger als die in Beispiel 1 war, auf 1600°C in dem
Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest
erhöht
wurde, wurde der Test getrennt mit einer Plasmaleistung gleich der
in Beispiel 1, d. h. mit der Nennheizrate von 1555 kW/m2, durchgeführt. Infolgedessen
wurde das mehrfachbeschichtete Material rasch auf eine Temperatur
von nicht niedriger als 1700°C
erhitzt, so dass eine Schädigung
der Beschichtung erfolgte. Daher wurde der Test gestoppt.
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2) Test der katalytischen Eigenschaften
der Beschichtung:
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Die
katalytischen Eigenschaften der Beschichtung auf der Oberfläche des
mehrfachbeschichteten Materials wurden getrennt unter Verwendung
einer Plasma-Windkanalvorrichtung untersucht. Infolgedessen zeigte
das mehrfachbeschichtete Material von Vergleichsbeispiel 1 eine
Katalysatorrekombinationsratenkonstante, die den Grad katalytischer
Eigenschaften angibt, von mehreren 10 bis mehreren 100 Metern pro
Sekunde im Gegensatz zu 2 bis 5 m/s für das mehrfachbeschichtete
Material von Beispiel 1, was die Erkenntnis stützt, dass das mehrfachbeschichtete
Material in Vergleichsbeispiel 1 dazu tendiert, hohe katalytischen
Eigenschaften zu zeigen. Mit anderen Worten wurde geklärt, dass
die Temperaturerhöhung
in dem mehrfachbeschichteten Material von Vergleichsbeispiel 1,
wenn der Test unter gleichen Windkanalbedingungen wie in Beispiel
1 durchgeführt
wurde, auf hohen katalytischen Eigenschaften beruhte.
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3) Selbstreparaturtest:
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Ein
Prüfling
für den
Selbstreparaturtest wurde durch Erzeugen eines Lochs mit einem Durchmesser
von 1 mm und einer Tiefe von 50 μm
in dem mehrfachbeschichteten Material hergestellt. Der auf diese
Weise hergestellte Prüfling
wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung gesetzt und bei 1300°C 20 min
erhitzt. Infolgedessen wurde in dem in dem Prüfling erzeugten Loch keine Änderung
festgestellt. Mit anderen Worten wurde keine Selbstreparatureigenschaft
festgestellt.
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Vergleichsbeispiel 2:
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Nach
dem Bilden einer SiC-Schicht in einer Dicke von 100 μm auf der
Oberfläche
eines C/C-Substrats durch ein Umwandlungsverfahren wurde eine SiC-Beschichtung
durch ein CVD-Verfahren
in einer Dicke von 100 μm
auf der Oberfläche
der auf diese Weise gebildeten SiC-Schicht gebildet. Risse traten in
der SiC-Beschichtungsstufe auf. Um diese Risse zu verschließen, wurde
eine SiO2-B2O3-Glasbeschichtung, die 25 Mol-% an B2O3 enthielt, in
einer Dicke von 2 bis 3 μm
auf der Oberfläche
der SiC-Beschichtung durch ein Sol-Gel-Verfahren ausgebildet, um das in 5 gezeigte,
bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material 21 herzustellen. Wie in 5 gezeigt
ist, wurde das bei hoher Temperatur oxidationsbeständige mehrfachbeschichtete
Material 21 durch Ausbilden der SiC-Schicht 23 und
der SiC-Beschichtung 24 in der genannten Reihenfolge auf
der Oberfläche
des C/C-Substrats 22 und anschließendes Ausbilden der Glasbeschichtung 25 auf
der Oberfläche
der SiC-Beschichtung 24 in einer zum Verschließen der
Risse 26 führenden
Weise hergestellt.
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Ein
Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest
und ein Test der Selbstreparatureigenschaft wurden wie im Folgenden
an dem erhaltenen mehrfachbeschichteten Material von Vergleichsbeispiel
2 durchgeführt,
um die Eigenschaften des mehrfachbeschichteten Materials zu beurteilen.
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1) Plasma-Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest:
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Das
mehrfachbeschichtete Material wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung
gesetzt und die Temperatur des mehrfachbeschichteten Materials wurde
durch Plasmaerhitzen bei 1600°C
gehalten, um den Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest über 20 min
durchzuführen.
Infolgedessen war das mehrfachbeschichtete Material in Bezug auf
die Dicke um 10 μm
thermisch/chemisch erodiert, was gleich Beispiel 1 war. Hierbei
war die Plasmaleistung im Wesentlichen gleich der von Beispiel 1.
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Ferner
wurde ein Wärmebeständigkeit-Haltbarkeitstest
bei 1400°C über 20 min,
der durch Plasmaerhitzen durchgeführt wurde, unter Verwendung eines
anderen mehrfachbeschichteten Materials, das durch ein dem von Vergleichsbeispiel
2 ähnliches Verfahren
hergestellt wurde, 5mal wiederholt. Infolgedessen wurde ermittelt,
dass das C/C-Substrat an mehreren Punkten lokal oxidiert und thermisch/chemisch
erodiert war. Sinnvollerweise wird dies so verstanden, dass die
Rissabdichtung durch wiederholtes Erhitzen thermisch/chemisch erodiert
wurde, mit dem Ergebnis, dass Sauerstoff durch die offenen Risse
derart eindrang, dass das Substrat oxidiert und thermisch/chemisch
erodiert wurde.
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2) Selbstreparaturtest:
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Ein
Prüfling
für einen
Selbstreparaturtest wurde durch Erzeugen eines Lochs mit einem Durchmesser
von 1 mm und einer Tiefe von 100 μm
in dem oben angegebenen mehrfachbeschichteten Material hergestellt.
Der auf diese Weise hergestellte Prüfling wurde in eine Plasma-Windkanalvorrichtung
gesetzt und bei 1300°C
20 min erhitzt. Infolgedessen zeigte sich, dass sich das Loch des
Prüflings überhaupt nicht
verändert
hatte. Mit anderen Worten wurde keine Selbstreparatureigenschaft
festgestellt.
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Wie
oben beschrieben ist, stellt die vorliegende Erfindung eine bei
hoher Temperatur oxidationsbeständige
Beschichtung und ein bei hoher Temperatur oxidationsbeständiges mehrfachbeschichtetes
Material bereit, das hervorragend im Hinblick auf Selbstreparatureigenschaften
zur Selbstreparatur der Risse in einer erhitzten Umgebung ist, geringe katalytischen
Eigenschaften aufweist und zur Verwendung bei der Herstellung des
Rumpfs von Raumfahrzeugen und Überschallflugzeugen
der nächsten Generation
und hitzebeständigen
Strukturen wie Motorteilen und Gasturbinen angepasst ist.