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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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1. Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verbesserung
der Massentransferraten in überkritischen
bzw. superkritischen Fluiden. Noch spezieller richtet sich die vorliegende
Erfindung auf ein Verfahren zum Entfernen löslicher Zusammensetzungen aus
Materialien. Die vorliegende Erfindung findet Anwendung in der Entfernung
von Herstellungsresten, wie Kapselform-Schmiermitteln, in der Extraktion
von erwünschtem
Material, Restlösungsmitteln
und Kontaminationen aus chemischen und pharmazeutischen Behältern und
Präparationen,
und in der Unterstützung
des Transfers von Reaktionsprodukten und Nebenprodukten aus Katalysatorporen
in eine Hauptphase, wodurch die Aktivität des Katalysators aufrechterhalten
wird und die Reaktionsraten verbessert werden.
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2. Hintergrund des diesbezüglichen
Standes der Technik
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Extraktionsverfahren
werden verwendet, um gelöste
Stoffe aus einer festen oder flüssigen
Phase in eine gasförmige,
flüssige
oder superkritische Phase zu transferieren. In der Industrie wird
extensive Verwendung von Lösungsmittelextraktion
gemacht. Jedoch ist es im Stand der Technik gut bekannt, dass eine
Lösungsmittelextraktion
einer Anzahl von Nachteilen unterliegt, einschließlich Umgebungs-
und Gesundheitsbelange im Zusammenhang mit vielen Lösungsmitteln,
Restkontamination des behandelten Materials mit dem Lösungsmittel
an sich, genauso wie intensive/hohe Kosten, die häufig mit
herkömmlichen
Extraktionsdestillations-Schemata verbunden werden.
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Extraktionsverfahren
unter Verwendung superkritischer Fluide (SCFs) anstelle organischer
Lösungsmittel
haben in ihrer Popularität
zugenommen. Ein Fluid, dessen Temperatur und Druck gleichzeitig
höher ist als
dessen kritische Temperatur und kritischer Druck ist über- bzw.
superkritisch. Die überraschende
Löslichkeit
von Feststoffen in SCFs wurde zuerst im späten 19. Jahrhundert festgestellt
(Hannay and Hogarth, Proc. Roy. Soc., London A29, 324 (1879). Die
tatsächliche
Löslichkeit
der nicht-flüchtigen
gelösten
Stoffe in SCFs kann 106mal höher sein
wie berechnet, wenn man ein ideales Gasverhalten bei gleicher Temperatur
und gleichem Druck annimmt.
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Das
allgegenwärtige
SCF Kohlendioxid (CO2, Tc =
304,1 K, Pc = 73,8 bar) ist ein Gas bei
Umgebungsbedingungen. In einem superkritischen Zustand ist es im
Wesentlichen ein komprimiertes hochdichtes Fluid bei milder Temperatur.
Es ist relativ ungefährlich,
kostengünstig
und nicht-reaktiv unter den meisten Verfahrensbedingungen. Andere
SCFs haben höhere
Tc und Pc und können nicht
ungefährlich
sein. Im Gegensatz zu Flüssigkeiten
kann Dichte, Lösungskraft
oder Selektivität
eines SCF ohne weiteres mit relativ kleinen Änderungen im Druck oder durch
Zugabe von kleinen Mengen eines organischen Lösungsmittels geändert werden.
Die Änderung
der CO2-Dichte (mit einem Druck bei 35°C, bestimmt
unter Verwendung einer speziell für CO2 entwickelten
Zustandsgleichung,) nimmt nicht linear mit dem Anstieg des Drucks
zu. Kleine Änderungen beim
Druck können
große Änderungen
der Dichte erzeugen, wenn nahe dem kritischen Punkt, beispielsweise bei
83 bar, gearbeitet wird, wo die Kompressibilität von CO2 hoch
ist. Relativ große Änderungen
im Druck können
in relativ kleinen Änderungen
der Dichte resultieren, wenn bei hohen Drücken, beispielsweise bei 700
bar, gearbeitet wird, wo die CO2-Kompressibilität niedrig
ist.
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Aufgrund
der gasförmigen
Natur wird ein SCF ebenfalls durch eine höhere Diffusivität und geringere Grenzflächenspannung
als Flüssigkeiten
charakterisiert und weist die Fähigkeit
auf, frei in eine Matrix, wie Poren in einem Katalysator, ohne Phasenänderung
zu penetrieren. Ein SCF, wie CO2, kann ebenfalls
aus einem Extraktor entlüftet
werden und lässt
keinen Rest zurück,
und es besteht kein Bedarf zum Trocknen.
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Zahlreiche
solche Gase, außer
CO2, können
bei herkömmlicherweise
in der Industrie eingesetzten Temperaturen und Drücken in
SCFs umgewandelt werden, einschließlich aber ohne Beschränkung auf
Kohlenwasserstoffe (z.B. Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan,
Ethylen und Propylen), halogenierte Kohlenwasserstoffe und anorganische
Verbindungen (z.B. Ammoniak, Kohlendioxid, Schwefelhexafluorid,
Chlorwasserstoff, Schwefelwasserstoff, Stickoxid und Schwefeldioxid).
SCFs wurden verwendet, um zahlreiche Verbindungen, einschließlich aliphatische
und aromatische Kohlenwasserstoffe, organische Ester von anorganischen
Säuren,
Organosilicone und organometallische Verbindungen, zu extrahieren.
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SCFs
haben eine spezielle Nische in Reinigungsanwendungen gefunden. Das
US-Patent Nr. 5 267 455 diskutiert
eine Anzahl von Referenzen, welche die Verwendung von SCFs offenbaren,
um Materialien, so verschieden wie Öl- und Tetrachlorkohlenstoffreste
aus Metallen bis zu Verunreinigungen aus Kleidungsstücken zu
entfernen. SCFs wurden ebenfalls als Extraktionsmittel verwendet,
um Schmieröle
zu entasphaltieren, um essbare Öle
zu erhalten, und Kaffee zu entkoffeinieren (Zosel,
US-Patent Nr. 3 806 619 ).
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Von
SCFs wurde berichtet, dass sie in anderen Extraktionsanwendungen,
einschließlich
der erneuten Lösung
von adsorbiertem Material (
US-Patent
Nr. 4 061 566 ) verwendbar sind, der Bildung poröser Polymere, der
Entfernung von Rest-Lösungsmitteln
aus Gegenständen,
gebildet durch Kompression, wie Tabletten (
US-Patent Nr. 5 287 632 ), der Monomer-Reinigung und Fraktionierung
von verschiedenen Polymeren. Ein möglicher Nachteil von SCFs,
wie CO
2, ist, dass sie im Allgemeinen begrenzte
Löslichkeitsfähigkeit
für viele polare
und hochmolekulare Verbindungen aufweisen. Daher werden sie häufig für Materialreinigung
oder selektive Extraktion verwendet.
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SCFs
werden ebenfalls zur Kristallisation (siehe z.B.
US-Patente Nr. 5 360 478 und
5 389 263 ) genauso wie die
Mikronisierung von gelösten
Stoffen in organischen Lösungsmitteln
(siehe z.B.
US-Patent Nr. 5 833 891 )
verwendet. Gelöste
Stoffe können
ebenfalls durch schnelles Expandieren einer SCF-Lösung hinunter
auf einen Druck, wo der gelöste
Stoff nicht länger
löslich
ist, mikronisiert werden.
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Die
Verwendung von SCFs als Reaktionsmedien umfasst die Anwendung für chemische
Abscheidung eines Reaktionsprodukts auf Substraten (siehe z.B.
US-Patent Nr. 4 970 093 ),
die Oxidation von organischen Stoffen in Wasser (Modell,
US-Patent Nr. 4 338 199 )
und die Aufrechterhaltung der Katalysatoraktivität (
US-Patente Nr. 4 721 826 und
5 725 756 ). Beispielsweise
berichtet Tiltsher et al. (Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 20:892, 1981),
dass die Aktivität
eines porösen
Katalysators durch Erhöhen
von Druck oder Temperatur auf ein Niveau, wo die abgeschiedenen
carbonisierten Verbindungen in einer superkritischen Reaktionsmischung
erneut gelöst
werden, wiederhergestellt werden kann. Jedoch muss in der Industrie
eine vollständige
Katalysatorreaktivierung und -deaktivierung unter Verwendung von
SCFs erst noch übernommen
werden, möglicherweise
aufgrund entweder der geringen Katalysatoraktivität, wenn
verglichen mit alternativen industriellen Verfahren, oder weil die
Katalysatoraktivität
nicht bei einem vernünftig
hohen Niveau für
eine ausreichend lange Zeit gehalten wird. Die Anmelder haben die
Hypothese aufgestellt, dass Diffusionsbegrenzungen von Reaktanten, Produkten
und Katalysatordeaktivierungsmaterial nach wie vor vorliegen, wodurch
die Verwendbarkeit dieser Techniken begrenzt wird.
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Eine
wesentliche Diskussion der vielen Verwendungen, für die SCFs
eingesetzt wurden, wird im Text Supercritical Fluid Extraktion von
Mark McHugh und Val Krukonis (Butterworth-Neinmann 1994) dargestellt.
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Während SCFs
viele Vorteile gegenüber
organischen Lösungsmitteln
bieten, haben mehrere Forscher Nachteile von herkömmlichen
superkritischen Fluidextraktions(SFE)-Verfahren festgestellt. Ein Problem
im Zusammenhang mit SCFs ist die geringe Massentransferrate eines
gelösten
Stoffs in einem begrenzten Raum in eine superkritische Hauptphase.
Die Extraktionsrate eines gelösten
Stoffes hängt
von der Löslichkeitsrate des
gelösten
Stoffes, der Löslichkeit
und der Rate des Massentransfers in die Lösungsmittel-Hauptphase ab. Trotz
höherer
Diffusivität
gegenüber
Flüssigkeiten,
zeigen SCFs nach wie vor begrenzte Fähigkeit, extrahiertes Material
schnell aus begrenzten Räumen
in eine superkritische Hauptphase zu transferieren. Ein Fehlen von gründlichem
Mischen zwischen dem Fluid und der Hauptphase und dem Fluid im begrenzten
Raum begrenzt den Massentransfer auf im Wesentlichen die Diffusionsrate
des (der) gelösten
Stoffs(e). Normalerweise können
die Lösungs- und Massentransferraten
durch kräftiges
Mischen zwischen einer Hauptphase und einer Phase des gelösten Stoffs
mittels eines Flügelrads
erhöht
werden; jedoch wird der Erhöhungsgrad
der Massentransferraten begrenzt, wenn der lösliche Stoff in den begrenzten
Räumen,
wie Mikroporen, Zwischenräumen,
fast geschlossenen Behältern
oder geschlossenen Behältern,
wo geringes Mischen stattfindet, verbleiben. In diesen Fällen ist
der Interphasen-Massentransfer
zwischen dem Fluid in den begrenzten Räumen und dem Fluid in der Hauptphase
häufig
ein Geschwindigkeits-begrenzender Schritt.
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Eine
Vielzahl von Anwendungen in der pharmazeutischen, chemischen oder
anderen Industrie unterliegt Problemen im Zusammenhang mit langsamem
Mischen zwischen einem Fluid oder einer Fluidmischung in einem begrenzten
Feststoffraum, und einem Fluid oder einer Fluidmischung in einer
Hauptphase. Diese Probleme können
so schwerwiegend sein, dass sie die Effizienz des Verfahrens reduzieren,
die Verfahrenskosten wesentlich erhöhen, oder die Verwendung von
alternativen, weniger umweltfreundlichen Verfahren erfordern, um
diese Beschränkungen
zu überwinden.
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Ein
im pharmazeutischen Stand der Technik identifiziertes spezielles
Problem ist das Vorhandensein von löslichen Verunreinigungen in
Arzneistoffsubstanzen und Freisetzungsformulierungen. Beispielsweise werden
Restmengen von organischen Lösungsmitteln
und Schmiermitteln, verwendet in Formulierungsverfahren, häufig in
porösen
Matrixformulierungen gefunden. Derartige Lösungsmittel können die
Lösungsgeschwindigkeit
durch Auffüllen
von Mikrokanälen,
und indem sie den aktiven Arzneistoff für die Gastrointestinal-Flüssigkeiten
unzugänglich
machen, erschweren.
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Lösliche Verunreinigungen
können
ebenfalls im aktiven Arzneistoff an sich gefunden werden. In ähnlicher
Weise ist es bekannt, dass harte Gelatinekapseln, die zur Lagerung
pharmazeutischer Pulver verwendet werden, die an einen Patienten
durch Inhalation nach Punktion der Kapsel verabreicht werden, häufig nicht gleichmäßige Freisetzung
des pharmazeutischen Pulvers liefern. Es wurde jüngst festgestellt, dass die
nicht gleichmäßige Freisetzung
aufgrund der Schmiermittel- und/oder Weichmacherzusammensetzungen
vorliegt, die auf den inneren Oberflächen der Kapseln während der
Herstellung der Kapseln abgeschieden werden (die Schmiermittel werden
verwendet, um die Entfernung der gebildeten Kapselschale vom Formungsstift
zu ermöglichen – speziell
Weichmacher werden manchmal verwendet, um die Kapselelastizität zu verbessern). Eine
Gruppe hat vorgeschlagen, dass die Kapseln, die herkömmlicherweise
als zusammengesetzte Einheit verkauft werden, geöffnet und einem Lösungsmittel
ausgesetzt werden, welches das Schmiermittel löst, um ein Anhaften des Arzneistoffs
an das Kapselinnere zu verhindern (siehe
US-Patent Nr. 5 641 510 ). Eine derartige
Technik kann jedoch einer Anzahl von Nachteilen unterliegen, einschließlich: dem
Erfordernis, dass die zwei Hälften
der Schale getrennt werden, wenn die Kapsel extrahiert und getrocknet
wird, mögliche
restliche organische Lösungsmittelkontamination
und den Bedarf zum Trocknen der Kapselschalen nach Behandlung mit
dem Lösungsmittel.
Verfahren zur Extraktion, welche die Entfernung von Formungsschmiermitteln
aus zusammengefügten
Kapseln ermöglichen,
wie vom Hersteller bereitgestellt, sind erwünschter als Verfahren, die erfordern,
dass die Kapseln vor ihrer Extraktion auseinander genommen werden.
Jedoch ist der Massentransfer des Schmiermittels vom Inneren der
Kapseln in den Hauptteil des Lösungsmittels
durch den engen Raum zwischen der Kapselkappe und dem Kapselkörper begrenzt,
wenn herkömmliche
Verfahren zur Extraktion verwendet werden.
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Die
Unfähigkeit,
das erwünschte
Material, restliche Lösungsmittel
oder andere lösliche
Verunreinigungen aus begrenzen Feststoffräumen zu extrahieren, kann ebenfalls
signifikante Probleme in anderen Bereichen des chemischen Standes
der Technik darstellen.
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Es
ist im chemischen Stand der Technik gut bekannt, dass der katalytische
Verlust von Aktivität
auftritt, wenn die katalytischen Reaktionen voranschreiten. Der
Aktivitätsverlust
ist im Allgemeinen verbunden mit: (1) einer Reduktion der Anzahl
der aktiven Stellen auf der inneren oder äußeren Oberfläche des
Katalysators aufgrund in erster Linie einem Vergiften des Katalysators
mit Verbindungen, die in das Reaktionssystem hineingetragen werden;
(2) Alterung, verursacht durch strukturelle Änderungen der katalytischen
aktiven Oberfläche (z.B.
durch Sintern, Rekristallisation und dergleichen); (3) Abscheidung
von kaum flüchtigen
Substanzen auf der äußeren oder
inneren Oberfläche
des Katalysators (sogenanntes "verkoksen"), verursacht durch
entweder hinüberschleppen
in das Reaktionssystem oder unerwünschte parallele Reaktionen
oder Nebenreaktionen im Katalysatormilieu. Die grundlegenden Verfahren,
die für
die Reaktivierung von Katalysatoren verwendet werden, sind Kalzinierung
und Lösungsmittelextraktion.
Diese beiden Verfahren unterliegen jedoch nachteiligen Effekten.
Beispielsweise verursacht Kalzinierung eine Deaktivierung des Katalysators
durch Alterung, während die
Lösungsmittelextraktion
Fremdsubstanzen in das Reaktionssystem einführt. Ein Verkoksen von Säurekatalysatoren
ist insbesondere problematisch (Verkoksen wird typischerweise durch
Nebenreaktionen verursacht, die hauptsächlich säurekatalysierte Polymerisation
und Cyclisierung von Olefinen, die polynukleare Verbindungen höheren Molekulargewichts
erzeugen, welche übermäßige Dehydrogenierung,
Aromatisierung und weitere Polymerisation eingehen, involvieren).
Verfahren zur effizienten und kontinuierlichen Entfernung von Katalysator-Koksmaterial
aus Katalysatorporen wäre
daher wünschenswert.
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Ein
interdisziplinäres
Problem ist das Problem der Kontamination, gefunden in Zwischenräumen von Objekten,
die poröse
Oberflächen
zeigen, enge Abstände,
oder die in anderer Weise quellbar sind. Die Entfernung von Kontamination
aus Zwischenräumen
ist schwierig, wenn das Kontaminant durch den Zwischenraum an sich
vor externen Reinigungsmitteln (wie Lösungsmittel, Vakuum etc.) geschützt wird.
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Das
US-Patent Nr. 5 514 220 von
Wetmore et al. gibt an, dass die Reinigung von porösen Materialien und
Materialien, die enge Abstände
zwischen angrenzenden Komponenten zeigen, wie Gyroskope, Beschleunigungsmesser,
thermische Schalter, Kernventildichtungen, elektromechanische Vorrichtungen,
Polymerbehälter,
spezielle Kameralinsen, laseroptische Komponenten und poröse keramische
Materialien, durch Anheben oder Spiken des Drucks des SCF auf ein
Niveau von mindestens 103 bar mehr als dem Anfangsdruck des SCF
verbessert werden kann. Die großen
Druckpulse, die durch Wetmore et al. verwendet werden, resultieren in
einer relativen Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Niveau
der Dichte

des Fluids im Bereich von
45 bis 72%. Dieser Bereich ist typisch für jene, die in anderen Druckpuls-
oder alternativen Druckschwankungsverfahren verwendet werden. Derartige
große
Schwankungen in Fluiddruck und -dichte werden geschaffen, um eine
große
Fraktion des gelösten
Stoffs in Lösung
aus dem festen Material heraus und in die Hauptphase innerhalb jeder
Druckpulsdauer zu überführen. Im
Allgemeinen werden daher wenige derartige Pulse benötigt, um
ein Extraktionsverfahren, das Kontaminantien einbezieht, abzuschließen. Jedoch
können
derartige große
Druckabfälle
von großen
Temperaturabfällen
begleitet sein, insbesondere wenn Fluide, wie CO
2,
verwendet werden, die einen relativ hohen Joule-Thompson-Koeffizienten
zeigen können.
Im Gegensatz zu Verfahren, wie herkömmlicher Druckschwankungsadsorption
(
US-Patent Nr. 3 594 983 ),
die nicht-superkritische niederdichte Gase einbezieht, wo periodische
und relativ große
Abfälle
im Druck und der Dichte in einer relativ kurzen Zeitspanne bewirkt
werden können,
können
derartige Abfälle
nicht ohne weiteres mit SCFs erreicht werden. Aufgrund der relativ
viel höheren
Dichte von SCFs wird ein Abführen
einer großen Fraktion
an Fluid aus dem Extraktionsbehälter
normalerweise eine längere
Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus,
aufgrund des höheren
Joule-Thompson-Koeffizienten derartiger Fluide, wie CO
2,
werden schwerwiegende Kühlungs-
und andere Verarbeitungsprobleme die Fähigkeit beschränken, den
Druck schnell abzusenken und den Behälter schnell wieder auf Verarbeitungstemperatur
zu erwärmen.
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Eine
andere Anwendung von Druckpulsreinigung mit SCFs ist die Polyethylenherstellung,
wo schnelle große
Druckabfälle
verwendet werden, um Polyethylen, das auf Wärmetransferoberflächen des
Reaktors abgeschieden wird, abzuziehen (McHugh und Krukonis, 1994,
S. 191). Relativ große
Druckschwankungen werden in ähnlicher
Weise verwendet, um adsorbierte Substanzen in SCFs (
US-Patent Nr. 5 599 381 ) erneut zu lösen, und
Mineralien und Kohlenwasserstoffe aus Rissen in Suboberflächenablagerungen
zu extrahieren (
US-Patente Nr. 4 163
580 und
4 059 308 ).
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Die
WO 99/18939 , auf der der
Oberbegriff von Anspruch 1 basiert, beschreibt, dass unerwünschte Materialien,
insbesondere Kapselformungsschmiermittel, ebenfalls aus dem Hohlraum,
begrenzt durch die inneren Oberflächen der Gelatinekapseln, durch
Druckpulsreinigung mit SCFs entfernt werden können, selbst wenn die Kapselschalengegenstücke mit
einander zusammengefügt
sind, um ein Kapselelement zu bilden. In dieser Patentanmeldung
werden Verfahren zur Behandlung von Kapseln, verwendet, um pharmazeutische Formulierungen
in Kapseln zu lagern (Bezug genommen wird auf eine Formulierung,
enthaltend mindestens einen aktiven Arzneistoff und gegebenenfalls
einen pharmazeutisch akzeptablen Träger oder Hilfsstoff), beschrieben.
Die Kapseln können
aus zahlreichen Materialien, einschließlich Gelatine, Cellulon und
modifizierter Cellulose, Stärke
und modifizierten Stärken
und Kunststoff, hergestellt sein. Der Arzneistoff wird durch Trockenpulverinhalationsvorrichtungen
freigesetzt, die die Kapseln durchstechen, um dem Patient die Inhalation des
Arzneistoffs zu ermöglichen.
Ein SCF, wie CO
2, hat eine spezielle Affinität für lipides
Material, wie Schmiermittel, die für Kapselform-Trennmittel verwendet
werden, und ist daher insbesondere für eine derartige Anwendung
geeignet. CO
2 verändert auch die Farbe, das Erscheinungsbild
oder die physikalischen Eigenschaften der Kapseln nicht. Eine Reduktion
der Menge an Schmiermittel in den Kapseln wird offenbart, um die
Retention vom Arzneistoffprodukt in der Kapsel zu reduzieren, und
die Reproduzierbarkeit der Menge an inhaliertem Arzneistoff zu reduzieren.
Unterschiede zwischen der höchsten
und untersten Dichte beträgt
etwa 10%.
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Während große Schwankungen
in Druck/Dichte die Extraktion verbessern, wurde von derartigen Schwankungen
gefunden, dass sie in Verarbeitungsproblemen resultieren. Große Druck/Dichte-Schwankungen
resultieren häufig
im starken Abkühlen
des SCFs und des Extraktionsbehälters.
Das Kühlungsproblem kann
insbesondere bei größeren Behältern problematisch
sein und speziell bei Verwendung von Fluiden, wie CO
2,
die relativ hohe Joule-Thompson-Koeffizienten zeigen. Die Kühlung kann
die endothermen Reaktionen nachteilig beeinflussen, Nicht-Gleichmäßigkeit
hinsichtlich der Temperatur in einem Behälter erzeugen und Kondensation
oder unerwünschte
Ausfällung
von extrahiertem Material bewirken. Große Druckpulse können ebenfalls
substantielle Änderungen
in der Fluiddichte, Lösungsfähigkeit,
Temperatur und Reaktionsgeschwindigkeiten induzieren (Reaktionsgeschwindigkeiten
können
entweder aufgrund des Kühlens
oder Änderungen der
SCF-Dichte herabgesetzt werden). Wiederholtes Kühlen und Erwärmen, kombiniert
mit wiederholten großen
Druckabfällen,
kann zu einer Ermüdung
des Druckbehälters
führen.
Da große
Druck/Dichte-Schwankungen weiter in typischer Weise eine lange Zeit
benötigen,
um realisiert zu werden, kann Katalysator-Deaktivierung auftreten.
Darüber
hinaus, wenn große
Druckabfälle
verwendet werden, findet keine konstante Extraktion bei dem Druck
statt, wo die Lösungsfähigkeit
hoch ist, wodurch die Extraktionseffizienz verringert wird. Beispielsweise
können
adiabatische Temperaturabfälle
für CO
2 unter Verwendung veröffentlichter Daten für den Joule-Thompson-Koeffizient μ = (δT/δP)
H abgeschätzt
werden, wobei H die Enthalpie, T die Temperatur und P den Druck
darstellt, bereitgestellt in Perry's Handbuch [Perry and Green, Perry's Chemical Engineering
Handbook, sechste Ausgabe, S. 3–109,
1984). Es wird gefunden, dass bei 50°C ein Druckabfall von 101 bar
auf Niveaus, resultierend in einer Änderung der Dichte
von 60% in einem Temperaturabfall
von 18,3°C
resultiert. In diesem Fall ist der potentielle Temperaturabfall relativ
groß,
und es kann nicht mehr möglich
sein, ein Hochdruckgefäß schnell
wieder zurück
auf die Temperatur zu erhitzen, die gerade vor Beginn des Druckabfalls
vorherrschte. Wiederholung derartiger Druckschwankungen, wie in
Druckpuls- und Schwankungsverfahren, kann schließlich verursachen, dass die
Behältertemperatur
unterhalb des kritischen Punkts fällt, und flüssiges CO
2 kann
sich dann bilden.
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Die
Wände von
großen
Hochdruckbehältern
sind im Allgemeinen dick und aus rostfreiem Stahl hergestellt. Weil
rostfreier Stahl geringe thermische Leitfähigkeit zeigt, wird er häufig nicht
von außen
erhitzt, und Fluide werden normalerweise vor Eintritt in das Behältnis auf
Verarbeitungstemperatur vorerhitzt. Ein großer Temperaturabfall ist daher
häufig
schwierig zu überwinden,
und ein großer
Abschnitt des Behälters
nahe dem Ausgang oder dem Expansionsventil kann außerordentlich
kalt werden. Materialien, die gegenüber großen Temperatur- und/oder Druckschwankungen
empfindlich sind, können
somit insbesondere beeinflusst werden. Von großen Druck/Dichte-Schwankungen
war zu sehen, dass sie zu Schäden,
Verschlechterung oder Kollaps von Materialien führen, die gegenüber wiederholten
großen Änderungen
von Temperatur, Druck oder Fluiddichte empfindlich sind. Selbst
wenn die Materialien gegenüber
großen
Druck- und/oder Temperaturschwankungen nicht empfindlich sind, schafft
dies Regionen von Ungleichmäßigkeit
der Behältertemperatur,
die in Ungleichmäßigkeit
in der Fluidlösungsfähigkeit
resultieren kann. Das behandelte Material kann somit nicht gleichmäßig von
dem löslichen
Material abgereichert werden, und die Extraktionseffizienz wird
nicht gleichmäßig sein.
Material, enthaltend flüssige
Substanzen, wie Wasser oder anderes polares Material, das in der
abgekühlten
Region ausfriert, könnte
ebenfalls den Zugang zu löslichem
Material blockieren.
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Selbst
in Abwesenheit eines Temperaturabfalls kann eine große Änderung
der Dichte negative Effekte haben. Beispielsweise nimmt die Löslichkeit
von Benzoesäure
bei 40°C
von etwa 0,45% auf 0,009% ab, wenn die Dichte von CO2 um
60% von 0,75 g/ml auf 0,3 g/ml reduziert wird (McHugh und Krukonis,
S. 369). Ein derartig großer
Abfall der Löslichkeit
kann bewirken, dass der gelöste
Stoff ausfällt.
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Die
Verwendung von großen
Druck- und Dichteschwankungen zur Aufrechterhaltung der katalytischen Aktivität ist nicht
möglich,
weil große Änderungen
der Fluiddichte als Mittel des Austreibens von Koksverbindungen
nicht schnell genug stattfinden könnte, um den Bedarf nach schnellem
Austreiben von Nebenproduktmaterial aus einer Katalysatormatrix
zu begegnen, bevor diese einer Transformation in unerwünschtes
unlösliches
Material unterliegt. Derartige Änderungen
könnten
große
unerwünschte
Variabilität
in Reaktionsgeschwindigkeiten und Selektivitäten induzieren.
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Die
obigen Beispiele legen nahe, dass die Druckschwankungs- und Druckpulsverfahren,
die ursprünglich
für Nicht-SCF-Anwendungen
entwickelt wurden, im Allgemeinen nicht für Anwendungen geeignet sind,
die Fluide, wie CO2, welches das SCF der
Wahl darstellt, einbeziehen. Anwendungen aus dem Stand der Technik, die
Nicht-SCFs einbeziehen, wie Druckschwankungsadsorption, können keine
Druckschwankungstechnik mit relativ kleinen Druck- und Dichteänderungen
verwenden, weil diese Anwendungen relativ große Druck- und Dichteänderungen
erfordern, um effektiv zu sein.
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Es
gibt daher einen Bedarf nach einem Verfahren, welches den Interphasen-Massentransfer
zwischen Fluiden in begrenzten Räumen
und SCFs in einer Hauptphase verbessern, um effiziente Extraktion
von Kontaminationen, die in derartig begrenzten Räumen gefunden
werden, zu erlauben, ohne die Beschränkungen des bisherigen Standes
der Technik. Bevorzugt sollten derartige Extraktionen mit relativ
geringer Änderung
der SCF-Dichte stattfinden; geringer Kühlung des Behälters; keiner
signifikanten Änderung
der Reaktionsgeschwindigkeiten; geringer, wenn überhaupt, Ausfällung von
Extrakt, Reaktanten oder Produkten; keinem signifikanten Erschüttern, Kollabieren
oder Beschädigen
von empfindlichem Material, und minimaler, wenn überhaupt, Erschöpfung des
Druckbehältnisses,
in dem die Extraktion durchgeführt
wird. Bevorzugt sollte das Verfahren kontinuierlich nahe dem höchsten Druck
arbeiten, wo die SCF-Lösungsfähigkeit
und die Konzentration des gelösten
Stoffes im SCF am höchsten
ist.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung liefert ein Verfahren gemäß Anspruch 1, in dem Material
innerhalb eines begrenzten Raums solubilisiert und effizient in
eine Fluid-Hauptphase transferiert werden kann, indem SCF-Lösungsmittel
in einem ursprünglichen
und vernünftigen
Weg verwendet werden. Das Verfahren verwendet wiederholte Modulationen
von SCF-Druck/Dichte
zwischen einem oberen Niveau und einem unteren Niveau innerhalb
eines relativ engen Bereichs der Fluiddichte, gekoppelt mit einer
angemessenen Frequenz der Modulation, um Materialien zu entfernen.
Das vorliegende Verfahren ermöglicht
verbesserte Extraktionsraten und verbesserte Steuerung der Entfernungsrate
von Materialien in das Extraktionsfluid ohne die Beschränkungen des
bisherigen Standes der Technik. Überraschenderweise
wurde gefunden, dass das vorliegende Verfahren mehr als siebenmal
effizienter sein kann als herkömmliches
SFE bei Extraktion von Material, wie Lösungsmitteln oder Polymeren
aus begrenzten Räumen,
wie geschlossenen Flaschen, die für eine Extraktion durch herkömmliche
Verfahren zuvor nicht zugänglich
waren. Noch überraschender
wurde gefunden, dass das Verfahren bei der Extraktion von Material
in relativ großen
Mengen effizient ist und daher ebenfalls in Anwendungen verwendet
werden kann, die nicht nur die Extraktion von Kontaminationen, wie
in Reinigungsanwendungen, einbezieht, sondern auch in Extraktion
eines Großteils
der Mengen von löslichem
Material. Dies wird durch die neue Anwendung von SCFs auf die Extraktion
von Massematerial aus derartigen Substraten, wie Behältern, z.B.
Flaschen, Trommeln und Spritzen, gezeigt, die in einem großen Ausmaß für eine Extraktion
mit SCFs bei konstantem Druck nicht durchdringbar sind, und die
zuvor für
andere Extraktionstechniken, wie Druckpuls- und Druckschwankungsverfahren,
nicht in Frage kamen. Gemäß dieser
Erfindung wird derartiges Material bevorzugt unter Verwendung relativ
kleiner Schwankungen in Fluiddruck und -dichte extrahiert. Derartige
einzigartige Anwendungen, zusätzlich
zu den Anwendungen zur katalytischen Reaktionsvergrößerung, öffnet große Möglichkeiten,
die Verwendung von SCFs zu erweitern.
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Die
Effektivität
von Druckschwankungen relativ kleiner Größe zur Erhöhung des Massentransfers wurde
durch vorherige Forscher nicht in Betracht gezogen, zum Teil, weil
es nicht offensichtlich war, dass relativ kleine aber wiederholte Änderungen
der Fluiddichte merkliche Effekte auf den Massentransfer haben können. Überraschenderweise
haben unsere Versuchs- und Modellstudien nun gezeigt, dass Druckschwankungen
sogar noch effektiver sein können
als Druckpuls- und Druckschwankungsextraktion bei der Entfernung
von löslichem
Material aus Matrizen, ohne die Mehrzahl von Beschränkungen
aufzuweisen, die im Stand der Technik beschrieben sind. Darüber hinaus,
während
von Druckpuls- und Druckschwankungsverfahren nicht beschrieben wurde,
dass sie irgendeine Verwendung zur Erhöhung der katalytischen Reaktionsraten
und kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Katalysatoraktivität hätten, ist
die vorliegende Erfindung für
derartige Anwendungen einzigartig geeignet.
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Während man
nicht von irgendeiner Theorie gebunden zu sein wünscht, wird die Hypothese aufgestellt,
dass die Vergrößerungen
und Verbesserungen, bereitgestellt durch die vorliegende Erfindung,
aus einem verbesserten konvektiven Fluss des extrahierten Materials
aus der Matrix jedes Mal resultiert, wenn der Druck reduziert wird,
und aus einem verbesserten konvektiven Fluss von SCF, enthaltend
weniger gelöstes Material,
jedes Mal, wenn der Druck erhöht
wird. Ein derartiger wiederholter konvektiver Fluss kann Mischen und
Turbulenzen im SCF in der begrenzten Matrix bewirken und hierdurch
die Rate der Extraktion des Materials aus dem Substrat erhöhen. Hochfrequenzmodulationen
können
möglicherweise
auch ein Fortschreiten der Mischungseffekte in der begrenzten Matrix
bewirken, wodurch ebenfalls die Extraktionseffizienz erhöht wird.
Es wird daher angenommen, dass es möglich ist, die Extraktionsrate
der Verbindungen, die in einer SCF-Phase, die in einer begrenzten
Matrix vorliegt, gelöst
sind, eher durch Erzeugen des konvektiven Flusses in und aus der
Matrix zu beeinflussen als durch sich Verlassen auf zumeist langsamen
diffusen Fluss als Mittel zum Transfer von löslichem Stoff aus dem SCF in
die Matrix zur SCF-Hauptphase.
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Es
wurde festgestellt, dass substantieller konvektiver Fluss unter
Verwendung relativ kleiner Druckmodulationen bei relativ hohen Frequenzen,
die mit relativ kleinen Änderungen
der Fluiddichte korrelieren, auftreten kann, wobei die physikalischen
Eigenschaften des Fluids und des Behälters über die Druckschwankungsphase
wenig beeinflusst werden. Indem man Vorteil aus der gasähnlichen
Kompressibilität
und Diffusivität
und der flüssigkeitsähnlichen
Lösungsfähigkeit
von SCFs zieht, wird durch die vorliegende Erfindung ein Mittel
bereitgestellt, um eine SCF-Hauptphase unter Verwendung einer relativ
kleinen Druckabnahme in begrenzte Räume zu zwingen, und eine kleine
Fraktion des Inhalts der begrenzten Räume unter Verwendung einer
relativ kleinen Druckreduktion in die Hauptphase zu zwingen. Wiederholte
Druckschwankung liefert ein Mittel zur wiederholten Mischung des
Inhalts der Hauptphase mit wenig gelöstem Stoff und der begrenzten
Phase mit reichhaltig gelöstem
Stoff, wodurch die Extraktionseffizienz erhöht wird.
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Es
wurde festgestellt, dass die Verwendung von relativ kleinen Druck/Dichteschwankungen
bei relativ hoher Frequenz mehr Flexibilität bei der Verarbeitung ermöglicht,
und hohe Extraktionseffizienzen ohne die Mehrzahl von Problemen
im Zusammenhang mit großen
Schwankungen im Druck einzugehen, erreicht werden kann. Eine hohe
Extraktionseffizienz der Extraktion kann durch Kontrolle der Größenordnung
und Frequenz von relativ kleinen Änderungen bei Druck/Dichte
erreicht werden. Durch Verwendung der vorliegenden Erfindung ist
es möglich,
dieselbe oder sogar bessere Extraktionseffizienz zu erreichen, die
mit großen
Druckpulsen möglich
ist. Die vorliegende Erfindung kann auf Reaktionssysteme, die poröse Katalysatoren
einbeziehen, ausgedehnt werden. Wenn auf Reaktionssysteme angewendet,
ist es möglich,
eine Vielzahl von Problemen im Zusammenhang mit Katalysator-Verkoksen und inadäquaten Reaktionsraten
zu überwinden.
-
Die
Größe der Veränderung
in der Fluiddichte bestimmt die Größe der Fluktuationen der Fluidlösungsfähigkeit
und der physikalischen Eigenschaften, Reaktionsraten und adiabatischen
Kühlungseffekte.
Im Gegensatz zum bisherigen Stand der Technik erfahren die Dichte
und die physikalischen Eigenschaften des Verarbeitungsfluids in
dieser Erfindung keine beträchtlichen Änderungen
während
der Druckmodulation. Die Antriebskraft für den Massetransfer in dieser
Erfindung sind relativ kleine Änderungen
der Dichte. Im Gegensatz zu Druckpulsen oder Druckreinigung wird
die Änderung
der Fluiddichte stets relativ klein gehalten, und die Menge an Fluid,
die aus der Matrix entfernt wird, ist daher innerhalb jeder Druckschwankungsdauer
relativ klein. Weil die Änderungen
der Dichte relativ klein sind, verglichen mit dem Stand der Technik,
können
sie mit relativ hoher Frequenz und stets nahe der höchsten Dichte
durchgeführt
werden, wo die Lösungskraft
am größten ist.
Die Fähigkeit,
die Frequenz der Dichtemodulation zu steuern und zu erhöhen, kann
eine Möglichkeit bereitstellen,
um wahrscheinlich noch effektiver bei Extraktion des löslichen
Materials aus einer unlöslichen Matrix
zu sein, als es mit Druckschwankungs- und Druckpulsverfahren möglich wäre.
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Es
wurde festgestellt, das Druckmodulationen, die relative Unterschiede
in der Fluiddichte zwischen dem höchsten Dichteniveau und dem
niedrigsten Dichteniveau von nicht mehr als etwa 5% bereitstellen,
ausreichend sein können,
um eine große
Verstärkung
der Extraktionseffizienz zu bewirken, wenn es mit herkömmlichem
SFE bei im Wesentlichen konstantem Druck verglichen wird.
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Beispielsweise
wurde festgestellt, dass bei 50°C
ein Druckabfall von 101 bar auf Niveaus, resultierend in einer relativen
Dichtedifferenz von 5%, in einem adiabatischen Temperaturabfall
von nur 0,9°C
resultiert. Dies entspricht einem Abfall von 18,3°C, wenn eine
Dichteänderung
von 60% verwendet wird. Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird der Druck moduliert, ohne große Temperaturabfälle oder
-schwankungen und ihre damit im Zusammenhang stehenden Nachteile
einzugehen.
-
Diese
Erfindung liefert Flexibilität
hinsichtlich der Kontrolle der Modulationsfrequenz, der Extraktionszeit
genauso wie der Extraktionseffizienz, ohne die Fluideigenschaften
schwerwiegend zu beeinträchtigen.
Die vorliegende Erfindung induziert keine großen Temperaturänderungen
während
der Druckreduktion und bewirkt daher nicht, dass thermisch empfindliches
Material beeinträchtigt
wird.
-
Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht aus einem praktischen
Verfahren zum Entfernen von Material aus dem Inneren von geschlossenen
oder nahezu geschlossenen Matrizen, wie Hartgelatinekapseln, Phiolen,
Flaschen, Spritzen und Trommeln. Unter herkömmlichen Verfahrensbedingungen
ist die Extraktionseffizienz aus derartigen Matrizen häufig durch
langsame Diffusion des extrahierten Materials durch beschränkte Kanäle oder Poren
der Matrix begrenzt. In diesem Aspekt der vorliegenden Erfindung
werden SCFs verwendet, in einer bevorzugten Ausführungsform CO2,
in einem neuen Weg, um den Transport von extrahiertem Material vom
Inneren derartiger Matrizen zu einer superkritischen Hauptphase
zu erhöhen.
Vorteile der Verwendung von nicht-toxischen SCFs, wie CO2, anstelle von organischen Lösungsmitteln,
umfassen die Umweltfreundlichkeit. SCFs, wie CO2,
liefern weiterhin hohe Kompressibilität und Diffusivität über einen
weiten Druckbereich, der eine einfache Penetration in kleine Zwischenräume und
Passagen ohne Phasenänderung
ermöglicht.
Die Rückgewinnung
von extrahiertem Material aus CO2 kann ebenfalls
durch einfaches Expandieren dieses auf einen gasförmigen Zustand
unter niedrigerem Druck erreicht werden, und ermöglicht die Kondensation oder
Ausfällung
von extrahiertem Material.
-
In
einer Ausführungsform
der Erfindung wird ein Verfahren zum Extrahieren von Materialien
aus einem Substrat offenbart, umfassend die Schritte: (a) Aussetzen
des Substrats einem SCF, in dem das Material im Wesentlichen löslich ist,
das Substrat es jedoch nicht ist; (b) wiederholtes Verändern des
Drucks des SCF zwischen zwei oder mehr Druckniveaus, worin die relative
Differenz zwischen den größten und
niedrigsten Dichteniveaus während
der Modulation nicht mehr als 5% beträgt. Bevorzugt wird die Modulation
mindestens fünfmal
wiederholt, bevorzugter mehr als zwanzigmal und noch bevorzugter
mehr als fünfzigmal.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Extrahieren von Materialien
aus einem Substrat, wie porösem
Material, Mikroröhren,
Phiolen, Spritzen, Flaschen und Trommeln, offenbart, umfassend die
Schritte: (a) Aussetzen des Substrats einem SCF, in dem ein oder
mehrere Materialien im Wesentlichen löslich sind, das Substrat es
jedoch nicht ist; (b) wiederholtes Verändern der Dichte des SCF zwischen
zwei oder mehr Dichteniveaus, wobei sich die Dichte um nicht mehr
als 5% ändert.
Bevorzugt wird die Veränderung
mindestens fünfmal,
bevorzugter mehr als zwanzigmal und noch bevorzugter mehr als fünfzigmal
wiederholt.
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In
noch einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Behandeln harter
Gelatine-, Cellulose- oder Kunststoffkapseln, verwendet zum Lager
einer trockenen pulverförmigen pharmazeutischen
Formulierung, offenbart, worin die Kapsel SCF-lösliches Material auf ihren
inneren Oberflächen
aufweist, umfassend die Schritte: (a) Aussetzen der Kapsel einem
SCF, in dem das SCF-lösliche
Material im Wesentlichen löslich
ist, aber in dem die Kapsel nicht löslich ist; (b) wiederholtes
Verändern
des Drucks des SCF zwischen zwei oder mehr Druckniveaus, worin die
Differenz zwischen dem höchsten
und niedrigsten Niveau der Fluiddichte nicht mehr als 5% beträgt. Die
Veränderung
wird mindestens fünfmal
wiederholt, bevorzugter mehr als zwanzigmal und noch bevorzugter
mehr als fünfzigmal.
-
Und
noch eine weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung führt
zu einem Verfahren der Aufrechterhaltung der Aktivität von Katalysatoren,
deren Aktivität
durch Umwandlungsprodukte von SCF-löslichen Nebenprodukten der
Reaktion, katalysiert durch den Katalysator, reduziert werden kann,
umfassend die Schritte: (a) Aussetzen des Katalysators einem SCF,
in dem das SCF-lösliche
Produkt und die SCF-löslichen
Nebenprodukte im Wesentlichen löslich
sind, aber in dem der Katalysator und dessen Träger es nicht sind; (b) wiederholtes
Verändern
des Drucks des SCF zwischen zwei oder mehr Druckniveaus, worin die
relative Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Dichteniveau
nicht mehr als 5% beträgt.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
ein schematisches Diagramm einer herkömmlichen superkritischen Fluidextraktionsvorrichtung;
-
2 ist
eine Darstellung einer mathematisch vorhergesagten Entwicklung des
Schmiermittelgehalts in einer Kapsel im Laufe der Zeit für verschiedene
Druckfluktuationsmoden;
-
3 ist
eine Darstellung der zeitlichen Variation des Drucks in einem Druckveränderungsexperiment im
Druckbereich von 159 bis 186 bar.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung überwindet
viele der Probleme im Zusammenhang mit Extraktion im Stand der Technik
und Katalyseaktivität-Aufrechterhaltungsschemata.
Die vorliegende Erfindung liefert die Kontrolle von Extraktionsraten,
Reaktionsraten etc. durch vernünftige
Selektion der Größe der Druckveränderung
und der Änderungsrate
im Druck. Die Extraktionseffizienz kann mehr als 7-mal so groß sein wie
bei herkömmlicher SFE.
-
Es
wurde festgestellt, dass die Größe der Druck/Dichteveränderung
genauso wie die Änderungsrate von
Druck/Dichte verwendet werden können,
um die Menge an Fluid, die in die Hauptphase transferiert wird, und
die Menge an Haupt-SCF-Phase, die in die Matrixphase gezwungen wird,
zu kontrollieren. Die Haltezeit bei den Hoch- und/oder Niederdruck-/Dichtepunkten kann
verwendet werden, wo benötigt,
um geeignete Zeit zum Transfer von extrahierbarem Material in und
aus der Matrix-Fluidphase zu ermöglichen.
Die Raten von Extraktion oder Reaktion können durch die Selektion von
geeigneter Größe, Frequenz
und Haltezeiten für
diese Veränderungen
gesteuert werden.
-
Das
vorliegend beschriebene Verfahren unterstützt den Transfer von erwünschten
Produkten einer Reaktion aus Katalysatorporen, um durch eine superkritische
Reaktionshauptphase während
der Druckaufbauphase ersetzt zu werden. Eine derartige Wirkung begünstigt die
Reaktion in der Richtung, welche die erwünschten Produkte ergibt, und
kann die Reaktionsselektivität
verbessern. Daher kann das Verfahren in vorteilhafter Weise verwendet
werden, ungeachtet, ob katalytische Reaktionen deaktivierendes Material
erzeugen oder nicht.
-
Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ermöglicht
weiterhin den Transfer von Substanzen zu und von Matrizen, die normalerweise
nicht effizient durch ein Fluid zugänglich sind, wodurch die Gebrauchsfähigkeit
von SFE und Reaktionen in SCFs für
Anwendungen, die für
SCF-Verarbeitung zuvor nicht zugänglich waren,
ausgedehnt werden. Die Anwendung einer derartigen Ausführungsform
dient dazu, die Verwendung von SCFs noch attraktiver werden zu lassen,
und hierdurch ihr Potential zur Verwendung in einer Vielzahl von Verarbeitungsanwendungen,
wie die Extraktion von löslichem
Material aus Kapseln, Phiolen, Spritzen, geschlossenen Behältern etc.,
zu erhöhen.
-
In
dem offenbarten Verfahren der vorliegenden Erfindung wird die Extraktion
bevorzugt in einem Temperaturbereich von etwa 1,0 bis etwa 1,1 Tc und einem Druckbereich von bis zu 10 Pc durchgeführt. Im Falle der Extraktion
mit CO2 sind Bedingungen von etwa 31 bis
80°C und
74 bis 700 bar bevorzugt. Die Verfahren können entweder isotherm oder
nicht durchgeführt
werden. Typischerweise sollte das untere Druckniveau dem SCF keine
Dichte vermitteln, die mehr als etwa 5% unter derjenigen des Fluids
bei dem höheren
Druckniveau liegt.
-
Die
Anzahl der Druck-/Dichteveränderungen,
die in den beschriebenen Verfahren eingesetzt werden, hängt im Allgemeinen
von der spezifischen Anwendung ab. Ein Minimum von zwei Druck-/Dichteveränderungen
ist erforderlich. Das Verfahren zur Steuerung von Druck/Dichte kann
entweder manuell oder automatisch erfolgen. Eine automatische AN/AUS-Druckkontrolle
ist bevorzugt. Das Druckprofil kann entweder einer sinusoidalen
Welle, einer Rechteck-Welle oder einem anderen Profil ähneln. Amplitude
und Frequenz der Druck-/Dichteveränderung müssen über einen Durchlauf nicht konstant
sein. Die Frequenz von Druckaufbau und Druckabfall während irgendeines
Zyklus der beschriebenen Verfahren hängt ebenfalls von der Anwendung
ab. Die Haltezeit bei Druck/höherer
und niedrigerer Dichte kann während
des Prozesses geändert
werden.
-
Jedes
geeignete SCF kann in dem beschriebenen Verfahren verwendet werden,
einschließlich,
aber nicht beschränkt
auf Stickoxid, Schwefelhexafluorid, Trifluormethan, Tetrafluormethan,
Ethan, Ethylen, Propan, Propanol, Isopropanol, Propylen, Butan,
Butanol, Isobutan, Isobuten, Hexan, Cyclohexan, Benzol, Toluol, o-Xylol,
Ammoniak, Wasser und Mischungen hiervon. Eine bevorzugtes SCF ist
CO2. Unter „superkritischem" bzw. „überkritischem
Fluid" (SCF) wird
eine Substanz oder eine Mischung von Substanzen oberhalb ihrer kritischen
Temperatur und ihres kritischen Drucks verstanden. Der Begriff "superkritisches bzw. überkritisches Fluid" wird hier ebenfalls
verwendet, um auf ein Fluid zu verweisen, das bei nahezu kritischen
oder superkritischen Bedingungen Verwendung gefunden hat.
-
Die
optionale Zusammensetzung einer SCF-Reaktionsmischung hängt von
den spezifischen Reaktanten, Produkten und Zwischenprodukten ab.
Organische Lösungsmittel-Modifizierer
können
ebenfalls zu irgendeinem der SCFs zugegeben werden, um ihre Lösungsmitteleigenschaften
zu modifizieren, einschließlich aber
nicht beschränkt
auf Ethanol, Methanol, Aceton, Propanol, Isopropanol, Dichlormethan,
Ethylacetat, Dimethylsulfoxid und Mischungen hiervon. Organische
Modifizierer werden bevorzugt bei relativ geringen Konzentrationen
(0 bis 20%) verwendet. In ähnlicher
Weise können
leichte Gase, wie N2, O2,
He, Luft, H2, CH4 und Mischungen
hiervon ebenfalls in verschiedenen Mengen zum SCF zugegeben werden,
um dessen Extraktions- oder Transporteigenschaften zu verändern. Verfahren
zur Bestimmung dieser Parameter sind dem Fachmann im Stand der Technik
bekannt.
-
Diese
Erfindung richtet sich auf ein breites Spektrum potentieller Anwendungen
sowohl in der pharmazeutischen als auch der allgemeinen chemischen
Industrie.
-
In
der pharmazeutischen und chemischen Industrie kann die Erfindung
in einer Vielzahl von Anwendungen verwendet werden, enthaltend die
Extraktion von:
- (1) Kapselformungsschmiermittel
aus harten Gelatinekapseln (z.B. wurde von dem beschriebenen Verfahren
gezeigt, dass es die Arzneistoffretention verringert und die Reproduzierbarkeit
der Arzneistoffretention verbessert) genauso wie anderes Material
aus geschlossenen harten Schalenkapseln (enthaltend Lösungsmittel
oder anderes lösliches
Material);
- (2) Material aus offenen, geschlossenen oder nahezu geschlossenen
pharmazeutischen Phiolen (z.B. Behältern, die mit ihrer Umgebung
durch relativ beschränkte
Kanäle
in Verbindung stehen. Lösungsmittel
können
aus Phiolen extrahiert werden, enthaltend Medikation in Lösung, um
ein Arzneistoffpulver zurückzulassen – dies kann
speziell in dem Fall attraktiv sein, wo Mikrodosen von Arzneistoff
nicht reproduzierbar in eine Phiole in ihrem festen Zustand abgemessen
werden können).
Der Einsatz des vorliegend offenbarten Verfahrens ist ebenfalls
im Hinblick auf hoch-potente Arzneistoffe besonders attraktiv, die
aufgrund ihrer kleinen Masse in der Formulierung nicht effektiv
in Tabletten oder andere Formulierungen formuliert werden können. Kleine
Mengen an Arzneistoff können
in Form einer Lösung
in den Behälter
abgemessen werden, und das Lösungsmittel
kann dann unter Verwendung des offenbarten Verfahrens extrahiert
werden, um einen Rest von praktisch reinem Feststoff oder flüssigem Arzneistoff
zurückzulassen;
- (3) löslichen
Materialien, wie organischen Verbindungen, aus einer porösen Matrix
(z.B. kann die Entfernung einen Arzneistoff mit geringer Bioverfügbarkeit
fein dispergiert in der porösen
Matrix zurücklassen, und
daher dessen Lösungsrate
erhöhen);
- (4) medizinischen oder chemischen Substanzen aus natürlichen
und synthetischen Produkten, die normalerweise nicht mit SCFs durch
herkömmliche
SFE effizient extrahiert werden;
- (5) Materialien aus offenen, geschlossenen oder nahezu geschlossenen
Trommeln, Flaschen, Spritzen und anderen Behältern (extrahierbares Material
aus derartigen Behältern
kann Kontaminationen, Lösungsmittel und
andere schädliche
Materialien, wie radioaktive und Schlammmaterialien enthalten).
Von der vorliegenden Erfindung wurde gefunden, dass sie zur Extraktion
von Matrial in relativ großen
Mengen effizient ist, und daher auch in Anwendungen eingesetzt werden
kann, die nicht nur die Extraktion von Kontaminationen, wie in Reinigungsanwendungen,
umfasst, sondern auch die Extraktion der Hauptmenge von löslichem Material.
Dies wird durch die neue Anwendung von SCFs für die Extraktion des Hauptteils
des Materials aus derartigen Substraten, wie Behältern, z.B. Flaschen, Trommeln
und Spritzen, die in einem großen
Ausmaß gegenüber einer
Extraktion mit SCF bei konstantem Druck nicht zugänglich sind
und zuvor keiner anderen Extraktionstechnik, wie Druckpuls und Druckschwankung
zugänglich
sind, gezeigt. Erfindungsgemäß wird derartiges
Material bevorzugt unter Verwendung relativ kleiner Veränderungen
in Fluiddruck und Dichte extrahiert. Es kann eingesetzt werden,
um ein Lösungsmittel
von der inneren Oberfläche
eines Behälters
zu extrahieren, um eine gewünschte
Beschichtung oder einen Rest auf der inneren Oberfläche zurückzulassen.
Durch Einbeziehen von Material in das SCF kann dieses Verfahren
in gleicher Weise verwendet werden, um einige erwünschte Substanzen
zum Inhalt des Behälters
zuzugeben. Wenn der Behälter
keinen Flusskanal aufweist, durch den das SCF mit dem Inhalt des
Containers in Verbindung stehen kann, und wenn es erwünscht ist,
dass der Behälter
nicht aufgebrochen wird, wenn er dem SCF ausgesetzt ist, können ein
oder mehrere kleine Öffnungen
in den Behälter
gebohrt werden, um dem SCF Zugang zum Inhalt zu ermöglichen,
ohne den Behälter
zu zerstören.
Dieser Aspekt der Erfindung ist speziell zur Extraktion von großen Behältern attraktiv;
und
- (6) löslichen
Substanzen aus Röhrenmaterial,
insbesondere vom Mikrobohrungs-Typ.
All dies könnte
einen wesentlichen positiven Einfluss auf die Qualität und Ökonomie
eines Produkts haben.
-
Das
vorliegend offenbarte Verfahren kann ebenfalls verwendet werden,
um Material zu extrahieren, das verwendet wird, um die Verpackung
zu erleichtern oder andere Vorgänge
bei der Herstellung von Inhalt, aber das an sich im Endprodukt nicht
erwünscht
ist.
-
Eine
besonders nützliche
Anwendung der vorliegenden Erfindung ist es, das Katalysator-Verkoksen zu
verringern. Durch periodisches und häufiges Entfernen einer kleinen
Fraktion des Inhalts der Poren (einschließlich der kleinen Poren von
Nanogröße, die
normalerweise in großem
Maße zur
Katalysatoraktivität
beitragen) in einem Katalysator aus der Katalysator-Fluidphase zur
Hauptfluidphase, kann die Konzentration der Verkoksungsvorläufer im
Katalysator auf einem ausreichend niedrigen Niveau gehalten werden,
so dass die Katalysator-Deaktivierung verhindert wird. Alternativ
kann das vorliegend offenbarte Verfahren verwendet werden, um ein
oder mehrere Reaktanten in die Katalysatorporen während des
Druckaufbaus hineinzuzwingen, wodurch die Reaktionsraten verbessert
werden. Eine solche alternative Ausführungsform kann beispielsweise in
Alkylierungsverfahren verwendet werden, die flüssige Säurekatalysatoren, wie Schwefelsäure und
Flußsäure, verwenden
(Verwendung eines festen Katalysators in Zusammenhang mit dem Verfahren
liefert ein Mittel, um konstante Katalysatoraktivität aufrechtzuerhalten,
und hierdurch die Verwendung von verunreinigenden Säurekatalysatoren
zu vermeiden).
-
Wenn
man sich nun den Abbildungen zuwendet, wird in 1 eine
herkömmliche
SFE-Einheit gezeigt,
allgemein bezeichnet durch 16. Die Einheit 16 kann dadurch
charakterisiert werden, dass sie drei Hauptsektionen aufweist: Zuführungssektion 17,
Extraktionssektion 18 und Extraktionsrückgewinnungs- und Fließmessungssektion 19.
In einem typischen Ablauf wird eine bekannte Menge an zu extrahierendem
Material 11 in das Extraktionsgefäß 9 geladen. Das Extraktionsgefäß 9 wird
dann in einem isothermen Ofen 10 gegeben. Flüssiges CO2 aus dem CO2-Zylinder 1 wird
daraufhin durch die Syphonröhre 2 aus
dem CO2-Zylinder 1 mit einer konstanten
Rate durch die Pumpe 3 (die bevorzugt eine luftbetriebene
Pumpe oder eine Abmessungspumpe, ausgestattet mit einem Kühlkopf,
ist), und Abschaltventil 4 durchgepumpt. Das Auslassabschaltventil 12 wird
zu Beginn geschlossen gehalten, bis der Druck im Extraktionsgefäß 9 den
erwünschten
Extraktionsdruck erreicht. Ein Additiv kann zum Gaseintrittsextraktionsgefäß 9 aus
dem Additivbehälter 5 mittels
einer Pumpe 6 und einem Ventil 7 zugefügt werden.
Wenn der gewünschte
Druck erreicht ist, wird das Auslassabschaltventil 12 geöffnet und
das erhitzte Abmessdurchflussventil 13, und ein Flussmessgerät oder Totalisator 15 werden
eingerichtet. Der Druck wird dann entweder konstant bei dem Druckniveau
aufrechterhalten oder zwischen zwei Druckniveaus kontinuierlich
mit einer relativ konstanten Frequenz der Druckveränderung
oszilliert.
-
Bei
Anwendung der vorliegenden Erfindung können Druck/Dichte zwischen
Niveaus einfach durch Ändern
des Lufteinlassdrucks zur Pumpe, während die Auslass-CO2-Flussrate etwa konstant gehalten wird,
verändert
werden. Die Druckveränderung
kann unter Verwendung anderer Wege durchgeführt werden, einschließlich (1)
wiederholtes Reduzieren der Pumpflussrate während die Auslassflussrate
relativ konstant gehalten wird, bis der Druck das untere Niveau
erreicht, und dann Erhöhen
der Pumpflussrate, um einen Druckaufbau zu bewirken, und (2) wiederholtes
Schließen
von Ventil 12, um den Druckaufbau zu ermöglichen,
und dann Öffnen
dieses, um eine Auslassflussrate zu ermöglichen, die höher als
die Pumpenflussrate ist.
-
Nach
Expansion durch das Abmessventil 13 wird CO2 nahe
Atmosphärendruck
ausgelassen. Der Extrakt kann im Gefäß 14, beispielsweise
durch Verwendung einer Kühlfalle,
bestehend aus einer Phiole, die in Eis oder Trockeneis eingetaucht
ist, rückgewonnen
werden. Am Ende der Extraktionsperiode wird dem Druck typischerweise
ermöglicht,
langsam auf Atmosphärenniveau
abzunehmen. Der Rest im Gefäß wird dann
gewogen und zur Analyse, wenn erforderlich, vorbereitet. Wie vom
Fachmann im Stand der Technik erkannt werden wird, sind Variationen
im beschriebenen experimentellen Verfahren möglich, einschließlich der
Möglichkeit des
konstant Haltens des Drucks für
einige Zeit vor dem Reduzieren des Drucks, d.h. unter Verwendung
einer Halteperiode. CO2 kann bei höherem Druck
als Atmosphärenniveau
abgelassen werden und kann alternativ in das Verfahren zurückgeführt werden.
-
SFE-Einheiten
sind von einer Anzahl von Firmen, einschließlich ISCO, Inc. (Lincoln,
NE), und Applied Separations (Allentown, PA), kommerziell erhältlich.
-
Wendet
man sich nun 2 zu, ist eine Darstellung gezeigt,
die basierend auf einem Massentransfermodell erzeugt, die vorhergesagte
Entwicklung der Schmiermittelkonzentration aus herkömmlich zusammengesteckten
Gelatinekapseln, die in superkritisches CO2 gelegt
werden, darstellt. Fünf
Fälle wurden
untersucht, worin 5: ein Verfahren mit nahezu konstantem Druck,
worin langsame und kleine Änderungen
im Druck um 172,4 bar stattfinden (herkömmliches SFE); 4: ein Verfahren
mit nahezu konstantem Druck, worin eine Fluktuation von 0,7 bar
im Bereich von 172,0 bis 172,7 bar mit einer Dauer von 4 Sekunden
stattfindet (nahezu konstanter Druck, hohe Frequenz); 3: eine Druckfluktuation
von 14 bar im Bereich von 165 bis 179 bar mit einer Dauer von 4
Sekunden stattfindet (kleine Druckveränderung, hohe Frequenz); 1:
eine Druckfluktuation von 14 bar im Bereich von 165 bis 179 bar
mit einer Dauer von 40 Sekunden (kleine Druckmodulation, niedrige
Frequenz) und 2: eine Druckschwankung oder ein Druckpuls von 97
bar im Bereich von 172 bis 75 bar mit einer Dauer von 15 Minuten
stattfindet. Die große
Dauer der Druckschwankung oder des Pulses geht auf die große Menge
an Fluid zurück,
die aus dem Gefäß in jeder
Dauer entfernt wird und möglicherweise
aufgrund der Zeit, die benötigt
wird, um das Gefäß erneut
auf Extraktionstemperatur zu erwärmen.
-
Wie
in 2 gezeigt, erhöht
sich die vorhergesagte Entwicklung der Schmiermittelkonzentration
in der Kapsel-CO2-Phase anfänglich im
Laufe der Zeit in sämtlichen
Fällen,
vermutlich weil eine größere Extraktionsrate
des Schmiermittels aus der Kapseloberfläche vorliegt, als aus der Kapsel
herausgebracht wird. In sämtlichen
Fällen
ist die Kapseloberfläche
nach etwa 45 Minuten vollständig
von ihrer löslichen
Schmiermittelfraktion befreit. 2 veranschaulicht,
dass das Modell vorhersagt, dass sowohl die Größe der Druckveränderung
wie auch die Frequenzveränderung
wichtig sind. Das am wenigsten effektive Verfahren bei der Entfernung
von Schmiermittel aus den Kapseln ist das herkömmliche (5 – fast konstanter Druck), während das
effektivste Verfahren, das getestet wurde, 3 war, worin eine Druckveränderung
von 14 bar entsprechend einer relativen Differenz der Dichte zwischen
dem oberen Niveau und dem unteren Niveau von 1,6% und eine kurze
4 Sekunden dauernde Veränderung
verwendet werden (relativ kleine Druckveränderung, hohe Frequenz). Ein
Druckschwankungsverfahren mit einer Druckschwankung von 97 bar entsprechend
einer relativen Differenz der Dichte von 66% mit einer 15 Minuten-Dauer
war gegenüber
dem herkömmlichen
Verfahren 5 ebenfalls als effektiver anzusehen. Minimale Änderungen
im Druck von 0,7 bar entsprechend der relativen Änderungen der Dichte von etwa
0,1%, gekoppelt mit einer kurzen Dauer der Fluktuation (4 Sekunden),
kann eine signifikant höhere
Extraktionseffizienz ergeben als das herkömmliche Verfahren 5.
Unter den Bedingungen von 3 wurde die maximale Konzentration des
Schmiermittels in der Kapsel-CO2-Phase mit
nur 12 ppm berechnet, und es wurde berechnet, dass die Kapsel nach
50 Minuten vollständig
von extrahierbarem Schmiergehalt gereinigt war. Dies steht im Vergleich
zu 105 Minuten für
2, 225 Minuten für
1, 285 Minuten für
4 und etwa 800 Minuten für
5. Daher wurde von relativ kleinen Druckfluktuationen (14 bar),
und daher relativ kleinen Dichtefluktuationen, festgestellt, dass
sie größere Extraktionseffizienzen
als größere Druckabfälle erreichen,
ohne die unerwünschten
Effekte der großen
Druckabfälle.
-
Um
das Massentransfermodell und das vorliegend offenbarte Verfahren
zu bestätigen,
wurden mehrere Versuche unternommen.
-
Beispiel 1. Zeitliche Variation des Drucks
bei der Druckveränderung
-
3 zeigt
ein typisches Beispiel der zeitlichen Variation des Drucks bei der
Druckveränderung
im Bereich von 159 bis 186 bar, wobei keine Haltezeit beim hohen
Druckende oder niedrigen Druckende verwendet wurde. Die CO2-Dichte liegt im Bereich von 0,8270 bis
0,8553 g/ml. In diesem Versuch wurden 77 Druckveränderungen
in 1 Stunde durchgeführt,
was eine durchschnittliche Veränderungsdauer
von 47 Sekunden ergibt.
-
Beispiel 2. Superkritische Fluidextraktion
von Schmiermittel aus Gelatinekapseln: geringe Druckveränderung gegenüber konstantem
Druck
-
Schmiermittel
wurde aus Gelatinekapseln entweder bei konstantem Druck oder unter
Verwendung des Druckveränderungsverfahrens
extrahiert. Die Kapseln wurden in einen 100 ml-Becher gegeben und
dann in ein 1 l-Hochdruckgefäß eingeführt. Der
Kohlendioxidfluss wurde vom Boden des Gefäßes zum oberen Teil des Gefäßes geführt. Sechs
Kapseln wurden für
jeden Testlauf verwendet. Nicht-gefüllte zusammengesteckte Kapseln
wurden behandelt, um das Schmiermittel mit SCF entweder bei konstantem
Druck von 172 bar oder mit veränderlichem
Druck im Bereich von 162 bis 183 bar, bei einer Temperatur von 35°C zu entfer nen.
Eine dynamische 2 Stunden-Extraktionszeit wurde mit einer CO2-Flussrate von etwa 5 Standardliter pro
Minute (SLM) eingesetzt. Die Auslassflussrate aus dem Gefäß ist geringfügig höher oder
geringfügig
niedriger als 5 SLM, abhängig
davon, ob der Druck jeweils über
oder unter 172 bar liegt. Es wurde keine Haltezeit verwendet. Die
Kapseln wurden dann mit einem Pulver, enthaltend eine Mischung von
Ipratropiumbromidmonohydrat und α-Lactosemonohydrat
gefüllt.
Das Pulver in der Kapsel wurde etwas geschüttelt, um die Taumelbewegung
der Kapseln, die diese vom Zeitpunkt, wo sie hergestellt wurden,
bis zum Zeitpunkt, wo sie den Patienten erreichen, unterliegen,
nachzustellen. Dieses Schütteln
dient dazu, das Pulver mit der inneren Oberfläche der Kapseln in Kontakt
zu bringen.
-
Die
mittlere Retention des Arzneistoffs in jeder Charge von Kapseln
nach simulierten Inhalationszyklen wurde bestimmt. Tabelle 1 zeigt
die Ergebnisse. Tabelle 1. Superkritische Fluidextraktion
von Formungstrennschmiermittel aus zusammengesteckten harten Gelatinekapseln
| Testlauf | Behandlung | Δp
(%)* | Arzneistoffretention
in der Kapsel nach simulierter Inhalation (μg) | Standardabweichung
(μg) |
| 1 | keine | k.A. | 5,0 | 0,8 |
| 2 | konstanter
Druck | 0 | 4,4 | 1,2 |
| 3 | Druckänderung | 2,5 | 4,0 | 0,6 |
-
- * Fluktuationsniveau der Dichte des superkritischen Fluids
bei angewandten Drücken
-
Die
Ergebnisse von Tabelle 1 geben klar an, dass SFE-behandelte Kapseln
unter Verwendung der geringen Druckveränderungstechnik weniger Ipratropiumbromidmonohydrat
zurückhalten
als entweder nicht-extrahierte Kapseln oder bei konstantem Druck
SFE-behandelte Kapseln.
Die Standardabweichung für
die Arzneistoffretention wurde ebenfalls als geringer für die Kapseln
gefunden, die durch das Druckveränderungsverfahren
extrahiert wurden. Daher ist das Druck-/Dichteveränderungsverfahren
effizienter als das konstante Druckverfahren bei Extraktion von
Schmiermittel aus Kapseln.
-
Beispiel 3. Extraktion von hochgradig
retentivem Material aus harten Gelatinekapseln: geringe Druckveränderung
gegen konstanten Druck
-
In
dieser Studie wurde ein Kapsellot, von dem gezeigt wurde, dass es
große
Mengen an Arzneistoffmaterial in simulierten Inhalationszyklen zurückhält, verwendet.
Diese Kapseln enthalten ein hochgradig retentives Weichmachermaterial,
zusätzlich
zum Formungsschmiermittel, an ihren inneren Wänden, und zeigen hochgradig
variable Retention. Die Kapseln wurden in ihrem zusammen gesteckten
Zustand extrahiert, d.h. mit der Kapselkappe aufgesteckt auf den
Kapselkörper.
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Eine
bekannte Menge an Kapseln wurde zuerst in ein 30 ml-Gefäß gegeben.
Die Kapseln wurden dann für
2 Stunden bei 65°C
unter Verwendung einer CO
2-Flussrate von
etwa 5 SLM bei entweder konstantem Druck von 552 bar oder mit Veränderung
des Drucks im Bereich von 483 bis 621 bar entsprechend zu
extrahiert, worin Δρ die relative
Differenz zwischen der höchsten
und der niedrigsten Dichte ist. Die Dauer der Druckveränderung
betrug etwa 45 Sekunden. Man ließ CO
2 durch
den Boden des Gefäßes fließen und
kontaktierte die Kapseln direkt.
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Extrahierte
und unbehandelte Kapseln wurden mit etwa 5 mg zuvor beschriebenem
Ipratropiumbromid-Lactose-Arzneistoffpulver gefüllt. Die Kappe wurde dann auf
den Körper
der gefüllten
Kapseln aufgesteckt. Nach geringem Schütteln einer Kapsel wurde diese
geöffnet,
und deren Inhalt durch Halten der Kapselkappe und des Körpers mit
den offenen Enden zwischen zwei Fingern der rechten Hand und der
linken Hand jeweils nach unten entleert, und viermaligem starkem
Abklopfen am Rand eines Behälters
mit einer oberen Seite der Handfläche, um die Arzneistoffmischung
zu entleeren. Die Masse des Pulvers nach dem Abklopfen wurde dann
bestimmt. Ein Vergleich mit der Masse vor dem Abklopfen lieferte
die Masse an zurückgehaltenem
Pulver. Von diesem Test wurde gezeigt, dass er einen guten Indikator
für das
Retentionsniveau darstellt, dass die Kapseln in simulierten Inhalationszyklen
zeigen würden.
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Fünf (5) Kapseln
wurden in jedem Test verwendet. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse dieser
Studie. Unbehandelte Kapseln hielten 31,3% des Arzneistoffpulvers
zurück.
Bei konstantem Druck SFE-behandelte Kapseln hielten 29,7% des Arzneistoffpulvers
zurück.
Unter Verwendung der Druckveränderungstechnik
SFE-behandelte Kapseln hielten 12,4% des Arzneistoffpulvers zurück. Dies
zeigt, dass eine Extraktion bei konstantem Druck nicht effektiv
ist zum Entfernen irgendeiner signifikanten Menge an Material, das
für die
Arzneistoffpulver-Retention
an der Innenseite der Kapseln verantwortlich ist, was eine starke
Massentransferbeschränkung von
extrahierbarem Material von der Innenseite der Kapseln zur CO
2-Hauptphase außerhalb der Kapseln angibt.
Diese Ergebnisse zeigen ebenfalls, dass die Druckveränderungstechnik
derartige Beschränkungen überwindet
und viel effektiver beim Entfernen derartigen Materials aus den
Kapseln ist als das herkömmliche
Verfahren bei konstantem Druck. Noch wichtiger ist die Standardabweichung
in Kapseln gegenüber
der Kapselretention, viel geringer für Kapseln, die unter Verwendung
der Druckveränderungstechnik
extrahiert wurden als für
unbehandelte Kapseln oder Kapseln, die bei konstantem Druck extrahiert
wurden. Das Druckveränderungsverfahren
bringt sämtliche
Kapseln auf einen ähnlichen
Zustand geringer Retention. Tabelle 2. Arzneistoffpulver-Retention
in unbehandelten Kapseln, SFE-behandelten Kapseln durch herkömmliche
SFE und SFE-Behandelte Kapseln durch Druckveränderung
| Unbehandelte
Kapseln |
| | Kapsel
1 | Kapsel
2 | Kapsel
3 | Kapsel
4 | Kapsel
5 | | |
| Masse der
in die Kapsel gefüllten Pulvemischung (g) | 0,0049 | 0,0048 | 0,0051 | 0,0054 | 0,0050 | | |
| Masse der
Pulvernschung in der entleerten Kapsel (g) | 0,0017 | 0,0023 | 0,0012 | 0,0011 | 0,0015 | | |
| Massedifferenz (g) | 0,0032 | 0,0025 | 0,0039 | 0,0043 | 0,0035 | | |
| entfernter
Pulveromischung | 65,3 | 52,1 | 76,5 | 79,6 | 70,0 | Mittelwert | Standardabweichung | Bereich |
| %
zurückgehaltene Pulvermischung | 34,7 | 47,9 | 23,5 | 20,4 | 30,0 | 31,3 | 10,8 | 27,5 |
| bei konstantem
Druck behandelte Kapseln |
| | Kapsel
1 | Kapsel
2 | Kapsel
3 | Kapsel
4 | Kapsel
5 | | |
| Masse der
in die Kapsel gefüllten Pulvermischung (g) | 0,0050 | 0,0049 | 0,0051 | 0,0053 | 0,0050 | | |
| Masse der
Pulvermischung in der entleerten Kapsel (g) | 0,0011 | 0,0013 | 0,0019 | 0,0013 | 0,0019 | | |
| Gewichtsverlust (g) | 0,0039 | 0,0036 | 0,0032 | 0,0040 | 0,0031 | | |
| %
entfernter Pulvermischungsverlust | 78,0 | 73,5 | 62,7 | 75,5 | 62,0 | Mittelwert | Standardabweichung | Bereich |
| %
zurückgehaltene Pulvermischung | 22,0 | 26,5 | 37,2 | 24,5 | 38,0 | 29,7 | 7,4 | 16,0 |
| mit Druckveränderung
behandelte Kapseln |
| | Kapsel
1 | Kapsel
2 | Kapsel
3 | Kapsel
4 | Kapsel
5 | | |
| Masse der
in die Kapsel gefüllten Pulvermischung (g) | 0,0054 | 0,0053 | 0,0050 | 0,0051 | 0,0051 | | |
| Masse der
Pulvermischung in der entleerten Kapsel (g) | 0,0005 | 0,0007 | 0,0008 | 0,0005 | 0,0007 | | |
| Gewichtsverlust (g) | 0,0049 | 0,0046 | 0,0042 | 0,0046 | 0,0044 | | |
| %
Pulvermischungs-verlust | 90,7 | 86,8 | 84,0 | 90,2 | 86,3 | Mittelwert | Standardabweichung | Bereich |
| %
zurückgehaltene Pulvermischung | 9,3 | 13,2 | 16,0 | 9,8 | 13,7 | 12,4 | 2,8 | 6,7 |
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Beispiel 4. Herkömmliche gegenüber superkritischer
Fluidextraktion mit kleiner Druckveränderung der Hauptmengen eines
löslichen
Materials aus zusammengesteckten harten Gelatinekapseln
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Um
weiterhin zu zeigen, dass Schmiermittel tatsächlich aus den Kapseln extrahiert
wird, wurde Schmiermittelmaterial zu einer harten Gelatinekapsel
zugegeben, und der Kapselkörper
wurde dann mit der Kapselkappe zusammengesteckt. Dieses Schmiermittel
ist teilweise in CO2 löslich (extrahierbare Fraktion
beträgt
73,3 Masse-% Schmiermittel). Die zuvor geschlossene Kapsel wurde
dann in eine 1,62'' lange, ¼'' I.D., 1,3 ml-Glasphiole eingefüllt. Die
offene Phiole wurde dann in ein 32 ml-Hochdruckgefäß gegeben
und CO2 wurde vom Boden bis zum oberen Teil
des Gefäßes gepumpt.
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Die
Kapseln wurden bei konstantem Druck von 172 bar oder im Bereich
von 165 bis 179 bar veränderlichem
Druck für
2 Stunden bei T = 35°C
und einer CO
2-Flussrate von etwa 5 SLM extrahiert.
Die Extraktionseffizienz wurde aus der Differenz der Masse zwischen
der Kapsel vor der Extraktion und der Kapsel nach der Extraktion
berechnet. Tabelle 3 zeigt, dass eine kleine Druckveränderung
von 14 bar äquivalent
zu einer Dichteveränderung
von %Δρ = 1,6% ausreichend
ist, um viel größere Extraktionseffizienz
als beim herkömmlichen
SFE zu erreichen. Tabelle 3. Superkritische Fluidextraktion
der Hauptmengen von Schmiermittel aus vorher geschlossenen harten
Gelatinekapseln; herkömmliche
gegenüber
kleiner Druckveränderung
| Lauf | Schmiermittelmasse
vor der Extraktion (mg) | ΔP
(bar) | Δρ
(±%) | Zeitspanne
der Druckverände-rung (Sekunden) | Restmasse
des Schmiermittels (mg) | Fraktionierter
Anteil des extrahierten Schmiermittels (%) | Entfernte lösliche Fraktion des Schmiermittels
(%) |
| 1 | 56,2 | 0 | 0 | k.A. | 52,4 | 6,8 | 9,3 |
| 2 | 56,1 | 14 | 1,6 | 8 | 39,2 | 30,1 | 41,1 |
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Für die gleiche
Menge CO2 ermöglicht die kleine Druckveränderungstechnik
die Extraktion von mehr als viermal mehr Schmiermittel gegenüber der
herkömmlichen
SFE. Die kleine Menge an Schmiermittel, die durch die herkömmliche
SFE extrahiert wird, gibt starke Diffusionsbeschränkungen
an. Die viel größere Menge,
die durch die Druck-/Dichte-Veränderungstechnik
extrahiert wurde, gibt an, dass die Diffusionsbeschränkungen überwunden
werden.
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Beispiel 5. Superkritische Fluidextraktion
von Schmiermittel in Glasphiole mit Deckel
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Dieses
Beispiel dient dazu, zu zeigen, dass die vorliegende Erfindung verwendet
werden kann, um Material aus beschränkten Räumen, wie Phiolen, Flaschen,
Bechern, Kolben, Zylindern, Spritzen, Nadeln, Boxen, Röhren, Trommeln,
Taschen, Ventilen und anderen Substraten, wo der Zugang zu einem
relativ großen Volumen
des Substrats beschränkt
ist, und wo die Druckveränderung
die Extraktionseffizienz erhöhen
könnte, zu
extrahieren.
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Eine
bekannte Menge an Schmiermittelmaterial wurde in eine 1,62 Zoll
lange ¼'' I.D., 1,3 ml-Glasphiole mit Kappe gegossen.
Die Kunststoffkappe wurde an ihrem Zentrum mit einer 500 μm-Nadel durchstochen, um
einen beschränkten
Kanal für
CO
2 bereitzustellen, um in die Phiole zu
penetrieren, ohne die Phiole zu zerbrechen. Es ist festzuhalten,
dass abhängig
vom Typ der Phiole und der Kappe selbst in Abwesenheit eines kleinen
Lochs, CO
2 ohne Zerbrechen der Phiole in
das Innere der Phiole penetrieren kann. Schmiermittel wurde entweder
bei konstantem Druck von 172 bar oder unter Verwendung des Druckveränderungsverfahrens
im Bereich von 154 bis 190 bar extrahiert. Die Temperatur war 35°C und die
CO
2-Flussrate
betrug etwa 5 SLM. Tabelle 4A zeigt die Ergebnisse der Extraktion
von 0,3 g Schmiermittel aus den Phiolen. Tabelle 4A. Superkritische Fluidextraktion
von Schmiermittel aus Phiolen mit Kappe – herkömmliche gegenüber kleiner
Druckveränderung
| Lauf | Δρ (%) | Dynamische
Extraktionszeit (Std.) | Zeitspanne der
Druckveränderung
(Sekunden) | Haltezeit
am oberen und unteren Druckniqveau (ja/nein) | Gesamt
extrahiertes Schmiermittel (%) | Entferntes extrahierbares
Schmiermittel (%) |
| 1 | 0 | 2 | k.A. | k.A. | 3,3 | 4,5 |
| 2 | 4,3 | 4,3 | 76 | ja | 16,6 | 22,6 |
| 3 | 4,3 | 4,3 | 13 | nein | 20,0 | 27,3 |
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Wie
aus Tabelle 4A ersehen werden kann, wurde wenig Schmiermittel in
Lauf 1 extrahiert, wo der Druck über
die dynamische Extraktionsdauer konstant gehalten wurde. Nahezu
17% wurden in Lauf 2 extrahiert, wo der Druck innerhalb 36 bar (154
bis 190 bar) verändert
wurde, entsprechend einer relativen Differenz der Dichte von 4,3%
zwischen der höchsten
Dichte und der niedrigsten Dichte. Es wurde somit beobachtet, dass
kleine Änderungen
der Dichte ausreichend sind, um die Extraktionseffizienz merklich
zu erhöhen,
was zeigt, dass kleine Änderungen
der Dichte, gekoppelt mit einer relativ hohen Frequenzveränderung,
ausreichend sind, um den Widerstand des Mischens zwischen der CO2-Phase in der Phiole und der Haupt-CO2-Phase zu überwinden.
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In
Lauf 2 wurde eine Dauer der Druckveränderung von 76 Sekunden, die
eine Haltezeit von 1 bis 2 Minuten bei den unteren und oberen Drücken umfasst,
getestet. Ein derartiger Testlauf wurde verglichen mit Lauf 3, mit
einer Dauer der Druckveränderung
von 13 Sekunden, ohne Haltezeiten bei den unteren und oberen Drücken. Wie
aus der Zunahme der Frequenz der Druckveränderung durch Weglassen der
Haltezeiten ersehen werden kann, ergab sich eine geringfügig höhere Extraktionseffizienz
(20%).
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Um
festzustellen, ob die Größe der Schmiermittelprobe
in der Phiole die Extraktion beeinflusste, wurden in noch einem
weiteren Versuch 0,3 g Schmiermittel auf 4 Phiolen, enthaltend jeweils
0,12, 0,06, 0,06 bzw. 0,06 g, verteilt und unter Verwendung des
kleinen Druck-/Dichteveränderungsverfahrens
der vorliegenden Erfindung extrahiert. Der Druck wurde im Bereich
von 157 bis 187 bar verändert.
Tabelle 4B zeigt die Ergebnisse dieses Versuchs. Tabelle 4B. Superkritische Fluidextraktion
von Schmiermittel aus Phiolen mit Deckel – herkömmlich gegenüber kleiner
Druckveränderung
| Lauf | Δρ*
(%) | Dynamische
Extraktionszeit (Std.) | Zeitspanne der
Druckveränderung
(Sekunden) | Haltezeit
am oberen und unteren Druckniveau
(ja/nein) | Gesamt
extrahiertes Schmiermittel
(%) | Entferntes extrahierbares
Schmiermittel (%) |
| 1 | 3,6 | 6 | 37 | k.A. | 66,7 | 91,3 |
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- * Fluktuationsniveau der Dichte des superkritischen Fluids
bei angewandten Drücken
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Tabelle
4B gibt an, dass fast sämtliches
extrahierbares Schmiermittel entfernt werden kann, wenn genug Zeit
zugelassen wird. Der Schmiermittelrest in den 3 Phiolen, enthaltend
0,06 g Schmiermittel vor ihrer Extraktion, enthielten nach ihrer
Extraktion einen trockenen Rest, was angibt, dass die lösliche Fraktion
des Schmiermittels nahezu vollständig
aus diesen Phiolen extrahiert wurde. Der Rest in Phiole 4, die 0,12
g Schmiermittel vor deren Extraktion enthielt, war nach der Extraktion
nach wie vor viskos, was angibt, dass mehr Zeit notwendig gewesen
wäre, um
die Extraktion zu beenden. Die gesamte Extraktionsausbeute aus den vier
Phiolen betrug 91,3%.
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Beispiel 6. SFE eines Lösungsmittels
(Ethanol) aus Glasphiolen mit Deckel
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Dieses
Beispiel dient ebenfalls dazu, zu zeigen, dass die vorliegende Erfindung
verwendet werden kann, um Material aus begrenzten Räumen, wie
Phiolen, Flaschen, Bechern, Kolben, Zylindern, Spritzen, Nadeln,
Boxen, Röhren,
Trommeln, Taschen, Ventilen und anderen Substraten, zu extrahieren,
wobei der Zugang zu einem relativ großen Volumen des Substrats beschränkt ist,
und worin eine Druckveränderung
die Extraktionseffizienz erhöhen
könnte.
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Eine
bekannte Menge Ethanol wurde in eine 1,3 ml-Phiole mit Deckel gegossen.
Der Kunststoffdeckel wurde in seinem Zentrum mit einer 500 μm-Nadel durchstochen.
Die Phiole wurde dann in einen 30 ml-Behälter aus rostfreiem Stahl eingeführt. Das
Lösungsmittel
wurde für
1 Stunde bei 35°C
unter Verwendung einer CO
2-Flussrate von
etwa 2,25 SLM extrahiert bei entweder konstantem Druck von 172 bar
oder einem veränderlichen
Druck im Bereich von P = 186 bis 159 bar, entsprechend
Tabelle 5 gibt die Ergebnisse
der Extraktion an. Die Ergebnisse zeigen an, dass das Druckveränderungsverfahren
etwa 5 Mal effizienter als das herkömmliche SFE beim Extrahieren
des Lösungsmittels
ist. Tabelle 5. SFE von Ethanol aus einer Phiole
mit Deckel
| Masse
Ethanol (g) | 0,78 | 0,79 |
| SFE-Extraktionsverfahren | konventionell | Druckveränderung |
| Δρ(%) | 0 | 3,3 |
| Veränderungsdauer
(Sek) | keine
Angabe (k.A.) | 58 |
| Masse
extrahierten Lösungsmittels
(g) | 0,14 | 0,71 |
| %
extrahiertes Lösungsmittel | 17,9 | 89,9 |
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Beispiel 7. SFE eines polymeren Materials
aus einer Phiole mit Deckel
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Dieses
Beispiel dient dazu, zu zeigen, dass das Druckveränderungsverfahren
verwendet werden kann, um polymeres Material aus begrenzten Räumen zu
extrahieren. Eine kleine Menge Polyethylenglykol (PEG) mit einem
durchschnittlichen Molekulargewicht von 200 wurde in eine 1 ml-Phiole
mit Deckel pipettiert. Der Deckel wurde mit einer 500 μm-Nadel durchstochen.
Das Niveau des Polymers betrug etwa ¼'' oberhalb des
Bodens der Phiole. Das Polymer wurde dann extrahiert, entweder bei
konstantem Druck von 165 bar oder unter Verwendung der Druckveränderungstechnik
im Bereich von 159 bis 172 bar, entsprechend
Temperatur und Extraktionszeit
waren 35°C
und 58 Minuten in beiden Läufen.
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Tabelle
6 zeigt die Ergebnisse dieser Studie. Trotz kleiner Druck- und Dichteveränderung
ist die Veränderungstechnik
wesentlich effizienter bei der Entfernung des PEG 200 aus der Phiole
mit Deckel als das herkömmliche
SFE. Die Extraktionseffizienz ist nahezu 7-mal höher als diejenige von herkömmlicher
SFE. Die Fähigkeit,
schnell den Druck zu verändern, scheint
eine sehr viel höhere
Extraktionseffizienz zu ermöglichen, verglichen
mit der herkömmlichen
SFE. Tabelle 6. SFE von PEG 200 aus einer Phiole
mit Deckel
| Masse
PEG 200 (mg) | 119,4 | 111,7 |
| SFE-Extraktionsverfahren | konventionell | Druckveränderung |
| Δρ(%) | 0 | 1,8 |
| Veränderungsdauer
(Sek) | k.A. | 8 |
| Masse
des extrahierten PEG 200 (mg) | 1,0 | 7,7 |
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Beispiel 8. Effekt von großem Temperaturabfall
auf die Kapselintegrität
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Etwa
100.000 harte Gelatinekapseln, vorgehalten in sieben Baumwolltaschen,
wurden nacheinander in zylindrische 8 l-Gefäße aus rostfreiem Stahl gegeben.
Das Ziel war es, die Kapseln mit superkritischem CO2 durch
Verändern
des Drucks im Bereich von 172 bis 103 bar zu extrahieren. Vorerwärmtes CO2 wurde durch die Oberseite des Gefäßes in das
Gefäß gepumpt.
Die Druckreduktion wurde durch periodisches Abführen von CO2 vom
Boden des Gefäßes durchgeführt. Nicht-adäquate Kontrolle
des Drucks und die Unfähigkeit,
das Gefäß nach einem
Druckabfall effizient erneut zu erhitzen, verursachte, dass der
Druck unter 103 bar fiel, und dass die Temperatur am Boden des Gefäßes in der
Nähe des
Expansionsventils nahezu bis zum Gefrierpunkt abfiel. Eine große Fraktion
der Kapseln am Boden des Gefäßes nahe
der Stelle des Ventils, durch das die Expansion des CO2 durchgeführt wurde,
wurde zertrümmert
oder in anderer Weise beschädigt.
Nahezu 61% der Kapseln, die in den drei unteren Taschen vorlagen,
wurden beschädigt.
Nur 17% der Kapseln in den vier oberen Taschen wurden beschädigt. Die
Unfähigkeit,
die Temperatur an einer Stelle des Gefäßes zu kontrollieren, verursachte
extensive Beschädigungen
der thermisch empfindlichen Kapseln.