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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet von Phytosterolen und
Phytostanolen und deren Verwendung bei der Behandlung und Vermeidung
von kardiovaskulärer
Erkrankung, ihren zugrunde liegenden Zuständen, wie Atherosklerose, Hypercholesterolämie und
Hyperlipidämie,
und anderen Störungen.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Obwohl
neuere Fortschritte in der Wissenschaft und Technologie dazu beitragen,
die Qualität
von menschlichem Leben zu verbessern und diesem Jahre hinzuzufügen, ist
die Vorbeugung vor Atherosklerose, der zugrunde liegenden Ursache
von kardiovaskulärer
Krankheit („KVK"), nicht ausreichend
angesprochen worden. Atherosklerose ist ein degenerativer Prozess,
der die Folge eines Zusammenspiels von ererbten (genetischen) Faktoren
und Umweltfaktoren, wie Nahrung und Lebensstil, ist. Die bisherige
Forschung legt nahe, dass Cholesterol eine Rolle bei Atherosklerose
spielen kann, indem atherosklerotische Plaque in Blutgefäßen gebildet
wird, was letztlich in Abhängigkeit
von dem Ort der Plaque im Arterienbaum die Blutversorgung des Herzmuskels
oder alternativ des Gehirns oder von Gliedmaßen abschneidet (1, 2). Schätzungen
verweisen darauf, dass eine 1%-ige
Verringerung des Gesamt-Serumcholesterols einer Person eine 2%-ige
Verringerung des Risikos eines Koronararterien-Ereignisses ergibt
(3). Statistisch kann eine 10%-ige Verringerung des durchschnittlichen
Serumcholesterols (z.B. von 6,0 mMol/l auf 5,3 mMol/l) die Vermeidung
von 100 000 Todesfällen
jährlich
in den Vereinigten Staaten zur Folge haben (4).
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Sterole
sind natürlich
vorkommende Verbindungen, die viele kritische Zellfunktionen ausüben. Phytosterole,
wie Campesterol, Stigmasterol und Beta-Sitosterol in Pflanzen, Ergosterol
in Pilzen und Cholesterol in Tieren sind jeweils Hauptkomponenten
von zellulären
und subzellulären
Membranen in den betreffenden Zelltypen. Die Nahrungsquelle von
Phytosterolen bei Menschen stammt von Pflanzenmaterialien, d.h.
Gemüse und
Pflanzenölen.
Der geschätzte
tägliche
Phytosterol-Gehalt
in herkömmlicher
Nahrung der westlichen Art beträgt
etwa 60 bis 80 mg im Gegensatz zu einer vegetarischen Nahrung, die
etwa 500 mg pro Tag liefern würde.
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Phytosterole
haben aufgrund ihrer Fähigkeit,
den Serumcholesterol-Spiegel zu senken, wenn sie einer Reihe von
Säugerarten,
einschließlich
Menschen, verabreicht werden, große Aufmerksamkeit auf sich
gezogen. Obwohl der genaue Wirkmechanismus zum großen Teil
unbekannt bleibt, beruht die Beziehung zwischen Cholesterol und
Phytosterolen anscheinend teilweise auf den Ähnlichkeiten zwischen den betreffenden
chemischen Strukturen (wobei die Unterschiede in den Seitenketten
der Moleküle
auftreten). Es wird angenommen, dass Phytosterole Cholesterol aus
der Mizellarphase verdrängen
und dadurch dessen Absorption verringern oder möglicherweise mit Rezeptor-
und/oder Trägerstellen
im Cholesterol-Absorptionsprozess
konkurrieren.
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Vor
mehr als 40 Jahren brachte Eli Lilly ein Sterolpräparat aus
Tallöl
und später
aus Sojabohnenöl
auf den Markt, das Cytellin® genannt wurde, für das festgestellt
wurde, dass es gemäß einem
Bericht (5) Serumcholesterol um etwa 9% erniedrigte. Verschiedene
spätere
Forscher haben die Wirkungen von Sitosterol-Präparaten
auf Plasmalipid- und -lipoprotein-Konzentrationen (6) und die Auswirkungen
von Sitosterol und Campesterol aus Sojabohnen- und Tallöl-Quellen
auf Serumcholesterole erforscht (7). Eine Zusammensetzung von Phytosterolen,
von der gefunden wurde, dass sie für die Erniedrigung von Serumcholesterol
hoch wirksam ist, ist im US-Patent Nr. 5,770,749 von Kutney et al.
offenbart und umfasst nicht mehr als 70 Gew.-% Beta-Sitosterol,
mindestens 10 Gew.-% Campesterol und Stigmastanol (Beta-Sitostanol).
Es wird in diesem Patent bemerkt, dass es eine Art Synergie zwischen
den Phytosterol-Bestandteilen gibt, was sogar noch bessere Cholesterol-erniedrigende
Ergebnisse liefert, als sie zuvor erzielt worden sind.
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Trotz
der offensichtlichen und nun gut dokumentierten Vorteile von Phytosterolen,
nicht nur bei der Behandlung von KVK und ihren zugrunde liegenden
Zuständen,
wie Hypercholesterolämie,
Hyperlipidämie,
Atherosklerose, Bluthochdruck, Thrombose, sondern auch bei der Behandlung
anderer Krankheiten, wie Diabetes Typ II, Demenz, Krebs und Altern,
ist die Verabreichung von Phytosterolen und die Zugabe derselben
in Nahrungsmittel, Pharmazeutika und andere Zufuhrvehikel durch
die Tatsache erschwert worden, dass sie sehr hydrophob sind (d.h.
eine schlechte Wasserlöslichkeit
aufweisen) und sie auch im allgemeinen schlecht in Ölen löslich sind.
Die Bereitstellung eines wasser- und öllöslichen Phytosterol- Derivats, das oral
verabreicht werden könnte
und das ohne weitere Modifikation in Zufuhrvehikeln einverleibt
werden könnte,
wäre sehr
wünschenswert.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Überwindung oder Abmilderung
der obigen Nachteile.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine kristalline Kompositstruktur bereit,
die ein Phytosterol und ein Phytostanol oder ein Derivat von einem
davon umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst weiter eine Zusammensetzung zur Behandlung
oder Vermeidung von KVK und deren zugrunde liegenden Zuständen, einschließlich Atherosklerose,
Hypercholesterolämie,
Hyperlipidämie,
Bluthochdruck, Thrombose und verwandter Krankheiten, wie Diabetes
Typ II, sowie von anderen Krankheiten, die eine oxidative Schädigung als
Teil des zugrunde liegenden Krankheitsprozesses einschließen, wie
Demenz, Altern und Krebs, welche eine oder mehrere kristalline Kompositstrukturen
umfassend Phytosterole oder Phytostanole oder Derivate davon und
einen pharmazeutisch verträglichen
oder nahrungsmittelgeeigneten Träger
oder ein pharmazeutisch verträgliches
oder nahrungsmittelgeeignetes Adjuvans dafür umfasst.
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Die
vorliegende Erfindung stellt weiter Nahrungsmittel, Getränke und
Nutraceutical bereit, die mit einer oder mehreren hier beschriebenen
kristallinen Kompositstrukturen ergänzt sind.
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Die
vorliegende Erfindung stellt weiter ein Verfahren zur Herstellung
eines Produkts zur Verwendung in der Behandlung oder Vermeidung
von KVK und deren zugrunde liegenden Zuständen, einschließlich Atherosklerose,
Hypercholesterolämie,
Hyperlipidämie,
Bluthochdruck, Thrombose und verwandter Krankheiten, wie Diabetes
Typ II, sowie von anderen Krankheiten, die eine oxidative Schädigung als
Teil des zugrunde liegenden Krankheitsprozesses einschließen, wie
Demenz, Altern und Krebs, durch Verabreichung einer oder mehrerer
der hier beschriebenen kristallinen Kompositstrukturen an ein Tier
bereit.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Herstellung
einer kristallinen Kompositstruktur umfassend ein Phytosterol und
ein Phytostanol oder ein verestertes Derivat von einem davon bereit,
welches umfasst:
- a) Lösen des Phytosterols, gereinigt
von seiner Quelle, und des Phytostanols, gereinigt von seiner Quelle, in
einem Lösungsmittel
bei Umgebungstemperatur oder einer Temperatur oberhalb der Umgebungstemperatur,
aber niedriger als dem Siedepunkt des Lösungsmittels;
- b) Kühlen
des Lösungsmittels,
um Kristallbildung zu ermöglichen;
und
- c) Filtern und Waschen der so gebildeten Kristalle.
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Was
innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung erreicht wird,
ist die Bildung einer kristallinen Kompositstruktur, bei der ein
Phytosterol und ein Phytostanol unter geeigneten Bedingungen zusammen
unter Bildung einer einheitlichen Struktur umkristallisiert werden,
die eine einzelne Kompositendotherme aufweist, wie durch Differentialscanningkalorimetrie
("DSK") belegt. Daneben
besitzen diese neuen kristallinen Strukturen im Vergleich zu den
jeweiligen einzelnen Phytosterolen oder Phytostanolen allein oder
zusammen in einer Mischung ihre eigenen Pulver-Röntgenbeugungs
("XRD")-Profile, ihre eigenen
chemischen Eigenschaften und ihre eigenen speziellen Schmelzpunkte.
Was mit anderen Worten gebildet worden ist, ist eine Struktur, die sich
chemisch und physikalisch anders ist als die jeweiligen Phytosterol-
oder Phytostanol-Ausgangsmaterialien allein oder in einer Mischung
gemischt.
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Diese
kristallinen Komposite weisen gegenüber einzelnen Phytosterolen
oder Phytostanolen oder Mischungen davon, die früher bekannt waren und in der
Technik beschrieben sind, zahlreiche Vorteile auf. Insbesondere
wurde gefunden, dass die Löslichkeit
in Ölen,
auf Öl
basierenden Medien und Fetten durch ein Verfahren verbessert ist,
das einfach und wirtschaftlich ist und keine umfangreichen vorherigen
Modifikationen der Sterole oder -stanole, wie Veresterung, erfordert.
Natürlich
vorkommende und isolierte Phytosterole und Stanole sind in grober,
kristalliner Pulverform, die für
die Bildung einer homogenen Mischung in Wasser, Ölen oder Fetten ohne irgendeine
Art von Modifizierung nicht geeignet ist. Obwohl die Veresterung
von Phytosterolen und -stanolen sie in Fetten und Ölen beträchtlich
löslicher
macht und aus praktischen Gründen
eine in großem Umfang
eingesetzte Technik ist, hemmen diese veresterten Derivate die Absorption
von Cholesterol nicht so wirksam wie freie Sterole (8). In einer
Reihe von früheren
Patenten werden Stanole insbesondere verestert, um ihre schlechte
Löslichkeit
zu verbessern (siehe US-Patent Nr. 5,502,045 von Raision Tehtaat
Oy AB). Die Nachteile von Phytosterol/Stanol-Fettsäureestern
beinhalten folgende: verringerte Absorption von lipophilen Mikronährstoffen
(wie Betakarotin) (9) und erhöhte
Prozessdauer und -kosten für
die Herstellung. Die Erwärmung
von Beta-Sitosterol in Öl
wird in PCT/FI99/00121 beschrieben; das sich ergebende Produkt ist
aber eines, in dem die Sterole nur teilweise gelöst sind.
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Innerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung werden natürlich vorkommende
Phytosterole und Phytostanole in kristalliner Form zusammen umkristallisiert,
um einheitliche kristalline Strukturen zu bilden, die nicht nur
eine verbesserte Löslichkeit
in Ölen
und Fetten im Vergleich mit einzelnen Phytosterolen oder Phytostanolen
oder Mischungen davon, die früher
bekannt waren und in der Technik beschrieben sind, zeigen, sondern
auch eine höhere
Wirksamkeit bei der Erniedrigung von Serumcholesterol zeigen.
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Demgemäß können Öl- und Fett-basierende
Zusammensetzungen umfassend die kristallinen Strukturen der vorliegenden
Erfindung als solche hergestellt und verwendet werden oder sie können ohne
weiteres Nahrungsmitteln, Getränken,
Nahrungsergänzungsmitteln,
Pharmazeutika und Nutraceuticals zugegeben werden. Diese erhöhte Löslichkeit
spiegelt sich allgemein in niedrigeren Konzentrationen von Phytosterolen und/oder
Phytostanolen wieder, die im Öl
oder Fett vorgesehen sein müssen,
um die gewünschte
therapeutische Wirkung oder Diätwirkung
zu erzielen.
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Diese
und andere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachstehend
ausführlicher
beschrieben.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Die
vorliegende Erfindung wird anhand der folgenden, nicht beschränkenden
Zeichnungen veranschaulicht, in denen:
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1 eine
Mikroskopaufnahme des kristallinen Materials von FCP-3P1 ist;
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2 eine
andere Mikroskopaufnahme des kristallinen Materials von FCP-3P1
ist;
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3 eine
Mikroskopaufnahme der kristallinen Struktur von FCP-3P2 ist;
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4 eine
andere Mikroskopaufnahme der kristallinen Struktur von FCP-3P2 ist;
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5 eine
Mikroskopaufnahme von einer gleichen Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2
umkristallisiert aus Ethylacetat ist;
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6 eine
andere Mikroskopaufnahme von einer gleichen Mischung von FCP-3P1
und FCP-3P2 umkristallisiert aus Ethylacetat ist;
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7 eine
andere Mikroskopaufnahme von einer gleichen Mischung von FCP-3P1
und FCP-3P2 umkristallisiert aus Ethylacetat ist;
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8 eine
andere Mikroskopaufnahme von einer gleichen Mischung von FCP-3P1
und FCP-3P2 umkristallisiert aus Ethylacetat ist;
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9 DSK-Indiumkalibrierdaten
sind;
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10 die
DSK-Datenüberlagerung
für FCP-3P1,
FCP-3P2, die gleiche Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 in Mischung
und das umkristallisierte Material (FM-PH-38) ist;
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11 die
DSK-Daten für
FCP-3P2 sind;
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12 die
DSK-Daten für
FCP-3P1 sind;
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13 die
DSK-Daten für
eine gleiche Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 in Mischung sind;
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14 die
DSK-Daten für
eine gleiche Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 umkristallisiert aus Ethylacetat
sind;
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15 die
Daten der Röntgenbeugung
für FCP-3P2
sind;
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16 die
Daten der Röntgenbeugung
für FCP-3P1
sind; und
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17 die
Daten der Röntgenbeugung
für eine
gleiche Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 umkristallisiert aus Ethylacetat
sind.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
der Erfindung
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Gemäß einer
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird eine kristalline Kompositstruktur bereitgestellt,
die ein Phytosterol und ein Phytostanol oder ein Derivat von einem
davon umfasst und sich als solche zur Behandlung oder Vermeidung
von KVK und deren zugrunde liegenden Zuständen, wie Atherosklerose, Hypercholesterolämie, Hyperlipidämie, Bluthochdruck,
Thrombose und verwandten Krankheiten, wie Diabetes Typ II, sowie
zur Behandlung und Vermeidung von anderen Krankheiten, die eine
oxidative Schädigung als
Teil des zugrunde liegenden Krankheitsprozesses beinhalten, wie
Demenz, Altern und Krebs, eignet.
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Am
Anfang ist es verständlich,
dass in der ganzen Beschreibung die Ausdrücke "kristalline Kompositstruktur", "neue kristalline
Strukturen", "Kompositkristalle", "neue Strukturen", "Komposit" und "Kristallstrukturen" miteinander austauschbar
verwendet werden und die gleiche Bedeutung besitzen sollen, sofern
nicht eindeutig anders angegeben.
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Phytosterole/Phytostanole
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Im
Umfang der vorliegenden Erfindung schließt der Ausdruck "Phytosterol" alle Phytosterole
ohne Beschränkung
ein, z.B. Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Brassicasterol,
Desmosterol, Chalinosterol, Porifasterol, Clionasterol und alle
natürlichen
oder synthetisierten Formen und Derivate derselben, einschließlich Isomeren.
Der Ausdruck "Phytostanol" schließt alle
gesättigten
oder hydrierten Phytosterole und alle natürlichen oder synthetisierten
Formen und veresterten Derivate derselben ein, einschließlich Isomeren.
Es versteht sich auch, dass in der ganzen Beschreibung der Ausdruck "Phytosterol" im Zweifel sowohl
Phytosterol als auch Phytostanol umfasst, d.h. die Ausdrücke können untereinander
austauschbar verwendet werden, falls nicht anders angegeben.
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Die
Phytosterole und Phytostanole zur Verwendung bei der Bildung der
kristallinen Kompositstrukturen gemäß dieser Erfindung können aus
einer Vielfalt von natürlichen
Quellen bereitgestellt werden. Beispielsweise können sie aus der Verarbeitung
von Pflanzenölen
(einschließlich
Wasserpflanzen), wie Maisöl
und anderen Pflanzenölen,
Weizenkeimöl,
Sojaextrakt, Reisextrakt, Reisöl,
Rapsöl,
Sesamöl
und Fischölen
erhalten werden. Ohne die Allgemeingültigkeit des vorstehenden zu
beschränken
ist verständlich,
dass es andere Quellen für
Phytosterole und Phytostanole gibt, wie Meerestiere, aus denen die
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung hergestellt werden kann.
Das US-Patent Nr. 4,420,427 lehrt die Herstellung von Sterolen aus Pflanzenölschlamm
unter Verwendung von Lösungsmitteln
wie Methanol. Alternativ können
Phytosterole und Phytostanole aus Tallölharz oder -seife oder Nebenprodukten
der herkömmlichen
Forstwirtschaft erhalten werden, wie im US-Patent Nr. 5,770,749
beschrieben. Phytosterole und Phytostanole sind in großem Umfang über kommerzielle
Zulieferfirmen erhältlich.
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Ohne
die Allgemeingültigkeit
des vorstehenden zu beschränken
ist verständlich,
dass es zahlreiche bekannte Verfahren zur Extraktion und Reinigung
von Phytosterolen und Phytostanolen aus der "Quelle" der Wahl gibt und die vorliegende Erfindung
nicht auf irgendein Verfahren zur Erhaltung dieser gereinigten Phytosterole
und Phytostanole beschränkt
ist. Im allgemeinen sind die Phytosterole und Phytostanole, gereinigt
von der Quelle, aber in kristalliner Form, wobei jedes Sterol und
Stanol durch eine individuelle Kristallstruktur repräsentiert
ist und seine eigene DSK-Endotherme und sein eigenes XRD-Profil
aufweist.
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In
einer am meisten bevorzugten Form wird die kristalline Kompositstruktur
der vorliegenden Erfindung aus natürlich abstammendem oder synthetisiertem
Beta-Sitosterol
oder Campesterol und entweder Sitostanol oder Campestanol oder deren
Mischungen gebildet.
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Umkristallisationsverfahren
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In
ein bevorzugten Form wird das Umkristallisationsverfahren folgendermaßen durchgeführt:
- a) ein oder mehrere Phytosterole und Phytostanole
werden für
die Kombination in der einzigartigen Kristallstruktur ausgewählt;
- b) diese Phytosterole und Phytostanole, jeweils gereinigt aus
ihrer Quelle, werden in einem Lösungsmittel bei
Umgebungstemperatur oder einer Temperatur oberhalb der Umgebungstemperatur,
aber niedriger als dem Siedepunkt des Lösungsmittels, gelöst;
- c) das Lösungsmittel
wird gekühlt,
um Kristallbildung zu ermöglichen;
und
- d) die so gebildeten Kristalle werden filtriert und getrocknet.
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Viele
Lösungsmittel
eignen sich zur Verwendung im Verfahren der vorliegenden Erfindung.
Am meisten bevorzugt wird das Lösungsmittel
aus irgendeinem der folgenden, allein oder in Kombination, ausgewählt:
- 1) ein beliebiges Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel,
wie Pentan, Hexan und höhere
Analoga von C7 bis C10 einschließlich, oder Derivate davon;
- 2) ein beliebiger Alkohol der Familie C1 bis C10 einschließlich, ohne
Beschränkung
einschließlich
Ethanol, Isopropylalkohol und Methanol, oder Derivate davon;
- 3) aromatische Lösungsmittel,
wie Toluol und Xylol, und Derivate davon;
- 4) Ketone mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, ohne Beschränkung einschließlich Aceton,
Propanon, Methylisobutylketon und Butanon, oder Derivate davon;
- 5) Ester wie Ethylacetat und solche, die von Carbonsäuren der
Familie C2 bis C10 einschließlich
abgeleitet sind.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
werden die Phytosterole und Phytostanole in dem Lösungsmittel
bei Umgebungsraumtemperatur von 18 bis 30°C gelöst, obwohl nicht beabsichtigt
ist, dass das Verfahren auf irgendeine bestimmte Temperatur beschränkt ist.
Wenn z.B. Isopropylalkohol als Umkristallisationslösungsmittel
verwendet wird, liegt die Temperatur zur Auflösung der Phytosterole und Phytostanole
am meisten bevorzugt im Bereich von 50 bis 80°C. Was wichtig ist, ist das
im wesentlichen die ganzen Phytosterole und Phytostanole in dem
gewählten
Lösungsmittel
gelöst
sind (das Lösungsmittel
ist "gesättigt" und das die gewählte Temperatur
niedriger ist als der Siedepunkt des gewählten Lösungsmittels. Diese Auflösung kann
in Abhängigkeit
vom eingesetzten Lösungsmittel
und den Phytosterol/Stanol-Bestandteilen irgendwo von 30 min bis 6
h liegen. In ähnlicher
Weise kann die Kühltemperatur
von Schritt b) zur Förderung
der Bildung von Kristallen beträchtlich
variieren, sie liegt aber im allgemeinen bei 1 bis 20°C. Die Kühlung erfolgt
bevorzugt rasch in weniger als 1 h und am meisten bevorzugt in etwa
30 min auf eine Temperatur, bei der die Kristallbildung beginnt. Die
sich ergebende Aufschlämmung
wird während
dieses Prozesses am besten langsam gerührt. Nachdem die Sterole/Stanole
aus der Lösung
ausgefallen sind, werden die so gebildeten Kristalle filtriert und
wiederholt gewaschen (z.B. mit entionisiertem Wasser) und dann wird
zur Befreiung von Flüssigkeit
leicht verdichtet und gesaugt.
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Wenn
die Umkristallisation fertig ist, können zur Bestätigung der
Bildung der neuen kristallinen Strukturen Endothermanalysen mit
der DSK-Technik und XRD-Profil
oder andere Techniken verwendet werden, mit denen die Molekülstruktur
oder die Kristallmatrix geprüft
werden kann. Was festgestellt worden ist, ist, dass die so gebildeten
neuen Kristallstrukturen Eigenschaften aufweisen (die sich aus den
XRD- und DSK-Daten
ergeben), die sich von den der jeweiligen Ausgangsmaterialien (der
speziellen Phytosterole und Phytostanole) allein oder in Mischung
unterscheiden und die in der Tat Zwischenstufen zwischen den Eigenschaften
der Ausgangsmaterialien sind. In einer Ausführungsform kann der Kompositkristall
der vorliegenden Erfindung direkt und ohne weitere Anpassungen oder
Aufarbeitungen in den nachstehend aufgeführten therapeutischen und Diätprotokollen
verwendet werden. In einer anderen Ausführungsform kann der Kompositkristall
durch Fällung, Filtration
und Trocknung, Sprühtrocknung,
Lyophilisierung oder andere herkömmliche
Aufar beitungstechniken in ein festes Pulver überführt werden. Diese Pulvform
kann dann in den nachstehend aufgeführten therapeutischen und Diätprotokollen
verwendet werden.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung, bei dem Phytosterole und Phytostanole
gemeinsam umkristallisiert werden, um neue kristalline Strukturen
zu bilden, kann eingesetzt werden:
- 1) um neue "Design"-Zusammensetzungen
von Phytosterolen und Phytostanolen mit einem beliebigen gewünschten
Konzentrationsbereich der Bestandteile zu bilden; oder
- 2) um Phytosterole und Phytostanole in Sterolzusammensetzungen,
die aus natürlichen
Quellen extrahiert sind, zu mischen oder "anzureichern", um eine gleichmäßige Spezifikation unter den
Chargen zu gewährleisten.
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"Design"-Zusammensetzungen
können
unter kontrollierten Bedingungen mit irgendeiner gewünschten
Konzentration von Phytosterolen und Phytostanolen hergestellt werden.
Beispielsweise kann eine Zusammensetzung mit 99 Gew.-% ("Gew./Gew.") Phytosterolen und
1% Gew./Gew. Phytostanolen oder irgendwo dazwischen oder mit 99%
Gew./Gew. Phytostanolen und 1% Gew./Gew. Phytosterolen oder irgendwo
dazwischen unter Verwendung des Umkristallisationsprotokolls hergestellt
werden. Demgemäß wird ein
großes
Maß an
Prozessflexibilität
bereitgestellt, da die relative Mengen von jeden Sterol und Stanol
in der fertigen Zusammensetzung durch aufeinanderfolgende Umkristallisationen
eingestellt werden kann. Wenn z.B. eine höhere relative Konzentration
von Sitostanol in einer gegebenen Zusammensetzung gewünscht ist,
kann Sitostanol mit bereits in der Zusammensetzung vorhandenen Sterolen/Stanolen
umkristallisiert werden, was innerhalb dieser Zusammensetzung eine
oder mehrere neue Kompositkristallstrukturen liefert. Die "Design"-Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung, die durch Umkristallisation hergestellt
wird, umfasst bevorzugt 20 bis 80% Gew./Gew. Phytosterole und 80
bis 20% Gew./Gew. Phytostanole, bevorzugter 30 bis 70% Gew./Gew.
Phytosterole und 70 bis 30% Gew./Gew. Phytostanole, bevorzugter
40 bis 60% Gew./Gew. Phytosterole und 60 bis 40% Gew./Gew. Phytostanole
und am meisten bevorzugt 50% Gew./Gew. Phytosterole und Phytostanole.
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Das
Mischen oder Anreichern von Phytosterolen und Phytostanolen in Zusammensetzungen,
die aus natürlichen
Quellen extrahiert sind, hat auch eine Reihe von wichtigen technischen
Anwendungen. Ungeachtet der natürlichen
Quelle, aus der die Phytosterole und Phytostanole extrahiert und
gereinigt werden, gibt es immer eine gewisse Variation von Charge
zu Charge in den relativen Mengen von jedem Phytosterol und Phytostanol.
Dies kann ein Produktionsproblem sein, wenn es notwendig ist, ständig eine
Zusammensetzung mit einem bestimmten Satz von Spezifikationen herzustellen.
Das Umkristallisationsverfahren der vorliegenden Erfindung ist auf
dieses Problem gerichtet und löst
es. Wenn z.B. eine extrahierte und gereinigte Charge nicht mit der
notwendigen Spezifikation übereinstimmt,
weil die Konzentration von Sitostanol zu gering ist, kann dies ohne
weiteres durch Umkristallisieren einer gegebenen Menge von Sitostanol
in die Zusammensetzung zum "Anreichern" der Konzentration
eingestellt werden.
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Sowohl
die Bildung von "Design"-Zusammensetzungen
als auch das Anreichern von vorhandenen natürlichen Zusammensetzungen kann
mit Phytosterolen und Phytostanolen erreicht werden, die ursprünglich aus
einer beliebigen Quelle stammen (ohne Beschränkung Tallölseife, Tallölharz, pflanzliches
Destillat, Sojabohnenextrakt und dergleichen). Außerdem wird
vollständig
berücksichtigt,
dass Phytosterol- und Phytostanol-Quellen "gemischt" sein können. Eine Zusammensetzung,
die natürlich
von Tallölseife
abstammt, kann mit anderen Worten mit einem Sterol oder Stanol "angereichert" und umkristallisiert
werden, das aus Sojabohnenextrakt stammt. Das "Anreichern" von Zusammensetzungen ist in den Beispielen
ausführlicher
beschrieben.
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Vorteile der
neuen Kristallkompositstrukturen
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Die
neuen Strukturen der vorliegenden Erfindung liefern viele diätetische
und therapeutische Vorteile im Vergleich zu der Verwendung von Phytosterolen/Phytostanolen
allein oder zusammen in Mischung. Was durch die Bildung der Kompositkristalle
hauptsächlich
erreicht wird, ist die erhöhte
Löslichkeit
der Phytosterol/Stanol-Bestandteile
in Ölen
und Fetten, ohne dass chemische oder andere Strukturmodifikationen
bei den Sterolen und Stanolen notwendig sind. Dies erleichtert nicht
nur die Aufnahme von Sterolen und Stanolen in "Zuführungs"-Vehikeln (mit den
damit verbundenen Kosten- und Zeitersparnissen), sondern diese neue
einheitliche Struktur wird rascher in Gallensäuremizellen absorbiert, wodurch
Cholesterol wirksam ersetzt und seine Absorption blockiert wird.
Sowohl Phytosterole als auch Phytostanole müssen zuerst in Ölmizellen
im Darm gelöst
werden, bevor eine Wechselwirkung mit Cholesterol erfolgen kann.
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Aus
Gründen,
die noch unklar sind, maximieren die Kristallstrukturen der vorliegenden
Erfindung, in denen Phytosterole und Phytostanole zu einheitlichen
Strukturen gebildet sind, viele der einzelnen Vorteile von Phytosterolen
und Phytostanolen, während
die betreffenden Nachteile minimiert werden. Viele Studien weisen z.B.
darauf hin, dass Stanole im allgemeinen und Sitostanol im besonderen
die wirksamsten Inhibitoren der Cholesterolabsorption sind, sie
weisen aber eine schlechte Lipidlöslichkeit auf (10). Phytosterole
sind im allgemeinen löslicher,
aber weniger wirksam bei der Cholesterolsenkung (11, 12 und 13).
Die Kristallstrukturen der vorliegenden Erfindung sind in Ölen und
Fetten löslicher
als Phytosterole, d.h. sie zeigen eine Öllöslichkeit zwischen der von
Phytosterolen und Phytostanolen und zeigen überraschenderweise eine Wirksamkeit
bei der Cholesterolsenkung, die vergleichbarer mit Stanole als mit
Sterolen ist. Diese Kombination ermöglicht eine stärkere Wirkung
bei der Senkung von Cholesterol als entweder Phytosterol oder Phytostanol
allein oder in gemeinsamer Mischung.
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Verwendungsmethoden
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Die
Strukturen der vorliegenden Erfindung können direkt und ohne weitere
Modifikation beim Kochen, Backen und dergleichen als Mittel zur
Senkung von Serumcholesterol für
Tiere, insbesondere Menschen, verwendet werden. Sie können einem
Speiseöl
zugesetzt werden und zum Kochen, Backen und den allgemeinen Gebrauch
verwendet werden. Alternativ können
die Strukturen behandelt werden, um die Zuführung in verschiedene andere
Zuführungsmedien
zu verbessern. Die Kristallstrukturen können z.B. physikalisch modifiziert
werden, wie in der internationalen Anmeldung Nr. PCT/CA99/00402,
insbesondere Seiten 11 bis 23 (veröffentlicht am 25. November
1999 und hier durch Bezugnahme aufgenommen) beschrieben, um die
Löslichkeit und
Dispergierbarkeit des Phytosterols und/oder Phytostanols im gewählten Zuführungsmedium
sogar noch weiter zu verbessern.
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Außerdem wird
in der vorliegenden Erfindung die Bildung von öligen Gellebensmitteln, wie
Erdnussbutter, Mayonnaise, Eiscreme und Margarineaufstrich, die
diese Strukturen enthalten, vollständig berücksichtigt. Ferner können die
Kompositkristalle ohne weiteres in einer Vielfalt von Lebensmitteln
mit geringem Fettgehalt wie Jogurt aufgenommen werden, in denen
die feinen Kristalle sich gleichmäßig im Produkt verteilen. Es
gibt zahlreiche Arten oder "Vehikel" der Zuführung dieser
Zusammensetzung, dementsprechend soll diese Erfindung nicht auf
die folgenden Zuführungsbeispiele
beschränkt
sein
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1) Pharmazeutische Dosierungsformen:
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Es
wird innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung in Betracht
gezogen, dass die Strukturen der vorliegenden Erfindung in verschiedene
herkömmliche
pharmazeutische Präparate
und Dosierungsformen einverleibt werden können, wie Tabletten (einfachen
und als Dragee) zur oralen, buccalen oder lingualen Verwendung,
Kapseln (hart und weich, Gelatine, mit oder ohne zusätzliche
Beschichtungen), Pulver, Granulat (einschließlich Brausegranulat), Pellets,
Mikropartikeln, Lösungen
(wie Mizelllösungen,
Sirup, Elixieren und Tropfen), Lutschpastillen, Pastillen, Ampullen,
Emulsionen, Mikroemulsionen, Salben, Cremes, Suppositorien, Gelen
und transdermalen Pflastern und Dosierungsformen mit modifizierter
Freigabe, zusammen mit üblichen Exzipienten
und/oder Verdünnungsmitteln
und Stabilisatoren.
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Die
Strukturen der vorliegenden Erfindung, die wie oben beschrieben
in die geeignete Dosierungsform überführt worden
sind, können
an Tiere, einschließlich
Menschen, oral, durch Injektion (intravenös, subkutan, intraperitoneal,
intradermal oder intramuskulär),
topisch oder auf andere Weise verabreicht werden. Obwohl der genaue
Wirkmechanismus unklar ist, verringern die intravenös verabreichten
Strukturen der vorliegenden Erfindung Serumcholesterol. Man nimmt
an, dass gewisse Mischungen von Phytosterolen zusätzlich zu
der Rolle als Inhibitor der Cholesterolabsorption im Darm gemeinsam
eine systemische Wirkung auf die Cholesterol-Homöostase über die Gallensäure-Synthese,
Enterozyten- und Gallencholesterol-Ausscheidung, Gallensäureausscheidung
und Änderungen
der Enzymkinetik und des Cholesteroltransports zwischen verschiedenen
Kompartimenten innerhalb des Körpers
aufweisen können
(PCT/CA97/00474, die am 15. Januar 1998 veröffentlicht wurde).
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Die
hier beschriebenen Strukturen können
sowohl in ihrer diätetischen
als auch therapeutischen Eigenschaft verwendet werden, um KVK, deren
zugrunde liegenden Zustände,
wie Hypercholesterolämie,
Hyperlipidämie,
Atherosklerose, Bluthochdruck, Thrombose, verwandte Krankheiten,
wie Diabetes Typ II, sowie andere Krankheiten, die eine oxidative
Schädigung
als Teil des zugrunde liegenden Krankheitsprozesses einschließen, wie
Demenz, Altern und Krebs, zu behandeln und/oder zu vermeiden. Es
wird in Betracht gezogen, dass in Populationen, die als „hochrisikobehaftet" für KVK oder
irgendeine der mit Oxidation in Beziehung stehenden Störungen angesehen
werden, die Zusammensetzungen und Nahrungsmittel, in denen sie enthalten sind,
in primären,
sekundären
und tertiären
Behandlungsprogrammen verwendet werden.
-
Um
die verschiedenen möglichen
Vehikel für
die Zufuhr der Zusammensetzungen zu erkennen, wird die nachstehende
Liste bereitgestellt. Die Dosen der Derivate variieren abhängig von
unter anderen Faktoren der Weise der Zufuhr (d.h. wie und in welche
Nahrung oder welches Getränk
oder Pharmazeutikum die Derivate letztlich zugesetzt werden), der
Größe und des
Zustandes des Patienten, dem zu erzielenden Ergebnis sowie von anderen
Faktoren, die dem Fachmann auf dem Gebiet der Nahrungsmittelzusätze und
medizinischen Mittel bekannt sind. Im Allgemeinen wird es jedoch
bevorzugt, dass die Derivate der vorliegenden Erfindung Menschen
in einer Form verabreicht werden, die bis zu 6 Gramm (bezogen auf
eine Person von 70 kg) Phytosterole und/oder Phytostanole pro Tag,
bevorzugter 1 bis 5 g pro Tag und am meisten bevorzugt 1,5 g pro
Tag umfasst. Man wird auch erkennen, dass die Bereitstellung viel
größerer täglicher
Dosen der Derivate für
den Tierwirt nicht schädlich
ist, da ein Überschuss
einfach durch normalen Ausscheidungskanäle austreten wird.
-
2) Nahrungsmittel/Getränke/Nutraceuticals:
-
In
einer anderen Form der vorliegenden Erfindung können die Strukturen der vorliegenden
Erfindung Nahrungsmitteln, Getränken
und Nutraceuticals zugegeben werden, einschließlich, ohne zu beschränken, der folgenden:
- 1) Molkereiprodukte – wie Käse, Butter, Milch und anderer
Milchgetränke,
Aufstriche und Milchmischprodukte, Eiscreme und Joghurt;
- 2) Produkte auf Fettbasis – wie
Margarine, Aufstriche, Mayonnaise, Backfette, Koch- und Bratöle und Soßen;
- 3) Produkte auf Getreidebasis – umfassend Körner (z.B.
Brot und Teigwaren), unabhängig
davon, ob diese Güter
gekocht, gebacken oder auf andere Weise verarbeitet sind;
- 4) Süßwaren – wie Schokolade,
Bonbons, Kaugummi, Desserts, Nicht-Milch-Garnierungen (z.B. Cool Whip®),
Sorbets, Kuchenglasur, Zuckerguss und andere Füllungen;
- 5) Getränke – alkoholische
oder nicht-alkoholische und einschließlich Colas und anderer Erfrischungsgetränke, Saftgetränke, Nahrungsergänzungs-
und Mahlzeitersatz-Getränke,
wie diejenigen, die unter den Marken Boost® und
Ensure® vertrieben
werden; und
- 6) verschiedene Produkte – einschließlich Eiern
und Eiprodukten, verarbeiteten Nahrungsmitteln, wie Suppen, vorgefertigten
Teigwaren.
-
Das
optimale Verhältnis
von Phytosterolen zu Phytostanol in dem Komposit hängt in einem
gewissen Umfang von der Matrix ab, in die das Komposit suspendiert
oder einverleibt werden soll. Im allgemeinen bringen Nahrungsmittel
mit einem hohen Fettgehalt einen höheren Anteil an Phytostanolen
unter als Nahrungsmittel mit niedrigem Fettgehalt. Dies kann für jedes
Nahrungsmittel/Getränk,
in dem das Komposit zugegeben werden soll, empirisch bestimmt werden.
-
Die
Strukturen der vorliegenden Erfindung können dem Nahrungsmittel, dem
Nutraceutical oder dem Getränk
durch Techniken wie Mischen, Infusion, Injektion, Vermengen, Dispergieren,
Emulgieren, Eintauchen, Sprühen
und Kneten direkt und ohne weitere Modifikation einverleibt werden.
Alternativ können
diese Strukturen vom Verbraucher vor der Einnahme direkt auf ein
Nahrungsmittel oder in ein Getränk
eingebracht werden. Dies sind einfache und wirtschaftliche Zufuhrweisen.
-
Obwohl
die folgenden Beispiele verschiedene Aspekte der vorliegenden Erfindung
veranschaulichen und die Herstellung der Strukturen unterstützen sollen,
ist es nicht beabsichtigt, dass sie den Umfang der Erfindung wie
hier beansprucht beschränken.
-
BEISPIEL 1
-
Umkristallisation aus
Ethylacetat
-
Eine
gleiche Mischung (1:1, bezogen auf das Gewicht) einer nicht hydrierten,
von Tallöl
stammenden Zusammensetzung umfassend hauptsächlich Campesterol und Beta-Sitosterol
(hier im folgenden als FCP-3P1 bezeichnet) und einer hydrierten,
von Tallöl
stammenden Phytosterol-Zusammensetzung umfassend hauptsächlich Sitostanol
und Campestanol (hier im folgenden als FCP-3P2 bezeichnet) wurde
in Ethylacetat bei Umgebungsraumtemperatur (21°C) gelöst, um eine gesättigte Lösung zu
erzielen. Phytosterol wurde aus der gesättigten Ethylacetat-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es mit einem Whatman-Filterpapier Nr. 1
mit einem Buchner-Glasfiltertrichter mit Vakuumsaugung filtriert
wurde. Das umkristallisierte Material wurde bei 35°C bei offener
Atmosphäre
in einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde. Dieses aus Ethylacetat umkristallisierte Material
aus einer gleichen Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 wird in einigen
der Figuren als FM-PH-38 bezeichnet. Eine Analyse dieses neuen umkristallisierten
Produkts wurde mit Mikroskopaufnahmen, Differentialscanningkalorimetrie
("DSK") und Röntgenbeugung
("XRD") durchgeführt und
angemessene Vergleiche wurden zwischen den Daten für FM-PH-38
und:
- 1) jedem der Ausgangsmaterialien allein:
FCP-3P1 und FCP-3P2; und
- 2) einer gleichen Mischung von FCP-3P1 und FCP-3P2 in Mischung,
d.h. nicht miteinander umkristallisiert,
durchgeführt.
-
Mikroskopaufnahmen:
-
Die
kristallinen Festkörperstrukturen
von FCP-3P1, FCP-3P2 und FM-PH-38 wurden durch Mikroskop-Photographie
bei 15-facher und 40-facher Vergrößerung untersucht (obwohl in
den Figuren nur die 40-fache Vergrößerung gezeigt ist). Das einzelne
Material wurde unter einem Lichtmikroskop untersucht und photographische
Aufnahmen wurden gegen einen dunklen Hintergrund mit einem Schwarzweiß-Film erhalten. Aufnahmen
für FCP-3P1
sind in den 1 und 2 dargestellt.
Aufnahmen für
FCP-3P2 sind in den 3 und 3 dargestellt.
Aufnahmen für
das umkristallisierte Produkt FM-PH-38 sind in den 5 bis 8 einschließlich dargestellt.
-
Differentialscanningkalorimetrie:
-
DSK-Bestimmungen
wurden mit einem Modell 910S DSK von Dupont (New Castle, DL), das
mit Indium kalibriert ist, durchgeführt. Proben mit einem Gewicht
von 3 bis 4 mg wurden in offene Aluminiumschalen gegeben (n = 3
für alle
Testmaterialien). Die DSK-Zelle wurde mit Stickstoff mit einem Durchsatz
von 40 ml/min gespült.
Alle Messungen erfolgten mit einer Abtastgeschwindigkeit von 10°C/min. Die
Abtastungen wurden durch Erwärmen
von Umgebungstemperatur auf 350°C
erhalten. DSK-Daten für
FCP-3P1, FCP-3P2 und FM-PH-38 sind in den 9 bis 14 dargestellt.
-
Röntgenbeugung
-
XRD-Messungen
von FCP-3P1, FCP-3P2 und FM-PH-38 wurden mit einem Weitwinkel-Röntgendiffraktometer
erhalten und sind in den 15 bis 17 dargestellt.
Im allgemeinen ist die XRD das klassische Verfahren, um zu untersuchen,
wie Kristalle sich bilden und zusammengesetzt sind.
-
Chemische
Zusammensetzung
-
Die
Merkmale der chemischen Zusammensetzung wurden mit Gaschromatographie/Massenspektrometrie
("GC/MS") untersucht. Dieses
Verfahren beinhaltet den Einsatz einer Quarzglas-Kapillarsäule mit
einer gebundenen Phase von 5% Diphenyldimethylsiloxan zur Trennung
der vier Phytosterole. Die Quantifizierung der vier hauptsächlichen
Phytosterolkomponenten basiert auf einem internen Standard-Verhältnisansatz
unter Verwendung von Cholestan, das zu jeder Probe als interner
Standard zugegeben wurde. Das Peakflächenverhältnis von jedem Phytosterol
zu Cholestan wurde gegen mit Spitzen versehenen Kallibrierstandardkonzentrationen
aufgezeichnet. Kallibrierstandardkurven wurden aus der gewichteten
(1/Y) linearen Regressionsanalyse der Peakflächenverhältnisse gegen ein Minimum von
6 Phytosterol-Standardkonzentrationen über einen Bereich von 0,01
bis 3,0 mg/ml erstellt. Ein Hewlett Packard Gaschromatograph Modell
5890 Reihe II wurde mit Modell 5971 GC/MS (MSD) und einer automatischen
Sammelvorrichtung Modell 3635 mit den folgenden Parametern betrieben:
| GC-Säule | 30
m × 0,25
mm × 0,25 μm SAC-5 |
| GC-Ofentemperatur | 270°C |
| GC-Säulen-Trägergas | Helium |
| Temperatur
GC/MSD-Übertragungsleitung | 300°C |
| Injektor-Temperatur | 300°C |
| Injektionsvolumen | 1 μl |
| Injektionsart | aufteilungsfrei
(Spülzeit
0,5 min) |
-
Ergebnisse und Diskussion:
-
Photomikroaufnahmen:
-
Unterschiede
im Aussehen der Kristallkontur zwischen FCP-3P1, FCP-3P2 und FM-PH-38
in den 1 bis 8 zeigen, dass diese drei Materialien
chemisch einheitlich sind. Die Kristalle von FM-PH-38 in den 5 bis 8 zeigen
eindeutig dünnere
Stäbe.
Obwohl die Klarheit ähnlich
mit FCP-3P2 zu sein scheint, ist die Gestalt nicht ganz ähnlich mit
den blockförmigen
Kristallen, die in den 3 und 4 gezeigt
sind.
-
DSK:
-
Die
Daten sind in ihrer Gesamtheit in den 9 bis 13 dargestellt,
aber in Tabelle 1 zusammengefasst:
-
-
Es
folgen Schmelzpunkte für
einzelne Sterole und Stanole in Grad Celsius:
| Beta-Sitosterol | 140 |
| Sitostanol | 138–139 |
| Campesterol | 157–158 |
| Campestanol | 146,5–147,8 |
-
Die
DSK-Endothermen, die in den 9 bis 13 dargestellt
sind, wiesen darauf hin, dass die vier Hauptkomponenten während des
Schmelzvorgangs miteinander wechselwirken und nicht direkt oder
einfach mit den Schmelzpunkten der einzelnen Komponenten korrelieren.
Eine physikalische Mischung (Zusammensetzung) von FCP-3P1 und FCP-3P2
zeigt zwei Endotherme bei 118,31°C
und 138,72°C
im Vergleich zum umkristallisierten Material (FM-PH-38), das eine
einzelne Kompositendotherme mit Peaks bei 135,37°C und 139,39°C umfassend drei eng überlappende
Peaks (Triplett) zeigt. Dies zeigt eindeutig, dass die beiden Ausgangsmaterialien
miteinander verbunden sind, um eine kristalline Kompositstruktur
mit ihren eigenen speziellen Schmelzeigenschaften im Vergleich mit
den einzelnen Ausgangsmaterialien allein oder in Mischung zu produzieren.
-
XRD:
-
Die
Daten sind in den 15 bis 17 gezeigt.
Die Spektren für
FM-PH-38 zeigen keine gut definierten Peaks, was darauf hinweist,
dass es keine gut definierte Kristallordnung gibt, wie in den meisten
kristallinen Strukturen, einschließlich FCP-3P1 und FCP-3P2. Insgesamt unterscheidet
sich die Kristalltracht von FM-PH-38 von den anderen Materialien.
-
Chemische Zusammensetzung:
-
Die
GC/MS-Ergebnisse, die auf den Anteil der vier Hauptphytosterole
in den drei Materialien hinweisen, sind wie folgt:
-
TABELLE
2 – Zusammenfassung
der vier Hauptphytosterole
-
TABELLE
3 – GC/MS-Quantifizierung
der Hauptphytosterole in FCP-3P2
-
TABELLE
4 – GC/MS-Quantifizierung
von Hauptphytosterolen in FCP-3P1
-
TABELLE
5 – GC/MS-Quantifizierung
von Hauptphytosterolen in FM-PH-38
-
BEISPIEL 2
-
Umkristallisation aus
Isopropylalkohol
-
Eine
gleiche Mischung (1:1, bezogen auf das Gewicht) von FCP-3P1 und
FCP-3P2 wurde in Isopropylalkohol bei 75°C gelöst, um eine gesättigte Lösung zu
erzielen. Phytosterol wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde bei 35°C
bei offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde.
-
BEISPIEL 3
-
Umkristallisation aus
Methylisobutylketan ("MIBK")
-
Eine
gleiche Mischung (1:1, bezogen auf das Gewicht) von FCP-3P1 und
FCP-3P2 wurde in MIBK bei Umgebungstemperatur gelöst, um eine
gesättigte
Lösung
zu erzielen. Phytosterol wurde aus der gesättigten MIBK-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde bei 35°C bei
offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde.
-
BEISPIEL 4
-
Umkristallisation aus
Toluol
-
Eine
gleiche Mischung (1:1, bezogen auf das Gewicht) von FCP-3P1 und
FCP-3P2 wurde in Toluol bei Umgebungstemperatur gelöst, um eine
gesättigte
Lösung
zu erzielen. Phytosterol wurde aus der gesättigten Toluol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde bei 35°C bei
offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde.
-
BEISPIEL 5
-
Umkristallisation aus
Hexan/Aceton
-
Eine
gleiche Mischung (1:1, bezogen auf das Gewicht) von FCP-3P1 und
FCP-3P2 wurde in einer Hexan/Aceton-Mischung (jeweils 50% Gew./Gew.)
bei Umgebungstemperatur gelöst,
um eine gesättigte
Lösung zu
erzielen. Phytosterol wurde aus der gesättigten Hexan/Aceton-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter unter Vakuumansaugung
filtriert wurde. Das umkristallisierte Material wurde bei 35°C bei offener
Atmosphäre
in einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde.
-
BEISPIEL 6
-
Reinigung und Hydrierung
von Tallöl-Rohphytosterolen
und anschließende
Mischung oder "Anreicherung" unter Verwendung
des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste unter die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitostenol | 38–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 9–28% |
| Campestanol | 2–14% |
- a) Reinigung: Tallöl-Rohsterole
(55 kg) wurden in 220 l Isopropylalkohol ("IPA")
dispergiert. Aktivkohle (5,5 kg) wurde zur Reinigung der Sterole
zugegeben. Die Reinigung wurde durch Rühren der Mischung für 2 h bei
65°C durchgeführt. Der
Kohlenstoff wurde mit einem Mott-Filter abfiltriert, ebenfalls bei
65°C.
- b) Hydrierung: Ein Teil (30% Gew./Gew.) der gereinigten Phytosterolmischung
(59,41% Beta-Sitostenol; 4,73% Sitostanol; 24,19% Campesterol; und
7,39% Campestanol, alles % Gew./Gew.) wurde in IPA mit Katalysator
Palladium auf Aluminiumoxid hydriert. Der Hydrierprozess wurde bei
70°C und
60 psi Wasserstoffdruck für
3 h durchgeführt.
Ein Mott-Filter wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach
Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Der hydrierte Teil (74,47% Sitostanol
und 20,35% Campestanol) und der nicht hydrierte Teil (70% Gew./Gew.
mit der oben angegebenen Spezifikation) wurden in IPA-Lösung bei
75°C gelöst, um eine
gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
unter offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte Produkt hatte
die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.):
| Beta-Sitosterol | 41,59% |
| Sitostanol | 25,65% |
| Campesterol | 16,93% |
| Campestanol | 11,28% |
-
Die
Sitostanolkonzentration ist im umkristallisierten Produkt deutlich
höher als
im ursprünglich
gereinigten Material (25,65% verglichen mit 4,73%), was ein Produkt
mit höherer
therapeutischer Wirksamkeit bedeutet.
-
BEISPIEL 7
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlicher Abstammung und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" unter Verwendung
des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste unter die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 18–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 9–28% |
| Campestanol | 2–14% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Sojasterole
wurden im Handel von ADM gekauft.
- b) Hydrierung: Ein Teil (44% Gew./Gew.) der gereinigten Phytosterolmischung
(45,70% Beta-Sitosterol; 2,1% Sitostanol; 27,90% Campesterol; und
14,80% Stigmasterol und 5,3% Brassicasterol, alles % Gew./Gew.)
wurde in IPA unter Verwendung von Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid
hydriert. Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C und 60 psi Wasserstoffdruck
3 h durchgeführt.
Ein Mott-Filter wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach
Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischung/Anreicherung: Der hydrierte Teil (mit einer Spezifikation
von 62,60% Sitostanol und 33,20% Campestanol) und der nicht hydrierte
Teil (in einer Menge von 56% Gew./Gew. und mit der vorstehend aufgeführten Spezifikation)
wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
bei offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr
mit Schraubverschluss gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte
Produkt hatte die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend in
die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 25,60% |
| Sitostanol | 28,70% |
| Campesterol | 15,60% |
| Campestanol | 14,60% |
| Stigmasterol | 8,30% |
| Brassicasterol | 3,00% |
-
Wie
in obigem Beispiel 6 ist die Sitostanol-Konzentration deutlich höher im umkristallisierten
Produkt als im ursprünglich
gereinigten Material (25,60% im Vergleich zu 2,10%), was ein Produkt
von höherer
therapeutischer Wirksamkeit bedeutet.
-
BEISPIEL 8
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit von Tallöl stammenden
Phytosterolen unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 9–28% |
| Campestanol | 10–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurden im Handel von Henkel gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung wurde in
IPA mit Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid hydriert. Der Hydrierprozess
wurde bei 70°C
und 60 psi Wasserstoffdruck 3 h durchgeführt. Ein Mott-Filter wurde
verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung wiederzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
40% Sitostanol; 0% Campesterol; 40% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alles % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten, von Tallöl stammenden
Sterole (mit einer Spezifikation von 59,4% Beta-Sitosterol; 4,7%
Sitostanol; 24,2% Campesterol; 7,4% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alles % Gew./Gew.) in einem Verhältnis von
55:45% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
unter offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr
mit Schraubverschluss gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte
Produkt hatte die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend in
die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 26,7% |
| Sitostanol | 24,1% |
| Campesterol | 10,9% |
| Campestanol | 25,3% |
| Brassicasterol | 0% |
-
BEISPIEL 9
-
Reinigung und Hydrierung
von von Tallöl
stammenden Rohphytosterolen und anschließende Mischung oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 18–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 9–28% |
| Campestanol | 2–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Tallöl-Rohsterole
(55 kg) wurden in 220 l Isopropylalkohol ("IPA")
dispergiert. Aktivkohle (5,5 kg) wurde zugegeben, um die Sterole
zu reinigen. Die Reinigung wurde durch Rühren der Mischung für 2 h bei
65°C durchgeführt. Die
Kohle wurde mit einem Mott-Filter abfiltriert, ebenfalls bei 65°C.
- b) Hydrierung: Die Tallöl-Phytosterole
wurden in IPA unter Verwendung von Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid
hydriert. Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C und 60 psi Wasserstoffdruck
3 h durchgeführt. Ein
Mott-Filter wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung
zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
74,5% Sitostanol; 0% Campesterol; 20,4% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alle % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten Sterole pflanzlichen
Ursprungs, die im Handel von Henkel gekauft wurden (mit einer Spezifikation von
40% Beta-Sitosterol; 0% Sitostanol; 33% Campesterol; 0% Campestanol
und 7% Brassicasterol, alles % Gew./Gew.), in einem Verhältnis von
33:67% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es auf einem Whatman-Filterpapier Nr. 1
mit einem Buchner-Glasfiltertrichter unter Vakuumansaugung filtriert
wurde. Das umkristallisierte Material wurde dann bei 35°C bei offener
Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h filtriert, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr
mit Schraubverschluss gelagert wurde. Das so gebildete umkristallierte
Produkt hatte die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend
in die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 26,8% |
| Sitostanol | 24,6% |
| Campesterol | 22,1% |
| Campestanol | 6,7% |
| Brassicasterol | 4,7% |
-
BEISPIEL 10
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisierungsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung muss in die folgende
vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 18–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 9–28% |
| Campestanol | 10–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurden im Handel von Henkel und ADM gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung von ADM wurde
in IPA mit Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid hydriert. Das
Hydrierverfahren wurde bei 70°C
und 60 psi Wasserstoffdruck 3 h durchgeführt. Ein Mott-Filter wurde
verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung zurückzugewinnnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
55,6 Sitostanol; 0% Campesterol; 23,9% Campestanol, 6,9% Brassicastanol
und 0% Brassicasterol, alle % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten
Sterole pflanzlichen Ursprungs von Henkel (mit einer Spezifikation
von 40% Beta-Sitosterol; 0% Sitostanol; 33% Campesterol; 0% Campestanol
und 7% Brassicasterol, alle % Gew./Gew.) in einem Verhältnis von
44:56% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht umkristallisiert,
bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
mit Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
in einer offenen Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte Produkt hatte
die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend
in die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 22,4% |
| Sitostanol | 24,5% |
| Campesterol | 18,5% |
| Campestanol | 10,5% |
| Brassicasterol | 3,9% |
| Brassicastanol | 3,0% |
-
BEISPIEL 11
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 10–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 5–28% |
| Campestanol | 10–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurden im Handel von Henkel gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung wurde in
IPA unter Verwendung von Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid
hydriert. Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C und 60 psi Wasserstoffdruck
3 h durchgeführt.
Ein Mott-Filter
wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
40% Sitostanol; 0% Campesterol; 39% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alles % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten Sterole pflanzlichen
Ursprungs (mit einer Spezifikation von 40% Beta-Sitosterol; 0% Sitostanol;
33% Campesterol; 0% Campestanol und 6% Brassicasterol, alles % Gew./Gew.)
bei einem Verhältnis
von 73:27% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung bei 75°C gelöst, um eine gesättigte Lösung zu
erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
unter offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h umkristallisiert, bevor es in einem 50
ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss gelagert wurde. Das so
gebildete umkristallisierte Produkt hatte die folgende Spezifikation
(% Gew./Gew.), die zufriedenstellend in die gewünschten Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 10,8% |
| Sitostanol | 29,2% |
| Campesterol | 8,9% |
| Campestanol | 28,5% |
| Brassicasterol | 1,6% |
-
BEISPIEL 12
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 10–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 5–28% |
| Campestanol | 10–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurden im Handel von Cargill gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung wurde in
IPA unter Verwendung von Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid
hydriert. Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C und 60 psi Wasserstoffdruck
3 h durchgeführt.
Ein Mott-Filter wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach
Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
67% Sitostanol; 0% Campesterol, 25,6% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alle % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten Sterole pflanzlichen
Ursprungs (mit einer Spezifikation von 43% Beta-Sitostirol; 1,0%
Sitostanol; 24% Campesterol; 0,8% Campestanol, 23% Stigmastanol
und 0,8% Brassicasterol, alles % Gew./Gew.) in einem Verhältnis von
49:51% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung bei
75°C gelöst, um eine
gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6% über
Nacht umkristallisiert, bevor es über ein Whatman-Filterpapier
Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter unter Vakuumabsaugung
filtriert wurde. Das umkristallisierte Material wurde dann bei 35°C unter offener
Atmosphäre in
einem warmen Ofen für
48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte Produkt hatte
die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend
in die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 21,9% |
| Sitostanol | 33,3% |
| Stigmasterol | 11,7% |
| Campesterol | 12,2% |
| Campestanol | 13% |
| Brassicasterol | 0,4% |
-
BEISPIEL 13
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 10–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 5–28% |
| Campestanol | 10–30% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | kA |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurde im Handel von Cargill und Henkel gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung von Henkel
wurde in IPA mit Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid hydriert.
Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C
und 60 psi Wasserstoffdruck 3 h durchgeführt. Ein Mott-Filter wurde
verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
40% Sitostanol; 0% Campesterol; 36–44% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alle % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten Sterole pflanzlichen
Ursprungs von Cargill (mit einer Spezifikation von 43% Beta-Sitosterol;
1,0% Sitostanol; 24% Campesterol; 0,8% Campestanol, 23% Stigmasterol
und 0,8% Brassicasterol, alles % Gew./Gew.) in einem Verhältnis von
72:28% Gew./Gew. wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
unter Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Produkt
wurde dann bei 35°C
unter offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr mit Schraubverschluss
gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte Produkt hatte
die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend
in die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 12% |
| Sitostanol | 29,1% |
| Stigmasterol | 6,4% |
| Campesterol | 6,7% |
| Campestanol | 26,1–31,9% |
| Brassicasterol | 0,2% |
-
BEISPIEL 14
-
Reinigung und Hydrierung
von Rohphytosterolen pflanzlichen Ursprungs und anschließende Mischung
oder "Anreicherung" mit Phytosterolen
pflanzlichen Ursprungs unter Verwendung des Umkristallisationsverfahrens
-
Ziel:
Die herzustellende therapeutische Zusammensetzung musste in die
folgende vorbestimmte Spezifikation fallen:
| Beta-Sitosterol | 5–60% |
| Sitostanol | 14–34% |
| Campesterol | 5–28% |
| Campestanol | 10–40% |
| Stigmasterol | kA |
| Brassicasterol | 1–5% |
- a) Reinigung: Pflanzliche
Sterole wurden im Handel von Henkel gekauft.
- b) Hydrierung: Die pflanzliche Phytosterolmischung wurde in
IPA unter Verwendung von Katalysator Palladium auf Aluminiumoxid
hydriert. Das Hydrierverfahren wurde bei 70°C und 60 psi Wasserstoffdruck
3 h durchgeführt.
Ein Mott-Filter
wurde verwendet, um den Palladiumkatalysator nach Hydrierung zurückzugewinnen.
- c) Mischen/Anreichern: Die hydrierten Sterole (mit einer Spezifikation
von 0% Beta-Sitosterol;
40% Sitostanol; 0% Campesterol; 36–44% Campestanol und 0% Brassicasterol,
alles % Gew./Gew.) und die nicht hydrierten Sterole pflanzlichen
Ursprungs (mit einer Spezifikation von 40% Beta-Sitosterol; 0% Sitostanol; 30–36% Campesterol;
0% Campestanol und 6–8%
Brassicasterol, alles % Gew./Gew.) in einem Verhältnis von 83:17% Gew./Gew.
wurden in IPA-Lösung
bei 75°C
gelöst,
um eine gesättigte
Lösung
zu erhalten. Das Produkt wurde aus der gesättigten Isopropylalkohol-Lösung bei
etwa 6°C über Nacht
umkristallisiert, bevor es über
ein Whatman-Filterpapier Nr. 1 mit einem Buchner-Glasfiltertrichter
mit Vakuumansaugung filtriert wurde. Das umkristallisierte Material
wurde dann bei 35°C
unter offener Atmosphäre
in einem warmen Ofen 48 h getrocknet, bevor es in einem 50 ml Polypropylen-Rohr
mit Schraubverschluss gelagert wurde. Das so gebildete umkristallisierte
Produkt hatte die folgende Spezifikation (% Gew./Gew.), die zufriedenstellend in
die gewünschten
Bereiche fiel:
| Beta-Sitosterol | 6,8% |
| Sitostanol | 33,2% |
| Stigmasterol | 0% |
| Campesterol | 5,1–6,1% |
| Campestanol | 29,9–36,5% |
| Brassicasterol | 1–4% |
-
Literaturverzeichnis:
-
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underestimation of association between serum cholesterol concentration
and ischemic heart disease in observational studies: Data from BUPA
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- 2. Law M. R., Wald N. J., Thompson S. G.; By how much and how
quickly does reduction in serum cholesterol concentration lower
risk of ischemic heart disease? Br. Med. J. 1994; 308: 367–373
- 3. La Rosa J. C., Hunninghake D.. Bush D. et al.; The cholesterol
facts: A summary of the evidence relating to dietary fats, serum
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Hyperlipidemia. New England Journal of Medicine, 1995; 332: 1491–1498
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metabolism. Atherosclerosis, 1976; 23: 239–248
- 6. Lees R. S., Lees A. M. Effects of sitosterol therapy on plasma
lipid and lipoprotein concentrations. In: Greten N. (Hrsg.) Lipoprotein
Metabolism. Springer-Verlag,
Berlin, Heidelberg, New York, 1976: 119–124
- 7. Lees A. M., Mok H. Y. I., Lees R. S., McCluskey M. A., Grundy
S. M. Plant sterols as cholesterol-lowering agents: clinical trials
in patients with hypercholesterolemia and studies of sterol balance.
Atherosclerosis 1977; 28: 325–338
- 8. Mattson FH et al.: American Journal of Clinical Nutrition.
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- 9. Gyling H. K. et al. Circulation 1996; 6: 1–578
- 10. Hassan A. S. und Rampone A. J. J. Lipid Res. 1979: 20; 646–653
- 11. Lees R. S., Lees A. M. Effects of sitosterol therapy on
plasma lipids and lipoprotein concentrations, S. 119–124 in "Lipoprotein Metabolism" Hrsg. Greten N.,
Berlin, Heidelberg, NY: Springer-Verlag, 1976
- 12. Mattson F. H., Volpenheim R. A. und Erickson B. A. J. Nutrition
1977: 107; 1109–1146
- 13. Heinemann et al. Agents Actions (Supply 1988: 26; 117–122