-
Die
Erfindung betrifft ein Baumaterial, das für Bauten, wie Straßen, Brücken, Tunnel
und Gebäude,
geeignet ist. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Materials und die Verwendung davon.
-
Hintergrund der Erfindung
-
Baumaterialien
und Verfahren zur Herstellung solcher Materialien, die Betonzusammensetzungen zum
Bau von Brücken,
Straßen,
Tunnel, Gebäuden,
Seebauten umfassen, sind aus
US
5,932,000 , in dem ein Verfahren zur Herstellung von Beton
aus einem Gemisch eines hydraulischen Bindemittels, Aggregaten,
Wasser und kolloidalem Siliciumdioxid offenbart ist, auf dem Fachgebiet
bekannt.
-
US 5,149,370 offenbart eine
Zementaufschlämmung,
umfassend eine wässrige
kolloidale Kieselsäuresuspension,
die für
Anwendungen bei Ölbohrlöchern geeignet
ist.
-
Es
war auf dem Fachgebiet erwünscht,
neue Zusammensetzungen bereitzustellen, die für Baumaterialien geeignet sind,
die noch stärkere
Baumaterialien als die bis jetzt hergestellten ergeben. Es war auch
erwünscht,
Baumaterialien bereitzustellen, die geringere Mengen an Zusätzen enthalten,
was zu verringerten Herstellungskosten führen kann. Außerdem war
erwünscht,
z.B. Betongemische herzustellert, die ihre hohe Verarbeitbarkeit
während
des Zeitraums, der dem Aushärten
des Betongemisches vorangeht, beibehalten können.
-
Die
vorliegende Erfindung soll die vorstehend beschriebenen Probleme
lösen.
-
Die Erfindung
-
Die
Erfindung betrifft ein Baumaterial, umfassend ein hydraulisches
Bindemittel, Wasser und ein Aluminium-modifiziertes kolloidales
Siliciumdioxid.
-
Es
wurde überraschenderweise
festgestellt, dass ein Baumaterial, das diese Bestandteile umfasst,
die frühe
Festigkeit, sowie die Langzeitfestigkeit des Baumaterials erhöht. Außerdem wurde
festgestellt, dass das Baumaterial, dass das Aluminium modifizierte
kolloidale Siliciumdioxid umfasst, hohe und stabile Verarbeitbarkeit
beibehält.
-
Mit
dem Begriff „Baumaterial" ist ein Material,
insbesondere das sich noch nicht verfestigt hat, gemeint, das zum
Bau von z.B. Straßen,
Tunnel, Brücken,
Gebäuden,
Betonrohren, das Zementieren von Schächten, unterirdische Kontruktionen
und anderes zementhaltiges Vergießen und Seebauten, wie Kais,
Piere und Landungsbrücken,
geeignet ist.
-
Mit
dem Begriff „Aluminium
modifiziertes kolloidales Siliciumdioxid" ist Aluminium modifiziertes kolloidales
Siliciumdioxid in jeder Form gemeint, wobei das kolloidale Siliciumdioxid
z.B. Siliciumdioxidsol, ausgefälltes
Siliciumdioxid, Siliciumdioxidgel, Quarzstaub, Kieselpuder oder
Gemische davon sein kann. Auch wenn Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol
die bevorzugte Form und die einzige nachstehend im Einzelnen erörterte Form
ist, können
andere Formen Aluminium modifizierte Siliciumdioxidsole als Zusätze im Baumaterial ersetzen
oder mit ihnen gemischt werden.
-
Aluminium
modifizierte Siliciumdioxidsole, die manchmal auch als Aluminat
oder Aluminiumoxid modifizierte Siliciumdioxidsole bezeichnet werden,
können
durch Zugabe einer geeigneten Menge Aluminationen, Al(OH)
4 –, zu einem herkömmlichen
nicht modifizierten Siliciumdioxidsol unter Rühren hergestellt werden. Die Lösung von
Aliuninationen ist geeigneterweise eine verdünnte Natrium- oder Kaliumaluminatlösung. Die
Siliciumdioxidteilchen weisen geeigneterweise etwa 0,05 bis etwa
2, vorzugsweise etwa 0,1 bis etwa 2 Al-Atome/nm
2 Oberfläche der
Siliciumdioxidteilchen auf. Die Aluminium modifizierten Siliciumdioxidteilchen
umfassen eingefügte
oder ausgetauschte Aluminationen, wobei sie Aluminosilicatstellen
mit einer fixierten negativen Oberflächenladung erzeugen. Die Aluminium
modifizierten Siliciumdioxidteilchen behalten ihre hohe negative Oberflächenladung
im Gegensatz zu herkömmlichen
nicht modifizierten Siliciumdioxidsolen bis zu pH-Wert 3 bei, bei
denen die negative Oberflächenladung
abnimmt, wenn der pH-Wert abnimmt, normalerweise bis zu einem pH-Wert
von etwa 2, der der Punkt von null Ladung für ein nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol
ist. Die Oberflächenladung
ist also für
nicht modifizierte Siliciumdioxidteilchen bei einem geringeren pH-Wert
als etwa 8 geringer als für
ein Aluminium modifiziertes Silicumdioxidsol. Der pH-Wert des Aluminium
modifizierten Siliciumdioxidsols kann vorzugsweise mit einem Ionenaustauscherharz,
geeigneterweise auf einen pH-Wert im Bereich von etwa 3 bis etwa
11, vorzugsweise etwa 4 bis etwa 10, eingestellt werden. Das Aluminium
modifizierte Siliciumdioxidsol kann danach konzentriert werden,
um einen Siliciumdioxidgehalt von etwa 1 bis etwa 60 Gew.-%, vorzugsweise
etwa 5 bis etwa 50 Gew.-%, zu erhalten. Die Aluminium modifizierten
Siliciumdioxidteilchen weisen geeigneterweise einen Al
2O
3-Gehalt von etwa 0,05 bis etwa 3, vorzugsweise
etwa 0,1 bis etwa 2 und am stärksten
bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew.-%, auf. Der Durchmesser der Aluminium
modifizierten Siliciumdioxidteilchen beträgt geeigneterweise etwa 2 bis
etwa 200 nm, vorzugsweise etwa 3 nm bis etwa 100 nm. Das Verfahren
zur Herstellung des Aluminium modifizierten Siliciumdioxidsols ist
weiterhin z.B. in „The
Chemistry of Silica",
von Iler, K.Ralph, Seiten 407–409,
John Wiley & Sons
(1979) und in
US 5,368,833 beschrieben.
-
In
diesem Zusammenhang ist mit dem Aluminium modifizierten kolloidalen
Siliciumdioxidsol auch gemeint, dass es Reaktionsprodukte von kolloidalem
Siliciumdioxid umfasst, das chemisch mit einem hydraulischen Bindemittel
und anderen in dem Baumaterial oder dem das Baumaterial bildenden
Gemisch vorhandenen Bestandteilen, z.B. Calciumsilicat-Hydratgel,
reagierte.
-
Die
Aluminium modifizierten Siliciumdioxidteilchen werden geeigneterweise
in Wasser oder anderen Lösungsmitteln,
wie organischen Lösungsmitteln,
z.B. Alkoholen, oder Gemischen von Wasser und organischen Lösungsmitteln
dispergiert. Die Aluminium modifizierten Siliciumdioxidteilchen
werden geeigneterweise durch Kationen, wie K+,
Na+, Li+, NH4 + oder Gemischen
davon, stabilisiert.
-
Die
spezifische Oberfläche
des Aluminium modifizierten Siliciumdioxidsols beträgt geeigneterweise etwa
10 bis etwa 1200 m2/g, vorzugsweise etwa
30 bis etwa 1000 m2/g und am stärksten bevorzugt
etwa 60 bis etwa 900 m2/g.
-
Das
Gemisch der Bestandteile, die das Baumaterial bilden; kann
empfindlich gegenüber
dem Verhältnis
Wasserhydraulisches Bindemittel sein. Wenn zu viel Wasser vorhanden
ist, kann dies die Zusammensetzung instabil machen, was zu Ausschwitzung
und Entmischung führt.
Durch Zugabe des Aluminium modifizierten Siliciumdioxidsols ist
es möglich,
solche Wirkungen zu vermeiden und gleichzeitig ein Material mit
hoher früher
Festigkeit und Langzeitfestigkeit zu erhalten, verglichen mit den
Zusammensetzungen, die nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol enthalten.
-
Aluminium
modifizierte kolloidale Siliciumdioxidteilchen sind von Aluminium
beschichteten Siliciumdioxidteilchen zu unterscheiden, in denen
die Silidiumdioxidoberfläche
der Teilchen mit einer Schicht aus Aluminiumoxid beschichtet (bedeckt)
ist, was Teilchen ergibt, die die gleichen Eigenschaften wie Aluminiumoxidteilchen
zeigen. Sowohl die Aluminiumoxidteilchen als auch die Aluminiumoxid
beschichteten Siliciumdioxidteilchen weisen z.B. positive Oberflächenladung
auf.
-
Das
hydraulische Bindemittel kann z.B. ein Zement sein, wie gewöhnlicher
Portlandzement (OPC) oder Gemischzemente, wie weiter in z.B
US 6,008,275 beschrieben.
-
Die
Bestandteile, die das Baumaterial bilden, d.h. das hydraulische
Bindemittel, das Aluminium modifizierte kolloidale Siliciumdioxid
und Wasser weisen geeigneterweise ein Gewichtsverhältnis gemäß folgendem auf
hydraulisches Bindemittel (Trockengewicht) Aluminium modifiziertes
kolloidales Siliciumdioxid (Trockengewicht) von etwa 1:0,0005 bis
etwa 1:0,2, vorzugsweise etwa 1:0,001 bis etwa 1:0,1. Das Gewichtsverhältnis hydraulisches
Bindemittel (Trockengewicht) : Wasser beträgt geeigneterweise etwa 1:0,22
bis etwa 1:4, vorzugsweise etwa 1:0,25 bis etwa 1:2,5.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
können
Aggregate in dem Baumaterial enthalten sein. Mit dem Begriff „Aggregate" ist ein Material,
wie Stein, Kies und Sand, und anderes bevorzugtes anorganisches Material
gemeint, geeigneterweise mit einem mittleren Teilchendurchmesser
im Bereich von etwa 0,01 bis etwa 100 mm, vorzugsweise etwa 0,125
bis etwa 100 mm. Aggregate sind geeigneterweise im Baumaterial in einem
Verhältnis
von etwa 100 bis etwa 1000 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des hydraulischen
Bindemittels, enthalten. Aggregate tragen zu einer höheren Festigkeit
des Baumaterials bei und verringern die Kosten der Herstellung.
-
Vorzugsweise
kann ein feiner Füllstoff
im Baumaterial, geeigneterweise im Bereich von etwa 0,1 bis etwa
40 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Aggregate, enthalten sein.
Die Zugabe eines feinen Füllstoffs kann
zu einer dichteren und stabileren Zusammensetzung beitragen.
-
Mit
dem Begriff „feiner
Füllstoff
sind Teilchen mit einem maximalen Durchmesser von 125 μm gemeint. Geeignete
feine Füllstoffe
schließen
Kalkstein, Sand, Glas, Flugasche und andere anorganische Materialien, wie
Calciummagnesiumsilicat, ein. Die An des verwendeten feinen Füllstoffs
hängt von
der Anwendung ab. In schwedischem selbstverdichtendem Beton (SCC)
wird Kalkstein häufig
verwendet, während
in deutschem SCC und in amerikanischem Wohnbaubeton häufig Flugasche
verwendet wird, während
schwedischer Beton mit hoher Festigkeit (HSC) häufig Sand als feinen Füllstoff
umfasst, usw.
-
Vorzugsweise
beträgt
das Gewichtsverhältnis
feiner Füllstoff
: Aggregate etwa 0,001:1 bis etwa 0,4:1, vorzugsweise etwa 0,015:1
bis etwa 0,3:1.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Baumaterial einen Weichmacher und/oder einen Superweichmacher,
wie ein sulfoniertes Naphthalin-Formaldehyd-Kondensat, ein sulfoniertes
Melamin-Formaldehyd-Kondensat, ein Polycarboxylat oder Gemische
davon, vorzugsweise ein Polycarboxylat und/oder ein sulfoniertes
Naphthalin-Formaldehyd-Kondensat.
Sulfonierte Naphthalin-Formaldehyd-Kondensate sind insbesondere
bevorzugt, wenn sie in einem Baumaterial zum Zementieren von Schächten verwendet werden,
da diese Superweichmacher nicht empfindlich gegenüber den
hohen Temperaturen sind, die in Schächten auftreten.
-
Mit
dem Begriff „Polycarboxylat" ist hier gemeint,
dass es eine Gruppe von Polymerverbindungen umfasst, die ein Gerüst mit daran
gebundenen Carbonsäuregruppen
umfassen. Das Molekulargewicht des Polycarboxylats liegt geeigneterweise
im Bereich von etwa 1000 bis etwa 2000000 g/mol, vorzugsweise etwa
2000 bis etwa 1000000 g/mol. Das Gerüst kann auch andere gebundene
Gruppen, wie Polyacrylsäure-
oder Polyetherketten, umfassen. Das Molekulargewicht des Gerüsts beträgt geeigneterweise
etwa 1000 bis etwa 100000 g/mol, vorzugsweise etwa 5000 bis etwa
20000 g/mol. Geeignete Polycarboxylate sind weiter z.B. in
US 6,008,275 beschrieben.
-
Andere
Zusätze
können
ebenfalls im Baumaterial enthalten sein, z.B. Verzögerungsmittel,
Mittel für Lufteinschluß, Beschleuniger,
Emulsionslatex, hydrophobisierende Mittel, Mittel zur Verringerung
der Schrumpfung, Korrosionsinhibitoren usw. Die Dosierung dieser
Zusätze
liegt geeigneterweise im Bereich von etwa 0,1 bis etwa 10 Gew.-%
(Trockengewicht), bezogen auf das Gewicht des hydraulischen Bindemittels.
-
Die
Erfindung betrifft auch ein Baumaterial, das die Reaktionsprodukte
von hydraulischem Bindemittel, Aluminium modifiziertem Siliciumdioxidsol
und Wasser umfasst.
-
Die
Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung eines Baumaterials,
umfassend Mischen eines hydraulischen Bindemittels, Wasser und eines
Aluminium modifizierten kolloidalen Siliciumdioxids, vorzugsweise
eines Aluminium modifizierten Siliciumdioxidsols.
-
Die
Bestandteile können
in jeder Reihenfolge zugegeben werden. Vorzugsweise wird das Aluminium modifizierte
kolloidale Siliciumdioxid zugegeben, nachdem die anderen Bestandteile
gemischt wurden. Die Gewichtsverhältnisse zwischen den gemischten
Bestandteilen sind geeigneterweise wie vorstehend beschrieben.
-
Die
Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung des Baumaterials wie
vorstehend beschrieben beim Bau, wie Straßen, Tunnel, Brücken, Gebäude, wie
Betonkonstruktionen für
Wohn- und Gewerbezwecke, Betonrohre, das Zementieren von Schächten, unterirdisches
Zementieren, einschließlich
zementhaltiges Prepackten, Bergbauanwendungen und Seebauten.
-
Während die
Erfindung so beschrieben wurde, ist deutlich zu erkennen, dass dieselbe
auf viele Arten variiert werden kann. Solche Variationen sind nicht
als Abweichung vom Sinn und Bereich der Erfindung anzusehen, und
alle solchen Modifikationen, die für den Fachmann leicht zu erkennen
sind, sollen in den Bereich der Patentansprüche eingeschlossen sein. Die
folgenden Beispiele sollen weiter ohne Einschränkung ihres Bereichs veranschaulichen,
wie die beschriebene Erfindung durchgeführt werden kann.
-
Die
folgenden in den Beispielen 1–3
verwendeten Siliciumdioxidsole sind nachstehend aufgeführt. Alle Gewichtsprozentsätze der
Gehalte an Siliciumdioxid (SiO2) und Aluminiumoxid
(Al2O3) basieren
auf dem Gewicht des gesamten Siliciumdioxidsolprodukts.
- Siliciumdioxidsol
1: Al modifiziertes Siliciumdioxidsol, spezifische Oberfläche 850
m2/g, SiO2-Gehalt:
7,7 Gew:-%, Al2O3-Gehalt:
0,33 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 2: Nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol,
spezifische Oberfläche
900 m2/g, SiO2-Gehalt:
10 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 3: Nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol,
spezifische Oberfläche
750 m2/g, SiO2-Gehalt:
15 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 4: Al modifiziertes Siliciumdioxidsol, spezifische
Oberfläche
80 m2/g, SiO2-Gehalt:
47 Gew.-%, Al2O3-Gehalt:
0,25 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 5: Nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol,
spezifische Oberfläche
80 m2/g, SiO2-Gehalt:
50 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 6: Al modifiziertes Siliciumdioxidsol, spezifische
Oberfläche
220 m2/g, SiO2-Gehalt
30 Gew.-%, Al2O3-Gehalt
0,2 Gew.-%
- Siliciumdioxidsol 7: Nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol,
spezifische Oberfläche
220 m2/g, SiO2-Gehalt
30 Gew.-%
-
Die
spezifischen Oberflächen
der Siliciumdioxidsole wurden mit dem Sear-Verfahren bestimmt, das
in „The
Chemistry of Silica",
ller, Ralph K. (1979), S. 203–206,
353–354
beschrieben ist.
-
Beispiel 1
-
Bei
der Herstellung der nachstehenden Proben 1–6 wurden ein Aluminium modifiziertes
oder ein nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol und ein Superweichmacher
(Glenium 51) in den wie in Tabelle 1 dargestellten Mengen zu einem
Zement der Klasse II (Bygg Cement-Skövde CEM II/A-L42.R) gegeben.
200 kg Wasser, 120 kg feiner Füllstoff
(Kalkstein), Aggregate und ein Superweichmacher (Glenium 51) wurden
zugegeben (vgl. Tabelle 1). Aggregate wurden so zugegeben, dass
das Gesamtgewicht an Zement, Kalkstein und Aggregaten 2140 kg/m3 betrug.
-
Die
Verarbeitbarkeit der hergestellten Proben wurde durch Messen der
anfänglichen
Verteilung abgeschätzt.
Die anfängliche
Verteilung wird durch Aufbringen einer frisch gemischten Betonzusammensetzung
in einem Stürzkegel
mit einem bestimmten Kegeldurchmesser, wobei der Kegel anschließend mit
der Unterseite nach Oben gedreht wird, so dass die Masse nach Entfernen
des Kegels herauszufließen
beginnt, gemessen (gemäß Standard
Testverfahren ASTM C 143). Starkes Verbreiten gibt hohe Verarbeitbarkeit
an, was sicherstellt, dass die Betonmasse leicht an den Platz ausfließen kann,
an dem sie härten
soll. Hohe Verarbeitbarkeit stellt auch sicher, dass die Betonmasse
für einen
bestimmten Zeitraum ohne Verlust der anfänglichen Fluiditätseigenschaften,
die sie kurz nach der Herstellung hatte, gelagert werden kann.
-
-
In
Bezug auf Tabelle 1 kann geschlossen werden, dass Probe 1, die ein
Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol umfasst, höhere frühe Festigkeit
(nach 24 Stunden) und Langzeitfestigkeit (nach 28 Tagen) aufweist
als Probe 2, die ein nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol umfasst,
obwohl der Siliciumdioxidgehalt von Probe 1 in geringem Maße niedriger
als der von Probe 2 ist.
-
Genauso
zeigt Probe 3, die ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol
umfasst, höhere
frühe Festigkeit
als Probe 4, die ein nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol umfasst
(die zwei Proben weisen im Wesentlichen den gleichen Siliciumdioxidgehalt
auf). Probe 6, die ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol
umfasst, zeigt höhere
frühe Festigkeit
und Langzeitfestigkeit als Probe 5, auch wenn der Siliciumdioxidgehalt
in Probe 5 geringer als in Probe 6 ist.
-
Beispiel 2
-
Bei
der Herstellung der nachstehenden Proben 1–6 wurde ein Aluminium modifiziertes
oder ein nicht modifiziertes Siliciumdioxidsol zu einem Zement der
Klasse II (Bygg Cement-Skövde CEM
II/A-L42.R) gegeben. 200 kg Wasser, 120 kg feiner Füllstoff
(Kalkstein), Aggregate und ein Superweichmacher (Glenium 51) wurden
zugegeben (vgl. Tabelle 2). Aggregate wurden so zugegeben, dass
das Gesamtgewicht von Zement, Kalkstein und Aggregaten 2140 kg/m3 betrug. Der Superweichmacher und die Siliciumdioxidsole
wurden in den in Tabelle 2 dargestellten Mengen zugegeben. Die Verarbeitbarkeit
des Betons wurde durch Messen der anfänglichen Verteilung abgeschätzt (vgl.
Beispiel 1). Die Verteilung wurde auch nach 90 Minuten gemessen (Stürzverteilung).
Der Verlust der Verarbeitbarkeit, d.h. der Unterschied zwischen
der anfänglichen
Verteilung und der Verteilung nach 90 Minuten wurde ebenfalls berechnet.
Je höher
die Stürzverteilung,
d.h. die Verteilung 90 Minuten nach der Messung der anfänglichen
Verteilung, desto geringer ist der Verlust der Verarbeitbarkeit.
-
-
In
Tabelle 2 ist zu erkennen, dass Probe 1, die ein Aluminium modifiziertes
Siliciumdioxidsol umfasst, geringeren Verarbeitbarkeitsverlust als
Probe 2 zeigt (Probe 1 weist einen in geringerem Maße niedrigeren
Gehalt an Siliciumdioxid auf). Weiter ist zu erkennen, dass Probe
4, die ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol umfasst, geringeren
Verarbeitbarkeitsverlust als Probe 3 aufweist (gleicher Siliciumdioxidgehalt
in den Proben 3 und 4). Es ist weiterhin zu erkennen, dass Probe
5, die ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol umfasst, geringeren
Verarbeitbarkeitsverlust als Probe 6 aufweist, auch wenn der Siliciumdioxidgehalt
von Probe 5 in geringem Maße
niedriger ist. Im Allgemeinen kann man aus den erhaltenen Ergebnissen
schließen, dass
der Verarbeitbarkeitsverlust für
die Proben, die Aluminium modifizierte Siliciumdioxidsole enthalten,
nur etwa 60 Prozent ist, im Verhältnis
zu Proben, die nicht modifizierte Siliciumdioxidsole enthalten.
-
Beispiel 3
-
Zum
Beurteilen der Fluidität
einer Zementaufschlämmung,
die entweder Aluminium modifizierte Siliciumdioxidsole oder nicht
modifizierte Siliciumdioxidsole umfasst, wurden 4 Aufschlämmungen
aus Zement der Klasse I (Anläggningscement
Degerhamn CEM I 42,5BV/SR/LA) hergestellt. Die Aufschlämmungen
wiesen ein Wasser/Zement- Gewichtsverhältnis von 0,35 auf. 2 Gew.-%
eines Siliciumdioxidsols und 1 Gew.-% eines Superweichmachers (30
gew.-%ige sulfonierte Naphthalin-Formaldehyd-Kondensatlösung), bezogen
auf das Zementgewicht, wurden zu den Aufschlämmungen gegeben.
-
Die
Aufschlämmungen
wurden unter leichtem Rühren
gemischt. Die untere Fließgrenze
und die plastische Viskosität
(ein Maß der
Rheologie der Aufschlämmung)
wurden dann mit einem ConTec Viscometer Modell 4 (BML Viscometer)
nach 15, 30, 60 bzw. 90 Minuten beurteilt. Die untere Fließgrenze
ist ein Maß der
Kraft, die erforderlich ist, um z.B. eine Zementaufschlämmung zu
bewegen.
-
-
Bei
Vergleich der Proben von Tabelle 3 ist die untere Fließgrenze
der Proben 1 und 4, die Aluminium modifizierte Siliciumdioxidsole
umfassen, etwas geringer als die der Proben 2 und 3. Die Aufschlämmungen müssen minimale
untere Fließgrenze
aufweisen, um im Wesentlichen kein freies Wasser zu erhalten (keine Ausschwitzung).
-
-
Tabelle
4 zeigt große
Unterschiede in der plastischen Viskosität zwischen den Proben, die
Aluminiumoxid modifizierte Siliciumdioxidsole und nicht modifizierte
Siliciumdioxidsole enthalten. Bei Vergleich der Proben 1 und 2,
mit im Wesentlichen dem gleichen Siliciumdioxidgehalt, ist zu erkennen,
dass Probe 1 (die ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol
enthält)
geringere plastische Viskosität
als Probe 2 aufweist. Es ist auch zu erkennen, dass Probe 3 (die
ein Aluminium modifiziertes Siliciumdioxidsol enthält) geringere
plastische Viskosität
als Probe 4 aufweist (Proben 3 und 4 weisen im Wesentlichen den
gleichen Siliciumdioxidgehalt auf). Eine Aufschlämmung mit guten Fließeigenschaften
und im Wesentlichen keinem freien Wasser, d.h. die keinem Ausschwitzen
unterliegt, ist in hohem Maße
vorteilhaft, insbesondere bei Zementieren von Schächten. Geringe
plastische Viskosität
bedeutet gute Fließeigenschaften,
gute Durchdringung und Bindungseigenschaften.