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Gebiet der
Erfindung
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Diese
Erfindung liefert die Verwendung eines FPT-Inhibitors oder eines
zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitors zur Herstellung einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Behandlung von Subjekten, die von Krebserkrankungen
einschließlich
Tumoren und Metastasenerkrankung befallen sind, indem ein FPT-Inhibitor und ein
zusätzlicher
Ras-Signalweg-Inhibitor verabreicht werden. Diese Erfindung liefert
insbesondere die Verwendung eines FPT-Inhibitors oder eines zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitors
zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Verwendung
in Verfahren zur Behandlung von Krebs und beinhaltet die kombinierte
Verwendung (1) eines Farnesylproteintransferase("FPT")-Inhibitors
und (2) eines zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitors,
um einen synergistischen Grad an Krebszelltod (insbesondere Zelltod
durch Apoptose) zu induzieren, wodurch Behandlungsschemata mit niedriger
Dosis möglich
sind.
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Hintergrund
der Erfindung
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1 der
vorliegenden Beschreibung zeigt eine vereinfachte lineare Abbildung
eines Signalübertragungswegs,
der zu Zellproliferation führt.
Dieser Weg wird hier als der "Ras-Signalweg" bezeichnet, weil
Ras in diesem Weg eine zentrale Schaltstelle ist, die Signale von
stromaufwärts
liegenden Elementen (z. B. Wachstumsfaktorrezeptoren) erhält und zu
stromabwärts
liegenden Elementen überträgt.
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Die
durch Wachstumsfaktorrezeptoren initiierten Signalwege, die zu Zellproliferation
und in einigen Fällen
bösartiger
Transformation führen,
werden derzeit aufgeklärt.
Viele Wachstumsfaktorrezeptoren, wie jene für den epidermalen Wachstumsfaktor
(EGF) und den aus Thrombozyten stammenden Wachstumsfak tor (PDGF)
sowie mit EGF-Rezeptor verwandte Moleküle (z. B. Her-2/Neu/ErbB2)
besitzen eine intrinsische Tyrosinkinaseaktivität, die durch ligandeninduzierte
Rezeptordimerisierung aktiviert wird (Heldin, 1995). Dies führt zu Autophosphorylierung
des Rezeptors an Tyrosinresten und zur Bindung von Proteinen, die
Src-Homologie 2(SH2)-Domänen
enthalten. Zwei derartige SH2-Proteine sind Grb2 und SHC, die das
Plasmamembranassoziierte kleine GTP-Bindungsprotein Ras indirekt
aktivieren. Ras-Aktivierung erfolgt auch als Reaktion auf Ligandenbindung
an sieben Transmembrandomänen-G-Protein-gekoppelte
Rezeptoren (z. B. Gutkind, 1998). Die Aktivierung von Ras und anderen
Wachstumsfaktorrezeptor-regulierten Signalwegen führt letztendlich
zu Veränderungen
im Zytoskelett und zur Genexpression, die für Zellproliferation, Zelldifferenzierung
und Zelltransformation erforderlich sind (Übersicht in Campbell et al.,
1998).
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Die
3 ras-Gene des Menschen (Ha-Ras, N-Ras und Ki-Ras) kodieren (infolge
von alternativem Spleißen
der Ki-Ras-mRNA) 4 Proteine. Unter normalen Bedingungen wechseln
Ras-Proteine zwischen einem aktiven (GTP-gebundenen) Zustand und
einem inaktiven (GDP-gebundenen) Zustand. Ras-Aktivierung erfolgt durch
Austausch des gebundenen GDP durch GTP, was durch eine Familie von
Guaninnukleotidaustauschfaktoren unterstützt wird. Ras-Inaktivierung
erfolgt durch Hydrolyse von gebundenem GTP zu GDP. Diese Reaktion
wird durch GTPase-aktivierende Proteine (GAPs) erleichtert (Trahey
und McCormick, 1987). Bei vielen menschlichen Krebserkrankungen
werden Ras-Proteine durch Mutationen, die ihre GTPase-Aktivität zerstören und
somit die Ras-Signalgebung
deregulieren, onkogen aktiviert (Übersicht in Campbell et al.,
1998).
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Es
gibt mehrere in Frage kommende Ras-Effektoren, die stromabwärts von
Ras zur Signalübertragung und
onkogenen Transformation dienen können, einschließlich Mitgliedern
der Rho-Familie der kleinen GTPasen, Phosphatidylinositol-3-kinase
(PI3K) und der Serin/Threonin-Proteinkinase c-Raf-1 (Übersicht
in Campbell et al., 1998). Raf-vermittelte Signalgebung ist der
am besten charakterisierte Ras-Effektorweg. Aktiviertes Ras rekrutiert
Raf an die Membran, wo die Raf-Aktivierung erfolgt. Aktiviertes
Raf ist die Anfangskomponente einer Kinasekaskade, der Mitogen-aktivierten
Protein-Kinase (MAPK)-Kaskade (Übersicht
in Lowy und Willumsen, 1993; Campbell et al., 1998). Raf phosphoryliert
und aktiviert die MEK1- und MEK2-(MAPK/ERK-Kinase)-Proteinkinasen,
die wiederum die extrazellulären
signalregulierten Kinasen ERK1 und ERK2 (auch als MAPK1 und MAPK2
bekannt) phosphorylieren und aktivieren. Im Unterschied zu ihren
stromabwärts
liegenden Zielen, ERK1,2, sind die MEK1,2-Proteine hochspezifische
Enzyme, deren einzige bekannte Substrate die ERK1,2-Proteine sind.
Nach Aktivierung phosphorylieren (und somit regulieren) ERK1 und
ERK2 eine Vielfalt von Zielproteinen einschließlich Kerntranskriptionsfaktoren,
was zur letztendlichen zellulären
Antwort führt. Dieser
lineare Weg der Ras-Signalgebung ist schematisch in 1 dargestellt.
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Die
Bedeutung dieser Signalwege beim abnormalen Wachstum von Krebs wird
durch die Erkenntnis gezeigt, dass Wachstumsfaktorrezeptor und Ras-Weg-Komponenten
bei Krebs oft mutiert und/oder überexprimiert
sind. Ras wird beispielsweise in etwa 30 % der menschlichen Krebserkrankungen
einschließlich
eines hohen Prozentsatzes an bedeutenden epithelialen Krebserkrankungen,
wie Lungen-, Kolon- und Pankreaskrebserkrankungen, mutationsbedingt
aktiviert. Bei zahlreichen Krebserkrankungen findet auch Überexpression
von Wachstumsfaktorrezeptoren statt (z. B. erfolgt Überexpression
des Her-2/Neu-Rezeptors bei etwa 30 % der menschlichen Brustkrebserkrankungen).
Diese Beobachtungen haben zur Suche nach und Entwicklung von Mitteln
geführt,
die einzelne Komponenten von einem der Signalübertragungswege blockieren
sollen. Obwohl derartige Mittel möglicherweise als neue Krebstherapeutika
in Frage kommen, wird angenommen, dass viele Inhibitoren der Signalübertragung
eher in zytostatischer als in zytotoxischer Weise wirken, indem
die Progression der Zelle durch den Zellzyklus blockiert wird. Dies
unterscheidet sie von traditionellen Krebs chemotherapiewirkstoffen,
da sie weniger toxisch sind, jedoch auch weniger drastische Antitumoraktivität aufweisen.
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WO
97/45412 offenbart die Verwendung eines MEK-Inhibitors und eines
Farnesylproteintransferase(FPT)-Inhibitors zur Behandlung von Krebs.
Die Lehre offenbart keine unerwarteten Vorteile durch die Verabreichung
der beiden Wirkstoffe in Kombination. Potenzierungsmittel, wie die
Benzocycloheptapyridinverbindungen mit kondensiertem Ringsystem,
die die Wirksamkeit antineoplastischer Mittel erhöhen, sind
in WO 92/11034 offenbart. In dem Dokument WO 97/23478 wird gezeigt,
dass neue tricyclische Amidverbindungen, die Farnesylproteintransferase
inhibieren können,
bei der Behandlung proliferativer Erkrankungen brauchbar sind. Zu
den neuen Verbindungen gehören
SCH66336, von dem ferner von M. Liu et al. in (1998) Cancer Research,
Band 58, Nr. 21, Seiten 4947–4956,
gezeigt wurde, dass es Antitumoraktivität bei menschlichen Tumor-Zenograft-Modellen und Wap-ras-transgenen
Mäusen
hat. D. R. Alessi et al., (1995) J. Biol. Chem., Band 270, Nr. 46,
Seiten 27489–27494,
zeigten die Aktivität
der Verbindung PD098059 als spezifischer Inhibitor der Aktivierung
von Mitogen-aktivierter Proteinkinasekinase in vitro und in vivo.
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Die
Bereitstellung neuer und verbesserter Methoden zur Krebsbehandlung
bleibt eine Herausforderung. Zur Behandlung tumorigener Krebszellen
wäre beispielsweise
die Bereitstellung neuer Methoden sehr erwünscht, die eine drastische
und selektive Induktion des Krebszelltodes erreichen, während potentielle
toxische Nebenwirkungen gegen normale, untransformierte Zellen minimiert
werden. Die vorliegende Erfindung liefert genau solche Behandlungsmethoden.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung liefert die Verwendung eines Farnesylproteintransferase(FPT)-Inhibitors
zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung
von Krebs bei einem Patienten durch Verabreichung
(1)
eines FPT-Inhibitors mit der folgenden Formel
(+)-Enantiomer und (2) eines zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitors
in Mengen, die wirksam sind, um einen synergistischen Grad an Krebszelltod
zu induzieren.
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Die
vorliegende Erfindung liefert ferner die Verwendung eines zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitors zur Herstellung einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Behandlung von Krebs bei einem Patienten durch
Verabreichung
(1) eines FPT-Inhibitors mit der folgenden
Formel
(+)-Enantiomer und (2) eines zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitors
in Mengen, die wirksam sind, um einen synergistischen Grad an Krebszelltod
zu induzieren.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
erreichen eine unerwartet drastische Induktion von Krebszelltod
(insbesondere Zelltod durch Apoptose). Die Effekte sind synergistisch
und hochselektiv gegen transformierte Zellen (insbesondere tumorigene
Krebszellen), wodurch die Verwendung niedriger Dosen zur Minimierung
potentieller toxischer Nebenwirkungen gegen norma le, untransformierte
Zellen möglich
wird. Es wurde überraschenderweise
gefunden, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
eine lang anhaltende, nachhaltige Wirkung auf die Blockierung der
Zellsignalgebung haben, während
wiederum potentielle toxische Nebenwirkungen gegen normale, untransformierte
Zellen minimiert werden. Keine dieser Wirkungen und schon gar nicht
ihre Größenordnung
konnten vor der vorliegenden Erfindung vorausgesagt werden. Unter Ausnutzung
des Vorteils der überraschenden
Synergie und der nachhaltigen, lange anhaltenden Wirkungen dieser
Erfindung werden zudem spezielle, niedrig dosierte Zusammensetzungen
bereitgestellt, so dass effektiv Krebszelltod erreicht wird, während gleichzeitig
ein niedriges Risiko potentiell toxischer Nebenwirkungen auf normale,
untransformierte Zellen aufrechterhalten wird. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
sind besonders brauchbar zur Behandlung verschiedener tumorigener
Krebserkrankungen, insbesondere epithelialer Krebserkrankungen (z.
B. Pankreaskrebs, Eierstockkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs,
Kolorektalkrebs und Blasenkrebs) und Melanom.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Die
FPT-inhibierende Verbindung, die in den
1 bis
7 genannt
ist, (mitunter als "SCH66336" bezeichnet) ist
wie folgt:
(+)-Enantiomer
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1:
Ras-Signalübertragung:
Schematische Darstellung der Komponenten des Ras/MAPK-Signalübertragungswegs.
Dieser lineare Weg vom Wachstumsfaktorrezeptor bis zur. ERK- Aktivierung war der
erste Ras-vermittelte Weg, der aufgeklärt wurde. Ebenfalls dargestellt
sind Stufen, auf die verschiedene Inhibitoren zielen, zu denen der
FPT-Inhibitor SCH66336 und die MEK-Inhibitoren PD098059 und U0126
gehören.
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2:
Die dosisabhängige
Apoptosereaktion auf die Behandlung mit PD098059 wird durch Zusatz von
SCH66336 verstärkt.
H-Ras-CVLS-transformierte Rat2-Zellen wurden 36 Stunden lang mit
den angegebenen Konzentrationen PD098059 (A385-023-M005; Alexis Corporation) entweder
allein oder in Kombination mit SCH66336 behandelt. Die Zellen wurden
durch Trypsin/EDTA-Behandlung geerntet, in Aceton/Methanol (50%:50%)
bei. –20°C 30 Minuten
lang fixiert, ausgedehnt mit PBS gewaschen und 30 Minuten bei Raumtemperatur
mit PBS markiert, das 75 μg/ml
Propidiumiodid (PI; Calbiochem; La Jolla, CA, USA) und 500 μg/ml RNase
(Sigma; St. Louis, MO, USA) enthielt. Die Apoptose wurde durch Propidiumiodid-Färbung chromosomaler
DNA mit FACS-Analyse der Zellpopulation gemessen (FACS-Calibur,
Becton-Dickinson; Mountain View, CA, USA). Die Konzentration von
PD098059 wurde in Gegenwart
oder
Abwesenheit
von
100 nM SCH66336 von 0,25 bis 20 μM
variiert.
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3:
Die dosisabhängige
Apoptosereaktion auf die Behandlung mit SCH66336 wird durch Zusatz von
PD098059 verstärkt.
H-Ras-CVLS-transformierte Rat2-Zellen wurden 36 Stunden lang mit
den angegebenen Konzentrationen SCH66336 entweder allein oder in
Kombination mit PD098059 behandelt. Die Analyse wurde wie in der
Beschreibung der obigen
2 durch- geführt. Die Konzentration von
SCH66336 wurde in Gegenwart
oder
Abwesenheit
von
2,5 μM PD098059
von 0,0125 bis 0,75 μM
variiert.
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4:
Wirkung von SCH66336 und U0126 auf die Apoptose, gemessen mit FACS.
H-Ras-transformierte Rat2-Zellen wurden 24 Stunden lang mit 0 bis
10 μM U0126
(#V1121; Promega Corporation; Madison, WI, USA) in Gegenwart oder
Abwesenheit von 0,5 μM
SCH66336 behandelt. Die Analyse wurde wie in der Legende von 2 beschrieben
durchgeführt.
1 = unbehandelte Zellen, 2 = SCH66336; 3 = 1 μM U0126; 4 = 1 μM U0126 +
SCH66336; 5 = 5 μM U0126;
6 = 5 μM
U0126 + SCH66336; 7 = 10 μM
U0126; 8 = 10 μM
U0126 + SCH66336.
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5:
Wirkung von SCH66336 und PD098059 auf die Apoptose, gemessen mit
Caspaseaktivierung. H-Ras-transformierte Rat2-Zellen und Eltern-Rat2-Zellen
wurden 24 Stunden lang mit 20 μM
PD098059, 0,5 μM
SCH66336 oder einer Kombination beider Wirkstoffe behandelt. Die
Zellen wurden in einem von Clontech empfohlenen Detergenspuffer
lysiert (Apo-Alert CPP32/Caspase-3 Assay) und mit 14 000 UpM 15
Minuten lang bei 4°C
zentrifugiert, um die Zelltrümmer
zu pelletieren. Die Proteinkonzentration des resultierenden Überstands
wurde mit einem BCA-Protein-Assay
(Pierce; Rockford, IL, USA) bestimmt, wobei 175 μg von jedem Lysat unter Verwendung
eines fluorogenen Peptidsubstrats (AC-DEVD-AMC; Clontech; Palo Alto,
CA, USA) mittels Fluorometrie (CytoFluor Plattenleser; Perseptive
Biosystems; Framingham, MA, USA) auf Caspase-3-Aktivität untersucht
wurden. 1 = unbehandelte H-ras-Zellen; 2 = H-ras-Zellen + SCH66336;
3 = H-ras-Zellen + PD09059; 4 = H-ras-Zellen + SCH66336 + PD098959;
5 = unbehandelte Rat2-Zellen; 6 = Rat2-Zellen + SCH66336; 7 = Rat2-Zellen
+ PD09059; 8 = Rat2-Zellen + SCH66336 + PD098959.
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6:
Wirkung von SCH66336 und PD098059 auf ERK1- und ERK2-Phosphorylierung:
H-Ras-transformierte Rat2-Zellen wurden 0 bis 36 Stunden mit 20 μM PD098059
oder 0, 5 μM
SCH66336 behandelt. Die Zellen wurden in einem Detergenspuffer lysiert
und 15 Minuten bei 4°C
mit 14 000 UpM zentrifugiert, um die Zelltrümmer zu pelletieren. Die Proteinkonzentration
des resultierenden Überstands
wurde mit einem BCA-Proteinassay (Pierce, Rockford, IL, USA) bestimmt.
Zellproteine (20 μg)
wurden mit 8–16%
Tris-Glycin-Polyacrylamid-Gelelektrophorese getrennt (Novex; San
Diego, CA, USA). Die Proteine wurden dann zur Western Blot-Analyse
auf PVDF-Membranen überführt. Phosphoryliertes
ERK1 und ERK2 wurden mit einem für
die phosphorylierten p42/44 MAPK-Proteine spezifischen polyklonalen
Kaninchen-Antikörper
(phospho-Thr202/Tyr204 specific; #9101; New England Biolabs, Inc.;
Beverly, MA, USA) detek tiert. Das gesamte ERK1 und ERK2 wurde mit
einem für
p42/44 MAPK-Proteine spezifischen polyklonalen Kaninchen-Antikörper (#9102;
New England Biolabs, Inc.; Beverly, MA, USA) detektiert. Beide Antikörper wurden
mit Anti-Maus-HRP-Antikörper
der Ziege (Meerrettich-Peroxidase; Chemicon; Temecula, CA, USA)
erkannt und durch verstärkte
Chemilumineszenz sichtbar gemacht (SuperSignal West Pico Chemiluminescent
Substrate; Pierce; Rockford, IL, USA).
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7:
Intrazelluläre
Signalübertragungswege: 1 zeigt
diagrammartig einen linearen Weg, der von Wachstumsfaktorrezeptoren über Ras
zur Aktivierung der MAPK-Kaskade führt. Es ist klar, dass Signalwege erheblich
komplexer sind, mit mehreren Verzweigungen und Zwischenverbindungen.
Ein Teil dieser Komplexität
ist hier in 7 illustriert.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung liefert neue Methoden zur Behandlung von Krebs
durch Kombinieren (1) eines Farnesylproteintransferase(FPT)-Inhibitors
und (2) eines zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitors.
- (1) ein "Farnesylproteintransferase-Inhibitor" oder "FPT-Inhibitor" oder "FTI" ist hier definiert
als eine Verbindung, die (i) FPT stark inhibiert (jedoch vorzugsweise
nicht Geranylgeranylproteintransferase I, in vitro), (ii) die phänotypische
Veränderung
blockiert, die durch eine Form von transformierendem H-ras induziert wird,
das ein Farnesylakzeptor ist (jedoch vorzugsweise nicht durch eine
Form von transformierendem H-ras, das gentechnisch so verändert worden
ist, dass es ein Geranylgeranylakzeptor ist), (iii) die intrazelluläre Farnesylierung
von ras blockiert, und (iv) das abnormale Zellwachstum blockiert.
- (2) Ein "Ras-Signalweginhibitor" ist hier definiert
als ein Mittel, das die Aktivität
eines beliebigen Proteins in dem in 1 gezeigten
Signalübertragungsweg
blockiert. Ein besonders bevorzugter Ras-Signalweg-Inhibitor ist
ein "MEK-Inhibitor", der hier definiert
ist als ein Mittel, das die in vitro-Enzymaktivität eines MEK(MAPK/ERK-Kinase)-Proteins
blockiert (vorzugsweise MEK1 und MEK2 inhibiert) und somit die Aktivierung
eines MAPK-Proteins blockiert, wie durch eine Blockierung der Phosphorylierung
des MAPK-Proteins deutlich wird. Dies kann durch Western Blot-Analyse
auf phosphorylierte MAPK detektiert werden, wie z. B. in Dudley
et al., Proc Natl Acad Sci. 92: 7686–7689 (1995) und Favata et
al., J Biol Chem. 273: 18623–32
(1998) beschrieben ist.
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1. FPT-Inhibitoren
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Als
Einzelmittel oder in Kombination mit Chemotherapie (siehe z. B.
Liu et al, 1998) stellen FPT-Inhibitoren einen führenden Ansatz zum Blockieren
der Funktion von Ras-Onkoproteinen dar. FPT katalysiert die Addition
einer Isoprenyl-Lipideinheit
an einen Cysteinrest, der in der Nähe des Carboxy-Terminus des Ras-Proteins
vorliegt. Dies ist die erste Stufe in einem posttranslationalen
Verarbeitungsweg, der sowohl für Ras-Membranassoziierung
als auch Ras-induzierte onkogene Transformation essentiell ist.
Es ist über
zahlreiche FPT-Inhibitoren,
einschließlich
einer Vielzahl peptidomimetischer Inhibitoren sowie anderer kleiner
Moleküle
als Inhibitoren berichtet worden, insbesondere die tricyclischen
FPT-Inhibitoren, beispielsweise SCH66336. FPT-Inhibitoren greifen
in die nach der Translation erfolgende Verarbeitung von Ras-Proteinen
in Zellen ein und zeigen in einer breiten Vielfalt von in vitro-
und in vivo-Krebsmodellen Antitumoraktivität (Bishop et al., 1995; Liu
et al., 1998). Zu der Antitumoraktivität von SCH66336 gehören die
Inhibierung des verankerungsunabhängigen Wachstums einer Vielzahl
humaner Tumorzelllinien in vitro und ihres Wachstums als Xenografts
in immunbeeinträchtigten
Mäusen
(Liu et al., 1998). Menschliche Tumorzelllinien unterscheiden sich signifikant
hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber den Wachstumswirkungen
von FPT-Inhibitoren. Empfindlichkeit oder Widerstandsfähigkeit
korrelieren nicht mit dem Ras-Mutationsstatus.
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In
mehreren transgenen Maus-Tumormodellen (z. B. MMTV-H-Ras, WAP-H-Ras, TGFα und TGFα/neu) werden
durch Behandlung mit FPT-Inhibitoren signifikante Tumorregressionen
induziert. Diese Regressionen sind mit einem Anstieg der Apoptose
assoziiert (Liu et al 1998; Barrington et al., 1998; Norgaard et
al., 1999). FPT-Inhibitoren können
auch Apoptose transformierter Zellen in Kultur induzieren. Es ist
berichtet worden, dass die apoptotische Wirkung in vitro Wachstum
in armem Serum oder erzwungenes Wachstum in Suspension erfordert
(Hung and Chaung, 1998; Lebowitz et al., 1997; Suzuki et al., 1998).
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Es
ist auch gezeigt worden, dass FPT-Inhibitorbehandlung die Aktivität des MAPK-Wegs
in Ha-Ras-transformierten Rat1-Zellen
reduziert (z. B. James et al., 1994). Diese Abnahme der MAPK-Aktivität korreliert
mit einer Abnahme des Zellwachstums. FPT-Inhibitoren reduzierten
die MAPK-Aktivität
bei untransformierten Rat1-Zellen nicht.
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2. Mittel, die auf MEK
zielen:
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Der
MAPK-Weg ist auch als Ziel für
die Entwicklung von Antikrebstherapeutika untersucht worden, und die
Wirkungen spezieller Inhibitoren dieses Wegs auf Tumorzelllinien
sind beschrieben worden (Dudley et al., 1995; Favata et al., 1998).
Der am besten charakterisierte MEK-Inhibitor ist PD098059, ein kleines
Molekül, das
die Aktivität
von MEK1 und MEK2 über
direkte Bindung in einer Weise inhibiert, die in Bezug auf beide Substrate
(ATP oder ERK-Protein) nicht-kompetitiv ist. Dies führt zu verringerter
MEK1- und MEK2-Phosphorylierung und verringerter Aktivierung der
MEK-Substrate, ERK1 und ERK2. PD098059-Behandlung blockiert Wachstumfaktor-vermittelte
Proliferation und verankerungsunabhängiges Wachstum Ras-transformierter
Zellen (Alessi et al, 1995, J Biol Chem. 270: 27489–27494).
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In
jüngerer
Zeit wurde über
einen neuen MEK-Inhibitor, U0126, berichtet, der mit einer höheren Affinität als PD098059
an MEK bindet (Favata et al., 1998). Für detailliertere Informationen über MEK-Inhibitoren und
Verfahren zur Herstellung von MEK-Inhibitoren kann z. B. auf die
internationalen Patentveröffentlichungen WO
99/01421 (14. Januar 1999) und WO 99/01426 (14. Januar 1999) verwiesen
werden.
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3. Mittel, die auf Wachstumsfaktorrezeptoren
zielen:
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Es
gibt zwei Hauptansätze
zum Blockieren der Wachstumsrezeptor-Signalwege: (i) monoklonale
Antikörper,
die gegen den Rezeptor gerichtet sind; (ii) Inhibitoren der Rezeptor-Tyrosinkinase-Aktivität und (iii)
Antisense-Nukleinsäuren
zum Blockieren der Protein-Expression. Monoklonale Antikörper gegen
den Rezeptor schließen
jene ein, die auf den erbB2-Rezeptor zielen (z. B. HERCEPTIN®/trastuzumab
von Genentech) und jene, die auf den EGF-Rezeptor zielen. Der am
besten charakterisierte Anti-EGF-Rezeptorantikörper ist der chimäre Antikörper C225
(Goldstein et al. (1995), Clin Cancer Res. 1: 1311–1318).
Sowohl HERCEPTIN® als auch C225 haben Wirksamkeit
in präklinischen
Tumormodellen gezeigt, in denen ihre verwandten Rezeptoren exprimiert
werden.
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Es
ist auch über
kleine. Moleküle
als Inhibitoren der Tyrosinkinaseaktivität berichtet worden, wobei sich
mindestens zwei dieser Verbindungen bereits in klinischen Studien
am Menschen befinden: der PDGF-Rezeptorinhibitor von Sugen, SU101,
der sich in Phase III der klinischen Prüfung auf Gliom und in früheren Stadien
von Studien für
andere Krebsindikationen befindet, und der EGF-Rezeptorinhibitor
von Pfizer, CP-358,774, der sich in einer frühen Phase der klinischen Prüfung befindet
(Moyer et al. (1997), Cancer Res. 57: 4838–4848).
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4. Andere Signalantagonisten:
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Zusätzlich zu
den oben beschriebenen Ansätzen
ist für
die Entdeckung von Krebswirkstoffen auf andere Elemente des Ras-Signalwegs und anderer
Signalübertragungswege
gezielt worden. Die SH2-Proteine (SHC und Grb2), die Wachstumsfaktorrezeptoren
mit der Ras-Aktivierung verknüpfen,
sind Ziele von peptidomimetischen Mitteln, die die Bindung der SH2-Domänen an Phosphotyrosin
enthaltende Proteinsequenzen blockieren.
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Die
Proteinkinase Raf, die Ras mit MEK1,2-Aktivierung verknüpft, war
auch das Ziel sowohl der kleinen Moleküle als Kinase-Inhibitoren als
auch der Antisense-Ansätze.
Der letztere Ansatz (ISIS-5132) befindet sich in der Phase II der
klinischen Prüfung
(Monia et al., 1996).
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Zu
anderen relevanten Zielen der intrazellulären Signalgebung gehören die
Phospholipid-Kinase PI3K (Phosphatidylinositol-3-Kinase) und Protein-Kinase
C.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
können
die erfindungsgemäßen Verfahren
zur Behandlung tumorigener Krebszellen verwendet werden, indem sie
eine signifikante Wirkung auf den Zelltod (z. B. durch Apoptose)
im Falle der Krebszellen haben (d. h. indem sie eine signifikante
Wirkung auf den Zelltod haben, die über bloße Arretierung des Wachstums
hinausgeht), während
die Wirkstoffe zugleich in relativ niedrigen Dosen (und/oder weniger
häufig)
verabreicht werden können,
um potentielle toxische Nebenwirkungen gegen normale, untransformierte
Zellen zu minimieren. Die vorliegende Erfindung liefert zudem neue
Verfahren zur Behandlung von Krebs, indem eine längere, nachhaltigere Wirkung
auf das Blockieren der Zellsignalgebung bereitgestellt wird, während zugleich
das Risiko potentieller toxischer Nebenwirkungen gegen normale Zellen
minimiert wird.
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Die
vorliegende Erfindung liefert somit auch Verfahren, um einen synergistischen
Grad an Krebszelltod (z. B. Apoptose) bei einem Krebspatienten zu
induzieren, bei dem gleichzeitig oder sequentiell wirksame Mengen
(1) eines FPT-Inhibitors und (2) eines zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitors
verabreicht werden (d. h. in Mengen, die ausreichen, um einen synergistischen
Grad an Krebszelltod zu induzieren, wie z. B. durch den Propidiumiodid-Fluoreszenz-Assay
gemessen wird, der in Dengler et al., (1995) Anticancer Drugs. 6: 522–32, beschrieben
wurde. In ähnlicher
Weise werden hier Verfahren zum Abtöten von Krebszellen bei einem Krebspatienten
bereitgestellt (gemessen durch den Assay von Dengler et al., 1995),
bei dem wirksame Mengen (1) eines FPT-Inhibitors und (2) eines zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitors verabreicht werden.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
beinhalten die erfindungsgemäßen Verfahren
zudem Verfahren zur Behandlung von Tumoren und für die Regression des Tumorvolumens
(z. B. gemessen mittels CAT-Scan) bei einem Patienten, der dieser
Behandlung bedarf (z. B. einem Säuger,
wie einem Menschen), indem gleichzeitig oder sequentiell (1) ein
FPT-Inhibitor und (2) ein zusätzlicher
Ras-Signalweg-Inhibitor in Mengen verabreicht werden, um dies zu
erreichen. Beispiele für
Tumoren, die behandelt werden können,
schließen
epitheliale Krebserkrankungen, z. B. Prostatakrebs, Lungenkrebs
(z. B. Lungen-Adenokarzinom), Pankreaskrebse (z. B. Pankreaskarzinom,
wie beispielsweise exokrines Pankreaskarzinom), Brustkrebserkrankungen,
Kolonkrebserkrankungen (z. B. kolorektale Karzinome, wie beispielsweise
Kolon-Adenokarzinom und Kolon-Adenom), Eierstockkrebs, Blasenkarzinom
und Krebserkrankungen der Leber ein, sind jedoch nicht auf diese
begrenzt. Melanom, myeloide Leukämien
(beispielsweise akute myelogene Leukämie), Sarkome, Schilddrüsenfollikelkrebs
und myelodysplastisches Syndrom gehören zu anderen Krebserkrankungen,
die behandelt werden können.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch pharmazeutische Zusammensetzungen,
die einen FPT-Inhibitor und einen zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitor
enthalten, zur Behandlung von Krebs (einschließlich Induktion von Krebszelltod
und Tumorregression) und die Herstellung derartiger Zusammensetzungen
zur Verfügung.
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Die
folgenden Begriffe haben hier die folgenden Bedeutungen, wenn nicht
anders angegeben:
- "Wachstumsfaktorrezeptor-Inhibitor": ein Mittel, das
die Signalübertragungseigenschaften
eines Wachstumsfaktorrezeptors blockiert. Diese können als
direkte Inhibitoren der Tyrosinkinase-Aktivität des Rezeptors oder durch
Inhibierung der ligandenstimulierten Aktivierung der Kinaseaktivität des Rezeptors
wirken, wie in Levitzki und Gazit, 1995 (Science. 267: 1782–1788) beschrieben
wurde.
- "Tyrosinkinase-Inhibitor": ein Mittel, das
die Tyrosin-Phosphorylierungsaktivität blockiert,
indem es entweder mit ATP konkurriert oder über eine allosterische Wechselwirkung
mit dem Enzym, wie in Levitzki und Gazit, 1995, beschrieben wurde.
- "Proteinkinase-Inhibitor": ein Mittel, das
die Protein-Phosphorylierungsaktivität an Serin-,
Threonin- oder Tyrosinresten blockiert, wie in Levitzki und Gazit,
1995, beschrieben wurde.
- "p185 erbB2/HER2/neu-Rezeptor-Inhibitor" oder "erbB2-Rezeptorinhibitor": ein Mittel, das
die Signalübertragungseigenschaften
des erbB2-Rezeptors blockiert, indem es entweder die Tyrosinkinase-Aktivität des Rezeptors
inhibiert oder die Ligandenstimulation der Kinaseaktivität des Rezeptors
blockiert, wie in Levitzki und Gazit, 1995 beschrieben wurde.
- "PDGF-Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor": ein Mittel, das
die Signalübertragungseigenschaften
des von Thrombozyten abgeleiteten Wachstumsfaktor(PDFG)-Rezeptors
blockiert, indem es entweder die Tyrosinkinase-Aktivität des Rezeptors
inhibiert oder die PDGF-Stimulation der Kinaseaktivität des Rezeptors
blockiert, wie in M. Kovalenko et. al. (1994). Cancer Res. 54: 6106–6114 beschrieben
wurde.
- "EGF-Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor": ein Mittel, das
die Signalübertragungseigenschaften
des epidermalen Wachstumsfaktor(EGF)-Rezeptors blockiert, indem
es entweder die Tyrosinkinase-Aktivität des Rezeptors inhibiert oder
die EGF-Stimulation
der Kinaseaktivität
des Rezeptors blockiert, wie in Fry et. al. (1994). Science 9: 1093–1095 beschrieben
wurde.
- "Ein Antikörper, der
gegen die extrazelluläre
Domäne
eines Wachstumsfaktorrezeptors gerichtet ist": Ein solcher Antikörper blockiert die biologische
Aktivität
des Wachstumsfaktorrezeptors, indem die Bindung des Liganden inhibiert
wird und/oder ligandenstimulierte Aktivierung der Rezeptor-Tyrosinkinase verhindert
wird, wie in J. Mendelsohn, (1992) J Natl Cancer Inst Monogr 13:
125–131
beschrieben wurde.
- "Ein monoklonaler
Antikörper,
der auf den p185 erbB2/HER2/neu-Rezeptor zielt" oder "ein monoklonaler Antikörper, der
auf den erbB2-Rezeptor zielt":
Ein solcher Antikörper
blockiert die biologische Aktivität des HER2-Rezeptors, was sich
durch Inhibierung der Bindung des Liganden und/oder Verhinderung
der ligandenstimulierten Aktivierung der Wachstumsfaktorrezeptor-Kinase äußert, wie
in Pegram et al., 1998, beschrieben wurde; siehe auch Carter et
al. (1992), Proc. Natl Acad. Sci. 89: 4285–4289.
- "Ein monoklonaler
Antikörper,
der auf den EGF-Rezeptor zielt":
Gezeigt durch einen monoklonalen Antikörper, der die EGF-Bindung und/oder
EGF-stimulierte Kinaseaktivität
inhibiert, wie in J. Mendelsohn, (1992) J Natl Cancer Inst Monogr
13: 125–131
beschrieben wurde.
- "Ein Antisense-Molekül, das gegen
einen Wachstumsfaktorrezeptor oder eine andere Komponente im Ras-Signalweg
gerichtet ist":
Ein modifiziertes Oligonukleotid, das in die Messenger-RNA-Translation (und
somit die Protein-Expression) einer beliebigen Proteinkomponente
in dem Weg eingreift, wie in Wang et al., 1998 oder Resnicoff, 1998,
beschrieben wurde. Für
eine allgemeine Erörterung
der Antisense-Technologie siehe z. B. Antisense DNA and RNA, (Cold
Spring Harbor Laboratory, Herausgeber D. Melton, 1988)
- "gleichzeitig": (1) zeitlich simultan
oder (2) zu unterschiedlichen Zeiten während des Verlaufs eines gemeinsamen
Be- handlungsschemas, und
- "sequentiell": (1) Verabreichung
einer Komponente des Verfahrens ((a) FPT-Inhibitor oder (b) eines
zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitors),
gefolgt von Verabreichung der anderen Komponente; nach Verabreichung
von einer Komponente kann die zweite Komponente im Wesentlichen
unmittelbar nach der ersten Komponente verabreicht werden, oder
die zweite Komponente kann nach einem effektiven Zeitraum nach der
ersten Komponente verabreicht werden, wobei der effektive Zeitraum
die Zeitdauer ist, die zur Realisierung des maximalen Nutzens aus
der Verabreichung der ersten Komponente zur Verfügung gestellt wird.
- "Stromabwärts" ist hier als eine
Proteinaktivität
(innerhalb des Ras-Signalgebungswegs) definiert, die durch Ras entweder
direkt über
Protein:Protein-Bindung oder indirekt durch ein Ras-reguliertes
Effektorprotein reguliert wird. In Bezug auf 1 kann somit
ein "Element stromabwärts von
Ras" z. B. Mek1,2
oder Erk1,2 sein.
- "Stromaufwärts" ist hier als eine
Proteinaktivität
(innerhalb des Ras-Signalgebungswegs) definiert, die die Aktivität von Ras
entweder direkt über
Protein:Protein-Bindung oder indirekt durch Regulierung eines anderen Proteins
reguliert, welches direkt an Ras bindet und die Ras-Aktivität reguliert.
Ein "Element stromaufwärts von Ras" kann somit z. B.
erbB2, PDGF-Rezeptor, IGF-Rezeptor oder EGF-Rezeptor sein
- "Zelltod" ist hier der Tod
einer Zelle, der entweder unter physiologischen Bedingungen oder
durch akute Verletzung induziert wurde und aus der Zerlegung der
Zellorganellen und -proteine und Aufhebung der metabolischen Prozesse
resultiert, wie in M. Raff, (1998). Nature. 396: 119–122, besprochen
wurde. Der Zelltod kann z. B. durch den Propidiumiodid-Durchflusszytometrie-Assay
gemessen werden, der in Dengler et al., (1995) Anticancer Drugs.
6: 522–32,
beschrieben wurde.
- "Apoptose" bedeutet in der
vorliegenden Beschreibung eine Form des Zelltods (programmierter
Zelltod), die stereotype morphologische Veränderungen zeigt, wie in M.
Raff (1998) Nature. 396: 119–122,
besprochen wurde. Die Apoptose kann z. B. durch den Propidiumiodid-Durchflusszytometrie-Assay
gemessen werden, der in Dengler et al., (1995) Anticancer Drugs.
6: 522–32,
beschrieben wurde, oder durch den in situ-Assay mit terminaler Deoxynukleotidyltransferase
und Nick-Translation (TUNEL-Analyse),
beschrieben in Gorczyca, (1993) Cancer Res 53: 1945–51.
- "Synergistisch" oder "synergistischer Grad" ist hier als eine
Wirkung definiert, die durch die Kombination zweier Kom ponenten
erreicht wird und größer als
die Summe der Wirkungen von jeweils einer der beiden Komponenten
allein ist (wobei die Menge der Komponente konstant gehalten wird).
Die Formulierung "Mengen,
die wirksam sind, um einen synergistischen Grad an Krebszelltod
zu induzieren" bezieht
sich somit beispielsweise auf Mengen zweier Komponenten, die einen
Grad des Krebszelltods (z. B. Zelltod durch Apoptose, gemessen durch
den Propidiumiodid-Durchflusszytometrie-Assay, beschrieben in Dengler
et al., (1995) Anticancer Drugs. 6: 522–32, oder durch den in situ-Assay
mit terminaler Deoxynucleotidyl-Transferase und Nick-Translation
(TUNEL-Analyse), beschrieben in Gorczyca, (1993) Cancer Res 53:
1945–51.)
erreichen, der größer als die
Summe der Wirkungen von jeweils einer der beiden Komponenten allein
ist.
- "Nachhaltige
Wirkung" ist hier
definiert als verlängerte/verstärkte Apoptosereaktion
auf die Kombinationsbehandlung mit einem FPT I und einem MEK1,2-Inhibitor,
verglichen mit einer Einzelbehandlung allein. Die Folgen einer "nachhaltigen Wirkung" können entweder
durch Messung der MAPK-Aktivität
oder des Zelltods oder der Apoptose überwacht werden, wie zuvor
beschrieben wurde. Der effektive Zeitverlauf zur Inhibierung des MAPK-Wegs
durch die individuellen Wirkstoffe ist dosisabhängig. Die Experimente hier
zeigen jedoch, dass die MEK1,2-Inhibitoren den MAPK-Weg bei Ablauf
oder vor Ablauf einer 6 Stunden dauernden Behandlung optimal inhibieren,
während
SCH66336 optimale MAPK-Weg-Inhibition 12 bis 18 Stunden nach der
Behandlung zeigt. Es ist gezeigt worden, dass die MAPK-inhibierende Wirkung
von SCH66336 bis zu 72 Stunden nach der Behandlung anhält. Die
Kombination der beiden Wirkstoffe kann somit zu einer "nachhaltigen" Inhibierung des
MAPK-Weges für
einen langen Zeitraum führen,
vorzugsweise für
einen Zeitraum, der mit dem Ablauf von oder unmittelbar vor dem
Ablauf von 6 Stunden nach Behandlung beginnt, und vorzugsweise fortlaufend
bis 36 Stunden, insbesondere 72 Stunden nach der Behandlung. (Siehe
z. B. 6).
-
Der
Begriff "Abtöten von
Krebszellen" bedeutet
Induktion des Krebszelltodes von transformierten tumorigenen Krebszellen.
-
Verwendung von Chemotherapie
und/oder Strahlungstherapie als zusätzliche Mittel in den erfindungsgemäßen Behandlungen
-
Chemotherapeutika
und/oder Strahlung können
den erfindungsgemäßen Behandlungsschemata
(zusätzlich
zu der Kombination (1) eines Farnesylproteintransferase(FPT)-Inhibitors
und (2) eines zusätzlichen Ras-Signalweg-Inhibitors)
hinzuzugefügt
werden. Zur Verwendung von Chemotherapie und/oder Strahlungstherapie
in Kombination mit nur einem FPT-Inhibitor kann auf M. Liu et al.
Cancer Res. 58: 4947–4956
(1998) und die US-Patentanmeldung USSN 09/217,335 verwiesen werden,
auf die hier ausdrücklich
Bezug genommen wird.
-
Zu
Verbindungsklassen, die als chemotherapeutisches Mittel verwendet
werden können,
gehören:
Alkylierungsmittel, Antimetabolite, natürliche Produkte und ihre Derivate,
Hormone und Steroide (einschließlich synthetischer
Analoga) und synthetische Substanzen. Nachfolgend werden Beispiele
für Verbindungen
in diesen Klassen gegeben.
-
Alkylierungsmittel
(einschließlich
Stickstoff-Lost-Verbindungen, Ethyleniminderivaten, Alkylsulfonaten, Nitrosoharnstoffen
und Triazenen): Uracil-Lost, Chlormethin, Cyclophosphamid (Cytoxan®),
Ifosfamid, Melphalan, Chlorambucil, Pipobroman, Triethylen-melamin,
Triethylenthiophosphoramin, Busulfan, Carmustin, Lomustin, Streptozocin,
Dacarbazin und Temozolomid.
-
Antimetabolite
(einschließlich
Folsäureantagonisten,
Pyrimidinanaloga, Purinanaloga und Adenosindeaminaseinhibitoren):
Methotrexat, 5-Fluoruracil, Floxuridin, Cytarabin, 6-Mercaptopurin,
6-Thioguanin, Fludarabinphosphat, Pentostatin und Gemcitabin.
-
Naturprodukte
und ihre Derivate (einschließlich
Vinca-Alkaloiden, Antitumorantibiotika, Enzymen, Lymphokinen und
Epi podophyllotoxinen): Vinblastin, Vincristin, Vindesin, Bleomycin,
Dactinomycin, Daunorubicin, Doxorubicin, Epirubicin, Idarubicin,
Paclitaxel (Paclitaxel ist im Handel als Taxol® erhältlich),
Mithramycin, Desoxycoformycin, Mitomycin-C, L-Asparaginase, Interferone
(insbesondere IFN-α),
Etoposid und Teniposid.
-
Hormone
und Steroide (einschließlich
synthetischer Analoga): 17α-Ethinylestradiol,
Diethylstilbestrol, Testosteron, Prednison, Fluoxymesteron, Dromostanolonpropionat,
Testolacton, Megestrolacetat, Tamoxifen, Methylprednisolon, Methyltestosteron,
Prednisolon, Triamcinolon, Chlortrianisen, Hydroxyprogesteron, Aminoglutethimid,
Estramustin, Medroxyprogesteronacetat, Leuprolid, Flutamid, Toremifen,
Zoladex.
-
Synthetische
Substanzen (einschließlich
anorganischer Komplexe wie Platinkoordinationskomplexe): Cisplatin,
Carboplatin, Hydroxyharnstoff, Amsacrin, Procarbazin, Mitotan, Mitoxantron,
Levamisol und Hexamethylmelamin.
-
Verfahren
zur sicheren und wirksamen Verabreichung der meisten dieser chemotherapeutischen
Mittel sind Fachleuten bekannt. Ihre Verabreichung ist darüber hinaus
in der Standardliteratur beschrieben. Beispielweise ist die Verabreichung
von vielen der chemotherapeutischen Mitteln in der "Physicians' Desk Reference" (PDR), z. B. Ausgabe
1996 (Medical Economics Company, Montvale, NJ 07645-1742, USA) beschrieben,
auf deren Offenbarung hier Bezug genommen wird.
-
Beispiele
-
Die
nachfolgend gegebenen Beispiele beschreiben die Wirkung der Kombination
eines FPT-Inhibitors (SCH66336) mit einem MEK-Inhibitor (entweder
PD098059 oder U0126) auf den programmierten Zelltod (Apoptose) in
H-Ras-transformierten Rat2-Zellen. Ähnlich Tumorzelllinien
zeigen diese Zellen einen vollständig transformierten
Phänotyp
einschließlich
der Fähigkeit,
verankerungsunabhängig
in Weichagar und als Xenografts in Nacktmäusen zu wachsen.
-
Die
in den folgenden Beispielen verwendete FPT-inhibierende Verbindung
(SCH66336, Schering-Plough Research Institute) hat die folgende
Formel:
(+)-Enantiomer
-
"PD098059", ein spezieller
MEK-Inhibitor, hat die folgende chemische Struktur:
-
PD098059
ist detaillierter in Dudley et al., 1995 beschrieben. Die Druckschrift
von Dudley et al. erwähnt,
dass der lyophilisierte Feststoff in den in den hier beschriebenen
Experimenten verwendeten Reagenzkonzentrationen in DMSO wiederaufgelöst werden
muss.
-
"U0126", ein weiteres Beispiel
für einen
MEK-Inhibitor, hat die folgende chemische Struktur:
-
U0126
ist detaillierter in Favata et al., 1998, beschrieben. Die Druckschrift
von Favata et al. erwähnt auch,
dass der lyophilisierte Feststoff in den in den hier beschriebenen
Experimenten verwendeten Reagenzkonzentrationen in DMSO wiederaufgelöst werden
muss.
-
Materialien
und Verfahren
-
Zelllinien und Behandlungen
-
In
allen Fällen
enthielten die Ras-Sequenzen eine Gly12 zu
Val-Aktivierungsmutation. H-ras (G12V; CVLL) steht für eine Ser189 zu Leu-Mutation, die eine geranylgeranylierte
Form des H-ras-Proteins erzeugt. Die cDNAs, die diese H-ras-Proteine
repräsentieren,
wurden zur Erzeugung stabiler Ras-exprimierender Rat2-Zelllinien
durch retrovirale Transduktion und Selektion mit dem Neomycin-Gen
(Kirschmeier et al., 1988) in das pMV7-Plasmid subkloniert. Die
hier präsentierten
stabilen Zelllinien repräsentieren
individuelle Klone von Ras-exprimierenden, Neomycin-selektierten
Zellen. H-ras (G12V)/Rat2, H-ras
(G12V; CVLL)/Rat2 und Eltern-Rat2-Zellen wurden in DMEM wachsen
gelassen, das 10 % fötales
Kälberserum,
Penicillin, Streptomycin, nicht-essentielle Aminosäuren, L-Glutamin,
und für
die Ras-Transformanten 200 μg/ml
Geneticin (Gibco/BRL; Gaithersburg, MD, USA) enthielt. Alle ras-transformierten
Zellen zeigten einen vollständig
transformierten Phänotyp
einschließlich
verankerungsunabhängigem
Wachstum und tumorigenen Fähigkeiten.
-
PD098059
(A385-023-M005; Alexis Corporation; San Diego, CA, USA) und U0126
(#V1121; Promega Corporation; Madison, WI, USA) wurden gemäß Dudley
et al. (1995) und Favata et al. (1998) verwendet.
-
FACS-Analyse
-
FACS-Analyse
wurde unter Verwendung von Standardprotokollen durchgeführt. Die
Zellen wurden durch Trypsin/EDTA-Behandlung geerntet, das Trypsin
wurde mit DMEM neutralisiert, das 10 % FCS enthielt, und die Zellen
wurden bei 500 × g
5 Minuten lang pelletiert. Die Zellen wurden mit PBS gewaschen,
pelletiert, in 0,5 ml PBS resuspendiert und mit 2 ml eiskaltem Aceton:Methanol
(1:1) 30 Minuten bei –20°C fixiert.
Um chromosomale DNA mit Propidiumiodid (PI) zu markieren, wurden
die fixierten Zellen zweimal mit PBS gewaschen, bevor 1 × 106 Zellen/ml in PBS, 75 μg/ml PI (Calbiochem; La Jolla,
CA, USA), 500 μg/ml
RNase (Sigma; St. Louis, MO, USA) erneut suspendiert wurden und
30 Min bei RT inkubiert wurden. Die Zellen wurden durch eine 35 μm Strainer
Cap (Becton Dickinson; Franklin Lakes, NJ) filtriert und vor der
FACS-Analyse mit einem FACS-Calibur
(Becton Dickinson; Mountain View, CA, USA) bei 4°C gelagert. Die Quantifizierung
wurde mit CellQuest (Becton Dickinson; Mountain View, CA, USA) durchgeführt.
-
Caspase-Aktivitäts-Assay
-
H-Ras-transformierte
Rat2-Zellen und Eltern-Rat2-Zellen wurden 36 Stunden lang bei 37°C mit 20 μM PD098059,
0,5 μM SCH66336
oder einer Kombination beider Wirkstoffe behandelt. Die Zellen wurden
mit Trypsin/EDTA geerntet, 5 Minuten lang bei 500 × g pelletiert,
mit PBS gewaschen und erneut pelletiert. Die Zellen wurden in einem
Lysepuffer (ApoAlert CPP32/Caspase-3 Assay Kit; Clontech Laboratories;
Palo Alto, CA, USA) resuspendiert/lysiert, der "Complete"-Proteaseinhibitoren (Boehringer Mannheim;
Deutschland) enthielt, 10 Minuten auf Eis inkubiert und 3 Minuten
lang bei 4°C
bei 12 000 UpM zentrifugiert, wie in dem Clontech-Protokoll empfohlen
wird. Die Proteinkonzentration der Zelllysate wurde mit dem BCA-Protein-Assay (Pierce;
Rockford, IL, USA) bestimmt und ungefähr 30 μg von jedem Lysat unter Verwendung
eines fluorogenen Peptidsubstrats (Ac-DEVD-AFC; Clontech; Palo Alto,
CA, USA) mittels Fluorometrie (CytoFluor Plattenleser; Perseptive
Biosystems; Framingham, MA, USA) auf Caspase-3-Aktivität untersucht
wurden.
-
Western Blot Analyse des
ERK1,2-Phosphorylierungsstatus
-
Die
Zellen wurden in einem Detergenspuffer lysiert (mitgeliefert im
ApoAlert CPP32/Caspase-3-Assay-Kit; Clontech; Palo Alto, CA, USA)
und bei 14 000 UpM 15 Minuten lang bei 4°C zentrifugiert, um die Zelltrümmer zu
pelletieren. Die Proteinkonzentration des resultierenden Überstands
wurde mit einem BCA-Proteinassay (Pierce, Rockford, IL, USA) bestimmt.
Zellproteine (20 μg)
wurden an 8–16
%igen Tris-Glycin-Polyacrylamid-Gelen (Novex; San Diego, CA, USA)
getrennt und zur Western Blot-Analyse auf PVDF-Membranen überführt. Die
phosphorylierten ERK1- und ERK2-Proteine wurden mit einem polyklonalen
Kaninchen-Antikörper
detektiert, der für
die phosphorylierte Form der p42/44 MAPK-Proteine spezifisch ist
(phospho-Thr202/Tyr204 specific; New England Biolabs, Inc.; Beverly,
MA, USA). Das gesamte ERK1 und ERK2 wurde mit einem polyklonalen
Kaninchen-Antikörper
detektiert, der für
p42/44 MAPK-Proteine spezifisch ist (New England Biolabs, Inc.;
Beverly, MA, USA). Ein sekundärer
Anti-Kaninchen-HRP-Antikörper
der Ziege (Chemicon; Temecula, CA, USA) ermöglichte die Visualisierung
durch verstärkte
Chemilumineszenz (SuperSignal, West Pico Chemiluminescent Substrate;
Pierce; Rockford, IL, USA).
-
Ergebnisse:
-
1. Wirkungen auf die Apoptose;
fluoreszenzaktivierte Zellsortierung (FACS)
-
Zelluläre Apoptosereaktionen
können
auf verschiedene Weise überwacht
werden, einschließlich
Analyse der chromosomalen DNA-Fragmentierung, fluoreszenzaktivierte
Zellsortierung (FACS) von Propidiumiodid-gefärbten Zellen und Messung der
Caspase-Aktivierung. Zur Bewertung der Apoptosereaktion auf Behandlung
mit einem der Wirkstoffe haben wir die chromosomale DNA der behandelten
Zellen mit Propidiumiodid gefärbt
und die individuellen Zellen mittels FACS analysiert. Typische Zellkulturpopulationen
zeigen einen großen
Peak der Zellen in der G1/G0-Phase des Zellzyklus, wobei ein kleinerer
Peak für
G2/M-Phasenzellen repräsentiert.
Zwischen diesen zwei Peaks sind Zellen in der S-Phase des Zellzyklus.
Zellen, die DNA-Markierung
zeigen, die vor dem G1/G0-Peak liegt, stehen für Zellen mit fragmentierter
DNA, die weniger als die diploide Menge chromosomaler DNA enthalten
und somit Zelltod erleiden (Dengler et al., 1995). Diese Messung ergibt
eine relative Quantifizierung der Apoptose, die mit anderen Apoptose-Assays
vergleichbar ist, einschließlich
TdT-vermittelter dUTP-Nick-End-Markierung
(TUNEL-Analyse); Gorczyca et al., (1993) Cancer Res. 53: 1945–51. In
den nachfolgenden Experimenten haben wir den Prozentsatz der Gesamtzellpopulation im
Sub-G0/G1-Peak als Grad der prozentualen Apoptose bestimmt.
-
Die
Behandlung von H-ras-transformierten Rat2-Zellen mit PD098059 allein
für 36
Stunden führte
zu einem dosisabhängigen
Anstieg des Prozentsatzes der apoptotischen Zellen (2).
Bei einer Konzentration von 20 μM
PD098059 waren 50 % der Zellen apoptotisch. Wenn die PD098059-Dosisreaktion
in Anwesenheit von 100 nM SCH66336 wiederholt wurde, war ein ganz
anderes Ergebnis zu beobachten. In Gegenwart von 100 nM SCH66366
allein waren 30 % der Zellen apoptotisch. Bei Behandlung mit der
Kombination wurden mit lediglich 2,5 μM PD098059 mehr als 60 % der
Zellen in die Apoptose getrieben. Die PD098059- Konzentration, die erforderlich war,
um 50 % Apoptose zu erreichen, betrug 20 μM, wenn diese Verbindung allein
verwendet wurde, jedoch ≤ 1 μM bei Verwendung
in Kombination mit dem FPT-Inhibitor. Dies zeigt, dass SCH66336
Zellen gegenüber
den pro-apoptotischen Wirkungen von PD098059 signifikant sensibilisiert.
-
Das
Umkehrexperiment wurde ebenfalls durchgeführt. Behandlung mit SCH66336
allein für
36 Stunden induzierte eine dosisabhängige apoptotische Reaktion
(3). Bei Verwendung von 0,75 μM SCH66336 waren 70 % der Zellen
apoptotisch. Bei alleiniger Verwendung lag die Konzentration an
SCH66336, die zum Induzieren von 50 % Apoptose erforderlich war,
zwischen 0,25 und 0,5 μM.
In Gegenwart von 2,5 μM PD098059
zeigte die Dosis-Reaktions-Kurve für SCH66336 eine Linksverschiebung,
was eine verstärkte
apoptotische Reaktion bedeutet. Wenn PD098059 vorhanden war, betrug
die Konzentration an SCH66336, die zum Induzieren von 50 % Apoptose
erforderlich war, 50 nM.
-
Eine ähnliche
Reihe von Experimenten wurde mit einem strukturell verschiedenen
MEK-Inhibitor, U0126, durchgeführt
(4). Ähnlich
PD098059 ist U0126 ein sehr selektiver Inhibitor der MEK1,2-Proteine, der
eine starke Inhibition ihrer Kinaseaktivität zeigt (Farata et al., 1990).
Die Behandlung mit U0126 allein führte zu einer dosisabhängigen Induktion
der Apoptose in H-ras-transformierten Rat2-Zellen, wobei mit einer
Konzentration von 10 μM
17 % apoptotische Zellen beobachtet wurden. Wenn dieses Experiment
in Gegenwart von 0,5 μM
SCH66336 wiederholt wurde (eine Konzentration, die für sich genommen
14 % Apoptose induzierte), wurde mit der Kombination eine stärker als
additive Reaktion beobachtet. Die Kombination von 10 μM U0126 und
0,5 μM SCH66336
führte
dazu, dass über
50 der Zellen apoptotisch waren.
-
Diese
Daten zeigen einen signifikanten Anstieg der proapoptotischen Wirksamkeit
in H-ras-transformierten Rat2-Zellen von MEK-Inhibitoren und SCH66336,
wenn sie in Kombination ge- testet wurden. Im Unterschied zu diesen
Ergebnissen waren untransformierte Eltern-Rat2-Zellen oder mit aktivierter
Ki-Ras transformierte Rat2-Zellen unempfindlich gegenüber Apoptose,
die durch eines der Wirkstoffe allein oder durch die Kombination
von SCH66336 und PD098059 induziert wurde (Daten nicht gezeigt).
Fehlende Wirkung in den Ki-Ras-transformierten Rat2-Zellen kann teilweise
durch neuere Beobachtungen erklärt
werden, dass einige Ras-Isoformen (Ki-Ras und N-Ras) sowohl in vitro
als auch in Zellen, die mit FPT-Inhibitoren behandelt wurden, durch
Geranylgeranyltransferase 1 alternativ prenyliert werden (Zhang
et al., 1997; Whyte et al., 1997).
-
2. Wirkungen auf die Apoptose:
Caspase-Aktivierung:
-
Caspasen
sind eine evolutionär
konservierte Familie von Enzymen, die als Antwort auf proapoptotische
Signale die Zelle proteolytisch abbauen und zerlegen (Übersicht
in Thornberry und Lazebnik, 1998). Um Apoptose mit diesem eigenständigen biochemischen
Endpunkt zu bestimmen, haben wir die Caspase-Aktivität in Zelllysaten, die aus H-Ras-transformierten
Rat2-Zellen präpariert
wurden, unter Verwendung eines fluorometrischen Assays auf Caspase
3-Aktivität
gemessen (Apo-Alert CPP32/Caspase-3 Assay; Clontech). Behandlung
der H-Ras-transformierten
Zellen für
24 Stunden mit entweder 0,5 μM
SCH66336 oder 20 μM PD098059
allein erhöhte
die Caspase-Aktivität über das
Hintergrundniveau unbehandelter Zellen (5). Diese
Ergebnisse stehen mit den proapoptotischen Wirkungen von jedem der
Wirkstoffe in Einklang, die mittels FACS-Analyse beobachtet wurden
(2 nach 36 Stunden). Wenn H-Ras-transformierte Rat2-Zellen mit der Kombination
beider Wirkstoffe behandelt wurden, wurde eine mehr als additive
Caspase-3-Reaktion
beobachtet, was wiederum die FACS-Ergebnisse bestätigt.
-
Bei
den Eltern-Rat2-Zellen wurde wenig oder keine Caspase-Aktivierung beobachtet,
wenn sie mit einem der Einzelmittel oder einer Kombination beider
Wirkstoffe behandelt wurden (5).
-
3. Auswirkungen auf die
MAPK-Phosphorylierung:
-
Wir
haben die Fähigkeit
des FPT-Inhibitors SCH66336 und des MEK-Inhibitors PD098059 untersucht, die
MEK-Aktivierung in H-ras-transformierten Rat2-Zellen zu blockieren,
indem wir den Phosphorylierungszustand ihrer Substrate ERK1 und
ERK2 (44 beziehungsweise 42 Kd) gemessen haben. Behandlung der Zellen mit
20 μM Pd098059
verminderte die Phosphorylierung beider Proteine (6).
Die maximale Inhibierung wurde am ersten untersuchten Zeitpunkt
(6 Stunden) beobachtet, und die Phosphorylierung blieb im Zeitverlauf
von 36 Stunden erniedrigt. Behandlung von Zellen mit 0,5 μM SCH66336
verringerte die Phosphorylierung beider Proteine in einer zeit-
(6) und dosisabhängigen (Daten nicht gezeigt)
Weise, wobei 0,5 μm SCH66336
zwischen 24 und 36 Stunden Behandlungsdauer maximale Inhibition
zeigten. In beiden Fällen
war die Inhibition der Phosphorylierung bei dem 44 kDa-ERK1-Protein
stärker
ausgeprägt.
Während
ihr Phosphorylierungsstatus herabgesetzt war, blieb die Gesamtmenge
dieser Proteine durch die Wirkstoffbehandlung im Wesentlichen unbeeinflusst
(6, untere Felder).
-
Diskussion
-
FPT-Inhibitoren,
wie SCH66336, und MEK Inhibitoren, wie PD098059 oder U0126, zielen
auf unterschiedliche Stufen in einem gemeinsamen Signalübertragungsweg.
Wenn beide Mittel kombiniert werden, haben sie überraschenderweise eine mehr
als additive Wirkung auf die Apoptose in H-Ras-transformierten Rat2-Zellen,
gemessen entweder durch FACS-Analyse der SubG0/G1-Population oder
durch Caspase-Aktivierung. Ohne sich auf eine bestimmte Theorie
festzulegen, gibt es für
diese Beobachtung zwei mögliche
Erklärungen.
Es ist erstens möglich,
dass diese Kombination zu einer vollständigeren oder länger anhaltenden (nachhaltigen)
Inhibierung des in 1 skizzierten linearen Wegs
führt.
Alternativ kann die Wirksamkeit der Kombination durch die Tatsache
erklärt
werden, dass intrazelluläre
Signalwege erheblich komplexer und stärker miteinander verbunden
sind als der in 1 abgebildete Weg. Ein komplexeres
Verschaltungsdiagramm ist in 7 gezeigt.
Wie bereits erwähnt,
ist es klar, dass diese Wege sich an mehreren Stufen entlang des Weges
verzweigen. Wachstumsfaktorrezeptoren aktivieren mehrere Signalwege über SH2-vermittelte
Wechselwirkungen. In ähnlicher
Weise sind unter Verwendung von Yeast-2-Hybrid und anderen biochemischen Ansätzen mehrere
Ras-Effektoren identifiziert
worden. Die kombinierte Wirksamkeit eines FPT-Inhibitors und eines
MEK-Inhibitors können.
durch ihre Auswirkungen auf unterschiedliche Zweige dieser Wege
erklärt
werden. Zusätzlich
zu dem Blockieren der H-Ras-vermittelten
Aktivierung von MEK blockieren FPT-Inhibitoren beispielsweise auch
andere Ras-Effektorwege (z. B. die PI3K und Rho-Wege). In ähnlicher
Weise gibt es Anzeichen für
Ras-unabhängige Aktivierung
des MEK/MAPK-Wegs (Duckworth and Cantley, 1997; Morrison and Cutler,
1997). Obwohl die molekularen Komponenten dieses Ras-unabhängigen Weges
noch vollständig
aufgeklärt
werden müssen,
legt dies nahe, dass ein FPT-Inhibitor
allein nicht alle Wege ausschalten kann, die zur MEK/MAPK-Aktivierung
führen.
Die Kombination dieser beiden Klassen von Inhibitoren allein kann
zu einer vollständigeren
Blockade führen.
-
Unabhängig von
dem Mechanismus zeigen die ex vivo-Daten mit der Kombination von
SCH66336 und PD098059 eine beeindruckende Potenzierung der Apoptose
induzierenden Aktivität.
Dieser Typ von erhöhter Wirksamkeit
in Kombination ist zudem erweiterbar, so dass andere Mittel, die
auf Signalübertragungswege
zielen, eingeschlossen sind (z. B. Mittel, die Wachstumsfaktorrezeptoren
blockieren). Diese Wirkungen können, wie
oben gesagt, aus (i) einer vollständigeren Inhibierung des Wachstumsfaktor-Ras-Signalwegs,
als durch die Behandlung mit einem einzelnen Mittel erreicht wird,
oder (ii) aus simultaner Inhibierung mehrerer Signalwege resultieren.
Viele Tumoren können
beispielsweise durch die Wirkung mehrerer Wachstumsfaktoren gesteuert werden,
die jeweils in autokriner oder parakriner Weise wirken, um die Proliferation über ihre
verwandten Rezep toren zu steuern. Die Blockierung eines dieser Rezeptorwege
unter Verwendung von Antikörpern
oder Tyrosinkinase-Inhibitoren
kann eine Antitumorwirkung ausüben,
indem dieser Signalweg blockiert wird, andere Rezeptor-gesteuerte
Wege jedoch unbeeinflusst bleiben. Die Zugabe eines FPT-Inhibitors
kann die Signalgebung von diesen anderen Wegen ausschalten, was
zu einer vollständigeren
Inhibierung der Signalübertragung führt und
somit eine synergistische Antitumorwirkung zeigt. Weil Wachstumsfaktorrezeptoren
zudem bekanntermaßen
mehrere Signalgebungskaskaden initiieren (z. B. Ras/MEK, Phospholipase
Cγ und PI3K),
kann die Inhibition des Ras-Wegs mit einem FPT-Inhibitor oder einem MEK-Inhibitor möglicherweise
ohne Einfluss auf die Signalgebungsfunktion dieser anderen Wege
bleiben. Die Zugabe eines Wachstumsfaktorrezeptor-Antikörpers oder
Tyrosinkinase-Inhibitors zu einer mit einem FPT-Inhibitor behandelten
Tumorzelle kann somit zu einer vollständigeren Inhibition der Signalgebung
führen
und eine synergistische Antitumorwirkung haben, indem diejenigen
Wege ausgeschaltet werden, die von dem FPT-Inhibitor nicht beeinflusst
werden.
-
Ähnliche
Arten von Synergie können
auch beobachtet werden, indem FPT-Inhibitoren mit Mitteln kombiniert
werden, die auf andere Stufen in diesen Signalgebungswegen zielen
(z. B. Raf-Inhibitoren,
SH2-Inhibitoren, PI3K-Inhibitoren usw.).
-
Pharmazeutische
Zusammensetzungen
-
Inerte,
pharmazeutisch annehmbare Träger,
die zur Herstellung von pharmazeutischen Zusammensetzungen der hier
beschriebenen FPT-Inhibitoren und Ras-Signalweginhibitoren verwendet
werden, können fest
oder flüssig
sein. Feste Zubereitungen schließen Pulver, Tabletten, dispergierbare
Granalien, Kapseln, Medizinalkapseln und Zäpfchen ein. Die Pulver und
Tabletten können
etwa 5 bis etwa 70 % aktiven Bestandteil enthalten. Geeignete feste
Träger
sind in der Technik bekannt, z. B. Magnesiumcarbonat, Magnesiumstearat, Talkum,
Zucker und/oder Lactose. Tabletten, Pulver, Kapseln und Medizinalkapseln
kön nen
als feste Dosierungsformen verwendet werden, die für die orale
Verabreichung geeignet sind.
-
Zur
Herstellung von Zäpfchen
wird ein niedrig schmelzendes Wachs, wie eine Mischung von Fettsäureglyceriden
oder Kakaobutter, zuerst geschmolzen und der aktive Bestandteil
darin homogen dispergiert, wie durch Rühren. Die geschmolzene homogene
Mischung wird dann in zweckmäßig bemessene
Formen gegossen, abkühlen
und dadurch verfestigen gelassen.
-
Zubereitungen
in flüssiger
Form schließen
Lösungen,
Suspensionen und Emulsionen ein. Als Beispiel können Wasser oder Wasser-Propylenglykol-Lösungen für die parenterale
Injektion genannt werden. Flüssige Zubereitungen
können
auch Lösungen
für intranasale
Verabreichung einschließen.
-
Aerosolzubereitungen,
die zur Inhalation geeignet sind, können Lösungen und Feststoffe in Pulverform
einschließen,
die in Kombination mit einem pharmazeutisch annehmbaren Träger wie
einem inerten komprimierten Gas vorliegen können.
-
Ebenfalls
eingeschlossen sind feste Zubereitungen, die dazu vorgesehen sind,
kurz vor Gebrauch in Zubereitungen in flüssiger Form für orale
oder parenterale Verabreichung über-
führt zu
werden. Solche flüssigen
Formen schließen
Lösungen,
Suspensionen und Emulsionen ein.
-
Die
hier beschriebenen FPT-Inhibitoren und Ras-Weg-Inhibitoren können auch transdermal zuführbar sein.
Die transdermalen Zusammensetzungen können die Form von Cremes, Lotionen,
Aerosolen und/oder Emulsionen annehmen und können in einem Transdermalpflaster
vom Matrix- oder Reservoirtyp enthalten sein, wie in der Technik
zu diesem Zweck üblich
ist.
-
Die
Verbindungen werden vorzugsweise oral verabreicht.
-
Die
pharmazeutische Zubereitung liegt vorzugsweise in Einheitsdosisform
vor. In einer solchen Form wird die Zubereitung in Einheitsdosen
unterteilt, die geeignete Mengen der aktiven Komponente enthalten,
z. B. eine wirksame Menge, um den gewünschten Zweck zu erreichen.
-
Die
Menge an aktiver Verbindung in einer Einheitszubereitungsdosis kann
entsprechend der jeweiligen Anwendung zwischen etwa 0,5 mg bis 1000
mg, vorzugsweise etwa 1 mg bis 300 mg, insbesondere 5 mg bis 200
mg variiert oder eingestellt werden.
-
Die
tatsächlich
verwendete Dosis kann gemäß den Erfordernissen
des Patienten und dem Schweregrad des behandelten Zustands variiert
werden. Die Bestimmung der richtigen Dosierung für eine bestimmte Situation
liegt innerhalb des Wissens des Fachmanns. Die Behandlung wird allgemein
mit geringeren Dosierungen begonnen, die unter der optimalen Dosis
der Verbindung liegen. Nachfolgend wird die Dosierung in kleinen
Mengen erhöht,
bis die optimale Wirkung unter den Bedingungen erreicht wird. Aus
Gründen
der Zweckmäßigkeit
kann die Gesamttagesdosis auf Wunsch aufgeteilt und portionsweise über den
Tag verabreicht werden.
-
Die
Menge und Häufigkeit
der Verabreichung der FPT-Inhibitoren und der zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitoren werden aufgrund der Beurteilung des behandelnden
Klinikers (Arztes) unter Berücksichtigung
von Faktoren wie Alter, Zustand und Größe des Patienten sowie des
Schweregrads der behandelten Erkrankung festgelegt. Die Dosis eines
FPT-Inhibitors kann allgemein (bei Verwendung als Einzelmittel)
einen oberen Bereich von 2000 mg/Tag haben, vorzugsweise im Bereich
von 50 bis 400 mg/Tag in Fällen,
in denen der FPT-Inhibitor ein tricyclisches Benzocycloheptapyridin
mit kondensiertem Ringsystem ist. In der erfindungsgemäßen Kombinationstherapie
ist hingegen ein bevorzugtes Schema mit niedriger Dosierung der
FPT-Inhibitoren z. B. orale Verabreichung einer Menge im Bereich
von 1,4 bis 400 mg/Tag, insbesondere 1,4 bis 350 mg/Tag, besonders bevorzugt
3,5 bis 70 mg/Tag, vorzugsweise mit einem B.I.D.-Dosierschema. Ein
besonders niedriger Dosierbereich kann 1,4 bis 70 mg/Tag sein.
-
Die
zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitoren können
nach therapeutischen Protokollen verabreicht werden, die in der
Technik wohlbekannt sind. Siehe z. B. M. D. Pegram et al. (1998).
J Clin Oncol. 16: 2659–2671.
Es ist für
Fachleute offensichtlich, dass die Verabreichung des zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitors in Abhängigkeit von
der behandelten Erkrankung und den bekannten Wirkungen des zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitors auf diese Erkrankung variiert werden kann. Gemäß dem Wissen
des Klinikers können
die therapeutischen Protokolle (z. B. Dosismengen und Verabreichungszeiten)
unter Berücksichtigung
der beobachteten Wirkungen der verabreichten therapeutischen Mittel
(d. h. zusätzlichem
Ras-Weg-Inhibitor) auf den Patienten und unter Berücksichtigung
der beobachteten Reaktionen der Erkrankung auf die verabreichten
therapeutischen Mittel variiert werden. Allgemein kann die Dosis
für einen
zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitor
(bei Verwendung als Einzelmittel) z. B. im Bereich von 5 bis 2000
mg/Tag liegen. In der Kombinationstherapie der vorliegenden Erfindung ist
hingegen ein bevorzugtes Schema mit niedriger Dosierung für einen
zusätzlichen
Ras-Signalweg-Inhibitor (z.
B. eines MEK-Inhibitors) die Verabreichung einer Menge im Bereich
von 1 bis 350 mg/Tag, insbesondere 3,5 bis 70 mg/Tag, vorzugsweise
mit einem B.I.D.-Dosierschema. Ein besonders niedriger Dosierbereich
kann 1 bis 70 mg/Tag sein.
-
Somit
kann in einem bevorzugten Beispiel für Kombinationstherapie zur
Behandlung von Krebserkrankungen (z. B. Pankreas-, Lungen- oder
Blasenkrebs) der FPT-Inhibitor beispielsweise das oben identifizierte SCH66336
sein, das oral in einer Menge von 70 mg/Tag in zwei aufgeteilten
Dosen nach einem kontinuierlichen Dosierungsschema verabreicht wird,
und der zusätzliche
Ras-Signalweg-Inhibitor kann PD098059 (oder ein Analogon davon)
sein, das in einer Menge von 350 mg/Tag in zwei aufgeteilten Dosen
nach einem kontinuierlichen Dosierungsschema verabreicht wird.
-
In
einem weiteren bevorzugten Beispiel für Kombinationstherapie zur
Behandlung von Krebserkrankungen (z. B. Pankreas-, Lungen- oder
Blasenkrebs) ist der FPT-Inhibitor das oben identifizierte SCH66336, das
oral in einer Menge von 70 mg/Tag in zwei aufgeteilten Dosen nach
einem kontinuierlichen Dosierungsschema verabreicht wird, und der
zusätzliche
Ras-Signalweg-Inhibitor
ist U0126 (oder ein Analogon davon), das in einer Menge von 350
mg/Tag in zwei aufgeteilten Dosen nach einem kontinuierlichen Dosierungsschema
verabreicht wird.
-
Bei
der erfindungsgemäßen Verwendung
ist ein FPT-Inhibitor gleichzeitig oder sequentiell mit einem zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitor
zu verabreichen. Es ist somit beispielsweise nicht notwendig, dass
der zusätzliche
Ras-Weg-Inhibitor und der FPT-Inhibitor
simultan oder im Wesentlichen simultan verabreicht werden. Der Vorteil
einer simultanen oder im Wesentlichen simultanen Verabreichung lässt sich
durch den Kliniker sicherlich ermitteln.
-
Der
FPT-Inhibitor und der weitere Ras-Signalweg-Inhibitor müssen im
Allgemeinen auch nicht in derselben pharmazeutischen Zusammensetzung
verabreicht werden und müssen
möglicherweise
wegen der unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften
auf unterschiedliche Weise verabreicht werden. Zum Beispiel kann
der FPT-Inhibitor oral verabreicht werden, um gute Blutspiegel desselben
zu erzeugen und aufrechtzuerhalten, während der zusätzliche
Ras-Weg-Inhibitor intravenös
verabreicht werden kann. Die Festlegung des Verabreichungsmodus
und der Zweckmäßigkeit
der Verabreichung in derselben pharmazeutischen Zusammensetzung,
falls möglich,
liegt innerhalb des Wissens des Klinikers. Die Erstverabreichung kann
gemäß etablierten
Protokollen erfolgen, die in der Technik bekannt sind, und danach
können
die Dosierung, Verabreichungsmodi und Verabreichungszeiten durch
den Kliniker gemäß den beobachteten
Wirkungen modifiziert werden.
-
Die
jeweilige Wahl des FPT-Inhibitors und des zusätzlichen Ras-Weg-Inhibitors
hängt von
der Diagnose der behandelnden Ärzte
und ihrer Beurteilung des Zustands des Patienten und des geeigneten
Behandlungsprotokolls ab.
-
Der
FPT-Inhibitor und der zusätzliche
Ras-Weg-Inhibitor können
in Abhängigkeit
von der Art der proliferierenden Krankheit, dem Zustand des Patienten
und der tatsächlichen
Wahl des zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitors, der zusammen (d. h. innerhalb eines einzigen
Behandlungsprotokolls) mit dem FPT-Inhibitor verabreicht werden
soll, gleichzeitig (z. B. simultan, im We- sentlichen simultan oder
innerhalb desselben Behandlungsprotokolls) oder sequentiell verabreicht
werden.
-
Wenn
der FPT-Inhibitor und der zusätzliche
Ras-Weg-Inhibitor nicht simultan oder im Wesentlichen simultan verabreicht
werden, sind die anfängliche
Reihenfolge der Verabreichung des FPT-Inhibitors und des zusätzlichen
Ras-Weg-Inhibitors möglicherweise
nicht wichtig. Somit kann zuerst der FPT-Inhibitor verabreicht werden,
gefolgt von der Verabreichung des zusätzlichen Ras-Weg-Inhibitors,
oder der zusätzliche Ras-Weg-Inhibitor kann zuerst
verabreicht werden, gefolgt von der Verabreichung des FPT-Inhibitors.
Diese alternierende Verabreichung kann während eines einzigen Behandlungsprotokolls
wiederholt werden. Die Festlegung der Verabreichungsreihenfolge
und der Anzahl der Wiederholungen der Verabreichungen von jedem
therapeutischen Mittel während
eines Behandlungsprotokolls liegt innerhalb des Wissens des Arztes nach
Beurteilung der zu behandelnden Erkrankung und des Zustands des
Patienten. Beispielsweise kann zuerst der zusätzliche Ras-Weg-Inhibitor verabreicht
werden und danach die Behandlung mit der Verabreichung des FPT-Inhibitors
fortgeführt
werden, gefolgt, wo dies als vorteilhaft ermittelt wurde, von der
Verabreichung des zusätzlichen
Ras-Weg-Inhihitors und so weiter, bis das Behandlungsprotokoll abgeschlossen
ist.
-
Aufgrund
von Erfahrung und Wissen kann der praktizierende Arzt somit jedes
Protokoll zur Verabreichung einer Komponente (therapeutisches Mittel,
d. h. FPT-Inhibitor, zusätzlicher
Ras-Weg-Inhibitor) der Behandlung gemäß den Bedürfnissen des einzelnen Patienten
modifizieren, während
die Behandlung voranschreitet.
-
Der
zuständige
Kliniker wird bei der Beurteilung, ob die Behandlung bei der verabreichten
Dosis wirksam ist, das allgemeine Wohlbefinden des Patienten sowie
eindeutigere Anzeichen berücksichtigen,
wie Linderung der mit der Krankheit zusammenhängenden Symptome, Inhibierung
des Tumorwachstums, tatsächliches
Schrumpfen des Tumors oder Inhibierung der Metastasenbildung. Die
Größe des.
Tumors kann nach Standardverfahren gemessen werden, wie radiologischen
Untersuchungen, z. B. CAT- oder
MRI-Aufnahme, und aufeinander folgende Messungen können verwendet
werden, um zu beurteilen, ob das Wachstum des Tumors verzögert oder
sogar umkehrt worden ist oder nicht. Linderung der mit der Krankheit
zusammenhängenden
Symptome, wie Schmerz, und Verbesserung des Gesamtzustands können auch
verwendet werden, um die Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung
zu unterstützen.
(Wie bereits gesagt, führt
die wirksame Behandlung unter Verwendung der erfindungsgemäßen Verfahren
natürlich
vorzugsweise zu einem synergistischen Grad an Krebszelltod und/oder
Tumorregression).
-
Es
folgen Beispiele (Beispiele 1 bis 4) für Kapselformulierungen der
FPT-Inhibitorverbindung:
(+)-Enantiomer
-
Beispiele
1 und 2 Kapselformulierung
-
Verfahren
(Beispiele 1 und 2) Herstellung
der festen Lösung
-
Kristalline
FPT-Inhibitorverbindung und das Povidon wurden in Methylenchlorid
gelöst.
Die Lösung wurde
unter Verwendung eines geeigneten Lösungsmittelsprühtrockner
getrocknet. Der Rückstand
wurde danach durch Mahlen zu feinen Partikeln zerkleinert. Das Pulver
wurde danach durch ein 30 mesh Sieb gegeben. Gemäß Röntgenanalyse erwies sich das
Pulver als amorph.
-
Die
Feststoffe der festen Lösung,
Siliciumdioxid
(1) und Magnesiumstearat
(2), wurden in einem geeigneten Mischer 10
Minuten lang gemischt. Die Mischung wurde mit einem geeigneten Walzverdichter
verdichtet und mit einer geeigneten Mühle gemahlen, die mit einem
30 mesh Sieb ausgestattet war. Der gemahlenen Mischung wurde Croscarmellose-Natrium,
Pluronic F68 und Siliciumdioxid
(3) zugegeben
und weitere 10 Minuten lang gemischt. Mit Magnesiumstearat
(4) und gleichen Anteilen der Mischung wurde
eine Vormischung hergestellt. Die Vormischung wurde zu dem Rest
der Mischung hinzugegeben und 5 Minuten lang gemischt. Die Mischung
wurde in Hartschalen-Gelatinekapselschalen
verkapselt. Beispiele
3 und 4 Kapselformulierung
Verfahren
(Beispiele 3 und 4) Herstellung
der festen Lösung
-
Kristalline
FPT-Inhibitorverbindung und das Povidon wurden in einer Mischung
aus Methylenchlorid und Methanol gelöst. Die Lösung wurde unter Verwendung
eines geeigneten Lösungsmittelsprühtrockners
getrocknet. Der Rückstand
wurde danach durch Mahlen zu feinen Partikeln zerkleinert. Das Pulver
wurde danach durch ein 30 mesh Sieb gegeben. Gemäß Röntgenanalyse erwies sich das
Pulver als amorph.
-
Die
Feststoffe der festen Lösung,
Siliciumdioxid(1) und Magnesiumstearat(2), wurden in einem geeigneten Mischer 10
Minuten lang gemischt. Die Mischung wurde mit einem geeigneten Walzverdichter
verdichtet und mit einer geeigneten Mühle gemahlen, die mit einem
30 mesh Sieb ausgestattet war. Der ge- mahlenen Mischung wurde Croscarmellose-Natrium,
Pluronic F68 und Siliciumdioxid(3) zugegeben
und weitere 10 Minuten lang gemischt. Mit Magnesiumstearat(4) und gleichen Anteilen der Mischung wurde
eine Vormischung hergestellt. Die Vormischung wurde zu dem Rest
der Mischung hinzugegeben und 5 Minuten lang gemischt. Die Mischung
wurde in Hartschalen-Gelatinekapselschalen
verkapselt.
-
Für Informationen über Formulierungen
kann auf die US-Patentanmeldungen
mit den Aktenzeichen 08/997168 und 60/068387 (eingereicht am 22.
Dezember 1997) verwiesen werden.
-
Der
Bereich der Erfindung gemäß ihrem
Aspekt der pharmazeutischen Zusammensetzung soll durch die angegebenen
Beispiele nicht eingeschränkt
werden.
-
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