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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze zur Herstellung eines
Arzneimittels zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin,
dessen physiologisch unbedenkliche Salze (
US 5,532,241 , Spalte 7, Zeilen 30
bis 58) und ein Verfahren (
US
5,532,241 , Beispiel 4), durch das es/sie hergestellt werden
kann/können, sind
aus dem U.S.-Patent
US 5,532,241 bekannt.
Die hierin genannte Verbindung ist in dem Patent als ein kombinierter
selektiver Serotonin- (5-HT-) Reuptake Inhibitor (SSRI) und 5-HT
1A-Rezeptor-Agonist
beschrieben. Daher ist die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und dessen physiologisch unbedenklichen Säureadditionssalzen zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von depressiven Erkrankungen,
einschließlich
der Subtyp-Erkrankungen Major Depressive Disorder und Dysthymie,
zur Behandlung von Angsterkrankungen, zur Behandlung psychiatrischer
Erkrankungen, wie Psychosen, Schizophrenie oder schizoaffektive
Erkrankung, zur Behandlung von Gehirninfarkt, wie Schlaganfall und Gehirnischämie, zur
Behandlung von ZNS-Erkrankungen, wie Spannung, zur Therapie von
Nebenwirkungen bei der Behandlung von Hypertonie (z.B. mit α-Methyldopa)
und zur Prophylaxe und Therapie zerebraler Erkrankungen (z.B. Migräne) offenbart.
Außerdem
ist die Verwendung in der Endokrinologie und Gynäkologie beschrieben, z.B. zur
Behandlung von Akromegalie, Hypogonadismus, sekundärer Amenorrhöe, prämenstruellem
Syndrom oder ungewünschter
Kindbettlaktation.
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Ferner
ist bekannt, dass sie zur Behandlung von Schlaferkrankungen, einschließlich Dyssomnie und
Narkolepsie, potenziell nutzbringend einsetzbar sind.
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Der
Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, neue Verwendungen für 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und dessen physiologisch unbedenkliche Salze, die erheblich bessere
pharmakologische Eigenschaften als die Verbindungen des Standes
der Technik aufweisen, bereitzustellen.
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Es
wurde gefunden, dass 1-(4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
auch eine Wirkung gegen Untergruppen-Angststörungen besitzt, die aus den
Untergruppen Panikstörung
mit oder ohne Agoraphobie, Agoraphobie, Störungen aus dem Spektrum der
Zwangsstörungen, soziale
Phobie, spezifische Phobie, einschließlich Neophobie, posttraumatische
Stressstörung,
akute Stressindikation und/oder generalisierte Angststörung ausgewählt sind.
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Folglich
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen,
die aus den Untergruppen Panikstörung
mit oder ohne Agoraphobie, Agoraphobie, Störungen aus dem Spektrum der Zwangsstörungen,
einschließlich
Zwangsstörungen, soziale
Phobie, spezifische Phobie, einschließlich Neophobie, posttraumatische
Stressstörung,
akute Stressindikation und/oder generalisierte Angststörung ausgewählt sind.
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Bekanntlich
sind 5-HT-Reuptake Inhibitoren, wie Fluoxetin (L. Solyom, C. Solyom,
B. Ledwidge, Can. J. Psychiatry, 1991, 36: 378–380) oder 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten,
wie Geprion (J. C. Pecknold, L. Luthe, M. H. Scott-Fleury, S. Jenkins,
J. Clin. Psychopharmacology, 1993, 13: 145–149) bei Panikerkrankungen
klinisch wirksam. Es wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver
5-HT-Reuptake Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor-Agonist,
der beide Mechanismen beinhaltet, zu einem Vorteil in der klinischen Praxis
führt.
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Ein
typisches Beispiel für
Panikstörung
ist die Maus-Defense Test Battery nach G. Griebel, D. C. Blanchard,
R. J. Blanchard, Prog. Neuropsycho pharmacol. & Biol. Psychiat., 1996, 20: 185–205. Die Maus-Defense
Test Battery besteht aus einem ovalen Laufweg mit 2 m langen geraden
Abschnitten, die durch 0,4 m lange gekrümmte Abschnitte verbunden sind,
die durch eine Mittelwand getrennt sind. Eine Maus wird für eine 3-minütige Gewöhnungsperiode in
den Laufweg gesetzt. Dann wird eine mit der Hand gehaltene anästhesierte
Ratte in den Laufweg gesetzt und in die Nähe der Maus gebracht. Die Annäherung wird
beendet, wenn Kontakt mit der Maus erfolgt ist oder die Maus vor
der sich nähernden
Ratte wegläuft.
Läuft das
Individuum weg, werden der Vermeidungsabstand und die Anzahl der
Vermeidungen nach fünf
Annäherungen
aufgezeichnet. Unmittelbar nach diesen Annäherungen jagt die Ratte die
Maus über
eine Distanz von 15 m, und die Fluchtgeschwindigkeit wird aufgezeichnet.
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Eine
typisches Modell für
Agoraphobie wird als Elevated Plus-Labyrinth nach S. Pellow, P.
Chopin, S. E. File, M. Briley, J. Neurosci. Meth., 1985, 14: 145–167, bezeichnet.
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Die
Apparatur besteht aus einer aus dem Boden vorspringenden X-förmigen Plattform mit zwei "offenen" ungeschützten Armen
und zwei "geschlossenen" geschützten Armen,
wobei die Tiere freien Zugang zu beiden Armen haben. Die Ratte oder Maus
wird in die Mitte der Arme gesetzt, und die Anzahl Eintritte in
die offenen Arme und die Zeit, die darin verbracht wird, wird in
einem 3-minütigen
Testzeitraum gemessen. Normale Tiere haben sehr niedrige Basalspiegel,
d.h. vermeiden den Eintritt in die offenen Arme und verbleiben nur
für einen
sehr kurzen Zeitraum in den offenen Armen.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, erhöhten
nach oraler Verabreicherung dosisabhängig sowohl die Anzahl der
Eintritte als auch die in den offenen Armen verbrachte Zeit. Zum
Beispiel erhöhte
bei Mäusen
die Dosis von 10 mg/kg p.o. die Anzahl der Eintritte um 157% und
die in den offenen Armen verbrachte Zeit um 105%. Bei Ratten erhöhte eine
Dosis von 10 mg/kg p.o. die Anzahl der Eintritte um 56% und die
in den offenen Armen verbrachte Zeit um 76%.
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Bekanntlich
wurde gezeigt, dass 5-HT-Reuptake Inhibitoren, wie Paroxetin (A.
K. Cardogan, I. K. Wright, I. Combs, C. A. Marsden, D. A. Kendall,
I. Tulloch, Neurosci. Lett. 42: S8) oder 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten,
wie Geprion (V. Motta, S. Maisonnette; S. Morato; P. Castrechini;
M. L. Brandao, Psychopharmacology, 1992; 107: 135–139) oder 8-OH-DPAT
(8-Hydroxdipropylaminotetralin)
(N. Collinson, G. R. Dawson, Psychopharmacology, 1997, 132: 35–43) im
Elevated-Plus-Labyrinth-Test wirksam sind. Es wurde gefunden, dass
ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor-Agonist, der beide Mechanismen
beinhaltet, zu therapeutischen Vorteilen führt.
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Zwangsstörungen (Obsessive
Compulsive Disorders, OCD) sind durch ungewünschte eindringliche, wiederkehrende
Gedanken, Bilder oder Handlungen gekennzeichnet, die eine irrationale
Furcht (Obsession) vor Keimen, Schmutz, Kontamination, Vorahnung
von Handlungen aufgrund gewaltsamer oder aggressiver Impulse, übermäßiges Verantwortlichfühlen für die Sicherheit
anderer, z.B. unvernünftige
Furcht, jemanden mit einem Auto überfahren
zu haben, anstößige religiöse (blasphemische)
und sexuelle Gedanken, übermäßige Beschäftigung
mit Ordnung, Anordnung oder Symmetrie, Unfähigkeit, unbrauchbare oder
abgenutzte Besitztümer
wegzuwerfen, erzeugen.
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Dies
führt oft
zur wiederholten Durchführung von
Ritualen (Zwangshandlungen), wie übermäßigem Waschen (insbesondere
Händewaschen
oder Baden), Berühren,
Zählen,
Anordnen und Ordnen, Überprüfen, Saubermachen
und Horten, von dem an OCD leidende Personen das Gefühl haben,
es nicht kontrollieren zu können.
Die Durchführung
dieser Rituale bewirkt jedoch nur eine zeitweilige Linderung. Diese
Person ist sich fast immer bewusst, dass ihr seltsames zwanghaftes
Verhalten keinen Sinn macht, ist jedoch nicht in der Lage es zu
beenden. Diese Person kann wenige oder viele dieser Symptome haben,
die im Verlauf der Erkrankung variieren können. Die Muster können bis
zu 100 Mal oder mehrere Stunden pro Tag wiederholt werden und machen die
Person unfähig,
normal zu agieren (eine Übersicht
siehe z.B. in Dolberg et al., Clin. Neuropharmacol. 1996, 19: 129
oder F. Tallis, Br. J. Clin. Psychol. 1997, 36: 3).
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Störungen aus
dem Spektrum der Zwangsstörungen
(Obsessive Compulsive Spectrum Disorders, OCSD) haben mit OCD gemeinsame
Merkmale, einschließlich überlappender
Symptomprofile, Demographien, Familiengeschichte, Comorbidität, klinischem
Verlauf und Reaktion auf eine Behandlung gegen Zwangsstörungen.
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Zu
den OCSD gehören
z.B. somatoforme Störungen
(z.B. Körperdysmorphophobie,
Hypochondrie), Tic-Störungen
(z.B. Gilles de la Tourette-Syndrom),
impulsive Persönlichkeitsstörungen (z.B.
antisoziale Persönlichkeitsstörung), Impulskontrollstörungen (z.B.
Trichotillomanie, Kleptomanie, Pyromanie, pathologisches Spielen,
sexuelle Zwangserkrankungen, wie Exhibitionismus, Voyeurismus, Fetischismus),
schizoobsessive Erkrankungen (z.B. obsessionale Schizophrenie, schizotype OCD,
paranoide OCD), dissoziative Erkrankungen (z.B. Autismus, Torticolis,
Sydenham-Chorea, Asperger-Syndrom) [eine Übersicht siehe z.B. in E. Hollander
und C. Wong, J. Clin. Psychiatry 1995, 56 (Suppl. 4): 3 oder McElroy
et al., J. Clin. Psychiatry 1994, 55 (Suppl. 10): 33].
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Ein
typisches Modell für
OCSD, einschließlich
OCD ist der Marble-Burying-Test
nach Y. Ichimaru, T. Egawa, A. Sawa, Jpn. J. Pharmacol. 1995, 68: 65–70.
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Die
Apparatur besteht aus einem offenen würfelförmigen Kasten mit 25 sauberen
Glasmurmeln, die in gleichem Abstand auf Sägemehl liegen. Einzelne Mäuse werden
in den Testkasten gesetzt, und die Anzahl an Glasmurmeln, die nach
20 Minuten unbedeckt bleibt, wird gezählt. 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, hemmt nach subkutaner Verabreicherung dosisabhängig das
Murmelnvergraben bei Mäusen. Zum
Beispiel hemmt eine Dosis von 3 mg/kg 1-[4- (5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid das Murmelnvergraben fast vollständig (92%); ebenso wirksame
Dosen von herkömmlichen
Serontonin-Reuptake Inhibitoren sind z.B. 20 mg/kg für Fluvoxamin
oder 17 mg/kg für
Fluoxetin, und eine gleich wirksame Dosis des 5-HT1A-Agonisten
Ipsapiron beträgt
10 mg/kg.
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Es
ist bekannt, dass 5-HT-Reuptake Inhibitoren oder 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten das Murmelnvergraben
hemmen, z.B. Fluvoxamin, Citalopram oder 8-OH-DAPT, Gepiron (K.
Njung'e, S. L. Handley, Br.
J. Pharmacol., 104: 105–112;).
Bisher werden die selektiven Serotonin-Reuptake Inhibitoren (SSR)
für die
Behandlung von OCSD gewählt
(W. K. Goodman, L. H. Price, P. L. Delgado, Arch. Gen. Psychiatry 1990,
47: 577–585).
Es wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake
Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor-Agonist eine
erhöhte
Aktivität
und eine schneller einsetzende Wirkung besitzt.
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Ein
Modell für
soziale Phobie ist der Soziale Wechselwirkungstest nach S. File,
J. R. G Hyde, J. Pharm. Pharmacol. 1977, 29: 735–738.
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Paare
von Ratten, die sich untereinander nicht kennen, werden in einen
hell erleuchteten, offenen Testkasten (aversive Bedingung) gesetzt,
und die Anzahl und die Dauer der sozialen Kontakte während einer
5-minütigen
Testsitzung werden aufgezeichnet.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, erhöhen
die bei sozialen Wechselwirkungen zugebrachte Zeit. Zum Beispiel
verbrachten bei einer oralen Dosis von 10 mg/kg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid die miteinander nicht bekannten Paare von Ratten 144
s der insgesamt 300 s Zeit mit sozialer Wechselwirkung verglichen
mit 116 s bei mit Vehikel behandelten Rattenpaaren.
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Bekanntlich
erhöhen
der 5-HT-Reuptake Inhibitor Paroxetin (S. Lightowler, I. J. R. Williamson,
J. Hegarty, G. A. Kennett, R. B. Fears, I. F. Tulloch, Br. J. Pharmacol.
1992, 106: 44P) oder die 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten
8-OH-DPAT oder Ipsapiron
(G. A. Higgins; A. J. Bradbury; B. J. Jones; N. R. Oakley, Neuropharmacology,
1988, 27: 993–1001)
das soziale Wechselwirkungsverhalten. Es wurde gefunden, dass ein
kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake
Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor, der beide
Mechanismen beinhaltet, zu therapeutischen Vorteilen führt.
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Ein
Modell für
spezifische Phobie ist der Schocksondentest nach D. Treit, M. A.
Fundytus, Pharmacol. Biochem. Behav. 1988, 30: 1071–1075. Einzelne
Ratten werden jeweils 30 min an je 4 Tagen an einen mit Sägemehl gefüllten offenen
Kasten gewöhnt.
Am Testtag wird eine kontinuierlich elektrifizierte Sonde 2 cm oberhalb
des Bodens eingebracht. Die Anzahl der Kontakt mit der Sonde wird
gezählt, und
die Versuche, die Sonde mit Sägemehl
zu bedecken, werden aufgezeichnet.
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Bekanntlich
zeigten der Serotonin-Reuptake Inhibitor Imipramin (T. F. Meert,
F. C. Colpaert, Psychopharmacology, 1986, 88: 445–450) oder 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten,
z.B. 8-OH-DPAT (D. Treit; A. Robinson; S. Rotzinger; C. Pesold,
Behav-Brain-Res., 1993, 54: 23–34)
oder Ipsapiron (S. M. Korte, B. Bohus, Eur. J. Pharmacol., 1990,
181: 307–10)
Wirksamkeit in diesem Modell. Es wurde gefunden, dass ein kombinierter
selektiver 5-HT-Reuptake Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor,
der beide Mechanismen beinhaltet, zu therapeutischen Vorteilen führt.
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Bei
einem typischen Modell für
Neophobie gewährt
man Mäusen,
die 18 h lang hungern gelassen wurden, Zugang zu unbekannter Nahrung
in einer neuen Umgebung [P. Soubrie et al., Psychopharmacologica,
1975, 45: 203–210].
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder eines
seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-pipera zin
Hydrochlorid, erhöhten
nach oraler Verabreicherung die Nahrungsaufnahme um 21% bei der
Dosis von 3 mg/kg.
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Tiermodelle
für Angst
in Verbindung mit posttraumatischem Stress bei Ratten nutzen die
lang andauernden Verhaltensänderungen,
die durch Aussetzen gegenüber
einem nativen Stressor induziert werden. Die therapeutischen Wirkungen
einer Verbindung, die zur akuten Behandlung von Angst in Verbindung
mit posttraumatischem Stress wirksam ist, werden durch Verabreichen
der Verbindung nach Aussetzen gegenüber dem Stressor modelliert.
Die therapeutischen Wirkungen einer Verbindung, die zur prophylaktischen
Behandlung von Angst in Verbindung mit posttraumatischem Stress
wirksam ist, werden durch Verabreichen der Verbindung vor dem Aussetzen
gegenüber
dem Stressor modelliert. Unter den mehreren Verhaltenstestverfahren
ist der Folgende am besten validiert [R. E. Adamec und T. Shallow,
Physiology Behavior, 1993, 54: 101–109; R. E. Adamec et al.,
Behav. Neurosci. 1997, 111: 435–449]. Gewöhnlich wird
eine Ratte fünf
Minuten einer Katze ausgesetzt, und sieben Tage später kann
die Ratte in einer Batterie von Tests, d.h. dem Lochbretttest, dem Elevated-Plus-Labyrinth
und dem akustischen Schreckreflex- (acoustic startle) Test, getestet
werden. Das Lochbrett besteht aus einem Kasten (60 cm × 60 cm)
mit vier Löchern
im gleichen Abstand; es wird 5 Minuten lang gezählt, wie oft sie den Kopf in ein
Loch steckt. Das Elevated-Plus-Labyrinth
besteht aus einer aus dem Boden vorspringenden, X-förmigen Plattform
mit zwei "offenen" ungeschützten Armen
und zwei "geschlossenen" geschützten Armen, wobei
die Ratten freien Zugang zu beiden Armen haben. Die Ratte wird in
die Mitte der Arme gesetzt, und die Häufigkeit der Versuche, in einen
offenen Arm einzudringen (Risikoeinschätzung), sowie die Zeit, die
in den offenen und geschlossenen Armen verbracht wird, werden gemessen.
Beim akustischen Schreckreflextest wird die Ratte in einen Plexiglaszylinder
gesetzt, und eine Reihen von 20 Stößen von weißem Rauschen von 120 dB ausgehend
von einem Hintergrundgeräusch
von 60 dB wird angewendet, und die Latenz des Aufschreckens sowie
die maximale Aufschreckamplitude werden gemessen. In der Regel stecken Ratten,
die einem Stressor, wie einer Katze, ausgesetzt werden, ihren Kopf
weniger oft in die Löcher,
haben eine kleinere Risikoeinschätzung und
verbringen weniger Zeit in den offenen Armen, und die Aufschreckreaktion
ist gesteigert.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, sind in den Modellen für Angst in Verbindung mit posttraumatischem Stress
wirksam, wenn sie nach (akute Behandlung) und vor (prophylaktische
Behandlung) dem Katzenstressor verabreicht werden.
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Eine
typische klinische Studie für
posttraumatische Stressstörung
ist im Folgenden beschrieben.
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Zwanzig
(20) männliche
oder weibliche Patienten im Alter von 18–65 Jahren, die an einer nicht mit
einem Kampfeinsatz zusammenhängenden
chronischen posttraumatische Stressstörung, wie durch DSM-IV (Diagnostic
and Statistical Manual for Mental Disorders, Vierte Version) definiert,
leiden, werden für
einen 12-wöchigen
Zeitraum behandelt. Zehn zufallsgemäß eingeteilte Patienten erhalten
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, und 10 Patienten
erhalten einen entsprechenden Placebo auf doppelblinde Weise.
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Das
Ergebnis wird durch den behandelnden Arzt und den Patienten unter
Verwendung der Hamilton Depression Rating Skala, der Montgomery-Asberg Depression
Rating Skala, der Clinical and Patient Global Impression Skalen,
der allgemeinen Symptome und der spezifischen Bewertung von PTSD-Core-Symptomen
unter Verwendung der Clinician Administered PTSD Skala nach D. Blake
et al., Behavioral Therapy 1990, 13: 187–188 und der TOP-8 Skala nach
J. R. T. Davidson et al., International Clinical Psychopharmacology
1997, 12: 41–45 eingeschätzt.
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Ein
typisches Modell für
akute Stressindikation ist der Vier-Platten-Test nach C. Aron, P.
Simon, C. Larousse, J. R. Boissier, Neuropharmacology 1971, 10:
459–469.
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Die
Apparatur besteht aus einem kleinen Kasten mit einem Boden aus vier
Metallplatten. Jedes Mal, wenn die Maus von einer Platte zu einer
anderen übertritt,
erhält
sie einen kurzen elektrischen Fußschock, der das Ausmaß an Entdeckungsverhalten
verringert. Die Anzahl bestrafter Übertritte von einer Platte
zu einer anderen (d.h. die Anzahl durch das Tier akzeptierter Schocks)
wird während
eines fünfminütigen Testzeitraums
aufgezeichnet. Normale Mäuse
machen nur wenige bestrafte Übertritte,
d.h. akzeptieren nur wenige Fußschocks.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid erhöhte nach
einer oralen Dosis von 3 mg/kg die Anzahl der bestraften Übertritte
um 41%.
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Dieses
Modell ist mit klinisch wirksamen Benzodiazepinen in der Literatur
validiert worden (z.B. D. N. Stephens, W. Kehr, Psychopharmacology 1985,
85: 143–147;
G. D. Bartoszyk, U. Schoenherr, Behav. Neural Biol. 1987, 48: 317–9). Es
wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake Inhibitor
und 5-HT1A-Rezeptor zu therapeutischen Vorteilen
führt,
weil er die sedativen Eigenschaften von Benzodiazepinen vermeidet.
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Ein
typisches Modell für
generalisierte Angsterkrankungen ist der Licht-Dunkel-Auswahltest (passive Vermeidungstest)
nach J. N. Crawly, Pharmacol. Biochem Behav. 1981, 15: 695–699.
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Die
Licht-Dunkel-Auswahlapparatur besteht aus zwei verbundenen Kästen, wobei
ein Kasten abgedunkelt und der andere stark ausgeleuchtet ist. Eine
Maus wird in einen Kasten gesetzt, und die Zeit, die in dem erleuchteten
Kasten verbracht wird, und die Anzahl der Übergänge zwischen den Kästen werden über einen
Zeitraum von 5 min gemessen. Normale Mäuse gehen nur wenige Male in
das erleuchtete Kompartiment und verbringen die meiste Zeit in dem
dunklen Kompartiment.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, erhöhen
nach oraler Verabreicherung dosisabhängig die Anzahl der Übergänge in das
erleuchtete Kompartiment und die darin verbrachte Zeit. Zum Beispiel
erhöhte
eine orale Dosis von 10 mg/kg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid die Anzahl der Übergänge um 73%
und die im erleuchteten Kompartiment verbrachte Zeit um 31%.
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Von
dem 5-HT-Reuptake Inhibitor Imipramin (R. Young, D. N. Johnson,
Pharmacol. Biochem. Behav., 1991, 40: 739–743) oder den 5-HT1A-Rezeptor-Agonisten,
z.B. 8-OH-DPAT und Ipsapiron (B. Costall; A. M. Domeney, A. J. Farre;
M. E. Kelly; L. Martinez; R. J. Naylor, J. Pharmacol. Exp. Ther., 1992,
262: 90–98)
ist bekannt, dass sie die im erleuchteten Kompartiment verbrachte
Zeit und die Anzahl der Übergänge zwischen
den Kompartimenten erhöhen.
Es wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake
Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor, der beiden
Mechanismen beinhaltet, zu therapeutischen Vorteilen führt.
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Ein
bevorzugtes Salz von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
ist 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin Hydrochlorid.
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Daher
betrifft die Erfindung die Verwendung zur Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen, wobei das pharmakologisch
unbedenkliche Salz 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid ist.
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Ferner
betrifft die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung,
die mindestens eine Verbindung aus 1-(4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder einem seiner biologisch verträglichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff enthält,
zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen, die aus den Untergruppen
Panikstörung
mit oder ohne Agoraphobie, Agoraphobie, Störungen aus dem Spektrum der
Zwangsstörungen,
soziale Phobie, spezifische Phobie, einschließlich Neophobie, posttraumatische
Stressstörung,
akute Stressindikation und/oder generalisierte Angststörung ausgewählt sind.
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Somit
stellt die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zubereitung
zur Behandlung solcher Untergruppen-Angststörungen bereit, dadurch gekennzeichnet,
dass sie mindestens 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthält.
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Die
erfindungsgemäße Verbindung, 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze, werden vorzugsweise analog
zu anderen bekannten kommerziell erhältlichen Zubereitungen zur
Behandlung von Untergruppen-Angststörungen (z.B. Fluoxetin, Fluvoxamin) verabreicht.
Eine Einheitsdosis enthält
gewöhnlich 0,1
bis 1000 mg, vorzugsweise zwischen etwa 0,1 und 500 mg, insbesondere
5, 10, 20, 30, 40, 50, 100, 150, 200, 250 und 300 mg. Die Zusammensetzung kann
einmal oder mehrmals täglich,
zum Beispiel 2, 3 oder 4 Male täglich,
verabreicht werden. Die tägliche
Dosis liegt vorzugsweise zwischen etwa 0,01 und 50 mg/kg Körpergewicht.
Die spezielle Dosis für jeden
Patienten hängt
jedoch von den verschiedensten Faktoren ab, beispielsweise von der
Wirksamkeit der eingesetzten speziellen Verbindung, vom Alter, Körpergewicht,
allgemeinen Gesundheitszustand, Geschlecht, von der Kost, vom Verabreicherungszeitpunkt
und -weg, von der Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arzneistoffkombination
und Schwere der jeweiligen Erkrankung, welcher die Therapie gilt. Die
orale Verabreicherung ist bevorzugt, es können aber auch perorale Verabreicherungswege
(z.B. intravenös
oder transdermal) eingesetzt werden.
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Es
wurde weiterhin überraschenderweise gefunden,
dass 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl)-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
auch Wirksamkeit gegen Demenz, einschließlich Alzheimer-Krankheit und
Multiinfarkt, hat.
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Folglich
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl)-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von Demenz.
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Typische
Modelle für
Demenz, Alzheimer-Krankheit und Multiinfarkt sind der passive Vermeidungstest
bei Ratten [S. D. Glick und B. Zimmerberg, Behav. Biol., 1972, 7:
245–254;
D. K. Rush, Behav. Neural Biol., 1988, 50: 255–274] und das Testen der Gedächtnisfunktion
im Wasserlabyrinth-Test nach Morris bei älteren Ratten [R. Morris, J.
Neurosci. Methods, 1984, 11: 47–60;
F. H. Gage et al.; Neurobiol. Aging 1984, 5: 43–48].
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Die
Apparatur für
den passiven Vermeidungstest ist ein Laufweg, der durch eine kleine
Tür von
einem dunklen Kompartiment getrennt ist. Das amnestisierende Arzneimittel
Scopolamin wird verabreicht, bevor das Tier einer Akquisitionsstudie
unterworfen wird: Die Ratte wird auf den Eingang des Laufwegs gegenüber des
dunklen Kompartiments gesetzt, die Latenz, in das dunkle Kompartiment
einzutreten, wird aufgezeichnet, und wenn die Ratte in das dunkle
Kompartiment eingetreten ist, wird die Tür geschlossen und ein Fußschock über den
Gitterboden verabreicht. Ein mit dem Akquisitionsversuch identischer
Retentionsversuch (ohne Scopolamin) wird 48 h später durchgeführt, und
die Latenz, in das dunkle Kompartiment einzutreten, wird erneut
aufgezeichnet. Normale, mit Scopolamin behandelte Tiere erinnern
sich nicht an den Fußschock
aus dem Akquisitionsversuch und treten beim Retentionsversuch mit ähnlichen
Latenzen in das Kompartiment ein.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4- (5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, verstärkten
nach oraler Verabreicherung von 10 mg/kg p.o. das Gedächtnis,
d.h. die Latenz, im ersten Retentionsversuch in das dunkle Kompartiment
einzutreten, wurde verglichen mit unbehandelten Ratten um 78% erhöht.
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Bekanntlich
wirken Serotonin-Reuptake Inhibitoren, wie Fluoxetin, den durch
Scopolamin induzierten Defiziten entgegen (S. Kumar, S. K. Kulkarni, Indian
J. Exp. Biol., 1996, 34: 431–435),
und die Beteiligung von 5-HT1A-Rezeptoren an der dorsalen Raphe wurde
gezeigt (M. Carli, P. Bonalumi, R. Samanin, Eur. J. Neurosci. 1998,
10: 221–30).
Es wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake
Inhibitor und 5-HT1A-Rezeptor ohne cholinerge
Eigenschaften zu einem größeren therapeutischen
Fortschritt führt.
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Das
Morris-Wasserlabyrinth besteht aus einem mit Wasser gefüllten, runden
Wassertank (150 cm Durchmesser) mit einer Rettungsplattform (15
cm Durchmesser) 18 cm vom Rand entfernt unter der Wasseroberfläche. Das
Wasser wird opak gemacht, so dass die Plattform unsichtbar ist.
In den Tank gesetzte Ratten schwimmen herum und finden die verborgene
Plattform zufällig
nach einer bestimmten Zeit (Latenz), und die Latenz, die Plattform
zu finden, wird als Maß verwendet.
Erhalten sie eine weitere Trainingssitzung zum Finden der Plattform,
zeigen die Ratten von Tag zu Tag verringerte Latenzen, d.h. sie
erinnern sich (lernen) die Position der Plattform. Verglichen mit
jungen Ratten sind ältere
Ratten jedoch beim Lernen über
Tage weniger leistungsfähig, was
eine gestörte
Lernfähigkeit
widerspiegelt. Arzneimittel, die bei Demenz und insbesondere Alzheimer-Krankheit
wirksam sind, verbessern die Lernfähigkeit älterer Ratten.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid wird alten Ratten täglich
in oralen Dosen von 1 und 3 mg/kg verabreicht. Werden sie am Tag
7 getestet, betragen die Latenzen beim Finden der Plattform beim
ersten Versuch 77 s (1 mg/kg) und 73 s (3 mg/kg), was sich nicht
von mit Vehikel behandelten jungen Ratten unterscheidet (76 s),
wohingegen unbehandelte alte Ratten 95 s zum Finden der Plattform
benötigen.
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Die
Erfindung betrifft ferner die Verwendung zur Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung von Demenz, wobei das pharmakologisch unbedenkliche
Salz 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin Hydrochlorid
ist.
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Ferner
betrifft die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung,
die mindestens eine Verbindung aus 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder einem seiner biologisch verträglichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff enthält,
zur Behandlung von Demenz.
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Somit
stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zubereitung zur Behandlung
von Demenz bereit, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthält.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden vorzugsweise analog zu anderen bekannten kommerziell erhältlichen
Zubereitungen zur Behandlung von Demenz, einschließlich Alzheimer-Krankheit
und Multiinfarkt, (z.B. Fluoxetin, Fluvoxamin) verabreicht, vorzugsweise
in Dosen zwischen etwa 0,1 und 500 mg, insbesondere zwischen 5 und
300 mg pro Einheitsdosis. Die tägliche
Dosis liegt vorzugsweise zwischen etwa 0,01 und 50 mg/kg Körpergewicht.
Die spezielle Dosis für
jeden Patienten hängt jedoch
von den verschiedensten Faktoren ab, beispielsweise von der Wirksamkeit
der eingesetzten speziellen Verbindung, vom Alter, Körpergewicht,
allgemeinen Gesundheitszustand, Geschlecht, von der Kost, vom Verabreicherungszeitpunkt
und -weg, von der Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arznei stoffkombination
und Schwere der jeweiligen Erkrankung, welcher die Therapie gilt.
Die orale Verabreicherung ist bevorzugt, es können aber auch perorale Verabreicherungswege
(z.B. intravenös
oder transdermal) eingesetzt werden.
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Es
wurde weiterhin überraschenderweise gefunden,
dass 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
auch Wirksamkeit gegen substanzverursachte Erkrankungen hat.
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Folglich
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem physiologisch unbedenklichen Salz davon zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von substanzverursachten Erkrankungen.
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Substanzverursachte
Erkrankungen beinhalten Substanzabhängigkeit mit oder ohne Entzugssyndrome,
substanzinduzierte Stimmungsstörung und
substanzinduzierte Angststörung. "Substanz" ist hier für Substanzabhängigkeit
als Alkohol, Amphetamin, Cannabis, Kokain, Halluzinogen, Opioid,
Phencyclidin, Nikotin und/oder Tabak definiert. "Substanz" ist für substanzinduzierte Stimmungsstörung und substanzinduzierte
Angststörung
als Alkohol, Amphetamin, Kokain, Halluzinogen, Inhalationsmittel, Opioid
und/oder Phencyclidin definiert.
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Es
wurde gefunden, dass 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
besonders wirksam gegen Alkoholabhängigkeit und/oder gegen Nikotin-
(Tabak-) Entzugssymptome ist. Nikotin-Entzugssymptome beinhalten
Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Schläfrigkeit,
zunehmend häufiges Aufwachen
aus dem Schlaf, Ungeduld, Verwirrung, gestörte Konzentration, Kohlenhydratverlangen
und Gewichtszunahme, gestörte
Reaktionszeit und Verlangen nach Tabak. Insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin ist
gegen Alkoholabhängigkeit
wirksam.
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Es
ist bekannt, dass ein erhöhter
synaptischer 5-HT-Gehalt den Alkoholverbrauch bei Alkohol bevorzugenden
Ratten wirksam verringert (F. C. Zhou, D. L. McKinzie, T. D. Patel,
Li Lumeng, T. K. Li, Alcohol Clin Exp. Res. 1998, 22 (1): 266–269.).
Folglich wurden Alkohol bevorzugende Ratten zweimal täglich subkutan
mit der Testverbindung behandelt. Trinken von Ethanol, Wasseraufnahme
und Körpergewicht
wurden über
24 h bestimmt. Die Grundlinien-Ethanolaufnahme wurde aus den mittleren
Ethanolaufnahmen der drei vorherigen Tagen ohne Arzneimittel abgeleitet.
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Die
Erfindung betrifft ferner die Verwendung zur Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung von substanzabhängigen
Erkrankungen, wobei das pharmakologisch unbedenkliche Salz 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid ist.
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Ein
typisches Tiermodell ist das Arzneimittelunterscheidungsverfahren
bei Ratten unter Verwendung von Kokain als Stimuluseinsatz (z.B.
D. M. Wood und M. W. Emmett-Oglesby, J. Pharmacol. Exp. Ther., 1986;
237: 120–125;
D. Huang und M. C. Wilson, Pharmacol. Biochem. Behav., 1986; 24: 205–210; J.
M. Witkin et al., J. Pharmacol. Exp. Ther., 1991; 257: 706–713). Ratten
werden darauf trainiert, 10 mg/kg Kokain von Kochsalzlösung in
einem zweihebligen Unterscheidungsverfahren zu unterscheiden. Verbindungen,
die Kokain ersetzen, erzeugen eine dosisabhängige Zunahme der für Kokain
angemessenen Reaktion, d.h. Auswahl des mit Kokain gepaarten Hebels.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, ersetzten Kokain dosisabhängig, aber nur partiell (maximal
60%ige Auswahl des mit Kokain gepaarten Hebels bei 50 mg/kg p.o.).
Weil 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid im Gegensatz zu Kokain nicht selbst als Stimulusdroge
wirkt, was auf ein fehlendes Missbrauchspotenzial deutet, weist
die Generalisierung auf Kokain einen therapeutischen Nutzen hin.
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Zusätzlich betrifft
die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die
mindestens eine Verbindung aus 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder einem seiner biologisch verträglichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff enthält,
zur Behandlung von substanzabhängigen
Erkrankungen.
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Somit
stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zubereitung zur Behandlung
von substanzabhängigen
Erkrankungen bereit, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder eines
seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthält.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden vorzugsweise analog zu anderen bekannten kommerziell erhältlichen
Zubereitungen zur Behandlung von substanzabhängigen Erkrankungen (z.B. Fluoxetin,
Fluvoxamin) verabreicht, vorzugsweise in Dosen zwischen etwa 0,1
und 1000 mg, insbesondere zwischen 5 und 500 mg pro Einheitsdosis.
Die Zusammensetzung kann einmal oder mehrmals täglich, zum Beispiel 2, 3 oder
4 Mal täglich
oder in einer Form mit verzögerter
Freisetzung verabreicht werden. Die tägliche Dosis liegt vorzugsweise
zwischen etwa 0,01 und 100 mg/kg Körpergewicht. Die spezielle
Dosis für
jeden Patienten hängt
jedoch von den verschiedensten Faktoren ab, beispielsweise von der Wirksamkeit
der eingesetzten speziellen Verbindung, vom Alter, Körpergewicht,
allgemeinen Gesundheitszustand, Geschlecht, von der Kost, vom Verabreicherungszeitpunkt
und -weg, von der Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arzneistoffkombination
und Schwere der jeweiligen Erkrankung, welcher die Therapie gilt. Die
orale Verabreicherung ist bevorzugt, es können aber auch perorale Verabreicherungswege
(z.B. intravenös
oder transdermal) eingesetzt werden.
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Es
wurde weiterhin überraschenderweise gefunden,
dass 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
auch Wirksamkeit gegen sexuelle Dysfunktionen, einschließlich vorzeitiger
Ejakulation, besitzt.
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Folglich
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem physiologisch unbedenklichen Salz davon zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von sexuellen Dysfunktionen.
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Der
Begriff "vorzeitige
Ejakulation" beinhaltet kongenitale
vorzeitige Ejakulation sowie primäre vorzeitige Ejakulation.
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In
Tiermodellen können
je nach der untersuchten Dysfunktion bei Menschen verschiedene Verhaltensmaße für die sexuelle
Funktion verwendet werden, z.B. verringerte Libido, Anorgasmie oder Ejakulationsstörungen.
Maße für die sexuelle
Aktivität
bei Tieren sind u.a. Bahnung oder Verlängerung der Peniserektion,
Ejakulationsverhalten oder Häufigkeit
des Paarungsverhaltens bei männlichen
Ratten oder der Prozentsatz von rezeptivem Verhalten bei weiblichen
Ratten [z.B.: S. Ahlenius und K. Larsson, Neurochem. Res., 1997,
22: 1065–1070;
S. Ahlenius und K. Larsson, Psychopharmacology, 1998, 137: 374–382; J.
Vega-Matuszcyk et al., Pharmacol. Biochem. Behav., 1998, 60: 527–532; J.
M. Cantor et al., Psychopharmacology, 1999; 144: 355–362].
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, insbesondere 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, zeigten Wirkung auf verschiedene vorstehend erwähnte Maße.
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Eine
typische klinische Studie für
sexuelle Dysfunktionen, einschließlich vorzeitiger Ejakulation, ist
im Folgenden beschrieben.
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Zwanzig
(20) männliche
Patienten im Alter von 18–45
Jahren, die an größerer depressiver
Störung
zusammen mit einer Anamnese von sexueller Dysfunktion unter Behandlung
mit selektiven Serotonin-Reuptake Inhibitor-Antidepressiva litten,
werden für
einen 4-wöchigen
Zeitraum mit 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze behandelt.
Die Untersuchung der sexuellen Funktion und der Zufriedenheit wird
unter Verwendung einer Reihe von Fragen an jeden Patienten in wöchentlichen
Abständen
untersucht. (Bezugsstelle: A. Feiger et al., J. Clin. Psychiatry
1996, 57 (Suppl. 2): 53–62.
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Die
Erfindung betrifft ferner die Verwendung zur Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung von sexuellen Dysfunktionen, wobei das pharmakologisch
unbedenkliche Salz 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid ist.
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Zusätzlich betrifft
die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die
mindestens eine Verbindung aus 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder einem seiner biologisch verträglichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff enthält,
zur Behandlung von sexuellen Dysfunktionen.
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Somit
stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zubereitung zur Behandlung
von sexuellen Dysfunktionen bereit, dadurch gekennzeichnet, dass sie
mindestens 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder eines
seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthält.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden vorzugsweise analog zu anderen bekannten kommerziell erhältlichen
Zubereitungen zur Behandlung von sexuellen Dysfunktionen, einschließlich vorzeitiger
Ejakulation, (z.B. Fluoxetin, Fluvoxamin) verabreicht, vorzugsweise
in Dosen zwischen etwa 0,1 und 500 mg, insbesondere zwischen 5 und
300 mg pro Einheitsdosis. Die tägliche
Dosis liegt vorzugsweise zwischen etwa 5 und 100 mg/kg Körpergewicht für einen
Zeitraum von mindestens etwa 3 Mona ten, vorzugsweise für einen
Zeitraum von mindestens etwa 6 Monaten. Die spezielle Dosis für jeden
Patienten hängt
jedoch von den verschiedensten Faktoren ab, beispielsweise von der
Wirksamkeit der eingesetzten speziellen Verbindung, vom Alter, Körpergewicht,
allgemeinen Gesundheitszustand, Geschlecht, von der Kost, vom Verabreicherungszeitpunkt
und -weg, von der Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arzneistoffkombination
und Schwere der jeweiligen Erkrankung, welcher die Therapie gilt.
In einigen Fällen werden
die erfindungsgemäßen Verbindungen
chronisch so lange verabreicht, wie der Patient sexuell aktiv bleibt.
Die orale Verabreicherung ist bevorzugt, es können aber auch perorale Verabreicherungswege
(z.B. intravenös
oder transdermal) eingesetzt werden.
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Es
wurde weiterhin überraschenderweise gefunden,
dass 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
auch Wirksamkeit gegen Essstörungen,
einschließlich
Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, und/oder Fettsucht besitzt.
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Folglich
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem physiologisch unbedenklichen Salz davon zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung von Essstörungen und/oder Fettsucht und/oder
Anorexie.
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Ein
typisches Tiermodell für
Essstörungen und/oder
Fettsucht und/oder Anorexie wird als Kumulative Nahrungsaufnahme
nach H. C. Jackson, A. M. Needham, L. J. Hutchins, S. E. Mazurkiewicz,
D. J. Heal, Br. J. Pharmacol., 1997, 121: 1758–1762 bezeichnet, das bei verschiedenen
Spezies eingesetzt werden kann.
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Gewöhnlich gewährt man
Ratten oder Mäusen
freien Zugang zu Nahrung, und die Entwicklung des Körpergewichts
mit der Zeit wird gemessen. Der Test kann sowohl bei gehungerten
als auch nicht gehungerten Ratten oder Mäusen durchgeführt werden. Außerdem kann
eine chronische oder akute Verabreichung einer Medikation untersucht
werden.
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1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid, das oral bis zu 360 mg/kg an 4 aufeinander folgenden
Tagen an Ratten oder Mäuse
mit freiem Zugang zu Nahrung verabreicht wird, führt zu einer verringerten Entwicklung
des Körpergewichts
bei höheren
Dosen. Dagegen führen
die niedrigeren Dosen bis zu 50 mg/kg zu einem erhöhten Körpergewicht.
Eine verringerte Entwicklung des Körpergewichts wurde auch bei
Hunden beobachtet. Somit sind unterschiedliche Wirkungen auf das
Körpergewicht
ersichtlich, was auf eine therapeutische Wirksamkeit entweder bei
Fettsucht oder Anorexie je nach dem verwendeten Dosisbereich hindeutet.
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Bekanntlich
verringern Serotonin-Reuptake Inhibitoren, wie Fluoxetin, Fluvoxamin,
Paroxetin oder Sibutramin (z.B. K. Inoue, N. Kiriike, Y. Fujisaki, M.
Kurioka, S. Yamagami, Physiol. Behav. 1997, 61: 603–608; R.
Ciccocioppo, I. Panocka, C. Polidori, C. T. Dourish, M. Massi Psychopharmacology
1997, 134: 55–63;
H. C. Jackson, A. M. Needham, L. J. Hutchins, S. E. Mazurkiewicz,
D. J. Heal, Br. J. Pharmacol., 1997, 121: 1758–1762; S. Garattini, Obes.
Res. 1995, 3 (Suppl. 4): 463S–470S)
die Nahrungsaufnahme drastisch. Insbesondere die präsynaptischen 5-HT1A-Eigenschaften
von 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze sind von Interesse,
weil diese Rezeptoren an der Hemmung der Nahrungsaufnahme beteiligt
sind und die Wirkungen von Serotonin-Reuptake Inhibitoren synergistisch hemmen
(A. C. Trillat, I. Malagie, M. Mathe-Allainmat, M. C. Anmella, C.
Jacquot, M. Langlois, A. M. Gardier, Eur. J. Pharmacol. 1998, 357:
179–84;
D. L. Li, R. M. A. Simmons, S. Iyengar, Brain Res. 1998, 781: 119–26). Es
wurde gefunden, dass ein kombinierter selektiver 5-HT-Reuptake Inhibitor
und 5-HT1A-Rezeptor, wie 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, der beide
Mechanismen beinhaltet, zu therapeutischen Vorteilen führt.
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Eine
typische klinische Studie von Anorexia nervos ist im Folgenden beschrieben.
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Zwanzig
(20) weibliche Patienten im Alter von 18–40 Jahren, die an Anorexia
nervosa, wie anhand von DSM-IV diagnostiziert, leiden, werden für einen
12-wöchigen
Zeitraum entweder mit 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze oder Placebo
auf doppelblinde Weise behandelt. Die klinische Verbesserung wird durch
Messungen des Gewichts, des Menstruationsstatus untersucht. Depressive
Symptome werden unter Verwendung der Montgomery Asberg Depression Rating
Skala nach S. A. Montgomery et al., British Journal of Psychiatry,
1979, 134: 382–389
untersucht.
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Eine
typische klinische Studie von Bulimia nervos ist im Folgenden beschrieben.
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Zwanzig
(20) weibliche Patienten im Alter von 18–40 Jahren, die an Bulimia
nervosa, wie anhand von DSM-IV diagnostiziert, leiden, werden für einen
8-wöchigen
Zeitraum entweder mit 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze oder Placebo
auf doppelblinde Weise behandelt. Die klinische Verbesserung wird durch
Vergleich der Häufigkeit
von Essattacken und Brechepisoden und Messungen des Gewichts untersucht.
Mit Bulimia nervosa zusammenhängende Symptome,
wie Depression, werden unter Verwendung der Montgomery Asberg Depression
Rating Skala nach S. A. Montgomery et al., British Journal of Psychiatry,
1979, 134: 382–389
untersucht.
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Die
Erfindung betrifft ferner die Verwendung zur Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung von Essstörungen
und/oder Fettsucht und/oder Anorexie, wobei das pharmakologisch
unbedenkliche Salz 1-(4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
Hydrochlorid ist.
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Zusätzlich betrifft
die Erfindung die Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, die
mindestens eine Verbindung aus 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder einem seiner biologisch verträglichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff enthält,
zur Behandlung von Essstörungen
und/oder Fettsucht und/oder Anorexie.
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Somit
stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zubereitung zur Behandlung
von Essstörungen und/oder
Fettsucht und/oder Anorexie bereit, dadurch gekennzeichnet, dass
sie mindestens 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthält.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden vorzugsweise analog zu anderen bekannten kommerziell erhältlichen
Zubereitungen zur Behandlung von Essstörungen und/oder Fettsucht und/oder Anorexie
(z.B. Fluoxetin, Fluvoxamin) verabreicht, vorzugsweise in Dosen
zwischen etwa 0,1 und 500 mg, insbesondere zwischen 5 und 300 mg
pro Einheitsdosis. Die tägliche
Dosis liegt vorzugsweise zwischen etwa 0,01 und 10 mg/kg Körpergewicht.
Die spezielle Dosis für
jeden Patienten hängt
jedoch von den verschiedensten Faktoren ab, beispielsweise von der
Wirksamkeit der eingesetzten speziellen Verbindung, vom Alter, Körpergewicht,
allgemeinen Gesundheitszustand, Geschlecht, von der Kost, vom Verabreicherungszeitpunkt
und -weg, von der Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arzneistoffkombination und
Schwere der jeweiligen Erkrankung, welcher die Therapie gilt. Die
orale Verabreicherung ist bevorzugt, es können aber auch perorale Verabreicherungswege
(z.B. intravenös
oder transdermal) eingesetzt werden.
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Alle
pharmazeutischen Zubereitungen, die zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen, Demenz,
substanzverwandten Erkrankungen, sexuellen Dysfunktionen, Essstörungen,
Fettsucht oder Anorexie verwendet werden, können als Arzneimittel in der
Human- oder Veterinärmedizin
verwendet werden.
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Ein
Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung, die
zur Behandlung von Untergruppen-Angststörungen, Demenz, substanzverwandten
Erkrankungen, sexuellen Dysfunktionen, Essstörungen, Fettsucht oder Anorexie
verwendet wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass 1-(4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze zusammen mit
mindestens einem festen, flüssigen
oder halbflüssigen
Träger-
oder Hilfsstoff in eine geeignete Dosierungsform umgewandelt wird.
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Als
Trägerstoffe
kommen organische oder anorganische Substanzen in Frage, die sich
für die enterale
(z.B. orale), parenterale oder topische Applikation eignen und mit
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin und/oder
einem seiner biologisch verträglichen
Salze nicht reagieren, beispielsweise Wasser, pflanzliche Öle, Benzylalkohole,
Alkylenglykole, Polyethylenglykole, Glycerintriacetat, Gelatine,
Kohlehydrate wie Lactose oder Stärke,
Magnesiumstearat, Talk, Vaseline. Zur oralen Anwendung dienen insbesondere
Tabletten, Pillen, Dragees, Kapseln, Pulver, Granulate, Sirupe,
Säfte oder
Tropfen, zur rektalen Anwendung insbesondere Suppositorien, zur
parenteralen Anwendung insbesondere Lösungen, vorzugsweise ölige oder
wässrige
Lösungen,
ferner Suspensionen, Emulsionen oder Implantate, zur topischen Anwendung
Transdermalpflaster, Salben, Cremes oder Puder. 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
und/oder eines seiner pharmazeutisch unbedenklichen Salze kann auch
lyophilisiert, und die erhaltenen Lyophilisate können z.B. zur Herstellung von
Injektionspräparaten
verwendet werden. Die angegebenen Zubereitungen können sterilisiert
sein und/oder Hilfsstoffe wie Gleit-, Konservierungs-, Stabilisierungs- und/oder Netzmittel,
Emulgatoren, Salze zur Beeinflussung des osmotischen Druckes, Puffersubstanzen,
Farb-, Geschmacks- und/oder weitere Wirkstoffe enthalten, z.B. ein
oder mehrere Vitamine.
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Falls
erwünscht,
können
die Zubereitungen so gestaltet werden, dass eine langsame Freisetzung von
1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder einem
seiner biologisch verträglichen
Salze erhalten wird.
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Die
nachfolgenden Beispiele betreffen pharmazeutische Produkte:
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Beispiel A: Glasfläschen
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Eine
Lösung
von 100 g 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze und 5 g Dinatriumhydrogenphosphat
wird in 3 l zweifach destilliertem Wasser mit 2 N Salzsäure auf
pH 6,5 eingestellt, steril filtriert, in Glasfläschen abgefüllt, unter sterilen Bedingungen
lyophilisiert und steril verschlossen. Jedes Glasfläschen enthält 5 mg Wirkstoff.
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Beispiel B: Suppositorien
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Man
schmilzt ein Gemisch von 20 g 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze mit 100 g Sojalecithin
und 1400 g Kakaobutter, gießt
in Formen und lässt
erkalten. Jedes Suppositorium enthält 20 mg Wirkstoff.
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Beispiel C: Lösung
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Man
bereitet eine Lösung
aus 1 g 1-(4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder einem seiner physiologisch unbedenklichen Salze, 9,38 g NaH2PO4·2H2O, 28,48 g Na2HPO4· 12H2O und 0,1 g Benzalkoniumchlorid in 940 ml
zweifach destilliertem Wasser. Man stellt auf pH 6,8 ein, füllt auf
1 l auf und sterilisiert durch Bestrahlung. Diese Lösung kann
in Form von Augentropfen verwendet werden.
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Beispiel D: Salbe
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Man
mischt 500 mg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze mit 99,5 g
Petrolatum unter aseptischen Bedingungen.
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Beispiel E: Tabletten
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Ein
Gemisch von 1 kg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze, 4 kg Lactose,
1,2 kg Kartoffelstärke,
0,2 kg Talk und 0,1 kg Magnesiumstearat wird in üblicher Weise zu Tabletten
verpresst, derart, dass jede Tablette 10 mg Wirkstoff enthält.
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Beispiel F: Dragees
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Analog
Beispiel E werden Tabletten gepresst, die anschließend in üblicher
Weise mit einem Überzug
aus Saccharose, Kartoffelstärke,
Talk, Tragant und Farbstoff überzogen
werden.
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Beispiel G: Kapseln
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2
kg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder eines
seiner physiologisch unbedenklichen Salze werden in üblicher
Weise in Hartgelatinekapseln gefüllt,
so dass jede Kapsel 20 mg Wirkstoff enthält.
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Beispiel H: Ampullen
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Eine
Lösung
von 1 kg 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin
oder eines seiner physiologisch unbedenklichen Salze in 60 l zweifach
destilliertem Wasser wird steril filtriert, in Ampullen abgefüllt, unter
sterilen Bedingungen lyophilisiert und steril verschlossen. Jede Ampulle
enthält
10 mg Wirkstoff.
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Beispiel I: InPoalations-Spray
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Man
löst 14
g 1-[4-(5-Cyanindol-3-yl)butyl]-4-(2-carbamoyl-benzofuran-5-yl)-piperazin oder eines
seiner physiologisch unbedenklichen Salze in 10 l isotonischer NaCl-Lösung und
füllt die
Lösung
in handelsübliche
Sprühgefäße mit Pump-Mechanismus.
Die Lösung
kann in Mund oder Nase gesprüht werden.
Ein Sprühstoß (etwa
0,1 ml) entspricht einer Dosis von etwa 0,14 mg Wirkstoff.