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Die
Erfindung betrifft Vorprodukte von bis-quarternären Ammoniumsalzen und deren
Anwendung als Prodrugs, die besonders eine anti-parasitäre Wirkung
und vor allem eine anti-Malariawirkung
zeigen.
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Die
geographische Verbreitung von parasitären Krankheiten und speziell
von Malaria ist beträchtlich.
-
Heute
sind mehr als 100 Länder
von Malaria betroffen und dem Risiko von Infektion sind mehr als
2 Milliarden Menschen, das heißt,
fast die Hälfte
der Weltbevölkerung
ausgesetzt (zur Verbreitung der Malaria in der Welt siehe Butler
et al., Nature, 1997, 386, 535–540).
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Das
Auftreten von chemoresistenten Stämmen von Plasmodium falciparum
(die für
den Menschen tödliche
Spezies) in Asien, Afrika und Lateinamerika ist häufiger als
jemals zuvor und schränkt
die Wirksamkeit von verfügbaren
Behandlungen erheblich ein.
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Man
ermißt
also die Dringlichkeit, über
wirksame Anti-Malaria-Arzneimittel zu verfügen.
-
In
Tetrahedron Letters, 1993, S. 521–524 beschreiben die Autoren
die Verwendung von chiralen Thiazoliumsalzen als Katalysatoren,
um eine Asymmetrie in die Kondensation des Benzoins einzuführen.
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US-3278537-A
beschreibt Thiaminderivate und deren Herstellung.
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US-3131220-A
befaßt
sich mit tetrasubstituierten Dimethylen-diaminsalzen und lehrt deren
hypotensive Wirkung.
-
Der
Abstrakt CA. Vol. 55-Nr. 12, 1961 beschreibt die Absorption von
omega-Haloalkylaminen
und deren quarternären
Analogen im Magen-Darm-Trakt.
-
In
Heterocycles, Vol. 37, Nr. 3, 1994 berichten die Autoren über die
Verwendung von Salzen von Thiazolium und Benzothiazolium, die bei
3,3' durch eine
Polymethylenbrücke
verbunden sind.
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In
Journal of the Chemical Society, 1952, S. 2305–2307 beschreiben die Autoren
bi-quarternäre Salze von
Thiazolin.
-
In
verschiedenen früheren
Arbeiten haben einige der Miterfinder der vorliegenden Patentanmeldung ein
originales pharmakologisches Modell entwickelt, das in der Lage
ist, die Reproduktion des Parasiten zu verhindern. Die synthetisierten
Verbindungen zeigen eine Struktur vom Typ quarternäres Ammonium
mit einem „Spacer"-Arm (Abstandshalter),
wobei eine der am meisten untersuchten Verbindungen das 1,16-Hexadecamethylen-bis-(N-methylpyrrolidinium)
ist, das folgender Formel entspricht
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Diese
Verbindung wird im folgenden als G25 bezeichnet (Patent
FR 2 751 967 ).
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Zwar
finden solche Verbindungen ein erhebliches Interesse wegen der Heilungen,
die sie in vivo ohne Rückfälle bewirken,
jedoch zeigt sich, daß ihre
Aktivität
bei oraler Verabreichung um einen Faktor von mindestens 100 geringer
ist als die bei intramuskulärer
Verabreichung beobachtete.
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Die
weiteren Arbeiten der Erfinder um neue Verbindungen aufzufinden,
die eine höhere
Wirksamkeit bei oraler Verabreichung zeigen, führten sie zur Untersuchung
einer Strategie, die auf der Gewinnung neutraler Prodrogen basiert,
die a priori leichter absorbierbar und in der Lage sind, in vivo
das aktive Arzneimittel zu erzeugen, das in ionisierter Form vorliegt.
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Überraschenderweise
konnten durch diese Arbeiten Prodrogen von bis-quarternären Ammoniumsalzen
mit großer
Wirksamkeit entwickelt werden, die eine hohe anti-parasitäre Wirksamkeit
zeigen, leicht absorbierbar sind, und in vivo aktive Arzneimittel
von hoher bio-Verfügbarkeit
erzeugen.
-
Die
Erfindung bezweckt daher, neue neutrale Derivate mit hoher Anti-Malariawirksamkeit
zu schaffen, die auch auf oralem Weg verabreichbar sind, sowie die
in vivo erzeugten ionisierten Metaboliten.
-
Sie
bezweckt auch ein Verfahren zur Synthese dieser Vorprodukte (Prodrugs).
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Gemäß einem
weiteren Aspekt nützt
die Erfindung Eigenschaften dieser Prodrugs zur Gewinnung von aktiven
Prinzipien von Arzneimitteln, die zur Behandlung von parasitären Krankheiten
und besonders von Malaria und Babesiosen beim Menschen und Tier
verwendbar sind.
-
Die
Vorprodukte von Arzneimitteln mit Anti-Malariawirkung sind erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, daß es
sich um Produkte handelt, die bis-quarternäre Ammoniumsalze bilden können und
die der allgemeinen Formel (I) entsprechen
- – worin
A und A' gleich
oder verschieden sind und das eine und das andere darstellen:
- • entweder
jeweils eine Gruppe A1 und A'1 mit
der Formel worin n eine ganze Zahl von
2 bis 4 ist; R'1 ein Wasserstoffatom, ein Alkylrest mit
C1 bis C5, der gegebenenfalls durch
einen Arylrest (insbesondere einen Phenylrest) substituiert ist,
ein Hydroxy, ein Alkoxy, worin der Alkylrest 1 bis 5 C-Atome aufweist,
oder Aryloxy (insbesondere Phenoxy) ist und W ein Halogenatom, das
ausgewählt
ist aus Chlor, Brom oder Jod, oder eine nucleofuge Gruppe, wie der
Tosylrest CH3-C6H4-SO3, Mesitylrest CH3-SO3, CF3-SO3, NO2-C6H4-SO3 darstellt,
- • oder
eine Gruppe A2, die einen Formylrest -CHO
oder Acetylrest -CO-CH3 darstellt,
- – B
und B' gleich oder
voneinander verschieden sind und darstellen
- • entweder
jeweils die Gruppen B1 und B'1,
wenn A und A' jeweils
A1 und A'1 darstellen, wobei B1 und
B'1 eine Gruppe
R1 darstellen, welche die gleiche Definition
wie oben R'1 hat, jedoch kein Wasserstoffatom sein kann,
- • oder
jeweils die Gruppen B2 und B'2,
wenn A und A' A2 darstellen, wobei B2 oder
B'2 die
Gruppe R1 wie oben definiert oder eine Gruppe
der folgenden Formel sind: worin -Ra eine Gruppe RS-
oder RCO- darstellt, worin R ein linearer, verzweigter oder cyclischer
C1- bis C6-, besonders
C1- bis C5-Alkylrest
ist, der gegebenenfalls durch eine oder mehrere Hydroxy-, Alkoxy-
oder Aryloxygruppen oder eine Amino- und/oder -COOH- oder COOM-Gruppe substituiert
ist, worin M ein C1- bis C3-Alkyl ist;
einen Phenyl- oder Benzylrest darstellt, worin der Phenylrest gegebenenfalls
durch mindestens einen C1- bis C5-Alkyl- oder -Alkoxyrest substituiert ist,
wobei diese gegebenenfalls durch eine Aminogruppe oder durch einen
Stickstoff- oder Sauerstoff-Heterocyclus,
eine Gruppe -COOH oder -COOM substituiert sind; oder eine Gruppe
-CH2-Heterocyclus mit Stickstoff und/oder
Sauerstoff mit 5 oder 6 Elementen; R2 ein
Wasserstoffatom, einen C1- bis C5-Alkylrest oder eine Gruppe -CH2-COO-Alkyl
(C1 bis C5) darstellt
und R3 ein Wasserstoffatom, einen C1- bis C5-Alkyl-
oder -Alkenylrest darstellt, der gegebenenfalls durch -OH substituiert
ist, eine Phosphatgruppe, einen Alkoxyrest, worin der Alkylrest
C1 bis C3 ist, oder
Aryloxyrest darstellt; oder eine Alkyl- (oder Aryl-) Carbonyloxygruppe
ist; oder auch R2 und R3 zusammen
einen Ring mit 5 bis 6 Kohlenstoffatomen bilden, wobei R und R3 verbunden sein können, um einen Ring mit 5 bis
7 Atomen (Kohlenstoff, Sauerstoff, Schwefel) zu bilden
- – α darstellt
- • entweder
eine einfache Bindung, wenn A und A' A1 und A'1 darstellen,
oder wenn A und A' A2, das heißt eine Gruppe -CHO oder -COCH3 darstellen, und B2 und
B'2 folgende
Gruppe darstellen
- • oder
wenn A und A' A2 und B2 und B'2 R1 darstellen, eine Gruppe der Formel oder eine Gruppe der Formel worin (a) eine Bindung zu
Z und (b) eine Bindung zum Stickstoffatom darstellen,
- – Z
einen C6- bis C21-Alkylrest,
besonders C13- bis C21-Alkylrest
darstellt, gegebenenfalls mit Einfügung von einer oder mehreren
Doppelbindungen und/oder einem oder mehreren O- und/oder S-Heteroatom(en)
und/oder einem oder mehreren aromatischen Ring(en), und die pharmazeutisch
annehmbaren Salze dieser Verbindungen.
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Falls
nicht anders angegeben, bezeichnen die Ausdrücke „Aryl" und „aromatisch" wie sie zur Definition der
erfindungsgemäßen Produkte
verwendet werden, ein Phenyl oder jeden Cyclus oder Heterocyclus
mit einem aromatischen Charakter wie die Pyridin-, Oxazol-, Thiazol-Cyklen, „Alkenyl" bezeichnet ein Alkyl
mit einer oder mehreren ungesättigten
Bindungen, „Aminogruppe" bezeichnet -NH2 oder Dialkyl (C1-C3)-amino und Mehrfachbindung bezeichnet eine
ungesättigte
Bindung (Doppel- oder Dreifachbindung) zwischen 2 Kohlenstoffatomen.
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Eine
bevorzugte Gruppe von erfindungsgemäßen Verbindungen besteht aus
den Haloalkylaminen, Vorprodukten von bis-quarternären Ammoniumsalzen,
welche der allgemeinen Formel (II) entsprechen
worin
R
1, R'
1, W, n und Z die oben angegebene Bedeutung
haben.
-
In
einer bevorzugten Familie dieser Verbindungen bedeutet Z einen C13 bis C21-Alkylrest.
-
In
bevorzugten Derivaten bedeutet Z eine Gruppe -(CH2)16-.
-
In
einer Untergruppe dieser Familie ist R1 vorteilhafterweise
ein Methylrest.
-
In
einer anderen Untergruppe ist R1 ein Methylrest
und R'1 entweder
ein Wasserstoffatom oder ein Methylrest und W ist ein Chloratom.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen sind ausgewählt unter dem Dichlorhydrat
von N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin
oder dem Dichlorhydrat von N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin.
-
Eine
andere bevorzugte Gruppe von erfindungsgemäßen Verbindungen besteht aus
Thiazolium-Vorläufern,
welche der allgemeinen Formel (III) entsprechen
worin R
a,
R
2, R
3 und Z die
oben definierte Bedeutung haben.
-
In
einer bevorzugten Untergruppe dieser Familie bedeutet Ra einen
RCO-Rest und besonders bevorzugte Verbindungen sind ausgewählt aus
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-thiobenzoyl-4-methoxybut-1-enyl)-1,12-diaminododecan (in
den Beispielen als TE4c bezeichnet),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S(p-diethylaminomethylphenyl-carboxy)thio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TE4f),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-(p-morpholino-methylphenyl-carboxy)-thio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TE4g),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-thiobenzoyl-4-methoxybut-1-enyl]-1,16-diaminohexadecan
(TE8),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1(2-oxo-4,5-dihydro-1,3-oxathian-4-yliden)ethyl]1,12-diaminododecan (TE3).
-
In
einer anderen bevorzugten Untergruppe bedeutet Ra einen
RS-Rest. Besonders bevorzugte Verbindungen sind ausgewählt unter
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-tetrahydrofurfuryl-methyldithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TS3a),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyl-dithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TS3b),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-benzyl-dithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TS3c),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-(2-hydroxyethyl)-dithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TS3d),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyl-dithio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TS4b),
N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyl-dithio-ethenyl]-1,12-diaminododecan
(TS6b).
-
Eine
andere bevorzugte Gruppe von erfindungsgemäßen Verbindungen besteht auch
aus den Vorprodukten von Thioazoliumsalzen, die der allgemeinen
Formel (IV) entsprechen
worin R
a,
R
2, R
1 und Z die
oben definierten Bedeutungen haben.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen sind ausgewählt unter 2,17-(N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-3,16-S-thio-p-methoxybenzoyl-6,13-dioxaoctadeca-2,16-dien
(TE9),
2,17-(N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-3,16-S-thio-p-methoxybenzoyl-6,13-dioxaoctadeca-2,16-dien (TE10),
3,18-(N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-4,17-S-thiobenzoyl-eicosa-3,17-dien-ethyl-dioat
(TE12),
3,18-(N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-4,17-S-thiobenzoyl-eicosa-3,17-dien-ethyl-dioat
(TE13).
-
Eine
andere bevorzugte Gruppe von erfindungsgemäßen Verbindungen besteht noch
aus den Vorprodukten von Thioazoliumsalzen, die der allgemeinen
Formel (V) entsprechen
worin R
a,
R
3, R
1 und Z die
oben definierten Bedeutungen haben.
-
Besonders
bevorzugte Verbindungen sind ausgewählt aus 2,15-(N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-1,16-S-thiobenzoyl-hexadeca-1,15-dien
(TE15), 2,15-(N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-1,16-S-thio-benzoyl-hexadeca-1,15-dien
(TE16).
-
Die
erfindungsgemäßen Vorprodukte
liegen gegebenenfalls in Form von Salzen vor. Als Beispiele seien
genannt die Chlorhydrate, Citrate, Tartrate, Maleate oder Lactate.
-
Die
Erfindung sieht auch cyclisierte Derivate vor, die aus oben definierten
Vorläufern
von Thiazolium erzeugt wurden.
-
Diese
Derivate entsprechen der allgemeinen Formel (VI)
worin R
b für R
1 oder T steht und T die Gruppe der Formel:
darstellt.
R
d die Bedeutung R
2 oder
P hat, worin P die Gruppe mit der folgenden Formel darstellt
R
c die
Bedeutung R
3 oder U hat, wobei U die Gruppe
mit der folgenden Formel darstellt
wobei R
1,
R
2, R
3 und Z die
gleiche Bedeutung wie oben definiert haben und R
b =
T, wenn R
c = R
3 und
R
d = R
2 sind; R
d = P, wenn R
c =
R
3 und R
b = R
1 sind; und R
c =
U, wenn R
b = R
1 und
R
d = R
2 sind.
-
Erfindungsgemäß können die
Thiazolium-Vorprodukte der obigen allgemeinen Formeln (III) und
(IV) nach einem Verfahren erhalten werden, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß es
die Reaktion eines Thiazolderivats der Formel (VI) im basischen
Milieu umfaßt,
wie in den Bespielen erläutert.
-
In
vorteilhafter Weise läßt man um
Ra = RCO- zu erhalten ein Thiazoliumderivat
der Formel (VI) mit einem Derivat RCOR' reagieren, worin R der obigen Definition
entspricht, und R' ein
Halogenatom ist, und um Ra = RS- zu erhalten
läßt man die
angegebenen Thiazoliumderivate der Formel (VI) mit einem Thiosulfatderivat RS2O3Na reagieren.
-
Die
Reihe der Doppel-N-Thiazoliumsalze wird in allgemeiner Weise erhalten,
indem man ein geeignet substituiertes Thiazolderivat mit einem Alkyldihalogenid
in einem organischen Lösungsmittel
unter Rückfluß umsetzt.
-
Die
Reihe der Doppel-C am Kohlenstoff C5 des Thiazolrings, welcher einen
Sauerstoff in der Kette Z aufweist, wird erhalten durch Umsetzung
eines Thiazolderivats der allgemeinen Formel (VII)
mit einem Alkandihalogenid
in basischem Milieu und anschließend Addition von R
1X, wobei das Reaktionsmilieu vorteilhafterweise
in einem organischen Lösungsmittel,
besonders alkoholischen Lösungsmittel
wie Ethanol, zum Rückfluß während einer
genügenden
Zeit gebracht wird, um die Quaternisierung des Stickstoffatoms des
Thiazols durch Bindung von R
1 zu erhalten.
-
Die Öffnung des
Thiazoliumringes erfolgt anschließend in basischem Milieu und
durch Einwirkung von entweder R-COCl oder R-S2O3Na.
-
Um
die Reihe von Verbindungen mit Doppel-C am Kohlenstoff 5 des Thiazolringes
zu erhalten, die keinen Sauerstoff in der Kette Z aufweisen, synthetisiert
man zunächst
eine Verbindung mit der Struktur
durch Umsetzung eines Alkylacetoacetats
mit NaH in einem organischen Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa 0°C
und anschließende
Alkylierung der gebildeten Verbindung mit beispielsweise einem Alkyllithium und
Zugabe eines Dihalogenoalkans zum Reaktionsmedium.
-
Die
erhaltene Verbindung wird durch Zugabe von Brom bei einer Temperatur
in der Größenordnung von
0°C dibromiert
und man gibt anschließend
Thioformamid zu und beläßt mehrere
Tage unter Rückfluß. Durch
Zugabe von R1X zur Reaktionsmischung, die
anschließend
während
mehrerer Tage unter Rückfluß erhalten
wird, erhält
man ein Thiazolium, dessen Öffnung
anschließend
in basischem Milieu erfolgt.
-
Um
die Reihe von Doppel-C am Kohlenstoff C4 des
Thiazolringes zu erhalten, die keinen Sauerstoff in der Kette Z
enthält,
läßt man eine
Verbindung Z (CO-CH2X)2 mit
CH(=S)NH2 reagieren und gibt dann R1X zu.
-
Die
Erfindung sieht auch ein Verfahren zur Herstellung von Haloalkylaminen
vor, die der allgemeinen Formel (II) entsprechen. Dieses Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß ein
Aminoalkohol der Formel
durch ein X-Z-X-Alkyl-α,ω-dihalogenid
alkyliert wird, was zu einem bis-Aminoalkohol führt, der mit einer Verbindung
behandelt wird, welche die Gruppe W freisetzen kann.
-
Die
Alkylierung des Aminoalkohols erfolgt beispielsweise mit einem Alkyl-α,ω-dichlorid
der Formel C1-Z-C1 in
Ethanol in Gegenwart von Diisopropylethylamin wobei der Aminoalkohol
in einem großen Überschuß bezüglich des
Halogenids vorliegt (etwa 2,1/1). Der erhaltene bis-Aminoalkohol wird
anschließend
in Dichlormethan mit einer Verbindung, die W freisetzen kann behandelt,
die beispielsweise Thionylchlorid sein kann, um eine Verbindung
zu erhalten, worin W C1 bedeutet oder mit
dem Chlorid einer Sulfonsäure,
beispielsweise Tosylchlorid, um eine Verbindung zu erhalten, worin
W = CH3-C6H4-SO3- ist.
-
Die
Untersuchung der Aktivität
der erfindungsgemäßen Produkte
gegenüber
Parasiten und besonders Plasmodium hat gezeigt, daß sie eine
hohe Aktivität
in vitro besitzen.
-
So
betragen die CI50-Werte (Konzentration,
die 50% des Parasiten inhibiert) in der Größenordnung von nM gegenüber P. falciparum.
-
Die
Erfindung sieht daher vor, Eigenschaften der erfindungsgemäßen Vorprodukte
und cyclisierter Thiazoliumverbindungen zur Gewinnung von pharmazeutischen
Zusammensetzungen auszunutzen.
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Die
erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzungen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie eine
wirksame Menge von mindestens einem Vorprodukt, wie oben definiert,
oder mindestens einer cyclisierten Thiazoliumverbindung zusammen
mit einem inerten pharazeutischen Vehikel oder mindestens einer cyclisierten
Thiazoliumverbindung umfassen.
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Die
Erfindung sieht auch die Verwendung mindestens eines der erwähnten Vorprodukte
oder mindestens einer der cyclisierten Thiazoliumverbindungen vor,
um Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten besonders
von Malaria oder Babiosen beim Menschen oder Tier herzustellen.
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Diese
Zusammensetzungen schließen
gegebenenfalls wirksame Prinzipien anderer Arzneimittel ein. Erwähnt seien
besonders ihre Assoziierung mit anderen Anti-Malariamitteln (wie
die lysosomotropen Mittel, Atovakon, die Antifol- oder Antifolinmittel
oder Artemisinin oder eines seiner Derivate) aus Gründen der
pharmakologischen Synergie oder zur Vermeidung von Resistenz.
-
Man
verwendet sie auch mit Vorteil zusammen mit Verbindungen, welche
ihre Assimilierung erleichtern.
-
Die
erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzungen sind in verschiedenen Formen verabreichbar, besonders
oral oder injizierbar oder auch rektal.
-
Zur
oralen Verabreichung nutzt man besonders Tabletten, Pillen, Pastillen,
Gelatinekapseln, Tropfen.
-
Zu
anderen Formen von Verabreichungen gehören intravenös, subkutan
oder intramuskulär
injizierbare Lösungen,
die ausgehend von sterilen oder sterilisierbaren Lösungen hergestellt
werden. Es kann sich auch um Suspensionen oder Emulsionen handeln.
-
Man
kann auch für
andere Verabreichungsformen Suppositorien verwenden.
-
Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
sind besonders geeignet für
die Behandlung von Infektionskrankheiten beim Menschen und Tier,
besonderes von Malaria oder Babesiosen.
-
Als
Hinweis entspricht die beim Menschen anwendbare Dosierung den folgenden
Dosen: Man verabreicht dem Patienten beispielsweise von 0,02 bis
80 mg/kg in einer oder mehreren Gaben.
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Die
Erfindung sieht auch die biologischen Reagenzien vor, welche als
aktive Prinzipien die oben definierten Thiazolium-Vorprodukte umfassen.
-
Diese
Reagenzien können
als Referenzen oder Eichsubstanzen in möglichen Untersuchungen von anti-parasitären Aktivitäten verwendet
werden.
-
Die
Erfindung wird mit weiteren Einzelheiten und Vorteilen erläutert in
den folgenden Beispielen, die sich auf die Herstellung von Thiazolium-Vorprodukten
und die Untersuchung ihrer anti-parasitären Aktivität beziehen. Diese Beispiele
nehmen Bezug auf die 1 bis 8,
die jeweils darstellen:
-
1 zeigt
die Anti-Malariaaktivität
eines Thiazolium-Vorprodukts (in den Beispielen als TE4c bezeichnet)
und des entsprechenden Thiazoliums (T4) in Abhängigkeit von der Konzentration
als Arzneimittel nach dem Test von Dejardins (Dejardins R. E. et
al, Antimicrob. Agents Chemother. 1979, 16, 710–718).
-
Die 2 und 3 zeigen
die Pharmakokinetik bei der Maus eines erfindungsgemäßen Thiazolium-Vorprodukts
(in den Beispielen als TE4c bezeichnet) bei geringer Dosis nach
ip und per os Verabreichung.
-
4 zeigt
eine halb-logarithmische Darstellung der Pharmakokinetik bei der
Maus von erfindungsgemäßen Vorprodukten
und dem Arzneimittel nach ip und per os Verabreichung.
-
Die 5A und 5B zeigen
die Pharmakokinetik eines Vorprodukts und eines Arzneimittels gemäß der Erfindung
bei der Maus nach ip und per os Verabreichung.
-
Die 6 und 7 zeigen
die Pharmakokinetik bei der Maus nach ip und per os Verabreichung
und
-
die 8A und 8B zeigen
die Pharmakokinetik von erfindungsgemäßen Vorprodukten beim Affen.
-
In
den verschiedenen in den Beispielen angegebenen Schemata haben die
Substituenten die oben angegebenen Bedeutungen, X bedeutet ein Gegen-Ion,
Me
= Methyl, Et = Ethyl, Ph oder ϕ = C
6H
5-
DMSO
= Dimethylsulfoxid, THF = Tetrahydrofuran, Bu = Butyl. I.
SYNTHESE VON THIAZOLIUM-VORPRODUKTEN A.
Synthese von Disulfid-Prodrugs (TS):
Schema
I
- Reflux = Rückfluß, T° amb = Raumtemperatur
-
Allgemeine Arbeitsweise:
-
a) Synthese von Alkylthiosulfat
(Bunte-Salz)
-
30
mMole des halogenierten Derivates werden in 15 ml Ethanol gelöst und 5
g (30 mmol) Natriumthiosulfat im Minimum Wasser werden zugesetzt.
Die Mischung wird unter Rückfluß 5 Tage
erwärmt.
Die Lösung wird
zur Trockne verdampft und der erhaltene rohe Rückstand wird ohne Reinigung
verwendet.
-
b) Synthese der Disulfid-Prodrug
-
2,6
mmole Thiazolium-Arzneimittel werden in 10 ml Wasser gelöst. 0,6
g NaOH und dann 10 ml CHCl3 werden zugesetzt
und die Mischung wird 10 min lang kräftig gerührt. Dann gibt man tropfenweise
7,8 mmole des oben erhaltenen Alkylthiosulfats zu und rührt die
Mischung bei Raumtemperatur während
2 Stunden. Die organische Phase wird abgetrennt und mit einer 5%
HCl-Lösung
gewaschen. Sie wird dann mit einer NaHCO3-Lösung neutralisiert, über Na2SO4 getrocknet und
konzentriert. Das erhaltene Öl
wird über
Silicagel gereinigt, indem man mit einer Mischung CH2Cl2/MeOH (9,5/0,5) eluiert.
-
1. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-tetrahydro-furfurylmethyldithio-4-hydrozybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TS3a)
-
a) Herstellung von Tetrahydrofurfurylmethyl-thiosulfat
-
Sie
erfolgt nach a) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
Tetrahydrofurfurylchlorid.
NMR 1H (250
MHz, D2O): δ 4,04 (m, 1H, CH2-CH-O),
3,61 (m, 2H, -CH2-O), 3,00 (m, 2H, S-CH2-CH), 1,47–1,88 (m, 4H, -CH-CH2-CH2-).
-
b) Synthese von TS3a
-
Nach
b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T3 (siehe
dessen Herstellung weiter unten) und dem zuvor erhaltenen Bunte-Salz
ein gelbliches Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,88–7,99 (2s,
2H, CHO), 3,95 (m, 2H, O-CH-CH2), 3,7 (m,
8H, -CH2-OH+CH-OCH2-CH2), 3,32 (m, 4H, S-CH2-),
2,8 (m, 8H, N-CH2-+=C-CH2),
1,64–1,94
(m, 18H, -N-CH2-CH2-+-CH-CH2-CH2-+-CH3-C=), 1,26 (m, 16H, (CH2)8).
-
2. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyl-dithio-4-hydrozybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TS3b)
-
a) Herstellung von Propylthiosulfat
-
Sie
erfolgt nach a) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
Propylbromid.
NMR 1H (250 MHz, D2O): δ 0,74
(t, 2H, -CH3), 1,51 (m, 2H, -CH2-CH2-CH3), 2,86 (t,
2H, S-CH2-CH2).
-
b) Herstellung von TS3b
-
Sie
erfolgt nach b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
T3 (siehe dessen Herstellung weiter unten) und dem zuvor erhaltenen
Bunte-Salz; man erhält
ein gelbliches Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,91–7,99 (2s,
2H, CHO), 3,8 (m, 4H, -CH2-OH), 3,39 (m,
4H, S-CH2-), 2,91 (t, 4H, =C-CH2-),
2,62 (t, 4H, N-CH2-), 2,00 (d, 6H, CH3-C=), 1,64 (m, 8H, -N-CH2-CH2-+-S-CH2-CH2-), 1,26 (m, 16H,
-(CH2)8-), 0,97
(t, 6H, -S-CH2-CH2-CH3).
-
3. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-benzyl-dithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TS3c)
-
a) Herstellung von Benzylthiosulfat
-
Sie
erfolgt nach a) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
Benzylbromid.
NMR 1H (250 MHz, D2O): δ 4,13
(s, 2H, -CH2-), 7,23 (m, 5H, ArH).
-
b) Herstellung von TS3c
-
Sie
erfolgt nach b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
T3 (siehe dessen Herstellung weiter unten) und dem zuvor erhaltenen
Bunte-Salz; man erhält
ein gelbliches Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,91–7,99 (2s,
2H, CHO), 3,89 (s, 4H, S-CH2-Ph), 3,73 (t,
4H, CH2-OH), 3,40 (t, 4H, N-CH2-),
2,75 (t, 4H, =C-CH2), 1,96 (s, 6H, CH3-C=), 1,52 (m, 4H, -N-CH2-CH2-), 1,25 (m, 16H, -(CH2)8-).
-
4. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-(2-hydroxyethyl)dithio-4-hydroxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TS3d)
-
a) Herstellung von 2-Hydroxyethylthiosulfat
-
Sie
erfolgt nach a) der obigen allgemeinen Arbeitsweise ausgehend von
2-Chlorethanol.
NMR 1H (250 MHz, D2O): δ 3,32
(t, 2H, S-CH2-), 3,98 (t, 2H, -CH2-OH).
-
b) Herstellung von TS3d
-
Nach
b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T3 (siehe
dessen Herstellung weiter unten) und dem zuvor erhaltenen Bunte-Salz
ein Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,91–7,99 (2s,
2H, CHO), 4,61 (m, 4H, -S-CH2-CH2-OH), 3,75 (m, 4H, =C-CH2-CH2-OH), 3,33 (m, 4H, S-CH2-),
2,87 (t, 4H, =C-CH2), 2,78 (t, 4H, N-CH2-),
1,95 (d, 6H, CH3-C=), 1,45 (m, 4H, -N-CH2-CH2-), 1,20 (m,
16H, -(CH2)8-).
-
5. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyldithio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TS4b)
-
Nach
b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T4 (siehe
dessen Herstellung weiter unten) und Propylthiosulfat ein gelbliches Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,91–7,99 (2s,
2H, CHO), 3,8 (m, 4H, -CH2-OH), 3,39 (m,
4H, S-CH2-), 2,91 (t, 4H, =C-CH2),
2,62 (t, 4H, N-CH2-), 2,00 (s, 6H, CH3-C=), 1,64 (m, 9H, -N-CH2-CH2- + -S-CH2-CH2-), 1,26 (m, 16H, -(CH2)8-), 0,97 (t, 6H, -S-CH2-CH2-CH3).
-
6. Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-propyldithio-ethenyl]-1,12-diaminododecan (TS6b)
-
Nach
b) der obigen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T6 (siehe
dessen Herstellung weiter unten) und Propylthiosulfat ein gelbliches Öl.
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 8,02 (s,
2H, CHO), 6,03 (s, 2H, =C-H), 3,47 (t, 4H, N-CH2-),
2,69 (t, 4H, S-CH2-), 1,95 (s, 6H, CH3-C=), 1,72 (m, 4H, -S-CH2-CH2-), 1,59 (m, 4H, -N-CH2-CH2-), 1,26 (m, 16H, -(CH2)8-), 0,99 (t, 6H, -S-CH2-CH2-CH3).
-
-
-
B.
Synthese von Thioester-Prodrugs (TE):
Schema
2
-
Allgemeine Arbeitsweise:
-
3,15
mmole des Thiazoliumsalzes werden in 10 ml Wasser suspendiert und
0,75 g (6 Äquivalente) NaOH
werden zugesetzt. Man beläßt die erhaltene
Lösung
während
15 min unter Magnetrührung.
Anschließend
werden tropfenweise 9,6 mmole (3 Äquivalente) Säurechlorid
gelöst
in 20 ml CHCl3 zugesetzt und die Reaktionsmischung
wird bei Raumtemperatur 3 Stunden lang gerührt. Die organische Phase wird
abgetrennt, mit an NaCl gesättigtem
Wasser gewaschen, dann über
MgSO4 getrocknet und im Verdampfer konzentriert. Der
erhaltene Rückstand
wird über
Silicagel gereinigt (Elutionsmittel CH2Cl2/MeOH: 95/5).
-
1. Synthese der Thioesterderivate
der Reihe mit N-N-Brücke
(Verbindungen TE4a-j, TE3 und TE8):
-
-
1.1 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-thiobenzoyl-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan (TE4c)
-
Nach
der oben beschriebenen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T4 und
unter Verwendung von Benzoylchlorid ein weißes Pulver (Ausbeute = 70%).
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,90–7,36 (m,
12H, CHO + ArH), 3,52–3,29
(m, 8H, CH3OCH2-,
N-CH2-), 3,30 (s, 6H, CH3O),
2,75 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 2,06 (s, 6H, CH3-C=), 1,57–1,09 (m,
20H, -(CH2)10-).
MS
ES+: m/e 725 ([M + H]+,
100).
-
1.2 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-(p-diethylaminomethylphenylcarboxy)-thio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TE4f)
-
a) Synthese von α-Diethylamino-paratolusäure
-
1
g (1 Äquivalent) α-Chlorparatolusäure und
1,22 ml (2 Äquivalente)
Diethylamin werden in 30 ml Acetonitril gelöst. Die Reaktionsmischung wird
48 Stunden am Rückfluß gehalten.
Das Lösungsmittel
wird unter Vakuum verdampft und der Rest durch Säulenchromatographie an Silicagel
gereinigt (CH2Cl2/MeOH
60/40, dann reines MeOH). Das Produkt wird nach Fällung in
Hexan in Form eines weißen
Pulvers erhalten (Ausbeute = 63%).
NMR 1H
(250 MHz, DMSOD6): δ 7,84–7,29 (2d, 2 × 2H, ArH),
3,50 (s, 2H, N-CH2-Ar), 2,40 (q, 4H, N(CH2-CH3)2).
MS
ES+: m/e 208 ([M + H]+,
100).
-
b) Synthese von α-Diethylaminoparatolusäurechlorid
-
0,3
g (1,45 mmol) α-Diethylaminoparatolusäure werden
in 10 ml CHCl3 gegeben und 0,32 ml SOCl2 werden zugegeben. Die Lösung wird 12 Stunden am Rückfluß gehalten.
Das Lösungsmittel
wird unter Vakuum verdampft und der Rest wird aus Ethylether umkristallisiert.
Man erhält
323 mg Produkt in Form seines Chlorhydrats (Ausbeute = 85%).
MS
ES+: m/e 226 ([M + H]+,
100), 28 ([M + H]+, 30).
-
c) Synthese von TE4f (in
Form des Chlorhydrats)
-
0,7
g (0,95 mmol) T4 werden in 10 ml Wasser suspendiert und 0,23 g (5,71
mmol) NaOH werden zugesetzt. Man rührt die erhaltene Lösung 15
min lang. Anschließend
werden tropfenweise 0,75 g, (2,86 mmol) α-Diethylaminoparatolusäurechlorid
gelöst
in 20 ml THCl3 und 0,4 ml (2,86 mmol) Triethylamin
zugesetzt. Die Reaktionsmischung wird bei Raumtemperatur 4 Stunden
gerührt.
Die organische Phase wird abgetrennt, mit Wasser gewaschen und über MgSO4 getrocknet und im Rotavapor-Gerät konzentriert.
Das erhaltene Öl
wird durch Säulenchromatographie
an Silicagel gereinigt (CH2Cl2/MeOH
95/5, dann reines MeOH). Das Chlorhydrat wird erhalten durch Einleiten
von gasförmigem
HCl in eine Lösung der
Base in Ether bei 0°C
während
3 Stunden. Dieses Salz wird in Form eines schaumigen Niederschlags
erhalten (Ausbeute = 54%).
NMR 1H (250
MHz, CDCl3): δ 8,00–7,48 (m, 10H, CHO+ ArH), 3,62–3,37 (m,
12H, CH3OCH2-CH2- + N-CH2-Ar), 3,35
(s, 6H, CH3O), 2,80 (t, 4H, N-CH2-), 2,50 (q, 8H, N(CH2-CH3)2), 2,15 (s, 6H, CH3-C=),
1,50–1,12
(m, 20H, -(CH2)10-,
1,08 (t, 12H, N(CH2-CH3)2).
MS ES+:
m/e 448,5 ([M + H]+, 100).
-
1.3 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-(p-morpholinomethylphenylcarboxy)-thio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TE4g)
-
a) Synthese von α-Morpholinoparatolusäure
-
4,04
g (1 Äquivalent) α-Chlorparatolusäure und
4,13 ml (2 Äquivalente)
Morpholin werden in 150 ml Toluol gelöst. Die Reaktionsmischung wird
24 Stunden auf Rückfluß gebracht.
Das Morpholinchlorhydrat wird heiß über einen Buchner-Filter abgetrennt.
Das Produkt kristallisiert bei Raumtemperatur im Filtrat. Nach Abfiltrieren
und Trocknen werden 3,63 g des Produkts in Form eines weißen Pulvers
erhalten (Ausbeute = 70%).
NMR 1H (250
MHz, DMSOD6): δ 7,84–7,37 (2d, 2 × 2H, ArH),
3,53 (t, 4H, CH2OCH2),
3,48 (s, 2H, Ar-CH2-), 2,31 (t, 4H, CH2-N-CH2-).
MS
ES+: m/e 222 ([M + H]+,
100).
-
b) Synthese von α-Morpholinoparatolusäurechlorid
-
2,33
g α-Morpholinoparatolusäure werden
in 30 ml CH2Cl2 gegeben
und 3,76 g SOCl2 werden zugegeben. Die nicht
sehr homogene Lösung
wird für
48 Stunden auf Rückfluß gebracht.
Der erhaltene weiße
Niederschlag wird filtriert, mit CH2Cl2 gewaschen und getrocknet. Man erhält 2,65
des Produkts (Ausbeute = 70%).
NMR 1H
(250 MHz, DMSOD6): δ 7,97–7,78 (2d, 2 × 2H, ArH),
4,40 (s, 2H, Ar-CH2-), 3,86 (m, 4H, CH2OCH2), 3,18 (m,
4H, CH2-N-CH2).
MS
ES+: m/e 240 ([M + H]+,
100)', 242 ([M +
H]+, 30).
-
c) Synthese von TE4g (in
Form des Dioxalatsalzes TE4go oder des Ditartrats TE4gt)
-
1,08
g von T4 werden in 10 ml Wasser suspendiert und 0,37 g (6 Äquivalente)
NaOH werden zugesetzt. Man rührt
die erhaltene Lösung
15 min lang. Dann werden tropfenweise 1,15 g, (3 Äquivalente)
des Chlorhydrats des α-Morpholinoparatolusäurechlorids
gelöst
in 20 ml CHCl3 und 0,42 g Triethylamin zugesetzt. Die
Reaktionsmischung wird bei Raumtemperatur 3 Stunden lang gerührt. Die
organische Phase wird abgetrennt, dann über MgSO4 getrocknet
und mit dem Rotavapor-Gerät
konzentriert. Der erhaltene Rückstand
wird in Ether und Wasser aufgenommen. Die organische Phase wird
abgetrennt, zweimal mit Wasser gewaschen, dann über MgSO4 getrocknet
und konzentriert. Das erhaltene Öl
wird in einer Mindestmenge Ether aufgenommen und wird zu einer Etherlösung gegeben,
die 0,41 g Oxalsäure
enthält.
Es bildet sich sofort ein weißer
Niederschlag (TE4go: Ausbeute = 80%).
-
Eine
andere Probe des Öls
(7,7 g) wird in Lösung
gebracht mit einer wäßrigen Lösung (1N),
die 2 Äquivalente
Weinsäure
(+) enthält.
Die Lösung
wird zur Trockene verdampft. Der Rest wird in Ethanol gelöst. Die Lösung wird
erneut verdampft. Man erhält
einen schaumigen Feststoff (TE4gt, Schmelzpunkt: 82–85°C).
Charakterisierung
der freien Base:
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,90–7,36 (m,
10H, CHO + ArH), 3,69 (t, 8H, CH2OCH2-), 3,52–3,32 (m, 12H, CH3OCH2CH2- + N-CH2-Ar), 3,30 (s, 6H, CH3O),
2,77 (t, 4H, N-CH2-), 2,42 (t, 8H, -CH2-N-CH2-), 2,09 (s,
6H, CH3-C=), 1,57–1,09 (m, 20H, -(CH2)10-).
MS ES+: m/e 462 ([M + H]+,
100), m/e 923 ([M + H]+, 10)
-
1.4 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-(p-phthaloyl)-thio-4-methoxybut-1-enyl]-1,12-diaminododecan
(TE4j)
-
Nach
der oben beschriebenen Arbeitsweise erhält man ausgehend von T4 und
unter Verwendung von p-Methoxycarbonylbenzoylchlorid ein weißes Pulver
(Ausbeute = 76%).
NMR 1H (250 MHz,
CDCl3): δ 7,90–7,36 (m,
10H, CHO + ArH), 3,97 (s, 6H, CH3OCO), 3,57–3,35 (m,
8H, CH3OCH2CH2-), 3,30 (s, 6H, CH3O),
2,82 (t, 4H, N-CH2-), 2,13 (s, 6H, CH3-C=), 1,58–1,17 (m, 20H, -(CH2)10-).
MS ES+: m/e 421([M + H]++,
20). 841 ([M + H]+, 100)
-
1.5 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1-methyl-2-S-thiobenzoyl-4-methoxybut-1-enyl]-1,16-diaminohexadecan
(TE8)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend
von 1,16-Hexadecamethylen-bis-[4-methyl-5-(2-methoxyethyl)]-thioazolium-diiodid,
T8, und unter Verwendung von Benzoylchlorid ein gelbliches Öl (Ausbeute
= 72%).
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 7,90–7,36 (m,
10H, CHO + ArH), 3,50–3,32
(m, 8H, CH3OCH2-,
N-CH2-), 3,30 (s, 6H, CH3O),
2,75 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 2,06 (s, 6H, CH3-C=), 1,57–1,09 (m,
28H, -(CH2)10-).
MS
ES+: m/e 781 ([M + H]+,
100).
-
1.6 Synthese von N,N'-Diformyl-N,N'-di[1(2-oxo-4,5-dihydro-1,3-oxathian-4-yliden)ethyl]-1,12-diaminododecan
(TE3)
-
2,8
mmole (2 g) des Thiazoliumsalzes T3 [Dibromid von 1,12-Dodecanmethylen-bis-[4-methyl-5-(2-hydroxyethyl)-thiazolium]
werden gelöst
in 4,4 ml Ethanol und es werden 12,2 mmol (4,5 ml, 4 Äquivalente) NaOH
(10%) zugesetzt. Man hält
die erhaltene Lösung
15 min lang unter Magnetrühren.
Anschließend
werden tropfenweise 6 ml (1,12 g, 2 Äquivalente) 4-Nitrophenylchloroformat
gelöst
in Ethylacetat zugesetzt und die Reaktionsmischung wird bei Raumtemperatur
2 Stunden gerührt.
Man setzt Ethylacetat zu. Die organische Phase wird nacheinander
mit Wasser, einer gesättigten
Natriumhydrogencarbonatlösung,
Wasser, gewaschen, dann über
MgSO4 getrocknet und mit dem Verdampfer
konzentriert. Das erhaltene gelbe Öl wird über Silicagel gereinigt (Elutionsmittel
CH2Cl2, dann unter
Zusatz von 1% MeOH, dann 2%). Ausbeute = 20%.
NMR 1H
(250 MHz, CDCl3): δ 8,2–7,88 (2s, 2H, CHO), 4,43–4,40 (t,
4H, -CH2OCO-), 3,33–3,27 (t, N-CH2-), 2,79–2,77 (t,
4H, CH2-CH2=), 1,88
(s, 6H, CH3), 1,46–1,13 (m, 20H, -(CH2)10-).
MS ES+: m/e 541 ([M + H]+,
100).
-
2. Synthese von Thioestern
der Reihe mit C-C-Brücke
-
2.1 C5-C5-Zwillingsverbindungen mit einem O in der
Alkylkette (TE9 und TE10):
-
Diese
Prodrugs werden nach der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise
(Schema 2) synthetisiert.
-
Ausgehend
vom 3,10-Dioxadodecanmethylenbis[5-(1,4-dimethyl)thiazolium]-diiodid,
T9, und p-Methoxybenzoylchlorid erhält man das 2,17 (N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-3,16-S-thio-p-methoxybenzoyl-6,13-dioxaoctadeca-2,16-dien,
TE9, in Form eines farblosen Öls.
(Ausbeute = 65%).
NMR 1H (200 MHz,
CDCl3): δ 7,93–6,87 (m,
10H, CHO + ArH), 3,58 (s, 6H, 2CH3), 3,55
(t, 4H, 2CH2), 3,37 (t, 4H, 2CH2),
2,89 (S, 6H, 2CH3), 2,77 (t, 4H, 2CH2), 2,03 (s, 6H, 2CH3),
1,52–1,30
(m, 8H, 4CH2).
-
Ausgehend
von 3,10-Dioxadodecanmethylenbis[5-(1benzyl,4-methyl)-thiazolium]-dibromid,
T10, und p-Methoxybenzoylchlorid erhält man das 2,17-N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-3,16-S-thio-p-methoxybenzoyl-6,13-dioxaoctadeca-2,16-dien,
TE10, in Form eines farblosen Öls.
(Ausbeute = 70%).
NMR 1H (200 MHz,
CDCl3): δ 8,06–6,92 (m,
20H, CHO + ArH), 4,68 (s, 4H, 2CH2), 3,91
(s, 6H, 2CH3), 3,50 (t, 4H, 2CH2),
3,38 (t, 4H, 2CH2), 2,75 (t, 4H, 2CH2), 2,07 (s, 6H, 2CH3),
1,56–1,31
(m, 8H, 4CH2).
-
-
2.2 C5-C5-Zwillingsverbindungen ohne O in der Alkylkette
(TE12 und TE13):
-
Diese
Prodrugs werden nach der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise
(Schema 2) synthetisiert.
-
Ausgehend
vom Dodecamethylenbis[5-(1-methyl-4-ethoxycarbonylethyl)thiazolium]-diiodid,
T12, erhält
man das 3,18-(N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-4,17-S-thiobenzoyleicosa-3,17-dienethyldioat,
TE12, als farbloses Öl.
(Ausbeute = 70%).
NMR 1H (200 MHz,
CDCl3): δ 7,94–7,39 (m,
12H, CHO + ArH), 4,14 (q, 4H, 2OCH2-), 3,45
(s, 4H, 2CH2), 2,88 (s, 6H, 2CH3),
2,44 (t, 4H, 2CH2), 1,27–1,19 (m, 26H, -(CH2)10 + 2CH3).
-
Ausgehend
von Dodecamethylenbis[5-(1-benzyl-4-ethoxycarbonylethyl)thiazolium]dibromid,
T13, erhält
man das 3,18-(N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-4,17-S-thiobenzoyleicosa-3,17-dienethyldioat,
TE13, als farbloses Öl.
(Ausbeute = 64%).
NMR 1H (200 MHz,
CDCl3): δ 8,24–7,26 (m,
22H, CHO + ArH), 4,70 (s, 4H, 2CH2-Ar),
4,23 (q, 4H, 20CH2-), 3,44 (s, 4H, 2CH2), 2,51 (t, 4H, 2CH2),
1,52–1,29
(m, 26H, -(CH2)10 +
2 CH3).
-
-
2.3 C4-C4-verbundene Zwillingsverbindungen ohne O
in der Alkylkette
-
Diese
Prodrugs werden nach der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise
(Schema 2) synthetisiert.
-
Ausgehend
von Dodecamethylenbis[4-(1-methyl)-thiazolium]-diiodid, T15, erhält man das 2,15-(N,N'-Diformyl-N,N'-dimethyl)diamino-1,16-S-thiobenzoyl-hexadeca-1,15-dien,
TE15, als farbloses Öl. (Ausbeute
= 70%).
NMR 1H (200 MHz, CDCl3): δ 7,94–7,39 (m,
12H, CHO + ArH), 5,7 (2H, =CH), 2,88 (s, 6H, 2 N-CH3),
2,48 (t, 4H, 2 =C-CH2), 1,27–1,19 (m,
26H, -(CH2)10).
-
Ausgehend
von Dodecamethylenbis[4-(1-benzyl)-thiazolium]-dibromid, T16 erhält man das 2,15-(N,N'-Diformyl-N,N'-dibenzyl)diamino-1,16-S-thiobenzoyl-hexadeca-1,15-dien,
TE16, als farbloses Öl. (Ausbeute
= 64%).
NMR 1H (200 MHz, CDCl3): δ 8,24–7,56 (m,
22H, CHO + ArH), 5,7 (2H, =CH) 4,37 (s, 4H, 2 CH2-Ar),
2,51 (t, 4H, 2 =C-CH2), 1,52–1,29 (m,
20H).
-
-
II.
SYNTHESE DER THIAZOLIUMSALZE A.
Synthese der Reihe der über
N verbundenen Zwillingsverbindungen (Verbindungen T3, T4, T6 und
T8):
Schema
3
-
Allgemeine Arbeitsweise
zur Synthese von Dihalogeniden von α,ω-Polymethylen-bis-thiazolium:
-
Das
geeignet substituierte Thiazol (11,5 mmol) wird in 30 ml Acetonitril
gelöst.
3,8 mmol des Alkyldiiodids (oder Dibromids) werden zugesetzt. Die
Reaktionsmischung wird 3 Tage unter Rückfluß gehalten. Die Lösung wird
mit dem Rotationsverdampfer konzentriert und der erhaltene ölige Rückstand
wird in Wasser und Ether aufgenommen. Die wäßrige Phase wird mit Ether
gewaschen und dann unter verringertem Druck konzentriert. Das Produkt
wird anschließend
aus Isopropanol kristallisiert.
-
Das
1,12-Diioddodecan wird wie folgt synthetisiert:
Man mischt
10,22 g (1 Äquivalent),
1,12 Dibromdodecan mit 14,26 g (3 Äquivalente), Natriumiodid in
150 ml Aceton. Nach 15 min Rühren
bei Raumtemperatur wird die Lösung
3 Stunden unter Rückfluß gehalten.
-
Das
Aceton wird anschließend
im Rotavapor-Gerät
verdampft, der Rückstand
wird in Ethylether und Wasser aufgenommen und das Produkt wird dreimal
mit Ether extrahiert. Die Ether-Phasen werden vereinigt und über Magnesiumsulfat
getrocknet. Der erhaltene weiße
Feststoff wird anschließend
in Methanol umkristallisiert (Schmp. 42–43°C). Ausbeute 95%.
-
Das
1,16-Diiodhexadecan wird erhalten ausgehend von Hexadecan-1,16-diol
durch Zugabe von 5 g dieses Diols und 19 g Kaliumiodid zu einer
Lösung
von 2,5 g Phosphorsäureanhydrid
und 5,2 ml Phosphorsäure
85%. Die Mischung wird 5 Stunden lang auf 200°C erwärmt. Es bildet sich ein dichtes Öl und die
Mischung wird in 50 ml Wasser gekippt. Die organische Phase wird
abgetrennt und die wäßrige Phase
mit Ether extrahiert. Die organischen Phasen werden durch Rühren mit
50 ml einer Natriumthiosulfatlösung
10% entfärbt.
Der Ether wird verdampft. Das erhaltene Öl wird aus Methanol kristallisiert
(Schmp. 52°C).
Ausbeute 82%.
-
1. Synthese von 1,12-Dodecamethylen-bis-[4-methyl-5-(2-hydroxyethyl)-thiazolium]dibromid
(T3)
-
Nach
der oben beschriebenen Arbeitsweise erhält man ausgehend von 4-Methyl-5-(2-hydroxyethyl)-thiazol
und 1,12-Dibromdodecan ein weißes
hygroskopisches Pulver (Ausbeute 75%).
NMR 1H
(250 MHz, DMSO D6): δ 10,08 (s, 2H, S-CH=), 4,45
(t, 4H, +N-CH2-),
3,62 (t, 4H, HOCH2CH2),
3,02 (t, 4H, HOCH2CH2-),
2,50 (s, 6H, CH3-C=), 1,77 (m, 4H, +N-CH2-CH2-), 1,60–1,25 (m, 16H, -(CH2)8-).
MS ES+: m/e 227 (M++,
100), m/e 533–535
(M++Br– , 10)
-
2. Synthese von 1,12-Dodecamethylen-bis-[4-methyl-5-(2-hydroxyethyl)thiazolium]diiodid
(T4)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend
von 4-Methyl-5-(2-hydroxyethyl)-thiazol
und 1,12-Diioddodecan ein weißes
hygroskopisches Pulver (Ausbeute 70%).
NMR 1H
(250 MHz, CDCl3): δ 10,92 (s, 2H, S-CH=), 4,66
(t, 4H, +N-CH2-),
3,60 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 3,35 (s, 6H, CH3O),
3,07 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 2,52 (s, 6H, CH3-C=),
1,92 (m, 4H, +N-CH2-CH2-), 1,57–1,25 (m, 16H, -(CH2)8-).
MS ES+: m/e 241 (M++,
100), m/e 609 (M++I–,
5)
-
Das
4-Methyl-5-[2-methoxyethyl]thiazol wird nach dem folgenden Verfahren
synthetisiert: 10,20 ml 4-Methyl-5-[2-hydroxyethyl]thiazol werden
in 180 ml wasserfreiem DMSO gelöst
und 19 g gepulvertes Kalium werden zugesetzt. Nach 5 min Rühren werden
5,30 ml Methyliodid zugegeben. Das Reaktionsgemisch wird 30 min
bei Raumtemperatur unter Inertgasatmosphäre gerührt. Am Ende der Reaktion (durch
Dünnschichtchromatographie
verfolgt: CCM = Chromatographie Couche Mince) wird die Mischung
in 100 ml Wasser gegossen und dreimal mit Ether extrahiert. Die
organische Phase wird anschließend
mit Wasser, darauf mit NaCl-gesättigtem
Wasser gewaschen und schließlich über Natriumsulfat
getrocknet. Das erhaltene Produkt wird über Silicagel gereinigt indem
man mit einem Gemisch AcOEt/Hexan (1/3) eluiert. Man erhält ein gelbes Öl (Ausbeute
60%).
NMR 1H (250 MHz, CDCl3): δ 2,39
(s, 3H, CH3C=), 3,00 (t, 2H, -CH2-C=), 3,36 (s, 3H, CH3O),
3,55 (t, 2H, O-CH2-), 8,56 (s, 1H, S-CH=).
-
3. Synthese von 1,12-Dodecamethylen-bis-[4-methyl-thiazolium]diiodid
(T6)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend
von 4-Methylthiazol und
1,12-Diioddodecan ein weißes
Pulver (Ausbeute 50%).
NMR 1H (250
MHz, DMSO D6): δ 10,11
(s, 2H, S-CH=), 8,02 (s, 2H, S-CH=), 4,42 (t, 4H, +N-CH2-), 2,25 (s, 6H, CH3-C=),
1,80 (m, 4H, +N-CH2-CH2-),
1,25 (m, 16H, -(CH2)8-).
MS
ES+: m/e 183 (M++,
100), m/e 493 (M++I–,
5)
-
4. Synthese von 1,16-Hexadecamethylen-bis-[4-methyl-5-(2-hydroxyethyl)thiazolium)diiodid
(T8)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise erhält man ausgehend
von 4-Methyl-5-(2-methoxyethyl)-thiazol
und 1,16-Diioddodecan ein weißes
Pulver (Ausbeute 80%).
Schmp.: 210°C.
NMR 1H
(250 MHz, CDCl3): δ 10,92 (s, 2H, S-CH=), 4,66
(t, 4H, +N-CH2-),
3,60 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 3,35 (s, 6H, CH3O),
3,07 (t, 4H, CH3OCH2CH2-), 2,52 (s, 6H, CH3-C=),
1,92 (m, 4H, +N-CH2-CH2-), 1,57–1,25 (m, 16H, -(CH2)8-).
MS ES+: m/e 269 (M++,
100), m/e 665 (M++I–,
10)
-
-
B.
Synthese der C-C-Zwillingsverbindungen (T9, T10, T12 und T13) 1.
Synthese der über
den Kohlenstoff C5 des Thiazolringes verbundenen Zwillingsverbindungen 1.1
Synthese der Verbindungen mit einem O in der Alkylkette (T9, T10):
Schema
4
-
Allgemeine Arbeitsweise
zur Synthese der Diiodide von 3,10-Dioxadodecamethylenbis-[5-(1-alkyl-4-methyl)thiazolium]:
T9, T10) (Schema 4).
-
1. Stufe:
-
Auflösen von
4-Methyl-5-hydroxyethylthiazol (20,9 mmol) in wasserfreiem DMSO
(50 ml). Zugabe von Kaliumhydroxid (83,6 mmol) und Rühren während 10
min. Zugabe des Diiodidderivats (6,9 mmol) und Rühren bei Raumtemperatur während 30
min. Zugabe von Wasser und dreimaliges Extrahieren mit Ether. Waschen der
Etherphase mit Wasser, Trocknen derselben über Natriumsulfat. Reinigen
durch Chromatographie an Silicagel mit Elution mit AcOEt/Hexan (1/3).
-
2. Stufe: Alkylierung
des bis-Thiazols:
-
Auflösen des
bis-Thiazols (1 mmol) in absolutem Ethanol (40 ml). Zugabe des gewünschten
Halogenderivats (2 mmol) und Erwärmen
der Mischung unter Rückfluß während etwa
einer Woche. Verdampfen des Ethanols und Umkristallisieren aus einer
Mischung iPrOH-(iPr)2O.
-
a) Synthese von 1,6-bis-[2-(4-Methylthiazol-5-yl)ethoxyhexan:
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise (1. Stufe) erhält man ausgehend
von 4-Methyl-5-hydroxyethylthiazol und 1,6-Diiodhexan ein farbloses Öl (Ausbeute
60%)
NMR
1H
(200 MHz, CDCl
3): d 8,51 (s, 2H, CH), 3,54
(t, 4H, -CH
2-), 3,39 (t, 4H, -CH
2), 2,96 (t, 4H, -CH
2-),
2,32 (s, 6H, CH
3), 1,57–1,28 (m, 8H, -CH
2-CH
2-).
-
b) Synthese von 3,10-Dioxadodecamethylenbis-[5-(1,4-dimethyl)thiazolium-diiodid
(T9)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise (2. Stufe) erhält man ausgehend
von dem zuvor erhaltenem Produkt und Methyliodid einen hygroskopischen
festen Stoff (Ausbeute 60%)
NMR 1H
(200 MHz, CDCl3): d 10,99 (s, 2H, S-CH=),
4,33 (s, 6H, 2N+CH3),
3,71 (t, 4H, 2CH2-O), 3,52 (t, 4H, 2O-CH2), 3,03 (t, 4H, 2CH2-),
2,51 (s, 6H, 2 =C-CH3), 1,65–1,47 (m,
8H, 4-CH2-).
-
c) Synthese von 3,10-Dioxadodecamethylenbis-[5-(1-benzyl,
4-methyl)-thiazolium]dibromid (T10)
-
Nach
der oben beschriebenen allgemeinen Arbeitsweise (2. Stufe) erhält man ausgehend
von dem in der 1. Stufe erhaltenen Produkt und von Benzylbromid
einen hygroskopischen festen Stoff (Ausbeute 74%)
NMR 1H (200 MHz, CDCl3):
d 11,45 (s, 2H, S-CH=), 7,36–7,28
(m, 10H, 2ArH), 3,65 (t, 4H, 2CH2O), 3,44
(t, 4H, 2O-CH2), 3,03 (t, 4H, 2CH2), 2,51 (s, 6H, 2 =C-CH3),
1,57–1,34
(m, 8H, 4-CH2-).
-
-
1.2. Verbindungen, die
kein O in der Alkylkette enthalten (T12, T13)
-
Diese
Synthese erfolgt in 4 Stufen nach dem Schema 5.
Schema
5
- T° amb
= Raumtemperatur, reflux, 1 semaine = Rückfuß, 1 Woche
-
a)
Synthese von 3,18-Dioxoeicosanethyldioat
-
In
einem Zweihalskolben suspendiert man NaH (43,7 mmol) unter Argon
in wasserfreiem THF (100 ml). Das Reaktionsmilieu wird in einem
Eisbad gekühlt
und tropfenweise wird Ethylacetoacetat (39,7 mmol) zugesetzt. Es
wird 10 min bei 0°C
gerührt.
Tropfenweise wird n-BuLi (1,56 M; 43,7 mmol) zugesetzt. Man rühr weitere
10 min bei Raumtemperatur bevor die Alkylierung durchgeführt wird.
-
Zu
der vorangehenden Lösung
gibt man tropfenweise Dibromdodecan (15,9 mmol), gelöst in 20
ml wasserfreiem THF. Man läßt das Reaktionsmilieu
wieder Raumtemperatur annehmen und rührt weiter während 1
h. Man gibt Wasser zu und extrahiert mit Ether (3 Mal). Die organische
Phase wird mit einer gesättigten NaCl-Lösung gewaschen, über Natriumsulfat
getrocknet, filtriert und zur Trockne eingedampft. Man reinigt das Produkt
durch Chromatographie an Silicagel, wobei man mit AcOEt-Hexan (1/1)
eluiert. Man erhält
einen weißen
Feststoff (Ausbeute 65%), Schmp. = 60°C.
NMR 1H
(200 MHz, CDCl3): d 4,16 (q, 4H, 2CH2), 3,41 (s, 2H, 2CH2)
2,50 (t, 4H, 2CH2), 1,56–121 (m, 30H).
-
b)
Synthese von 4,17-Dibrom-3,18-dioxoeicosanethyldioat
-
Die
vorangehende Verbindung (3,8 mmol) wird in 20 ml CCl4 gelöst. Die
Lösung
wird auf 0°C
gekühlt und
man gibt tropfenweise Brom zu (76 mmol), rührt bei der gleichen Temperatur
während
30 min und dann 1 Stunde bei Raumtemperatur. Man verdampft das Lösungsmittel,
nimmt den Rückstand
auf und löst
ihn in Wasser und extrahiert mit Ethylacetat, trocknet die organische
Phase über
Natriumsulfat, filtriert und verdampft zur Trockne. Man reinigt
durch Chromatographie an Silicagel mit AcOEt/Hexan (1/1) als Elutionsmittel.
Man erhält ein
gelbliches Öl
(Ausbeute 64%).
NMR 1H (200 MHz, CDCl3): d 4,42 (m, 6H, 2CH2+CH),
3,78–3,48
(m, 4H, 2CH2) 1,94–1,14 (m, 30H).
-
c)
Synthese von Dodecamethylenbis-[5-(4-ethoxycarbonylethyl)-thiazol]:
-
Zu
einer Lösung
von 11,7 mmol Ethyl-bis-bromacetoacetat in 5 ml Aceton gibt man
Thioformamid (23,4 mmol) gelöst
in 5 ml Aceton und rührt
1 Woche bei 40°C.
Das Lösungsmittel
wird verdampft und der Rest in Wasser gelöst. Die Lösung wird mit AcOEt extrahiert.
Man reinigt durch Chromatographie (AcOEt/Hex : 1/1). Man erhält einen
weißen
Feststoff (Ausbeute 50%), Schmp. = 112–114°C.
NMR 1H
(200 MHz, CDCl3): d 8,54 (s, 2H, 2CH), 4,17
(q, 4H, 2CH2), 3,72 (s, 4H, 2CH2)
2,72 (t, 4H, 2CH2), 1,56–121 (m, 30H).
-
d) Alkylierung von Dodecamethylen-bis-[5-(4-ethoxycarbonylethyl)-thiazol]:
-
Die
obige Verbindung führt
durch Alkylierung am Stickstoffatom (nach dem üblichen Verfahren wie für T3 oder
T4 beschrieben) entweder zu T12, wenn man Iodmethan verwendet, oder
zu T13, wenn man Benzylbromid verwendet:
Dodecamethylen-bis-[5-(1-methyl-4-ethoxycarbonylethyl)-thiazolium]-diiodid
(T12): Gelber fester Stoff Schmp. = 112°C; Ausbeute 55%
NMR 1H (200 MHz, CDCl3):
d 10,91 (d, 2H, 2CH), 4,42 (6H, N-CH3),
4,25–4,16
(m, 8H, 2CH2+2CH2),
2,91 (m, 4H, 2CH2), 1,62–1,26 (m, 26H).
-
Dodecamethylen-bis-[5-(1-methyl-4-ethoxycarbonylethyl)-thiazolium]-dibromid
(T13):
Gelbes Öl,
Ausbeute 50%.
NMR 1H (200 MHz, CDCl3): d 11,26 (d, 2H, 2CH), 7,36–7,26 (m,
10H, ArH), 6,07 (s, 4H, 2CH2), 4,02–3,92 (m, 12H,
6CH2), 2,91 (m, 4H, 2CH2),
1,62–1,26
(m, 26H).
-
-
2. Synthese der am C4-Kohlenstoff des Thiazolringes verbundenen
Zwillingsverbindungen (T15 und T16)
-
Diese
Synthese erfolgt in 5 Stufen nach dem Schema 6.
-
-
Die
Tetradecandisäure
wird in ihr Chlorid umgewandelt (Jayasuriya et coll., J. Amer. Chem.
Soc.; 112, 15, 1990, 5844–5850).
Dies wird mit Diazomethan behandelt, um 1,16-bis-Diazohexadecan-2,15-dion
zu erhalten (Canonica et coll., Atti Accad. Naz. Lincei Cl. Sci.
Fis. Mat. Nat. Rend., 8, 10; 1951; 479–484), die mit HCl behandelt
wird und das 1,16-Dichlorhexadecan-2,15-dion
liefert (gleiche Referenz). Die letzt genannte Verbindung wird anschließend mit
Thioformamid unter den gleichen Bedingungen wie für die Synthese
von Dodecamethylen-bis-[5-(4-ethoxycarbonylethyl)-thiazol] (Schema
5, 3. Stufe) behandelt, um das Dodecamethylen-bis-(4-thiazol) zu
liefern. Dieses führt
durch Alkylierung am Stickstoffatom (nach dem für T3 oder T4 beschriebenen üblichen
Verfahren) entweder zum Dodecamethylen-bis-[4-(1-methyl)-thiazolium]-diiodid,
T15, wenn man Iodmethan verwendet oder zum Dodecamethylen-bis-[4-(1-benzyl)-thiazolium]-dibromid,
T16, wenn man Benzylbromid verwendet.
-
-
III. SYNTHESE VON HALOALKYLAMINEN
-
1) Chlorhydrat von N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin
(P1)
-
a) 5-Methylamino-1-pentanol
-
10,8
g (0,088 mol) 5-Chlor-1-pentanol werden zu 50 ml einer 8 M Lösung von
MeNH2 (0,36 mol) in MeOH gegeben. Die Reaktionsmischung
wird in einem Autoklaven 48 Stunden auf 100°C erwärmt. Der nach Verdampfen des
MeOH erhaltene Rückstand
wird unter verringertem Druck destilliert, um 6,2 g (65%) Aminoalkohol
zu erhalten.
NMR 1H (CDCl3): δ 3,60 (t,
2H, CH2OH), 2,56 (t, 2H, CH2NH),
2,40 (s, 3H, CH3NH), 2,66–1,32 (m,
6H, (CH2)3).
MS
(Elektrosprühen,
positiver Modus) m/z 218 [M + H]+, 100)
-
b) N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-hydroxypentyl)-1,16-hexadecandiamin
-
0,57
g (0,0048 mol) Diisopropylethylamin und 0,58 g (0,0045 mol) 5-Methylamino-1-pentanol werden zu
1,08 g (0,0022 mol) Diiodhexadecan gelöst in 50 ml Ethanol gegeben.
Die Reaktionsmischung wird 48 Stunden bei Rückfluß gehalten, das Ethanol wird
anschließend
unter verringertem Druck abgetrennt. Die Dünnschichtchromatographie (CCM)-Analyse des Rückstands
zeigt die Bildung des erwarteten Produkts und die Anwesenheit einer
kleinen Menge einer sehr polaren Verbindung, die durch Massenspektrometrie
als quaternäres
Ammoniumsalz mit der folgenden Formel identifiziert wurde.
-
-
Der
Rückstand
wird teilweise gelöst
in Wasser und das N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-hydroxypentyl)-1,16-hexadecandiamin
wird mit K2CO3 in
Ether extrahiert, was die polare Verunreinigung im Wasser beläßt. Die
Etherphasen werden über
MgSO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert.
NMR 1H (CDCl3): δ 3,60
(t, 2H, CH2OH), 2,56–2,40 (m, 8H, CH2-NH-CH2), 2,37 (s, 6H, CH3NH),
1,60–1,21
(m, 40H, 2(CH2)3 +
(CH2)14).
-
c) Chlorhydrat von N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin
(P1)
-
Der
oben erhaltene Rückstand
wird in 10 ml CH2Cl2 gelöst und 1,7
l Thionylchlorid werden zugesetzt. Die Reaktionsmischung wird 5
Stunden bei Rückfluß gehalten
und danach werden alle flüchtigen
Produkte unter verringertem Druck abgetrennt. Der Rückstand
wird in Ether trituriert bis ein Niederschlag auftritt. Der Niederschlag
wird abfiltriert, dann in einer Mischung Ethanol-Ether umkristallisiert,
um 0,408 g (32%) des Chlorhydrats des N,N'-Dimethyl-N,N'-(5-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamins
zu liefern.
NMR 1H (CDCl3): δ 3,48 (t,
4H, CH2Cl), 3,00–2,80 (m, 8H, CH2-NH+ (CH3) -CH2), 2,70 (d, 6H, CH3NH+), 1,86–1,19
(m, 40H, 2(CH2)3 +
(CH2)14).
MS
(Elektrosprühen,
positiver Modus) m/z 247 (M++, 100), m/z
529/531 (M++Cl–,
20).
-
2) Chlorhydrat von N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin
(P2)
-
a) 5-Methylamino-2-pentanol
-
10,59
g (0,10 mol) γ-Valerolacton
werden zu 60 ml einer 8 M Lösung
von MeNH2 (0,48 mol) in MeOH gegeben. Die
Reaktionsmischung wird in einem Autoklaven 48 Stunden auf 100°C erwärmt. Der
nach Verdampfen des Überschusses
an MeNH2 unter verringertem Druck erhaltene
Rückstand
wird in 20 ml THF gelöst und
zu einer Lösung
von 6,26 g (0,17 mol) LiAlH4 in 80 ml THF
während
einer 1 Stunde gegeben, um einen leichten Rückfluß zu erhalten. Der Rückfluß wird 48
Stunden aufrechterhalten, dann wird eine 5 M Natriumcarbonatlösung tropfenweise
zugesetzt bis eine weißliche
Suspension erhalten wird. Die Reaktionsmischung wird mit Ether extrahiert,
die Etherphasen werden über
wasserfreiem MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel wird
unter verringertem Druck entfernt. Der erhaltene Rückstand
wird unter verringertem Druck destilliert, und liefert 6,27 g (63%)
5-Ethylamino-2-pentanol.
NMR 1H (CDCl3): δ 3,72 (m,
1H, CHOH), 2,76–2,48
(m, 2H, CH2NH), 2,47 (s, 3H, CH3NH),
2,66–1,32
(m, 6H, (CH2)3).
MS
(Elektrosprühen,
positiver Modus) m/z 118 [M + H]+, 100)
-
b) N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-hydroxypentyl)-1,16-hexadecandiamin
-
0,59
g (4,6 mmol) Diisopropylethylamin und 0,61 g (5,8 mmol) 5-Methylamino-2-pentanol
werden zu 1,10 g (2,3 mmol) Diiodhexadecan gelöst in 50 ml Ethanol gegeben.
Die Reaktionsmischung wird 48 Stunden zum Rückfluß gebracht, das Ethanol wird
anschließend unter
verringertem Druck abgetrennt. Die Dünnschichtchromatographie (CCM)-Analyse
des Rückstands
zeigt die Bildung des erwarteten Produkts und die Anwesenheit einer
kleinen Menge einer sehr polaren Verbindung, die durch Massenspektrometrie
identifiziert wurde als das quaternäre Ammoniumsalz mit der folgenden
Formel
-
-
Der
Rückstand
wird teilweise in Wasser gelöst
und das N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-hydroxypentyl)-1,16-hexadecandiamin
wird mit K2CO3 in
Ether extrahiert, wobei die polare Verunreinigung im Wasser verbleibt.
Die Etherphasen werden über
MgSO4 getrocknet, filtriert und unter verringertem
Druck konzentriert.
NMR 1H (CDCl3): δ 3,70–3,58 (m,
2H, CHOH), 2,40–2,24
(m, 8H, CH2-NH+(CH3)-CH2), 2,16 (s,
6H, CH3NH+), 1,66–1,10 (m,
42H, 2(CH2)2 + 2(CH3CH) + (CH2)14).
-
c) Chlorhydrat von N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamin
(P2)
-
Der
oben erhaltene Rückstand
wird in 10 ml CH2Cl2 gelöst und 2
ml Thionylchlorid werden zugesetzt. Die Reaktionsmischung wird 5
Stunden unter Rückfluß gehalten
und danach werden alle flüchtigen
Produkte unter verringertem Druck abgetrennt. Der Rückstand
wird in Ether trituriert bis ein Niederschlag auftritt. Der Niederschlag
wird abfiltriert, dann aus einem Gemisch Ethanol-Ether umkristallisiert,
um 0,415 g (32%) des Chlorhydrats des N,N'-Dimethyl-N,N'-(4-chlorpentyl)-1,16-hexadecandiamins
zu liefern.
NMR 1H (CDCl3): δ 4,00 (m,
2H, CHCl), 3,00–2,87
(m, 8H, CH2-NH+(CH3)-CH2), 2,72 (d,
6H, CH3NH+), 1,86–1,19 (m,
42H, 2(CH2)2 + 2(CH3CH) + (CH2)14).
MS (Elektrosprühen, positiver Modus) m/z 247
(M++, 100), m/z 529/531 (M++Cl–,
20).
-
Untersuchung der pharmakologischen
Aktivitäten
der erfindungsgemäßen Vorprodukte
-
A. Anti-Malaria-Aktivität gegen
P. falciparum in vitro
-
In
den folgenden Tabellen 10 und 11 sind die Ergebnisse der CI50-Werte in nM für die erfindungsgemäßen Prodrugs
vom Disulfidtyp (Tabelle 10) und die vom Thioestertyp (Tabelle 11)
sowie für
die entsprechenden Arzneimittel aufgeführt.
-
Die
Messungen des CI50-Wertes wurden bestimmt
gegenüber
P. falciparum nach der Methode von Desjardins bei der der Einbau
von d'[3H]-Hypoxanthin
(1) in die Nukleinsäuren als Index der zellulären Lebensfähigkeit
dient. In jedem der Fälle
wurden Kontrollen durch optische Mikroskopie durchgeführt.
-
-
-
-
Diese
Ergebnisse zeigen, daß die
erhaltenen CI50-Werte sowohl in der Disulfid-Reihe
wie in der Thioester-Reihe sehr gering und in der Größenordnung
von 1 bis 14 nM für
die Derivate vom bis-Typ mit einem von einer Dodecylkette gebildeten
Spacer (Brückenarm)
sind.
-
Man
stellt mit Interesse fest, daß der
CI50-Wert für die ionisierten Ringverbindungen
im wesentlichen von der gleichen Größenordnung wie der der entsprechenden
neutralen Prodrugs ist.
-
Zum
Vergleich wurde der CI50-Wert bei einer
Verbindung gemessen, die nicht durch enzymatische Hydrolyse einen
Ring bilden kann und der folgenden Formel entspricht
-
-
Man
erhält
einen Wert von CI50 > 10–5 M was zeigt, daß die Ringbildung
für eine
starke Anti-Malaria-Aktivität erforderlich
ist und gleichermaßen
daraufhinweist, daß die
Ringbildung in Gegenwart von Serum und/oder infizierten Erythrozyten
während
der 48 Stunden des Tests in vitro zur Messung der Anti-Malaria-Aktivität erfolgt.
-
In
der folgenden Tabelle 12 sind die Ergebnisse von Messungen von CI50 aufgeführt,
die mit den erfindungsgemäßen Haloalkylamiden
durchgeführt
wurde. Diese Ergebnisse betreffen die als P1 und P2 bezeichneten
Prodrugs und die entsprechenden cyclisierten Derivate G26 und G27.
-
-
-
B) Anti-Malaria-Aktivität in vivo
bei der mit P. vinckei infizierten Maus und Toleranz nach Verabreichung
bei akuten oder halb-chronischen Zuständen
-
In
der folgenden Tabelle 13 sind die Ergebnisse aufgeführt, die
mit den erfindungsgemäßen Prodrugs vom
Typ Disulfid (TS3b), vom Typ Thioester (TE4c, TE4a und TE4e), dem
entsprechenden Arzneimittel T3 und zum Vergleich dem quaternären Ammoniumderivat
G25 erhalten wurden.
-
-
Der
CI50-Wert ist die Konzentration, welche
das Wachstum von P. falciparum in vitro um 50% inhibiert; die DL50-Dosis ist die dem Tod von 50% der Mäuse entsprechende
letale Dosis und die DE50-Dosis ist die
Dosis, welche wirksam ist, um das Wachstum in vivo von P. vinckei
bei einem suppressiven Test von 4 Tagen um 50% zu inhibieren, TI
entspricht dem therapeutischen Index TI = DL50 (halb-chronisch)/DE50; ip: intraperitoneale Verabreichung; po:
per os.
-
In
dieser Tabelle haben a) bis e) die folgenden Bedeutungen:
- a) entspricht einer einzigen Dosis;
- b) entspricht einer Verabreichung zweimal pro Tag während 4
aufeinanderfolgender Tage;
- c) entspricht dem Verhältnis
DL50 po/DL50 ip
unter den Bedingungen der akuten Verabreichung; das Verhältnis wird
hiernach als „oraler
Absorptionsindex" bezeichnet;
- d) entspricht dem Tod von nur 25% der Mäuse;
„*" Der DL50-Wert
(halb-chronisch) nimmt ab bei den mit Malaria infizierten Mäusen; e)
TE4c wurde in einem Gemisch 50/50 PEG/Castoröl angewandt.
-
Diese
Ergebnisse zeigen, daß die
erfindungsgemäßen Prodrugs
eine hohe Anti-Malaria-Aktivität in vitro
und in vivo sowie eine gute Toleranz und hohe Absorption zeigen.
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C) Pharmakokinetische
Eigenschaften und Serumgehalte
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C1. Pharmakokinetische
Parameter bei der Maus
-
Im
folgenden werden die Ergebnisse der pharmakokinetischen Parameter
nach intraperitonealer oder oraler Verabreichung bei der Maus für eine Prodrug
vom Typ Disulfid (TS3b) und eine Prodrug vom Typ Thioester (TE4c)
berichtet.
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Für die Bestimmung
des Serumniveaus verwendet man Bio-Assays ex vivo: Kurz gesagt,
wird das Arzneimittel dem Tier verabreicht und man nimmt dann wiederholte
Blutabnahmen vor. Die Sera werden während 30 min bei 56°C dekomplementiert.
Der Gehalt an aktivem Metaboliten wird dann durch Inkubation verschiedener
Konzentrationen (dichotomischer Verdünnung) jedes Serums in Gegenwart
von Suspensionen von mit P. falciparum infizierten Erythrozyten
nach der Methode von DESJARDINS mit [3H]-Hypoxanthin
bestimmt.
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Die
Ergebnisse sind ausgedrückt
in SI50 was dem Prozentsatz Serum (das einen
aktiven Metaboliten enthält)
entspricht, der das Wachstum von P. falciparum um 50% inhibieren
kann.
-
Dieser
Wert wird dann in Serumkonzentration umgewandelt (gewöhnlich ausgedrückt in ng/ml)
indem man die aktive Verbindung direkt (ohne Passage beim Tier)
an der gleichen mit P. falciparum infizierten Suspension testet
und ihren CI50-Wert (in ng/ml) bestimmt
[Serumgehalt = CI50 (in ng/ml) × 100/SI50 (in %)].
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Die
Ergebnisse sind ausgedrückt
in log (Serumgehalt der Arzneimittel) in Abhängigkeit von der Zeit, was
die Bestimmung der Halbwertzeit für die Verteilung zum Serumanteil
t1/2(d), der Halbwertzeit für die Ausscheidung
aus dem Serumanteil (t1/2(e)) von C0), entsprechend dem auf den Anfang der Ausscheidungsphase extrapolierten
Serumgehalt, von AUC (was die im Blutstrom zirkulierende Arzneimittelmenge
angibt) und der relativen Bioverfügbarkeit in der oralen Verabreichungsart
gegenüber
der intraperitonealen Verabreichungsart [AUC (po)/AUC (ip)], die
signifikant für
den Absorptionsgrad bei oraler Verabreichung ist, ermöglicht.
-
Pharmakokinetik von TE4c
-
Man
verabreicht an Mäuse
Dosen von 3 und 50 mg pro kg TE4c intraperitoneal und oral, was
jeweils DL50/33 und DL50/20
entspricht.
-
Die
Verbindung wird in DMSO 10% solubilisiert. Selbst bei diesen geringen
Dosen beobachtet man hohe Serumgehalte mit einem bi-phasischen pharmakokinetischen
Profil für
die zwei Verabreichungswege. Die Ergebnisse sind in 2 angegeben,
welche die Serumkonzentration an aktiven Metaboliten in ng/ml in Abhängigkeit
von der Zeit in Stunden angibt.
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In
dieser Figur entspricht (-v-) der ip-Verabreichung mit 3 mg/kg und
die Kurve mit (-o-) der po-Verabreichung mit 50 mg/kg.
-
In
der ersten Phase beobachtet man sehr rasch (in weniger als zwei
Stunden) einen Spitzenwert mit Serumgehalten, die bis zu 4 bis 7
Stunden abnehmen, dann ansteigen und einen neuen Spitzenwert um
15 Stunden herum erreichen und das für die zwei Verabreichungsarten.
-
Diese
Ergebnisse lassen auf eine rasche erste Phase schließen, in
deren Verlauf die Prodrug verteilt wird und in den Serumanteil eintritt.
Nachdem sie einmal in diesem Anteil ist, wandelt sich die Prodrug
wahrscheinlich in eine quaternäre
Ammoniumverbindung um.
-
Die
zweite Phase kann dann dazu genutzt werden, um die pharmakokinetischen
Parameter des ionisierten Derivats zu bestimmen.
-
Unter
der Annahme, daß die
Transformation in das ionisierte Arzneimittel vollständig ist,
kann das pharmakokinetische Profil umgezeichnet werden auf der Basis
des CI50 des Arzneimittels und nicht des
der Prodrug (siehe 3, wo die Kennzeichnungen der
Kurven diegleichen sind wie in 2). Die
halb-logarithmische Darstellung ermöglicht die Bestimmung der hauptsächlichen
pharmakokinetischen Parameter des aktiven Metaboliten (der, so wird
angenommen, das quaternäre
Ammonium-Arzneimittel T4 ist) für
die zwei Verabreichungswege (siehe 4, wo die
Ergebnisse ausgehend von den 2 und 3 umgezeichnet
sind). Die pharmakokinetischen Parameter sind C0 =
180 ng/ml, t1/2 = 12 Stunden, AUC = 3,3 μg·h/ml nach
ip-Verabreichung von 3 mg/kg und C0 = 130
ng/ml, t1/2 = 12 Stunden 30 Minuten, AUC
= 2,7 μg·h/ml nach
oraler Verabreichung von 50 mg/kg. Unter diesen Bedingungen ist
die relative Bioverfügbarkeit
5%.
-
In
einer anderen Reihe von Untersuchungen wurde die Pharmakokinetik
bei höheren
Dosen von TE4c (10 mg/kg ip und 150 mg/kg po) untersucht.
-
Ein
Biphasenprofil wurde auch bei höheren
Serumgehalten beobachtet und in diesem Fall tritt der zweite Spitzenwert
etwas später
auf (ungefähr
nach 23 Stunden) wie die 5A und 5B zeigen.
-
Abschätzung der
pharmakokinetischen Parameter für
orale Verabreichung
-
- C0 = 1 μg/ml und t1/2 etwa
10 Stunden
-
Pharmakokinetik von TS3b
-
TS3b
wurde Mäusen
mit Dosen von 50 bzw. 400 mg/kg intraperitoneal und oral verabreicht
(etwa DL50/3).
-
Man
beobachtet hohe Serumgehalte, welche Spitzenwerte 2 bis 4 Stunden
nach der Verabreichung der Arzneimittel bilden (6).
Die pharmakokinetischen Parameter wurden dann bestimmt ausgehend
von der halb-logarithmischen Darstellung der Serumkonzentration
(berechnet auf der Basis von CI50 von TS3b
in Abhängigkeit
von der Zeit).
-
Nach
intraperitonealer Verabreichung von 50 mg/kg erhält man C0 von
2,75 μg/ml
mit t1/2 etwa 6 Stunden.
-
Bei
oraler Verabreichung von 400 mg/kg ist C0 =
1,8 μg/ml
was sehr hohe Serumgehalte anzeigt. Der scheinbare t1/2-Wert
beträgt
13 Stunden. Ein solcher Unterschied zwischen den t1/2-Werten
zwischen den zwei Verabreichungswegen kann auf einen Unterschied
der Metabolisierung der Prodrug hinweisen.
-
Das
in 6 gezeigt pharmakokinetische Profil kann womöglich nur
die erste Phase eines bi-phasischen Profils wiedergeben, entsprechend
einer Absorption/Verteilungsphase wie die für die Prodrug vom Typ Thioester
TE4c beobachtete.
-
Eine
andere Reihe von Untersuchungen wurde durchgeführt, um das Vorhandensein eines
bi-phasischen Profils
zu verifizieren und zwar mit Blutabnahme bis zu 30 Stunden nach
ip-Verabreichung
des Arzneimittels (siehe 7, welche die Serumkonzentration
von TS3b in ng/ml in Abhängigkeit
von der Zeit in Stunden angibt).
-
Man
findet tatsächlich
ein bi-phasisches Profil obgleich es unvollständig ist.
-
Die
erste Phase ist gekennzeichnet durch einen Spitzenwert bei etwa
2 Stunden mit Serumgehalten, die bis zu 10 Stunden abnehmen; zwischen
10 und 24 Stunden beobachtet man nur eine leichte Erhöhung, gefolgt
von einem kräftigen
Anstieg zwischen 24 Stunden und 30 Stunden. Das entspricht wahrscheinlich
einer ersten Phase in welcher die Prodrug verteilt wird und in den
Serumanteil eintritt.
-
Diese
erste Phase tritt also weniger rasch auf als bei dem oben betrachteten
TE4c.
-
Nachdem
sie einmal im Serumanteil ist, erfolgt die Transformation der Prodrug
in die quaternäre
Verbindung. Pharmakokinetische Untersuchungen über sehr lange Zeit müssen durchgeführt werden,
um die pharmakokinetischen Parameter der zweiten Phase zu bewerten
(das heißt
des T3 entsprechenden ionisierten Derivats) was dazu führte, als
Modell den Affen zu verwenden.
-
Pharmakokinetische
Parameter beim Affen
-
Man
verabreicht intramuskulär
TS3b an Affen Macaca fascicularis mit 4 mg/kg (siehe 8A und 8B,
welche die Konzentration an TS3b in ng/ml in Abhängigkeit von der Zeit in Stunden
angeben).
-
Man
führt wiederholte
Blutabnahmen bis 76 Stunden durch und beobachtet ein deutliches
Bi-Phasenprofil.
-
Die
erste Phase bildet sehr rasch in weniger als 2 Stunden einen Spitzenwert
mit Serumgehalten, die bis auf 10 Stunden abnehmen, dann ansteigen
und einen neuen Spitzenwert um etwa 30 Stunden bilden.
-
Wie
oben angegeben, kann das der ersten raschen Phase entsprechen, während derer
die Prodrug verteilt wird und in den Serumanteil eintritt.
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Nachdem
sie einmal in diesem Anteil ist, wandelt sich die Prodrug in quaternäre Ammoniumverbindungen
um.
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Die
zweite Phase kann dann benutzt werden, um die pharmakokinetischen
Parameter des T3 entsprechenden ionisierten Derivats zu bestimmen.
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Indem
man annimmt, daß die
vollständige
Transformation in das ionisierte Arzneimittel eingetreten ist, kann
das pharmakokinetische Profil oben umgezeichnet werden auf der Basis
des CI50 des Arzneimittels und nicht des
der Prodrug (siehe 8A). Man beobachtet hohe Serumgehalte,
C0 beträgt
1,4 μg/ml
und t1/2 etwa 17 Stunden.
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Die
Gesamtheit dieser Ergebnisse zeigt pharmakokinetische Eigenschaften
der verschiedenen Produkte, die geeignet sind, um deren verschiedene
beanspruchte pharmakologische Aktivitäten zu nutzen.
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Anti-Malaria-Aktivität gegen
Plasmodium falciparum beim Affen Aotus
-
3
Affen Aotus wurden mit P. falciparum (Stamm FVO) infiziert. Wenn
die Blutparasitämie
1% (2 Affen) oder 6% (1 Affe) erreicht hatte, wurde eine Behandlung
intramuskulär
mit 2 Injektionen pro Tag von TE4c (2 mg/kg) während 8 Tagen durchgeführt. In
jedem dieser Fälle
wurde die Blutparasitämie
vollkommen beseitigt und keinerlei Wiederauftreten in den auf die
Behandlung folgenden 6 Monaten beobachtet. Diese Ergebnisse zeigen
eine sehr reale Fähigkeit
der Verbindung, die von P. falciparum verursachte Malaria bei Menschen
zu heilen.
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Anti-Babesiose-Aktivitäten der
Verbindungen
-
Die
Produkte TE4c, TS3b und P1 wurden auch in vitro hinsichtlich ihrer
Aktivitäten
gegen Babesia divergens und B. canis bewertet. Im einen und anderen
Fall zeigten sich die Verbindungen TE4c, TS3b und P1 besonders wirksam
(CI50 < 20
nM). Diese Ergebnisse zeigen eine hohe Anti-Babesia-Aktivität für diesen
Typ von Verbindungen.