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Diese
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Extrahieren von Öl durch
Mikroemulgierung und insbesondere auf ein Verfahren zum Extrahieren
von kontaminierendem Öl
aus Festkörpern
wie Bohrschlammabfällen.
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Bohrschlämme werden
beim Bohren von Bohrlöchern
als Teil des Vorgangs der Ölgewinnung
als Schmierstoffe und Stabilisatoren verwendet. Es gibt viele verschiedene
Formulierungen, die sich jedoch in nur zwei Gruppen unterteilen
lassen: die auf Wasserbasis und die auf Ölbasis. Schlämme auf
Wasserbasis verwenden Wasser mit einen Gehalt an Kaliumchlorid (KCl)
von 75 Gewichts-% (Gew.-%) und verschiedene Silikate, die 25 % beinhalten.
Oft wird Ethylenglykol, zusammen mit anderen Viskosemitteln, zu
3–5 Gew.-%
hinzugegeben. Diese ähneln
hinsichtlich ihrer messbaren Charakteristiken Schlämmen auf Ölbasis sehr,
aber im Feld zeigen sie im Vergleich zu Schlämmen auf Ölbasis einen entscheidenden
Leistungsmangel. Bei besonders schwierigen Bohrsituationen, z. B.
horizontalem (im Gegensatz zu vertikalem) Bohren, wie in der Nordsee praktiziert,
können
Schlämme
auf Wasserbasis nicht verwendet werden.
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Schlämme auf Ölbasis sind
hochwertiger als Schlämme
auf Wasserbasis und werden dort verwendet, wo sich das Bohren schwierig
gestaltet. Zum Beispiel werden bei Vorgängen der Ölgewinnung in der Nordsee als
Folge der Praxis des horizontalen Bohrens ausschließlich Schlämme auf Ölbasis verwendet.
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Schlämme auf Ölbasis bestehen
aus einem Öl,
das mineralischen oder synthetischen Ursprungs sein kann, zuzüglich eines
Syndets, zuzüglich variabler
Mengen an Quellton (z. B. Bentonit). Während des Bohrens wird Schlamm
kontinuierlich zum Bohrkopf gepumpt. Das Öl selbst schmiert und kühlt den
Bohrmeissel, während
die Quelltöne
als wandbildendes Mittel dienen, indem sie dazu dienen, die Wände des
Bohrlochs zu stabilisieren. An die Oberfläche zurückgelangender Schlamm trägt das Gesteinsbohrgut
mit sich, welches je nach Eigenschaft der Gesteinsformation, in
der gebohrt wird, Schiefer, Sandstein oder Kalkstein sein kann.
An der Oberfläche
wird der verwendete Schlamm entweder durch Zentrifugation oder durch
das Durchleiten durch ein Schüttelsieb
(ein vibrierendes Maschendrahtsieb), das Feststoffe mit einem ungefähren Durchmesser
von > 100 Mikrometern
aussiebt, in Schlamm- und Bohrgutanteile getrennt. Der Schlammanteil
wird recycelt. Der Bohrgutanteil, der bis zu 25 Gewichts-% Öl enthalten
kann, wird entsorgt.
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Im
Vereinigten Königreich
werden dem „Brown
Book" (Ministerium
für Handel
und Industrie (Department of Trade and Industry) – DTI – Energiebericht
für Öl- und Gasressourcen
im Vereinigten Königreich)
zufolge in der Nordsee jedes Jahr etwa 350 Bohrlöcher gebohrt, wobei jedes Bohrloch
im Schnitt 300 Tonnen Bohrschlammabfall erzeugt. Entsprechend werden
jedes Jahr schätzungsweise
105 000 Tonnen Bohrschlammabfall erzeugt und rund 20 000 Tonnen
Bohrgut werden pro Jahr zur Aufbereitung an Land gebracht.
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Die
Entsorgung von Bohrgutanteilen verursacht Probleme. Zum Beispiel
wurden die Bohrgutanteile in der Nordsee in der Vergangenheit über Bord
gekippt und häuften
sich an der Basis der Bohrplattform in Haufen an. Nach Schätzungen
des Verbandes britischer Offshore-Unternehmer UKOOA (UK Offshore
Operators Association) liegen auf dem Meeresboden des zentralen
und nördlichen
Kontinentalschelfs des Vereinigten Königreiches (UKCS) bis zum heutigen
Datum zwischen 1 und 1,5 Millionen Tonnen Bohrgut, die fast 70 000
Tonnen Öl
enthalten. Obwohl diese Praxis zu den Anfängen der Vorgänge der Ölgewinnung
in der Nordsee zurückdatiert
werden kann, zeigen neuere Studien, dass das Material aufgrund des
langsamen Durchsickerns von Kohlenwasserstoff aus den Haufen in
die Ozeanumgebung eine schwerwiegende destabilisierende Wirkung
auf das benthische Ökosystem
hat. Entgegen vorheriger Erwartungen tritt innerhalb der Haufen
kein biologischer Abbau des Kohlenwasserstoffanteils auf, und es
ist jetzt offensichtlich, dass dies auf die anaerobe Natur der Haufen
zurückzuführen ist;
der biologische Abbau von Kohlenwasserstoffen ist ein rein aerober
Prozess (der Sauerstoff verlangt).
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Der
UKOOA hat die Auswirkungen auf die benthische Umgebung wie folgt
in vier Zonen klassifiziert:
- 1 Innerhalb des
Haufens, typischerweise mit einer Grundfläche von bis zu 50 m, gibt es
keine natürliche Fauna.
In neueren Studien wurden unübliche,
normalerweise in der Nähe
hydrothermischer Ausbruchkanäle
und natürlicher
Erdölaustrittsstellen
vorkommende Spezies entdeckt, die Bohrguthaufen kolonisiert haben.
- 2 Typischerweise ist im Umkreis von 500 m der Anlage ein Bereich
verarmter und stark modifizierter biologischer Gemeinschaften vorzufinden,
der durch „opportunistische" Spezies, die diese
Bedingungen ausbeuten können,
gekennzeichnet ist.
- 3 Eine „Übergangszone", in der sich die
biologischen Gemeinschaften wieder normalisieren, in der Regel im
Umkreis von 2 km der Anlage.
- 4 Ein größerer Bereich,
in dem eine chemische Kontamination nachgewiesen werden kann, obwohl
die biologischen Gemeinschaften normal erscheinen.
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Infolgedessen
wurde 1996 eine neue Gesetzgebung verabschiedet, die den Ölgehalt
von über
Bord gekipptem Bohrgut auf maximal 1 Gew.-% beschränkt (OSPAR-Kommission – Pariser
Kommissionsentscheidung 92/2). Ferner wurde entschieden, dass ganze
Schlämme
auf Ölbasis
nicht in die See gekippt oder geleitet werden sollten.
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Bis
zum jetzigen Zeitpunkt existiert keine geeignete bohranlagenbasierte
Technologie, mit der dies erreicht werden kann. Gegenwärtige Sanierungspraktiken
schließen
die Verschiffung des Bohrgutanteils zur Aufbereitung an Land ein.
Diese Aufbereitungen können
wie folgt zusammengefasst werden:
Landfarming: Landfarming
wird in Ländern
wie Kanada und Norwegen praktiziert. Natürliche mikrobielle Aktivität in der
aeroben Erdumgebung führt
zu der Oxidierung des rückständigen Kohlenwasserstoffs
zu Kohlendioxid (und Wasser). Dieser Prozess ist langsam und landintensiv
und ist nicht für
dicht besiedelte Länder
wie das Vereinigte Königreich
geeignet.
Verbrennung: Die Möglichkeit der Hochtemperaturverbrennung
ist in der Vergangenheit untersucht worden. Die Verbrennung erfordert
das Aufrechterhalten extrem hoher Temperaturen (von bis zu 750 °C), um die
vollständige
Veraschung zu gewährleisten,
und ist dementsprechend stromintensiv. Infolgedessen wird die Verbrennung
als nicht wirtschaftlich betrachtet.
Destillation: Das Bohrgut
wird in einem Ofen auf etwa 350 °C
erhitzt, wodurch Öl
bis zu etwa 0,5 Gewichts-% entfernt wird. Diese Technologie ist
gegenwärtig
die brauchbarste; im Vereinigten Königreich sind drei derartige
Werke in Betrieb, die zusammen nahezu die gesamten 20 000 an Land
gebrachten Tonnen aufbereiten. Dennoch ist dieser Prozess energieintensiv.
Lösungsmittelextraktion:
Dieser Prozess ist eine Modifikation der Destillation, die das Mischen
des Abfalls mit einem Kohlenwasserstofflösungsmittel, gefolgt von der
Entfernung der Kohlenwasserstoffgemisches mittels Destillation,
einschließt.
Der Prozess ist energieintensiv und benutzt beträchtliche Volumen an organischem Lösungsmittel.
Mikrowellengestützte Prozesse:
Die mikrowellengestützte
Extraktion ist eine Modifikation des Lösungsmittelextraktionsprozesses.
Lösungsmittel,
die mit einer Festkörperprobe
in Kontakt sind, werden Mikrowellenenergie ausgesetzt, um Verbindungen
von der Probenmatrix in das Lösungsmittel
zu segmentieren. Diese Technologie ist ein direkter Nachfahre der
Mikrowellensäuredigestionen
und -Lösungsmittelextraktionen
in geschlossenem Gefäß. Die beiden
Konzepte wurden verbunden, wobei die Kinetik durch erhöhte Temperaturen
getrieben wird und Extraktionen mit reduzierten Lösungsmittelvolumen
ermöglicht
werden. Auch dieses System ist strom- und energieintensiv und wird
als nicht wirtschaftlich betrachtet.
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Eine
Verarbeitung auf der Bohranlage ist gegenüber der landbasierten Verarbeitung
wünschenswert, da
es die mit dem Transport an Land verbundenen Kosten eliminiert,
weil gesäubertes
Bohrgut entsorgt werden kann. Eine brauchbare bohranlagenbasierte
Technologie für
die Bohrgutsanierung muss den rückständigen Kohlenwasserstoffgehalt
(Ölgehalt)
auf ein Gewicht von unter 1 Gewichts-% reduzieren. Die diese Technologie
unterstützende
Infrastruktur muss ebenfalls im Einklang mit den Anforderungen an
Größe, Gewicht und
Strom sowie Sicherheitsvorkehrungen, die für Bohranlagenvorgänge angemessen
sind, sein. Aus diesen Gründen
ist keine der oben genannten Prozessoptionen auf die Bohranlagenumgebung übertragbar.
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Die
Anwendung von Mikroemulsionssystemen für die Sanierung von Bohrschlammabfällen ist
auf dem Fachgebiet bereits bekannt. WO 99105392 lehrt, dass die
Aufbereitung von Bohrschlammabfallproben mit einer Wasser-in-Öl-Mikroemulsionspräparation
(W/O-Mikroemulsionspräparation)
den rückständigen Ölgehalt auf
3 Gew.-% reduzieren kann.
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Die
Verwendung von Mikroemulsionen ist in der tertiären Ölwiedergewinnung bekannt. Bei
der tertiären Ölwiedergewinnung
werden Tenside eingebracht, um ultra niedrige Oberflächenspannungen
zu erzeugen, um Öl
aus Festkörpergesteinskapillaren
in nahezu erschöpfte Ölbohrlöcher zu
dislozieren. Die Tenside werden nicht eingesetzt, um kontaminierendes Öl aus Aggregat-
oder Festphasen wie etwa Bohrschlammabfällen zu entfernen. Bei der
tertiären Ölwiedergewinnung
wird das Öl
letztendlich als Wasser-in-Öl-Mikroemulsion
wiedergewonnen. Auf ähnliche
Weise werden Mikroemulsionen auch in anderen subterranen Anwendungen
für die
Extraktion von Teersand eingesetzt.
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Es
ist ein Ziel der Erfindung, die Probleme des Stands der Technik
zu beseitigen.
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Ein
weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Extrahieren
von kontaminierendem Öl
aus Festkörpern
wie etwa Bohrschlammabfällen
bereitzustellen.
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Gemäß der Erfindung
wird ein Verfahren zum Extrahieren von Öl aus Bohrschlammabfall oder
Bohrgutabfall, der einen Ölanteil
und einen Feststoffanteil beinhaltet, bereitgestellt, das das Mischen
des Bohrgutabfalls mit einer Tensidlösung auf Wasserbasis, das Absorbieren
des Ölanteils
aus dem Feststoffanteil mit dem Tensid, das Bilden einer einphasigen
Winsor IV Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
(O/W-Mikroemulsion) aus dem Tensid und dem Ölanteil und das Trennen der
einphasigen Winsor IV O/W-Mikroemulsion und des Feststoffanteils
beinhaltet.
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Ein
Tensid, das für
die Verwendung in dem Verfahren der Erfindung geeignet ist, weist
die folgende allgemeine Formel auf:
R
1 =
-H oder -CH
3 R
2 =
wobei n1 einen beliebigen
Wert annehmen kann, solange n1 < n
ist
R
1 = R
2 =
wobei n1 einen beliebigen
Wert annehmen kann, solange n1 < n
ist, oder R
1 = -H oder -CH
3 R
2 =
wobei n1 und n2 einen beliebigen
Wert annehmen können,
solange (n1 + n2) < n
ist, oder
R
1 = R
2 =
wobei n1 und n2 einen beliebigen
Wert annehmen können,
solange (n1 + n2) < n
ist
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Überraschenderweise
haben die Anmelder festgestellt, dass die Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsphase in einer
Mikroemulsion die hoch wirksame Extraktion von Öl aus mit Öl kontaminierten Festkörpern vereinfacht. Die
Extraktion kann zu Pegeln von bis unter 1 % erzielt werden, was
eine bedeutend größere Wirksamkeit
als die, die mit Wasser-in-Öl-Mikroemulsionen oder
durch kontinuierliche Runden erzielt werden, bereitstellt. Ähnlich können solche
Pegel an Effizienz nicht mit herkömmlichen Emulsionen erzielt
werden.
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Die
Verwendung einer Öl-in-Wasser-Phase
in Öl-Wasser-Systemen
vereinfacht die Einkapselung von Öl in dem System durch das Tensid,
um Kontakt zwischen der Festkörperoberfläche der
Festphase und dem Öl
zu eliminieren, um die Extraktion des Öls zu vereinfachen. Auch wenn
die Anmelder nicht durch ein Theorem gebunden zu sein wünschen,
wird dementsprechend davon ausgegangen, dass die Einkapselung von Öl gegenüber einer
reinen Reduktion der Oberflächenspannung
hocheffiziente Extraktionen gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung vereinfacht.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung vereinfacht daher die effiziente
Extraktion von Öl
durch den Einsatz von Öl-in-Wasser-Mikroemulsionen,
indem gewährleistet
wird, dass die Extraktion in den Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsphasen des Öl/Wasser-Systems
erfolgt.
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Zum
Beispiel haben die Anmelder festgestellt, dass, wo Extraktionen
in dem bikontinuierlichen Gebiet des Systems versucht werden, Öl in dem
System erneut Festkörpern
ausgesetzt wird, wodurch die Extraktion verhindert wird.
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Wie
es dem Fachmann verständlich
sein wird, wird die Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsextraktion
durch das Anpassen der Verhältnisse
Wasser:Öl:Tensid,
und falls notwendig, Co-Tensid und Flockungschemikalie wie erforderlich
gesteuert. Die Verhältnisse
können
bestimmt werden, indem der Ölgehalt
des zu extrahierenden Materials eingeschätzt wird und die relativen
Anteile der Komponenten des Öl-in-Wasser-Systems angepasst
werden, um zu gewährleisten,
dass die Extraktion in der Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsphase
erfolgt.
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Diese
Erfindung stellt daher ein Verfahren für die Sanierung von Bohrschlammabfällen bereit,
die während
der Vorgänge
der Ölgewinnung
erzeugt werden. Der Prozess der Erfindung bezieht sich auf die Entfernung
des Öls
aus dem Feststofffestkörperanteil.
Der rückständige Ölgehalt
der Festkörper
kann auf weniger als 1 Gewichts-% reduziert werden. Dementsprechend
können
die gemäß dem Verfahren
der Erfindung aufbereiteten Festkörper unschädlich gemacht werden und entsorgt
werden, indem sie ins Meer oder auf eine Mülldeponie gekippt werden. Wie
weiter unten beschrieben, werden Festkörper wie Bohrschlämme, die
gemäß dem Verfahren
der Erfindung aufbereitet werden, mit einer wässrigen Tensidlösung aufbereitet,
so dass das Öl
als eine Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
(O/W-Mikroemulsion) extrahiert wird.
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Die
Erfindung stellt ein Verfahren zum Entfernen der Ölkomponente
aus Bohrgut bereit, das für
die Verwendung in der Bohrlochumgebung angepasst werden kann, und
somit das direkte Über-Bord-Kippen
des Bohrguts erlaubt. Das Verfahren der Erfindung kann für die Aufbereitung
von aus dem Meeresboden wiedergewonnenem Bohrgut an Land oder auf
See angepasst werden.
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Hierin
wird ein Prozess für
die Extraktion von Ölen
aus mit Öl
kontaminierten Festkörpern
einschließlich
Bohrschlammabfallbohrgut beschrieben. Das Verfahren schließt das Waschen
des Bohrguts bei Umgebungstemperatur mit einer wässrigen Lösung einer Tensidlösung ein,
wobei das Tensid eines aus dem Satz der sogenannten mikroemulsionsbildenden
Tenside ist. Speziell sind die in diesem Prozess verwendeten Syndetpräparationen
in der Lage, Öle
spontan zu absorbieren, indem sie sogenannte Öl-in-Wasser-Mikroemulsionen
(O/W-Mikroemulsionen)
bilden.
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Eine Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
ist als ein thermodynamisch stabiles, einphasiges Gemisch aus Öl, Wasser
und Tensid definiert, so dass die kontinuierliche Phase Wasser ist
(das gelöste
Salze enthalten kann) und die dispergierte Phase aus einer Monodispersion
an Öltröpfchen besteht,
von denen jeder mit einer dicht gepackten Monoschicht an Tensidmolekülen beschichtet
ist. Die inhärente
thermodynamische Stabilität
rührt daher,
dass aufgrund der Anwesenheit der Tensidmonoschicht kein direkter Öl-Wasser-Kontakt
vorhanden ist. Öl-in-Wasser-Mikroemulsionen
sind oft optisch transparent.
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Die
Bildung einer Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
ist für
die vorliegende Erfindung entscheidend. Zwischen Mikroemulsionen
und gewöhnlichen
Emulsionen besteht ein grundlegender Unterschied. Emulsionen und
Mikroemulsionen sind nur auf oberflächliche Weise ähnlich,
indem sie als Gemische aus Öl,
Wasser und einer amphipathischen Substanz, gewöhnlich Tensid genannt, beschrieben
werden können.
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Mikroemulsionen
sind per Definition thermodynamisch stabil, das heißt, für eine bestimmte
Zusammensetzung (Art und Menge jeder Komponente) und eine bestimmte
Temperatur wird die Mikroemulsionskur gegenüber einem System getrennter Öl-, Wasser-
und Tensidphasen bevorzugt. Die logische Konsequenz dieses Arguments
ist, dass sich Mikroemulsionen spontan bilden, wenn ihre Konstituenten
zusammengemischt werden. Die einmal gebildeteten Mikroemulsionen
bleiben unverändert
(makroskopisch als transparente Einphasen gekennzeichnet), es sei
denn, Eigenschaften werden geändert.
Zum Beispiel führt
das Erhöhen
oder Verringern der Temperatur über
bestimmte Grenzen hinaus zu einer Phasentrennung.
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Demgegenüber sind
Emulsionen nicht thermodynamisch stabil. Emulsionen bilden sich
nur unter Zufuhr mechanischer Energie (z. B. durch Schütteln oder
Ultraschalldesintegration), und die Emulsionskur kann nur durch
kontinuierliche Zufuhr von Energie beibehalten werden; wenn die
Energiezufuhr unterbrochen wird, trennt sich die Emulsionsphase,
und bringt deutliche Öl-
und Wasserphasen hervor (das Tensid wird auf die beiden Phasen verteilt
oder existiert manchmal als eine dritte Phase).
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Solche
Systeme bilden bei keiner Temperatur Mikroemulsionen.
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Mikroemulsionen
bilden sich, da die Tenside an der Öl-Wasser-Schnittstelle eine dicht gepackte Monoschicht
bilden, die einen direkten Öl-Wasser-Kontakt
wirkungsvoll ausschließt.
Die logische Konsequenz dieses Arguments ist, dass Tenside Mikroemulsionen
möglicherweise
nicht stabilisieren, wenn sie eine Öl-Wasser-Schnittstelle nicht
sättigen
können.
Typischerweise beschichten diese Tenside die Schnittstelle nur teilweise,
so dass unbeschichtete Bereiche Bulk-Lösungsmittel der kontinuierlichen
Phase ausgesetzt sind.
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Zum
Beispiel bestehen Wasser-kontinuierliche Emulsionen typischerweise
aus Öltröpfchen,
die nur teilweise mit Tensid bedeckt sind; die unbeschichteten Oberflächen sind
daher der kontinuierlichen wässrigen Phase
direkt ausgesetzt. Dies ist thermodynamisch ungünstig; die Tröpfchen aggregieren,
indem sie an ihren ausgesetzten Oberflächen koaleszieren, wodurch
das Verhältnis
Oberflächenbereich:Volumen
vergrößert wird und
somit der Öl:Wasser-Kontakt
verringert wird. Das Ergebnis großflächiger Tröpfchenkoaleszenz ist die Bulk-Phasentrennung. In
Mikroemulsionen gibt es keine unbeschichteten Flächen; daher gibt es keine treibende
Kraft für
die Phasentrennung.
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Die
Geschwindigkeit der Phasentrennung einer Emulsion kann tatsächlich relativ
gering sein; es können
Emulsionen kreiert werden, die die Phasentrennung erst nach einigen
Wochen vollständig
abschließen. Dennoch
besteht zwischen Emulsionen und Mikroemulsionen ein grundlegender
Unterschied. In der Tat rühren
die interessanten Eigenschaften von Mikroemulsionen sowohl im Allgemeinen
als auch im Kontext der hierin beschriebenen spezifischen Anwendung
von den thermodynamischen Eigenschaften her, die vom gesamten Öl:Wasser-Ausschluss herrühren, welche
vom Dichtpacken von Tensiden an der Schnittstelle herrührt.
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Abgesehen
von krassen physikalischen Unterschieden, die durch visuelle Prüfung bestimmt
werden können
(Mikroemulsionen haben keine Tendenz zur Phasentrennung und sind
in der Regel transparent, wohingegen Emulsionen opaleszent oder
trüb sind
und sich unausweichlich phasentrennen), können die beiden durch Messen
der Oberflächenspannung
und der Öl-Wasser-Schnittstelle
unterschieden werden. Die Oberflächenspannung
an reinen Öl-Wasser-Schnittstellen
liegt typischerweise in einer Ordnung von 50 mNm-1. Emulsionen,
die gebildet wurden, indem Öl,
Wasser und ein „gewöhnliches" (d. h. nicht mikroemulsionsbildendes) Tensid
gemischt wurden, sind typischerweise durch Oberflächenspannungen
in der Ordnung von 0,1–1 mNm-1
gekennzeichnet, wohingegen Mikroemulsionen durch wesentlich niedrigere
Oberflächenspannungen – in der
Ordnung von 10-3 – 10-6
mNm-1 – gekennzeichnet
sind. Diese letzeren Werte spiegeln das Nichtvorhandensein eines
direkten Öl-Wasser-Kontaktes
wider.
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Die
vorliegende Erfindung verwertet Mikroemulsionen. Insbesondere verwertet
die Erfindung das Merkmal, durch das, da eine wässrige Lösung eines O/W-mikroemulsionsbildenden
Tensids Öl
aus einer Bulk-Ölphase
absorbieren kann, indem eine O/W-Mikroemulsion gebildet wird, dieselbe
Lösung Öl aus einer mit Öl beschichteten
Festkörperoberfläche mit
demselben Ergebnis absorbieren kann. Des Weiteren ist das Öl in der Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsumgebung
innerhalb der Tensidschale wirkungsvoll eingekapselt und steht nicht
länger
in direktem Kontakt mit dem ursprünglichen Festkörper. Die
O/W-Mikroemulsion kann durch unkomplizierte physikalische Mittel
(Filtrierung, Zentrifugation) von den gesäuberten, ölfreien Festkörpern getrennt
werden.
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Verschiedene
Ausführungsformen
der Erfindung werden nun lediglich beispielhaft und unter Bezugnahme
auf die folgenden Zeichnungen und nicht einschränkenden Beispiele beschrieben,
in denen:
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1(a) ein pseudoternäres Phasendiagramm von (SDS
+ B-Verhältnis,
1:1 nach Gewicht) 0,5 M NaCl und Novatec Basisflüssigkeit bei 25 ° Celsius
ist;
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1(b) ein pseudoternäres Phasendiagramm (SDS + B-Verhältnis, 1:1
nach Gewicht) 0,5 M NaCl und Novatec Basisflüssigkeit bei 5 ° Celsius
ist;
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1(c) ein pseudoternäres Phasendiagramm (SDS + B-Verhältnis, 1:2
nach Gewicht) 0,5 M NaCl und Novatec Basisflüssigkeit bei 25 ° Celsius
ist;
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1(d) ein pseudoternäres Phasendiagramm (SDS + B-Verhältnis, 1:2
nach Gewicht) 0,5 M NaCl und Novatec Basisflüssigkeit bei 5 ° Celsius
ist;
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2 ein
Diagramm der Leitfähigkeit
des Systems gegenüber
dem Verhältnis
Wasser:Öl
für das (SDS/B)/Wasser/Novatec
Basisöl-System
bei 25 ° Celsius
ist, wobei das Verhältnis
(SDS + B):Wasser 1:1 (Gewicht) gehalten wird;
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3 ein
schematisches Diagramm der Aufbereitungswege für zwei Bohrschlammabfallproben
ist, und
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4 eine
generische Struktur an Alkylsulfat-Tensiden mit Öl/Wassermikroemulsionsbildendem
Potenzial mit representativen Identitiäten für R1 und
R2 ist.
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Wie
in den Zeichnungen gezeigt, kann das Tensidverhalten in Form eines
dreieckigen Phasendiagramms quantifiziert werden. Das Phasendiagramm
für das
Systemwasser/(SDS+B)/Öl
ist in 1(a) gezeigt. Hier ist (SDS+B)
ein Gemisch aus dem Tensid Natriumdodecylsulfat (SDS) und Butan
1-ol (B). B dient als Co-Tensid, das die O/W-mikroemulsionsbildenden
Eigenschaften des SDS fördert.
Solange das SDS und B in einem konstanten Verhältnis gehalten werden, können sie
zu dem Zweck des Konstruierens des Phasendiagramms als eine einzelne
Komponente behandelt werden. Die Phasendiagramme in 1(a) – 1(d) wurden mit den Verhältnissen
SDS:B von 1:1 und 1:2 und jeweils bei 25 und 5 °C konstruiert. Das eingesetzte Öl war Novatec
B C14 – C16
LAO Base Fluid (Markenzeichen) (M-I Drilling Fluids UK Ltd.), eine
typische Basisflüssigkeit,
die bei der Präparation
von Bohrschlämmen
auf Ölbasis
verwendet wird.
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Die
Spitzen des Phasendreiecks entsprechen jeweils einer der Komponenten
in reiner Form: Öl,
Wasser oder SDS+B in dem genannten Verhältnis. Jeder Punkt auf einem
der Eckpunkte entspricht einem Gemisch aus zwei der Komponenten
in einem definierten Verhältnis
(in Gewichtsprozent, Gew.-%, angegeben).
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So
entspricht Punkt A auf der Wasser-Tensid-Achse in 1(a) einem
System, das Wasser und (SDS+B) im Verhältnis von 40:60 Gew.-% enthält. Jeder
Punkt innerhalb des Dreiecks entspricht einem Gemisch der drei Komponenten
im definierten Verhältnis.
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Der
physikalische Zustand des Gemischs im Gleichgewicht wurde auf dem
Phasendiagramm abgebildet. Das Phasendreieck in 1(a) wurde
durch den prominenten einphasigen Mikroemulsionsbereich, IV, der sich
von der SDS+B/Wasser-Achse bis zu der SDS+B/Öl-Achse erstreckt, gekennzeichnet.
Am offensichtlichsten ist, dass sich der Bereich IV für dieses
System bis tief in die Wasser-Ecke des Diagramms erstreckt hat. Diese
Eigenschaft war für
die hierin beschriebene Anwendung von besonderem Nutzen. Neben IV
befindet sich der große
Bereich II, der einem im Gleichgewicht befindlichen Zwei-Phasen-Bereich
entspricht, in dem eine Phase eine Öl-kontinuierliche (W/O-)Mikroemulsion
und die andere Phase Wasser war.
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Innerhalb
des Winsor-IV-Gebietes gab es im Verlauf von der SDS+B/Wasser-Achse
nach links in die Ölecke
eine kontinuierliche Evolution von Mikroemulsionsstruktur: Öl-in-Wasser→bikontinuierlich→Wasser-in-Öl bei Zugabe
mit Öl.
Dies ist nicht durch visuelle Beobachtung ersichtlich (alle Zusammensetzungen sind
optisch transparent), sondern wird durch physikalische Messungen,
z. B. der Leitfähigkeit,
deutlich gemacht.
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Die
graphische Darstellung der Leitfähigkeit
gegenüber
dem Wasser:Öl-Verhältnis bei
festgelegten 40:60 Gew.-% SDS+B (der Linie A-A' entsprechend) aus 1(a) ist
in 2 gezeigt. Es ist zu bemerken, dass Öl-in-Wasser-Mikroemulsionen
hoch leitend sind; Wasser-in-Öl-Mikroemulsionen sind
schlechte Leiter und bikontinuierliche Systeme weisen eine mittlere
Leitfähigkeit
auf.
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Aus 2 ist
ersichtlich, dass sich die Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsart
(O/W-Mikroemulsionsart) in dem Phasendiagramm weit in das Zentrum
des Bereichs IV erstreckte (Punkt C in 1(a) und 2).
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Das
Verfahren der Erfindung verwertet die Fähigkeit von Wasser/(SDS+B)-Gemischen, Öl spontan aus
den Bohrgutpräparationen
zu absorbieren, um eine O/W-Mikroemulsion zu bilden. Gemäß der Erfindung entspricht
die Kapazität
einer gegebenen Präparation
für Öl ungefähr der,
die einer endgültigen
Zusammensetzung an der Kante des Öl-in-Wasser-Gebietes – dem Punkt
C in 1(a) und 2 – entspricht.
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Das
Verfahren der Extraktion von Öl
kann gesteuert werden, indem auf die Bohrgut:Tensid-Lösung einfach
ein oberer Grenzwert gesetzt wird (wobei der Ölgehalt des Bohrguts bekannt
ist), so dass der versehentliche Eintritt in das Gebiet der W/O-Mikroemulsion
verhindert wird.
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Das
Mikroemulsion/Bohrgut-Gemisch war durch Zentrifugation leicht zu
trennen. Das wiedergewonnene Bohrgut kann rückständige O/W-Mikroemulsion der Zusammensetzung C
enthalten. Diese kann durch Waschen mit Wasser extrahiert werden.
Hier war die tiefe Penetration des Winsor-IV-Gebietes in die Wasserecke
von Bedeutung, da dies bedeutete, dass die O/W-Mikroemulsion einfach
durch Spülen
mit Wasser oder Lauge ausgewaschen werden kann; diese Verdünnung führt nicht
zu einer Phasentrennung der rückständigen O/W-Mikroemulsion.
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Um
die Extaktionsprozedur abzuschließen, wurde das durch Zentrifugation
wiedergewonnene Bohrgut mit einem Volumen an Wasser gewaschen, so
dass die Mikroemulsion zu der neuen Zusammensetzung D in 1(a) und 2 verdünnt wird.
Das Bohrgut, das durch die Zentrifugation im Anschluss an diesen Waschschritt
wiedergewonnen wurde, war quasi ölfrei.
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In
weiteren Experimenten wurde festgestellt, dass „Feingut", das heißt Quelltöne, die entweder aufgrund der
Anwesenheit solcher Materialien in der ursprünglichen Bohrschlammpräparation
oder aufgrund einer teilweisen Zersetzung des Bohrguts vorhanden
sind, unkompliziert durch die Zugabe eines im Handel erhältlichen
Flockungsmittels wie etwa eines der Alcomer®-,
Magnafloc®-
oder Zetag®-Reihen
zu Konzentrationen von weniger als 1 Gew.-% flockuliert werden könnte.
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Kurz
gefasst bezieht sich die Erfindung auf das Extrahieren von Ölen aus
Bohrschlammabfällen
oder aus dem Bohrgutanteil davon durch Aufbereitung mit einer wässrigen
Tensidlösung,
so dass das Öl
als O/W-Mikroemulsion
extrahiert wird. Die Mikroemulsionsphase wird durch eine geeignete
Technik wie etwa die Zentrifugation von dem Bohrgut getrennt. Die
rückständige Mikroemulsion
wird durch eine wässrige
Spülung ausgewaschen.
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Die
Präsentation
der folgenden Beispiele dient dazu, die Technologie im Einsatz zu
demonstrieren. In den folgenden Beispielen wurden Schlammabfälle oder
Bohrgutanteile unter Verwendung der folgenden Prozedur aufbereitet.
- 1 Ein festgelegtes Gewicht an Bohrgut wurde
mit einem festgelegten Gewicht eines Wasser + (SDS/B)-Gemisches
(z. B. der Zusammensetzung A) aufgeschlämmt, so dass es zu einer Mikroemulgierung
des Ölanteils
kommt. Für
eine maximale Effizienz war das Bohrgut:Tensid-Verhältnis so,
dass die endgültige
Mikroemulsionszusammensetzung einem Punkt innerhalb des Öl-in-Wasser-Mikroemulsionsgebietes
entsprach (z. B. Punkt C in 1(a))
- 2 Die Mikroemulsion und das Bohrgut wurden durch Zentrifugation
getrennt.
- 3 Die in dem Bohrgut vorhandene rückständige O/W-Mikroemulsion wurde
durch Spülen
mit Wasser, gefolgt von Zentrifugation, um das Bohrgut und die „verdünnte" Mikroemulsionsphase
zu trennen, entfernt. Hinsichtlich des Phasendiagramms entspricht
die Verdünnung
dem Transfer von Punkt C zu Punkt D in 1(a).
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BEISPIELE
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Probe
1: Schieferbohrgut, das von einer Bohranlage in der Nordsee stammt.
Das Bohrgut beinhaltete etwa 3 % Wasser, 7 % Öl und 90 % Festkörper.
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Extraktionsprozedur:
Proben von mit Öl
kontaminiertem Bohrgut zu 60 g (+/– 0,5 g) wurden in saubere trockene
Polycarbonat-Zentrifugenflaschen gefüllt. Zu jeder Probe wurden
60 g wässrige
Tensidlösung,
die 24 g Wasser, 18 g SDS und 18 g B beinhalten, hinzugegeben, und
die Proben wurden bei 25 °C
5 Minuten lang in einem Orbitalschüttler bei 300 Ulm gemischt.
Danach wurden die Proben für
die Dauer von 10 Minuten in einer MSE Coolspin Ausschwingrotorzentrifuge
bei 1 000 Ulm zentrifugiert. Die O/W-Mikroemulsion wurde abdekantiert
und jeder Probe wurden 100 ml 0,5 M NaCl hinzugegeben. Die Proben
wurden erneut 5 Minuten lang bei 25 °C und 300 Ulm geschüttelt, gefolgt
von einer Zentrifugation bei 1 000 Ulm für 10 Minuten. Die „verdünnte" Mikroemulsion wurde
abdekantiert, so dass gesäuberte
Proben zurückblieben.
Der Spülprozess
wurde wiederholt.
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Festkörper-Öl-Untersuchung:
Nach der Aufbereitung wurden wiedergewonnene Proben zu 50 g (+/– 0,5 g)
in Retortenkammern eingewägt,
und die Proben wurden 45 Minuten lang in der Retorte auf 500 °C erhitzt,
entsprechend der von der API empfohlenen Prozedur – API Recommended
Practice RP13B – Standard Procedure
for Field Testing Oil-Based
Drilling Fluids (Richtlinien für
die Probenahme, Analyse und Kalkulation von Öl auf Bohrgut), dem internationalen
Retortennormverfahren. Die Ergebnisse wurden in Gramm Öl pro Kilogramm
trockener in der Retorte erhitzter Festkörper formuliert und dann als
Gew.-% Ölgehalt
trockenen Bohrguts kalkuliert.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Der endgültige Ölgehalt
des Bohrguts betrug 0,54 Gewichts-%.
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Tabelle
1 Statistikzusammenfassung für
Probe 1 in jedem Aufbereitungsschritt
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- * Anmerkung des Übersetzers:
L.C.L. = untere Vertrauensgrenze, U.C.L. = obere Vertrauensgrenze
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Um
die Wirksamkeit der Ölextraktion
per O/W-Mikroemulsion mit der unkomplizierten Tensidwaschung direkt
vergleichen zu können,
wurde das obige Experiment genau wiederholt, bis auf dass an Stelle
von 18 g SDS und 18 g B eine wässrige
Tensidlösung
verwendet wurde, die 24 g 0,5 Mol pro Liter wässrige Natriumchloridlösung und
36 g Triton® R100
beinhaltet. Triton® R101 wird in der Öl- und Metallurgieindustrie
allgemein als Reinigungsmittel verwendet; es ist jedoch kein mikroemulsionsbildendes
Tensid.
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Die
Daten zeigen, dass dieses System gegenüber dem mikroemulsionsbildenden
System der Erfindung bei der Ölextraktion wesentlich
weniger effizient war.
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Probe
2 Aufbereitung von homogenisiertem Bohrgut, das aus einer Bohranlage
aus der Nordsee stammt. Die Probe beinhaltete etwa 10 % Wasser,
20 % Öl
und 70 % Festkörper
nach Gewicht.
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Zum
Sanieren dieser Probe wurden zwei Aufbereitungszyklen verwendet
(eine Waschung mit Tensidlösung
60 g (60 ml) wässriger
Tensidlösung,
die 24 g Wasser, 18 g SDS und 18 g B beinhaltet und zwei Wasserspülungen).
Die Daten sind in Tabelle 3 gezeigt. Der endgültige Ölgehalt der wiedergewonnenen
Festkörper betrug
0,90 Gewichts-%.
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Tabelle
3 Statistikzusammenfassung für
Probe 2 an jedem Aufbereitungsschritt
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Die
Veränderung
des Ölgehaltes
der Festkörper
nach jedem Schritt des Prozesses ist in 3 zusammengefasst.
Die Ergebnisse bestätigen,
dass Bohrschlammabfälle
oder Bohrgutanteile davon durch die Verwendung dieser Technologie
zu einem rückständigen Ölgehalt
von weniger als 1 Gew.-% saniert werden können. Die sichtbaren Zunahmen
des Ölgehaltes
nach der wässrigen
Tensidwaschung ist auf die Anwesenheit der Butan-1-ol-Komponente
der rückständigen O/W- Mikroemulsion zurückzuführen, wie
sich durch die Gaschromatographie bestätigen lies.
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Probe
2 musste zweimal aufbereitet werden, da diese Probe einen hohen
Wasser- und Ölgehalt
enthielt (jeweils etwa 10 Gew.-% und 21 Gew.-%). Aus diesem Grund
wurde die Tensidlösung
bei Zugabe stark verdünnt,
was zu einer entsprechend reduzierten Ölabsorptionskapazität führte.
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Die
Mikroemulsionsanteile können
aufbereitet werden, um die Ölphase
rückzugewinnen,
vorzugsweise durch Erhöhung
der Temperatur. Bei ionischen Tensiden resultiert dies in einer
Phasentrennung, die eine obere Phase, die das Öl und nahezu kein Tensid enthält, und
einer untere Phase an wässrigem
Tensid erbringt. Die wässrige
Tensidphase kann für
eine weitere Runde der Bohrgutaufbereitung recycelt werden; die
wiedergewonnene Ölphase
ist von solcher Qualität,
dass sie sich für
die Wiederverwendung als Bohrschlammflüssigkeit oder für eine beliebig
andere gewünschte
Anwendung eignet.
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Die
Fähigkeit,
Feingut durch Verwendung von im Handel erhältlichen Flockungsmitteln,
die bereits in der Ölindustrie
im Einsatz sind, zu flockulieren, ist für das Recyceln besonders wichtig,
da die Zugabe von Flockungsmitteln zu der wässrigen Tensidlösung die
Anhäufung
von Feingut verhindert, welche sonst die Anzahl der Recycelgänge um ein
Wesentliches reduzieren würde.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
erstreckt sich die Erfindung auf das Säubern von Bohrgut, und andere
mit Öl
kontaminierte Festkörperabfälle verwenden
eher wässrige
Lösungen,
die ein einziges Tensid enthalten, als ein Tensid/Co-Tensid-Gemisch.
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Die
Fähigkeit
von Tensiden, Mikroemulsionen zu stabilisieren, ohne dass ein Co-Tensid
benötigt
wird, ist auf dem Fachgebiet bekannt. So bilden sowohl Natrium-bis-2-ethylhexylsulfosuccinat
(Aerosol-OT) als auch Didodecyltrimethylammoniumbromid (DDAB) Wasser-in-Öl-Mikroemulsionen (W/O-Mikroemulsionen),
ohne dass ein Co-Tensid benötigt
wird.
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Tensidmoleküle, die
in Abwesenheit eines Co-Tensids O/W-Mikroemulsionen bilden, sind im Handel nicht
erhältlich. 4 beschreibt
eine generische Gruppe an Tensiden, die strukturelle Eigenschaften
aufweisen, welche die O/W-Mikroemulsion erwartungsgemäß stabilisieren,
ohne dass ein Co-Tensid benötigt
wird.
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Diese
Tenside sind substituierte Alkylsulfate, in denen R1 und
R2 geradkettige oder verzweigte Kohlenwasserstoffe
oder substituierte Kohlenwasserstoffe sind. R1 und
R2 sind nicht notwendigerweise identisch.
Die Anzahl der Kohlenstoffeinheiten, n, in jeder Kette ist variabel.
Die Beispiele in 4 dienen der Darstellung des
Bereichs an Strukturen, die als Tenside mit O/W-mikroemulsionsbildenden
Eigenschaften gelten. Der vollständige
Bereich an Strukturen ist nicht auf diese beschränkt.
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Der
Prozess der Erfindung stellt eine bedeutende Verbesserung gegenüber dem
Stand der Technik dar, da nach dessen Lehre der Ölgehalt auf bis unter 1 Gew.-%
reduziert werden kann. Ferner verwendet diese Erfindung eher eine Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
(das heißt
eine wasserkontinuierliche Mikroemulsionspräparation) als eine Wasser-in-Öl-Mikroemulsion (das
heißt
eine ölkontinuierliche
Mikroemulsionspräparation).
Mit dem Erzielen von Gehalten an rückständigem Öl von unter 1 Gew.-% stellt
diese Erfindung einen bedeutenden Fortschritt in der Ölextraktionstechnologie
dar.
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Zusammenfassend
stellt die Erfindung ein Verfahren bereit, mit dem Öl aus Bohrschlammabfällen oder
Anteilen davon, die aus vorherigen Trennungsprozessen abgeleitet
wurden, durch Extraktion als Öl-in-Wasser-Mikroemulsion
wiedergewonnen werden kann.
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Die
in dem Verfahren der Erfindung eingesetzte Tensidformulierung kann
ein beliebiges O/W-mikroemulsionsbildendes Tensid oder Gemisch an
Tensiden, einschließlich
der hier beschriebenen, ohne auf diese beschränkt zu sein, umfassen. Das
Tensid kann kationischer, nicht ionischer oder anionischer Natur
sein; anionische Tenside sind nicht auf die Klasse der hier beschriebenen
Alkylsulfate beschränkt.
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Die
Tensidformulierung kann eine Komponente umfassen, die sich wie ein
Co-Tensid verhält,
das heißt die
die O/W-mikroemulsionsbildenden Eigenschaften des Tensids fördert oder
auf andere Weise moduliert. Die Tensidformulierung kann außerdem eine
beliebige Substanz oder beliebige Substanzen enthalten, die das
Flockulieren von Festkörpern
in Quelltonsuspension verursachen würden (Flockungsmittel). In
einer anderen Ausführungsform
kann die Tensidlösung
gelöste
Salze beliebiger Art und in beliebiger Konzentration enthalten.
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Die
Erfindung stellt daher Folgendes bereit:
- – eine Prozesstechnologie,
durch die die Erfindung mit physikalischer Trennung der O/W-Mikroemulsionsphase
und der gesäuberten
Festkörper
durch Zentrifugation, Filtration oder einen beliebigen anderen geeigneten
Prozess angewendet wird,
- – eine
Prozesstechnologie, die für
das Recyceln von Bohrschlammabfällen
oder Anteilen davon, einschließlich
von aus den Schlammabfällen
abgeleiteten Bohrgutanteilen, verwendet wird,
- – eine
Prozesstechnologie, die für
das Recyceln von Bohrschlammabfällen
oder Anteilen davon verwendet wird, wobei die ursprüngliche
Schlammzusammensetzung von beliebiger Formulierung ist und das Öl mineralischen
oder synthetischen Ursprungs ist und von Kohlenwasserstoff- oder
Nicht-Kohlenwasserstoffnatur
sein kann,
- – eine
Prozesstechnologie, die für
das Sanieren von Bohrschlammabfällen
oder Anteilen davon in einer Umgebung an Land oder auf See angewendet
werden kann,
- – eine
Prozesstechnologie, die ein beliebiges geeignetes Verfahren zum
Wiedergewinnen des Öls
aus der O/W-Mikroemulsionsphase anwendet, einschließlich einer
temperaturinduzierten Phasentrennung, ohne auf diese beschränkt zu sein,
- – eine
Prozesstechnologie, die bei der Extraktion einer beliebigen Art
von Kohlenwasserstoff oder einer anderen Petrochemikalie aus einem
beliebigen mit Öl
kontaminierten Material, einschließlich aus mit Bohrgutflüssigkeiten
auf Ölbasis
kontaminierten Sänden,
Erden und Spänen,
die bei der Metallfabrikation erzeugt werden, angewendet werden
kann.
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Die
vorliegende Erfindung weist zahlreiche Vorteile auf, die die Folgenden
umfassen:
- – Die
Prozesstechnologie erfordert keine komplizierte Werks- oder andere
Ausrüstung.
Der anfängliche
Mikroemulgierungsschritt kann erreicht werden, indem die Tensidpräparation
bei Umgebungstemperatur mit Bohrschlamm oder Bohrgutanteilen aufgeschlämmt wird,
gefolgt von Zentrifugentrennung. Die Zentrifugation ist eine in
der Ölindustrie
sowohl in der Umgebung auf Land als auch auf See allgemein verwendete Technik.
Der Spülschritt
und die endgültige
Trennung können
auf ähnliche
Weise erreicht werden. Die Wiedergewinnung des Öls aus der O/W-Mikroemulsion kann
auf ähnliche
Weise durch unkomplizierte Mittel erreicht werden. Ein Merkmal der
Erfindung ist es, dass die Phasentrennung, die zur Wiedergewinnung
und zum Recyceln von wässrigen
Tensid- und Ölphasen
führt,
durch eine bescheidene Erhöhung
der Temperatur erreicht werden kann.
- – Die
Erfindung erfordert kostengünstiges
Warenmaterial. Neben Wasser und möglicherweise Salz sind Tensid
und möglicherweise
Co-Tensid und möglicherweise
Flockungschemikalie die einzigen erforderlichen Zugaben. Entsprechend
kann das Tensid unter minimalen Verlusten pro Zyklus recycelt werden.
- – Diese
Erfindung, die lehrt, dass Öl
aus Bohrschlammabfällen
oder Anteilen davon in eine O/W-Mikroemulsion extrahiert werden
kann, ist bedeutend effektiver als das, was durch Waschen mit einer
Wasser-in-Öl-Mikroemulsion
(W/O-Mikroemulsion) erreicht werden kann. Insbesondere die Extraktionseffizienz,
die mit O/W-Mikroemulsion
erhalten wird, ist typischerweise sechs- bis zehnmal höher als
die, die mit der W/O-mikroemulsionsbasierten Trennung gelehrt wird.
- – Ferner
weist das Trennungssystem auf O/W-Mikroemulsionsbasis gegenüber der
Trennung auf W/O-Mikroemulsionsbasis einen einzigartigen Vorteil
auf, der darin liegt, dass diese Formulierung auf Wasserbasis Flockungschemikalien
umfassen kann. Die Zugabe einer Flockungschemikalie zu einer Formulierung
auf W/O-Mikroemulsionsbasis
kann keinen besonderen Nutzen verleihen, da Flockungschemikalien
in Medien auf Ölbasis
inaktiv sind.