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Diese
Erfindung betrifft Mehrbereichsschmierölzusammensetzungen, die insbesondere
eine verbesserte Wirksamkeit bei Dieselmotor-Ringklebetests bieten.
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Schmierölzusammensetzungen
(oder Schmiermittel) für
Kurbelgehäuse
von Verbrennungsmotoren sind bekannt und es ist von ihnen auch bekannt,
dass sie Additive (oder Additivkomponenten) enthalten, um deren
Eigenschaften und Wirksamkeit zu verbessern.
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Zunehmend
bestimmen die Anforderungen der Originalausrüstungshersteller (OEMs), Leistungskriterien
zu erfüllen,
die Eigenschaften von Schmiermitteln. Ein solches Leistungskriterium
betrifft das Haften bleiben von Kolbenringen während des Betriebs eines kompressionsgezündeten Verbrennungs(Diesel)motors. Dies
wird gewöhnlich
kurz als "Ringhaften" (engl.: ring-sticking)
bezeichnet; es kann mittels des VWTDi-Test (CEC L-78-T-97) gemessen
werden.
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Andere
Leistungskriterien, die von Interesse sind, schließen Flüchtigkeit
des Schmiermittels, Kraftstoffeinsparungspotential des Schmiermittels
und Chlorgehalt des Schmiermittels ein.
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Die
verschiedenen Kriterien schränken
Formulierer von Schmiermitteln hinsichtlich der Additivkomponenten
und -mengen sowie der Rohmaterialien, die verwendet werden können, klar
ein.
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Es
ist jetzt überraschenderweise
gefunden worden, dass die Verwendung von geringen Konzentrationen
von Molybdän,
das als Molybdän-organische
Verbindung vorliegt, erfindungsgemäß zur Folge haben kann, dass
Schmiermittel, die anspruchsvolle "Ringhaftungs"-Testanforderungen erfüllen, gleichzeitig
andere Kriterien erfüllen.
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Eine
Anzahl von Druckschriften beschreibt die Verwendung von öllöslichem
Molybdän
in Schmiermitteln. Siehe z.B. US-A-4 164 473, US-A-4 176 073, US-A-4 176
074, US-A-4 192 757, US-A-4
248 720, US-A-4 201 683, US-A-4 289 635 und US-A-4 479 883. Keine beschreibt die Verwendung
zur Verbesserung des "Ringhaftens".
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Gemäß einem
ersten Aspekt betrifft die Erfindung eine SAE 0W-30- oder 5W-30-
oder 5W-20-Mehrbereichsschmierölzusammensetzung
mit einer Flüchtigkeit
nach Noack von weniger als 15%, wie beispielsweise weniger als 13%,
vorzugsweise weniger als 11%, vorzugsweise nicht weniger als 4 oder
5% Massenverlust gemäß CEC L-40-A-93;
und gegebenenfalls mit einer M-111-Kraftstoffersparnis nach CEC
L-54-T-96, die gleich
oder größer ist
als 1,5%, wie 2,5%, wobei die Zusammensetzung eine Hauptmenge
- (A) eines Basismaterials mit einer Schmierviskosität, das von
0 bis weniger als 10, vorzugsweise von 0 bis weniger als 5 Mass.-%
von Gruppe I-Basismaterial oder Gruppe II-Basismaterial oder einer
Mischung von Gruppe I- und Gruppe II-Basismaterialien enthält, die
sich von den Basismaterialien unterscheiden, die sich aus der Bereitstellung
von Additivkomponenten in der Zusammensetzung ergeben, und geringeren
Mengen an Additivkomponenten umfasst oder aus ihnen durch Mischen
hergestellt wird, die
- (B) ein oder mehrere Molybdän
enthaltende Additive in einer Menge, die nicht mehr als 1000, vorteilhafterweise
nicht mehr als 500, wie nicht mehr als 350 oder 300 oder 250, wie nicht
weniger als 50 Mass.-ppm elementares Molybdän in der Zusammensetzung liefert;
- (C) ein oder mehrere Calciumtensidadditive (engl.: calcium detergent
additives), die ein Calciumsalz von einer organischen Säure als
Tensid umfassen, in einer Menge oder in Mengen, die 10 oder mehr,
beispielsweise 12 oder mehr, beispielsweise bis zu 30 oder 35 mmol
Tensid pro kg der Zusammensetzung liefern;
- (D) ein oder mehrere andere Schmieradditive, die ausgewählt sind
aus aschefreien Dispergiermitteln, Metalltensiden, Antioxidantionsmitteln,
Antiverschleißmitteln
und Reibungsmodifikatoren, mit der Maßgabe, dass sie sich von den
Additiven (B) und (C) oben unterscheiden und
- (E) ein oder mehrere Viskositätsmodifikatoren umfassen,
wobei
die Additivkomponenten weniger als 100, beispielsweise weniger als
50, aber beispielsweise nicht weniger als 5 oder 10 Mass.-ppm Chlor
in der Zusammensetzung liefern.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Schmierung
eines kompressionsgezündeten
Verbrennungsmotors, das das Betreiben des Motors und Schmieren des
Motors mit einer Schmierölzusammensetzung
gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung umfasst.
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Gemäß einem
dritten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Vermindern
der Neigungen des Ringhaftens eines kompressionsgezündeten Verbrennungsmotors,
das die Zugabe einer Schmierölzusammensetzung
gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung zum Motor umfasst.
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Gemäß einem
vierten Aspekt betrifft die Erfindung eine Kombination, die das
Motorgehäuse
eines kompressionsgezündeten
Verbrennungsmotors und eine Schmierölzusammensetzung gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung zum Schmieren des Kurbelgehäuses umfasst.
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In
dieser Beschreibung:
wird "umfassen" oder ein beliebiges
verwandtes Wort verwendet, um die Anwesenheit der ausgewiesenen Merkmale,
ganzen Zahlen, Schritte oder Komponenten zu bezeichnen, schließt aber
nicht die Anwesenheit oder den Zusatz von dem einer oder mehreren
Merkmalen, ganzen Zahlen, Schritten, Komponenten oder Gruppen davon
aus;
bedeutet "Hauptmenge" mehr als 50 Mass.-%
der Zusammensetzung;
bedeutet "geringere Menge" weniger als 50 Mass.-% der Zusammensetzung,
sowohl hinsichtlich des angegebenen Additivs als auch hinsichtlich
der gesamten Mass.-% aller Additive, die in der Zusammensetzung
vorhanden sind, wobei der aktive Bestandteil des Additivs oder der
Additive betrachtet wird;
zeigen "öllöslich" oder "dispergierbar", die hierin verwendet
werden, nicht notwendigerweise an, dass die Verbindungen oder Additive
löslich,
auflösbar,
mischbar oder imstande sind, in allen Proportionen in dem Öl suspendierbar
zu sein. Dies bedeutet jedoch, dass sie z.B. in Öl in einem Ausmaß löslich oder
stabil dispergierbar sind, das ausreicht, um deren beabsichtigte
Wirkung in der Umgebung auszuüben,
in der das Öl
verwendet wird. Darüber
hinaus kann die zusätzliche
Zugabe von anderen Additiven auch die Zugabe höherer Niveaus eines bestimmten
Additivs erlauben, falls dies erwünscht ist.
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Die
Erfindung liefert auch das Produkt, das als Ergebnis einer beliebigen
Umsetzung von verschiedenen Additivkomponenten der Zusammensetzung
oder Konzentraten, im Wesentlichen sowie gewöhnlich und optimal unter den
Bedingungen von Formulierung, Lagerung oder Verwendung erhalten
wird oder erhältlich
ist.
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Die
Merkmale der Erfindung werden jetzt im Folgenden detaillierter beschrieben:
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Mehrbereichsschmiermittel
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Mehrbereichsschmiermittel
wirken über
weite Temperaturbereiche. Typischerweise sind sie gekennzeichnet
durch Deskriptoren wie beispielsweise SAE 10W-30 oder SAE 5W-30.
Die erste Zahl in dem Mehrbereichsdeskriptor steht für eine Anforderung
hinsichtlich der Viskosität
bei sicherer Starttemperatur (z.B. –20°C) für das Mehrbereichsöl, was mittels
eines Kaltkurbelsimulators (CCS) unter hohen Scherraten gemessen
wird (ASTM D5293). Im Allgemeinen erlauben Schmiermittel mit geringen
CCS-Viskositäten,
den Motor bei geringeren Temperaturen leichter zu starten, und verbessern
damit die Fähigkeit
des Motors, bei diesen Umgebungstemperaturen gestartet zu werden.
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Öle von Multiviskositätssorten, üblicherweise
als "Mehrbereichsöle" (engl.: multigrades)
bezeichnet, werden entwickelt, um über weite Temperaturbereiche
zu arbeiten und werden durch Deskriptoren gekennzeichnet, wie beispielsweise
SAE 10W-30 oder SAE 5W-30. Deren Eigenschaften werden im Dokument
SAE J300 der Gesellschaft für
Kraftfahrzeug-Ingenieure definiert. Diese Veröffentlichung legt Mehrbereichsöle hinsichtlich
zwei Kriterien fest: maximale Niedertemperaturkurbel- und -pumpvis kositäten sowie
maximale und minimale kinematische Viskositäten bei 100°C und einer minimalen Viskosität unter
hoher Scherbeanspruchung bei 150°C
und 108 s–1.
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Niedertemperatureigenschaften
definieren welcher "W"-Grad dem Schmiermittel
zugeordnet werden soll und Hochtemperatureigenschaften definieren
den "Nicht-W"-Teil der Bezeichnung.
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SAE
J300 definiert eine Reihe von W-Graden, wobei SAE 0W die Anforderungen
für den
Betrieb bei niedrigsten Temperaturen darstellt. SAE 5W, 10W, 15W,
20W und 25W sind auch definiert, diese Grade sind für stufenweise
höhere
Minimaltemperaturen bei Betrieb geeignet.
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Nicht-W-Grade
werden einer numerischen Kennzeichnung zugeordnet, diese definieren
einen Maßstab
für steigende
Hochtemperaturviskosität.
Dieser Maßstab
beginnt mit SAE 20 und verläuft über SAE
30, 40 und 50 zum SAE 60 mit dem höchsten Viskositätsgrad.
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Dieses
System der viskosimetrischen Klassifikation von Kraftfahrzeugmotorgehäuseschmiermittel
findet allgemeine Anwendung für
die Fahrzeug- und schmiermittelherstellende Industrien.
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Flüchtigkeit
nach Noack
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Ölflüchtigkeit
ist in der technischen Literatur sowohl mit Ölverbrauch als auch mit Abgasemissionen
in Verbindung gebracht worden, wobei beide unerwünscht sind. Ein Verfahren,
das zur Messung der Flüchtigkeit eines
Schmiermittels verwendet wird, ist das Verfahren nach Noack. Zwei
standardisierte Noack-Verfahren sind das JPI-Verfahren 55-41-93
und das CEC L-40-A-93. Diese Verfahren messen die Massenprozente
an Verlust, nachdem eine Probe 60 Minuten lang bei einer Temperatur von
250°C gehalten
wurde, während
Luft hindurchgeleitet wurde. Für
die Zwecke dieser Erfindung werden Flüchtigkeitsmessungen nach Noack
unter Verwendung von Instrumenten durchgeführt, die mit einem Referenzfluid
kalibriert worden sind.
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Kraftstoffersparnis
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M-111
Kraftstoffersparnis wird entsprechend der CEC-L-54-T-96 gemessen.
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(A) Basismaterial
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Das
Basismaterial (das manchmal als "Basisöl" bezeichnet wird)
ist ein Öl
von Schmierviskosität
und ist der primäre
Flüssigbestandteil
eines Schmiermittels, in das Additive und möglicherweise andere Öle gemischt
werden, um das fertige Schmiermittel herzustellen.
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Basismaterialien
können
gemäß den API
1509 Definitionen des API Motoröl-Lizensierungs-
und Zertifizierungs-System (EOLCS) in Gruppen I bis V kategorisiert
werden, wobei die Definitionen verwendet werden, um die Basismaterialien
dieser Erfindung zu definieren. Daher:
- a) Gruppe
I-Basismaterialien enthalten weniger als 90% gesättigte Verbindungen und/oder
mehr als 0,03% Schwefel und haben einen Viskositätsindex von größer oder
gleich 80 und weniger als 120, bei Verwendung der Testverfahren,
die in Tabelle E-1 bezeichnet werden.
- b) Gruppe II-Basismaterialien enthalten größer oder gleich 90% gesättigte Verbindungen
und kleiner oder gleich 0,03% Schwefel und haben einen Viskositätsindex
größer oder
gleich 80 und weniger als 120, bei Verwendung der Testverfahren,
die in Tabelle E-1 bezeichnet werden.
- c) Gruppe III-Basismaterialen enthalten größer oder gleich 90% gesättigte Verbindungen
und kleiner oder gleich 0,03% Schwefel und haben einen Viskositätsindex
von größer oder
gleich 120, bei Verwendung der Testverfahren, die in Tabelle E-1
bezeichnet werden.
- d) Gruppe IV-Basismaterialien sind Poly-α-olefine (PAO).
- e) Gruppe V-Basismaterialien schließen alle anderen Basismaterialien
ein, die nicht in Gruppe I, II oder III oder IV enthalten sind.
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(B) Molybdän enthaltende
Additive
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Molybdän kann z.B.
in Oxidationsstufen IV und V verwendet werden, wie es im Stand der
Technik bekannt ist. Molybdän
kann als Kation vorliegen, wobei dies ist aber nicht wesentlich
ist. Es können
somit z.B. Molybdän
enthaltende Komplexe verwendet werden.
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Beispiele
von Molybdänverbindungen,
die verwendet werden können,
umfassen Molybdänsalze
von anorganischen oder organischen Säuren (siehe z.B. US-A-4 705
641), insbesondere Molybdänsalze
von Monocarbonsäuren
mit 1 bis 50, vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen, z.B. Molybdänoctanoat
(vorzugsweise -2-Ethylhexanoat), -naphthenat oder -stearat; das
Reaktionsprodukt von Molybdäntrioxid,
Molybdänsäure oder einem
Alkalimetallsalz davon (oder das Reaktionsprodukt einer solchen
Molybdänverbindung
und einem Reduktionsmittel) und einem sekundären Amin mit Kohlenwasserstoffgruppen
mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen (siehe EP-A-205 165); überbasische
Molybdän
enthaltende Komplexe, wie sie in EP-A-404 650 offenbart sind, Molybdändithiocarbamate
und Molybdändithiophosphate,
die wegen ihres Phosphorgehalts weniger bevorzugt sind; öllösliche Molybdänverbindungen,
wie sie in US-A-4 995 996 und US-A-4 966 719 offenbart sind, insbesondere
die Molybdänxanthate
und -thioxanthate, die in diesen Beschreibungen dargestellt sind;
und öllösliche Molybdän und Schwefel
enthaltende Komplexe. Spezielle Beispiele von Molybdän und Schwefel
enthaltenden Komplexen sind die, die durch Umsetzung einer sauren
Molybdänverbindung
mit einer basischen Stickstoff enthaltenden Substanz und dann mit
einer Schwefelquelle hergestellt werden (siehe z.B. GB-A-2 097 422),
und die, die durch Umsetzung eines Triglycerids mit einer basischen
Stickstoffverbindung, bei der ein Reaktionsprodukt gebildet wird,
durch Umsetzung des Reaktionsprodukts mit einer sauren Molybdänverbindung, bei
der ein intermediäres
Reaktionsprodukt gebildet wird, und durch Umsetzung des intermediären Reaktionsprodukts
mit einer Schwefel enthaltenden Verbindung hergestellt werden (siehe
z.B. GB-A-2 220 954). Andere Beispiele von Molybdänverbindungen
werden in der Internationalen Patentanmeldung PCT/IB97/01656 beschrieben
und umfassen einen dreikernigen Molybdänkern, der gegebenenfalls nicht-metallische
Atome enthält,
die alle oder teilweise aus Schwefel bestehen, und an die Liganden
gebunden sind, die imstande sind, die Verbindung öllöslich oder öldispergierbar
zu machen. Die Verbindungen können
durch die allgemeine Formel Mo3SkLp dargestellt werden,
in der
L einen Liganden darstellt, z.B. Dithiocarbamat
p
im Bereich zwischen 1 und 4 liegt und
k mindestens 4, insbesondere
4 bis 10, bevorzugt 4 bis 7 ist.
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(C) Calciumtenside
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Ein
Tensid (engl.: detergent) ist ein Additiv, das die Bildung von Ablagerungen
auf Kolben in Motoren verhindert, z.B. Hochtemperaturlack und Lackabscheidungen;
es hat gewöhnlich
säureneutralisierende
Eigenschaften und ist imstande, feinver teilte Feststoffe in Suspension
zu halten. Die meisten Tenside basieren auf Metall-"Seifen", das sind Metalltenside
oder Salze von sauren organischen Verbindungen.
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Tenside
umfassen im Allgemeinen einen polaren Kopf mit einem langen hydrophoben
Schwanz, der polare Kopf umfasst ein Metallsalz einer sauren organischen
Verbindung. Die Salze können
eine im Wesentlichen stöchiometrische
Menge an Metall enthalten, wobei sie in dem Fall gewöhnlich als
normale oder neutrale Salze beschrieben werden, und haben typischerweise
eine Gesamtbasenzahl oder TBN von 0 bis 80 (die z.B. durch ASTM
D2896 gemessen wird). Große
Mengen einer Metallbase können
eingearbeitet werden, indem ein Überschuss
einer Metallverbindung, wie beispielsweise ein Oxid oder Hydroxid,
mit einem sauren Gas umgesetzt wird, wie beispielsweise Kohlendioxid.
Das resultierende überbasische
Detergens umfasst neutralisiertes Detergens als äußere Schicht einer Metallbasenmizelle
(z.B. Carbonat). Solche überbasischen
Detergentien können
eine TBN von 150 oder mehr und typischerweise von 250 bis 450 oder
mehr haben.
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Die
Calciumtenside, die verwendet werden können, schließen öllösliche neutrale
und überbasische Sulfonate,
Phenolate, sulfurierte Phenolate, Thiophosphonate, Salicylate und
Naphthenate ein. Besonders geeignete Calciumtenside sind neutrale
und überbasische
Calciumsulfonate mit einer TBN von 20 bis 450 TBN und neutrale und überbasische
Calciumphenolate und sulfurierte Phenolate mit einer TBN von 50
bis 450.
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Sulfonate
können
aus Sulfonsäuren
hergestellt werden, die typischerweise durch Sulfonierung von alkylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise die, die aus
der Fraktionierung von Erdöl
erhalten werden, oder durch Alkylierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen
erhalten werden. Beispiele schließen die ein, die durch Alkylierung
von Benzol, Toluol, Xylol, Naphthalin, Diphenyl oder deren Halogenderivate,
wie beispielsweise Chlorbenzol, Chlortoluol und Chlornaphthalin
erhalten werden. Die Alkylierung kann in Anwesenheit eines Katalysators
unter Verwendung von Alkylierungsmitteln mit 3 bis mehr als 70 Kohlenstoffatomen
durchgeführt
werden. Alkarylsulfonate enthalten gewöhnlich 9 bis 80 oder mehr,
vorzugsweise von 16 bis 60 Kohlenstoffatome je alkylsubstituierten
aromatischen Anteil.
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Öllösliche Sulfonate
oder Alkarylsulfonsäuren
können
mit Oxiden, Hydroxiden, Alkoxiden, Carbonaten, Carboxylaten, Sulfiden,
Hydrosulfiden, Nitraten, Boraten und Ethern von Calcium neutralisiert
werden. Die Menge an Calciumverbindung wird unter Berücksichtigung
der gewünschten
TBN des Endprodukts gewählt, beträgt aber
typischerweise etwa 100 bis 220, vorzugsweise mindestens 125 Mass.-%.
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Calciumsalze
von Phenolen und sulfurierten Phenolen werden durch Umsetzung von
Phenol mit einer geeigneten Calciumverbindung, wie beispielsweise
einem Oxid oder Hydroxid, hergestellt, und neutrale oder überbasische
Produkte können
durch bekannte Verfahren erhalten werden. Sulfurierte Phenole können durch Umsetzung
eines Phenols mit Schwefel oder einer Schwefel enthaltenden Verbindungen
wie beispielsweise Wasserstoffsulfid, Schwefelmonohalogenid oder
Schwefeldihalogenid, hergestellt werden, um Produkte zu bilden,
die im Allgemeinen Mischungen von Verbindungen sind, in denen zwei
oder mehr Phenole durch Schwefel enthaltende Brücken überbrückt sind.
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(D) Andere Schmieradditive
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- – aschefreie
Dispergiermittel sind nicht-metallische organische Materialien,
die im Wesentlichen bei Verbrennung keine Asche bilden. Deren primäre Funktion
ist es, feste und flüssige
Verunreinigungen in Suspension zu halten und sie umfassen langkettige
Kohlenwasserstoffe, um Öllöslichkeit
zu verleihen, mit einem polaren Kopf, der im Stande ist mit zu dispergierenden
Teilchen eine Verbindung einzugehen. Eine nennenswerte Gruppe ist
die der kohlenwasserstoffsubstituierten Succinimiden.
- – Antioxidationsmittel
steigern die Beständigkeit
der Zusammensetzung gegen Oxidation und können in Kombination mit und
durch Modifizierung von Peroxiden arbeiten, um sie durch Abbau der
Peroxide unschädlich
zu machen oder indem ein Oxidationskatalysator inert gemacht wird.
Sie können
als Radikalfänger
(z.B. sterisch gehinderte Phenole, sekundäre aromatische Amine und Organokupfersalze);
Hydroperoxid-Zersetzer (z.B. Organoschwefel- und Organophosphoradditive);
und multifunktionelle Stoffe klassifiziert werden. In der Praxis
der vorliegenden Erfindung kann die Verwendung von bestimmten Antioxidationsmitteln
oder ein anderer Weg bestimmte Vorteile verleihen. Zum Beispiel
kann es gemäß einer
Ausführungsform
bevorzugt sein, dass die Schmierölzusammensetzung
von jeglichen sekundären
aromatischen Aminantioxidationsmitteln frei ist. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
kann es bevorzugt sein, in der Schmierölzusammensetzung eine Kombination
von einem oder mehreren sekundären
aromatischen Aminantioxidationsmitteln (z.B. im Bereich von 0,1
bis 0,7, vorzugsweise 0,2 bis 0,5 Mass.-% der Zusammensetzung) und
einem oder mehreren sterisch gehinderten Phenolantioxidationsmitteln
zu verwenden (z.B. im Bereich von 0,1 bis 2, vorzugsweise 0,5 bis
1,5 Mass.-% der Zusammensetzung); eine solche Zusammensetzung kann
z.B. ein oder mehrere Molybdän
enthaltende Additive in einer Menge enthalten, die 50 oder 100 bis
500 oder 700 Mass.-ppm elementares Molybdän in der Zusammensetzung liefert.
- – Antiverschleißmittel
verringern die Reibung und übermäßigen Verschleiß und basieren
gewöhnlich
auf Verbindungen, die Schwefel oder Phosphor oder beides enthalten.
Nennenswert sind Metalldikohlenwasserstoffdithiophosphate, wie beispielsweise
Zinkdialkyldithiophosphate (ZDDPs). Vorzugsweise sind die Alkylgruppen
im Wesentlichen sekundäre
Alkylgruppen.
- – Reibungsmodifikatoren
enthalten gebundene Additive, die Reibungskoeffizienten verringern
und damit die Kraftstoffersparnis erhöhen. Beispiele sind Ester von
mehrere Hydroxylgruppen enthaltenden Alkoholen, wie beispielsweise
Glycerolmonoester von höheren
Fettsäuren,
z.B. Glycerolmonooleat; Ester von langkettigen Polcarbonsäuren mit
Diolen, z.B. die Butandiolester aus dimerisierten ungesättigten
Fettsäuren;
Oxazolinverbindungen; und alkoxylierte alkylsubstituierte Monoamine
und Alkyletheramine, z.B. ethoxylierte Talgamine und ethoxylierte
Talgetheramine. Vorzugsweise enthält/enthalten in der erfindungsgemäßen Praxis
die Komponente(n) (D) ein oder mehrere Reibungsmodifikatoren, die
ausgewählt
sind aus Ester von mehrere Hydroxylgruppen enthaltenden Alkoholen
und aus ethoxylierten Aminen.
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(E) Viskositätsmodifikatoren
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Viskositätsmodifikatoren
(oder Viskositätsindexverbesserer)
verleihen einem Schmieröl
Funktionsfähigkeit
bei hohen oder niedrigen Temperaturen. Viskositätsmodifikatoren, die auch als
Dispergiermittel fungieren, sind auch bekannt und können hergestellt
werden, wie oben für
aschefreie Dispergiermittel beschrieben. Im Allgemeinen sind diese
sogenannten Dispergiermittel Viskositätsmodifikatoren funktionalisierter
Polymere (z.B. Mischpolymere von Ethylen/Propylen, an die nachträglich ein
aktives Monomer wie beispielsweise Maleinsäureanhydrid angepfropft wird),
die dann z.B. mit einem Alkohol oder einem Amin derivatisiert werden.
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Geeignete
Verbindungen zur Verwendung als Viskositätsmodifikatoren sind im Allgemeinen
hochmolekulargewichtige Kohlenwasserstoffpolymere, die Polyester
einschließen. Öllösliche viskositätsmodifizierende
Polymere haben im Allgemeinen Molekulargewichte (Gewichtsmittel)
von 10 000 bis 1 000 000, vorzugsweise 20 000 bis 500 000, was durch
Gelpermeationschromatographie oder durch Lichtstreuung bestimmt wird.
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Repräsentative
Beispiele von geeigneten Viskositätsmodifikatoren sind Polyisobutylen,
Copolymere von Ethylen und Propylen und höheren α-Olefinen, Polymethacrylate,
Polyalkylmethacrylate, Methacrylat-Copolymere und Copolymere einer
ungesättigten
Dicarbonsäure
und einer Vinylverbindung, Mischpolymere von Styrol und Acrylestern
und teilweise hydrierte Copolymere von Styrol, Isopren, Styrol/Butadien
und Isopren/Butadien, wie auch teilweise hydrierte Homopolymere
von Butadien und Isopren und Isopren/Divinylbenzol.
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Andere
bekannte Additive können
in die erfindungsgemäßen Schmierölzusammensetzungen
eingearbeitet werden, die sich von den in der Erfindung definierten
unterscheiden. Sie können
z.B. andere Tenside; Rostinhibitoren; Korrosionsinhibitoren; Stockpunkt-Senkungsmittel;
Antischaummittel und Tenside enthalten. Sie können in bekannten Proportionen
kombiniert werden.
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Wie
bekannt ist, können
einige Additive eine Vielzahl von Wirkungen liefern; so kann z.B.
ein einziges Additiv sowohl als Dispergiermittel als auch als Antioxidationsmittel
wirken.
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Wie
oben angegeben, liefern die Additive weniger als 50 Mass.-ppm Chlor
zu der Zusammensetzung. Somit muss, um diese Anforderung zu erfüllen, die
Verwendung von Chlor enthaltenden Additiven (die z.B. aus deren
Herstellungsverfahren stammen) eliminiert oder mindestens kontrolliert
werden.
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KONZENTRATDEFINITION
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Bei
der Herstellung von Schmierölzusammensetzungen
ist es daher gewöhnliche
Praxis, ein Additiv/Additive in Form von Konzentraten des Additivs/der
Additive in einem geeigneten ölhaltigen
Trägerfluid
einzuführen,
das typischerweise ein Kohlenwasserstoff ist, z.B. Mineralschmieröl, oder
einem anderen geeigneten Lösungsmittel. Öle von Schmierviskosität, wie die
hier beschriebenen, und auch aliphatische, naphthenische und aromatische
Kohlenwasserstoffe, sind Beispiele geeigneter Trägerfluide für Konzentrate.
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Konzentrate
bilden ein geeignetes Mittel für
die Handhabung von Additiven vor ihrer Verwendung und erleichtern
das Lösen
oder Dispergieren des Additivs in Schmierölzusammensetzungen. Wenn eine Schmierölzusammensetzung
hergestellt wird, die mehr als einen Typ von Additiv enthält, kann
jedes Additiv separat eingearbeitet werden – jedes in Form eines Konzentrats.
In vielen Fällen
ist es jedoch angebracht, ein sogenanntes Additiv-"Paket" (auch als "Adpack" bezeichnet) bereitzustellen,
das zwei oder mehr Additive in einem einzigen Konzentrat umfasst.
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Ein
Konzentrat kann 1 bis 90, wie beispielsweise 10 bis 80, vorzugsweise
20 bis 80, bevorzugter 20 bis 70 Mass.-% aktiven Inhaltsstoff an
Additiv oder Additiven enthalten.
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HERSTELLUNG DER ZUSAMMENSETZUNG
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Schmierölzusammensetzungen
können
durch Zugabe einer Mischung einer wirksamen geringeren Menge von
mindestens einem Additiv und falls nötig einem oder mehreren Co-Additiven,
wie beispielsweise hiernach beschrieben, zu einem Öl von Schmierviskosität hergestellt
werden. Diese Herstellung kann durch Zugabe des Additivs direkt
zum Öl
oder durch dessen Zugabe in Form eines Konzentrats davon vervollständigt werden,
um das Additiv zu dispergieren oder aufzulösen. Additive können durch
ein beliebiges, den Fachleuten bekanntes Verfahren entweder vor,
gleichzeitig oder nach Zugabe von anderen Additiven dem Öl gegeben werden.
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Die
Schmierölzusammensetzungen
können
verwendet werden, um mechanische Maschinenkomponenten, insbesondere
einen Verbrennungsmotor, beispielsweise einen kompressionsgezündeten Motor,
zu schmieren, indem das Schmieröl
dazugegeben wird. Besondere Beispiele eines kompressionsgezündeten Motors
sind die, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, wo die obere
Kolbenringnuttemperatur wegen Steigerungen des spezifischen Leistungsausstoßes auf
etwa 40 kW/l oder mehr 150°C übersteigen
darf. Diese Motoren neigen stärker
dazu, bei ihrem Betrieb unter Ringklebeproblemen Schaden zu nehmen.
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Wenn
Konzentrate verwendet werden, um Schmierölzusammensetzungen herzustellen,
können
sie z.B. mit 3 bis 100, z.B. 5 bis 40 Masseteilen Öl von Schmierviskosität je Anteil
Konzentrat verdünnt
werden.
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Wenn
Schmierölzusammensetzungen
ein oder mehrere Additive enthalten, wird jedes Additiv typischerweise
in einer Menge in das Grundöl
eingemischt, die dem Additiv ermöglicht,
dessen gewünschte
Funktion zu liefern. Repräsentative
wirksame Mengen solcher Additive, wenn sie in Schmiermitteln für Motorgehäuse verwendet
werden, sind unten aufgelistet. Alle darin geliste ten Werte sind
als Mass.-% aktiver Bestandteil angegeben, es sei denn, es ist anders
angegeben.
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Die
Endzusammensetzung kann 5 bis 25, vorzugsweise 5 bis 18, typischerweise
10 bis 15 Mass.-% Konzentrat enthalten, wobei der Rest Öl von Schmierviskosität ist.
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BEISPIELE
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Die
Erfindung wird jetzt nur beispielhaft wie folgt genau beschrieben:
Vier
Additivpakete (oder "Adpacks") wurden durch bekannte
Verfahren hergestellt und als Pakete 1, A, 2 und B gekennzeichnet.
Die Pakete waren identisch, außer
das Paket 1 und 2 Molybdän
(in denselben Konzentrationen) und Pakete A und B kein Molybdän enthielten,
und dass Pakete 1 und A weniger Dispergiermittel enthielten als
Pakete 2 und B, Pakete 1 und A identische Dispergiermittelkonzentrationen
und Pakete 2 und B identische Dispergiermittelkonzentrationen hatten.
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Jedes
Paket enthielt die folgenden Additive in denselben Konzentrationen:
Polybutensuccinimiddispergiermittel
überbasisches
Calciumsulfonatdispergiermittel
überbasisches Magnesiumsulfonatdispergiermittel
neutrales
Calciumsulfonatdispergiermittel
neutrales Calciumphenat
gehindertes
Phenolantioxidationsmittel
ethoxylierter Aminreibungsmodifikator
Glycerolmonooleatreibungsmodifikator
Zinkdiaryldithiophosphatantiverschleiflmittel
Silikonantischaummittel
Demulgator
Verdünnungsöl
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Pakete
1 und 2 enthielten ein dreikerniges Molybdän/Schwefelthiocarbamat. Pakete
1 und A enthielten weniger Dispergiermittel als Pakete 2 und B.
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Jedes
Paket wurde in eine Gruppe IV-Basismaterialmischung eingemischt,
um eine SAE 0W-30 Schmierölzusammensetzung
(oder Öl)
zu ergeben, die die folgenden Charakteristika aufweist, wobei jedes Öl durch
dieselbe Bezugszahl oder denselben Bezugsbuchstaben gekennzeichnet
ist, wie das Paket aus dem es gemischt wurde.
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Tests und Ergebnisse
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Proben
von jedem der Öle
1, A, 2 und B wurden den VWTDi CEC-L-78-T-97-Tests unterworfen.
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Die
Ergebnisse sind unten in der Tabelle dargestellt.
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Jeder
Test wurde für
dessen Gesamtdauer durchgeführt,
d.h. nicht vorzeitig abgebrochen.
- 1. ACEA B4
Limit ist > 65
- 2. ACEA B4 Limit ist < 0,7
- 3. ACEA B4 Limit ist < 2,5
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Die
Ergebnisse zeigen klar die vorteilhafte Wirkung niedriger Niveaus
von Molybdän
in den Tests. Dessen Einarbeitung wandelt daher Öle um von denen, die durch
den Test fallen, in die, die den Test komfortabel bestehen, was
sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Dispergiermittelniveaus
beobachtet wird.
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In
einem weiteren erfindungsgemäßen Beispiel
wurde eine SAE 5W-30-Schmierölzusammensetzung (Öl 3) hergestellt,
die ein dreikerniges Molybdän/Schwefelthiocarbamatadditiv
enthielt, das 300 Mass.-ppm elementares Molybdän, ein Diphenylaminantioxidationsmittel
(0,35 Mass.-%) und ein gehindertes Phenolantioxidationsmittel (1,1
Mass.-%) liefert. Öl
3 besitzt andere Eigenschaften, die mit denen der Zusammensetzungen
des ersten erfindungsgemäßen Aspekts übereinstimmen.
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Öl 3 wurde
in dem API Seq III-Test untersucht, der aber für die zweifache festgelegte
Dauer durchgeführt
wurde (128 Stunden gegenüber
64 Stunden). Der festgelegte Test betrifft Kolbenreinheit, Nocken-
und Nockenscheibenabrieb und Viskositätszuwachs in dem Öl. Die Verdoppelung
der Testdauer steigert dessen Härte:
unter diesen Bedingungen wird der Viskositätszuwachs gewöhnlich der
begrenzende Faktor, und daher wird die Kontrolle der Ölviskosität durch
Verwendung der Additive kritisch.
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Die
erzielten Ergebnisse waren wie folgt:
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Mit
der ACEA AI-98 (ASTM D 5533)-Spezifikation für den Seq III E-Test muss der Ölviskositätszuwachs
bei 40°C ≤ 100% sein.
Die obigen Ergebnisse zeigten daher, dass das getestete Öl (Öl 3) bei
Anwendung einer Mischung von zwei unterschiedlichen Antioxidationsmitteln
eine außergewöhnliche
Leistungsfähigkeit
in der heftigen Version des Tests zeigte, der wie oben beschrieben
durchgeführt
wurde.