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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verbindungen zur Tumorbekämpfung.
Ganz besonders stellt die Erfindung neue oral aktive Paclitaxel-Derivate,
pharmazeutische Formulierungen davon und ihre Verwendung als orale
Mittel zur Tumorbekämpfung
bereit.
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Stand der
Technik
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Paclitaxel
ist ein aus der Rinde Pazifischer Eiben, Taxus brevifolia, extrahiertes
Naturprodukt und der Wirkstoff des antineoplastischen Mittels TAXOL®.
Es ist gezeigt worden, dass es in in vivo Tiermodellen eine ausgezeichnete
Wirkung bei der Tumorbekämpfung
aufweist, und jüngste
Untersuchungen haben seinen einzigartigen Wirkungsmechanismus aufgeklärt, welcher
im Zusammenhang mit einer abnormalen Polymerisation von Tubulin
und Unterbrechung der Mitose steht. Klinisch wird es gegen eine
Anzahl menschlicher Krebserkrankungen verwendet. Sowohl therapeutisch
als auch kommerziell ist es ein wichtiges Krebsmittel. Zahlreiche klinische
Studien sind im Gange, um den Nutzen dieses Mittels zur Behandlung
menschlicher proliferativer Erkrankungen zu erweitern und zu steigern.
Die Ergebnisse klinischer Untersuchungen von TAXOL® sind
durch zahlreiche Autoren überprüft worden.
Eine sehr neue Zusammenstellung von Artikeln einer Anzahl verschiedener
Autoren ist in der Gesamtausgabe Seminars in Oncology, 1999, 26
(1, Nachtrag 2) enthalten. Andere Beispiele sind solche, wie etwa
von Rowinsky et al. in TAXOL®: A Novel Investigational
Antimicrotubule Agent, J. Natl. Cancer Inst., 82: S. 1247-1259, 1990; von Rowinsky
und Donehower in „The
Clinical Pharmacology and Use of Antimicrotubule Agents in Cancer
Chemotherapeutics",
Pharmac. Ther., 52: 35 – 84,
1991; von Spencer und Faulds in „Paclitaxel, A Review of its
Pharmacodynamic und Pharmacokinetic Properties and Therapeutic Potential
in the Treatment of Cancer",
Drugs, 48 (5), 794 – 847,
1994; von K. C. Nicolaou et al. in „Chemistry and Biology of
TAXOL®", Angew. Chem., Int.
Aufl. Engl., 33: 15 – 44,
1994; von F. A. Holmes, A. P. Kudelka, J. J. Kavanaugh, M. H. Huber,
J. A. Ajani, V. Valero in dem Buch „Taxane Anticancer Agents
Basic Science and Current Status",
herausgegeben von Gunda I. Georg, Thomas T. Chen, Iwao Ojima und
Dolotrai M. Vyas, 1995, American Chemical Society, Washington, DC,
31-57; von Susan
G. Arbuck und Barbara Blaylock in dem Buch „TAXOL® Science
and Applications",
herausgegeben von Mathew Suffness, 1995, CRC Press Inc., Boca Raton,
Florida, 379 – 416;
und ferner in den darin zitierten Referenzen.
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Von
einem halbsynthetischen Analogon von Paclitaxel, Docetaxel genannt,
ist ebenso gefunden worden, dass es gute Aktivität bei der Tumorbekämpfung aufweist,
und es ist der Wirkstoff des im Handel erhältlichen Krebsmittels TAXOTERE
®.
Siehe „Biologically
Active Taxol Analogues with Deleted A-Ring Side Chain Substitutents
and Variable C-2' Configurations", J. Med. Chem.,
34, S. 1176 – 1184
(1991); „Relationships
between the Structure of Taxol Analogues and Their Antimitotic Activity", J. Med. Chem.,
34, S. 992-998 (1991). Ein Überblick über die
klinische Wirksamkeit von TAXOTERE
® von
Jorge E. Cortes und Richard Pazdur ist im Journal of Clinical Oncology,
1995, 13 (10), 2643 bis 2655 erschienen. Die Strukturen von Paclitaxel
und Docetaxel werden nachstehend zusammen mit dem herkömmlichen
Nummerierungssystem für
Moleküle,
welche zu der Klasse gehören,
gezeigt; ein derartiges Nummerierungssystem wird in dieser Anmeldung
ebenfalls angewendet.
- Paclitaxel (TAXOL®):
R = Ph ; R' = Acetyl
- Docetaxel (TAXOTERE®): R = t-Butoxy ; R' = Wasserstoffatom
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Genügend Beweise,
dass Paclitaxel keine orale Wirksamkeit aufweist, kann in der folgenden
Anmerkung aus der PCT Patentanmeldung W098/53811 der Erfinder Samuel
Broder, Kenneth L. Duchin und Sami Selim und in den in der Anmerkung
zitierten Referenzen entnommen werden, die lautet: „Paclitaxel
wird bei oralem Verabreichen sehr wenig absorbiert (weniger als
1 %), siehe Eiseman et al., Second NCl Workshop on Taxol and Taxus
(Sept. 1992); Suffness et al. in TAXOL Science und Applications
(CRC Press 1995). Eisemann et al. geben an, dass Paclitaxel nach
oraler Verabreichung eine Bioverfügbarkeit von 0 % aufweist,
und Suffness et al. berichten, dass die orale Gabe von Paclitaxel
nicht möglich
zu sein schien, da auf eine orale Verabreichung von bis zu 160 mg/kg/Tag
kein Beweis einer Wirksamkeit bei der Tumorbekämpfung festgestellt wurde.
Außerdem
ist kein wirksames Verfahren entwickelt worden, um die wirksame
Verabreichung von oralem Paclitaxel (d. h. ein Verfahren zur Steigerung
der oralen Bioverfügbarkeit
von Paclitaxel) oder von anderen oralen Taxanen oder Paclitaxel-Analoga,
wie zum Beispiel Docetaxel, welches eine Aktivität bei der Tumorbekämpfung zeigt,
zu ermöglichen.
Aus diesem Grund ist Paclitaxel bis jetzt nicht oral an menschliche
Patienten verabreicht worden und sicherlich nicht im Verlauf der
Behandlung von auf Paclitaxel reagierenden Erkrankungen." Ein anderer Bericht
von J. Terwogt et al. aus The Lancet, 25. Juli 1998, Band 352, Seite
285, beschreibt auch die geringe Bioverfügbarkeit von Paclitaxel nach
oraler Gabe. In unserer eigenen Arbeit haben wir Paclitaxel in murinen
Tumormodellen (Maus) (sc M 109) ohne Zeichen irgendeiner Wirksamkeit
oral bis zu Dosen von 160 mg/kg/inj dosiert und haben wie Suffness
gefolgert, dass weiteres Dosieren keine Wirksamkeit bereitstellen
würde,
obwohl toxische Dosen nicht erreicht wurden. Außerdem sind unsere eigenen
Bemühungen,
die Wirksamkeit für
oral verabreichtes Paclitaxel gegen menschliches, entweder in athymen
Mäuse oder
in athymen Ratten implantiertes Tumorheterotransplantat zu zeigen,
bisher ohne Erfolg gewesen.
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Die
Absicht dieser Erfindung ist es, Taxan-Analoga mit einem Methylcarbonat
am C-4 zu beschreiben, welche überraschende
orale Wirksamkeit aufweisen und folglich nach oraler Verabreichung
einen Nutzen gegen proliferative Erkrankungen aufweisen würden. Einiges
vom Stand der Technik, welches zu dieser Erfindung gehört, wird
nachstehend gezeigt.
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Bestimmte
Taxan-Derivate mit Modifikationen an der Hydroxygruppe am C-4 sind
im Fachgebiet beschrieben worden.
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US
Patent 5,808,102 von Poss et al. und PCT, veröffentlichte Patentanmeldung
WO 94/14787 enthalten Beschreibungen von Taxan-Analoga mit Modifikationen
an den C-4 Positionen.
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Gunda
I. Georg et al. beschreiben die Synthese eines Analogons mit einem
Ester am C-4 in Tetrahedron Letters, 1994, 35 (48), 8931 – 8934.
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S.
Chen et al. beschreiben die Synthese eines Analogons mit Cyclopropylester
am C-4 im Journal of Organic Chemistry, 1994, 59 (21), 6156 – 8.
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US
Patent 5,840,929 von Chen, Shu-Hui, welches die Derivate mit Methoxyether
am C4 umfasst, ist am 24. November 1998 erteilt worden. Eine Veröffentlichung
zu demselben Thema ist erschienen:
Chen, Shu-Hui. „First
syntheses of C-4 methyl ether paclitaxel analogs and the unexpected
reactivity of 4-deacetyl-4-methyl ether baccatin III". Tetrahedron Lett.,
1996, 37 (23), 3935-3938.
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Die
folgenden Referenzen erörtern
eine Anzahl Analoga mit Ester oder Carbonat am C-4: Chen, Shu-Hui;
Wei, Jian-Mei; Long, Byron H.; Fairchild, Craig A.; Carboni, Joan;
Mamber, Steven W.; Rose, William C.; Johnston, Kathy; Casazza, Anna
M.; et al. „Novel
C-4 paclitaxel (Taxol) analogs: potent antitumor agents". Bioorg. Med. Chem.
Lett., 1995, 5 (22), 2741 – 6.
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Die
Herstellung von Analoga mit Aziridinylcarbamat am C-4 ist in: Chen,
Shu-Hui; Fairchild. Craig; Long, Byron H. „Synthesis and Biological
Evaluation of Novel C-4 Aziridine-Bearing Paclitaxel (Taxol) Analogs", J. Med. Chem.,
1995, 38 (12), 2263 – 7
beschrieben worden.
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Die
folgenden Artikel beschreiben Umsetzungen oder Umwandlungen, welche
als Möglichkeit
zur Herstellung von C-4-Analoga C-4 beschrieben werden: „A new
method to modify the C-4 position of 10-deacetylbaccatin III". Uoto, Kouichi;
Takenoshita, Haruhiro; Ishiyama, Takashi; Terasawa, Hirofumi; Soga,
Tsunehiko. Chem. Pharm. Bull., 1997, 45 (12), 2093 – 2095.
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Samaranayake,
Gamini; Neidigh, Kurt A.; Kingston, David G.I. „Modified taxols, 8. Deacylation
and reacylation of baccatin III".
J. Nat. Prod., 1993, 56 (6), 884 – 98.
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Datta,
Apurba; Jayasinghe, Lalith R.; Georg, Gunda I.. „4-Deacetyltaxol and 10-Acetyl-4-deacetyltaxotere:
Synthesis and Biological Evaluation". J. Med. Chem., 1994, 37 (24), 4258-60.
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Trotz
der vorstehend erwähnten
Beispiele für
C-4-Analoga am C-4 oder der Methodik um sie herzustellen, sind für oral wirksame
C-4-Analoga keine Beweise geliefert worden. Sowohl TAXOL® als
auch TAXOTERE® weisen
in menschlichen oder tierischen Modellen keine orale Wirksamkeit
auf, wie im folgenden nachstehend beschriebenen Stand der Technik
für Taxane
und orale Modulatoren erwähnt
wird. Folglich deutet im Fachgebiet bis heute nichts darauf hin,
dass C-4-Taxane anders als andere Taxane sein sollten und deshalb sollten
sie oral nicht wirksam sein. Nach unserem besten Wissen identifiziert
das Fachgebiet speziell in keiner Weise irgendwelche C-4 Analoga,
welche oralen Nutzen aufweisen können.
Die in dieser Patentanmeldung beschriebene Erfindung identifiziert
neue C-4-Analoga, welche aufgrund ihrer einzigartigen Substitution überraschenderweise
orale Wirksamkeit aufweisen.
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Die
folgenden Referenzen beschreiben Verfahren oder mögliche Verfahren
für oral
wirksame Taxane.
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Von
Verfahren zur Verabreichung von Taxanen in Gegenwart von Modulatoren,
um die Menge an Taxanen im Plasma nach oraler Verabreichung zu steigern,
ist berichtet worden: Terwogt, Jetske M. Meerum; Beijnen, Jos H.;
Ten Bokkel Huinink, Wim W.; Rosing, Hilde; Schellens, Jan H. M. „Coadministration
of cyclosporin enables oral therapy mit paclitaxel". Lancet (1998),
352 (9124), 285.
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Terwogt,
Jetske M. Meerum; Malingre, Mirte M.; Beijnen, Jos H.; Huinink,
Wim W. ten Bokkel; Rosing, Hilde; Koopman, Franciska J.; Van Tellingen,
Olaf; Swart, Martha; Schellens, Jan H. M. „Coadministration of oral
cyclosporin A enables oral therapy with paclitaxel". Clin. Cancer Res.
(1999), 5 (11), 3379 – 3384.
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Hansel,
Steven B. „A
method of making taxanes orally bioavailable by coadministration
with cinchonine".
PCT Int. Anmeldung WO 9727855, veröffentlicht am 7. August 1997.
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Broder,
Samuel; Duchin, Kenneth L.; Selim, Sami. „Method and compositions for
administering taxanes orally to human patients using a cyclosporin
to enhance bioavailability".
PCT Int. Anmeldung WO 9853811, veröffentlicht am 3. Dezember 1998.
Diese Berichte enthalten keine Daten zur Wirksamkeit der Tumorbekämpfung,
aber die Gegenwart von Taxanen im Plasma wird extrapoliert, um ihr
antineoplastischen Nutzungspotential zu zeigen.
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Mindestens
ein Bericht über
orale Wirksamkeit von Pro-Pharmaka in vorklinischen Tiermodellen
ist im Stand der Technik erschienen: Scola, Paul M.; Kadow, John
F.; Vyas, Dolatrai M. „Preparation
of Paclitaxel prodrug derivatives". Eur. Pat. Anmeldung
EP 747 385 , veröffentlicht am 11. Dezember
1996. Die orale Bioverfügbarkeit
des Pro-Pharmakons, welches orale Wirksamkeit aufwies, wurde nicht
offenbart, und es sind keine weiteren Berichte über die Fortentwicklung dieser
Verbindungen bezüglich
Anwendung beim Mensch erschienen.
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An
der American Asssociation of Cancer Researchers in Philadelphia
wurde erst kürzlich
ein Überblick,
der ein Taxan-Analogon (IDN – 5109)
mit oraler Aktivität
gegen Tumore in Mäusen
beschreibt, 1999 offenbart. Die Referenz für den Überblick ist:
Pratesi
G, Polizzi D, Totoreto M, Riva A, Bombardelli E, Zunino F: „IDN5109
a new taxane active after oral administration". Proc. Am. Assoc. Cancer Res., 1999,
40, Abs 1905, Istituto Nazionale Tumor, 20133 Mailand und Indena
SpA, 20139, Mailand, Italien. Die Struktur dieser Verbindung ist
ganz anders als die in der vorliegenden Erfindung beschriebenen
Verbindungen. Anders als die durch die vorliegende Erfindung umfassten
Verbindungen, wird IDN – 5109
von 14-Betahydroxybaccatin III abgeleitet und weist eine Acetatgruppe
an der Hydroxygruppe in der C-4 Position auf.
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Der
Vollständigkeit
halber werden zwei Referenzen zur iv Wirkung dieser Verbindung eingeschlossen.
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Nicoletti
ML, Rossi C, Monardo C, Stura S, Morazzoni P, Bombardelli E, Valoti
G, Giavazzi R.: „Antitumor
efficacy of a Paclitaxel analogue, IDN5109, on human ovarian carcinoma
xenografts with different sensitivity to paclitaxel". Proc Am Assoc Cancer
Res, 1999, 40 Abs 1910 [Eval. + Zitate].
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Polizzi,
Donatella; Pratesi, Graziella; Tortoreto, Monica; Supino, Rosanna;
Riva, Antonella; Bombardelli, Ezio; Zunino, Franco. „A novel
taxane with improved tolerability and therapeutic activity in a
panel of human tumor xenografts".
Cancer Res., 1999, 59 (5), 1036-1040.
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Paclitaxel
ist ein äußerst vom
Therapieplan äußerst abhängiges Arzneimittel,
das traditionell Nutzen aus verlängerten
Tumor-Expositionszeiten zieht. Dies betrifft den Wirkungsmechanismus
von Paclitaxel, da Taxane nur den polymerisierten Zustand von Tubulin
erkennen und daran binden, welcher nur während einer kurzen Periode
des Krebszellzyklus vorkommt. Die zur Zeit verwendeten intravenösen Infusionen
(1 – 3
Stunden) werden gegenwärtig
bereitwillig akzeptiert und sind wirksam und schließen die
routinemäßige Verwendung
von langwierigen (> 24
Stunden) kontinuierlichen Therapieplänen aus. Ein orales Taxan kann
jedoch einen bereitwilligen und kosteneffizienten Weg zum Bewerkstelligen
derartig ausgedehnter Expositionsdauer bereitstellen. Kürzlich ist
der klinische Nutzen unter wiederholter Verwendung ein Mal wöchentlicher
Verabreichungen von mäßigen (d.
h. anderen als den maximal tolerierten) Dosen von TAXOL® gezeigt
worden, und ein orales Taxan würde
ideal für
derartige verlängerte
Schemata sein. Andere besagte klinische Indikationen zur Verwendung
von Taxanen (z. B. rheumatoide Arthritis, multiple Sklerose) würden ebenfalls
einen Nutzen aus der Verfügbarkeit
eines oralen Taxans ziehen. Ein oral verabreichtes wirksames Taxan
würde sowohl
eine attraktive Alternative zur parenteralen Form der gegenwärtigen klinischen
Taxanverwendung als auch, wegen der vielen noch zu erforschenden
Wege des Therapieplans, einen potenziellen therapeutischen Vorteil
bieten.
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Es
ist folglich offensichtlich, dass es einen großen Bedarf gibt, Taxane mit
sowohl guter oraler Bioverfügbarkeit
als auch guter oraler Wirksamkeit, welche mit parenteral verabreichtem
Paclitaxel vergleichbar sind, zu identifizieren.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Diese
Erfindung betrifft neue, durch Formel I dargestellte Verbindungen
zur Tumorbekämpfung
oder pharmazeutisch verträgliche
Salze davon:
wobei:
- R ein Phenylrest,
ein Isopropylrest oder ein tert.-Butylrest ist;
- R1 gleich -C(O)Rz ist,
wobei Rz gleich (CH3)3CO-, (CH3)3CCH2-, CH3(CH2)3O-,
ein Cyclobutylrest, ein Cyclohexyloxyrest oder ein 2-Furylrest ist;
- R2 gleich CH3C(O)O-
ist.
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Eine
andere erfindungsgemäße Ausführungsform
stellt ein Verfahren zur Hemmung des Tumorwachstums in einem Säugetierwirt
bereit, welches das Verabreichen einer zur Tumorbekämpfung wirksamen
Menge einer Verbindung der Formel I oder ihrer pharmazeutisch verträglichen
Salze an einen Säugetierwirt
umfasst. Vorzugsweise ist das Verabreichungsverfahren oral.
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Noch
eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform
stellt eine pharmazeutische Formulierung bereit, die eine zur Tumorbekämpfung wirksame
Menge einer Verbindung der Formel I oder ihrer pharmazeutisch verträglichen
Salze in Kombination mit einem oder mehreren pharmazeutisch verträglichen
Trägern,
Exzipienten, Verdünnungsmitteln
oder Hilfsmitteln umfasst.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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In
dieser erfindungsgemäßen Offenbarung
gelten die folgenden Definitionen, außer es ist anderweitig ausdrücklich angegeben
oder im Kontext stehend. In dieser Anmeldung behalten die einmal
definierten Symbole dieselbe Bedeutung die ganze Anmeldung hindurch,
bis sie wieder definiert werden.
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Die
Zahlen im tiefgesetzten Zeichen nach dem Symbol „C" definieren die Anzahl der Kohlenstoffatome,
welche ein besonderer Rest enthalten kann. Zum Beispiel bedeutet „C1-6-Alkyrest" eine gerade oder
verzweigte gesättigte
Kohlenstoffkette mit einem bis sechs Kohlenstoffatomen; Beispiele
schließen
eine Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, sec.-Butyl-,
Isobutyl-, t-Butyl-, n-Pentyl-, sec.-Pentyl-, Isopentyl- und n-Hexylgruppe
ein. Abhängig
vom Kontext kann „C1-6-Alkylrest" auch einen C1-6-Alkylenrest
bezeichnen, welcher zwei Reste überbrückt; Beispiele
schließen
eine Propan-1,3-diyl-, Butan-1,4-diyl-, 2-Methylbutan-1,4-diylgruppe, usw. ein. „C2-6-Alkenylrest" bedeutet eine gerade oder verzweigte
Kohlenstoffkette mit mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff Doppelbindung
und mit zwei bis sechs Kohlenstoffatomen; Beispiele schließen eine
Ethenyl-, Propenyl-, Isopropenyl-, Butenyl-, Isobutenyl-, Pentenyl-
und Hexenylgruppe ein. Abhängig
vom Kontext kann „C2-6-Alkenylrest" ebenfalls einen C2-6-Alkendiylrest
bezeichnen, welcher zwei Reste überbrückt; Beispiele
schließen
einen Ethylen-1,2-diyl-(vinylen)-, 2-Methyl-2-buten-1,4-diyl-, 2-Hexen-1,6-diylrest,
usw. ein. "C2-6-Alkinylrest" bedeutet eine gerade oder verzweigte
Kohlenstoffkette mit mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff Dreifachbindung
und mit zwei bis sechs Kohlenstoffatomen; Beispiele schließen eine
Ethinyl-, Propinyl-, Butinyl- und Hexinylgruppe ein. Wie hierin
verwendet, werden t-Butyloxy- und t-Butoxyrest austauschbar benutzt.
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„Arylrest" bedeutet einen aromatischen
Kohlenwasserstoffrest mit sechs bis zehn Kohlenwasserstoffatomen;
Beispiele schließen
eine Phenyl- und Naphthylgruppe ein. „Substituierter Arylrest" bedeutet einen Arylrest,
welcher mit einem bis fünf
Resten, ausgewählt
aus einem C1-6-Alkanoyloxyrest, einer Hydroxygruppe, einem
Halogenatom, einem C1-6-Alkylrest, einer
Trifluormethylgruppe, einem C1-6-Alkoxy-,
Aryl-, C2-6-Alkenyl-, C1-6-Alkanoylrest,
einer Nitro-, Amino-, Cyano-, Azidogruppe, einem C1-6-Alkylamino-,
di-C1-6-Alkylaminorest und
einer Amidogruppe unabhängig
substituiert ist. „Halogenatom" bedeutet ein Fluor-,
Chlor-, Brom- und Iodatom.
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„Heteroarylrest" bedeutet einen fünf- oder
sechsgliedrigen aromatischen Ring, welcher mindestens ein und bis
zu vier nicht-Kohlenstoffatome enthält, ausgewählt aus einem Sauerstoffatom,
Schwefelatom und Stickstoffatom. Beispiele für einen Heteroarylrest schließen einen
Thienyl-, Furyl, Pyrrolyl-, Imidazolyl-, Pyrazolyl-, Thiazolyl-,
Isothiazolyl-, Oxazolyl-, Isoxazolyl-, Triazolyl-, Thiadiazolyl-,
Oxadiazolyl-, Tetrazolyl-, Thiatriazolyl-, Oxatriazolyl-, Pyridyl-,
Pyrimidyl-, Pyrazinyl-, Pyridazinyl-, Triazinyl-, Tetrazinylring
und ähnliche
Ringe ein.
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„Hydroxy-Schutzgruppen" schließen Ether,
wie zum Beispiel Methyl-, t-Butyl-, Benzyl-, p-Methoxybenzyl-, p-Nitrobenzyl-, Allyl-,
Trityl-, Methoxymethyl-, Methoxyethoxymethyl-, Ethoxyethyl-, 1-Methyl-1methoxyethyl-,
Tetrahydropyranyl-, Tetrahydrothiopyranylether, Dialkylsilylether,
wie zum Beispiel Dimethylsilylether, und Trialkylsilylether, wie
zum Beispiel Trimethylsilylether, Triethylsilylether und t-Butyldimethylsilylether,
Dialkylalkoxysilylether, wie zum Beispiel Diisopropylmethoxysilylether;
Ester, wie zum Beispiel Benzoyl-, Acetyl-, Phenylacetyl-, Formylester,
Mono-, Di- und Trihalogenacetyl, wie zum Beispiel Chloracetyl, Dichloracetyl,
Trichloracetyl, Trifluoracetyl; und Carbonate, wie zum Beispiel
Methyl-, Ethyl-, 2,2,2-Trichlorethyl-, Allyl-, Benzyl- und p-Nitrophenyl
ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Zusätzliche Beispiele für Hydroxy-Schutzgruppen
können
in Standardreferenzarbeiten, wie zum Beispiel Greene und Wuts, Protective
Groups in Organic Synthesis, 3. Aufl., 1999, John Wiley & Sons, New York,
gefunden werden.
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„Ph" bedeutet eine Phenylgruppe; „ipr" bedeutet eine Isopropylgruppe;
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Die
Substituenten der hierin beschriebenen substituierten Alkyl-, Alkenyl-,
Alkenyl-, Aryl- und
Heteroarylreste, und Einheiten können
ein Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Aryl-, Heteroarylrest sein und/oder
können
Stickstoff, -Sauerstoff-, Schwefel-, Halogenatome enthalten und
zum Beispiel einen Niederalkoxyrest, wie zum Beispiel eine Methoxy-,
Ethoxy-, Butoxygruppe, ein Halogenatom, wie zum Beispiel ein Chlor-
oder Fluoratom, eine Nitro-, Amino- und Ketogruppe einschließen.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
sind die Verbindungen I oder pharmazeutisch verträgliche Salze davon,
welche in der nachstehenden Tabelle I abgebildet sind.
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Tabelle
I Oral
wirksame Taxane mit Methylcarbonat am C-4
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Eine
noch stärker
bevorzugte Ausführungsform
sind die Verbindungen I oder pharmazeutisch verträgliche Salze
davon, welche in Tabelle II illustriert sind.
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Die
neuen Verbindungen, welche die allgemeine Formel I aufweisen, zeigen
eine signifikante hemmende Wirkung bezüglich abnormaler Zellproliferation
und weisen therapeutische Eigenschaften auf, die es möglich machen,
Patienten zu behandeln, die mit abnormaler Zellproliferation verbundene
krankhafte Zustände
aufweisen. Zusätzlich
besitzen diese Verbindungen eine signifikante orale Bioverfügbarkeit
und können folglich
ihre positiven therapeutischen Wirkungen nach oralem Verabreichen
auslösen.
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Die
krankhaften Zustände
schließen
die abnormale zelluläre
Proliferation maligner oder nicht maligner Zellen in verschiedenen
Geweben und/oder Organen ein, einschließlich nicht beschränkt auf
Muskel, Knochen und/oder Bindegewebe; die Haut, Gehirn, Lungen und
Geschlechtsorgane; das Lymphgefäß- und/oder
Nierensystem; Brustzellen und/oder Blutzellen; die Leber, Verdauungsapparat
und Bauchspeicheldrüse;
und die Schilddrüse
und/oder Nebenniere. Diese krankhaften Zustände können auch Psoriasis; solide
Tumore; Eierstock-, Brust-, Gehirn-, Prostata-, Darm-, Magen-, Nieren-
und/oder Hodenkrebs, Karposi's
Sarkom; Gallengangskarzinom; Chorionkarzinom; Neuroblastom; Wilm's Tumor, Hodgkin's Erkrankung; Melanome;
multiple Myenome; chronische lymphatische Leukämie; und akute oder chronische
granulozytäre
Leukämie
einschließen.
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Die
neuen erfindungsgemäßen Verbindungen
sind besonders nützlich
bei der Behandlung von Non-Hodgkin Lymphom, multiplem Myelom, Melanom
und Eierstock-, Urothel-, Speiseröhren-, Lungen- und Brustkrebs.
Die Verbindungen können
verwendet werden, um vorzubeugen oder das Auftreten oder Wiederauftreten
dieser krankhaften Zustände
zu verzögern
oder zu behandeln. Die Verbindungen können ebenfalls als Inhibitoren
der Antiangiogenese für
sowohl zur Bekämpfung
der Tumoraktivität
als auch für
abnormale Wundheilung oder andere von der Bildung von Blutgefäßen abhängige hyperproliferative
Erkrankungen verwendet werden.
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Zusätzlich sind
die Verbindungen der Formel I nützlich
beim Behandeln und/oder Vorbeugen polyzystischer Nierenerkrankungen
(PKD) und rheumatoider Arthritis. Die erfindungsgemäßen Verbindungen
können ferner
nützlich
sein zur Behandlung der Alzheimer- oder Parkinsonerkrankung oder
multipler Sklerose. Wenn auch einige der Produkte der allgemeinen
Formel I gegenüber
im Handel erhältlicher
Taxanen auf Grund der Vorteile nach einer iv Verabreichung interessant
sind, ist ihre Haupteigenschaft ihren einzigartigen Eigenschaften
nach oraler Verabreichung zuzuschreiben.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
können
durch Verfahren aus dem herkömmlichen
Repertoire der organischen Chemie erzeugt werden. Die Schemen 1 – 3, welche
Verfahren veranschaulichen, dass Verbindungen im Umfang der Formel
I erzeugt werden können, werden
lediglich zum Zweck der Veranschaulichung gezeigt und sind nicht
als Beschränkung
der Verfahren zum Erzeugen der Verbindungen durch irgendwelche andere
Verfahren, auszulegen.
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Eine
Verbindung der Formel I kann durch die Verfahren, wie in den nachfolgenden
Schemen 1 – 3
veranschaulicht, hergestellt werden. Die Verfahren können leicht
an Veränderungen
angepasst werden, um Verbindungen innerhalb des Umfangs der Formel
I, welche aber nicht speziell offenbart sind, zu erzeugen. Weitere Veränderungen
der Verfahren, um dieselben Verbindungen in ein wenig abweichender
Form herzustellen, werden für
Fachleute ebenfalls offensichtlich sein. Die in dieser Anmeldung
verwendete Nummerierung am Baccatin III-Derivat der Formel II ist so wie in
der Ausgangsstruktur von Taxan gezeigt.
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Einer
der Wege, wie die erfindungsgemäßen Verbindungen
erzeugt werden können,
ist das durch das allgemeine in Schema 1 gezeigte Verfahren. In
Schritt (a) des Schemas wird Azetidinon IV mit einer Verbindung
der Formel II (einem Baccatin III-Derivat) umgesetzt. Die allgemeine
Klasse der Azetidinone (β-Lactame) der
Formel IV ist bekannt. Verfahren zur Herstellung von geeigneterweise
substituierten β-Lactamen
können in
US Patent 5,175,315, in der Europäischen Patentanmeldung 0 590
267 A2, in den anderen US Patenten oder in der vorstehend erwähnten Literatur
oder in den Referenzen darin von Ojima et al. in Tetrahedron, 48, Nr.
34, S. 6985 – 7012,
(1992); Journal of Organic Chemistry, 56, S. 1681 – 1683,
(1991); und Tetrahedron Letters, 33, Nr. 39, S. 5737 – 5740,
(1992) ; von Brieva et al. in J. Org. Chem., 58, S. 1068 – 1075;
von Palomo et al. in Tetrahedron Letters, 31, Nr. 44, Seite 6429-6432, (1990); und
in Rey, Allan W.; Droghini, Robert; Douglas, James L.; Vemishetti,
Purushotham; Boettger, Susan D.; Racha, Saibaba; Dillon, John L.,
Can. J. Chem., 72, (10), 2131 – 6,
(1994) gefunden werden.
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Alle
Offenbarungen werden hierin durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit
aufgenommen. Die Verfahren, die an Veränderungen angepasst werden
können,
um andere Azetidinone im Umfang der Formel IV herzustellen, die
jedoch hierin oder in den vorstehenden Referenzen nicht speziell
offenbart werden oder von denen anderswo berichtet wird, werden
jedem Fachmann offensichtlich sein.
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Die
Baccatin III-Derivate (II) können
unter Verwendung von einer der Methodiken, welche bereits jetzt im
Fachgebiet gut bekannt ist, an eine Seitenkette gebunden werden.
Die vielen in dieser Offenbarung der Erfindung und in Tetrahedron,
48, Nr. 34, S. 6985 – 7012,
(1992) zitierten Referenzen beschreiben Verfahren, wobei die Klasse
der Azetidinone der Formel IV mit der (C)13-Hydroxygruppe von Baccatin
III-Derivaten oder einem Metall-Alkoxid davon umgesetzt wird, um
Taxan-Analoga mit einer Vielfalt an (C)13-Seitenketten zu liefern.
In Schritt (a) von Schema 1 ist es vorteilhaft, die Hydroxygruppe
am (C)13 Kohlenstoffatom vor der Kupplung in ein Metall-Alkoxid
umzuwandeln. Die Bildung eines gewünschten Metall-Alkoxids kann durch
Umsetzen einer Verbindungen der Formel II mit einer starken Metallbase,
wie zum Beispiel Lithiumdiisopropylamid, C
1-6-Alkyllithium,
Lithium- oder Natrium- oder Kalium-bis(trimethylsilyl)amid, Phenyllithium,
Natriumhydrid, Kaliumhydrid, Lithiumhydrid oder einer ähnlichen
Base, durchgeführt
werden. Wenn zum Beispiel ein Lithium-Alkoxid gewünscht wird,
kann eine Verbindung der Formel II mit n-Butyllithium in einem inerten
Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Tetrahydrofuran, umgesetzt werden. Für Beispiele
zur Bindung substituierter Baccatine mit einem geeigneterweise substituierten
Lactam über
das Verfahren von Holton, siehe
US
5,175,315 ;
US 5,466,834 ;
US 5,229,526 ;
US 5,274,124 ;
US 5,243,045 ;
US 5,227,400 ;
US 5,336,785 und US Patent 5,254,580,
US 5,294,637 oder
EP 0 590 267 A2 .
In PCT W094/14787 sind einige Beispiele für das Verwenden von β-Lactamen,
um andere substituierte Taxan-Derivate herzustellen. Dieses Patent
beschreibt ebenfalls ein alternatives Verfahren zur Bindung substituierter
Isoserin-Seitenketten
an substituierte Baccatine, welches für die erfindungsgemäßen Verbindungen
anwendbar sein würde.
Dasselbe alternative Verfahren wird in einer anderen Veröffentlichung
von Kingston et al. Tetrahedron Lett., (1994), 35 (26), 4483 – 4 beschrieben.
Weitere Information über
alternative Verfahren, um Seitenketten an Baccatine anzulagern,
sind in Thottathil et al., Eur. Pat. Anmeldung,
EP 735 036 veröffentlicht am 2.10.96 enthalten.
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Wie
hierin verwendet, sind R3 und R4 herkömmliche
Hydroxy-Schutzgruppen. Herkömmliche
Hydroxy-Schutzgruppen sind Einheiten, welche verwendet werden können, um
eine Hydroxyfunktion zu blockieren oder zu schützen, und sie sind Fachleuten
gut bekannt. Vorzugsweise sind diese Gruppen jene, welche durch Verfahren
entfernt werden können,
die zu keiner nennenswerten Zerstörung im verbleibenden Anteil
des Moleküls
führen.
Beispiele für
derartige leicht entfernbare Hydroxy-Schutzgruppen schließen Chloracetyl,
Methoxymethyl, 1-Methyl-1-methoxyethyl, Tetrahydropyranyl, Tetrahydrothiopyranyl,
Dialkylsilylether, wie zum Beispiel Dimethylsilylether, und Trialkylsilylether,
wie zum Beispiel Trimethylsilylether, Triethylsilylether und t-Butyldimethylsilylether,
Dialkylalkoxysilylether, wie zum Beispiel Diisopropylmethoxysilylether;
2,2,2-Trichlorethyloxymethyl, 2,2,2-Trichlorethyloxycarbonyl (oder
einfach Trichlorethyloxycarbonyl), Benzyloxycarbonyl und dergleichen
ein. Andere geeignete Hydroxy-Schutzgruppen, welche verwendet werden
können,
sind in Kapitel 2 von „Protecting
Groups in Organisch Synthesis",
Dritte Aufl., von Theodora W. Greene und Peter G. M. Wuts (1999,
John Wiley & Sons,
New York) zu finden. Eine Schutzgruppe für Verbindungen der Formel IV,
welche in der Literatur häufig
verwendet worden ist, ist Trialkylsilyl. Am meisten bevorzugte Reste
für R3 schließen 1-Methyl-1-methoxyethyl
(MOP), einen Trialkylsilylether oder einen Dialkylalkoxysilylether,
wie zum Beispiel einen Diisopropylmethoxysilylether ein. Der am
meisten bevorzugte Rest für
R4 ist ein Dialkylalkoxysilylether, wie zum
Beispiel ein Diisopropylmethoxysilylether, aber ein Trialkylsilylether
oder ein Carbonat, wie zum Beispiel ein Benzylcarbonat könnte ebenfalls
bevorzugt werden. In Schritt (b) werden die Schutzgruppe R3 oder R4 oder möglicherweise
beide entfernt. Falls R3 oder R4 auf
Silyl basierende Schutzgruppen sind, wird das Entfernen durch Triethylamintrihydrofluorid
im Lösungsmittel
THF bewirkt. Andere Fluoridquellen könnten ebenfalls verwendet werden.
Zum Beispiel können
Tetrabutylammoniumfluorid, Pyridiniumhydrofluorid, Kaliumfluorid
oder Cäsiumfluorid
Nutzen finden. Das Kaliumfluorid kann in Kombination mit einem Komplexbildner,
wie zum Beispiel 18-Krone-6 oder dergleichen verwendet werden, um
bei der Desilylierung zu helfen. Ein Lösungsmittel, wie zum Beispiel
Acetonitril, wird unter diesen Bedingungen typischerweise verwendet.
Andere Bedingungen, wie zum Beispiel schwache wässrige Salzsäure oder
Trifluoressigsäure
und ein Co-Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Acetonitril oder THF können beim Entschützen der
Silylreste nützlich
sein. Dieselben sauren Bedingungen arbeiten gut, um die 1-Methyl-1-methoxyethyl
(MOP)- Schutzgruppe zu entfernen.
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Die
tatsächlich
verwendeten Bedingungen werden von den für R3 und
R4 verwendeten Schutzgruppen abhängen. Zum
Beispiel könnte
ein bevorzugter Weg sein, eine MOP-Gruppe für R3 anzuwenden
und einen Diisopropylmethoxysilylether für R4.
In diesem Fall würde
Schritt b ein schwach saures Aufarbeiten unter Verwendung wässriger
Salzsäure
und einem organischen Lösungsmittel
nach sich ziehen. Die so erhaltene 2' entschützte Verbindung würden in
Schritt c einer Fluoridquelle, wie zum Beispiel Triethylamintrihydrofluorid
im Lösungsmittel
THF, ausgesetzt werden, um die Verbindungen I nach einer chromatographischen
oder kristallographischen Reinigung zu erzeugen.
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Schema
3 Bevorzugte
Synthese von geschütztem
Baccatin mit Methylcarbonat am C-4
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Eine
andere erfindungsgemäße Ausführungsform
bezieht die Synthese der Verbindungen I mit neuen Substituenten
R2 an der C-10 Position ein. Diese Verbindungen
können
eher durch Bindung an einen alternativen Ester hergestellt werden
als an den Acetatesterrest, welcher in Schema 3 gebunden wird.
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Eine
alternative Herstellung der Verbindungen I wird in Schema 2 veranschaulicht.
Sie bezieht die Umwandlung einer Verbindung V, bei welcher R' eine Stickstoffschutzgruppe,
wie zum Beispiel tBuO(CO)-(tBoc) oder PhCH2OC(O)- (CBZ), bildet,
ein. Die Reste können
durch saure Hydrolyse entfernt werden oder, im Fall von CBZ, durch
Hydrogenolyse. Die Herstellung des Amin-Zwischenprodukts VI wird
in den Beispielen beschrieben und wird mit einer im Fachgebiet gut
bekannten Methodik durchgeführt.
Das Amin-Zwischenprodukt VI wird in einem inerten Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Ethylacetat, gelöst und eine Base, wie zum Beispiel Natriumbicarbonat,
wird zugegeben. Eine stöchiometrische
oder eine ein wenig größere Menge
des am stärksten
bevorzugten Säurechlorids
(d. h. R'-C(O)Cl),
Chlorformiats, oder, alternativ, Säureanhydrids wird zugegeben,
um Verbindung I direkt bereitzustellen.
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Die
Herstellung der Baccatin-Derivate der Struktur Π (wie in Schema 1 illustriert,
wobei R2 gleich AcO- ist) wird in Schema
3 illustriert und in Herstellung 7 veranschaulicht. Die folgenden
spezifischen Beispiele veranschaulichen die Synthesen der erfindungsgemäßen Verbindungen
und sind nicht als Beschränken
der Erfindung im Bereich oder im Umfang auszulegen. Das Verfahren
kann an Veränderungen
angepasst werden, um die durch diese Erfindung eingeschlossenen,
aber nicht speziell offenbarten Verbindungen herzustellen. Ferner
werden Veränderungen
der Verfahren, um dieselbe Verbindungen in einer etwas anderen Weise
herzustellen, Fachleuten offensichtlich sein.
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In
den folgenden Versuchsdurchführungen
sind alle Temperaturen, wenn nicht anders angegeben, selbstverständlich in
Grad Celsius (°C).
Die magnetischen Kernresonanz (NMR)-Spektralcharakteristika betreffen chemische
Verschiebungen (δ),
ausgedrückt
in parts per million (ppm) gegenüber
Tetramethylsilan (TMS) als Bezugsstandard. Der relative für die verschiedenen
Verschiebungen der Protonen-NMR Spektraldaten angezeigte Bereich
entspricht der Anzahl der Wasserstoffatome einer besonderen funktionellen
An im Molekül.
Die Beschaffenheit der Verschiebungen wie die Multiplizität wird als
breites Singlett (bs oder br s), breites Duplett (bd oder br d),
breites Triplett (bt oder br t), breites Quartett (bq oder br q), Singlett
(s), Multiplett (m), Duplett (d), Quartett (q), Triplett (t), Duplett
vom Duplett (dd), Duplett vom Triplett (dt), und Duplett vom Quartett
(dq) angegeben. Die für
das Aufnehmen von NMR Spektren angewendeten Lösungsmittel sind Aceton-d6
(deuteriertes Aceton), DMSO-d6 (Perdeuterodimethylsulfoxid), D2O
(deuteriertes Wasser), CDCl3 (Deuterochloroform) und andere herkömmliche
deuterierte Lösungsmittel.
Die Infrarot (IR) Spektrumsbeschreibung schließt nur Absorptionswellenzahlen
(cm-1), welche einen funktionellen Gruppenidentifikationswert aufweisen,
ein.
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Celite
ist ein eingetragenes Warenzeichen der Johns-Manville Products Corporation
für Kieselgur.
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In
den folgenden Versuchen verwendetes Silicagel ist Silicagel 60 mit
einer Partikelgröße von 230 – 400 mesh,
welches von EM Separations Technology erhalten wurde.
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Die
hierin verwendeten Abkürzungen
sind im Fachgebiet weit verwendete herkömmliche Abkürzungen. Einige von diesen
sind: DAB (Deacetylbaccatin III); MS (Massenspektrometrie); HRMS
(hochauflösende Massenspektrometrie);
Ac (Acetyl); Ph (Phenyl); v/v (Volumen/Volumen); FAB (schneller
Atombeschuss); NOBA (m-Nitrobenzylalkohol); min (Minute(n)); Std.
(Stunde(n)); DCC (1,3-Dicyclohexylcarbodiimid); BOC (t-Butoxycarbonyl);
CBZ oder Cbz (Benzyloxycarbonyl); Bn (Benzyl); Bz (Benzoyl); Troc
(2,2,2-Trichlorethyloxycarbonyl),
DMS (Dimethylsilyl), TBAF (Tetrabutylammoniumfluorid), DMAP (4-Dimethylaminopyridin);
TES (Triethylsilyl); DMSO (Dimethylsulfoxid); THF (Tetrahydrofuran);
HMDS (Hexamethyldisilazan); MeOTf (Methyltriflat); NMO (Morpholin-N-oxid); (DHQ)2PHAL
(Hydrochinin-1,4-phthalazindiyl-diether). Tf = Triflat = Trifluormethansulfonat,
LRMS (niederauflösende
Massenspektroskopie); ESI (Elektrosprühionisation); TEMPO (2,2,6,6-Tetramethyl-1-piperidinyloxy,
freies Radikal); DBU (Diazobicycloundecen); MOMCl (Chlormethylmethylether);
Ac (Acetyl); (Ar, Aryl); Bz (Benzoyl); Cbz (Benzyloxycarbonyl);
DCl (Desorption chemischer Ionisation), DMF (Dimethylformamid);
FAB (schneller Atombeschuss); Std (Stunde(n)); HRMS (hochauflösende Massenspektrometrie);
LiHMDS (Lithiumhexamethyldisilazan oder Lithiumbis(trimethylsilyl)amid),
HMDS (Hexamethyldisilazan); i-PrOH (Isopropylaklohol); min (Minute(n));
MS (Massenspektrometrie); Ph (Phenyl); RT (Raumtemperatur); tBu
(tertiäres
Butyl); TES (Triethylsilyl), DC (Dünnschichtchromatographie),
A (Ausbeute); TPAP (Tetra propylammoniumperuthenat); MCPBA (meta-Chlorperoxybenzoesäure); LDA
(Lithiumdiisopropylamid); TBS (tert.-Butyldimethylsilyl); 18-Krone-6
(1,4,7,10,13,16-Hexaoxacyclooctadecan); DEAD (Diethylazodicarboxylat);
Red-Al® (Aldrich
Katalog) ist eine 65+ Gew.-% Lösung aus
Natrium-bis(2-methoxyethoxy)aluminiumhydrid in Toluol; DCM bedeutet
Dichlormethan; „gesätt." bedeutet gesättigt.
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Herstellungen: Herstellung
1 (±-cis-4-tert.-Butyl-1-tert.-butyloxycarbonyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
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Trimethylacetaldehyd
(20,3 ml, 1,25 Äquiv.)
wurde bei RT zu einer gerührten
Suspension aus p-Anisidin (18,4 g, 0,150 mol) und wasserfreiem Na2O4 (150 g) in wasserfreiem
DCM (250 ml) gegeben. Nach 2 Std. wurde diese filtriert, und der
Feststoff wurde mit zusätzlichem
wasserfreien DCM gewaschen. Das Lösungsmittel wurde aus dem Filtrat
entfernt, und der kristalline Rückstand
wurde in wasserfreiem DCM (750 ml) gelöst und unter eine Stickstoffatmosphäre gelegt.
Triethylamin (48,0 ml, 2,3 Äquiv.)
wurde zugegeben, und die Umsetzung wurde auf –78 °C gekühlt. Benzyloxyacetylchlorid
(27,2 ml, 1,15 Äquiv.)
wurde tropfenweise zugegeben, und dann ließ man die Umsetzung auf RT
erwärmen.
Diese wurde nach 24 Std. mit 0,5 M HCl (zweimal), gesätt. wässriger
NaHCO3 Lösung,
Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Das Lösungsmittel wurde
entfernt, und der Rückstand
wurde auf einer Silicagelsäule
chromatographiert (Gradientenelution mit 20 % DCM in Hexan, welches
0 bis 20 % EtOAc enthält),
um (±)-cis-4-tert.-Butyl-3-benzyloxy-1
p-methoxybenzylazetidinon
als einen kristallinen Feststoff (46,9 g, 92 %) zu liefern: 1H NMR (CDCl3) δ 1,09 (s,
9H), 3,81 (s, 3H), 4,15 (d, 1H, J = 5,5 Hz), 4,77 (d, 1H, J = 11,9
Hz), 4,81 (d, 1H, J = 5,5 Hz), 5,03 (d, 1H, J = 11,9 Hz), 6,87 – 7,43 (m,
9 Hz); LRMS (ESI) 340 ([M+H]+). Eine Lösung aus
Cerammoniumnitrat (60,4 g, 3,6 Äquiv.)
in 900 ml Wasser wurde über
1 Std. zu einer in einem Eisbad gut gerührten Lösung aus dem Azetidinon (10,38
g, 30,6 mmol) in Acetonitril (600 ml) gegeben. Die Umsetzung wurde
dann mit EtOAc extrahiert (zweimal) und die vereinigten organischen
Extrakte wurden mit gesätt.
wässriger
NaHCO3 Lösung
(zweimal), 20 % wässriger NaHSO3 Lösung,
gesätt.
wässriger
NaHCO3 Lösung
und Kochsalzlösung
gewaschen. Nach dem Trocknen (Na2SO4) wurden die Lösungsmittel entfernt, und der
Rückstand
wurde auf einer Silicagelsäule
chromatographiert (Gradientenelution mit Anteilen von Hexan, welches
10 bis 40 % EtOAc enthält),
um 5,64 g leicht verunreinigtes (±)-cis-3-Benzyloxy-4-tert-butylazetidin-2-on
zu liefern. 1H NMR (CDCl3) δ 1,04 (s,
9H), 3,51 (d, 1H, J = 5,2 Hz), 4,71 (m, 2H), 4,96 (d, 1H, J = 11,9
Hz), 6,10 (brs, 1H), 7,35 (m, 5H). Eine Suspension aus diesem Material
(5,54 g, 23,8 mmol) und 2,5 g 10 % Pd auf Aktivkohle in absolutem
EtOH (100 ml) wurde 23 Std. lang (34 psi H2,
Parr Gerät)
hydriert. Weitere 2 g des Katalysators Pd wurden zugegeben, und
die Hydrierung wurde bei 50 psi HZ für weitere
17 Std. fortgesetzt. Der Katalysator wurde durch Filtration entfernt,
und das Lösungsmittel
wurde aus dem Filtrat entfernt, um rohes (±)-cis-3-Hydroxy-4-(tertbutyl)azetidin-2-on
zu hinterlassen: 1H NMR (CDCl3 +
1 Tropfen D2O) δ 1,05 (s, 9H), 3,48 (d, 1H,
J = 5,0 Hz), 4,98 (d, 1H, J = 5,0 Hz). Dieses Material wurde in
trockenem DMF (40 ml) gelöst,
und Imidazol (3,24 g, 2 Äquiv.)
und Triethylsilylchlorid (4,0 ml, 1 Äquiv.) wurden zugegeben. Nach
10 min wurde die Umsetzung zwischen Wasser und einem Gemisch aus
EtOAc und Hexan (1 : 1) aufgeteilt. Die organische Phase wurde mit
Wasser (zweimal), Kochsalzlösung
gewaschen und dann getrocknet (Na2SO4). Die Lösungsmittel
wurden entfernt, und der Rückstand
wurde auf einer Silicagelsäule
chromatographiert (Gradientenelution mit 20 bis 25 % EtOAc in Hexan),
um (±)-cis-4-(tert.-Butyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on (3,86 g) zu
geben.1H NMR (CDCl3) δ 0,70 (m,
6H), 0,98 (m, 18H), 3,39 (d, 1H, J = 5,0 Hz), 4,88 (dd, 1H, J =
2,1, 5,0 Hz), 6,08 (brs, 1H). Eine Lösung aus diesem Azetidinon
(2,04 g, 7,92 mmol), Diisopropylethylamin (1,66 ml, 1,2 Äquiv.),
di-tert.-Butyldicarbonat (1,90 g, 1,1 Äquiv.) und p-Dimethylaminopyridin
(194 mg, 0,2 Äquiv.)
in trockenem DCM (24 ml) ließ man
3 Std. lang bei RT rühren.
Die Umsetzung wurde mit DCM verdünnt,
mit Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Entfernung des Lösungsmittels,
gefolgt von Silicagelsäulenchromatographie
(Gradientenelution mit 0 bis 20 % EtOAc in Hexan) lieferte 2,71
g (96 %) der Titelverbindung als ein Öl: 1H
NMR (CDCl3) δ 0,70 (m, 6H), 1,00 (m, 9H),
1,09 (s, 9H), 1,53 (s, 9H), 3,90 (d, 1H, J = 6,5 Hz), 4,93 (d, 1H,
J = 6,5).
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Herstellung
2 (±)-cis-tert.-Butyloxycarbonyl-4-iso-propyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
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Isobutyraldehyd
(4,62 ml, 1,25 Äquiv.)
wurde bei RT zu einer gerührten
Suspension aus p-Anisidin (5,00
g, 40,7 mmol) und wasserfreiem Na2SO4 (25 g) in wasserfreiem DCM (80 ml) gegeben.
Nach 1 Std. wurde diese filtriert und der Feststoff mit zusätzlichem
wasserfreien DCM gewaschen. Das Lösungsmittel wurde aus dem Filtrat
entfernt, und der Rückstand
wurde in wasserfreiem DCM (200 ml) gelöst und unter eine Stickstoffatmosphäre gelegt.
Triethylamin (13,1 ml, 2,3 Äquiv.)
wurde zugegeben, und die Umsetzung wurde auf –78 °C gekühlt. Acetoxyacetylchlorid (5,00
ml, 1,15 Äquiv.)
wurde tropfenweise zugegeben, und man ließ die Umsetzung auf RT erwärmen. Diese
wurde nach 20 Std. mit 0,5 M HCl (zweimal), gesätt. wässriger NaHCO3 Lösung, Kochsalzlösung gewaschen
und getrocknet (Na2SO4),
das Lösungsmittel
wurde entfernt, und der Rückstand
wurde auf einer Silicagelsäule
chromatographiert (Gradientenelution mit 20 % bis 30 % EtOAc in Hexan),
um (±)-cis-3-Acetoxy-4-isopropyl-1-p-methoxybenzyl-azetidin-2-on
als einen Feststoff (7,15 g, 63 %) zu liefern: 1H
NMR (CDCl3) δ 0,99 (d, 3H, J = 7,0 Hz), 1,02
(d, 3H, J = 7,0 Hz), 2,20 (s, 3H), 3,82 (s, 3H), 4,24 (t, 1H, J
= 5,6 Hz), 6,06 (d, 1H, J = 5,3 Hz), 6,88 – 7,38 (m, 4H). Eine Lösung aus
Cerammoniumnitrat (51,3 g, 3,6 Äquiv.)
in 750 ml Wasser wurde über
1 Std. zu einer in einem Eisbad gut gerührten Lösung aus dem Azetidinon (7,20
g, 26,0 mmol) in Acetonitril (500 ml) gegeben. Die Umsetzung wurde
dann mit EtOAc extrahiert (zweimal) und die vereinigten organischen
Extrakte wurden mit gesätt.
wässriger
NaHCO3 Lösung
(zweimal), 20 % wässriger
NaHSO3 Lösung,
gesätt.
wässriger
NaHCO3 Lösung
und Kochsalzlösung
gewaschen. Nach dem Trocknen (Na2SO4) wurden die Lösungsmittel entfernt, um 4,26
g rohes (+)-cis-3-Acetoxy-4-iso-propylazetidin-2-on zu hinterlassen: 1H NMR (CDCl3) δ 0,86 (d,
3H, J = 6,6 Hz), 0,99 (d, 3H, J = 6,6 Hz), 1,89 (m, 1H), 2,17 (s,
3H), 3,52 (dd, 1H, J = 4,8, 9,0 Hz), 5,96 (dd, 1H, J = 2,5, 4,6
Hz), 6,38 (br s, 1H), LRMS (negative ESI) 170 [(M-H)"]. Eine Suspension
aus diesem Material (4,26 g, 24,9 mmol) und K2CO3 (102 mg, 0,03 Äquiv.) in MeOH (40 ml) wurde
1,5 Std. lang bei RT rührend
stehen lassen.
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Dann
wurde Amberlit IR-20 zugegeben, um die Umsetzung zu neutralisieren.
Diese wurde dann filtriert, und das Lösungsmittel wurde aus dem Filtrat
entfernt, um unbearbeitetes (+)-cis-3-Hydroxy-4-iso-propylazetidin-2-on
zu hinterlassen. Dieses Material wurde in trockenem DMF (40 ml)
gelöst
und Imidazol (3,39 g, 2 Äquiv.)
und Triethylsilylchlorid (4,19 ml, 1 Äquiv.) wurden zugegeben. Nach
10 min wurde die Umsetzung zwischen Wasser und einem Gemisch aus
EtOAc und Hexan (1 : 1) aufgeteilt. Die organische Phase wurde mit Wasser
(zweimal), Kochsalzlösung
gewaschen und dann getrocknet (Na2SO4). Die Lösungsmittel
wurden entfernt, und der Rückstand
wurde auf einer Silicagelsäule
chromatographiert (Gradientenelution mit 25 bis 35 % EtOAc in Hexan),
um (±)-cis-4-Isopropyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
(4,63 g, 77 %) zu geben: 1H NMR (CDCl3) δ 0,65 – 1,03 (m,
21H), 1,93 (m, 1H), 3,29 (dd, 1H, J = 4,8, 9,1 Hz), 4,87 (dd, 1H,
J = 2,8, 4,7 Hz), 6,05 (br s, 1H). Eine Lösung aus diesem Azetidinon
(1,05 g, 4,32 mmol), Diisopropylethylamin (0,90 ml, 1,2 Äquiv.), di-tert.-Butyldicarbonat
(1,04 g, 1,1 Äquiv.)
und p-Dimethylaminopyridin (106 mg, 0,2 Äquiv.) in trockenem DCM (10
ml) wurde 30 min lang bei RT rührend
stehen gelassen. Die Umsetzung wurde mit DCM verdünnt, mit
Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Entfernen des Lösungsmittels,
gefolgt von einer Silicagelsäulenchromatographie
(Gradientenelution mit 10 bis 20 % EtOAc in Hexan) lieferte 1,31
g (88 %) der Titelverbindung als ein Öl: 1H
NMR (CDCl3) δ 0,66 – 1,07 (m, 21H), 1,53 (s, 9H),
2,15 (m, 1H), 3,87 (t, 1H, J = 6,4 Hz), 4,88 (d, 1H, J = 6,1 Hz);
LRMS (ESI) 344 [(M+H)]+.
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Herstellung
3 (±)-cis-1-Benzoyl-4-isopropyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
-
Eine
Lösung
aus (+)-cis-4-Isopropyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on (486 mg,
2,00 mmol), Benzoylchlorid (0,255 ml, 1,1, Äquiv.), Diisopropylethylamin
(0,346 ml, 1,2 Äquiv.)
und p-Dimethylaminopyridin
(244 mg, 1 Äquiv.)
in trockenem DCM (6 ml) wurde 6 Std. lang bei 0°C rührend stehen gelassen. Das
Bad wurde entfernt, und die Umsetzung wurde über Nacht rührend stehen gelassen. Sie
wurde dann mit DCM verdünnt
und mit Wasser, wässriger
HCl Lösung
(0,1 N), gesättigter
wässriger
NaHCO3 Lösung,
Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Entfernen des Lösungsmittels,
gefolgt von einer Silicagelsäulenchromatographie (Gradientenelution
mit 0 % bis 5 % EtOAc in Hexan) gab die Titelverbindung: 1H NMR δ (CDCl3) 0,47 – 0,94 (m,
21H), 2,09 (m, 1H), 4,07 (m, 1H), 4,75 (m, 1H), 7,24 – 7,76 (m,
5H).
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Herstellung
4 (3R,4R)-1-Neopentylcarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
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Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens und unter Verwendung von Neopentylcarbonylchlorid wurde
(3R,4R)-4-Phenyl-3-triethylsilyloxy-azetidin-2-on in das Titelprodukt
umgewandelt: 1H NMR (CDCl3) δ 0,19 – 0,62 (m,
15H), 0,88 (s, 3H), 2,43 (d, 1H, J = 13,8 Hz), 2,62 (d, 1H, J =
14,1 Hz), 4,90 (d, 1H, J = 5,7 Hz), 4,95 (d, 1H, J = 6,0 Hz), 7,05 – 7,17 (m,
5H).
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Herstellung
5 (3R,4R)-1-Cyclobutylcarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
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Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens und unter Verwendung von Cyclobutylcarbonylchlorid wurde
(3R,4R)-4-Phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on in das Titelprodukt
umgewandelt: 1H NMR (CDCl3) δ 0,18 – 0,61 (m,
15H), 1,66 – 2,22
(m, 6H), 3,61 (m, 1H), 4,89 (d, 1H, J = 5,7 Hz), 4,94 (d, 1H, J
= 5,7 Hz), 7,03 – 7,18
(m, 5H).
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Herstellung
6 (3R,4R)-1-Neopentyloxycarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
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Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens und unter Verwendung von Neopentylchlorformiat
wurde (3R,4R)-4-Phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on in das Titelprodukt
umgewandelt: 1H NMR (CDCl3) δ 0,39 – 0,97 (m,
24H), 3,73 (d, 1H, J = 10,2 Hz), 3,90 (d, 1H, J = 10,2 Hz), 5,10
(m, 2H), 7,31 (m, 5H).
-
Herstellung
7 1)
Synthese des Baccatin-Derivats 1
-
Zu
einer Lösung
aus 10-Desacetylbaccatin (47,4 g, 87 mmol) in wasserfreiem N,N-Dimethylformamid (DMF)
(500 ml) wurde bei Umgebungstemperatur Imidazol (47 g, 691 mmol)
gegeben. Die Lösung
wurde 10 – 15
min lang gerührt,
bis eine klare Lösung
beobachtet wurde. Düsopropyldichlorsilan
(58 ml, 322 mmol) wurde tropfenweise zu dem Umsetzungsgemisch gegeben.
Das Umsetzungsgemisch wurde 16 Std. lang bei Umgebungstemperatur
gerührt.
Eine zusätzliche
Menge Düsopropyldichlorsilan
(6 ml) wurde zu der Lösung
gegeben und das Umsetzungsgemisch wurde 60 min lang gerührt. Eine
HPLC an diesem Punkt zeigte die Vollständigkeit der Umsetzung an.
Methanol (36 ml) wurde dem Gemisch zugegeben, und die Lösung wurde
60 min lang gerührt.
Die Umsetzung wurde gestoppt und mit einem Gemisch aus tert.-Butylmethylketon
(TBME) (500 ml) und Wasser (200 ml) verdünnt. Die Schichten wurden abgetrennt,
und die organische Phase wurde mit Kochsalzlösung (250 ml) gewaschen, getrocknet (Natriumsulfat)
und eingedampft, um das trisilyierte Baccatin-Derivat 1 (91 g, > 100 % Ausbeute) als
eine weiße
amorphe Verbindung zu liefern, welche im nächsten Schritt ohne weitere
Reinigung verwendet wurde.
ESILRMS M+ berechnet für C50H84O13Si3 : 977. Gemessen 977
-
2)
Synthese des Baccatin-Derivats 2
-
Zu
einer Lösung
aus Baccatin-Derivat 1 (90 g, 92 mmol) in DMF (500 ml) wurde bei
0 °C Imidazol
(22 g, 320 mmol) gegeben. Dimethylchlorsilan (35 ml, 320 mmol) wurde
bei 0 °C
tropfenweise zugegeben. An diesem Punkt wurde das Ausfallen der
Verbindungen bemerkt. Das Umsetzungsgemisch (Aufschlämmung) wurde
0,5 Std. lang bei 0 °C
gerührt.
Der Feststoff wurde filtriert und mit kaltem DMF (3 × 150 ml)
gewaschen. Nach Lufttrocknung wurde der Feststoff wieder in TBME
(700 ml) gelöst,
und die Lösung
wurde mit Wasser (3 × 200
ml), Kochsalzlösung
(250 ml) gewaschen und getrocknet (Natriumsulfat). Die Lösung wurde über einen kurzen
Silicaballen filtriert. Entfernen des Lösungsmittels unter Vakuum lieferte
2 mit 77 % Ausbeute (70 g).
ESILRMS M+ berechnet für C50H90O13Si4 : 1035. Gemessen 1035
-
3)
Synthese des Baccatin-Derivats 3
-
Zu
einer gerührten
Lösung
aus 2 (66,3 g, 64 mmol) in Toluol (680 ml) wurde bei –34 °C über einen Zeitraum
von 10 min tropfenweise Red-A1 (50 ml, 160 mmol, 65 Gew.% Lösung aus
Natrium-bis(2-methoxyethoxy)aluminumhydrid in Toluol) gegeben. Das
Umsetzungsgemisch wurde auf –25 °C erwärmt und
1,5 Std. lang gerührt.
Methanol (62 ml) wurde tropfenweise zu dem Umsetzungsgemisch gegeben,
wobei die Innentemperatur zwischen –20 und –25 °C gehalten wurde. Die Lösung wurde
mit TBME (500 ml), gefolgt von der Zugabe einer 1 N Natriumhydroxidlösung (60
ml) und Kochsalzlösung
(60 ml) verdünnt.
Die Lösung
wurde 30 min lang gerührt.
Celite (12 g) wurde dem Gemisch zugegeben, 10 min lang gerührt und
durch einen Celiteballen filtriert. Die Schichten wurden abgetrennt.
Die organische Schicht wurde mit Wasser, Kochsalzlösung gewaschen
und getrocknet (Natriumsulfat). Als Nächstes wurde die Lösung vor
dem Entfernen des Lösungsmittels
durch einen kurzen Silicagelballen geleitet. Die Verbindung wurde
mit 97 % Ausbeute (62 g) als ein weißer Feststoff erhalten.
ESILRMS
M+ berechnet für
C50H88O12Si4 : 993. Gemessen 993
-
4)
Synthese des Baccatin-Derivats 4
-
Unter
einer Argonatmosphäre
wurde zu einer Lösung
aus 3 (62 g, 62 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran (THF) (600
ml) tropfenweise LHMDS (Lithiumbis(trimethylsilyl)amid) (125 ml,
125 mmol, 1 M Lösung in
THF) bei –60 °C gegeben.
Die Lösung
wurde 15 min lang gerührt,
gefolgt von der Zugabe von Methylchlorformiat (9 ml, 116 mmol);
die Innentemperatur der Lösung
wurde bei –60 °C gehalten.
Die Umsetzung wurde langsam auf 0 °C erwärmt, und das Gemisch wurde
3 Std. lang gerührt.
Nach Vollständigkeit
der Umsetzung wurde gesättigtes
Ammoniumchlorid (300 ml) zugegeben. Das Umsetzungsgemisch wurde
mit TBME (100 ml) extrahiert. Die organische Schicht wurde mit gesättigtem
Ammoniumchlorid (200 ml), Wasser (200 ml), Kochsalzlösung (200
ml) gewaschen, getrocknet (Natriumsulfat) und eingedampft, um 4
als ein Öl
(67 g, > 100 %) bereitzustellen.
Das Rohmaterial wurde im nächsten
Schritt ohne weitere Reinigung verwendet.
ESILRMS M+ berechnet
für C52H90O14Si4 : 1051. Gemessen 1051.
-
5)
Synthese des Baccatin-Derivats 5
-
Zu
einer Lösung
aus Baccatin-Derivat 4 (62 g, 59 mmol) in trockenem THF (260 ml)
wurde Triethylamin · Fluorwasserstoffsäurekomplex
(56 ml, 344 mmol) bei Umgebungstemperatur gegeben. Die Umsetzung
wurde 3 Std. lang gerührt.
Das Umsetzungsgemisch wurde mit Ethylacetat (350 ml) verdünnt und
mit Wasser (200 ml), Kochsalzlösung
(200 ml) gewaschen, getrocknet (Natriumsulfat) und eingedampft,
um 5 (43 g, > 100
% Rohausbeute) zu liefern. Wiederaufschlämmen der unverarbeiteten Verbindung
in einem Gemisch aus heißem Ethylacetat
(350 ml) und Hexan (50 ml) gab reines 5 in einer Ausbeute von 90
%.
ESILRMS M+ berechnet für
C29H36O11 :
560. Gemessen 560.
-
6)
Synthese des Baccatin-Derivats 6
-
Zu
einer gerührten
Lösung
aus Baccatin 5 (32 g, 57 mmol) und Imidazol (11,7, 172 mmol in DMF
(220 ml) wurde bei –65 °C unter Argonatmosphäre Diisopropyldichlorosilan
(26,8 ml) gegeben. Die Temperatur des Umsetzungsgemisches wurde
bei –60 °C gehalten,
und das Gemisch wurde 2 Std. lang gerührt. Nach Vollständigkeit
der Umsetzung (HPLC) wurde eine Lösung aus Imidazol in Methanol
(11,7 g Imidazol gelöst
in 35 ml Methanol) zugegeben, und die Lösung wurde 30 min lang bei
0 °C gerührt. Das
Gemisch wurde mit TBME (500 ml) extrahiert. Die organische Phase
wurde mit Wasser (4 × 150
ml) gewaschen, getrocknet (Natriumsulfat) und eingedampft, um rohes
6 (45 g) zu liefern. Das Rohmaterial wurde ferner in Acetonitril (150
ml) gelöst, und
die Lösung
wurde mit Hexan (3 × 100
ml) gewaschen. Entfernen von Acetonitril lieferte reines 6 als einen weißen Feststoff
(34 g, 84 % Ausbeute).
ESILRMS M+ berechnet für C36H52O12Si
: 704. Gemessen 704.
-
7)
Synthese des Baccatin-Derivats 7 4-Deacetyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-methoxycarbonyl-baccatin
-
Zu
einer Lösung
aus Baccatin-Derivat 6 (33,2 g, 47 mmol) in DMF (200 ml) wurde tropfenweise LHMDS
(61,2 ml, 61,2 mmol) bei –43 °C gegeben.
Die Umsetzung wurde 15 min lang gerührt, gefolgt von der Zugabe
von Acetanhydrid (5,8 ml, 63 mmol). Die Umsetzung wurde 30 min lang
bei –40 °C gerührt. Essigsäure (3,6
ml) wurde zugegeben, und das Kühlbad
wurde entfernt. Das Umsetzungsgemisch wurde mit TBME (300 ml) extrahiert.
Die organische Schicht wurde abgetrennt und mit Wasser (3 × 150 ml),
Kochsalzlösung
(150 ml) gewaschen, getrocknet (Natriumsulfat) und eingedampft,
um das Rohprodukt zu liefern. Eine Reinigung dieser Verbindung wurde
durch Kristallisation aus einem Gemisch aus THF : Heptan (1 : 6)
erreicht. Einsatz von 40 g stellte 21 g des kristallisierten Baccatin-Derivats
7 (60 % Ausbeute) bereit.
ESILRMS M+ berechnet für C38H54O13Si
: 746. Gemessen 746.
-
Beispiel
1 Verbindung Ia 3'-tert.-Butyl-3'-N-tert.-butyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Eine
Lösung
aus (±)-cis-4-tert.-Butyl-1-(tert.-butyloxycarbonyl)-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
(2,71 g, 5 Äquiv.)
und 4-Deacetyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-methoxycarbonylbaccatin
(1,13 g, 1,52 mmol) in trockenem THF (100 ml) wurde unter N2 auf –50 °C gekühlt, und
eine Lösung
aus LiHMDSA (1,97 ml, 1,3 Äquiv.,
1,0 M in THF) wurde zugegeben. Nach 5 min wurde diese in ein Bad überführt, welches
20 Std. lang bei –35
bis –30 °C und dann
24 Std. lang bei –25 °C gehalten
wurde. Die Umsetzung wurde dann mit einer gesättigten wässrigen NH4Cl-Lösung gequencht
und mit einem Gemisch aus EtOAc und Hexan (1 : 1) extrahiert. Die
organischen Extrakte wurden mit Kochsalzlösung gewaschen und getrocknet
(Na2SO4). Die Lösungsmittel
wurden entfernt, und der Rückstand
wurde chromatographiert (Zirkularchromatographie auf einer 6 mm
Silicagelplatte; Gradientenelution mit S bis 20 % EtOAc in Hexan),
um 1,55 g 3'-tert.-Butyl-3'-N-tert.-butyloxycarbonyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonyl-2'-triethylsilyloxypaclitaxel
als ein Gemisch aus 2',3'-Diastereomeren zu
liefern. Dieses Gemisch wurde in trockenem THF (60 ml) gelöst und Triethylamintrihydrofluorid
(0,92 ml, 4 Äquiv.)
wurde zugegeben. Nach 22 Std. bei RT wurde die Umsetzung mit gesättigter
wässriger
NaHCO3 Lösung
neutralisiert und dann mit EtOAc extrahiert. Die organischen Extrakte
wurden mit Kochsalzlösung
gewaschen, getrocknet (Na2SO4),
und die Lösungsmittel
wurden entfernt. Der Rückstand
wurde chromatographiert (Zirkularchromatographie; 2 mm Silicagelplatte;
Gradientenelution mit 10 bis 50 % EtOAc in Hexan), um (in der Reihenfolge
der Elution): 210 mg (18 %) von 2'S,3'R-3'-tert.-Butyl-3'-N-tert.-butyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
(1H NMR (CDCl3) δ 1.04 (s,
9H), 1,13 (s, 3H), 1,20 (s, 3H), 1,37 (s, 9H), 1,65 (s, 1H), 1,66
(s, 3H), 1,84 – 1,93
(m, 2H), 2,17 (s, 3H), 2,25 (s, 3H), 2,55 (m, 3H), 3,00 (d, 1H,
J = 6,5 Hz), 3,74 (d, 1H, J = 10,8 Hz), 3,79 (d, 1H, J = 6,9 Hz),
3,92 (s, 3H), 4,16 (d, 1H, J = 8,5 Hz), 4,33 (d, 1H, J = 8,5 Hz),
4,42 (m, 1H), 4,54 (d, 1H, J = 6,5 Hz), 4,87 (d, 1H, J = 10,6 Hz),
5,01 (d, 1H, J = 7,7 Hz), 5,68 (d, 1H, J = 7,0 Hz), 5,76 (m, 1H),
6,32 (s, 1H), 7,44 – 8,05
(m, 5H); LRMS (ESI) 846 [(M+H)+]} und 668
mg (56 %) der Titelverbindung {1H NMR (CDCl3) δ 1,07
(s, 9H), 1,14 (s, 3H), 1,24 (s, 3H), 1,33 (s, 9H), 1,66 (s, 4H),
2,23 (s, 3H), 2,38 – 2,59
(m, 4H), 3,11 (d, 1H, J = 5,8 Hz), 3,77 (d, 1H, J = 11,1 Hz), 3,82
(d, 1H, J= 7,0 Hz), 3,96 (s, 3H), 4,20 (d, 1H, J = 8,6 Hz), 4,33
(d, 1H, J = 8,6 Hz), 4,39 (m, 1H), 4,53 (d, 1H, J = 5,4 Hz), 4,88
(d, 1H, J = 10,6 Hz), 4,98 (d, 1H, J = 7,9 Hz), 5,69 (d, 1H, J =
7,1 Hz), 6,03 (m, 1H), 6,28 (s, 1H), 7,40 – 8,11 (m, 5H); LRMS (ESI)
846 [(M+H)+]} zu liefern.
-
Beispiel 2 Verbindung
Ib
-
3'-N-tert.-Butyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-3'-isopropyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens wurde (±-cis-1-tert.-Butyloxycarbonyl-4-isopropyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
mit 4-Deacetyl-7[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-O-methoxycarbonyl-baccatin
verknüpft.
Entschützung,
gefolgt von Chromatographie gab die Titelverbindung 1H
NMR (CDCl3 + D2O) δ 1,03 (d,
3H, J = 6,7 Hz), 1,09 (d, 3H, J = 6,7 Hz), 1. 14 (s, 3H), 1,24 (s,
3H), 1,31 (s, 9H), 1,66 (m, 3H), 1,83 – 2,02 (m, 5H), 2,24 (s, 3H),
2,25-2,59 (m, 3H),
3,68 (dd, 1H, J = 2,0, 9,2 Hz), 3,82 (d, 1H, J = 6,9 Hz), 3,98 (s, 3H),
4,19 (d, 1H, J = 8,6 Hz), 4,34 (d, 1H, J = 8,6 Hz), 4,39 (m, 1H),
4,43 (d, 1H, J = 2,0 Hz), 4,82 (br s, 1H), 4,98 (d, 1H, J = 7,8
Hz), 5,69 (d, 1H, J = 7,0 Hz), 6,11 (m, 1H), 6,28 (s, 1H), 7,45 – 8,12 (m,
5H), LRMS (ESI) 832 [(M+H)+].
-
Beispiel 3 Verbindung
Ic
-
3'-N-Neopentylcarbonyl-4-deacetyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel:
-
Eine
Lösung
aus (3R,4R)-1-Neopentylcarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
(525 mg, 1,4 Äquiv.)
und 4-Deacetyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-O-methoxycarbonylbaccatin
(523 mg, 0,700 mmol) in trockenem THF (15 ml) wurde auf –50 °C gekühlt und
eine Lösung
aus LiHMDSA (0,84 ml, 1,2 Äquiv.,
1,0 M in THF) wurde unter Rühren
zugegeben. Nach 40 min ließ man
die Umsetzung auf 0 °C
erwärmen.
Nach 1,5 Std. wurde diese mit einer gesättigten wässrigen NH4Cl
Lösung
gequencht, die Umsetzung wurde mit EtOAc extrahiert. Der organische
Extrakt wurde mit einer gesättigten
wässrigen
NH4Cl-Lösung,
Wasser, Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Entfernung der Lösungsmittel,
gefolgt von Silicagelsäulenchromatographie
(Gradientenelution mit Gemischen von 0 % bis 20 % EtOAc in Hexan)
lieferte 2,78 mg (54 %) 3'-N-Neopentyloxycarbonyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-deacetyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonyl-2'-triethylsilyloxypaclitaxel.
Dieses wurde direkt genommen und mit Triethylamintrihydrofluorid
(0,161 ml, 4 Äquiv.)
in trockenem THF (6 ml) behandelt und über Nacht bei RT rührend stehen
gelassen. Nach Neutralisation mit gesättigter wässriger NaHCO3-Lösung wurde
die Umsetzung mit EtOAc extrahiert. Die organischen Extrakte wurden
mit Kochsalzlösung
gewaschen und getrocknet (Na2SO4).
Entfernung der Lösungsmittel,
gefolgt von Silicagelsäulenchromatographie
(Gradientenelution mit Gemischen von 20 bis 50 % EtOAc in Hexan) lieferte
151 mg (71 %) des Titelprodukts: 1H NMR
(CDCl3) δ 0,96 – 2,58 [32H,
einschließlich
0,96 (s, 9H), 1,14 (s, 3H), 1,24 (s, 3H), 1,66 (s, 3H), 1,84 (s,
3H), 2,23 (s, 3H], 3,58 (br s, 1H), 3,77 (s, 3H), 3,80 (d, 1H, J
= 5,5 Hz), 4,19 (d, 1H, J = 8,3 Hz), 4,33 (d, 1H, J = 8,7 Hz), 4,36
(m, 1H), 4,65 (d, 1H, J = 2,0 Hz), 4,95 (d, 1H, J = 8,5 Hz), 5,58
(dd, 1H, J = 2,3, 8,8 Hz), 5,69 (d, 1H, J = 7,0 Hz), 6,11 (d, 1H,
J = 8,9 Hz), 6,16 (m, 1H), 6,27 (s, 1H), 7,29 – 8,12 (m, 10H); LRMS (ESI)
864 [(M+H)+].
-
Beispiel 4 Verbindung
Id
-
3'-N-Cyclobutyl-4-deacetyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel:
-
Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens und unter Verwendung von (3R,4R)-1-Cyclobutyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
wurde 4-Deacetyl-7-[bisisopropyl(methoxy)]silyloxy-4-O-methoxycarbonylbaccatin
in das Titelprodukt umgewandelt: 1H NMR
(CDCl3) δ 1,14 – 2,53 [m,
27H, einschließlich
1,14 (s, 3H), 1,25 (s, 3H), 1,67 (s, 3H), 1,84 (s, 3H), 2,24 (s,
3H)], 3,01 (m, 1H), 3,56 (br s, 1H), 3,81 (s, 3H), 3,82 (m, 1H),
4,20 (d, 1H, J = 8,4 Hz), 4,34 (d, 1H, J = 8,5 Hz), 4,37 (m, 1H),
4,68 (d, 1H, J = 2,3 Hz), 4,96 (d, 1H, J = 8,6 Hz), 5,58 (dd, 1H,
J = 2,4, 9,0 Hz), 5,70 (d, 1H, J = 7,0 Hz), 6,16 (m, 2H), 6,27 (s,
1H), 7,29- 8,14
(m, 10H); LRMS (ESI) 848 [(M+H)+].
-
Beispiel 5 Verbindung
Ie
-
3'-tert.-Butyl-3'-N-cyclohexyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Durch
Befolgen desselben Verfahrens mit Cyclohexyloxychlorformiat wurde
3'-tert.-Butyl-3'-N-tert.-butyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
in das Titelprodukt umgewandelt: 1H NMR
(CDCl3 + D2O) δ 1,10 – 2,61 [38H,
einschließlich
1,10 (s, 9H), 1,16 (s, 3H), 1,26 (s, 3H), 1,69 (s, 3H), 1,95 (s,
3H), 2,26 (s, 3H)], 3,84 (m, 2H), 3,99 (s, 3H), 4,23 (d, 1H, J =
8,6 Hz), 4,40 (m, 3H), 4,57 (s, 1H), 5,02 (m, 2H), 5,7 (d, 1H, J
= 7,08 Hz), 6,06 (m, 1H), 6,30 (s, 1H), 7,46 – 8,13 (m, 5H); LRMS (ESI)
872 [(M+H)+].
-
Beispiel 6 Verbindung
If
-
3'-tert.-Butyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-3'-N-neopentylcarbonyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Durch
Befolgen des vorstehenden Verfahrens mit tert-Butylacetylchlorid
wurde 3'-tert.-Butyl-3'-N-tert-butyloxycarbonyl-4-deacetyl-3'-dephenyl-3'-N-debenzoyl-4-O-methoxycarbonyl-paclitaxel
in das Titelprodukt umgewandelt: 1H NMR
(CDCl3 + D2O) δ 1,00 – 2,56 [39H,
einschließlich
1,00 (s, 9H), 1,11 (s, 9H), 1,16 (s, 3H), 1,26 (s, 3H), 1,69 (s,
3H), 1,91 (s, 3H), 2,26 (s, 3H)], 3,83 (d, 1H, J = 7,1 Hz), 3,98
(s, 3H), 4,17 (d, 1H, J = 10,1 Hz), 4,26 (d, 1H, J = 8,8 Hz), 4,37
(s, 2H), 4,55 (s, 1H), 5,00 (d, 1H, J = 7,5 Hz), 5,73 (m, 2H), 6,02
(m, 1H), 6,29 (s, 1H), 7,45 – 8,13
(m, 5H); LRMS (ESI) 844 [(M+H)+].
-
Beispiel 7 Verbindung
Ig
-
4-Deacetyl-3'-N-debenzoyl-3'-N-tert.-butoxycarbonyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Durch
Befolgen der vorstehenden Verfahren und unter Verwendung von (3R,4R)-1-tert.-butoxycarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
wurde die Verbindung Ig hergestellt.
1H
NMR(300 MHz, CDCl3): δ 8,13 – 8,10 (m, 2H), 7,61 – 7,26 (m,
8H), 6,27 (s, 1H), 6,19 (m, 1H), 5,68 (d, J = 6,9 Hz, 1H), 5,35 – 5,29 (m,
2H), 4,97 (d, J = 7,7 Hz, 1H)], 4,63 (d, J = 3,9 Hz, 1H), 4,42 – 4,37 (m,
1H), 4,25 (AB q, J = 8,8 Hz, J = 47,7 Hz, 2H), 3,85 – 3,81 (m,
4H), 3,40 (d, J = 5,1 Hz, 1H), 2,59 – 1,03 (m, 30H, schließt Singletts
bei 2,24, 1,87, 1,71, 1,27, 1,14, jeweils 3H, 1,32, 9H ein).
-
Beispiel 8 Verbindung
Ih
-
4-Deacetyl-3'-N-debenzoyl-3'-N-n-butoxycarbonyl-4-O-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Unter
Verwendung der vorstehend beschriebenen Verfahren mit (3R,4R)-1-n-butoxycarbonyl-4-phenyl-3-triethylsilyloxyazetidin-2-on
wurde die Verbindung Ih hergestellt.
1H
NMR (300 MHz, CDCl3): δ 8,11 (d, J = 7,4 Hz, 2H), 7,62 – 7,29 (m,
10H), 6,27 (s, 1H), 6,27 (m, 1H), 5,69 (d, J = 7,0 Hz, 1H), 5,41
(abq, J = 47,4, 9,4 Hz, 2H), 4,97 (d, J = 7,0 Hz, 1H), 4,66 (brs,
1H), 4,38 – 4,32
(m, 1H), 4,26 (abq, 45,0, 8,6 Hz, 2H), 3,83 (s, 3H), 3,42 (brd,
J = 4,1 Hz, 1H), 2,59 – 2,35
(m, 4H), 2,24 (m, 3H), 1,86 (s, 3H), 1,67 (s, 3H), 1,65 (d, J =
33,0 Hz, 3H), 1,67 (s, 3H), 1,51 – 1,47 (m, 2H), 1,24 (s, 3H),
1,14 (s, 3H), 0,83 (m, 3H).
Anal. berechnet für C44H55NO16:
C, 62,42; H, 6,40; N, 1,62. Gemessen C, 62,28; H, 6,45; N, 1,55.
-
Beispiel 9 Verbindung
Ij
-
3'-N-Debenzoyl-3'-N-cyclobutylcarbonyl-3'-dephenyl-3'-tert.-butyl-4-deacetyl-4-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Eine
Lösung
aus 3'-N-debenzoyl-3'-N-tert.-butyl-3'-dephenyl-3'-tert.-butyl-4-deacetyl-4-methoxycarbonylpaclitaxel
(2,30 g, 2,72 mmol) in DCM (15,0 ml) wurde mit Trifluoressigsäure (15,0
ml) behandelt und 1,5 Std. lang bei 0 °C gerührt. Das Gemisch wurde mit
100 ml DCM verdünnt
und in eine kalte aus 50,0 g NaHCO3 in 150
ml Wasser hergestellte Lösung
(0 °C) gegossen.
Die Phasen wurden abgetrennt, und die organische Schicht wurde im
Vakuum konzentriert. Das Produkt könnte durch eine Säulenchromatographie
auf Silicagel, wobei mit 4 % Methanol/DCM eluiert wurde, gereinigt
werden, wurde aber allgemein ohne Reinigung verwendet. Das unverarbeitete
3'-N-Debenzoyl-3'-dephenyl-3'-tert-butyl-4-deacetyl-4-methoxycarbonylpaclitaxel
wurde in Ethylacetat (15,0 ml) gelöst und mit gesättigtem
NaHCO3 (15,0 ml) behandelt. Cyclobutancarbonylchlorid (460,0 μl, 4,08 mmol,
1,5 Äquiv.)
wurde zugegeben, und das zweiphasige Gemisch wurde 20 min lang bei
Umgebungstemperatur kräftig
gerührt.
Das Gemisch wurde mit Ethylacetat verdünnt, und die Phasen wurden
abgetrennt. Die organische Phase wurde mit gesättigtem NaHCO3,
dann mit Kochsalzlösung
gewaschen. Die organische Lösung
wurde über
wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert und im Vakuum konzentriert. Reinigung durch präparative
Umkehrphasenchromatographie, wobei 5 min lang mit 20 % Acetonitril/Wasser, über 45 min aufsteigend
mit bis zu 60 % Acetonitril/Wasser, dann 45 min lang isokratisch
bei einer Flussgeschwindigkeit von 250 ml/min eluiert wurde, lieferte
die Titelverbindung (1,47, 65 % Ausbeute, 97 % rein nach HPLC Analyse) als
einen weißen
amorphen Feststoff, welcher die folgenden physikalischen Eigenschaften
zeigte: 1H NMR (CDCl3,
300 MHz) δ 8,08
(d, J = 7,1 Hz, 2H), 7,62 – 7,55
(m, 1H), 7,48 – 7,43
(m, 2H), 6,27(s, 1H), 5,99 (dd, J = 7,8 Hz, J = 9,0 Hz, 1H), 5,69
(m, 2H), 4,98 (dd, J = 2,0 Hz, J = 9,5 Hz, 1H), 4,55 (dd, J = 1,1
Hz, J = 5,2 Hz, 1H), 4,40 – 4,32
(bm, 2H), 4,22 (d, J = 8,4 Hz, 1H), 4,14 (d, J = 10,2 Hz, 1H), 3,98
(s, 3H), 3,80 (d, J = 7,0 Hz, 1H), 3,30 (d, J = 5,1 Hz, 1H), 2,97
(p, J = 7,9 Hz, 1H), 2,58 – 2,36
(bm, 4H), 2,23 (s, 3H), 2,19 – 2,03
(bm, 4H), 1,92 – 1,76
(bm, 3H), 1,88 (s, 3H), 1,66 (s, 3H), 1,24 (s, 3H), 1,14 (s, 3H),
1,06 (s, 9H); 13C NMR(CDCl3,
75 MHz) δ 203,70,
174,99, 174,93, 171,46, 166,89, 153,21, 142,54, 133,74, 133,20,
130,22, 129,81, 128,72, 84,13, 83,21, 78,92, 76,09, 75,68, 74,94,
73,39, 72,06, 70,17, 58,36, 57,73, 56,03, 51,07, 45,74, 43,34, 39,91, 35,94,
35,47, 27,37, 26,85, 25,60, 25,44, 22,12, 20,95, 18,29, 14,95, 9,72;
LRMS (ESI): 828,51 ((M+1)+, 100 %), 886,57
((M+NH4+ACN)+, 15
%); 826,48 ((M-1)–, 100 %).
-
Beispiel 10 Verbindung
Ik
-
3'-N-Debenzoyl-3'-N-(2-furoyl)-3'-dephenyl-3'-tert-butyl-4-deacetyl-4-methoxycarbonylpaclitaxel
-
Hergestellt
auf die gleiche Weise wie vorstehendes Beispiel 9. Die Titelverbindung
(2,13 g, 73 % Ausbeute, 98 % rein nach HPLC Analyse) wurde als ein
weißer,
amorpher Feststoff erhalten, welcher die folgenden physikalischen
Eigenschaften zeigte: 1H NMR (CDCl3, 300 MHz) δ 8,15 – 8,08 (m, 2H), 7,64 – 7,56 (m, 1H),
7,52 – 7,25
(m, 3H), 7,03 (dd, J = 0,6 Hz, J = 3,4 Hz, 1H), 6,78 (d, J = 10,2
Hz, 1H), 6,48 (dd, J = 1,8 Hz, J = 3,5 Hz, 1H), 6,25 (s, 1H), 6,06
(dd, J = 7,6 Hz, J = 8,9 Hz, 1H), 5,70 (d, J = 7,0 Hz, 1H), 5,00
(dd, J = 1,9 Hz, J = 9,4 Hz, 1H), 4,40 – 4,32 (m, 3H), 4,23 (d, J
= 8,6 Hz, 1H), 4,05 (s, 3H), 3,48 (d, J = 4,5 Hz, 1H), 2,60 – 2,50 (m,
2H), 2,38 (dd, J = 3,3 Hz, J = 8,8 Hz, 1H), 2,23 (s, 3H), 2,05 (s,
1H), 1,95-1,85 (m,
1H), 1,81 (s, 3H), 1,68 (s, 3H), 1,21 (s, 3H), 1,14 (s, 12H); 13C NMR(CDCl3, 75
MHz) δ 203,71,
174,23, 171,55, 167,06, 158,22, 153,06, 147,65, 144,30, 142,53,
133,93, 133,36, 130,32, 129,42, 128,88, 114,95, 112,51, 84,20, 83,48,
79,06, 77,65, 76,20, 75,81, 75,05, 72,96, 70,55, 58,50, 57,97, 56,40,
46,07, 43,33, 36,09, 35,55, 27,53, 27,05, 22,00, 21,25, 21,06, 14,97,
14,39, 9,83; LRMS (ESI): 840,43 ((M+1)+,
100 %), 838,43 ((M-1)–, 100 %).
-
Biologische
Daten
-
Eine
andere erfindungsgemäße Ausführungsform
betrifft ein Verfahren zur Hemmung menschlicher und/oder anderer
Säugetiertumore,
welches orales Verabreichen einer bei der Tumorbekämpfung wirksamen Menge
einer Verbindung der Formel I an einen Tumor tragenden Wirt umfasst.
-
Die
für die
in vivo Prüfung
der Tumorbekämpfung
unserer oralen Taxane verwendeten Materialien und Verfahren werden
nachstehend zusammengefasst:
-
Materialien
-
Tiere.
Herkömmlichen
oder athymen („Nackt")Mäusen und
Nacktratten wurde subcutan (sc) Tumorbrei oder -fragmente implantiert.
Muriner Tumor wurde in herkömmliche
Mäuse,
menschliche Tumore wurden in Nacktmäuse oder -Ratten implantiert.
-
Tumore.
Die am häufigsten
verwendeten Tumore schließen
murines Lungenkarzinom, M 109, das murine Mammakarzinom, MAM 16/C,
das menschliche Eierstockkarzinom, A2780, die menschlichen Dickdarmtumore,
HCT-116 und HCT-116/pk, ein. Die Verbindungen I zeigten nach oraler
Verabreichung in einem oder mehreren der zuvor erwähnten Tumormodelle
Aktivität
bei der Tumorbekämpfung.
-
Verfahren für Ergebnisse
der Tabelle III
-
Die
Experimente wurden unter Verwendung von athymen(„Nackt")Mäusen
durchgeführt.
Typischerweise wurden für
das menschliche Eierstocktumor-Heterotransplantat-A2780-Modell die Behandlungen
begonnen, wenn die Tumore in der Größe zwischen 100 und 500 mg
waren (typischerweise Tag 7 bis Tag 12 nach der Implantierung des
Tumors). In Mausexperimenten war die Größe der Gruppe typischerweise
8 pro Behandlungs- und Kontrollgruppen. Die Verbindung wurde für fünf Behandlungen
mit der in Tabelle III angezeigten Dosis, nämlich, ein Mal täglich jeden
zweiten Tag (d. h. q2dx5) verabreicht.
-
Die
Behandlungen für
oral verabreichte (po) Taxane wurden durch Sondenernährung unter
Verwendung eines Trägers,
welcher aus 10 % Ethanol + 10 % Cremophor EL + 80 % Wasser besteht,
durchgeführt. Für Mäuse war
das Volumen der verabreichten Flüssigkeit
0,01 ml pro Gramm Körpergewicht.
Ein typisches Mausexperiment würde
die Evaluierung jeder Testverbindung mit drei verschiedenen Dosierungsstufen
einbeziehen.
-
Die
Wirksamkeit bei der Tumorbekämpfung
wurde durch Bestimmen der Größe der Tumore
in allen behandelten und Kontroll-Versuchstieren über die
Zeit bewertet. Jedes Tier wurde individuell identifiziert, und das
Wachstum des in jedes Tier implantierten Tumors wurde einmal oder
zweimal wöchentlich
unter Verwendung eines Tastzirkels gemessen. Der Unterschied in
der mittleren Zeit für
Tumore in behandelten (T) und Kontroll (C)- Gruppen eine vorbestimmte
Größe (z. B.
500 oder 1000 mg) zu erreichen, wurde berechnet und Bewertungen
von absoluten und relativen Wirkungen bei der Tumorbekämpfung (z.
B. zwischen den Verbindungen) wurden auf der Basis der Zeitverzögerungen,
eine vorbestimmte Tumor-Zielgröße zu erreichen,
durchgeführt.
Am Ende eines Experiments wurden Tiere mit Tumoren von 35 mg oder
weniger als „geheilt" bezeichnet. Typischerweise
wurden die Experimente beendet, nachdem eine Zeitspanne der Nach-Behandlung
verstrichen war, die mindestens 10 Mao die Tumorvolumenverdopplungszeit
(TVDT) des mittleren Tumorwachstums in Kontrolltieren war, wie vor
Erreichen der vorbestimmten Tumorzielgröße in jedem Experiment bestimmt
wurde. Wirksamkeit in einer Testgruppe wurde definiert als eine
Verzögerung
im Tumorwachstum verursacht zu haben (mittlere Zeit, um die Tumorzielgröße zu erreichen)
relativ zum gleichzeitigen Kontroll-Tumorwachstum (d. h. T-C) von
3,32 Mal der TVDT. Aktivität
wurde ausgedrückt
als „log
cell kill", was
gleich (T-C)/(TVDT × 3,32) war.
Die Toxizität
wurde durch das Messen des durchschnittlichen Körpergewichts aller Tiere in
einem Experiment vor und bald nach einer der Behandlungen im Experiment
bestimmt. Zusätzlich
wurden Tiere auf Grund von durch die Behandlungsinduzierte Verletzung
als gestorben betrachtet, falls sie vor jeglichen Todesfällen in der
Kontrollgruppe mit Tumoren, welche kleiner als die der Zielgröße waren,
starben. Weder Therapieergebnisse, noch irgendeine Angabe zur Wirksamkeit
wurden für
eine spezielle Behandlungsgruppe verwendet oder gemacht, falls mehr
als ein Tier in der Gruppe auf eine Weise starb, welche als eine
Behandlungs-induzierte bezeichnet war.
-
Alle
Verbindungen in Tabelle III zeigten orale Wirksamkeit bei der Tumorbekämpfung in
einem in Mäuse
implantierten ScM109 Tumormodell, welche als gleichwertig zur Wirksamkeit
bei der Tumorbekämpfung von
intravenös
verabreichtem Paclitaxel gemäß seinem
optimalen Plan zur Verabreichung und Dosierung beurteilt wurden.
-
Tabelle
III In
Vivo Aktivität
von oral wirksamen Taxanen mit Methylcarbonat am C-4 gegenüber Sc A2780
-
Wie
aus den Ergebnissen der Tabelle III ersehen werden kann, zeigen
alle die Verbindungen Ia – Ik signifikante
orale Wirksamkeit bei der Tumorbekämpfung. Signifikante Wirksamkeit
bei der Tumorbekämpfung wird
als annähernd
ein Log cell kill von eins definiert. Diese kann den Ergebnissen,
die für
Verbindungen beobachtet werden würden,
welche keine orale Wirksamkeit aufweisen würden, wie zum Beispiel Paclitaxel
(d. h. welche einen Log cell kill von annähernd null aufweisen), gegenübergestellt
werden. Es sollte anerkannt werden, dass Paclitaxel, welches der
Wirkstoff des im Handel erhältlichen
antineoplastischen Arzneimittels, TAXOL®, ist,
intravenös
verabreicht wird und, weil es nicht wirksam ist, nicht für orale
Verabreichung verwendet wird.
-
Zur
Behandlung einer Vielfalt von Tumoren, kann die erfindungsgemäße Verbindung
der Formel I auf eine Weise, ähnlich
der von Paclitaxel verwendet werden, z. B. siehe Physician's Desk Reference,
49te Auflage, Medical Economics, Seite 682, 1995. Die Dosierung,
Art und der Plan der Verabreichung für die erfindungsgemäße Verbindung
ist nicht besonders eingeschränkt;
ein auf dem Gebiet in der Krebsbehandlung erfahrener Onkologe wird
in der Lage sein, ohne unangemessenes Experimentieren, ein geeignetes
Behandlungsprotokoll zur Verabreichung der erfindungsgemäßen Verbindung
zu ermitteln. Folglich kann die Verbindung der Formel I über jeden
geeigneten Verabreichungsweg, parenteral oder oral, verabreicht
werden. Parenterale Verabreichung schließt intravenöse, intraperitoneale, intramuskuläre und subcutane
Verabreichung ein.
-
Die
verwendeten Dosen, um die erfindungsgemäßen Verfahren durchzuführen, sind
diejenigen, die es möglich
machen, eine vorbeugende Behandlung zu verabreichen oder eine maximale
therapeutische Antwort hervorzurufen. Die Dosen variieren, abhängend von
der Verabreichungsart, dem besonderen ausgewählten Produkt und den persönlichen
Kennzeichen des zu behandelnden Patienten. Im Allgemeinen sind die
Dosen diejenigen, die zur Behandlung von durch abnormale Zellproliferation
verursachten Störungen
therapeutisch wirksam sind. Die erfindungsgemäßen Produkte können so
häufig
wie notwendig verabreicht werden, um die gewünschte therapeutische Wirkung
zu erhalten. Einige Patienten können
schnell auf relativ hohe oder niedrige Dosen reagieren und dann
milde Erhaltungsdosen oder überhaupt
keine Erhaltungsdosen erfordern. Über den iv Weg kann die Dosierung,
zum Beispiel im Bereich von etwa 20 bis etwa 500 mg/m2 über 1 bis
100 Stunden sein. Über
den oralen Weg kann die Dosierung in dem Bereich von 5 – 1000 mg/
kg/ Tag Körpergewicht sein.
Die tatsächlich
verwendete Dosis wird gemäß der besonders
formulierten Zusammensetzung, dem Verabreichungsweg und der besonderen
Lokalisation, dem Patienten und der Art des zu behandelnden Tumors variieren.
Viele Faktoren, welche die Wirkung des Arzneimittels modifizieren,
werden bei der Bestimmung der Dosierung berücksichtigt, einschließlich dem
Alter, Gewicht, Geschlecht, der Ernährung und dem Gesundheitszustand
des Patienten.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ebenfalls pharmazeutische Formulierungen
(Arzneimittel) bereit, welche eine zur Tumorbekämpfung wirksame Menge der Verbindung
der Formel I in Kombination mit einem oder mehreren pharmazeutisch
verträglichen
Trägern,
Exzipienten, Verdünnungs-
oder Hilfsmitteln enthält.
Die Zusammensetzungen können
in Übereinstimmung
mit herkömmlichen
Verfahren hergestellt werden. Beispiele zum Formulieren von Paclitaxel
oder Derivaten davon können,
zum Beispiel in den US Patenten Nr. 4,960,790 und 4,814,470 gefunden
werden, und derartigen Beispielen kann gefolgt werden, um die Verbindung
dieser Erfindung zu formulieren. Zusätzliche Beispiele für Paclitaxel
Formulierungen sind in den allgemeinen Referenzen zu finden, welche
früher
im Stand der Technik zitiert wurden. Zum Beispiel kann die Verbindung
der Formel I in Form von Tabletten, Pillen, Pulvergemischen, Kapseln,
Injektionsmitteln, Lösungen,
Zäpfchen, Emulsionen,
Dispersionen, Nahrungsvormischungen und in anderen geeigneten Formen
formuliert werden. Es kann ebenfalls in der Form steriler Feststoffzusammensetzungen,
zum Beispiel, gefriergetrocknet, und, falls gewünscht, mit anderen pharmazeutisch
verträglichen
Exzipienten kombiniert, erzeugt werden. Derartige Feststoffzusammensetzungen
können
mit sterilem Wasser, physiologischer Kochsalz lösung oder einem Gemisch aus
Wasser und einem organischen Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Propylenglycol, Ethanol und dergleichen, oder einem
anderen injizierbaren sterilen Medium unmittelbar vor Verwendung
für eine
parenterale Verabreichung wiederhergestellt werden.
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Typisch
für pharmazeutisch
verträgliche
Träger
sind zum Beispiel Mannitol, Harnstoff, Dextrane, Lactose, Kartoffel-
und Maisstärken,
Magnesiumstearat, Talk, Pflanzenöle,
Polyalkylenglycole, Ethylcellulose, Poly(vinylpyrrolidon), Calciumcarbonat,
Ethyloleat, Isopropylmyristat, Benzylbenzoat, Natriumcarbonat, Gelatine, Kaliumcarbonat,
Kieselsäure.
Die pharmazeutische Herstellung kann ebenfalls nicht toxische Hilfsstoffe,
wie zum Beispiel Emulgatoren, Konservierungs-, Netzmittel und dergleichen,
wie zum Beispiel Sorbitanmonolaurat, Triethanolaminoleat, Polyoxyethylenmonostearat,
Glyceryltripalmitat, Dioctylnatriumsulfosuccinat und dergleichen,
enthalten.