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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Freisetzung von Insulin
und die Kontrolle der Blutglucosekonzentration. Genauer bezieht
sich die Erfindung auf die Verwendung von Peptiden zur Stimulierung
der Freisetzung von Insulin, das Senken der Blutglucose und pharmazeutische
Präparate
zur Behandlung von Typ-2-Diabetes.
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Das
gastrische inhibitorische Polypeptid (GIP) und das Glukagon ähnliche
Peptid-1 (7–36)
Amid (gekürztes
GLP-1; tGLP-1) sind zwei wichtige Insulin freisetzende Hormone,
die als Reaktion auf Nahrungsaufnahme aus endokrinen Zellen in dem
Darmtrakt sekretiert werden. Zusammen mit autonomen Nerven spielen sie
eine lebenswichtige, unterstützende
Rolle für
die Pankreasinseln bei der Kontrolle von Glucosehomöostase und
Nahrungsstoffwechsel.
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Dipeptidyl-Peptidase
IV (DPP IV; EC 3.4.14.5) ist als Schlüsselenzym, das für die Inaktivierung
von GIP und tGLP-1 in Serum verantwortlich ist, identifiziert worden.
DDP IV wird in Serum durch die Zugabe von Diprotin A (DPA, 0,1 mmol/l)
vollständig
inhibiert. Dies geschieht durch die schnelle Entfernung der N-terminalen
Dipeptide Tyr1-Ala2 und
His7-Ala8, was zu
den Hauptmetaboliten GIP (3–42)
bzw. GLP-1 (9-36)-Amid führt. Diesen
gekürzten
Peptiden soll es an biologischer Aktivität fehlen oder sie sollen gar
als Antagonisten bei GIP- oder tGLP-1-Rezeptoren dienen. Die anfallenden
biologischen Halbwertzeiten dieser Inkretin-Hormone in vivo sind
daher sehr kurz und werden auf nicht länger als 5 Min. geschätzt.
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Bei
Umständen
normaler Glucoseregulierung und B-Zellenempfindlichkeit der Bauchspeicheldrüse ist diese
kurze Zeitdauer der Aktivität
vorteilhaft bei der Erleichterung momentaner Einstellungen der homöostatischen Kontrolle.
Das gegenwärtige
Ziel einer eventuellen therapeutischen Rolle von Inkretin-Hormonen,
insbesondere tGLP-1 in der NIDDM-Therapie wird jedoch zusätzlich zur
Suche nach einem angemessenen Verabreichungsweg durch eine Anzahl
von Faktoren vereitelt. Am beachtenswertesten sind von diesen der schnelle
Peptidabbau und die schnelle Absorption (Spitzenkonzentrationen
erreichen 20 Min.) und der resultierende Bedarf an sowohl hoher
Dosierung als auch präziser
Zeitplanung von Mahlzeiten. Neuste therapeutische Strategien haben
sich auf präzipizierte
Präparate
konzentriert, um die Peptidabsorption und Inhibierung von GLP-1-Abbau
unter Verwendung von spezifischen Inhibitoren von DPP IV zu verzögern. Eine
mögliche therapeutische
Rolle wird auch durch die Beobachtung vorgeschlagen, dass ein spezifischer
Inhibitor von DPP IV, Isoleucinthiazolidid, den Blutzucker senke
und die Insulinsekretion in mit Glucose behandelten, diabetischen
fettleibigen Zuckerratten, vermutlich durch das Schützen vor
Katabolismus der Inkretin-Horomone tGLP-1 und GIP, verbessere, siehe
auch die Patentanmeldung
DE
196 16 486 .
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Viele
Studien haben gezeigt, dass die tGLP-1-Infusion die B-Zellenempfindlichkeit
der Bauchspeicheldrüse,
Insultinsekretionoszillationen wiederherstellt und die Blutzuckerkontrolle
in verschiedenen Patientengruppen mit IGT oder NIDDM verbesserte.
Längerfristige
Studien zeigen auch bedeutende Vorteile von tGLP-1-Injektionen in der
NIDDM- und möglicherweise
IDDM-Therapie, wodurch ein wichtiger Anreiz zur Entwicklung eines
oral wirksamen oder langwirkenden tGLP-1-Analogs bereitgestellt
wird. Es sind bereits mehrere Anläufe unternommen worden, um
strukturell modifizierte Analoge von tGLP-1 zu produzieren, die
gegenüber
DPP-IV-Abbau widerstandsfähig
sind. Eine bedeutende Verlängerung
der Serum-Halbwertzeit
wird bei His7-Glucitol-tGLP-1 und tGLP-1-Analogen,
die bei Position 8 durch Gly, Aib, Ser oder Thr substituiert sind,
beobachtet.
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Diese
strukturellen Modifikationen scheinen jedoch die Rezeptor bindende
und insulinotrope Aktivität zu
beeinträchtigen,
wodurch ein Teil der Vorteile des Schutzes gegenüber proteolytischem Abbau gefährdet werden.
In neusten Studien unter Verwendung von His7-Glucitol
tGLP-1 wurde die Widerstandsfähigkeit
gegenüber
DPP IV und Serumabbau von starkem Verlust von Insulin freisetzender
Aktivität
begleitet.
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GIP
und tGLP-1 teilen nicht nur denselben Abbauweg sondern auch viele ähnliche
physiologische Aktivitäten,
einschließlich
die Stimulierung von Insulin und die Somatostatin-Sekretion und
die Verbesserung von Glucoseabgabe. Diese Aktivitäten werden
als Hauptaspekte der Antihyperglykämieeigenschaften von tGLP-1 angesehen,
und daher wird erwartet, dass GIP ähnliches Potential aufweist
wie NIDDM-Therapie. Der Ausgleich durch GIP wird tatsächlich gehalten,
um die kleinen Störungen
von Glucosehomöostase,
die in tGLP-1-Knockout-Mäusen
beobachtet wurden, zu erläutern.
Abgesehen von frühen
Studien, ist das antidiabetische Potential von GIP bisher nicht
erforscht worden, und tGLP-1 mag attraktiver erscheinen, da es von
einigen als stärkeres
Insulin-Sekretagogum angesehen wird, wenn es zu „sogenannten" physiologischen
Konzentrationen, die durch RIA bewertet werden, infundiert wird.
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Die
vorliegende Erfindung hat zum Ziel, effektive Analoge von GIP bereitzustellen.
Es ist ein Ziel der Erfindung, ein Arzneimittel zur Behandlung von
Typ-2-Diabetes bereitzustellen.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist ein wirksames Peptidanalog des biologisch aktiven
GIP (1–42), das
verbesserte Charakteristiken zur Behandlung von Typ-2-Diabetes aufweist,
bereitgestellt, wobei das Analog mindestens 15 Aminosäurereste
von dem N-Terminus von GIP (1–42)
und mindestens eine Aminosäuresubstitution
oder -modifikation bei Position 1–3 aufweist und kein Tyr1-Glucitol GIP (1–42) umfasst, beinhaltet.
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Die
Strukturen von humanem und porcinem GIP (1–42) sind nachstehend gezeigt.
Das porcine Peptid weicht um lediglich zwei Aminosäuresubstitutionen
bei Positionen 18 und 34 ab.
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Das
Analog kann Modifikation durch die Zugabe von Fettsäure bei
einer Epsilon-Aminogruppe von mindestens einem Lysinrest umfassen.
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Die
Erfindung umfasst Tyr1-Glucitol GIP (1–42), das
eine Zugabe von Fettsäure
bei einer Epsilon-Aminogruppe von mindestens einem Lysinrest aufweist.
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Fig.
1 Primäre
Struktur des humanen gastrischen inhibitorischen Polypeptids (GIP)
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Fig.
2 Primäre
Struktur des procinen gastrischen inhibitorischen Polypeptids (GIP)
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Analoge
von GIP (1–42)
können
eine verbesserte Kapazität
zur Stimulation der Insulinsekretion, der Verbesserung des Glucoseabbaus,
der Verzögerung
der Glucoseabsorption aufweisen oder können im Vergleich zu nativem
GIP verbesserte Stabilität
in Plasma aufzeigen. Sie können auch
eine verbesserte Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Abbau aufweisen.
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Jede
dieser Eigenschaften verbessert die Kraft des Analogs als therapeutisches
Agens.
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Analoge,
die D-Aminosäure-Substitutionen
in der 1., 2. und 3. Position und/oder N-glycierte, N-alkylierte,
N-acetylierte oder N-acylierte Aminosäuren in der 1. Position aufweisen,
sind in vivo gegenüber
Abbau widerstandsfähig.
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Verschiedene
Aminosäuresubstitutionen
an den zweiten und dritten Aminoendresten sind eingeschlossen, wie
etwa GIP (1–42)
Gly2, GIP (1–42)
Ser2, GIP (1–42)
Abu2, GIP (1–42)
Aib, GIP(1–42)
D-Ala2, GIP (1–42)
Sar2, und GIP (1–42)
Pro3.
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Aminoterminal
modifizierte GIP-Analoge umfassen N-glyciertes GIP (1–42), N-alkyliertes
GIP (1–42), N-acyliertes
GIP (1–42),
N-Acetyl GIP (1–42)
und N-Isopropyl
GIP (1–42).
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Weitere
stabilisierte Analoge umfassen jene mit einer Peptidisosterbindung
zwischen den Aminoendresten bei Positionen 2 und 3. Diese Analoge
können
gegenüber
der Plasmaenzym-Dipeptyl-Peptidase IV (DDP IV), die hauptsächlich für die Inaktivierung
von GIP durch das Entfernen des aminoterminalen Dipeptids Tyr1-Ala2
verantwortlich ist, widerstandsfähig
sein.
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In
bestimmten Ausführungsformen
stellt die Erfindung ein Peptid bereit, das stärker ist als humanes oder porcines
GIP beim Mäßigen von
Blutzuckerexkursionen, wobei das Peptid aus GIP (1–42) oder
N-terminalen Fragmenten
von GIP (1–42)
besteht, das aus bis zu 15 bis 30 Aminosäureresten aus dem N-Terminus (d.
h. GIP (1–15)-GIP
(1–3)) besteht,
wobei eine oder mehrere Modifikationen aus der Gruppe ausgewählt sind, die
aus Folgendem besteht:
- (a) Substitution von
Ala2 durch Gly
- (b) Substitution von Ala2 durch Ser
- (c) Substitution von Ala2 durch Abu
- (d) Substitution von Ala2 durch Aib
- (e) Substitution von Ala2 durch D-Ala
- (f) Substitution von Ala2 durch Sar
- (g) Substitution von Glu3 durch Pro
- (h) Modifikation von Tyr1 durch Acetylierung
- (i) Modifikation von Tyr1 durch Acylierung
- (j) Modifikation von Tyr1 durch Alkylierung
- (k) Modifikation von Tyr1 durch Glycierung
- (l) Umwandlung der Ala2-Glu3-Bindung
in eine psi [CH2NH]-Bindung
- (m) Umwandlung der Ala2-Glu3-Bindung in eine stabile Peptidisoter-Bindung
- (n) (n-Isopropyl-H) 1GIP.
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Die
Erfindung stellt auch die Verwendung von Tyr1-Glucitol
GIP in der Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Diabetes
bereit.
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Die
Erfindung stellt ferner verbesserte pharmazeutische Zusammensetzungen,
einschließlich
Analoge von GIP mit verbesserten pharmakologischen Eigenschaften,
bereit.
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Weitere
mögliche
Analoge umfassen gewisse üblich
anzutreffende Aminosäuren,
die nicht durch den genetischen Code kodiert sind, zum Beispiel
Beta-Alanin (beta-Ala) oder andere Omega-Aminosäuren, wie etwa 3-Amino-Propion,
4-Aminobuttersäure
und so weiter, Ornithin (Orn), Citrullin (Cit), Homoarginin (Har), t-Butyl-Alanin
(t-BuA), t-Butyl-Glycin (t-BuG),
N-Methylisoleucin (N-Melle), Phenylglycin (Phg) und Cyclohexylalanin
(Cha), Norleucin (Nle), Cysteinsäure
(Cya) und Methionin-Sulfoxid (MSO), Substitution der D-Form einer
neutralen oder sauren Aminosäure
oder der D-Form von Tyrosin um Tyrosin.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist auch eine pharmazeutische Zusammensetzung bereitgestellt, die
zur Behandlung von Typ-II-Diabetes nützlich ist, die eine wirksame
Menge des hierin beschriebenen Peptids unter Beimischung eines pharmazeutisch
akzeptablen Trägers
beinhaltet.
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Die
Erfindung stellt auch ein Verfahren zum N-terminalen Modifizieren
von GIP oder Analogen davon bereit, wobei das Verfahren die Schritte
des Synthetisierens des Peptids von der C-terminalen zu der vorletzten N-terminalen Aminosäure, des
Zugebens von Tyrosin zu einem Rührersystem
als Fmoc-geschützes Tyr(tBu)-Wang-Harz,
des Entschützens
des N-Terminus des Tyrosins und Eingehens einer Reaktion mit dem modifizierenden
Agens, des Zulassens, dass die Reaktion zum Ende gelangt, des Spaltens
des modifizierten Tyrosins von dem Wang-Harz und des Zugebens des modifizierten
Tyrosins zu der Peptidsynthesereaktion beinhaltet.
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Vorzugsweise
ist das Agens Glucose, Essigsäureanhydrid
oder Proglutaminsäure.
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Die
Erfindung wird unter Bezugnahme auf das nachstehende, nicht einschränkende Beispiel
und die begleitenden Zeichnungen darstellt, wobei:
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1a den
Abbau von GIP durch DPP IV veranschaulicht;
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1b den
Abbau von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch
DPP IV veranschaulicht;
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2a den
Abbau von GIP durch humanes Plasma veranschaulicht;
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2b den
Abbau von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch
humanes Plasma veranschaulicht;
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3 Elektrospray-Ionisierungs-Massenspektrometrie
von GIP, Tyr1-Glucitol GIP und dem Haupt-Abbaufragment
GIP (3–42)
veranschaulicht;
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4 die
Auswirkungen von GIP und glyciertem GIP auf Plasma-Glucosehomöostase zeigt;
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5 die
Auswirkungen von GIP auf Plasma-Insulinreaktionen zeigt;
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6 den
DDP-IV-Abbau von GIP 1–42
veranschaulicht;
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7 den
DDP-IV-Abbau von GIP (Abu2) veranschaulicht;
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8 den
DDP-IV-Abbau von GIP (Sar2) veranschaulicht;
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9 den
DDP-IV-Abbau von GIP (Ser2) veranschaulicht;
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10 den
DDP-IV-Abbau von N-Acetyl-GIP veranschaulicht;
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11 den
DDP-IV-Abbau von glyciertem GIP veranschaulicht;
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12 den
Abbau von humanem Plasma von GIP veranschaulicht;
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13 den
Abbau von humanem Plasma von GIP (Abu2)
veranschaulicht;
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14 den
Abbau von humanem Plasma von GIP (Sar2)
veranschaulicht;
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15 den
Abbau von humanem Plasma von GIP (Ser2)
veranschaulicht;
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16 den
Abbau von humanem Plasma von glyciertem GIP veranschaulicht;
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17 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Abu2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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18 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Abu2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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19 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Sar2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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20 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Sar2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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21 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Ser2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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22 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Ser2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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23 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
N-Acetyl-GIP 1–42
auf die Insulinfreisetzung aus bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen
zeigt;
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24 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
N-Acetyl-GIP 1–42
auf die Insulinfreisetzung aus bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen
zeigt;
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25 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
glyciertem GIP 1–42
auf die Insulinfreisetzung aus bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen
zeigt;
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26 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
glyciertem GIP 1–42
auf die Insulinfreisetzung aus bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen
zeigt;
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27 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Gly2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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28 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Gly2) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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29 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Pro3) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 5,6 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt;
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30 die
Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von GIP 1–42 und
GIP (Pro3) auf die Insulinfreisetzung aus
bei 16,7 mM Glucose inkubierten BRIN-BD11-Zellen zeigt.
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Beispiel 1
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Herstellung
von N-terminal modifiziertem GIP und Analogen davon.
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Die
N-terminale Modifikation von GIP ist im Wesentlichen ein dreistufiger
Prozess. Erstens wird GIP von seiner C-terminalen (beginnend bei
einem Fmoc-Gln (Trt)-Wang-Harz, Novabiochem) bis zu seiner vorletzten
N-terminalen Aminosäure (Ala2)
auf einem automatisierten Peptidsynthesizer (Applied Biosystems, CA,
USA) synthetisiert. Die Synthese erfolgt nach Standard-Fmoc-Peptid-Chemieprotokollen.
Zweitens wird die N-terminale Aminosäure nativen GIPs (Tyr) einem
manuellen Rührersystem
als ein Fmoc geschütztes
Tyr (tBu)-Wang-Harz zugegeben. Diese Aminosäure wird an ihrem N-Terminus
(Piperidin in DMF (20 % v/v)) entschützt und mit einer hohen Konzentration
an Glucose (Glycierung unter reduzierenden Bedingungen mit Natrium-Cynoborhydrid), Essigsäureanhydrid
(Acetylierung), Pyroglutaminsäure
(Pyroglutamin) usw. bis zu 24 h nach Bedarf eine Reaktion eingehen
gelassen, dass die Reaktion zum Ende gelangt. Die Vollständigkeit
der Reaktion wird unter Verwendung des Ninhydrin-Tests überwacht,
der die Anwesenheit verfügbarer
freier a-Aminogruppen bestimmt. Drittens wird (nachdem die Reaktion
abgeschlossen ist) das nun strukturell modifizierte Tyr von dem
Wang-Harz gespalten (95 % TFA und 5 % der angemessenen Radikalfänger gespalten. N.
B. Tyr wird als eine problematische Aminosäure betrachtet und könnte spezielle
Berücksichtigung
erfordern) und die erforderliche Menge an N-terminal modifiziertem
Tyr demzufolge direkt dem automatisierten Peptid-Synthesizer zugegeben,
der die Synthese weiterführen
wird, wodurch das N-terminal modifizierte Tyr auf das a-Amino von
GIP (Ala2) geheftet wird und somit die Synthese des GIP-Analogs
vervollständigt
wird. Dieses Peptid wird von dem Wang-Harz (wie oben) gespalten
und dann unter Verwendung des Standard-Büchnertrichters,
Präzipitation,
Rotationsverdampfung und Trocknungstechniken verarbeitet.
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Beispiel 2
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Das
nachstehende Beispiel untersucht die Herstellung von Tyr1-Glycitol-GIP zusammen mit der Evaluierung seiner
antihyperglykämischen
und Insulin freisetzenden Eigenschaften in vivo. Die Ergebnisse
zeigen eindeutig, dass dieses neuartige GIP-Analog im Vergleich
zu dem nativen GIP einen wesentlichen Widerstand gegenüber Aminopeptidasenabbau
und erhöhter
Glucose senkenden Aktivität
aufzeigt.
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Versuchsdesign
und Verfahren
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Materialien.
Humanes GIP wurde von der American Peptide Company (Sunnyvale, CA,
USA) gekauft. HPLC Grad Acetonitril wurde von Rathburn (Waikersburn,
Schottland) erhalten. Sequenzierung Grad Trifluoressigsäure (TFA)
wurde von Aldrich (Poole, Dorset, Vereinigtes Königreich) erhalten. Alle anderen
gekauften Chemikalien, einschließlich Dextran T-70, Aktivkohle,
Natrium-Cyanoborhydrid und Rinderserumalbumin-Fraktion V waren von
Sigma (Poole, Dorset, Vereinigtes Königreich). Diprotin A (DPA)
wurde von Calbiochem-Novabiochem
(UK) Ltd. (Beeston, Nottingham, Vereinigtes Königreich) gekauft und Ratteninsulin-Standard
für RIA
wurde von Novo Industria (Kopenhagen, Dänemark) erhalten. Umkehrphasen
Sep-Pak-Kartuschen (C-18) wurden von Millipore-Waters (Milford,
MA, USA) gekauft. Alles in diesen Experimenten verwendete Wasser
wurde unter Verwendung eines Milli-Q Wasserreinigungssystems (Millipore
Corporation, Milford, MA, USA) gereinigt.
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Aufbereitung
von Tyr1-Glucitol GIP. Humanes GIP wurde
mit Glucose unter reduzierenden Bedingungen in 10 mmol/l Natriumphosphat-Puffer
bei einem pH-Wert von 7,4 24 h lang inkubiert. Die Reaktion wurde durch
Zugabe von 0,5 mol/l Essigsäure
(30 μl)
gestoppt und die Mischung auf eine Vydac (C-18) (4,6 × 250 mm)
analytische HPLC-Säule
angewandt (The Separations Group, Hesperia, CA, USA) und die Gradienten-Elutionsbedingungen
wurden unter Verwendung von wässrigen/TFA-
und Acetonitril-/TFA-Lösungen
bewiesen. Den glycierten Höhepunkten
entsprechende Fraktionen wurden gepoolt, unter Vakuum getrocknet,
indem ein AES 1000 Speed Vac Konzentrator (Life Sciences International,
Runcorn, Vereinigtes Königreich)
verwendet wurde, und auf einer Supelcosil-(C-8) (4,6 × 150 mm)
Säule (Supelco
Inc., Poole, Dorste, Vereinigtes Königreich) zur Homogenität gereinigt.
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Abbau
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch DPP
IV. HPLC gereinigtes GIP oder Tyr1-Glucitol
GIP wurden bei 37 °C
mit DPP-IV (5 mU) verschiedene Zeitlängen lang in einem Reaktionsgemisch,
das bis zu 500 μl mit
50 mmol/l Triethanolamin-HCl, pH-Wert 7,8 (endgültige Peptidkonzentration 1
umol/l) zusammengesetzt ist, inkubiert. Enzymatische Reaktionen
wurden nach 0, 2, 4 und 12 Stunden durch die Zugabe von 5 μl 10 % (v/v)
TFA/Wasser beendet. Es wurden Proben zu einem endgültigen Volumen von
1,0 ml mit 0,12 % (v/v) TFA erstellt und vor der HPLC-Analyse bei –20 °C gelagert.
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Abbau
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch humanes
Plasma. Gepooltes humanes Plasma (20 μl), das sechs gesunden Menschen
entnommen wurde, wurde bei 37 °C
mit GIP oder Tyr1-Glucitol GIP (10 μg) für 0 und
4 Stunden in einem zu 500 μl
zusammengesetzten Reaktionsgemisch, das 50 mmol/l Triethanolamin/HCL-Puffer
pH-Wert 7,8 enthält,
inkubiert. Es wurden in Anwesenheit von Diprotin A (5 mU) auch Inkubationen
4 Stunden lang durchgeführt.
Die Reaktionen wurden durch die Zugabe von 5 μl TFA beendet und das endgültige Volumen
auf 1,0 ml unter Verwendung von 0,1 % v/v TFA/Wasser eingestellt.
Die Proben wurden zentrifugiert (13 000 g, 5 Min.) und die überstehende
Flüssigkeit
auf eine C-18 Sep-Pak-Kartusche (Millipore-Waters) angewandt, die
vorher vorbereitet und mit 0,1 % (v/v) TFA/Wasser gewaschen wurde.
Nach dem Waschen mit 20 ml 0,12 % TFA/Wasser, wurde gebundenes Material
durch Elution mit 2 ml 80 % (v/v) Acetonitril/Wasser freigesetzt
und unter Verwendung eines Speed-Vac Konzentratoos (Runcorn, Vereinigtes
Königreich)
konzentriert. Das Volumen wurde auf 1,0 ml mit 0,12 % (v/v) TFA/Wasser
vor der HPLC-Reinigung eingestellt.
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HPLC-Analyse
abgebauten GIPs und Tyr1-Glucitol GIPs.
Die Proben wurden auf eine Vydac C-18 weitporigen Säule, die
mit 0,12 % (v/v) TFA/H20 bei einer Durchflussmenge
von 1,0 ml/Min ausgeglichen wurde, angewandt. Unter Verwendung von
0,1 % (v/v) TFA in 70 % Acetonitril/H20,
wurde die Konzentration von Acetonitril in dem eluierten Lösungsmittel
von 0 % auf 31,5 % über
15 Min., auf 38,5 % über
30 Min. und von 38,5 % auf 70 % über
5 Min. unter Verwendung von linearen Gradienten erhöht. Das
Absorptionsvermögen wurden
bei 206 nm überwacht
und die Spitzenbereiche unter Verwendung eines Model 2221 LKB-Integrators evaluiert.
Manuell eingeholte Proben wurden unter Verwendung eines Speed-Vac
Konzentrators konzentriert.
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Elektrospray-Ionisierungs-Massenspektrometrie
(ESI-MS). Proben für
die ESI-MS-Analysen, die intakte und Abbaufragmente von GIP (aus
DPP-IV- und Plasmainkubationen)
sowie Tyr1-Glucitol GIP enthielten, wurden
durch HPLC weiter gereinigt. Peptide wurden in 100 μl Wasser
aufgelöst
(ungefähr
400 pmol) und auf den LCQ-Benchtop-Massenspektrometer (Finnigan
MAT, Hemel Hempstead, Vereinigtes Königreich), der mit einer Mikrobohrwerkzeug
C-18 HPLC-Säule
(150 × 2,0
mm, Phenomenex, Vereinigtes Königreich,
Ltd, Macclesfield) ausgestattet ist, angewandt. Proben (30 μl Direktschleifeninjektion)
wurden bei einer Durchflussmenge von 0,2 ml/Min. unter isokratischen
Bedingungen 35 % (v/v) Acetonitil/Wasser injiziert. Massenspektren wurden
aus dem Quadrupol-Ionenfallenmassenanalysegerät erhalten
und aufgezeichnet. Spektren wurden unter Verwendung des gesamten
Ionenabtastmodus über
den Masse-zu-Ladung-Bereich (m/z-Bereich) 150–2000 gesammelt. Die Molekularmasse
von GIP und die verwandten Strukturen wurden aus den ESI-MS-Profilen
unter Verwendung von prominenten multiplen aufgeladenen Ionen und
der nachstehenden Gleichung Mr = iMi–iMh (wobei Mr = Molekularmasse;
Mi = m/z-Verhältnis; i = Anzahl Aufladungen;
Mh = Masse eines Protons) bestimmt.
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In
vivo biologische Aktivität
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP. Die Auswirkungen
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP auf Plasmaglucose
und Insulinkonzentrationen wurden unter Verwendung von 10–12 Wochen
alten männlichen
Wistar-Ratten untersucht. Die Tiere wurden einzeln in einem klimatisierten
Raum und 22 ± 2 °C bei einem
12 Stunden Licht/12 Stunden Dunkel Zyklus gehalten. Trinkwasser
und eine Standard-Nagetierhaltungskost
(Trouw Nutrition, Belfast) wurden ad libitum bereitgestellt. Die
Nahrung wurde 18 Stunden lang vor der intraperitonealen Injektion
von nur Glucose (18 mmol/kg Körpergewicht) oder
in Kombination mit entweder GIP oder Tyr1-Glucitol
GIP (10 nmol/kg) entzogen. Prüflösungen wurden
in einem endgültigen
Volumen von 8 ml/kg Körpergewicht
verabreicht. Blutproben wurden bei 0, 15, 30 und 60 Minuten von
der abgetrennten Schwanzspitze von bei Bewusstsein befindlichen
Ratten in gekühlten
Fluorid/Heparin-Mikrozentrifugenröhrchen (Sarstedt,
Nümbrecht,
Deutschland) gesammelt. Proben wurden unter Verwendung einer Beckman-Mikrozentrifuge ungefähr 30 Sekunden
lang bei 13 000 g zentrifugiert. Plasmaproben wurden aliquotiert
und bei –20 °C vor den
Glucose- und Insulinermittlungen gelagert. Alle Tierstudien wurden
in Übereinstimmung
mit dem Animals (Scientific Procedures) Act 1986 durchgeführt.
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Analysen.
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Plasmaglucose
wurde mittels einer automatisierten Glucose-Oxidase-Prozedur unter Verwendung einer
Beckman-Glucoseoxydase-Analyseeinheit
II [33] untersucht. Plasmainsulin wurde mittels des vorher beschriebenen
Dextran-Kohle-Radioimmunoassays bestimmt [34]. Inkrementelle Bereiche
unter Plasma-Glucose und Insulinkurven (AUC) wurden unter Verwendung
eines Computerprogramms (CAREA) berechnet, indem die Trapezregel
[35] mit Basislinien-Subtraktion angewandt wurde. Die Ergebnisse
sind als mittlere ± SEM
ausgedrückt
und die Werte wurden unter Verwendung Student's ungepaartem t-Test verglichen. Die
Datengruppen wurden als bedeutend unterschiedlich angesehen, wenn
P < 0,05 war.
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Ergebnisse
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Abbau
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch DPP
IV. 1 veranschaulicht die typischen Spitzenprofile,
die aus der HPLC-Trennung der Produkte erhalten wurden, die aus
der Inkubation von GIP (1a) oder Tyr1-Glucitol GIP (1b) mit
DPP IV für
0, 2, 4 und 12 Stunden erhalten wurden. Die Retentionszeiten von GIP
and Tyr1-Glucitol GIP bei t = 0 waren 21,93
Minuten bzw. 21,75 Minuten. Der Abbau von GIP war nach 4 Stunden
Inkubation (54 % intakt) offensichtlich und nach 12 Stunden wurde
der Hauptteil (60 % inktakten GIPs) in das einzelne Produkt mit
einer Retentionszeit von 21,61 Minuten umgewandelt. Tyr1-Glucitol
GIP blieb durch die 2–12
Stunden Inkubation hindurch fast vollständig intakt. Die Trennung erfolgte
auf einer Vydac C-18-Säule unter
Verwendung von linearen Gradienten von 0 % bis 31,5 % Acetonitril über 15 Minuten,
bis 38,5 % über 30
Minuten und von 38,5 bis 70 % Acetonitril über 5 Minuten.
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Abbau
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP durch humanes
Plasma. 2 zeigt einen Satz typischer HPLC-Profile
der Produkte, die aus der Inkubation von GIPs oder Tyr1-Glucitol
GIPSs mit humanem Plasma für
0 und 4 h erhalten wurden. GIP (2a) mit
einer Retentionszeit von 22,06 Min. wurde schnell durch Plasma innerhalb
von 4 Stunden Inkubation umgewandelt, was eine Hauptabbauspitze
mit einer Retentionszeit von 21,74 Minuten erscheinen ließ. Im Gegensatz
dazu resultierte die Inkubation von Tyr1-Glucitol
GIP unter ähnlichen
Bedingungen (2b) nicht in die Bildung irgendwelcher
erfassbarer Abbaufragmente während
dieser Zeit mit nur einer einzelnen beobachteten Spitze mit einer
Retentionszeit von 21,77 Minuten. Die Zugabe von Diprotin A, ein
spezifischer Inhibitor von DPP IV, zu GIP während der 4 Stunden Inkubation
inhibierte den Abbau des Peptids durch Plasma vollständig, Es
sind. Spitzen, die intaktem GIP, GIP (3–42) und Tyr1-Glucitol
GIP entsprechen, angegeben. Eine Hauptspitze, die dem spezifischen
DPP-IV-Inhibitor
Tripeptid DPA entspricht, erscheint in den unteren Tafeln mit einer
Retentionszeit von 16–29
Min.
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Identifizierung
von GIP-Abbaufragmenten durch ESI-MS. 3 zeigt
die monoisotopischen Molekularmassen, die für GIP erhalten wurden, (Tafel
A), Tyr1-Glucitol GIP (Tafel B) und das
Haupt-Plasma-Abbaufragment von GIP (Tafel C) unter Verwendung von
ESI-MS. Die analysierten Peptide wurden von Plasmainkubationen wie
in 2 gezeigt, gereinigt. Peptide wurden in 100 μl Wasser
aufgelöst
(ungefähr
400 pmol) und auf die LC/MS, die mit einer Mikrobohrwerkzeug C-18
HPLC Säule
ausgestattet ist, angewandt. Proben (30 μl Direktschleifeninjektion)
wurden bei einer Durchflussmenge von 0,2 ml/Min. unter isokratischen
Bedingungen 35 % Acetonitil/Wasser angewandt. Massenspektren wurden
unter Verwednung eines Vierpol-Ionenfalle-Massenanalysegeräts aufgezeichnet.
Spektren wurden unter Verwendung des gesamten Ionenabtastmodus über den
Masse-zu-Ladung-Bereich (m/z-Bereich) 150–2000 gesammelt. Die Molekularmasse
(Mr) von GIP und die verwandten Strukturen
wurden aus den ESI-MS-Profilen unter Verwendung von prominenten
multiplen aufgeladenen Ionen und der nachstehenden Gleichung Mr = iMi–iMh bestimmt. Die exakte Molekularmasse (Mr) der Peptide wurde unter Verwendung der
Gleichung Mr = iMi-iMh, wie im Versuchsdesign und Verfahren definiert, berechnet.
Nachdem eine spektrale Mittelwertbildung unternommen worden war,
wurden prominente Spezies mit Mehrfachladungen (M+3H)3+ und
(M+4H)4+ von GIP bei m/z 1661,6 und 1246,8
erfasst, was intakter Mr 4981,8 bzw. 4983,2
Da (3A) entspricht. Ähnlich wurden für Tyr1-Glucitol GIP ((M+4H)4+ und
(M+5H)5+) bei m/z 1287,7 und 1030,3 erfasst,
was intakten Molekularmassen von Mr 5146,8
bzw. 5146,5 Da (3B) entspricht. Der Unterschied
zwischen den beobachteten Molekularmassen des vierpolig geladenen
GIPs und der N-terminal
modifizierten GIP-Spezies (163,6 Da) zeigte an, dass das letztgenannte
Peptid ein einzelnes Glucitol-Addukt, das Tyr1-Glucitol
GIP entspricht, enthielt. 3C zeigt
die prominenten mehrfach geladenen Spezies (M+3H)3+ und
(M+4H)4+, die von dem Hauptfragment von
GIP bei m/z 1583,8 und 1188,1 erfasst wurden, was intakter Mr 4748,4 bzw. 4748 Da (3C)
entspricht. Dies entspricht der theoretischen Masse der N-terminal gekürzten Form
des Peptids GIP (3–42).
Dieses Fragment war auch das Hauptabbauprodukt von DPP-IV-Inkubationen
(Daten nicht gezeigt).
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Auswirkungen
von GIP und Tyr1-Glucitol GIP auf Plasma-Glucose-Homöostase. 4 und 5 zeigen
die Auswirkungen von intraperitonealer (ip) Glucose alleine (18
mmol.kg) (Kontrollgruppe) und Glucose in Kombination mit GIP oder
Tyr1-Glucitol GIP (10 nmol/kg) auf Plasma-Glucose
und Insulinkonzentrationen.
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(4A)
Plasma-Glucosekonzentrationen nach ip Glucose alleine (18 mmol/kg)
(Kontrollgruppe) oder Glucose in Kombination mit entweder GIP von
Tyr1-Glucitol GIP (10 nmol/kg). Die Zeit
der Injektion ist durch den Pfeil (0 Min.) angegeben. (4B) Plasma-Glucose
AUC-Werte für
0–60 Min.
nach Injektion. Die Werte sind mittlere ± SEM für sechs Ratten. **P < 0,01, ***P < 0,001 im Vergleich
zu GIP und Tyr1-Glucitol GIP; ✝P < 0,05, ✝✝P < 0,01 im Vergleich
zu nicht gluciertem GIP.
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(5A).
Plasmainsulinkonzentrationen nach ip Glucose alleine (18 mmol/kg)
(Kontrollgruppe) oder Glucose in Kombination mit entweder GIP oder
glyciertem GIP (10 nmol/kg). Die Zeit der Injektion ist durch den Pfeil
angegeben. (5B) Plasmainsulin AUC-Werte wurden für jede der 3 Gruppen bis zu
90 Minuten nach der Injektion berechnet. Die Zeit der Injektion
ist durch den Pfeil (0 Min.) angegeben. Plasmainsulin AUC-Werte
für 0–60 Min.
nach Injektion. Die Werte sind mittlere ± SEM für sechs Ratten. *P < 0,05, **P < 0,001 im Vergleich zu
GIP und Tyr1-Glucitol GIP; ✝P < 0,05, ✝✝P < 0,01 im Vergleich
zu nicht glyciertem GIP.
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Verglichen
mit der Kontrollgruppe waren die Plasma-Glucose-Konzentrationen und der Bereich unter der
Kurve (AUC) bedeutend niedriger im Anschluss an die Verabreichung
von entweder GIP oder Tyr1-Glucitol GIP (4A, B).
Ferner waren individuelle Werte bei 15 und 30 Minuten zusammen mit
AUC bedeutend niedriger im Anschluss an die Verabreichung von Tyr1-Glucitol GIP im Vergleich zu GIP. Im Einklang
mit den bewiesenen Insulin freisetzenden Eigenschaften von GIP,
wurden die Plasma-Insulin-Konzentrationen von beiden mit Peptid
behandelten Gruppen bedeutend angehoben bei 15 und 30 Minuten im
Vergleich zu den Werten nach der Verabreichung von Glucose alleine
(5A). Die insgesamten Insulinreaktionen, die als
AUC geschätzt
sind, waren ebenfalls bedeutend höher für die beiden mit Peptid behandelten
Gruppen (5B). Trotz niedrigerer vorherrschender
Glucosekonzentrationen als die mit GIP behandelte Gruppe, war die
Plasmainsulinantwort, die als AUC berechnet wurde, im Anschluss
an Tyr1-Glucitol GIP bedeutend höher als
nach GIP (5B). Der bedeutende Anstieg
von Plasmainsulin bei 30 Minuten ist von besonderem Interesse, wobei
nahegelegt wird, dass die Insulin freisetzende Aktivität von Tyr1-Glucitol GIP langwieriger ist als GIP,
selbst im Hinblick auf einen verminderten glykämischen Stimulus (4A, 5A).
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Diskussion
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Das
zweiundvierzig Aminosäure-GIP
ist ein wichtiges Inkretin-Hormon, das von endokrinen K-Zellen des
Zwölffingerdarms
und des Leerdarms nach der Nahrungsaufnahme in den Kreislauf freigesetzt
wird. Der hohe Grad an struktureller Konservierung von GIP unter
Spezies unterstützt
die Ansicht, dass dieses Peptid eine wichtige Rolle im Stoffwechsel
spielt. Die Sekretion von GIP wird direkt durch aktiv transportierte
Nährstoffe
in dem Darmlumen ohne eine bemerkenswerte Eingabe von autonomen
Nerven stimuliert. Die wichtigsten Stimulanzien der GIP-Freisetzung
sind einfache Zucker und ungesättigte
langkettige Fettsäuren,
wobei die Aminosäuren
schwächere
Wirkungen ausüben.
Wie mit tGLP-1 ist die Insulin freisetzende Wirkung von GIP grundsätzlich glucoseabhängig. Dies
bietet Schutz gegenüber
Hypoglykämie
und erfüllt
dadurch eines der wünschenswertesten
Merkmale jedes beliebigen gegenwärtigen
oder potentiell neuen antidiabetischen Arzneimittels.
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Die
vorliegenden Ergebnisse zeigen das erste Mal, dass Tyr1-Glucitol
GIP gegenüber
Serum- und DPP-IV-Abbau starken Widerstand aufzeigt. Unter Verwendung
von ESI-MS zeigte die vorliegende Studie, dass natives GIP in vitro
schnell in ein wichtiges 4748,4 Da Abbauprodukt gespalten wurde,
das GIP (3–42) entsprach,
was frühere
Resultate bestätigte,
die Matrixunterstützte
Laserdesorptions/Ionisations-Massenspektrometrie verwendeten. Der
Serumabbau wurde vollständig
durch Diprotin A (Ile-Pro-Ile),
ein spezifischer kompetitiver Inhibitor von DPP-IV inhibiert, wobei
dieses als das Hauptenzym für
die GIP-Aktivierung in vivo bestätigt
wurde. Im Gegensatz dazu blieb Tyr1-Glucitol
GIP fast vollständig
intakt nach der Inkubation mit Serum oder DPP-IV für bis zu
12 Stunden. Dies deutet darauf hin, dass die Glycierung von GIP
an dem Amino-terminalen Tyr1-Rückstand
die potentielle Spaltungsstelle von DPP-IV maskiert und die Entfernung
von dem Tyr1-Ala2-Dipeptid
von dem N-Terminus verhindert, was die Bildung von GIP (3–42) verhindert.
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Im
Einklang mit dem In-Vitro-Schutz gegen DPP-IV verbesserte die Verabreichung
von Tyr1-Glucitol GIP bedeutend die Antihyperglykämieaktivität and Insulin
freisetzende Aktivität
des Peptids, wenn es zusammen mit Glucose Ratten verabreicht wurde.
Das native GIP verbesserte die Insulin-Freisetzung und reduzierte die
Glykämieexkursion,
wie sie in vielen früheren
Studien beobachtet wurde. Die amino-terminale Glycierung von GIP
erhöhte
die Insulin freisetzenden und antihyperglykämischen Aktivitäten des
Peptids um 62 % bzw. 38 %, wie von AUC-Messungen geschätzt. Eine
detaillierte kinetische Analyse ist schwer aufgrund der notwendigen
Einschränkung
von Probenahmezeiten, jedoch sind die höheren Insulinkonzentrationen
nach Tyr1-Glucitol GIP im Gegensatz zu GIP
bei 30 Minuten nach der Injektion indikativ für eine längere Halbwertzeit. Der Glykämieanstieg
war in beiden mit Peptid behandelten Gruppen bescheiden und die
Glucosekonzentrationen nach der Injektion von Tyr1-Glucitol
GIP waren konsistent niedriger als nach dem GIP. Da die insulinotropen Aktivitäten von
GIP Glucoseabhängig
sind, ist es wahrscheinlich, dass die Insulin freisetzende Kraft
von Tyr1-Glucitol
GIP in den gegenwärtigen
In-Vivo-Experimenten sehr unterschätzt wird.
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In-Vitro-Studien
in dem Labor der gegenwärtigen
Erfinder unter Verwendung von auf Glucose reagierenden klonalen
B-Zellen zeigten, dass die Insulin freisetzende Kraft von Tyr1-Giucitol GIP mehrere Größenordnungen größer als
GIP war und dass ihre Wirksamkeit empfindlicher gegenüber Änderungen
in Glucosekonzentrationen innerhalb des physiologischen Bereichs
war. Zusammen mit den vorliegenden In-Vivo-Beobachtungen, legt dies
nahe, dass die N-terminale Glycierung von GIP Widerstand auf den
DPP-IV-Abbau überträgt, während die
Rezeptor bindenden und Insulin sekretorischen Wirkungen auf die
B-Zelle verbessert
werden. Diese Attribute von Tyr1-Glucitol
GIP sind in vivo vollständig
exprimiert, wobei der DPP-IV-Widerstand den Abbau des Peptids zu
GIP (3–42)
behindert, wodurch die Halbwertzeit verlängert wird und die effektiven
Konzentrationen des intakten biologisch aktiven Peptids verbessert
werden. Es ist daher möglich,
dass glyciertes GIP die Insulin-Sekretion in vivo sowohl durch verbesserte
Kraft an dem Rezeptor als auch die Verbesserung des DPP-IV-Widerstands
steigert. Viele Studien haben daher gezeigt, dass GIP (3–42) und
andere N-terminal modifizierte Fragmente, einschließlich GIP
(4–42),
und GIP (17–42)
entweder schwach effektiv oder inaktiv bei der Stimulierung der
Insulinfreisetzung sind. Ferner bestehen Beweise, dass N-terminate
Beseitigungen von GIP zu Rezeptor antagonistischen Eigenschaften
in GIP Rezeptor transfizierten chinesischen Hamsternierenzellen
[9] resultieren, was nahelegt, dass die Inhibition von GIP-Katabolismus
auch den möglichen
Feedback-Antagonismus
auf dem Rezeptorniveau durch das gekürzte GIP (3–42) reduzieren würde.
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Zusätzlich zu
seinen insulinotropen Wirkungen können eine Anzahl anderer potentiell
wichtiger extrapankreatischer Wirkungen von GIP der verbesserten
antihyperglykämischen
Aktivität
und anderen vorteilhaften metabolischen Wirkungen von Tyr1-Glucitol GIP beitragen. Diese umfassen
die Stimulierung von Glucoseaufnahme in Adipozyten, die erhöhte Synthese
von Fettsäuren
und die Aktivierung von Lipoproteinlipase in adiposem Gewebe. GIP
fördert
auch die Plasma-Triglycerid-Clearance
als Reaktion auf orale Fettbelastung. Es hat sich gezeigt, dass
GIP in der Leber die insulinabhängige
Inhibition von Glycogenolyse verbessert. GIP reduziert auch sowohl
die Glucagon stimulierte Lipolyse in adiposem Gewebe als auch die
hepatische Glucoseproduktion. Schließlich deuten neuste Resultate
darauf hin, dass GIP eine potente Wirkung auf die Glucoseaufnahme
und den Metabolismus in isoliertem Zwerchfellmuskel von Mäusen hat.
Letztere Aktivität
kann mit tGLP-1 geteilt werden, und beide Peptide weisen die zusätzlichen
Vorteile des Stimulierens von Somatostatin-Sekretion und dem Verlangsamen
der Magenentleerung und der Nahrungsaufnahme auf.
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Zum
Schluss hat diese Studie zum ersten Mal aufgezeigt, dass die Glycierung
von GIP an dem amino-teminalen Tyr1-Rückstand
den GIP-Katabolismus
durch das Beeinträchtigen
der proteolytischen Aktivitäten von
Serum-Peptidasen begrenzt und dadurch seine Halbwertzeit in vivo
verlängert.
Diese Wirkung wird durch die antihyperglykämische Aktivität und erhöhten Insulinkonzentrationen
in vivo verstärkt,
was nahe legt, dass die DPP IV resistenten Analoge neben tGLP-1
als potentiell nützliche
therapeutische Agenzien für
NIDDM erforscht werden sollten. Tyr1-Glucitol
GIP scheint in dieser Hinsicht besonders interessant zu sein, da
eine derartige amino-terminale Modifikation von GIP die glucoseabhängige insulinotrope
Kraft eher verstärkt
als beeinträchtigt,
wie dies kürzlich
für tGLP-1
beobachtet wurde.
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Beispiel 3
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Dieses
Beispiel betrachtete weiter die Fähigkeit zusätzlicher N-terminaler struktureller
Modifikationen von GIP durch das Verhindern der Inaktivierung durch
DPP und in Plasma und ihrer zugehörigen Erhöhung sowohl der Insulin freisetzenden
Kraft als auch des potentiellen therapeutischen Wertes. Natives
humanes GIP, glyciertes GIP, acetyliertes GIP und eine Anzahl von
GIP-Analogen mit N-terminalen Aminosäuresubstitutionen wurden getestet.
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Materialien und Methoden
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Reagenzien
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Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie
(HPLC) Grad Acetonitril wurde von Rathburn (Walkersburn, Schottland)
erhalten. Sequenzierung Grad Trifluoressigsäure (TFA) wurde von Aldrich
(Poole, Dorset, Vereinigtes Königreich)
erhalten. Dipeptidyl-Peptidase IV wurde von Sigma (Poole, Dorset,
Vereinigtes Königreich)
gekauft und Diprotin A wurde von Calbiochem-Novabiochem (Beeston,
Nottingham, Vereinigtes Königreich)
gekauft. RPMI 1640 Gewebekulturmedium, fetales Kalbsserum, Penicillin
und Streptomycin wurden alle von Gibco (Paisley, Strathclyde, Vereinigtes
Königreich)
gekauft. Alles in diesen Experimenten verwendete Wasser wurde unter
Verwendung eines Milli-Q Wasserreinigungssystems (Millipore, Millford,
MA, USA) gereinigt. Alle anderen verwendeten Chemikalien waren von
der höchsten
verfügbaren
Reinheit.
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Synthese von
GIP und N-terminal modifizierten GIP-Analogen
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GIP,
GIP (Abu2), GIP (Sar2), GIP (Ser2), GIP (Gly2) und GIP (Pro3) wurden auf
einem Applied Biosystems automatisierten Peptidsynthesizer (Modell
432A) unter Verwendung eines feste Phase Standard-Fmoc-Vorgangs
sequentiell synthetisiert, wobei mit einem Fmoc-Gln-Wang-Harz begonnen
wurde. Im Anschluss an die Spaltung von dem Harz durch Trifluoressigsäure: Wasser,
Thioanisol, Ethanedithiol (90/2,5/5/2,5, ein Gesamtvolumen von 20
ml/g Harz), der Harz wurde durch Filtrierung entfernt und das Filtratvolumen
wurde unter reduziertem Druck gesenkt. Trockener Diethylether wurde
langsam zugegeben, bis ein Präzipitat
beobachtet wurde. Das Präzipitat
wurde durch Zentrifugieren mit langsamer Geschwindigkeit in Diethylether
resuspendiert und wieder zentrifugiert, wobei dieser Vorgang mindestens
fünf mal
durchgeführt
wurde. Die Kügelchen
wurden dann in vacuo getrocknet und durch Hochdruck-Flüssigkeitschromatographie
mit umgekehrten Phasen (HPLC) auf einem Waters Millennium 2010 Chromatographiesystem
(Software-Version 2.1.5.)
als rein bewertet. N-terminal glyciertes und acetyliertes GIP wurde
durch die geringfügige
Modifikation eines veröffentlichten
Verfahrens präpariert.
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Elektrospray-Ionisierungs-Massenspektrometrie
(ESI-MS) wurde wie in Beispiel 2 beschrieben, durchgeführt.
-
Der
Abbau von GIP und neuartigen GIP-Analogen von DPP-IV- und humanem
Plasma wurde wie in Beispiel 2 beschrieben durchgeführt.
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Kultur von
Insulin sekretierenden Zellen
-
BRIN-BD11-Zellen
[30] wurden in sterilen Gewebekulturflaschen (Corning, Glass Works,
Vereinigtes Königreich)
unter Verwendung eines RPMI-1640 Gewebekulturmediums, das 10 % (v/v)
fetales Kalbsserum, 1 % (v/v) Antibiotika (100 U/ml Penizillin,
0,1 mg/ml Streptomycin) und 11,1 mM Glucose enthielt, kultiviert.
Die Zellen wurden bei 37 °C
in einer Atmosphäre
von 5 % CO2 und 95 % Luft unter Verwendung
eines LEEC-Brutschranks
(Laboratory Technical Engineering, Nottingham, Vereinigtes Königreich)
gehalten.
-
Akute Tests
auf Insulinsekretion
-
Vor
dem Experiment wurden die Zellen von der Oberfläche der Gewebekulturflaschen
mit Hilfe von Trypsin/EDTA (Gibco) gesammelt, in 24-Multiwell-Platten
(Nunc, Roskilde, Dänmark)
bei einer Dichte von 1,5 × 105
Zellen pro Well angeimpft und über
Nacht bei 37 °C
anhaften gelassen. Vor den akuten Tests auf Insulinfreisetzung wurden
40 Min. lang eine Vorinkubation bei 37 °C in 1,0 ml Krebs Ringer Bicarbonatpuffer
(115 mM NaCl, 4,7 mM KCl, 1,28 mM CaCl2,
1,2 mM KH2PO4, 1,2
mM MgSO4, 10 mM NaHCO3,
5 g/l Rinderserumalbumin, pH-Wert 7,4) supplementiert mit 1,1 mM
Glucose durchgeführt.
Die Testinkubationen wurden bei zwei Glucosekonzentrationen (5,6
mM und 16,7 mM) mit einem Bereich an Konzentrationen (10–13 bis
10–8 M)
GIP oder GIP-Analogen durchgeführt
(n = 12). Nach 20 Min. Inkubation wurde der Puffer aus jedem Well
entfernt und es wurden Allquote (200 μl) verwendet, um durch Radioimmunoassay
[31] Insulin zu messen.
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Statistische
Analyse
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Die
Ergebnisse sind als mittlere ± S.E.M.
ausgedrückt
und die Werte wurden unter Verwendung von Student's ungepaartem t-Test
verglichen. Die Datengruppen wurden als bedeutend unterschiedlich
angesehen, wenn P < 0,05
war.
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Ergebnisse
und Erörterung
-
Die
strukturelle Identifizierung von GIP und GIP-Analogen durch ESI-MS Die
monoisotopischen Molekularmassen der Peptide wurden unter Verwendung
von ESI-MS bestimmt. Nachdem spektrale Durchschnittsmessung durchgeführt worden
war, wurden prominente mehrfach geladene Spezies (M+3H) 3+ und (M+4H) 4+
für jedes
Peptid erfasst. Berechnete Molekularmassen bestätigten die strukturelle Identität synthetischen GIPs
und jedes der N-Terminalen Analoge.
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Abbau von
GIP und neuartigen GIP-Analogen durch DPP IV
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6–11 stellen
die typischen Spitzenprofile dar, die von der Hochdruck-Flüssigkeitschromatographie-Trennung
der Reaktionsprodukte erhalten wurden, welche durch die Inkubation
von GIP, GIP (Abu2), GIP (Sar2), GIP (Ser2), glyciertem GIP und
acetyliertem GIP mit DPP IV für
0, 2, 4, 8 und 24 h erhalten wurden. Die in Tabelle 1 zusammengefassten
Ergebnisse zeigen an, dass glyciertes GIP, acetyliertes GIP, GIP
(Ser2) und GIP (Abu2) widerstandsfähiger sind als natives GIP
gegenüber
In-Vitro-Abbau mit DPP IV. Aus diesen Daten scheint GIP (Sar2) weniger
widerstandsfähig
zu sein.
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Abbau von
GIP und GIP-Analogen durch humanes Plasma
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12–16 zeigen
einen repräsentativen
Satz von HPLC-Profilen, die von der Inkubation von GIP und GIP-Analogen
mit humanem Plasma für
0, 2, 4, 8 und 24 h erhalten wurden. Es wurden nach 24 h Inkubation
in Gegenwart von DPA auch Beobachtungen angestellt. Diese Ergebnisse
sind in Tabelle 2 zusammengefasst und sind allgemein mit DPP-IV-Inkubationen vergleichbar,
jedoch sind die Bedingungen, die In-Vivo-Bedingungen widerspiegeln weniger enzymatisch
schlimm. GIP wurde durch das Plasma schnell abgebaut. Im Vergleich
zeigten alle getesteten Analoge Widerstand gegenüber Plasmaabbau auf, einschließlich GIP (Sar2),
das aus DPP-IV-Daten am wenigsten widerstandsfähig aller getesteter Peptide
zu sein schien. DPA inhibierte wesentlich den Abbau von GIP und
aller getesteter Analoge mit vollständiger Beseitigung von Abbau in
den Fällen
von GIP (Abu2), GIP (Ser2) und glyciertem GIP. Dies zeigt an, dass
DPP-IV ein Hauptfaktor bei dem In-Vivo-Abbau von GIP ist.
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Dosisabhängige Auswirkungen
von GIP und neuartigen GIP-Analogen auf Insulinsekretion
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17–30 zeigen
die Auswirkungen einer Reihe von Konzentrationen von GIP, GIP (Abu2),
GIP (Sar2), GIP (Ser2), acetyliertem GIP, glyciertem GIP, GIP (Gly2)
und GIP (Pro3) auf Insulinsekretion von BRIN-BD11-Zellen bei 5,6
und 16,7 mM Glucose. Natives GIP provozierte eine prominente und
dosisabhängige
Stimulation von Insulinsekretion. Im Einklang mit früheren Studien
[28] wies das glycierte GIP-Analog eine bedeutend größere insulinotrope
Reaktion im Vergleich zu nativem Peptid auf. N-terminal acetyliertes GIP wies ein ähnliches
Muster auf und das GIP (Ser2) Analog provozierte ebenfalls eine
starke Reaktion. Aus diesen Tests schienen GIP (Gly2) und GIP (Pro3)
die am wenigsten potenten Analoge hinsichtlich der Insulinfreisetzung
zu sein. Andere getestete stabile Analoge, und zwar GIP (Abu2) und
GIP (Sar2), wiesen ein komplexes Muster von Empfindlichkeit in Abhängigkeit
von der angewandten Glucosekonzentration und -dosis auf. Daher waren
sehr niedrige Konzentrationen äußerst potent
unter hyperglykämischen
Bedingungen (16,7 mM Glucose). Dies legt nahe, dass sich selbst
diese Analoge als therapeutisch nützlich bei der Verwendung von Typ-2-Diabetes
erweisen können,
wenn insulinotrope Kapazität
zusammen mit In-Vivo-Abbau die Peptidkraft diktiert.
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Tabelle
1: % verbleibenden intakten Peptids nach der Inkubation mit DPP-IV
-
Tabelle
2: % verbleibenden intakten Peptids nach der Inkubation mit humanem
Plasma
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Die
Tabellen repräsentieren
den Prozentsatz des intakten Peptids (d. h. GIP 1-42) relativ zu
dem Hauptabbauprodukt GIP 3–42.
Die Werte wurden von in dreifacher Ausfertigung durchgeführten HPLC-Spuren entnommen
und die mittleren und S.E.M.-Werte wurden berechnet. DPA ist Diprotin
A, ein spezifischer Inhibitor von DPP IV.