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Vorrichtung zur Wiedergabe des Formzustandes von menschlichen und
tierischen Körperteilen, insbesondere des menschlichen Fußes, für orthopädische
Zwecke Das Patent 596 76z betrifft eine Vorrichtung zur Wiedergabe des Formzustandes
von menschlichen und tierischen Körperteilen, insbesondere des menschlichen Fußes,
für orthopädische Zwecke mit einer Vielzahl von gegen die Wirkung von Federn parallel
verschiebbaren Stiften, an deren Enden keilförmige Flachmesser angebracht sind,
deren Spitzen in der Ruhelage gleichen Abstand von einer zur Aufnahme eines Stanzblattes,
einer Karte o. dgl. dienenden Unterlage haben. Der Zweck der Vorrichtung ist, durch
die unterschiedliche Verschiebung der Messer durch den auf die Stifte aufgesetzten
Körperteil lineare Einschnitte verschiedener Länge in dem Stanzblatt hervorzubringen,
die ein schematisches Bild des Formzustandes des Körperteiles darstellen. Zur Auswertung
dieses Bildes, beispielsweise für die Zwecke der Herstellung von orthopädischen
Hilfseinrichtungen, ist es von wesentlicher Bedeutung, daß die Beziehung zwischen
der Schnittlage und Schnittlänge im Stanzblatt einerseits und der Lage des zugehörigen
Körperpunktes anderseits einfach ist. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht,
daß die an den Enden der Stifte angebrachten keilförmigen Flachmesser unsymmetrische
Keilform erhalten; ferner stehen die Flachmesser erfindungsgemäß unter der Wirkung
einer gemeinsamen Rückstelleinrichtung.
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Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen Fig. r die Vorrichtung von der Breitseite_
gesehen, Fig. 2 die Schmalseite der Vorrichtung, Fig.3 eine teilweise Draufsicht
auf die Vorrichtung, Fig. 4 in größerem Maßstab einen Stift mit Messer und Fig.
5 ein Schema für die Schnittwirkung der Keilmesser.
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Die Vorrichtung besteht wie bei dem Hauptpatent aus einer Vielzahl
von aufrechtstehenden Stiften r, die in Abstand voneinander in zwei parallelen Platten
2 und 3 geführt sind und durch Federn 4 derart nach oben gedrückt werden, daß die
Stiftköpfe in- unbelastetem Zustande in einer Ebene liegen. Am unteren Ende der
Stifte r sind keilförmige Flachmesser 5 befestigt, die drei geschlitzte Platten
6, 7 und 8 durchsetzen. Zwischen den Platten 7 und 8 ist ein enger Spalt 9 zum Ein-
schieben des Stanzblattes, das durch die niedergehenden Messer
stellenweise durchschnitten wird. Um nun den Einstich der keilförmigen Flachmesser
in dieses Stanzblatt jeweils als iLNTullpunkt der linearen Aufzeichnung dauernd
zu erhalten und für die Auswertung der Aufzeichnungen benutzen zu können, sind die
Flachmesser als unsymmetrische Keile gestaltet, und zwar derart, daß die eine Schneidkante
io in der Stoßrichtung der Messerspitze verläuft. Dadurch sind die sich ergebenden
Durchstanzungen des Blattes jeweils als einfache Strecken zu werten, deren Länge
in mittelbarer Beziehung zum Messerweg und dadurch zur Punktlage des betreffenden
Körperteils steht. Ist die wirksame Messerfläche, wie Fig. 5 zeigt, ein rechtwinkliges
Dreieck, dessen senkrechte Schneidkante 10 3 cm lang und. dessen waagerechter Schenkel
i1 1,5 cm lang ist, so ergibt sich die einfache Beziehung, daß bei einer Schnittlänge
gleich Null im Stanzblatt der zugehörige Körperpufikt in der Ebene der Stiftköpfe
liegt. Bei einer Schnittlänge von 1J2 cm liegt der zugehörige Körperpunkt i cm unter
der Ausgangsebene der Stiftköpfe, bei einer Schnittlänge von i cm dagegen 2 cm unter
dieser Ausgangsebene, und bei einer Schnittlänge von 1,5 cm liegt der Körperpunkt
3 cm unter der Ausgangsebene der Stiftköpfe. Das Stanzblatt kann von vornherein
derart eingestellt werden, daß die Körperpunkthöhen ohne weiteres und ohne Umrechnung
an der Länge der Einschnitte abgelesen werden können, was die Verwertung der Abbildungen
beispielsweise zur Herstellung von Fußeinlagen wesentlich erleichtert. 1)a es dabei
von besonderer Bedeutung ist, daß die Messer genau parallel zueinander geführt werden
und keine Verschiebung aus dieser Lage während des Niederdrückens erfahren, können
die Stifte i in bekannter Weis unrund ausgeführt werden und in. unrunden Führungen
der Platten 2 und 3 gleiten. Da es vorkommen kann, daß sich die Führungsstifte i
in den Platten 2, 3 und besonders die unsymmetrischen Messer 5 im Stanzblatt beim
Niederdrücken klemmen und die schwachen Federn 4. nicht genügend Kraft zum Zurückschnellen
erzeugen, ist an der Vorrichtung eine für alle Messer gemeinsame Rückstelleinrichtung
angebracht, die aus der den Messerreihen entsprechend geschlitzten Platte 6 besteht.
Diese Platte ist an den vier Eck-Säulen der Vorrichtung geführt und liegt für gewöhnlich
auf der Plätte 7 auf, die sie beiderseits überragt, wie aus Fig.2 zu erkennen ist.
An diesen seitlichen Vorsprüngen 12 und 13 wird die Platte von zwei Exzenterpaaren
14-und 15 untergriffen, die paarweise fest auf Achsen 16 und 17 sitzen. Zur wahlweisen
Bewegung dieser Achsen und ihrer Exzenter ist auf der Achse 16 ein Handhebel 18.
befestigt; weiterhin sind die beiden Achsen 16 und 17 an fest aufgekeilten Armen
i9 durch Stangen 2o miteinander gekuppelt. Beim Niederziehen des aufrechten Handhebels
18 drehen sich die Exzenterpaare 14 und 15 gleichzeitig und heben die Platte 6 hoch,
die zwischen den Messern 5 hochgleitet und etwa steckengebliebene Messer durch Anstoßen
an ihre Stiftenden aus der Klemmung löst und zum Hochschnellen bringt. Dadurch ist
erreicht,, daß die Messer 5 und ihre Stifte i vor der Benutzung der Vorrichtung
zusammen in die Ausgangslage gebracht werden können. Die Rückbewegung der Platte
6 erfolgt beim Zurückdrehen des Handhebels 18 von selbst.
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Ein wichtiges Moment, insbesondere für die Wiederholungen von Abbildungen
des gleichen Körperteiles, ist die Erreichung der wiederholten Gleichlage des Körperteiles
zu den Messern. Um diese zu sichern, ist an der Vorrichtung über den Stiftköpfen
eine Haltevorrichtung befestigt, die beispielsweise den gleichen Fuß immer wieder
in die gleiche Lage zu den Messern bringt, so daß die hergestellten Stanzblätter
vollkommen identisch werden. Diese Haltevorrichtung besteht aus einer Art Zange
21, deren Schenkel um eine feste aufrechte Achse 22 gegen Federkraft 23 gespreizt
werden können. An den den Fuß fassenden Schenkeln 2q. sind Führungsrollen 25 angebracht,
die die senkrechte Bewegung des Fußes in der Zange 21 zulassen und erleichtern.
Um ein Verdrehen der Zange 21 an der Achse 2z zu verhindern, sind an den äußeren
Schenkeln 26 Lenker 27 und 28 drehbar befestigt, deren freie Enden zu einem
Gelenkpunkt 29 zusammengefaßt sind; letzterer gleitet mit einem Stift
30 in einer unverschieblichen Schlitzführung 3i, wodurch die Syminetrieebene
der Zange 2i bei jeder Spreizung die gleiche Lage zu den Messern beibehält.