Vorrichtung zur Feststellung des Forlnznatandes von menschlichen und tierischen Körperteilen, insbesondere der menschlichen Füsse.. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Feststellung des Formzustandes von menschlichen und tierischen Körperteilen, insbesondere der menschlichen Füsse. Es ist bekannt, den Formzustand des menschlichen Fusses mit Hilfe einer Vielzahl parallel zu einander geführter Stifte durch Abtasten fest zustellen, um danach orthopädische Hilfsein richtungen herzurichten. Die vorliegende Er findung benutzt ebenfalls eine Vielzahl parallel zueinander verschiebbarer, zweckmässig unter Federlast stehender Stifte.
Ihr besonderes Merkmal besteht darin, dass an den Enden der Stifte keilförmige Flachmesser angebracht sind, deren Spitzen bei Gleichläge der Stift köpfe in der Ausgangsebene in gleichem Abstand über einem zur Aufnahme eines Stanzblattes, (beziehungsweise einer Karte oder dergleichen) dienenden Matrizentisches stehen, das durch die Messer nach Massgabe der Stiftverschiebung durch den Körperteil durchschnitten wird. In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes wiedergegeben.
Fig. 1 zeigt die Vorrichtung von der Längsseite gesehen; Fig. 2 zeigt die Schmalseite der Vorrich tung; Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die Vor richtung; Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf den Matr izentisch ; Fig. 5 zeigt in grösserem Massstab einen Stift mit Messer; Fig. 6 zeigt ebenfalls in grösserem Mass stab einen Stift mit einem anders geformten Messer; Fig. 7 zeigt ein Schema der Schnittwir kung der Messer nach Fig. 5;
Fig. 8 zeigt ein mit der Vorrichtung er zieltes Fusssohlenschema.
Die dargestellte Vorrichtung enthält zwei Matrizenplatten 1 und 2 in Ausführung gemäss Fig. 4, die mit engem, an beiden Längsseiten und rückwärts geschlossenem Zwischenraum 3 übereinander liegen, in welchen ein Stanz- blatt oder eine Karte eingefügt werden kann. Die Matrizenplatten 1, 2 sind mit zueinander korrespondierend liegenden, engen Querschlit zen 4 versehen. Die zum Abtasten des Kör perteils dienenden Stifte 5 sind in zwei mit Abstand übereinander liegenden Platten 6, 7 geführt und tragen an ihrem untern Ende keilförmige Flachmesser 8, die sich in den Schlitzen der Platten 1, 2 bewegen können.
Zwischen den Führungsplatten 6, 7 sitzen auf jedem Stift Schraubenfedern 9, die sieh mit ihrem untern Ende gegen die untere Platte 7 stemmen und mit ihrem obern Ende an einem auf jedem Stift befestigten Bund 10 anliegen. Die Federn 9 haben das Bestreben, die Stifte 5 in ihre oberste, durch die Platte 6 bestimmte Stellung zu drücken, wobei die Spitzen der von ihnen getragenen Messer 8 in die Schlitze der obern Matrizenplatte 2 eintauchen und die Stiftköpfe in der gleichen Ausgangsebene liegen. Die vier Platten 1, 2, 6, 7 sind an ihren vier Ecken durch Säulen 11, die mit Füssen 12 ausgestattet. sind, zusammengefasst und dazwischen noch durch senkrechte Streben 13 versteift.
Die Flächengrösse der Vorrichtung bestimmt sich nach der Grösse des, wiederzugebenden Kör perteils, ebenso die Zahl der Stifte 5, die gleichmässig in genügenden Abständen auf die Vorrichtung verteilt sind. Die von den Stiften 5 getragenen Flachmesser 8 können, wie Fig. 5 zeigt, symmetrische Keilform oder, wie die Fig. 2 und 6 zeigen, unsym metrische Keilform haben. Um zu erreichen, dass die Messer 8 genau parallel zueinan der geführt werden und keine Verschiebung aus dieser Lage während des Niederdrückens erfahren, sind die Stifte (Schäfte) 5 urrund ausgeführt und haben in den Platten 6, 7 dementsprechend urrunde Führungen.
Indem Beispiel sind die Stifte 5 als irr Querschnitt quadratische Prismen dargestellt, denen qua dratische Führungen, die ein Verdrehen un möglich machen, entsprechen. Jede ändere urrunde Form würde in gleicher Weise dem erstrebten Zweck dienen. Da es leicht vor kommen kann, dass sich die so geführten Stifte 5 und ihre Messer 8 beim Niederdrücken in den Führungen 6, 7 und vor allem in den Stanzkarten festklemmen und die schwachen Federn 9 nicht genügend Kraft zum Zurück schnellen erzeugen, ist an der Vorrichtung eine für alle Messer gemeinsame Rückstell- einrichtung angebracht.
Dieselbe besteht aus einer ähnlich wie die Matrizenplatte 1 gemäss Fig. 4 geschlitzten Platte 14, die an den Säulen 11 der Vorrichtung Führung findet und für gewöhnlich auf der Platte 2 aufliegt und dieselbe beiderseits, wie Fig. 2 erkennen lässt, etwas überragt. Diese Platte 14 wird von den Keilmessern 8 in ihren Schlitzen durchsetzt: An den seitlich vorspringenden Längsrändern 15 und 16 der Platte 14 greifen von unten her zwei Exzenterpaare 17, 18 an, die paarweise fest auf Achsen 19 und 20 sitzen. Zur wahlweisen Bewegung dieser Ach sen 19, 20 und ihrer Exzenter 17, 18 und damit der Platte 14 ist auf der Achse 19 ein Handhebel 21 befestigt.
Weiterhin sind die beiden Achsen 19, 20 an fest aufgekeilten Armpaaren 22, 23 durch Stangen 24, 25 mit einander verkuppelt. Beim Niedergehen des aufrechten Handhebels 21 drehen sich die Exzenterpaare 17, 18 gleichzeitig und heben die Platte 14 hoch, die darin zwischen den Messern 8 hochgleitet und etwa verklemmte Messer und Stifte 5 durch Anstossen an die untern Stiftenden löst und zum Hochschnellen bringt. Die Rückbewegung der Platte 14 erfolgt beim Zurückdrehen des Handhebels 21 von selbst.
Um dem abzubildenden.Körperteil an der Vorrichtung Halt zu geben und bei Wieder holungen der Abbildungen in die gleiche Lage zu bringen, ist an der Vorrichtung einseitig über den Stiften 5 eine Haltevorrichtung be festigt. Diese besteht aus einer Art Zange, deren Schenkel 26, 27 um eine feste auf rechte Achse 28 gegen die Kraft der Feder 29 gespreizt werden können. An den den abzubildenden Körperteil, zum Beispiel Fuss, fassenden Schenkeln 26, 27 sind Führungs rollen<B>80</B> angebracht, die. die senkrechte Be- wegung des Fusses in der Zange zulassen und erleichtern.
Um ein Verdrehen der Zange um die Achse 28 zu verhindern, sind an den äussern Schenkeln Lenker 31 und 32 drehbar befestigt, deren freieEnden zu einem Cxelenk33 zusammengefasst sind, das mit einem Stift 34 in einer unverschieblichen Schlitzführung 35 gleitet, wodurch die Symmetrieebene der Zange bei jeder Spreizung die gleiche Lage zu den Messern 8 beibehält.
Soll mit der Vorrichtung beispielsweise der Formzustand eines Fusses festgestellt werden, so wird der Fuss auf die Stifte 5 gestellt, die unter Anspannung der Federn 9 nach Massgabe der Fussform bei belastetem oder unbelastetem Fuss nach unten gedrückt werden. Die Messer 8 durchstanzen dabei die in den Spalt eingefügte Karte 36 inner halb des Fussumrisses an verschiedenen Stellen in kürzeren und längeren Schnitten; wie dies das Bild der Fig. 8 erkennen lässt. Die Lage der Schnitte entspricht der Lage derjenigen Punkte des Fusses, von welchen jeweils der Druck auf die Stifte 5 ausgeht. Die Schnitt länge der Kerben ist einerseits ein Mass für die Druckstärke und anderseits für die Höhen lage bezw. Vertiefung der betreffenden Fuss stelle.
Durch Bestimmung des ursächlichen Druckes und durch Abmessung der einzelnen Schnittlängen kann jeder Fusspunkt nach Ort und Tiefenlage festgelegt werden. Um. jeweils den Einstich der keilförmigen Flachmesser 8 in die Stanzkarte 36 als Null-Punkt der linearen Aufzeichnung dauernd zu erhalten und für die Auswertung der Aufzeichnungen benützen zu können, sind gemäss den Dar stellungen der Fig. 2 und 6 die Flachmesser 8 derart als unsymmetrische Ktile gestaltet, dass die eine Schneidkante 37 im senkrechten Weg der Messerspitze liegt.
Dadurch sind die sich ergebenden Durchstanzungen der Karte als einfache Strecken zu werten, deren Länge in unmittelbarer Beziehung zum Messer weg und dadurch zur Punktlage des betref fenden Körperteils steht. Ist die wirksame Messerfläche, wie Fig. 7 zeigt, ein rechtwink liges Dreieck, dessen senkreckte Schneidkante a beispielsweise 3 cm lang und dessen wag- rechter Schenkel b 1,5 cm lang ist, so ergibt sich die einfache Beziehung, dass bei einer Schnittlänge gleich Null in der Karte 36 der zugehörige Körperpunkt mindestens 3 cm über dem Stiftkopf liegt. Bei einer Schnittlänge von 1/. cm liegt der zugehörige Körperpunkt 2 cm über der Ausgangsebene der Stiftköpfe.
Bei einer Schnittlänge von 1 cm dagegen 1 cm über dieser Ausgangsebene und bei einer Schnittfläche von 1,5 Cm liegt der Körperpunkt in der Ausgangsebene der Stift köpfe. Die Karte kann von vornherein durch ein Liniennetz derart eingeteilt werden, dass die Körperpunkthöhen ohne weiteres und ohne Umrechnung an den Einschnitten abgelesen werden können, was die Verwertung der Wiedergabe beispielsweise zur Herstellung von Fusseinlagen wesentlich erleichtert. Auf Grund eines solchen Schemas lässt sich der Fuss morphologisch und funktionell vollkom men erkennen. Solche schematische Wieder gaben können auch zu Erkennungszwecken dienen, da Körperformen wie Fussformen usw. individuell verschieden sind.