[go: up one dir, main page]

DE591974C - Verfahren zur UEbermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift - Google Patents

Verfahren zur UEbermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift

Info

Publication number
DE591974C
DE591974C DE1930591974D DE591974DD DE591974C DE 591974 C DE591974 C DE 591974C DE 1930591974 D DE1930591974 D DE 1930591974D DE 591974D D DE591974D D DE 591974DD DE 591974 C DE591974 C DE 591974C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pulse
transmission
contacts
switching means
character
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1930591974D
Other languages
English (en)
Inventor
Eberhard Hettler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Siemens and Halske AG
Siemens Corp
Original Assignee
Siemens and Halske AG
Siemens Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens and Halske AG, Siemens Corp filed Critical Siemens and Halske AG
Application granted granted Critical
Publication of DE591974C publication Critical patent/DE591974C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04LTRANSMISSION OF DIGITAL INFORMATION, e.g. TELEGRAPHIC COMMUNICATION
    • H04L9/00Cryptographic mechanisms or cryptographic arrangements for secret or secure communications; Network security protocols
    • H04L9/38Encryption being effected by mechanical apparatus, e.g. rotating cams, switches, keytape punchers

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Computer Security & Cryptography (AREA)
  • Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Storage Device Security (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM
30. JANUAR 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 a1 GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom it. Oktober 1930 ab
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift mittels Telegraphenapparatc, die mit Impulskombinationen arbeiten, insbesondere mit Start-Stop-Telegraphcnapparaten.
Es sind Verfahren zur Erreichung einer Geheimschrift bei Telegraphenapparaten, die mit Fünferimpulskombination arbeiten, bekannt, wobei der zu sendende Buchstabe oder das Zeichen mechanisch oder elektrisch verändert wird. Die Veränderungen erfolgen bei synchron laufenden Apparaten mit Lochstreifenbetrieb vielfach derart, daß ein zweiter oder mehrere Lochstreifen mit verabredetem Text oder zuvor festgelegter Schlüsselfolge mit den zu sendenden Lochstreifen vorzugsweise auf elektrischem Wege in Verbindung gebracht werden.
Es sind auch Einrichtungen zur Übertragung von Geheimschrift für nach dem Start-Stop-Prinzip arbeitende Telegraphenapparate bekannt, wobei eine jeweilig eingestellte Impulskombinatiort des zu sendenden Zeichens in ihrer Gesamtheit durch eine Schlüsselvorrichtung verändert wird, bevor die Einzelelemente des Zeichens durch, die Sendekontakte abgetastet werden. Hierbei kann parallel zum Sendetext durch mechanische Speicher oder durch Lochstreifenbetrieb ein oder mehrere Chiffriertexte gegeben werden,
deren Kombination ausgesendet wird. Zur Erhöhung der Verschlüsselung wird hierbei die Ver- und Entschlüsselungsvorrichtung während der Zeichenübertragung ständig neu eingestellt.
Es: wurde ferner vorgeschlagen, durch eine nach einem besonderen Schlüssel arbeitende Kontaktanordnung eine direkte Veränderung der einzelnen Zeichenelemente vorzunehmen. Es erfolgt somit eine Impulswertänderung, z. B. in der Weise, daß beim Stromwechselbetrieb der Minuswert irgendeines Zeichenelementes als Pluswert erscheint oder daß bei Impulsübertragung durch Stromänderung der Stromschritt in eine Stromunterbrechung geändert wird. Es ist auch bekannt, eine Verschlüsselung lediglich durch Impulsverwürfe-' lung der Zeichenelemente vorzunehmen, d.h. daß die örtliche bzw. zeitliche Reihenfolge der einzelnen Zeichenelemente einer einem Zeichen entsprechenden Impulskombination bei der Aussendung des Zeichens vertauscht wird und daß empfangsseitig die Vertäu- ,. schung vor Aufnahme in der Empfangseinrichtung wieder aufgehoben wird.
Die oben beschriebenen Einrichtungen und Verfahren sind jedoch für eine Übermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift nicht sicher genug. Gemäß der Erfindung soll ein Verfahren geschaffen werden, das den Vorteil einer besseren Geheimhaltemöglich-
*) Von dem Palentsuclier ist als der Erfinder angegeben worden:
Eberhard Hettler in Berlin-Siemensstadt.
keit besitzt und besonders gut bei modernen Telegraphenapparaten anwendbar ist. Erfindungsgemäß soll zur Übermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift, wobei die einzelnen Zeichen mittels Impulskombination übertragen werden und eine während der Zeichenübertragung ihre Einstellung ändernde Ver- und Entschlüsselungsvorrichtung vorgesehen ist, so verfahren werden, daß die
ίο Schlüsselvorrichtung die Reihenfolge der Aussendung der einzelnen Elemente einer Impulskombination vertauscht und außerdem eine Veränderung des Impulswertes, z. B. Vertauschung eines Minusimpulses in einen Plusimpuls, bewirkt.1 Empfangsseitig wird ebenfalls die Vertauschung und Veränderung der Impulselemente vor der Aufnahme in der Empfangseinrichtung wieder aufgehoben. Durch die Kombination der bekannten Impulswertänderung mit der bekannten Impulsverwürfelung der Zeichenelemente wird eine bedeutend bessere Geheimhaltemöglichkeit erreicht als bisher bei den bekannten Verfahren möglich war. Die Vertauschung der Reihenfolge der Zeichenelemente und die Veränderung des Impulswertes der einzelnen Zeichenelemente erfolgen unabhängig voneinander.
Gemäß der weiteren Erfindung wird jede Zeichenkombination zur Verbesserung der Geheimhaltung mehrmals der Verwürfelung und Impulswertänderung unterworfen. Sendeseitig wird, wie bekannt, jede Zeichenkombination durch Wähl schienen eingestellt. Durch die Verschlüsselungseinrichtung wird der Zeichenwert der einzelnen Zeichenelemente verändert, . und über die Kontakte der der Verwürfelung dienenden Anordnung wird nun die bereits verschlüsselte Impulskombination durch die Seiidenockenwelle abgegriffen und nochmals verwürfelt auf die Leitung übertragen. Der Empfänger stellt bezüglich der Entschlüsselungseinrichtungen das Spiegelbild zur Sendeeinrichtung dar. Empfangsseitig wird die ankommende Impulskombination durch eine Empfangsnockenwelle der Entschlüsselungseinrichtung in ihrer zeitlichen Reihenfolge nacheinander elementweise aufgenommen und über die Verwürfelung und die Impulswertänderungen entziffernde Einrichtungen in der örtlichen, entschlüsselten Reihenfolge auf einen Speicher gebracht, der hernach durch normale Nockenkontakte abgegriffen wird und so die Zeichenkombination in der richtigen zeitliehen Reihenfolge auf die Empfangsmagneten überträgt.
Eine weitere Erfindung bezieht sich auf die
Ausbildung einer besonders vorteilhaften und
: einfachen Verwürfelungsanordnung. Man kann für die Erreichung einer Impulsverwürfelung innerhalb einer bestimmten Impulsreihe die den einzelnen Impulsen zugehörigen Verbindungsadern innerhalb der Apparatur, die jeweils das Potential für die Bestimmung des entsprechenden Zeichenelementes führen, mit der gleichen Anzahl von Adern, die zu der Verteiler- oder Abtastvorrichtung führen, in Kreuzverbindung bringen, wie es in Fig. 3, beispielsweise für eine Fünferimpulsreihe, dargestellt ist. Es ergibt in diesem Falle immer das Quadrat der vorhandenen Verbindungsleitungen bzw. Impulse die mindest erforderliche Anzahl der Schaltmittel zur Vertauschung der Verbindungsadern zwecks Erreichung beliebiger Verwürfelungskombinationen.
Eine weitere Vereinfachung der Verwürfelungseinrichtung wird gemäß weiterer Erfindung dadurch erzielt, daß durch besondere Ausbildung der Einrichtung die erforderliche Anzahl der Schaltmittel kleiner wird als das Quadrat der verwendeten Impulse bzw. der vorhandenen Verbindungsadern. Die Verwürfelung wird in diesem Falle so vorgenommen, daß immer zwei Impulselemente miteinander gegenseitig in der Reihenfolge vertauscht werden, so daß die Anzahl der nötigen Schaltmittel gegeben ist durch die Zahl der zwischen den einzelnen Impulsen möglichen Kombinationen. Es kommen dabei bei Fünferalphabet von den zehn möglichen Kombinationen höchstens zwei gleichzeitig bei einer Zeichenübertragung zur Anwendung. Man erreicht bei dieser Art der Verwürfelung also eine Ersparnis an Schaltmitteln und vor allem eine Vereinfachung der zur Steuerung dieser Schaltmittel erforderlichen Einrichtungen.
Die Schaltmittel zur Vertauschung der Verbindungsadern sind nun zweckmäßig als too Schalter mit zwei Stellungen ausgebildet, in dessen einer Stellung eine Verwürfelung der entsprechenden Impulselemente erzielt wird, während in der anderen Stellung eine Verwürfelung nicht stattfindet.
In den Fig. 4 und 5 sind zwei Ausführungsbeispiele des die spezielle Verwürfelungsanordnung betreffenden Erfindungsgedankens im Prinzip dargestellt. Die je zwei Verbindungsadern umfassenden Kästen stellen schematisch die Schaltmittel dar, die dazu dienen, diese beiden Adern bzw. die entsprechenden Impulse in ihrer Reihenfolge miteinander zu vertauschen. Diese Schaltmittel bestehen im wesentlichen aus Wechselkontakten, die durch besondere Steuerorgane, beispielsweise Nockenscheiben, gesteuert werden, und zwar sind die Kontakte ihrem Zwecke entsprechend paarweise vorgesehen. Ihre Normalstellung, das ist die 12η Stellung, in welcher die mit ihnen verbundenen Adern keine Vertauschung mit irgend-
einer anderen Ader erfahren, wird in Fig. 4 durch den parallelen Verlauf der die Verbindung darstellenden Linie gezeigt, so daß die gestrichelt gekennzeichnete Kreuzung die Vertauschung der beiden Adern kennzeichnet, während in Fig. 5 die Normalstellung der Schaltmittel durch die sich kreuzenden Linien und die vertauschende Stellung durch die gestrichelte Parallelführung der die
to Verbindungsadern darstellenden Linien angedeutet wird- Es läßt diese prinzipielle Darstellungsart also erkennen, daß nach Fig. 4 die Schaltmittel, die einer bestimmten Verbindungsader zugehören, immer nur die in der jeweiligen örtlichen- Reihenfolge ihnen direkt benachbarten^ Schaltmittel berühren, während nach Fig. 5 die Wechselkontakte einer Verbindungsleitung jeweils alle übrigen Verbindungsadern treffen. Durch entsprechende gleichzeitige Betätigung einer oder mehrerer dieser aus Wechselkontakten bestehenden Schaltmittel läßt sich .jede gewünschte Verwürfelung erreichen.
In der Fig. 1 ist zur beispielsweisen Be-Schreibung der Erfindung schematisch die Sendeeinrichtung in Verbindung mit den Verschlüsselungseinrichtungen dargestellt, wobei die Impulskombination derart verschlüsselt wird, daß die einzelnen Impulswerte verändert und außerdem noch die einzelnen Impulselemente gegeneinander vertauscht bzw. verwürfelt werden. Fig. 2 zeigt die entsprechenden Einrichtungen der Empfangsseite. Es ist dabei zu bemerken, daß die der Ver- und Entschlüsselung dienenden Einrichtungen genau gleich eingestellt sind und nach jeder Zeichenübertragung eine gleiche Neueinstellung erfahren.
In der Fig. 1 bedeuten 1 bis S die Wahlschienen, die beim Drücken der Taste Te der Tastatur T verstellt werden, wodurch die Wechselkontakte It1 bis k5, dem Zeichen entsprechend, das übertragen werden soll und das der gedrückten Taste entspricht, eingestellt werden. Der Potentialwert der betätigten Kontaktfeder dieser fünf Kontakte ist maßgebend für den Impulswert des entsprechenden Zeichenelementes. Diese Wechselkontakte stehen nun mit weiteren als Doppelwechselkontakte ausgebildeten Kontakten in Verbindung, die durch eine besondere Nokkenscheibenanordnung betätigt werden, und zwar ist diese Nockenscheibenanordiiung der Einfachheit halber nur für die ersten beiden Wechselkontakte, 11 bzw. 21 dargestellt, die dem ersten und zweiten Zeichenelement entsprechen. Durch diese Wechselkontakte 11 bis 51 wird nun der Potentialwert für die Kontakte kx bis k5 zwecks Verschlüsselung beliebig vertauscht. Es sind die Nockenscheiben N1, N2 usw. gegenseitig mit einer verschiedenen Anzahl von. Nocken versehen, wobei die einzelnen Scheiben auch gleichzeitig mit verschiedenen Geschwindigkeiten weitergeschaltet werden. Es wird dies erreicht, wie aus der Figur ohne weiteres hervorgeht, durch verschieden gewählte Übersetzungsverhältnisse für das Getriebe der einzelnen Scheiben, das durch eine gemeinsame Antriebswelle AW, die von einer Welle A angetrieben wird, in Bewegung gesetzt wird. Die Fortschaltung zwecks Neueinstellung erfolgt ruckweise, zweckmäßig nach jeder Zeichenübertragung. Es ist zu ersehen, daß auf diese Weise für jede Zeichenkombination eine andere Umwertung der Impulswerte und eine genügende Variation der Schlüsselung erreicht wird.
Die so schon verschlüsselt eingestellten Kontakte Iz1 bis k5 werden nun über die Verbindungsleitungen I1 bis I5 mit den Schal'tmitteln der Verwürfelungseinrichtung CW verbunden. Diese Schaltmittel bestehen, wie die Figur zeigt, aus paarweise vorgesehenen Wechselkontakten, die in einer Anzahl vorbanden sind, die den möglichen aus diesen fünf Verbindungsleitungen herstellbaren Kombinationen entsprechen, also zehn an der Zahl. Es sind der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber jedoch nur zwei eingezeichnet, und zwar die beiden, die einer Vertauschung der ersten und der fünften Verbindungsader entsprechen. Über die Kontakte dieser Anordnung werden nun die Verbindungsadern weitergeführt zu den Kontakten' der Sendenockenwelle SW. Diese Kontakte werden durch die Nockenscheiben F1 bis F5 nacheinander betätigt und senden dadurch die verschlüsselte Impulskombination auf die Leitung. .
Die in der Fig. 2 dargestellten Anordnun- ·. gen der Empfangseinrichtung entsprechen im wesentlichen, hauptsächlich was die Schlüsseleinrichtungen anbetrifft, den Anordnungen, wie sie die Fig. 1 zeigt. Über die ek-Kontakte, die durch die Nockenscheiben F1, F2 usw. gesteuert werden, werden die verschlüsselt eintreffenden Impulse nun zunächst über die rfw-Kontakte der Entwürfelungseinrichtung DCW geführt und von dort· entwürfelt'110 auf die Anordnung DCT gegeben, in der die im Sender hervorgerufene Veränderung der Impulswerte der einzelnen Zeichenelemente wieder aufgehoben wird. Die Kontakte der Einrichtung DCW werden durch die Nockenscheibe Nw, die Kontakte der Anordnung ■' DTC durch die Nockenscheiben JV gesteuert, entsprechend wrie die betreffenden Nockenscheiben auf der Sendeseite. Diese Nockenscheiben werden auch wie sendeseitig von einer gemeinsamen Antriebswelle AW in Bewegung gesetzt, und zwar die einzelnen Nocken-
scheiben untereinander durch verschiedene Wahl des Übersetzungsverhältnisses ihres Antriebes mit verschiedener Geschwindigkeit. Die sich in der Sende- und Empfangseinrichtung entsprechenden Nocken sind natürlich, was ihre Nockenzahl und ihre Fortschaltegeschwindigkeit anbetrifft, genau gleich ausgebildet und nehmen auch jeweils dieselbe Stellung ein, so daß die in der Sendeeinrichtung hervorgerufene (doppelte) Verschlüsselung in der Empfangseinrichtung wieder aufgehoben wird. Die Kondensatoren -C1 bis C5 werden nun im Sinne der unverschlüsselten Impulskombination aufgeladen.
Diese gewissermaßen als Speicher wirkende Anordnung vwird alsdann über die Kontakte eki bis ek5', die gleichzeitig durch die Nok-
. kenscheiben F1' bis F5' geschlossen werden, abgegriffen. Die polarisierten Relais .R1 bis Rh werden dadurch eingestellt, so daß die einzelnen Kontakte dieser Relais rx bis r5 dann der unverschlüsselten Impulskombination entsprechend geöffnet oder geschlossen eingestellt sind. Sie werden mittels der Nockenwellenanordnung G hernach in bekannter Weise durch die Kontakte gk± bis gk5 abgegriffen, wodurch der Stromkreis des Empfangsmagneten EM des Telegraphenapparates dem Zeichen entsprechend, das übertragen werden soll, beeinflußt wird. Die Neueinstellung der Ver- und Entschlüsselungseinrichtungen kann zweckmäßig während der Zeit des fünften Impulses erfolgen. Die Einschaltung der Nockenwellenanordnung G geschieht ebenfalls etwa während der Zeitdauer des fünften Impulses durch Erregen des Auslösemagneten AMG über den durch die Nockenscheibe F1 geschlossenen Kontakt ek7. Es kommt dann das Zeichen zum Abdruck, das bei der vorhergehenden Zeichenübertragung auf den durch die Kondensatoren C und die Relais R hergestellten Speicher gegeben wurde.
Die Übermittlung eines Zeichens durch die in den Fig. 1 und 2 dargestellten Anordnungen wird nun folgendermaßen vor sich gehen.
Es sei angenommen, die Stellung der Einrichtung CT bzw. DCT und der Einrichtung CW bzw. DCW entspräche im Sender und Empfänger der Grundstellung oder einer aus dem fortlaufenden Schlüssel beliebig herausgegriffenen Stellung, die eine Veränderung des ersten Zeichenelementes und eine Vertauschung oder Verwürfelung des ersten und fünften Elementes miteinander zur Folge hat. Es sind also, wie auch aus den Figuren zu erkennen ist, die Kontakte it (idt) der Einrichtung CT (DCT) und die Kontakte 6 zu (6 dw) der Verwürfelungsvorrichtung CW (DCW) im Sender und Empfänger umgelegt, während alle anderen Kontakte sich in der Normalstellung befinden, die keine Verschlüsselung der übrigen Impulselemente bedeutet. Wird also beim Drücken der Taste Te (Fig. 1) die beispielsweise den Buchstaben e = -\ 1—1—|- kennzeichnende Impulsreihe durch die Wählschienen 1 bis 5 und deren Kontakte Ze1 bis k5 eingestellt, so wird unter dem Einfluß der vorgeschalteten Einrichtung CT zur Veränderung der Impulswerte die Impulsreihe in die Zeichenkombination h + + = Wr, die dem Wagenrücklauf für Blattdrucker entspricht, und weiterhin unter dem Einfluß der Verwürfelungseinrichtung in die Kombination
-\ j—I = χ geändert, so daß also die
Impulskombination des Buchstaben χ in seitlicher bzw. örtlicher Reihenfolge durch die Abtastung der Nockenscheiben F1 bis F6 auf das Senderelais SR übertragen wird.
Der dritte Impuls der Kombination wird also in der gewählten Verschlüsselungskombination unverschlüsselt weitergegeben. Der ihm entsprechende Stromkreis für das Senderelais SR, das bei diesem Impuls seinen Kontakt sr geschlossen hat, so daß ein Stromschritt übertragen wird, ist folgender: Batteriemitte MB, Wicklung SR, Sendekontakt sk3 (während der Dauer dieses Impulses geschlossen), geschlossener oberer Wechselkontakt A3, Kontakt 3 t, -\- Batterie BA. Der Veränderung des Impulswertes des ersten Impulses entsprechend ist der Kontakt it umgelegt, so daß, wenn die Verwürfelungseinrichtung CW nicht zwischengeschaltet wäre, an Stelle des durch den Kontakt Ii1 eingestellten Plusimpulses das· Senderelais SR im Sinne einer Stromunterbrechung erregt werden würde, obwohl der Kontakt ^1 einem Stromschritte entsprechend eingestellt ist. Es ist angenommen, daß der erste Impulswert an Stelle des fünften und dieser an Stelle des ersten übertragen werden soll; es ist also der zur Aussendung gelangende erste Impuls ein Plusimpuls, während der fünfte, wie schon angegeben, als Minusimpuls oder Stromunterbrechung erscheint. Stromkreis für den fünften zur Aussendung gelangenden Impuls: MB, SR, sk5j umgelegter Kontakt β w (ι), Kontakt 1 w (4), I1, Ze1, \t, -BA. Das Relais SR wird umgepolt und der Kontakt sr ist geöffnet. Der ursprünglich erste Impuls wird also durch Umlegen des Kontaktes 6 w über den Kontakts^ als fünfter Impuls auf die Leitung gegeben, während der fünfte Impuls über den Stromkreis MB, SR, skv umgelegter Kontakt 6 ψ (3), I5, kh, 51, -\^.BA als ierster Impuls übertragen wird. Dier zweite Impuls wird unverschlüsselt als Minusimpuls übertragen, Stromkreis: MB, SR, Sk2, iw (2), I2, unterer Wechselkontakt
. von k2, 2 t, BA. Die Übertragung des vierten Impulses erfolgt in bekannter Weise. Die durch den Kontakt sr übertragene Impulskombination wird auf der Empfangsseite von dem Empfangs relais CER der Entschlüsselungseinrichtung aufgenommen (Fig. 2). Mit dem Eintreffen des stets unverändert bleibenden Startimpulses wird durch den Auslösungsmagneten AMF, der über den geschlossenen Kontakt S1^6 eingeschaltet wird, die Empfangsnockenwelle F für den Umlauf freigegeben. Wie schon erwähnt, haben die Schlüsselnocken der Entschlüsselungseinrichtung dieselbe Stellung wie die des Senders und stehen während der Aufnahme einer Impulsreihe fest. Jedoch unterscheidet sich hier die Kontaktanordnung der Verwürfelungsvorrichtung DCW im Vergleich zu der des Senders CW darin, daß die Reihenfolge der Würfelkontakte, in welcher eine bestimmte von einem Abtastkontakt kommende Verbindungsader die Wechselkontakte durchläuft, das Spiegelbild des Senders darstellt. Die verschlüsselten Zeichenelemente gelangen über die Kontakte der Würfelvorrichtung DCW entwürfelt auf die Anordnung DCT. Dort werden die Kondensatoren C1 bis C5 in einem Sinne aufgeladen, der der ursprünglichen unveränderten Impulskombination entspricnt. Der dritte Impuls, der unverschlüsselt als Stromschließung (Pluszeichen) eintrifft, erregt das polarisierte Speicherrelais R3 so, daß sein Kontakt r3 geschlossen ist und diesen Impuls als Stromschritt auf den Empfangsmagneten EM überträgt. ' Stromkreis für den Ladestrom des entsprechenden Kondensators C3: -|- BA, cer, ekz, oberer Kontakt 3 dt, C3, 3 dt, MB. Der Kondensator wird also so aufgeladen, daß seine obere Belegung gegenüber der unteren Minuspotential trägt. Das Relais R3 wird, wie schon erwähnt, dabei beim Umlauf der Nockenwelle F über den Kontakt ekz' so erregt, daß der Empfangsmagnet BM den dritten Impuls als Stromschritt erhält. Der Kondensator C4 wird ebenfalls im gleichen Sinne aufgeladen wie der Kondensator C5, so daß, auch der vierte Impuls den Empfangsmagneten als Stromschritt beeinflußt. Der Kondensator C2 wird beim zweiten Impuls umgekehrt aufgeladen, so daß seine untere Belegung gegenüber der oberen Minuspotential besitzt. Stromkreis: —B, umgelegter Kontakteer, ek2, oberer Kontakt 2 dt, C2, Kontakt 2 dt, MB. Der zweite Impuls gelangt also als Stromunterbrechung auf den Empfangsmagneten. Der erste Impuls trifft ein als Stromschritt und soll als fünfter Impuls ebenfalls in Form eines·Stromschrittes auf den Empfangsmagneten gelangen. Dies wird erreicht durch Umlegen der entsprechenden Wechselkontakte 6 dw der. Entwurf elungseinrichtung, so daß beim ersten eintreffenden Impuls der Kondensator C5 gleich wie die Kondensatoren C3 und C4 aufgeladen wird über den Stromkreis: + BA1 cer, eku 6 dzv (ι), τ dw (2), oberer Kontakt 5 dt, C5, S dt, MB. Der fünfte als Stromunterbrechung eintreffende .Impuls soll als erster Impuls in Form einer Stromschließung auf den Empfangsmagneten gegeben werden. Die Kontakte 6 dw und 1 dt sind umgelegt, so daß der Kondensator C1 so aufgeladen wird, daß seine obere Belegung Minus- und seine untere Pluspotential besitzt. Stromkreis: -BA, umgelegter Kontakten, ckr,, 6dw (3), \dw (4), unterer Kontakt ι dt, C1, MB.
Die Kondensatoren führen jetzt, wie beschrieben, die Ladung im Sinne der ursprünglichen Impulskombination -j ]- -f- -J- = e.
Beim Ablauf der Abtastwelle F werden die Kondensatoren nacheinander über die Kontakte eki bis ekb über die Relais R1 bis R5 entladen, wodurch diese ihre Anker, wie schon angeführt, entsprechend einstellen. Es wird nun vor Stillstand der Welle F über den Kontakt ßÄ:7 der Auslösemagnet AMG erregt, der den Umlauf der Nockenwelle G veranlaßt. Der Kontakt der Nockenscheibe G6 gibt durch Unterbrechen des Ruhestromkreises den Startimpuls zum Empfangsmagneten, worauf die weiteren Nocken G1 bis G5 die 'eingestellten Kontakte Z1 bis /5 der Speicherrelais R1 bis R5 abtasten. Der Empfangsmagnet bringt also den zu übertragenden Buchstaben e zum Abdruck.

Claims (11)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Übermittlung telegra- 10c phischer Nachrichten in Geheimschrift, wobei die einzelnen Zeichen mittels Impulskombinationen übertragen werden und eine während der Zeichenübertragung ihre Einstellung ändernde Ver- und Entschlüs- ioj selvorrichtung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlüsselvorrichtung die Reihenfolge der Aussendung der einzelnen Elemente einer Impulskombination vertauscht und außerdem eine Ver- nc änderung des Impulswertes, z. B. Vertauschung eines Minusimpulses in einen Plusimpuls, bewirkt und daß zugleich die Vertauschung und Veränderung der Impulselemente empfangsseitig wieder n; aufgehoben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertauschung der Reihenfolge der Zeichenelemente und die Veränderung des Impulswertes der einzelnen Zeichenelemente unabhängig voneinander erfolgt.
: 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß j ede Zeichenkombination zur Verbesserung der Geheimhaltung mehrmals der Verwürfelung und Impulswertänderung unterworfen wird.
. 4. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß. eine Vertauschung der elektrischen Leiter (Verbindungsadern) erfolgt, durch die die Kontakte der die normale Aussendung der Zeichenimpulse bewirkenden Einrichtung (Sendenockenwelle) mit den Kontakten verbunden sind, welche von den Wählschienen der Sendetastatur gesteuert werden.
5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der vorgesehenen Schaltmittel kleiner ist als das Quadrat der vorhandenen Verbindungsadern.
6. Einrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die einer Verbindungsader zugehörigen Schaltmittel nur die in der jeweiligen örtlichen Reihenfolge ihnen direkt benachbarten Adern berühren.
7. Einrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die einer Verbindungsader zugehörigen Schaltmittel insgesamt alle weiteren vorhandenen Adern berühren.
8. Einrichtung nach Anspruch 3, da- · durch gekennzeichnet, daß die Schaltmittel aus paarweise angeordneten Wechselkontakten bestehen, an deren Mittelfedern jeweils die zu vertauschenden Verbindungsadern angeschlossen sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 1 oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltmittel zur Vertauschung der Impulsreihenfolgen durch während der Zeichenübertragung weitergeschaltete Nockenscheiben für eine neue Verwürfelung eingestellt werden.
10. Einrichtung nach Anspruch 1 und den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Reihenfolge der Chiffriervorgänge am Empfänger umgekehrt zu der Reihenfolge der Chiffriervorgänge des Senders ist.
11. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß die den einzelnen Impulselementen entsprechenden Verbindungs ädern die ihnen zugehörigen Schaltmittel (Wechselkontakte) der Verwürfelungseinrichtung empfangsseitig in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen wie sendeseitig. *
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
DE1930591974D 1930-10-11 1930-10-11 Verfahren zur UEbermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift Expired DE591974C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE591974T 1930-10-11

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE591974C true DE591974C (de) 1934-01-30

Family

ID=6573032

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1930591974D Expired DE591974C (de) 1930-10-11 1930-10-11 Verfahren zur UEbermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE591974C (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE767367C (de) * 1939-05-11 1952-06-19 Lorenz A G C Verschluesselungseinrichtung zur zeitlichen Vertauschung von Fuenfer-Alphabet-Impulsen
DE957311C (de) * 1952-08-17 1957-01-31 Hell Rudolf Dr Ing Fa Vorrichtung zum Verschluesseln und Entschluesseln von Zeichen unter Verwendung einer mit Kodeimpulsen arbeitenden Telegraphen- oder Fernschreibmaschine und einer Schluesselmaschine
DE974447C (de) * 1943-05-15 1960-12-29 Normalzeit G M B H Verschluesselungsgeraet

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE767367C (de) * 1939-05-11 1952-06-19 Lorenz A G C Verschluesselungseinrichtung zur zeitlichen Vertauschung von Fuenfer-Alphabet-Impulsen
DE974447C (de) * 1943-05-15 1960-12-29 Normalzeit G M B H Verschluesselungsgeraet
DE957311C (de) * 1952-08-17 1957-01-31 Hell Rudolf Dr Ing Fa Vorrichtung zum Verschluesseln und Entschluesseln von Zeichen unter Verwendung einer mit Kodeimpulsen arbeitenden Telegraphen- oder Fernschreibmaschine und einer Schluesselmaschine

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE737791C (de) Chiffrier- und Dechiffrier-Schreibmaschinenanlage
DE615016C (de) Anordnung zur Nachrichtenuebermittlung in Geheimschrift ueber Telegraphenanlagen
DE591974C (de) Verfahren zur UEbermittlung telegraphischer Nachrichten in Geheimschrift
DE1098993B (de) Verfahren zum Ver- und Entschluesseln von impulsfoermigen Nachrichtenklarsignalen
AT130851B (de) Geheimtelegraphiersystem.
DE937236C (de) Schaltanordnung zur Erzeugung von Stromschrittkombinationen mit moeglichst regellos zeitlich aufeinanderfolgender Polaritaet, vorzugsweise zur Verwendung in Chiffriergeraeten fuer Telegraphenbetrieb
DE542262C (de) Telegrafiersystem, bei dem die Zeichen durch eine Tastatur auf der Sendestation als Gruppen zweier oder mehrerer verschiedener Frequenzen gebildet werden und im Empfaenger ueber Resonatoren einen Zeichenregistriermechanismus betaetigen
DE460573C (de) Schaltung zur elektrischen Fernsteuerung von Schreibmaschinen durch lange und kurze Stromstoesse gleichen Vorzeichens, die durch Pausen verschiedener Dauer getrennt sind
DE514962C (de) Verfahren zur Unschaedlichmachung von positiven (atmosphaerischen) und negativen (Fading-) Stoerungen bei der UEbermittlung, insbesondere drahtlos gesendeter Telegraphierzeichen
DE355393C (de) Chiffre-Telegraphensystem
DE945038C (de) Telegraphisches UEbertragungsverfahren
DE364184C (de) Anordnung zum von der telegraphischen UEbertragung unabhaengigen Chiffrieren und Entchiffrieren von Telegrammen
DE366614C (de) Verfahren zum Chiffrieren und Entchiffrieren von Fernschriften
DE334869C (de) Vorrichtung zum wahlweisen Anruf wellentelegraphischer oder -telephonischer Empfangsstationen
AT92163B (de) Telegraph mit Geheimübertragung.
DE851825C (de) Schaltungsanordnung in Fernschreibanlagen zur wahlweisen Anschaltung von einigen (oder allen) Teilnehmerstellen, die eine Konferenzberechti-gung besitzen, an den die Konferenz einleitenden Teilnehmer zur UEber-mittlung von Rundspruch-Nachrichten
DE334364C (de) Einrichtung zur Erhaltung des Gleichlaufes von umlaufenden Verteilern einer Mehrfach-Telegraphenanlage
DE456822C (de) UEbertragungsvorrichtung fuer telegraphische Zeichen mit synchron arbeitenden umlaufenden Verteilern auf den Sende- und Empfangsstationen zur Weitergabe von Stromstoessen aus einer oder mehreren Leitungen auf eine oder mehrere andere Leitungen
DE974447C (de) Verschluesselungsgeraet
DE371087C (de) Verfahren, Vorrichtung und Schaltungsanordnung zur Nachrichtenuebermittlung in Geheimschrift
DE918270C (de) Elektromechanische Einrichtung zum Auswerten von Telegrafierimpulsen
DE978065C (de) Schaltungsanordnung zum Ver- bzw. Entschlüsseln von n unterscheidbaren, vorzugsweise binär codierten Schriftzeichen
DE516690C (de) Verfahren zur drahtlosen Schnelltelegraphie
DE547360C (de) Schaltungsanordnung zur Nachrichtenuebermittlung in Geheimschrift
DE260809C (de)