-
Vorrichtung zur selbsttätigen Aufnahme von Telefongesprächen Es sind
bereits Vorrichtungen zur selbsttätigen. Aufnahme von Telefongesprächen mit einer
beim Anruf eine vorher aufgenommene Meldung abgebenden Meldewalze und mehreren nach
der Meldung das Gespräch aufnehmenden Aufnahmewalzen bekannt. Bei diesen bekannten
Vorrichtungen kann der Inhaber des Apparates die von dem Apparat bei Anruf selbsttätig
abzugebende Meldung nur am Apparat selbst ändern: ebenso kann er auch die durch
den Apparat selbsttätig aufgenommenen Gespräche nur am Apparat selbst abhören.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Verbesserung dieser bekannten Apparate
mit dem Ziel, den Apparat so einzurichten, daß der Inhaber die Meldung seines Apparates
von jedem beliebigen fremden Apparat aus ändern und ergänzen kann, ünd daß er ebenso
auch die von dem Apparat aufgenommenen Gespräche von jedem beliebigen Fernsprechapparat
aus abhören kann. Dabei ist die Einrichtung so getroffen, daß diese Betätigungen
nur von dem Inhaber des Apparates, also nicht etwa von jedem Dritten vorgenommen
werden können.
-
Erfindungsgemäß sind an dem Apparat zwei besondere Schaltvorrichtungen
vorgesehen, die mit akustischen Erregermembranen versehen sind. Von diesen verhindert
die erste bei Abgabe eines bestimmten Tones, auf den sie abgestimmt ist, durch den
seinen eigenen Apparat anrufenden Apparatinhaber die selbsttätige Utnschaltung von
Meldung auf Aufnahme und läßt dadurch die 11leldeschalldose zur Aufnahme einer neuen
Meldung weiter an der Meldewalze entlang laufen: die zweite bringt bei Abgabe des
Tones, auf den sie abgestimmt ist, die Aufnahmevorrichtung in die Ausgangsstellung,
worauf die Aufnahmeschalldose die aufgenommenen Gespräche abtastet und wiedergibt.
-
Zu dieser Einrichtung gehört also ein Tongeber, beispielsweise eine
Pfeife oder eine Stimmgabel mit zwei Tönen, die der Apparatinhaber bei sich trägt.
Auf die Töne dieses Tongebers sind die beiden Erregermembranen für die Schaltrelais
abgestimmt. Da eine sehr feine Abstimmung ohne weiteres möglich ist, ist die Gefahr
mißbräuchlicher Benutzung durch andere Tongeber ausgeschlossen.
-
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung nach der
Erfindung veranschaulicht. .
-
Fig. z zeigt die Vorrichtung in Vorderansicht, Fig.2 in Seitenansicht.
Fig.3 ist eine Oberansicht mit einem Schaltplan der Gesamtanlage.
-
Der mechanische Teil der Vorrichtung besteht aus der Melde- und Mitteilungswalze
3o und den Aufnahmewalzen 29 sowie deren Antrieb und Lagerung. Auf der Meldewalze
3o- ist eine konstante Meldung eingraviert (z. B. »Hier Teilnehmer X.("), über diese
verhältnismäßig kurze Mitteilung hinaus kann der Inhaber die Meldewalze direkt oder
auch von jedem beliebigen Fernsprecher aus nach Belieben besprechen. Vor der Meldewalze
ist
die mit Schreib- bzw. Abnahmestift versehene Schalldose 2.1 verschiebbar angeordnet,
die sowohl zur Besprechung der Meldewalze durch den Inhaber als auch zur Abnahine
der Meldung beim fremden Anruf dient. Auf der Laufschiene dieser Schalldose 24 ist
eine selbsttätige Arretierungsvorrichtung 26 ausschaltbar und verschiebbar angeordnet,
welche beim Anschlag der Schalldose 2.4 diese ausschaltet und in die Ausgangslage
zurückkehren läßt. Die Aufnahmewalzen 20 sind in einem Rollenkorb 28 drehbar gelagert;
vor der in Stellung befindlichen Aufnahmewalze ist die Schalldose 31' mit Schreib-und
Aufnahmestift verschiebl)ar angebracht. Zur Drehung des Rollenkorbes dienen Zahn-Stangen;
die Zahnstange 1911, die in ein entsprechendes Zahnrad eingreift, wird durch ein
Solenoid i9 betätigt und bewirkt das \ 7 orw iirtsclrehen des Rollenkorbes
zur Aufnahme von ankommenden Telefongesprächen; die Zahnstange 2o11 wird durch ein
Solenoid 20 betätigt und dient zur Rückwärtsdrehung des Rollenkorbes bei der Wiedergabe
der -gesprochenen U"alzen. Der Antriebsmotor 2; ist auf Scharnieren Zia schwingbar
gelagert und wird mit Gummireibrad je nach der Schaltung durch die Solenoide 22
und 23 entweder an die lieldewalze 30 oder an die in Stellung befindliche Aufnahmewalze
29 ;1:ngedrückt. Durch diese Solenoidschaltung, die ohne jede mechanische Schaltung
arbeitet, wird sofortiges Beschreiben der Walze ermöglicht und Beschädigungen der
empfindlichen Schreib- und Abhörstifte vermieden. Der Anlauf der Walzen ist durch
das Gummireibrad gedämpft, wodurch schädliche Stöße vermieden werden: Übrigens könnte
an Stelle der Aufnahmewalzen mit gleicher @@"irl;uub auch ein endloses Band treten.
-
Außer diesen Walzen ist in dem Ausführungsbeispiel noch eine Walze
32 dargestellt, die auf eine einseitig gelagerte Welle auf-eschoben ist und zur
Aufbewahrung von Gesprächen dient. Soll beim Abhören aufgenommener Gespräche ein
Gespräch zur Aufbewahrung auf diese Walze aufgebracht werden, so wird die Walze
durch die Riemen ;3 @edreht und die Schalldose -,4 durch den Schalter 36 eingeschaltet.
\ach der Aufnahme kann der besprochene Teil durch den Abschneider 35 abgeschnitten
werden, uni die Aufbewahrung des Gespräches zu erleichtern. Für den "!eichen Zweck
lic.@llIite auch e111 l-,ollenwerk für ein schmales f01io"ra :!sches Band vorgesehen
sein, auf «-elches die aufgen-:)tnnicnen Gespräche zur Atifliewalirul.g übertragen
werden konnten. Dieses Band könnte aus einem 2 min breiten, finit einer bestimmten
Masse bestrichenen Papierstreifen bestehen, den man nach Gier Aufnahme al)relß'_il
kann. Das gleiche Rollenwerk könnte umgelehrt auch zur Wiedergabe der auf dem Streifen
aufgenommenen Gespräche dienen. «'eitere -Iögliclil:eiten sind Aufnahme und Wiedergabe
aufgenommener Gespräche auf einem endlosen Band. Planschreiben, abreißharen Bandkarten
usw.
-
Die Arbeitsweise dieses mechanischen Teils der Vorrichtung ist folgende:
Wenn das Solenoid i9 Strom erhält, wird die Zahnstange 1911 nach oben gezogen, wobei
sie den Rollenkorb 28 so weit dreht, bis eine neue Walze 29 in clie Aufnahmestellung
gelangt. Erhält das SOlenoid 20 Strom (beim Fernabhören der aufgenommenen Gespräche).
so wird die Zahnstange 2o11 nach oben gezoge=n, wodurch der Rollenkorb so zurückgedreht
wird, daß die besprochenen Walzen in ,lie zur Wiedergabe erforderliche Stellung
gebracht werden. Erhält das Solenoid _12 Strom, so wird der Motor 117 nach rechts
geschwenkt und legt sich mit seinem Gunrnireibrad gegen die -Meldewalze 30. Erhält
dagegen das Solenoid -23 Strom, so schcvin.t der Motor nach links und treibt die
in Aufnahmestellung befindliche Walze 29 an.
-
Die Schalldose 2.1, die in bekannter Weise vor der Meldewalze beweglich
angeordnet ist, betätigt bei normalem Anruf am Schluß der 'Meldung den Schalter
21, welcher be-,virlct, daß der -Motor nun die Aufnahmewalee dreht. Darauf läuft
die Schalldose 24. selb_ttätig'in ihre Ausgangsstellung zurück. Auch die Schalldose
31 läuft vom Ende der Walze selbsttätig in dieAusgangslage zurück. Gleichzeitig
wird am Ende des Weges dieser Schalldose das Solenoid i9 bzw. 2o stromlos, worauf
die Zahnstange Herabfällt, in ihrer untersten Lage den Kontakt wiederherstellt,
dadurch das Solenoid wieder einschaltet ,und darauf wieder nach oben bewegt wird.
Auf diese Weise wird eine neue Walze in Stellung gebracht.
-
Die Betätigung der geschilderten Linrichtung erfolgt indirekt durch
Ortsstrom (Wechselstrom-), der durch eine Steckdose 5 eingeführt und in einem Gleichrichter
6 in Gleichstrom umgewandelt und von 22o Volt auf niedrigere Spannung gebracht wird.
-Mit dieser Spannung wird dann die 'Iillivoltbatterie ; gespeist, von der aus der
Strom dann direkt in die Apparatur gelangt. Der Stromkreis wird durch die vom Anrufstrom
des Amtes betätigten elektremagiieti.#-citeii Schalter io und i i geschlossen. Inn
Drei: des Schalters io liegt eine Drosselspule S und ein Kondensator uni die Detiitiguilg
durch Sprechströme zu verhindern. Zwischen Amtsleitung i und Fernsprecher 3 liegt
außer dem direkten Umschalter .2 rin @'erzögerungsrelais 4, welches die Unischaltung
der Anitsleitu.
n.- i .auf die Apparatur erst nach Ablauf einer
gewissen Zeit vornimmt, um die Einschaltung des Apparates bei Anwesenheit des Teilnehmers,
wo sie ja überflüssig ist, zu verhindern.
-
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folrende: Durch den in die Amtsleitun-
i einbauten Schalter 2 werden die ankommenden Rufströme entweder direkt in den Apparat
oder aber in ein Verzögerungsrelais 4. geleitet, welches erst nach einer gewissen
Zeit selbsttätig auf den Apparat umschaltet. Nach erfolgter @anschaltung auf den
Apparat wird durch die ankommenden Rufströme der. elektroniagnetische Schalter io
betätigt, der seinerseits den Schalter ri einlegt, wodurch der Stromkreis über die
Steckdose 5 des Ortsstromes, den Gleichrichter 6 und die zwischengeschaltete Millivoltbatterie
7 geschlossen wird. Diese Batterie dient zur Sicherung des Apparates bei Ausbleiben
des Ortsstromes. Nachdem der Rufstrom seitens des Amtes die .elektromagnetischen
Schalter io und i: i eingelegt hat, die Einschaltung des Netzarbeitsstromes also
getätigt ist, verriegelt der Kondensatorg den nach dem Rufstrom ankommenden Postgleichstrom
(Sprechstrom), während die Drosselspule b und der Verstärker 14. den Sprechstrom
schließen. Die über die Leitung 13 ankommenden Postsprechströme werden über einem
Transformator dem Verstärker 1.4 zugeführt, so daß die erforderliche Trennung vom
Poststromnetz (laut postalischer Bestimmungen) gewährleistet ist.
-
.Nach den: Schliefen dieses Stromkreises erhält der Hebelschalter
i; Strom und erregt das Solenoid ig, welches die Zahnstange iga hochzieht und dadurch
eine frische Aufnahmewalze in Stellung bringt. Gleichzeitig erhält der Motor :2;
sowie das Solenoid 22 Strom, wodurch der Motor mit der Melde--walze 3o gekuppelt
wird, die nunmehr über die Schalldose 24, die Leitung 13 und den Verstärker 14 die
Meldung an den Anrufenden gibt. Am Ende der 'Meldung berührt die Schalldose 2.1
den Arretierungskontakt 26, liebt sich ab und läuft in ihre Ausgangsstellung zurück,
betätigt jedoch vorher noch Jen Schalter =1, wodurch das Solenoid 22 aus-und das
Solenoid 23 eingeschaltet wird; dadurch wird der Motor mit der Aufnahmewalze 29
gekuppelt. Diese Umschaltung von Meldung auf Aufnahme vollzieht sich sehr schnell.
@Välirend des jetzt folgenden Gespräches wird die Membran 15 in Schwingung versetzt
und schließt den Stromkreis des zugehörigen Magneten, der seinen Anker anzieht und
ein Verzögerungswerk in Tätigk-it setzt.
-
Ist (las Gespräch zu Ende, so hört die Erregung (leg A'leinbran 15
auf, worauf der Stromkreis zu dem Magnet 16 unterbrochen wird; nach Ablauf der Verzögerung
schnellt der Anker 16a in die Höhe, liebt den durch die Feder 16#7 belasteten Kontakthebel
16b der Leitung 12 für kurze Dauer ab und setzt durch diese kurze Unterbrechung
die Anlage still. Beien Abfallen des Ankers legt sich der Hebelkontakt 16b wieder
ein und stellt so die Verbindung für neuankommende Gespräche wieder her.
-
Die das Gespräch aufnehmende Schalldose 31 bleibt an der Stelle stehen,
wo das aufgenommene Gespräch beendet war bzw. wo sich die Verzögerung in der Stromunterbrechung
ausgewirkt hat. Ist auf diese Weise eine Walze besprochen und dauert das Gespräch
noch fort, so betätigt die Schalldose 31 am Ende der Walze einen Kontakt, der das
Solenoid 2o ausschaltet, worauf die Zahnstange 20a abfällt und unten den Kontakt
wiederherstellt, worauf das Solenoid die Zahnstange wieder hochzieht, die hierbei
den Rollenkorb dreht und eine neue Walze in Aufnahmestellung bringt. Gleichzeitig
nachdem hebt sich die Schalldose 31 und läuft in ihre Anfangsstellung zurück; das
Gespräch kann dann mit kaum merklicher Unterbrechung fortgesetzt werden.
-
Ist der Besitzer des Apparates wieder anwesend, so kann er die aufgenommenen
Gespräche mittels eines Lautsprechers oder direkt durch seinen Telefonapparat abhören.
Gespräche von besonderer Wichtigkeit können dabei auf die Walze 32 übertragen und
zur Aufbewahrung durch die Vorrichtung 35 losgetrennt werden. Das Abhören der Gespräche
kann ebenfalls von dieser Vorrichtung aus über den Verstärker 1.4 erfolgen.
-
Ein Uhrlaufrad mit Gesprächszähler, welches zweckmäßig an dem Motorbolzen
zwischen den Solenoiden 22 und 23 befestigt wird, registriert jeweils den Zeitpunkt,
die Dauer und die Anzahl der aufgenommenen Gespräche.
-
Um die Besprechung der Meldewalze von außen zu ermöglichen, ist eine
Membran 2; eingebaut, welche auf einen bestimmten Ton abgestimmt ist. Hat der Besitzer
die Meldung seines Apparates gehört, so gibt er diesen Ton mit einer Pfeife o. dgl.
ab, worauf- die Membran 25 in Schwingungen gerät und den Stromkreis für den Magneten
in dem Arretierungskontakt 26 schließt; darauf hebt der Magnet den Arretierungsliebel
von der Welle ab. Dann gleitet die Schalldose 24., die Mitteilung des Besitzers
auf die Walze übertragend und den Arretierungskontakt mit dem abgehobenen Arretierungshebel
vor sich herschiebend, auf der Leitspindel vorwärts. Hat der Besitzer seine Mitteilung
beendet, so wird die ganze Vorrichtung wieder stromlos, wodurch
sich
auch der Arretierungshebel wieder einlegt, ,nährend die Schalldose 24 wieder in
ihre Anfangsstellung zurückgleitet. Bei ankommenden Gesprächen in Abwesenheit des
Teilnehmers durchläuft nun die Schalldose 2.a. die ganze 'Mitteilungsstrecke bis
zu dein Arretierungskontakt 26 und gibt dem Anrufenden so die ganze Meldung und
Mitteilung wieder.
-
Will der Besitzer die in seiner Abwesenheit aufgenommenen Gespräche
von außerhalb abhören, so gibt er, nachdem die Meldung seines Apparates erfolgt
ist, ebenfalls wieder mittels einer 1lembranpfeife o. dgl. einen bestimmten Ton
oder Laut ab, der in diesem Falle über die Leitung 13 und den Verstärker 14 von
der Membran 17 aufgenommen wird. Diese schließt den Stromkreis des zugehörigen Magneten.
der seinerseits den Hebelschalter 18 umlegt, wodurch das Solenoid i9 Strom erhält.
Durch Hochziehen der Zahnstange wird nunmehr der Rollenkorb zum Abhören gedreht
und bringt die besprochenen Walzen in die Abhörstellung, wobei die Schalldose 31
die aufgenommenen Gespräche abtastet und dem anrufenden Besitzer über die Leitung
13 weitergibt. Die selbsttätige Abschaltung der Vorrichtung nach beendigter Gesprächswiedergabe
erfolgt in gleicher Weise wie bei der Aufnahme bei fremdem Anruf.