DE574421C - Verfahren und Vorrichtung zum Regeln der Tabakzufuhrmenge fuer Zigarettenmaschinen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Regeln der Tabakzufuhrmenge fuer ZigarettenmaschinenInfo
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Description
Die Regelung der Materialzufuhr zu Verarbeitungsmaschüien,
welche das Material in immer _. gleichem Flusse bearbeiten sollen, geschieht
vorwiegend von Hand, und zwar je nach dem Kontrollergebnis der Fertigware durch Vermehrung
oder Verminderung der Zufuhr. Ein Beispiel hierfür ist die Zigarettenmaschine, bei
>-■■ der die mittlere Füllung der erzeugten Zigaretten durch Stichproben oder periodische Wä-
gungen bestimmt und die Regelung der Maschine auf Grund des Ergebnisses der Wägungen
von Hand, also gefühlsmäßig, vorgenommen wird.
Es ist bei Zigarettenmaschinen zwar auch schon vorgeschlagen worden, die Geschwindigkeit
derTabakzuführungsvorrichtungmechanisch zu steuern, und zwar durch eine elektromagnetische
Schaltvorrichtung, die mit einer Wägevorrichtung verbunden ist. Bei dieser Anordnung
schwingt der Waagebalken der Wägevorrichtung zwischen zwei Kontakten; bei Berührung des
einen Kontaktes erfolgt dann über die elektro- - magnetische Schaltvorrichtung hinweg eine Vermehrung
bzw. Verminderung der Tabakzufuhr.
Diese Regelungsart hat jedoch den Nachteil, daß sie jeder Gewichtsschwankung nachgibt,
also auch den durch unvermeidbare Streuungen der Tabakzufüh^ngsvorrich'tung hervorgerufenen
Schwankungen. Durch diese Streuungen fallen immer wieder einzelne Verwiegungen trotz einer bestimmten, eingestellten Gewichtstendenz (leicht oder schwer) im entgegengesetzten
Sinne aus. Jede dieser Streuungsverwiegungen beeinflußt das Wägeergebnis im ungünstigen
Sinne. Ist z. B. die Gewichtstendenz »leichtes Gewicht« eingestellt und tritt eine Streuung
ein, durch die ein starkes Übergewicht verwogen und angezeigt wird, so kann es zu einer Dros- .
seiung der Materialzufuhr kommen, obwohl dies gar nicht zweckmäßig ist.
Erfindungsgemäß sollen diese Nachteile dadurch vermieden werden, daß eine in einem
Sinne, z. B. im Sinne der Verminderung der Zufuhrmenge, angetriebene Regelvorrichtung
nach' einer unter dem Einfluß von Mindergewichten erfolgten entgegengesetzten Einstellung
erst dann wieder in ihren ursprünglichen Regelungssinn gebracht wird, wenn die Anzahl
der ein Übergewicht feststellenden Wägungen die Zahl der ein Untergewicht feststellenden
Wägungen übertrifft.
Zu diesem Zweck ist ein von der Waage beeinflußtes Differenzzählwerk angeordnet, dessen
Zeiger beim Abweichen von der Normalstellung die Regelvorrichtung mittels Fühlvorrichtungen
über ein Relais oder einen Servomotor beeinflußt.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführung einer Vorrichtung zur Ausübung des
vorgeschlagenen Verfahrens dargestellt.
Abb. ι zeigt eine schematische Darstellung der selbsttätigen Verstellvorrichtung,
Abb. 2 ein Schaltungsschema des vom Differenzzählwerk beeinflußten Antriebsmotors der
Verstellvorrichtung.
Auf einer von der Zigarettenmaschine aus angetriebenen Welle 1 sitzt ein mit dieser Welle
kraftschlüssigverbundene^verschiebbarerKupp-
lungsteil 2, der durch einen Kupplungshebel 3 mit einem Kupplungsteil 4 verbunden werden
kann. Im eingerückten Zustand wird über den Kupplungsteil 4 hinweg eine Welle 5 mitgenommen,
auf der eine Scheibe 36 und ein Zahnrad 6 sitzen. Das Zahnrad 6 treibt ein auf einer Welle 10 lose sitzendes Zahnrad 7 an,
welches durch eine Feder 8 gegen einen Bund 9 der Welle 10 gedrückt wird und infolgedessen
Welle 10 durch Reibung mitnimmt. Auf der Welle 10 sitzt fest ein Handrad 11, eine Schnecke
12 und ein Zahnrad 15. Die Schnecke 12 treibt
ein Zahnrad 13 an, das fest auf der Welle 14 sitzt, welche beim Drehen nach der einen oder
anderen Richtung die Tabakzufuhr des Ausbreiters der Zigarettenmaschine vermindert bzw.
erhöht. Das Zahnrad 15 steht in Eingriff mit einem mit der Welle eines Nebenschlußelektromotors
17 fest verbundenen Zahnrad 16. In einem Gehäuseteil 19 des Differenzzählwerks
(Abb. 2) ist eine Zeigerachse 18 eines Segments 20 gelagert, das aus zwei gegenseitig
und auch von den übrigen Teilen isolierten Kontaktsegmenten 21 und 22 besteht, von denen
Kontaktsegment 22 kürzer gehalten ist.
Schleifkontakte 24, 25, 26, 27, 28 und 29 sind mit parallel geschalteten Feldwicklungen 30
und 31 des Nebenschlußmotors 17 und einer Signallampe 32 verbunden. Die Stromzufuhr
ο zum Motor 17 erfolgt periodisch, und zwar zweckmäßig
im Takte der Verwiegungen durch das auf der Scheibe 36 der Welle 5 (Abb. 1) isoliert
angebrachte Schleifsegment 37 und der Schleifkontakte 34 und 35.
Die periodische Stromzufuhr zu Motor 17
im Takte der Verwiegungen ist deshalb zweckmäßig, weil dann das In- oder Außertätigkeittreten
der Kontakte 24 bis 29 mit den Kontakten 22 bzw. 21 im stromlosen Zustand erfolgt.
Auf diese Weise wird ein Schmoren der Kontakte durch Funkenbildung vermieden. Motor
17 wird also jeweils erst ein- bzw. ausgeschaltet, wenn die Kontakte 24 bis 29 mit den
Kontakten 22 bzw. 21 in Berührung bzw. nicht mehr in Berührung stehen.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Ist die Anzahl der seit Betriebsbeginn erfolgten
leichten und schweren Verwiegungen gleich, so steht Segment 20 in der in Abb. 2 gezeigten Stellung, wobei eine Berührung der
Segmente 21 und 22 mit den Kontakten 24 bis 29 nicht stattfindet. Obwohl also der Elektromotor
17 vermittels Schleifsegmente 34 und 35 sowie des Schleifsegments 37 periodisch unter
Strom gesetzt wird, kann er sich nicht drehen, da das Feld unerregt bleibt. Die Welle 5 wird
jedoch bei eingerückter Kupplung 2 ständig angetrieben, dadurch, infolge der Reibung
zwischen Zahnrad 7 und Bund 9, auch Welle 10 und Schnecke 12 und somit Welle 14 der Stellvorrichtung,
d. h. solange Kupplung 2 eingerückt ist, wird die Tabakzufuhr dauernd in einem Sinne, z. B. im Sinne der Verminderung,
geändert. Die· Achse des Elektromotors 17 läuft hierbei leer mit.
Infolge der ständigen, entsprechend langsam erfolgenden Verminderung der Tabakzufuhrüberwiegt
mit der Zeit die Anzahl der leichten die Anzahl der schweren Verwiegungen. Dadurch
werden die Summierwerkwelle 18 und die Segmente 21 und 22 in der angegebenen Pfeürichtung
bewegt.
Die Kontakte 24, 25 und 26, 27 sind so angeordnet, daß sie bei Bewegung des Segments
in der angegebenen Pfeilrichtung von den Kontaktsegmenten 21 und 22 gleichzeitig berührt
werden, wodurch die Stromkreise der Feldwicklungen 30 und 31 geschlossen werden.
Motor 17 erhält nunmehr ein starkes Feld und wird, sobald er durch die Schleifkontakte 34
und 35 sowie das Schleifsegment 37 eingeschaltet wird, im entgegengesetzten Sinne der durch
Welle 5 erzeugten Bewegung gedreht.
Der Abstand der Kontaktsegmente 21 und 22 von den Schleifkontakten 26, 27 bzw. 24, 25
ist einstellbar und wird zweckmäßig so gewählt, daß einige Verwiegungen stattfinden können, bis
eine Berührung eintritt. Die Übersetzungsverhältnisse sind derart gewählt, daß die durch
die Drehung des Elektromotors hervorgerufene Drehung der Welle 14 im entgegengesetzten Sinne
größer ist als die durch die ständige Drehung der Welle 5 hervorgerufene Drehung. Es erfolgt
also nunmehr erne der z. B. ständigen Verminderungstendenz der Tabakzufuhr entgegenwirkende
Erhöhung.
Das durch die Drehung des Elektromotors 17 hervorgerufene Drehmoment an WeUe 10 ist
dabei 'größer als das durch Kupplung.2, 3, 4 hervorgerufene Drehmoment an Welle 10. Infolgedessen
wird die Rutschkupplung 7, 8, 9 überwunden und die entgegengesetzte Drehung der Welle 10 bewirkt, ohne daß ein Ausschalten
von Kupplung 2, 3, 4 erforderlich ist.
Sollte diese Erhöhung der Tabakzufuhr noch nicht genügen, also die Verwiegungen immer
noch zu leicht ausfallen, so dreht die Welle 18 das Segment 20 und damit die Segmente 21
und 22 weiter nach rechts, bis die linke Ecke von Segment 22 außer Berührung mit Kontakt
24 kommt, wodurch der Stromkreis der Feldwicklung 30 unterbrochen wird, der Stromkreis
der Feldwicklung 31" jedoch aufrechterhalten bleibt. Hierdurch wird das Feld des
Elektromotors 17 geschwächt, so daß seine Drehahl erhöht und somit über die Wellen 10 und 14
die Geschwindigkeit der Tabakzufuhr weiter ;esteigert wird.
Sollte die Zunahme der Tabakzufuhr noch immer nicht genügen, so kann durch die immer
weiter erfolgende Drehung des Segments 20 bzw. des Segments 21 der Stromkreis eines Warn-
signals, ζ. Β. einer Signallampe 32, geschlossen und die Änderung der Tabakzufuhr durch Betätigung
von Handrad 11 noch beeinflußt werden. Statt der im Ausführungsbeispiel gezeigten
elektrischen Schaltung vermittels Schleifkontakte o. dgl. können auch pneumatische, photoelektrische
o. dgl. Fühlvorrichtungen sinngemäß zum Verstellen der Materialzufuhr 13, 14 vorgesehen
sein.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Regeln der Tabakzufuhrmenge für Zigarettenmaschinen unter Anwendung einer eine Regelungsvorrichtung beeinflussendenWaage, dadurch gekennzeichnet, daß die in einem Sinne, z. B. im Sinne der Verminderung der Zufuhrmenge, angetriebene Regelungsvorrichtung nach einer unter dem Einfluß von Mindergewichten erfolgten entgegengesetzten Einstellung erst dann wieder in ihren ursprünglichen Regelungssinn gebracht wird, wenn die Anzahl derein Übergewicht feststellenden Wägungen die Zahl der ein Untergewicht feststellenden Wägungen übertrifft.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein von der Waage beeinflußtes Differenzzählwerk, dessen Zeiger beim Abweichen von der Normalstellung die Regelvorrichtung mittels Fühlvorrichtungen . über ein Relais oder einen Servomotor beeinflußt.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Bewegung des Zeigers (20) des Differenzzählers bzw. durch die Fühlvorrichtungen (21, 22) der Feldströmkreis eines Nebenschlußmotors (17) geändert wird, der die von einer Welle der Zigarettenmaschine über eine Reibungskupplung (7, 8, 9) angetriebene Welle (14) der Regelungsvorrichtung in entgegengesetztem" Sinne dreht.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine in dem Stromkreis des Antriebsmotors (17) der Regelungsvorrichtung liegende Kontaktwalze (36), die den Strom jeweils ein- oder ausschaltet, wenn die Kontakte der Schließvorrichtung geschlossen oder geöffnet sind.Hierzu ι Blatt ZeichnungenBerlin, gedruckt in der REicHSBRtTCKEREt
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEN32255D DE574421C (de) | 1931-06-20 | 1931-06-20 | Verfahren und Vorrichtung zum Regeln der Tabakzufuhrmenge fuer Zigarettenmaschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEN32255D DE574421C (de) | 1931-06-20 | 1931-06-20 | Verfahren und Vorrichtung zum Regeln der Tabakzufuhrmenge fuer Zigarettenmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE574421C true DE574421C (de) | 1933-04-12 |
Family
ID=7346276
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEN32255D Expired DE574421C (de) | 1931-06-20 | 1931-06-20 | Verfahren und Vorrichtung zum Regeln der Tabakzufuhrmenge fuer Zigarettenmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE574421C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1053995B (de) * | 1951-08-15 | 1959-03-26 | Molins Machine Co Ltd | Zigarettenstrangmaschine |
| DE1097339B (de) * | 1956-05-15 | 1961-01-12 | Molins Machine Co Ltd | Antrieb fuer die Tabakzufuehrung einer Zigarettenmaschine, in der die Masse des Tabaks eine Pruefvorrichtung durchlaeuft |
-
1931
- 1931-06-20 DE DEN32255D patent/DE574421C/de not_active Expired
Cited By (2)
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| DE1053995B (de) * | 1951-08-15 | 1959-03-26 | Molins Machine Co Ltd | Zigarettenstrangmaschine |
| DE1097339B (de) * | 1956-05-15 | 1961-01-12 | Molins Machine Co Ltd | Antrieb fuer die Tabakzufuehrung einer Zigarettenmaschine, in der die Masse des Tabaks eine Pruefvorrichtung durchlaeuft |
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