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Einrichtung zum elektrischen Zünden von Sprengschüssen in mehreren
Betriebspunkten vom sicheren Standpunkt aus Die Zentralzündung als solche ist bekannt.
(S. Glückauf Nr. 1g vom 8.5. 1909, »Gemeinsame elektrische Zündung der Sprengschüsse
einer ganzen Grube vom Tage aus«. Von Bergschuldirektor Professor Heise, Bochum.)
Die Zentralzündung hat sich aber bei uns nicht eingeführt, da die Apparatur nicht
zuverlässig und einfach genug arbeitete und nicht allen Verhältnissen gerecht wurde.
Die wesentlichen Fortschritte, die auf dem Gebiet der Elektrotechnik gemacht worden
sind, wurden auf diesen Gebietszweig angewandt und haben zu wesentlichen Verbesserungen
dieser Einrichtung geführt, so daß die früheren Mängel behoben sind.
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Durch die in der nachstehenden Ausführung beschriebene Einrichtung
ist man in der Lage, mit der Zentralzündung sicher, zuverlässig und gefahrlos zu
arbeiten.
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DieAnlage besteht aus folgenden Apparaturen, die in der schematischen
Skizze (Fig. A) zusammengefaßt sind.
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i bedeutet Wahlschalter, 2 Betriebspunkteanzeiger, 3 Verbindungskabel
vom Wahlschalter zum Fortschalter, q. Sicherheitstrennschalter, 5 Fortschalter mit
Zündermeßbrett 6, 7 Schießkabel mit Kabelzwischendosen 8, g Anschlußklemmen für
die Schießleitungen zu den einzelnen Betriebspunkten.
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An die Zündanlage wird bei Inbetriebnahme die Stromquelle 1o (Zündmaschine
oder Starkstrom) angeschaltet. Fig. B zeigt eine schematische Zeichnung des Wahlschalters
i (Fig. A).
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In der Zeichnung bedeuten I, 1I, III die Anschlußklemmen des Verbindungskabels
3 (Fig. A). Dieses dreiadrige Kabel führt über den Sicherungstrennschalter .I (Fig.
A) zum Fortschalter 5 (Fig. A).
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In der Schaltskizze sind eingezeichnet: eine Glühlampe i, ein Leitungs-
und Zündanlageprüfer 2 (Ohmmeter), ein Trockenelement als Stromquelle des Leitungsprüfers,
Kontaktklemmen .I, die zu einer Kontaktwalze zusammengefaßt sind und durch die Brücke
5 kurzgeschlossen werden. 6 sind die Anschlußklemmen zur Verbindung mit der Stromquelle
1o (Fig. A).
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Die einzelnen Teile sind durch Leitungen in einer beispielsweisen
Anordnung verbunden. Durch Verschieben der Brücke 5 «erden die Kontakte q. hintereinander
oder wahlweise kurzgeschlossen und dadurch die nachstehend angeführten Schaltungen
ausgeführt.
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In der beispielsweisen Anordnung der Skizze soll zunächst durch Einschalten
der Stromquelle auf die Glühlampe i festgestellt werden, ob die Stromquelle in Ordnung
ist. Wenn die Stromquelle in Ordnung ist, leuchtet bei Betätigung der Stromquelle
die farbige Glühlampe auf. Die zwei Klemmen zum Prüfen der Stromquelle sind auf
der beispielsweisen Anordnung mit »Prüfen« bezeichnet.
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Schiebt man nun die Brücke 5 auf die mit
»Fortschalten«
bezeichneten Klemmen q., so wird durch Einschalten der Stromquelle der nachstehend
beschriebene Fortschalter (Fig. C) sowie der Betriebspunkteanzeiger (Fig. D) in
Tätigkeit gesetzt und ein neuer Schießbetrieb eingeschaltet, dessen entsprechende
Nummer auf dem Betriebspunkteanzeiger sichtbar wird.
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Schiebt man die Brücke 5 auf die mit »Messen« bezeichneten Klemmen,
so wird die zum Abturi vorgesehene Schußserie durch den Leitungsprüfer:z auf Widerstand
gemessen.
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Schiebt man die Brücke 5 auf die mit »Schuß« bezeichneten Klemmen
4, so kann durch Betätigung der Stromquelle die angeschlossene und gemessene Zünderserie
abgeschossen werden.
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Alsdann werden die Operationen wiederholt, die Zünderserie des nächsten
Betriebsortes abgetan und so weiter, je nachdem Betriebspunkte an dem Fortschalter
(Fig. C) angeschlossen sind.
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Fig. C stellt schematisch den Fortschalter dar, der in Fig. A mit
5 bezeichnet ist.
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In der Zeichnung bedeuten I, II, III wieder die Anschlußklemmen des
Verbindungskabels 3 (Fig. A). i zeigt schematisch den Fortschaltungsmechanismus,
der durch das Relais 2 betätigt wird und es ermöglicht, die einzelnen Schießbetriebspunkte
vom Wahlschalter (Fig. B) aus hintereinander einzuschalten; in starrer Verbindung
mit dem Fortschaltermechanismus befindet sich die schematisch dargestellte Schaltbrücke
3.
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Die einzelnen Betriebspunkte sind über eine Reihe einzelner Klemmen
q. und ein gemeinsames Polband 5 an die eben erwähnten Schaltpunkte angeschlossen.
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Die Punkte 6 und 7 sind besonders herausgeführt und werden zu dem
Zündermeßbrett 6 (Fig. A) geführt; hierdurch wird es ermöglicht, die mit 8 bezeichneten
Zünderstromkreise in den verschiedenen Betriebspunkten auf ihren Gesamtwiderstand
zu messen, ohne diese Messung an dem unter Umständen sehr weit entfernten Wahlschalter
i (Fig. A) vornehmen zu müssen. Es ist somit eine Kontrolle der Schießorte schon
hier möglich, um Fehlerquellen zu beseitigen.
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Fig. D zeigt die schematische beispielsweise Anordnung eines Betriebspunkteanzeigers
2 (Fig. A), der beim Wahlschalter i (Fig. A) angebracht ist und der den jeweils
für den Schuß durch den Fortschalter 5 (Fig. A) eingeschalteten Betriebspunkt vermittels
des Zeigers angibt. i gibt die schematische Skizze des Mechanismus an, 2 stellt
die zur Betätigung des Relais notwendigen Spulen dar, 3 den Zeiger, q. das Zifferblatt
des Betriebspunkteanzeigers.
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Fig. E zeigt die schematische Skizze des beispielsweisen Trennschalters,
der die Kabelverbindung 3 (Fig. A) zwischen Wahlschalter i (Fig. A) und Fortschalter
5 (Fig. A) trennt bzw. verbindet. Der Schalter muß während des Besetzens der Betriebspunkte
mit den Zünderserien getrennt sein, d. h. das Trennstück i muß herausgenommen sein.
Der Trennschalter, der in einem verschließbaren Kasten untergebracht ist, ist nur
dem Schießberechtigten zugänglich und darf erst nach dem Messen am Zünderprüfbrett
6 (Fig. A) eingesetzt werden. z bedeutet die Kabelverbindungen zum Wahlschalter
i (Fig. A) bzw. Fortschalter 5 (Fig. A).
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Die Apparaturen für den Wahlschalter i (Fig. A), Betriebspunkteanzeiger
2 (Fig. A), Fortschalter 5 " (Fig. A) und Sicherungstrennschalter q. (Fig. A) sind
in staub- und feuchtigkeitssicheren Kasten untergebracht.
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Fig. F zeigt eine schematische beispielsweise angeordnete Skizze einer
erweiterten Vorrichtung zum Zünden vom sicheren Standpunkt aus, die es ermöglicht,
mehrere Fortschalter, die mit ihren verschiedenen Betriebspunkten eventuell auch
auf verschiedenen Sohlen liegen können, hintereinander in vorbeschriebener Weise
zu betätigen.
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i bedeutet Stromquelle, -2 Wahlschalter, 3 Betriebspunkteanzeiger,
q. Sicherheitstrennschalter, 5 Fortschalter, 6 Betriebspunkte. Um jede Oxydationserscheinung
zu verhüten, sind als ein weiterer Sicherheitsfaktor für ein zuverlässiges und sicheres
Arbeiten der Apparaturen sämtliche Metallteile gut verchromt.
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Das Schießen mit der Zentralzündanlage geht nun unter Verwendung vorbeschriebener
Einrichtung in nachstehender Weise vor sich.
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Nach dem Besetzen der Schußserien in den einzelnen Betriebspunkten
wird die gesamte dort beschäftigte Belegschaft zurückgenommen. Der Schießberechtigte
kontrolliert am Zündermeßbrett 6 (Fig. A) des Fortschalters 5 (Fig. A) die besetzten
Schußserien mit einem tragbaren Leitungsprüfer. Sind die an die Anschlußklemmen
9 (Fig. A) angeschlossenen Zünderstromkreise in Ordnung, so setzt der Schießberechtigte
das Trennstück des Trennschalters (Fig. A) ein und stellt die Verbindung innerhalb
der Leitung 3 (Fig. A) zum Wahlschalter i (Fig. A) her. Mit dem Wahlschalter i (Fig.
A) wird das Prüfen der Stromquelle io (Fig. A), das Messen der gesamten Zünderstromkreisanlage,
das Schußabtun, das nochmalige Messen der abgeschossenen Zünderserie und das Fortschalten
des Wahlschalters 5 (Fig. A) auf einen anderen Betriebspunkt ausgeführt. Gleichzeitig
mit dem Fortschalten rückt der Betriebspunkteanzeiger 2 (Fig. A) auf den für den
nächsten Schuß vorgesehenen Betriebspunkt vor, den er mit einer entsprechenden Nummer
anzeigt. Zur Verlängerung der Kabel sind normale Zwischendosen 8 (Fig. A) vorgesehen.