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Verfahren unci Vorrichtung zum Kochen und Verdampfen von Flüssigkeiten,
insbesondere Maischen und Bierwürzen
| Bei den gebriiuchlichen Brauverfahren wird |
| die -Maische nur mangelhaft aufgeschhissen |
| unrl die Würze nicht genügend gel:cclit-. -Man |
| hat deshalb -Iaisclie und Würze in ge- |
| schIc:ssenen Kochern unter Druck von etwa |
| atü gesetzt, um Höhere Temperaturen ein- |
| «-irlcen zti lassen. Dieses Verfahren eignete |
| sich je(iccli veg:n ungünstiger GeschinaclLs- |
| heeinflussting nicht für Qualitätsbiere und |
| «-ar überdies unökonomisch wegen teuerer |
| Einrichtung und hohen Danipfverbrat:chs. |
| Durch vorliegen(le Ernndung sollen diese |
| l'belstin@le beseitigt werden. -Maische oder |
| Würze bzw. Nachgüsse werden kontinuier Mich |
| oder interniittierer. i in einem besonderen |
| Kocher itnterDrticl: nii thainpf'von hoher Span- |
| niinggekocht und z@vecl:mäßig in einem Erit- |
| la#,tungsgefäß entspannt und erst von dieseln |
| aus in die eigentliche -Maische- oder Würze- |
| l)fanne abgelassen. Der im Teilkocher und |
| l;ntlastl[:ngs-efhß erzeugte Dampf wird ent- |
| @@-iasert und dann mit entsprechend hoher |
| Spannung in Dampfmaschinen oder andere |
| oder zur Beheizung der Maische- und Würze- |
| pfanne benutzt, so (Maß nur ein Bruchteil der |
| bisher nötigen Kochdanipfmengen gebraucht |
| wird. Im Teilkocher und Entlastungsgefäß |
| sin:l z«-ecl:mäßig Flüssigl:eitsabscheider an- |
| geordnet. Der durch deir?Abscheider strömende |
| Dampf rotiert, und (las mitgerissene, tropfbar |
| flüssige Wasser wird über einem konischen |
| Mantel ausgeschieden. Die Einführungs- |
stutzen in dem Teilkocher, dein Entlastungsgefäß und in dem Abscheider sind tangential
angeordnet. Das Entlastungsgefäß ist gleichzeitig als Hopf enentlauger mit Seihbö(ien
ausgeriistet. Die vom Teilkocher oder Entlastungsgefäß nach der Maische- bzw. Wür7epfanne
strömende Kocliflüssigl;eit wird durch rotierende oder feststehende Verteiler auf
bzw. unter den Spiegel der Kochflüssigkeit zurückgeleitet. Das Ausschlagen erfolgt
durch Dampfdruck.
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In den beiliegenden drei Zeichnungen sind beispielsweise einige Ausführungsformen
dargestellt, und zwar zeigt Blatt 1 eine Maischepfanne mit Teilkocher verbunden
und eine Würzpfanne mit Hopfenseilier, Teilkocher und Entlastungsgefäß verbunden,
Blatt II, Abb. i, Entlastungsgefäß im Vertikalschnitt, Abb. 2 einen Schnitt durch
einen Flüssig -keitsabscheider für Innenanordnung, Abb.3 einen Schnitt durch einen
Flüssig Zn für Außenanordnung, Abb: d. einen Schnitt durch die Leitvorrichtung im
Flüssigkeitsabscheider, Blatt III das Rohrschema einer Kochanlage in Verbindung
mit einer Dreifach-Ezpansicns-Dampfinaschine.
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Das geschrotete Malz gelangt durch den Vormaischer z in die Maischepfanne
2 be-1:annter Bauart und durch Ablaßrohr 3 nach
der Umförderpumpe
..1, und von dieser durch Druckrohr 5 und Rückschlagrventil RV nach dem Teilkocher
7.
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Bei Doppelsudwerken kann durch Leitung 6 und Umstellhahn eine zweite
Maischepfanne angeschlossen werden.
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Vom Teilkocher 7 führt ein (oder mehrere] mit Ablaßv entil versehenes
Abflußrohr 8 nach der Maischepfanne zurück und endigt unter oder über dein Maischestande.
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Im Kocherz ist ein Flüssigkeitsabscheider 9 angeordnet, der durch
ein Überdruckventil mit Rückschlagkegel io an die Dampfsammelleitung i i angeschlossen
ist. Von der Dampfsammelleitung i i zweigt eine Dampfzuleitung 12 nach der Maischepfanne
2 ab, welche das Absperr- und Regulierventil 13 trägt.
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Die Würzepfanne 14. ist in gleicher Weise angeschlossen; deshalb sind
die wiederkehrenden Teile mit denselben Bezeichnungen versehen. Sie ist als Druckpfanne
gebaut und mit Absperrvorrichtung .a.5 und Mannloch 46 versehen. Vom Hopfenseiher
führt eine besondere Ausschlagleitung 4.7 nach der Kühle.
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Vom Teilkocher 7 führt eine reit Absperr-und Regulierventil i5 versehene
Leitung 16 nach dem Entlastungsgefäß 17, in welchem auch ein Flüssigkeitsabscheider
9 mit Überdruckventil io angeordnet ist.
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Das Ablaßrohr 8 führt nach der Würzepfanne 14 und mündet in einen
Verteiler 18, welcher mit gelochten Auslaufrohren i9 versehen ist, durch welche
die Kochflüssigkeit in Strahlen regenförmig auf die Oberfläche des Spiegels der
Kochflüssigkeit zurückfließt.
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An der Umwälzpumpe .1. ist eine Umgehungsleitung 2o mit Regulierventil
21 angebracht, welche die Druck- und Saugeleitung miteinander verbindet.
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Das Entlastungsgefäß 17 ist zweclzmäßig durch einen konischen Siebboden
26 als Hopfenentlauger ausgebildet. Der Hopfen kann durch Ventil z7 nach beliebiger
Stelle gefördert werden.
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Die Läutermulde 28 ist mit einem Dreiwegehalin 29 versehen, so daß
die vom Läuterbottich oder Maischefilter abfließende Würze direkt nach der Pfanne
1,4 oder nach dem Hopfenseiher 3o abgelassen werden kann. Vom Hopfenseiher aus kann
sie durch Rohrleitung 3 wieder nach der Umförderpumpe .4 abfließen. An der Würzepfanne
1-l. ist ein Dreiwegehahn 31 angeordnet, von welchem ein Rohr 32 direkt in den Hopfenseiher
führt.
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An der Dampfsammelleitung i i ist ferner ein Wasserabscheider 22 angeordnet,
der den entwässerten Dampf z. B. für den Betrieb der Dampfpumpen oder Dampfmaschinen
durch Rohr -23 abgeben kann. Das abgeschiedene Wasser wird -durch den Kondenstopf
2d. entfernt.
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Ein Überdruckventil 25 läßt überflüssigen Dampf nach dem Vorwärmer
strömen, wo er zur Warmwasserbereitung. niedergeschlagen wird.
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Die Beheizung der Hochdruckkocher kann durch direkten Kesseldampf
durch Zuleitung 33 oder auch Abdampf erfolgen durch Lei-_ tung 34. Ein Zwischenventil
35 teilt die Ab-` danipfleitung in zwei Stränge, so daß wechselseitig mit Abdampf
gearbeitet wird, wenn nur ein Teilkocher mit direktem Kesseldampf gespeist wird.
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Das in Blatt II, Abb. i, veranschaulichte Entlastungsgefäß besteht
aus dem Unterteil 68, auf welches das Oberteil 69 dicht aufgeschraubt ist. Durch
das Mannloch 70 ist die Kontrolle und Bedienung ermöglicht. Der etwa in der
Mitte befindliche Eintrittsstutzen 71 ist tangential in das Unterteil 68 angebaut,
so daß die eintretende Flüssigkeit in Drehbewegung versetzt wird. Im Unterteil sind
Seihböden 72 angeordnet, welche durch das Mannloch herausgenommen werden können.
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Innerhalb des Seihers 72 ist das Ablaßventil für Hopfentreber 73 und
außerhalb des Seihers 72 das Ablaßventil für Würze 74 angeordnet.
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An der höchsten Stelle ist ein Flüssigkeitsabscheider 9 eingebaut,
an welchen das AbdampfrOhr 75 anschließt.
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In Abb.2 -ist der Flüssigkeitsabseheider für Innenanordnung im Schnitt
dargestellt. Er besteht aus dem mit Abdampfstutzen 76 versehenen konischen Mantel
77, welcher die Eintrittsöffnungen 78 aufweist, sowie der Umkehrkammer 79, welche
mit Leitflügeln 8o und Scheidemantel 81 verbunden ist.
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In 11bb.3 ist derselbe Flüssigkeitsabscheider für Außenanordnung dargestellt.
Bei dieser Anordnung ist anstatt der Eintrittslöcher ein Eintrittsstutzen 82 am
Mantel 77 angeordnet.
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Das abgeschiedene Wasser sammelt sich in der Rinne 83 der Umkehrkammer
79 und fließt durch ein Wassersackrohr 84 in das Gefäß zurück oder wird durch den
Kondenswasserabscheider 24 (Blatt I) nach außen abgeleitet.
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In Abb. 4 sind die tangential gestellten Leitflügel 8o im Peripherialschnitt
dargestellt. Die, Anordnung derselben erzwingt eine kreisende, schraubenförmige
Bewegung des durchströmenden Dampfes über den konischen Scheidemantel 81 dermaßen,
daß das mitgerissene, tropfbar flüssige Wasser vermöge der Zentripetalkraft am größten
Umfange des Scheidemantels 81 abgeschleudert und in der Rinne 83 gesammelt wird,
von welcher es durch das Sackrohr 84 abfließt.
In Blatt III ist
eine Dampfanlage dargestellt, in welcher die schematischen Rolirverhindungen veranschaulicht
sind, durch welche cler ini Teilkocher und der Braupfanne erzeugte Dampf nutzbringend
für Krafterzeugung und Heizung verwendet wird, so daß im Surlltatis nur ein Bruchteil
der Kochlampfmenge verbraucht wird, wie bei dein bisherigen Verfahren.
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Der im Dampfkessel 85 erzeugte Nochdruckdampf kann durch den Dampfverteiler
86 entweder durch .gentile 87, 88 nach dein Heizkörper des Teilkochers 7 oder durch
Ventile 8g, 9o nach dein Hochdruckzylinder Il
der Dreifach-Expansionsinaschine
9i treten.
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Wenn der Dampf ini K=essel 85 nach dein Teilkocher 7 strömt, wird
der im Teilkocher ; erzeugte Dampf <furch Rohrleitung 92 utid Ventil 93 dein
Hoclidruckz_ylinder 1I zu-
geführ t.
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"Zwischen Hochdruckzylinder 1-I und Mitteldruckzvlinder 11 befindet
sich der finit Zwischenventil 91. versehene Reciver 95, an welchen zwei Rohrleitungen
o(i, 97 angeschlossen sind. Leitung c)6 steht durch Z'entil c)8 finit dem Teilkocher-7,
Leitung 97 durch Ventil 99 finit Leitung 92 in Verbindung.
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In gleicher Weise ist der Mitteldruckzvlinder 11 durch Reciver ioo
und Zwischenventil ioi mit dem NiederdruclzzvlinderlzN-verbunden, an welchem auch
zwei RohrleitUngen 102, 103 anschließen. Leitung io2 ist durch Ventil io1. an die
geschlossene Braupfanne 11. angeschlossen und ferner durch Rohrleitung iog und Ventil
io5 mit den! Vorwärmer I' verbunden, während Leiteng io3 durch Ventil io6 an die
durch Schieber .I5 verschließbare Pfannenhaube angeschlossen und außerdem durch
Lohrleitungen 108 und Ventil io7 an die Rohrleitung 92, 11 angeschlossen
ist. Außerdem ist Rohrleitung 102 durch Rohrleitung iog und Ventil i io an den Heizkörper
des Teilkochers 7 angeschlossen.
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Die Attsputtleitting i i i des Niederdruck-221 1'' ist durch Absperrventil
112 mit dem Vorwärmer I' und ausgehend durch Rohr 113 und Ventil 11:1 mit der Luftpumpe
I_ verbunden.
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Bei Ein- und Zweizylinder-Dampfmaschinen fallen der oder die Reciver
95. Zoo fort.
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An Stelle der Braupfanne 14 und des Kochers 7 können selbstverständlich
auch andere Kochgefäße angeschlossen werden.
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Das Verfahren wird in- einer Brauerei mit der Einrichtung (Blatt I)
in folgender Weise ausgeführt: Das Einmaischen erfolgt durch den Vorinaischer i
in die Maischepfanne a in bekannter Weise. Das Kochen der Dickmaische geschieht
unter Druck in dem Kocher 7, in welchen sie durch die Pumpe d. gedrückt und durch
Rohr 8 nach der Maischepfanne 2 zurückgelangt.
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Das Maischen kann kontinuierlich erfolgen, indem etwas mehr in den
Kocher 7 hineingedrückt wird, als in die Maischepfanne zurückgelangt, so daß mit
Rücksicht auf die Verdampfung der 1Zaischestand ini Kocher ; gleichbleibt.
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Während des Maisch.ens wird durch ein int 'Peilkocher 7 angeordnetes
Steigrohr ein Teil der Maische ini Steigrohr und ein anderer Teil im Behälter aulierhalb
des Steigrohres erhitzt.
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Im Kocher 7 findet durch die Einwirkung hoher Temperaturen entsprechend
der Heizciampfteniperaturen und dein Druck im Kocher ein intensives Aufschließen
der Malzstärke und Dextrine statt. Durch die Entlastung beim Überströmen in die
Maischepfanne wird vermöge des größeren Wärmeinlialts der Flüssigkeitswärme ein
Nachverdampfen und ein Lockern der Stärkekörper und Zellenwände erzielt, so daß
eine bessere und schnellere Aufschließung ermöglicht wird. In der Maischepfanne
werden die gewünschten Maischtemperaturen für Eiweißrastabbau und -verzuckerung
durch Nachheizen oder Abkühlen hergestellt. Durch dieses `'erfahren werden die Enzyme
geschont und zur Auflösung und Verzuckerung besser nutzbar gemacht. Das Maischekochen
erfolgt bis zurrt Abmaischen kontinuierlich. Der im Kocher 7 erzielte hochgespannte
Dampf wird durch einen besonders eingerichteten Flüssigkeitsabscheider 9 entwässert,
so daß keinerlei Extraktstoffe mitgerissen «-erden können, und strömt durch das
Rückschlagventil io in die Verbrauchsleitung ii, aus welcher er z. B. zum direkten
oder indirekten Nachheizen der Maischepfanne 2 durch Rohr 12 und Regulierventil
13 entnommen wird.
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Der im Kocher 7 während des Maischekochens erzeugte Dampf kann aber
auch zum Betrieb von Dampfmaschinen us-,v. entnommen werden, beispielsweise durch
den Wasserabscheider 22 und Rohr 23.
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Das neue Verfahren, den Kochprozeß unter möglichst hohem Druck mit
Dampfentwicklung auszuführen, ist besonders ökonomisch, weil die aufgenommene Heizdampfinenge
bis auf einen kleinen Teil als gebrauchsfähiger Arbeits- oder Heizdampf wiedergewonnen
wird, so daß die für den Kochprozeß notwendigen Kochdampfinengen sehr gering sind.
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Das Verfahren kann auch intermittierend nach dein bekannten Zwei-
oder Dreimaischverfahren ausgenutzt werden. Der erzeugte
Dampf wird
auf dieselbe Art weiterverwendet, und die Nachverdampfung und Aufschließung findet
dann nur beim Ablassen der gekochten Maischteile statt.
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Das Abläutern der verzuckerten Maische geschieht im Läuterbottich
oder hlaischeillter in bekannter Weise.
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Vorderwürze und achgüsse werden ent--veder direkt nach der Würzepfanne
14. abgelassen oder durch entsprechende Einstellung der Dreiwegehähne 29, 37 durch
Pumpe dem Kocher 7 zugeführt, indem sie mit entsprechendem Druck aufgekocht werden,
so daß das koagulierbare Eiweiß ausgeschieden -wird. Ein Teil der Würze oder der
Nachgüsse oder beides wird dabei in den Hopfenentlauger 30 über Hopfen geführt und
wird dann durch die Pumpe q., Behälter 7 sowie Rohrleitung 8 in die Pfanne 14 eingeführt.
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,Nach beendigtem Abläutern wird die Würze in Pfanne 14 gekocht und
eingedampft. Dabei wird Hahn 31 so gestellt, daß die Würze außerdem aus Pfanne 14
durch Rohrleitung 3 und Pumpe .l nach dein Hochdruckkocher 7 gedrückt wird, hier
intensiv gekocht und unter Druck verdampft und durch Regulierventil 15 und Rohr
16 nach dem Entlastungsgefäß 17 abgelassen wird, indem sie heiß über Frischhopfen
strömt und hernach durch Rohr 8, Verteiler 18 und sich drehende Ausläufe fg in die
Pfanne 14 zurückgelangt, so daß eine genügende Sauerstoffaufnahme stattfinden kann.
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Dadurch findet ein besserer Eiweißabbau statt. Auch werden die überschüssigen
Carbonate und Salze des Brauwassers ausgeschieden, und der Dispersitätsgrad des
Kollcidsvstems -wird wesentlich verfeinert. Dieser Vorgang kann auch bereits während
des Abläuterns oder von Beginn desselben vorgenommen -werden. Bei Spezialbieren
kann man auch die gesamte Vorderwürze un-1 die Nachgüsse durch den Kocher 7 schicken,
so daß dieselben schon kochend in die Pfanne i", eintreten. Durch die Druckkochung
findet eine schnelle Eiweißausscheidung statt, so däß die Kochdauer abgekürzt -werden
kann.
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Der im Kocher 7 erzeugte Dampf wird wieder im Flüssigkeitsabscheider
9 entwässert, so daß ein Mitreißen von Extraktstoffen ausgeschlossen ist.
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Durch Nachheizen finit Heizdampf aus der Verbrauchsleitung i i mittels
Rohres 12 und Regulierventils 13 wird in der Würzepfanne jede zweckmäßige Temperatur
gehalten.
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Nach beendigtem Eindampfen -wird der Rest im Teilkocher durch das
Bödenventil und Rohr 8 nach der Wü rzepfanne 14 abgelassen.
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Wenn das Entlastungsgefäß als Hopfenentlauger mit eingelegtem Seeher
versehen ist, kann beim kontinuierlichen Brauen dei frische Hopfen in das Entlastungsgefäß
17 gegeben werden. Beien darauffolgenden Sud wird er nach dem Hopfenentlauger 3o
abgelassen und durch die \achgußwürzen vor dem Verdampfen restlos ausgelaugt.
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Der ganze oder ein Teil des Frischhopfens kann aber auch in der Würzepfanne
14. zugegeben werden und gelangt dann beim Ausschlagen in den Hopfenseiher 30, wo
er hernach durch die Nachgüsse restlos ausgelaugt wird.
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Nachdem der Teilkocher ;7 nach der Würzepfanne 14 entleert ist, wird
der Schieber geschlossen und evtl. der Frischhopfen in di;@ Pfanne 1.1 eingebracht
und die gesamte Würze zwecks Sterilisierung, .Mischung und edlem Hopfengeschmack
kurze Zeit, i:iindestens aber so lange gekocht, bis der Druck in der Pfanne so hoch
steigt, daß beim geöffneten Ablaßventil der gesamte Inhalt durch den geschlossenen
Hopfenseiher 3o nach der Kühle ausfließt, so daß ein Pumpen der Ausschlagwürze vermieden
-wird.
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Besonders günstig für aromatische Spezialbiere wird der erste Teil
der N achgußwürzen gehopft, so daß die Hopfengerbstoff- und -bitterstoffsäuren auf
das in der konzentrierten Stammwürze enthaltene Eiweiß fällend einwirken, wodurch
viele von Eiweiß- und Gerbstoffverbindungen herrührende ungünstige Geschmacksbildner
ausgefällt werden. Je nach Biertype kann diese erste Hopfung mit kochendheißer \
achgußwürze oder nur nachgußwarm vorgenommen werden.
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Zu diesem Zwecke wird ein Teil des Frischhopfens für den - ersten
Anlauf der Nachgußwürze in dem Entlastungsgefäß 17 übergebrüht und im -weiteren
Sudverlauf nach dem Entlauger 30 gebracht und durch eine neue Partie Frischhopfen
ersetzt.
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Zu diesem Zwecke -wird das Umstellorgan 31 so eingestellt, daß der
Weg nach dem Hopfenseiher 30 bzw. Rohrleitung 32 freigegeben wird. Durch
Absperrvorrichtung 36, welche geöffnet wird, kann das Kochgut durch die Ausschlagleitung
47 nach der Kühle zu ausfließen.
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Durch den Frischhopfen werden der Würze Weichharze zugeführt und Gerbstoffverbindungen
hergestellt, -welche in der Würze einen Schutz für die Kolloide und edlen Geschmacksstoffe
bilden.
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Beim Ausschlagen mit Pumpen, namentlich mit schlechten Kreiselpumpen,
---erden diese Kolloide zerrissen und die edlen Gescbmacksstoife bei der Trubausscheidung
in unerwünschter Weise ausgeschieden.
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Durch die Ausgestaltung und den Gebrauch der Würzepfanne als Montejus
wird eine bessere Oualität des Bieres erreicht.
| Mit diesem H<<lifengeben wird durch die |
| stur eri@u-rlerliche kurze Kochdauer viel |
| I-lopfen gespart, weil die Auslaugung det- |
| Bitterstcte eine vollständige ist. Ein be- |
| sCai(let-er @-orteil diese: Hopfengebens liegt |
| nc,ch darin, daß die im I-Iopfen imbibierte |
| Würze im Entlauger 3o restlos gewonnen |
| wird und ein Mehr an Handarbeit im Sud- |
| hatis nicht erforderlich ist. |
| Die ganze Sudarbeit kann nach diesem Ver- |
| iahren 11111 2 Stiltiden abgekürzt werden, so |
| daß r_irclibrauereien beim kontinuierlichen |
| Brauen eine Mehrleistung von 30 °;'o erzielen |
| hinnen. |
| Bei untutterbroclieneil Suden nur tagsüber |
| kiiilnen in derselben "Zeit drei Sude gemacht |
| «-erden, anstatt nach den bisherigen Ver- |
| fahren zwei Sude. |
| Die Arbeitsweise mit dein neuen |
| druckverfahren bann sehr ivirtscliaftlicli ge- |
| tegelt werden, wie die schematische Anord- |
| itmg (-Blatt I11-) zeigt. |
| Die bisher bekannten, mit Gegendruck ttnd |
| Zwischendatipfentnahrne arbeitenden Dampf- |
| maschinen haben einen sehr hohen Dar npfver- |
| brauch, weil die Entnahme meist im Gebiete |
| geringen Druckes von i bis 2 Atni. liegt. Da |
| der Betrieb sich meistens nicht so regeln |
| läßt, daß die größte Maschinenleistung finit |
| dein größten Kochdainpfverbrauch zusammen- |
| fällt, so tritt oftmals eine Dampfersparnis |
| nicht ein. |
| Bei dein neuen Kochverfahren in zwei |
| I.'hasen tritt eine bedeutend bessere (il@c:noinie |
| ein, weil alle Apparate mit höchstem Wir- |
| kungsgra d betrieben werden können. |
| So kann beispielsweise der gesamte im |
| Kessel 8@ erzeugte Dampf als Heizdampf |
| nach denn Kocher ; geleitet werden, und der |
| Betriebsdampf für die Dampfmaschine gi |
| wird dein Kocher entnommen und durch L ei- |
| tun- c12 der Dainpfmaschiiie zugeführt. |
| hei dieser Betriebsweise würde mir der |
| Kessel e; dein nötigen Temperaturgefälle |
| entsprechend auf einige Atmosphären höher |
| Reriver geteilt wird. Der erzeugte |
| 2,c'ieuert zu werden brauchen, wodurch der |
| Wirkungsgrad in keiner Weise leidet, so (laß |
| die bisher zum Kochen gebrauchten Dampf- |
| inengen vollst:-indig in Fortfall kommen durch |
| den @"erbrauch des im Kocher erzeugten De- |
| bis auf einen Bruchteil für |
| I:rw<irinmg bis zum 11sochen und für Strali- |
| lungs- und Leitungsverlust. |
| In einem a -deren Fz:lle wird der ini Kessel |
| mit seinem Höchstdruck erzeugte Datnpf |
| direkt der Dreifach-Expansionsrnaschine w |
| zugeführt. während der Heizdaiiipf für den |
| Kocher ; dein H-Reciver 95 entnommen wird. |
| Dies wird ermöglicht durch das angeordnete |
| Zivisclienventil #,q, durch welches dieser |
| wird durch Rohrleitung 92, o; dein |
| Reciver c)9 bz«-. lIitteldruclzzvlin<ler finit |
| einem <lein Temperaturgefälle entsprechenden |
| @.-erniinderten Druck wieder -zugeführt, so daß |
| als Dampfverbrauch zum Kochen lediglich |
| die Wärinenienge zum Anwärmen und für |
| Leitungs- und Strahlungsverluste in Frag |
| kninnit, zuzüglich einem geringen -Mehrver- |
| brauch für den Spannungsabfall im Reciver, |
| ,lei- aber wegen des geringen `Y'oluniens des |
| noch hochgespannten Dampfes niedrig ist, so |
| daß zum Kochen nur ein IBruchteil, etwa ein |
| Halb bis ein Viertel, der Dampfmenge nötig |
| ist als bisher. |
| Auf dieselbe Weise kann die Braupfanne |
| 1 4. vcin 11-Reciver i oo aus beheizt werden. |
| Ebenso kann auch ein Kocher ; und ein |
| @-c;rtv:irmer I" an den _ll-Reciver ioo ange- |
| schIcssen werden. |
| Der im Kocher ; und der Braupfanne i.[ |
| erzeugte Kochdampf wird dein Y-Zylinder |
| zugeführt. |
| Der Abdampf des V-Zvlinders strömt in |
| bekannter Weise durch einen als Kondensator |
| dienenden Warnnvassererzeuger, der beliebig |
| ausgebildet sein kann und mit der Maßluft- |
| pumpe verbunden ist. |
| llan siebt aus verstehendem deutlich, dal |
| durch die Niederverwendung de- erzeugten |
| hochdampfmenge fast die gesamte für den |
| Kocher aufgewandte Wärmemenge wiederge- |
| wonnen wird, so daß das Kochen allein fast |
| gar keinen Wärmeaufwand mehr erfordert. |
| Im praktischen Betriebe können daher |
| Kessel 85 und Dampfmaschine gi kleiner be- |
| niessen werden. |