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Verfahren zur Herstellung von Emulsionen oxydierter trocknender Öle,
Firnisse oder Lacke Es ist b,-lzaniic, Lino::yn oder derartige Oxydationsprodukte
trocknender Öle dadurch herzustellen, daß Leinöl in Wasser emulgier t und durch
diese Emulsion Luft oder Sauerstoff geleitet wird. Dabei scheidet sich das erzeugte
Linoxyn in der Form von Flocken ab, welche sich absetzen und abfiltriert werden.
Bei diesem Verfahren hat maii auch schon vorgeschlagen, Schutzkollaide, wie Tischlerleim,
zuzusetzen, um die Bildung größerer Flocken zu verlündern, so daß das Oxydationsprodukt
sich als feine Flöekchc#n absetzt.
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Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Emulsion
oxydierter trocknender Öle, Firnisse und Lacke, z. B. einer Linoxynemulsion, bei
dem also das Oxydationsprodukt sich nicht abscheidet, sondern kolloidal dispergiert
bleibt.
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Emulsionen oxydierter trocknender öle sind bis jetzt unbekannt. Durch
diese Emulsionen werden ganz neue Venvendungsm%iglichkeiten geboten. in dieser Beziehung
wird hingewiesen auf die Möglichkeit, in der Li:ioleuniindustrie die Ausgangsmaterialien
statt in trockenem Zustand in kolloidaler Lösung zu mischen, so daß durch Verwendung
von Emulsionen oxydierter trocknender Öle und Lacke die kostspieligen Misch- und
Knetmaschinen bei der Linoleumerzeugung überflüssig werden. Breiter wird die Möglichkeit
genannt, diese Emulsionen zu verwenden bei rasch trocknenden Ölanstrichen. Das Wasser
der Emulsionen wird namentlich durch den porigen Untergrund und durch Verdampfung
schnell entfernt werden, wonach das oxydierte Öl mit den Farbstoffen, welche zuvor
der Emulsion in hochdisperser, wäßriger Suspension (gegebenenfalls unter Zusatz
von Emulgatoren) zugesetzt sind, als trockener Anstrich zurückbleibt. Auch für Leimzwecke
und zum Wasserdichtma-hen kann diese Emulsion verwendet werden. Im allgemeinen kommt
eine Emulsion oxydierter trocknender öle oder Lacke für die gleichen Zwecke in Betracht
als einerseits Latex und anderseits Asphaltemulsionen.
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Erfindungsgemäß wird eine Emulsion des trocknenden Öles, Firnisses
oder Lackes oxydiert, und zwar unter derartigen Umständen, daß eine stabile Emulsion
des oxydierten trocknenden Öles. Firnisses oder Lackes entsteht.
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Bei einer eingehenden Untersuchung stellte es sich heraus, daß die
Abscheidung in feinen Flöckchen auf dem Boden des Gefäßes der oxydierten .Öle, Firnisse
und Lacke in erster Linie dem Entstehen von Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure
u. dgl., bei der Oxydation dieser Öle, Firnisse oder Lacke zuzuschreiben ist, welche
Säuren eine koagulierende Wirkung auf die Emulsion ausüben.
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Erfindungsgemäß erhält man dadurch eine stabile Emulsion oxydierter
trocknender Öle,
Firnisse oder Lacke, daß man während der ganzen
Oxydation Sorge trägt, daß die entstehenden Säuren keine koagulierende Wirkung ausüben.
Man kann dies dadurch bewirken, daß man regelmäßig, z. B. jede Stunde, so viel Lauge
oder Ammoniak zusetzt, daß der Wert der PH der Emulsion etwa konstant bleibt oder
wenigstens nicht unter etwa 7 herabsinkt. Es stellte sich heraus, daß in den meisten
Fällen die benötigte Gesamtmenge Lauge oder Ammoniak nicht sofort im Anfang zugesetzt
werden kann, da dann eine stabile Ausgangsemulsion nicht erhalten wird und außerdem
die starke Verseifung ein Nachteil ist. Selbstverständlich dürfte z. B. Kalkzusatz
nicht stattfinden, um die Reaktion. alkalisch zu halten, da Calciumionen ja ebenso
wie H-Ionen eine koagulierende Wirkung ausüben.
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Erfindungsgemäß kann man zu diesem Zwecke auch die pufferende Wirkung
von Salzen starker Basen und schwacher Säuren, wie z. B. Seifen oder Soda, Pottasche,
Ammoniumcarbonat usw., ausnutzen, einfach durch Zusatz dieser Salze in Überschuß
im Anfang, wobei zugleich ein Teil dieser Salze den Emulgator für das trocknende
öl, Firnis oder Lack darstellt. Die bei der Oxydation entstehenden Säuren werden
gebunden, indem die frei werdenden, höheren Fettsäuren oder Kohlensäure keine koagulierende
Wirkung ausüben, da sie nicht oder wenig H-Ionen abspalten. Man würde auch in diesem
Falle, falls der Überschuß pufferender Salze im Anfang nicht genügt, während der
Oxydation noch Lauge oder Ammoniak zusetzen können.
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Weiter wurde gefunden, daß die Emulsion leichter und rascher erhalten
wird in einem bestimmten Temperaturgebiet. Temperatursteigung beschleunigt den Reaktionsverlauf,
aber eine zu hohe Temperatur ergab, sich als schädlich zum Entstehen der Emulsion
des oxydierten öles, Firnisses oder Lackes. Eine Temperaturstrecke von 3o bis 70°
C ergab sich als sehr zweckmäßig.
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Auch Drucksteigerung bewirkt einen schnelleren Reaktionsverlauf.
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Die Oxydation kann z. B. dadurch ausgeführt werden, daß Luft oder
Sauerstoff, vorzugsweise in fein verteiltem Zustande, in. der Emulsion der trocknenden
öle, Firnisse oder Lacke geblasen wird oder daß diese Emulsion in sauerstoffhaltenden
Gasen aufgespritzt wird. Die Erfindung wird erläutert von den folgenden Beispielen,
ist jedoch selbstverständlich nicht darauf beschränkt.
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i. i 5o kg Holzöl mit Sikkativen werden einulgiert mittels ioookg
Seifenlösung (etwa o,2 normal). Diese Emulsion wird äuf etwa 5o- C gehalten, indem
während etwa. 2q. Stunden fein verteilte Luft hindurchgeblasen wird. Dabei tritt
gewaltige Schaumbildung auf. Nach Beendigung der Reaktion ist eine sehr stabile
Emulsion oxydiertes Holzöl entstanden, mit einer Teilchengröße, welche kleiner ist
als etwa ijc.
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2. 15okg Lack, bestehend aus i25 kg gekochtem Öl (Leinöl mit Sikkativen),
2o kg Harz; - 5 kg Karikopal, werden emulgiert in 85okg o,3 normaler Na.CO.-Lösung,
und zwar einfach dadurch, daß man Gas durch die Mischung bläst, wobei Emulgierung
stattfindet. Während 12 Stunden wird dann Sauerstoff in fein verteiltem Zustande
hindurchgeblasen bei etwa 50°C. Das öl ist hierdurch vollständig oxydiert. Man erhält
eine Emulsion von Linoleumzement, welche sofort bei der Linoleumerzeugung benutzt
werden kann.
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3, Statt obengenannten Lack in einer Sodalösung zu emulgieren, kann
man ihn mit o, i normaler Lauge oder Ammoniak in Emulsion bringen und dann jede
Stunde so viel i normale Lauge oder Ammoniak zusetzen, daß die Reaktion flicht sauer
wird.
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Übrigens verfährt man wie im obenstehenden Beispiel.